Finland · 44 Days · 520 Moments · May 2016

Wolfgang Schaefer

Nordkap-Tour 2016


4 July 2016

So, da bin ich wieder im Lande. Überraschungsbegrüßungskomitee war auch da. 😀. Schön! Und das ist jetzt das Ende meiner Reise. Na, vielleicht gibt es noch ein Epilog, aber nicht mehr heute und morgen. Tschüss!
Oslo
Teil 4 Zwischenstopp in Oslo. In nicht einmal 2 Stunden Flugzeit legt man eine Distanz zurück für die ich mit dem Rad drei Wochen brauche. Das muss man mal ernst seelisch verkraften. Ich hoffe sie kommt mit. 😉
Teil 3 Die Lebensmitteltasche habe ich leergeräumt und kommt in eine Bekleidungs-Tasche. Schon mal eine weniger. Die beiden Bekleidungstaschen werden zu einem Paket verbunden. Die Küchentasche wird jetzt mit der Campingtasche zu einem weiteren Paket verbunden. Ich hoffe nur, dass das auch so in Deutschland ankommt. Den Rest nehme ich als Handgepäck. Ich habe immer Horror vor diesen Flugreisen, weil es als Rad-Reisender immer komplizierter ist. Bisher ist es noch mal gut gegangen.😅 I'm ready for take off! 🛫
Teil 2 Also Fahrrad vorbereiten. Die Pedale bekomme ich noch abgeschraubt aber beim Lenker habe ich Probleme, denn mir fehlt der passende Schlüssel. Ich habe alle möglichen Imbusschlüssel für den Fahrrad dabei, aber Koga verwendet Torx-Bit. Den einzigen von der Sorte habe ich leider vor zwei Wochen verloren. Weder das Pärchen aus Berlin noch die Mitarbeiter am Flughafen können mir helfen. Ohne, dass ich den Lenker quer stelle, wird mein Fahrrad nicht mitgenommen. Der Lenker ist so fest gezogen, dass ich ihn mit aller Kraft nicht bewegen kann. Nach einiger Zeit schaut der Berliner wieder vorbei und fragt ob ich schon mal mit Muskelkraft versucht hätte. Hab ich ja, klappte nicht. Er versucht und es klappt, man sieht ihm an, dass er etwas für seine Muskulatur tut! Ich bin froh. Dann muss ich nur noch aus meinen sechs Gepäckstücken 2+ 1 Handgepäckstück machen.
4. Juli 2016 Teil1 So, der größte Stress ist hinter mir! Na das war ja wieder was. Zum Glück war ich früh genug hier, schon um 9:30 Uhr, obwohl mein Flug erst um 12:40 Uhr geht. Da es ein Inlandsflug ist brauche ich eigentlich erst eine halbe Stunde eher hier zu sein, aber wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist, ist alles immer etwas komplizierter. Damit das Fahrrad mitgenommen wird, muss es vorbereitet werden, also Lenker quer stellen, Pedal abmachen und Luft rauslassen. So steht es in den Reiseinformationen. Am Flughafen treffe ich ein Pärchen aus Berlin, die gerade ihre Fahrräder in Kartons verpacken und ich frage sie, ob das denn notwendig sei. Sie meinten "ja", denn auf dem Hinflug hätten sie die Räder auch in Kartons packen müssen. Die beiden haben glücklicherweise zwei Kartons am Flughafen gefunden, einen dritten gibt es nicht! Also erst einmal zum Service Center der SAS und nachgefragt. Ich habe Glück, bei der SAS brauche ich kein Karton. 👍🏻
Auf dem Weg zum Flughafen am Wasser entlang - noch einmal die schöne Landschaft genießen. Abschied ja, aber ohne Wehmut, denn ich komme wieder zurück in dieses schöne Land 🏞🏔🇳🇴🏕🚵🏁

3 July 2016

Teil 3 Der letze Tag neigt sich dem Ende zu. Jetzt war ich auch lange genug in Tromsø. Die Tage auf dem Rad waren abwechslungsreicher, aber es war zum Schluß auch mal gut es etwas ruhiger angehen zu lassen, denn die vielen Radkilometer haben Kräfte gekostet. Jetzt geht es in die Heimat für einen kurzen Zwischenstopp und dann in den "Urlaub" mit Doris. Das wird dann schön 😊.
Polaria: arktisches Aquarium mit Bartrobben, Film über Svalbard und arktischer Erlebnispfad - lohnt sich für den hohen Eintrittspreis von 135 NK nicht. 👎🏻
Nochmal ein Blick über den Jachthaven zu den Bergen. Wenn man in der Stadt ist, dann nimmt man die einzigartige Natur im Hintergrund irgendwann nicht mehr richtig wahr. Schade eigentlich.
Tromsø-Museum: nordnorwegische Natur und Tierwelt im Wandel der Zeit
Im Tromsø-Museum gibt es Informationen zur Entstehung des Nordlichtes
Tromsø-Museum: Leben der Samen, Tradition und Geschichte
Teil 2 Die fünfte Woche durch Finnland und bis zum Nordkap war sehr durchwachsen. Dauerregen durch Finnland bis zur norwegischen Grenze (1,5 Rage), starker Gegenwind bis Alta und Sturm in der Nacht nach dem Nordkap auf dem Campingplatz in Honningsvåg, der mich zum Abbrechen des Zeltes und zur Flucht ins Haus zwang. In der sechsten Woche hat es wenig geregnet, 2 Nächte bis in den Morgen und eben heute. Insgesamt für den Zeitraum ganz gutes Wetter, besonders im Vergleich zum Wetter während dieser Zeit in Mitteleuropa. Ich bin mehr als zufrieden! Wenn ich eine Schulnote vergeben müsste: 2-
3. Juli 2016 Teil 1 Der letzte Tag vor dem Abflug. Ich möchte noch zwei Museen besuchen, aber es regnet seit 2,5 Stunden ununterbrochen und da will ich nicht ne gute halbe Stunde durchlaufen. Also sitze ich im Foyer des Hotels, trinke noch einen Kaffee und warte auf die Regenpause. So kann ich mal ein kleines Wetterresümee der vergangenen sechs Wochen ziehen. Der Abschied in Deutschland war feucht, Regen bei der Abreise in Olpe, dann wurde es trocken und Regen bei der letzen Etappe bis zur Küste und bei der Ausreise. In der 2., 3. und 4. Woche durch Schweden hatte ich gutes Wetter, zwei Stunden Regen auf dem Rad! Diese ersten 12 Tage frühsommerliches Wetter mit Temperaturen bis zu 29°, dann Abkühlung, nachts bis auf 3° und Sturm. 1500 km Gegenwind!
Sonntagmorgen - Regen 🌧

2 July 2016

Teil 3 Für die Kilometer, die ich heute gelaufen bin, hätte ich auch gut das Fahrrad gebrauchen können! Das aber steht sicher in der Garage des Hotels. Schätzungsweise 13-14 km bin ich heute gelaufen, dabei zwickt mich ein leichter Muskelkater in den Oberschenkel noch vom Bergsteigen am Donnerstag! Das kommt davon, wenn man wochenlang bestimmte Muskelgruppen nicht richtig fordert. Von daher ist es gar nicht so schlecht, wenn ich das Fahrrad mal eine Zeit stehen lasse und wieder zu Fuß unterwegs bin. Schließlich will ich ja auch mal wieder joggen und daran können sich meine Oberschenkelmuskeln wieder gewöhnen. Morgen möchte ich noch das Tromsø-Museum besuchen, dass auch gut 3 km entfernt liegt und auf dem Rückweg noch die Erlebniswelt Polaris. Ich glaube, dann habe ich schon ziemlich viel der Sehenswürdigkeiten von Tromsø abgearbeitet. 😅 Ein bisschen Kultur, die sich auch mit Natur beschäftigt, ist nach mehr als fünf Wochen Outdoor-Leben nicht schlecht.
Kindergarten multikulturell - 27 verschiedene Nationalitäten!
Besuch im botanischen Garten der Universität von Tromsø, dem nördlichstem der Welt, wo die Pflanzen im Sommer nicht schlafen gehen. Hier kann man arktische und alpinen Pflanzen sehen, aber auch Gartenblumen, die in Nordnorwegen wachsen.
Ganz schön schön heute, die Sonne scheint bei 23° 😅
Polarmuseum - ein Interessantes Museum über das Leben und Jagen auf Spitzbergen, sowie über die beiden Polarforscher Amundsen und Nansen
Skansen - historisches Viertel
Oldtimerparade - fast einen Kilometer lang reiht sich ein historisches Auto ans andere. Offensichtlich lieben die Norweger wie ihre schwedischen Nachbarn alte Autos.
Schöne Fassade an einer Schule in Tromsø. Über die Verkehrssicherung an dieser Schule kann ich als Deutscher nur staunen. Hier ist die Straße komplett unterführt und an den Seiten eingegrenzt, so dass die Schülerinnen und Schüler gezwungen sind die Unterführung zu benutzen. Es ist der kürzester und sicherste Weg auf die andere Straßenseite. Kein Gerenne und Geschubse führt an dieser Straße dazu, dass jemand angefahren wird. In Deutschland würde man so etwas nicht bauen, weil es viel zu teuer ist. Den Norwegern ist die Gesundheit ihrer Kinder und die Zukunft des Landes so viel wert! Welch ein anderes Denken. Dabei gibt es hier viel weniger Schülerinnen und Schüler als bei uns. Über die Verkehrsplanung, Städtplanung, den Umgang der Verkehrsteilnehmer miteinander ließe sich noch viel Positives von unseren skandinavischen Nachbarn lernen. Der Umgang der Verkehrsteilnehmer miteinander ist gut mit Rücksichtnahme und gegenseitigen Respekt zu beschreiben.
Teil 2 Hier oben ist es ganz schön. Man hat einen guten Blick auf die Berge. Aber es ist nicht still, denn es gibt hier viele Vögel, besonders Möven, und die machen einen ziemlichen Rabatz. Ein Blick zum Himmel zeigt mir, dass die Wolken das Blau des Himmels verdrängt haben. Komisch, denn der Wetterbericht sagte doch, dass es heute sonnig sein soll und die Regenwahrscheinlichkeit bei 0 % liegt. Kaum fotografiere ich eine Möwe, die sich auf einem Felsen postiert hat, schon fängt es an zu tröpfeln, hört aber schnell wieder auf. Glück gehabt.
2. Juli 2016 Teil 1 Ein bisschen will ich schon die Insel auf der Tromsø liegt erkunden. Ein Blick auf die Karte zeigt mir, in der Mitte gibt es einen kleinen See, Prestvannet. Da er auch auf halben Weg zum Flughafen liegt und die Insel sich in der Mitte erhebt ist dies eine gute Möglichkeit zu erkunden, ob ich den kürzesten Weg mit dem Fahrrad zum Flughafen nehme oder den weiteren Weg entlang der Küste. Auf dem ersten Kilometer geht es ziemlich steil bergauf, so dass eigentlich schon die Entscheidung für Montagmorgen gefallen ist. Mit meinem ganzen Gepäck werde ich mich nicht hier hoch quälen, dann fahre ich lieber ein halbes Stündchen den strandvegen lang und komme entspannt am Flughafen an. Kaum erreiche ich den kleinen Wald, der den See umgibt, schon werde ich wieder von lästigen Fliegen umringt. Zum Glück kommt ein leichter Wind auf, so dass sie bald verschwinden.
Kleine Wanderung zum Prestvannet, einem See in der Mitte der Insel.
Es ist nie zu spät seinem Leben eine andere Richtung zu geben.

1 July 2016

Teil 4 Tromsø ist beschaulich und überschaubar, trotz seiner 72.000 Einwohner, hat aber ein angenehmes Flair mit alten Häusern, Cafés und Restaurants, ja sogar Straßenmusiker, die sich das Geld für ein Bier zusammensingen. Tromsø ist die nördlichste Universitätsstadt, hat die drittgrößte Uni Norwegens mit 15.500 Studierenden und das spürt man, den es sind viele junge Leute hier. Mein Hotel liegt mitten in der Stadt, das Zimmer ungefähr viermal so groß wie mein Zelt (8 qm2), gut zum Eingewöhnen, aber angenehm und für einen Camper reinster Luxus mit Bett und Bad, Stromanschluss und Fernseher (9 norwegische Programme und 1 englisches). 😜 Es gibt sogar einen Minischreibtisch und einen Stuhl. Wie gut, dass ich meinen eigenen Sessel immer dabei habe.
Rundgang durch Skansen und dem Hafen, vorbei am Polarmuseum mit der Büste des Polarforschers Roalt Amundsen
Gut, dass der ausgestopft ist!
Die Domkirche in Tromsø, aus Holz, gebaut 1861, natürlich die nördlichste der Welt. War leider heute geschlossen, ist ja auch evangelisch 😉.
Und jetzt weiß ich auch woher der Krach heute Nacht kam. 700 m vom Campingplatz entfernt steht eine Kirmes. In Scandinavien nennt man das Tivoli.
Teil 3 Das war die letzte Nacht im Zelt! Heute ziehe ich ins Smarthotel nach Tromsø um. Der nächste Schritt langsam zurück in die Zivilisation. Wehmut und Vorfreude. Das Schlafen im Zelt ist für mich kein Problem gewesen. Das Zelt hat sich etwas heimeliges, denn egal wo ich es aufschlage und einrichte, wenn ich drin bin ist es überall gleich. Das ist ein Stück Zuhause in der Ferne. Heute Morgen nun habe ich meine ganze Campingausrüstung auf kleines Packmass zusammen geräumt. Es ist dann erstaunlich, was in eine knapp 50l Reisetasche paßt: Zelt, Schlafsack, Inlet, Luftmatratze, Trekker Chair (macht aus LuMa eine Sitzgelegenheit), Helinox Campingsessel, Erste-Hilfe-Set, 5 l Wassersack, Wasserfiltersystem, komplettes Regenzeug, bestehend aus Helmüberzug, Hose, Jacke, Überschuhe und Ponscho. Ich kann es selbst kaum glauben, aber offensichtlich bin ein ein Einpackungskünstler 😊. Na ja, für Flugzeug muss ich ja auch aus meinen fünf Taschen zwei Gepäckstücke plus Handgepäck machen.
Teil 2 Die Uhrzeit spielt hier irgendwie keine Rolle. Da sitzen die Menschen gegen Mitternacht in ihrem Campingstühlen vor ihrem Wohnmobil, unterhalten sich, essen und trinken und genießen die Sonne, als sei es Nachmittag. Ich kann immer nur stauen, wenn zu nachtschlafender Zeit die Sonne scheint. Es ist kein Dämmerlicht, es ist hell und die Sonne steht über dem Horizont. Leider bin ich zu schläfrig, um nach dem Gang zum Sanitätsgebäude mich noch aufzuraffen, um dieses Naturschauspiel zu digitalisieren! Ich habe noch dreimal die Gelegenheit dazu, wenn es das Wetter zulässt.
1. Juli 2016 Teil 1 In Norwegen haben wohl die Sommerferien begonnen, denn das Durchschnittsalter auf dem Campingplatz in Tromsø sinkt täglich spürbar. Fünf Wochen lang hatte ich hauptsächlich die Rentnergeneration um mich, ab und da mal eine Familie mit einem nicht schulpflichtigen Kind, oder Individualreisende aus der mittleren Generation. Jetzt aber viele Jugendliche und Familien. In der vergangenen Nacht, also nach 22:00 Uhr, kamen mindestens noch zwei Familien mit ihren Familienzelten an und schlugen diese Zelte in unmittelbarer Nähe meines Zeltes auf. Das geschah natürlich nicht geräuschlos, denn draußen war sehr taghell.
Diese Rabenvögel, offensichtlich Krähen, haben mich über fünf Wochen Scandinavien (vor 5 Wochen bin ich in Schweden angekommen) begleitet. Diese graue Variante hab ich bisher nur im Norden gesehen.

30 June 2016

Teil 3 Ein schöner, warmer, sonniger Tag heute, mit einer schönen Wanderung hinauf auf den Hausberg, von dem man einen tollen Überblick über die Stadt hat. Nach der Wanderung habe ich noch die Eismeerkathedrale besucht, die eigentlich keine Kathedrale ist, weil keine Bischofskirche, aber trotzdem Wahrzeichen der Stadt Tromsø. Eigentlich besteht die Kirche nur aus Dachschrägen, die bis zum Boden reichen. Das verleiht dem sakralen Gebäude diese einzigartige Architektur, von Außen sieht das dann wie Eisplatten aus. An der Chorseite ist ein 140 qm2 großes Buntglasfenster, eines der größten in ganz Europa. Es zeigt "die Wiederkehr Jesu". Und dann war in der Kirche noch eine nette Ausstellung von einer Künstlerin aus Tromsø, die Bilder von den Kirchen der Stadt zeigte. Es war schön ruhig in der Kirche, denn heute hatte kein Kreuzfahrtschiff angelegt und so konnte ich in Ruhe in der Kirche sitzen und den Raum auf mich wirken lassen. Das tat richtig gut.
Schattiges Plätzchen am Fluss, der mitten durch den Campingplatz fließt. Um diesen schönen, sonnigen Tag zu genießen, brauche ich nur die Abwesenheit von Fliegen und Mücken.
Schöne Ausstellung in der Kirche
Eismeerkatedrale, innen
Teil 2 Das war ein schöner Aufstieg und mal was anderes wieder zu Fuß unterwegs zu sein. Zunächst ging es einen schmalen Pfad durch den Wald, über Bäche und an Schneefeldern vorbei. Herrliche Ruhe, noch keine Touristen, denn die Seilbahn fährt noch nicht so früh. Eine Joggerin (!) und zwei ältere Wandererinnen sind mit mit unterwegs. Eigentlich habe ich nicht vor noch auf den Gipfel zu steigen, doch dann gehe ich los und bin schon auf dem Weg. Nochmals gut 200 Höhenmeter. Ich hab zwar nicht die optimale Ausrüstung mit Rad-Trecking-Schuhen und der Fahrradtasche, aber die Schuhe haben erstaunlich guten Halt im Gelände. Man muss zeitweise ganz schön klettern. Der Weg zum Gipfel ist mit roten Orientierungspfälen markiert. Störend mal wieder die unzähligen Fliegen, die mich malträtieren. So muss ich meine Jacke wieder überziehen. Trotzdem eine schöne Wanderung!
Schön hier oben!
Aufstieg zum Fjellheisengipfel auf 650 m
Ausblicke über Tromsø bei Postkartenwetter
Aufstieg zur Fjellheisen Bergstation auf 430 m
30. Juni 2016 Teil 1 Der Morgen zeigt sich von seiner strahlenden Seite. Blauer Himmel, wenige Wolken. Der richtige Tag um zu wandern. Deswegen geht es jetzt auf den Aussichtsberg über der Stadt, circa 400 m hoch. Eine Seilbahn für hinauf, aber ich werde das schon noch zu Fuß schaffen. Immerhin habe ich schon die ersten 100 Höhenmeter hinter mir und kann schon auf die große Brücke und die Eismeerkathedrale blicken. Dahinter zeigen sich bereits die Berge auf den vorgelagerten Inseln. Schön hier!

29 June 2016

Von da oben hat man einen guten Blick auf die Stadt. Steht für morgen auf dem Programm. Heute ist ein Zeroday!
Brücke von Tromsø mit Eismeerkathedrale, noch bei grauem Himmel ☁️
Teil 2 Völlig anders hier einige Hiker und Biker. Da gibt es immer wieder Aussteiger, wie Jörg aus der Schweiz. Er ist schätzungsweise Anfang Vierzig, hat seinen Job gekündigt, reist nun und lebt sparsam. Im letzten Jahr war er sechs Monate unterwegs, in diesem ist er seit 2,5 Monaten unterwegs. Jörg ist mit dem Fahrrad gekommen, übernachtet nur ab und an auf dem Campingplatz und versucht seinen Kalorienbedarf durch "aussortierte Ware" der Supermärkte zum Nulltarif zu stillen. Er hat kein konkretes Ziel, steuert Nationalparks an, wandert in die Berge. Absoluter Kontrast zu der Kreuzschifffahreren. So unterschiedlich kann das Reisen sein. Jörg will nicht mehr arbeiten, er hat zwar keine Million, wie er sagt, aber bei seinem Lebensstil kann er noch Jahre reisen. Er will so um die ganze Welt.
29. Juni 2016 Teil 1 Tromsø ist ein Zentrum im hohen Norden. Da merkt man schon auf dem Campingplatz. Ein riesiges Ding mit unzähligen Wohnmobilen, mietbaren Hütten und Ferienhäusern der unterschiedlichen Kategorien. Wer schon so weit in den Norden reist, lässt Tromsø nicht aus. So auch gestern an der Eismeerkatedrale gleich die erste Begegnung mit zwei Busladungen von Hop-on-Hop-off-Touristen der schwimmenden Hotelketten, die die Kathedrale in Eile erstürmten, damit sie bei dem kurzen Aufenthalt möglichst alle Sehenswürdigkeiten besuchen können.
Waschtag

28 June 2016

Zeltplatz im Wald, aber nicht einsam, um mich herum 15 andere. Eine Wiese als Untergrund ist bequemer als das Wurzelgeflecht der Bäume. Eine halbwegs ebene Stelle zu finden ist nicht so einfach.
Teil 3 Dann werde ich mein Equipment in Ordnung bringen und erste Vorbereitungen für den Rückflug unternehmen. Am Freitag ziehe ich dann um ins Smarthotel und werde den nächsten Schritt in die Zivilisation unternehmen.
Teil 2 So, jetzt bin ich in Tromsø angekommen, das Ziel meiner Reise. Da ich etwas zu früh hier bin, kann ich die Reise langsam ausklingen lassen, mich an die Zivilisation gewöhnen. Auf dem Weg hierher musste ich leider ein ganzes Stück über die enge, vielbefahrenen E8 fahren, das war ein Stück Zivilisation auf das ich gut verzichten kann. Vorher war es noch einmal ein ruhiges Radeln über die Landstraße. Es ging zwar durch das Tal des Breivikelva, aber Tal bedeutete nicht flach wie Ostfriesland, sondern wellig mit Anstiegen bis zu 80 m. Ich bin schon froh, dass ich in dieser Woche nur noch kürzere Etappen hatte, mir fehlte zum Ende hin doch etwas die Kraft. Die ersten vier Wochen mit über 3000 km bis zum Nordkap haben an den Kräften gezerrt. Deswegen ist es gut, dass jetzt Regeneration angesagt ist. Morgen ist ein Regentag und deswegen bin ich ja schon hier auf dem Campingplatz mit vernünftiger Infrastruktur. Für 8 Uhr habe ich Waschmaschine und Trockner gebucht. 😆
Blick über die Stadt
Frühling in Tromsø
Eismeerkathedrale
Blue line - noch vom Tromsø Midnight Sun Marathon am 18. Juni. Damit die Marathonläufer sich nicht verkaufen und das Ziel erreichen. 🏃🏻🏁 Schon der dritte Marathon, dem ich auf meiner Reise begegnet bin. Sind schon echt sportlich und fit die Skandinavier.
Tromsø mit Hurtigrute erreicht 😅 Kreuzfahrtschiff war natürlich schon da ⛴!
3500 - viel mehr werden es nicht, höchstens noch 100. Reicht auch!
Auf der alten Straße am Meer Richtung Tromsø
Radarantenne der Uni Tromsø zur Erforschung der Atmosphäre
Radeln durch das Tal des Breivikelva.
Na, wenn ich das gestern gewußt hätte!
Ein letzter Blick auf die Berge am Kjosenfjord
Letzter Blick von meiner Übernachtungstelle. Könnte idyllisch sein, wenn hier nicht auch die 1000000 Fliegen wohnen würden. 😬
29. Juni 2016 Teil 1 Na, das war ein Start in den Tag. Ich glaubte heute Nacht nicht richtig zu hören, als der Regen gegen mein Zelt prasselte. Das passt du doch überhaupt nicht zu allen Wetterberichten, die ich gelesen habe. So ist das dann. Auch wenn die Regenwahrscheinlichkeit bei 5 oder vielleicht 10 % liegt, habe ich das Glück den Regen zu erwischen. So habe ich es heute Morgen ruhig angehen lassen und alles im Zelt erledigt. Das ist natürlich viel schwieriger, als wenn man einen Sanitärgebäude und eine Küche auf einem Campingplatz zur Verfügung hat. Man räumt von rechts nach links, die eine Tasche aus und die nächste wieder ein. Zum Glück hörte es gegen 8:00 Uhr auf zu regnen, so dass ich wenigstens im Trockenen mein nasses Zelt abbauen konnte. Jetzt muss ich nur so rechtzeitig am Campingplatz in Tromsø sein, damit mein Zelt da vor dem nächsten Regen trocknen kann. So ist das, wenn draußen zu Hause ist. Jetzt aber mal los!
So, frühstück ist fertig! Platz ist auch im kleinsten Zelt. Geht doch! Was gibt's denn heute? Im Müsli Apfel und Kiwi mit Trockenmilch und Wasser, frisch gebrüteten Kaffee, Brot, Leber- Pastete, Käse und Schoko-Cream. Ganz ehrlich, so schlecht ist das nicht. O. k., ich esse das jetzt nicht alles, sondern das Brot ist unterwegs und das große Brot reicht für 2 Tage.
Bewölkt bei 16° sagen alle Wetter-Apps, Regenrisiko von 10-25 %, aber hier regnet es seit Stunden. Nun denn, machen wir es uns im Zelt gemütlich und warten ab.😬

27 June 2016

Teil 5 Also habe ich schnell mein Zelt aufgeschlagen und bin reingekrabbelt. Zum Glück kann ich mein Zelt ja quasi als Kabrio aufbauen, so dass ich noch etwas von der schönen Landschaft um mich herum mitbekomme. Alles andere habe ich im Zelt erledigt, so hatte ich wenigstens Ruhe vor den Plagegeistern. Mittlerweile haben auch andere diesen Platz entdeckt, eine Familie mit einem Kleinkind grillt 100 m weiter und einem Wohnmobil hat sich auch platziert. So einsam ist man also beim Wildcampen gar nicht, vor allem, wenn es nicht ganz so viele Möglichkeiten gibt.
Teil 4 Da es auf Iddonjargga keinen Campingplatz gibt, musste ich mir selber einen suchen. Das gestaltete sich schwieriger als ich dachte. Die Landstraße 91 geht am Fuße der hohen Berge entlang auf der anderen Seite fällt das Gelände meist steil ab zum Fjord. Nach einigem Suchen fand ich eine geeignete Stelle, die aber mit dem Fahrrad nicht zu erreichen war. Nachdem ich meine Packtaschen circa 100 m kletternderweise die Felsen hinunter gebracht habe, habe ich mich auf den Weg gemacht Wasser zu suchen. Nach ca 400 Meter fand ich einen Bergbach mit Trinkwasser und (!) gegenüber zum Meer hin eine viel bessere Stelle zum Campen als die, die ich vorher gefunden habe. Also wieder zurück, die Felsen wieder runter klettern, Packtaschen holen, alles aufs Fahrrad laden und zu der neuen Campingstelle bringen. Leider umschwärmten mich wieder unzählige Stechfliegen, obwohl ich mich extra mit einem DEET Anti-Insektenmittel eingesprüht habe.
Teil 3 Die vorletzte Etappe meiner Reise war landschaftlich sehr beeindruckend. Zunächst ging es über Storslett zum Lyngenfjord. Da galt es wirklich noch einmal in die Berge zu klettern und das heißt hier von Meereshöhe diesmal auf 220 m, also 3 km Steigung bei 7 bis 8%. Nach knapp 10 Minuten ist man wieder unten. Der Blick ging dann gleich auf die Insel Iddonjargga. Gewaltige Felswände steigen aus dem Wasser und ragen an dieser Stelle gleich 1400 m hoch. Die Norweger nennen diese Insel auch Lyngsalpen. Es gibt hier auch alpine Pisten. Auf dem südlichen Teil der Insel ist der höchste Berg 1800 m hoch. Unter Bergsteigern gilt das Gebiet hier als schwierig. Mit der Fähre bin ich dann von Olderdalen nach Lyngseidet übergesetzt. Im Coop x-tra, der für norwegische Verhältnisse preiswert ist, hab ich Lebensmittel für die nächsten beiden Tage eingekauft und mir im kleinen Café einen Mittagskaffee gegönnt. Pause bei sommerlichen 24°. ☀️
Heute wird drinnen gegessen, weil die Fliegen so aufdringlich sind!
Blick aus meinem Zelt.
Auf der Fähre nach Lyngseidet
Am Wegesrand
Ein Blick auf die Insel Iddonjargga. Die Berge erheben sich auf 1400m aus dem Fjord. Weiter westlich sogar auf 1600 m.
Der Löwenzahl blüht immer noch
Der letzte Blick von einer erklommenen Höhe
Auf halben Weg zum letzten Berg 🚵😅
Interessanter Berg
Tschüss Campingplatz Fosselv
Teil 2 Die letzte Woche bricht an, heute bin ich fünf Wochen unterwegs. Das Ziel Tromsø ist nur noch 150 km entfernt. Eigentlich wollte ich mir für die Strecke drei Tage Zeit lassen, aber für Mittwoch ist Regen angesagt ist und da ist es dann besser, wenn ich in Tromsø schon auf dem Campingplatz bin. So werde ich die 150 km in zwei Etappen zurücklegen. Leider gibt es auf den letzten 100 km bis Tromsö keinen Campingplatz, deswegen werde ich heute Abend noch einmal vom "Jedermannsrecht" Gebrauch machen. Es geht nach 70 km mit der Fähre auf eine Insel und dort werde ich mir ein lauschiges Plätzchen suchen, wenn sich nicht noch eine andere Möglichkeit ergibt. Manchmal wird man ja überrascht.
27. Juni 2016 Teil 1 Ich habe sie gesehen! Als ich heute Nacht um 0:30 Uhr einmal das Zelt verlassen musste war es taghell, aber da zum ersten Mal seit mehr als einer Woche die Sonne schien, schien sie auch nachts. Ich habe sie über dem Horizont gesehen, die Mitternachtsonne. Kaum zu glauben. Es ist mitten in der Nacht, es ist taghell, die Sonne scheint. Auch wenn man weiß, dass es so ist, wenn man hier hochfährt, dann ist es doch ein beeindruckendes Naturschauspiel. Aber irgendwie war ich zu müde, um noch einmal ins Zelt zu krabbeln, damit ich mein iPhone holen konnte, um ein Foto zu schießen. So habe ich es mit dem Herzen fotografiert. ❤️📷

26 June 2016

Teil 3 Das war heute ein kurze Etappe von 45 km, aber hatte Vieles zu bieten. Es ist immer wieder beeindruckend diese Berge mit den Schneefeldern und im Hintergrund Gletscher zu sehen. Für mich als Mitteleuropäer ist gefühlt Sommer und dann immer wieder der Schnee, aber ich bin ja ziemlich weit im Norden. Die Südspitze Grönlands liegt südlicher und auf dem amerikanischen Kontinent wäre ich locker in Alaska, wo Permafrost herrscht. Dafür ist es hier, dank des Golfstromes, sehr warm. Heute ist der erste warme Tag seitdem ich in Norwegen bin. Ab Mittag hat die Sonne sich durchgesetzt bei 14 Grad. Heute Vormittag ging es ziemlich hoch auf 400 m und die Berge drumherum waren immer noch hoch, weit über 1000 m. Da quält man sich eine Stunde den Berg hoch und ist bei Tempo 50 km/h in 10 Minuten wieder auf Meereshöhe. Irre!
Schön hier rund um den Campingplatz in Fosselv.
Hier gibt es so viele großartige Momente, dass man eigentlich nur staunend und mit offenem Mund durch diese Landschaft fährt, aber aufgepasst dass man dabei nicht so viele Insekten verschluckt.
Ich bin schon auf 400 m und da geht es bis auf 1337 m hoch. Beeindruckend!
Kaffeepause in der Gildestua
In den Bergen, kalt und schön
Nach dem Aufstieg auf von 10 m auf 400 m, fast den höchsten Punkt erreicht, ein weiter Blick über die Fjordlandschaft. 😅
Fjord-Blicke
Heute gibt es mehr Kirchen als Einkaufsmöglichkeiten. Klar, ist ja auch Sonntag.
Am Sonntagmorgen um 10:00 Uhr, da fahren wir zur Kirche 😀⛪️.
Teil 2 Dann sprachen wir noch über den Gletscher, der ins Meer kalbt. Ich erzählte davon und zeigte ihnen auf der Karte, wo sie ihn finden können. Für mich lag der Gletscher leider zu abseits, aber mit dem Auto ist es kein Problem ihn zu erreichen. Als ich mein Zelt abbaute, kam Herr Kieling mit einer Dose Bier auf mich zu und überreichte sie mir als Dankeschön für das Gespräch und die wertvollen Tipps. Ich werde das Bier heute Abend in Ruhe genießen. So, jetzt geht es langsam weiter, aber ich werde heute nur ein paar Kilometer radeln bis zum nächsten Campingplatz. Das sind dann wohl nur 30 km heute. Bis Tromsø sind es nur noch knapp 200 und ich habe ja noch eine Woche Zeit. Ein paar Tage werde ich mir diese schöne Stadt anschauen und den Rückflug vorbereiten, aber vor Mittwoch brauche ich sicherlich nicht dort zu sein. Mal schauen, wie es mit der Langsamkeit bei mir klappt. Vielleicht sollte ich zwischendurch mal schieben. Ach ne, das ist mir zu anstrengend. 😅
26. Juni 2016 Teil 1 Heute komme ich erst spät los. Das hat auch seinen Grund. Ich habe mich in der Küche verquatscht mit einem Ehepaar aus Gießen, dass mit ihrem Auto unterwegs ist. Zunächst das übliche mit dem woher und wohin und dann mit dem warum. So kamen wir schnell zu meiner Geschichte und die beiden waren sehr aufmerksam. Er, Ende 60 mit Übergewicht hatte großes Interesse an Fragen von Gewichtsreduktion, Ernährung und Bewegung. Ich kenne das ja, wenn die Leute hören, dass ich 65 Kilo verloren habe, werden sie neugierig, vor allem, wenn sie selbst Probleme mit dem Gewicht haben.
Der Himmel noch grau, aber kein Regen mehr. Ich warte auf den Sonnenschein und etwas Wärme.
Ein nettes Geschenk, dass ich heute Abend in Ruhe genießen werde.

25 June 2016

Teil 6 Kurz vor dem Campingplatz hab ich noch ein belgisches Pärchen getroffen, das auf dem Weg zum Nordkap ist. Wir haben über die Strecke ausgetauscht und ich konnte Ihnen dann erzählen, was sie auf dem weiteren Weg zum Kap noch erwartet. Schon komisch, plötzlich ist man anderen eine Erfahrung voraus.
Teil 5 Heute Nachmittag war es nicht mehr ganz so spektakulär. Aber immer wieder der weite Blick auf die wirklich hohen Berge, die weit über 1000 m hoch sind und dann direkt am Meer liegen. So eine Fahrt an den Fjorden lang bedeutet auch immer wieder über Berge zu fahren, die zwischen den Fjorden liegen. Da muss man ruckzuck mal von null auf 280 m hoch. So war es heute Nachmittag. Nicht, dass der Aufstieg mit 8-10 % Steigung nicht schwer genug ist, nein, ein Schwarm Fliegen meinte sich auf meinem Gesicht niederlassen zu können. Da pustet man nicht so sehr, weil einem der Atem fehlt, sondern um diese Insekten zu vertreiben, denn bei dem starken Aufstieg muss man beide Hände am Lenker gaben. Als Belohnung für den 5 km langen Aufstieg, gab es dann auch eine tolle Abfahrt, ebenfalls über 5 km.
Das da drüben ist der Kvænangstin und hat 1175 Meter Höhe. Sieht alles schon ein bisschen alpin aus.
Teil 4 Die Fahrt am Fjord war sehr beeindruckend. Ich kam kaum vorwärts, weil ich jeden Kilometer mindestens einmal anhalten musste, um zu fotografieren. 🏔📷 Die Berge auf beiden Seiten des Fjordes gingen steil nach oben, die Höhen waren in Wolken gehüllt, sie hingen bei ca . 200 - 300 Metern. Die höchsten Erhebungen liegen bei knapp 1000 m. Auf der gegenüberliegenden Seite des Fjordes konnte man zwischen den Wolken einen Gletscher erkennen. Beeindruckend! In den Buchten immer wieder kleine Häuser, Boote und Lachsfarmen, ganz selten kam ein Auto. Ein Pärchen aus Esslingen habe ich getroffen, die auch am Fjord übernachtet haben. Sie waren auch ganz beeindruckt von dieser schönen Landschaft.
Teil 3 Jetzt hätte ich eigentlich schon mein Tagesziel erreicht, aber es besteht keine Möglichkeit zum Einkaufen. Dazu muss ich auf jedem Fall nach Burfjord und das ist schon fast die Hälfte zum nächsten Campingplatz in Sekkemo. Also nehm' ich den und bin wieder in meiner ursprünglichen Routenplanung. Dann fahr ich heute 73 km, kein Problem. Die nächsten Etappen muss ich dann irgendwie verkürzen, sonst bin ich viel zu früh in Tromsø.
Mittagspause!
Beeindruckende Fahrt am Fjord
Teil 2 Hier am Fjord herrscht eine Ruhe, die ich in den letzten Tagen, als es dem Nordkap zuging, vermisst habe. Je näher man zum Nordkap kam, umso größer wurde der Rummel. Massentourismus im hohen Norden: Kreuzfahrtschiffe, Reisebusse, Wohnmobile, PKWs, Motorräder und Radreisende strebten dem Nordkap zu. Kaum zu glauben, wie einsam es eigentlich im hohen Norden ist und wie wenig Menschen hier leben. Hier am Fjord spürt man das in ganz anderer Weise. Nun geht es den Fjord entlang, heute nur eine kürzere Tour von gut 50 km bis zum nächsten Campingplatz in Alteidet. Der Stress mit den vielen Kilometern der letzten vier Wochen ist vorbei. Jetzt fehlt nur noch etwas Sonne und steigende Temperaturen. Outdoormensch, was willst du mehr?
25. Juni 2016 Teil 1 Eine besondere Atmosphäre hier am Fjord. Um mich herum Berge von Wolken eingehüllt und wenn die Wolken etwas nach oben ziehen, sieht man überall die Schneefelder. Hier am Øksfjord soll es eine Gletscher geben, der direkt ins Meer kalbt. Vielleicht habe ich auf meiner Fahrt entlang des Fjordes noch die Möglichkeit ihn zu sehen. Das wäre schon ein besonderes Erlebnis. Gestern Nachmittag bin ich im Regen hier angekommen und habe es mir dann im Zelt, so weit wie möglich, gemütlich gemacht. Zum Glück kann ich meine Luftmatratze mit einer besonderen Konstruktion in einen Sessel verwandeln. So konnte ich bequem im Zelt sitzen, mein Abendessen zubereiten, kochen und abwaschen. Über mir prasselte der Regen gegen die Zeltewand.
Eine besondere Atmosphäre hier am Fjord, kaum zu beschreiben, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.
Frühstück am Øksfjord bei 9°, gefühlte 3°.

24 June 2016

Wow! Wenn die Wolken aufsteigen ...
Am Fjord nach dem Regen
Essen ist fertig
Teil 5 Wie zuverlässig sind eigentlich Wetter-Apps? Je nachdem, was man vorhabt, schaut man mehr oder weniger hinein. Wenn man so wie ich, mit dem Fahrrad unterwegs ist und das Wetter unmittelbar zu spüren bekommt, schaut man häufiger hinein. Nun habe ich verschiedene Wetter-Apps und alle prognostizierten für heute Nachmittag Wolken, aber keinen Regen nach 16 Uhr. Und was war, als ich gegen 16:00 Uhr das Schiff verließ? Es nieselt zunächst, verwandelte sich dann aber in einen schönen Regen! Leider gibt es hier kein Campingplatz und das einzige Hotel ist ausgebucht! Macht nix, ich hab ja mein Zelt. 🏕 Im Ort habe ich mir schnell meinen Wassersack mit 5 l Trinkwasser gefüllt und kurz vor dem Hafen einen Rastplatz gefunden, auf dem ich mein Zelt aufschlagen konnte. Wenn es aufhört zu regnen, habe ich sogar eine Bank und einen Tisch! Ansonsten muss ich im Zelt kochen. Hatte ich auch noch nicht! Es wird nicht langweilig.
Blick aus meinem Zelt im Regen auf Fahrrad und Fjord. Das Fahrrad ist deutlicher zu erkennen als der Fjord 😉
Teil 4 Na, das wird ja noch spannend heute. In Øksfjord gibt es keinen Campingplatz, da hab ich mich vertan, es gibt zwar einen, der so heißt, aber liegt an einer ganz anderen Stelle des Fjords. Es bestehen also drei Alternativen: 1. Ich fahre zum nächsten Campingplatz in gut 50 km Entfernung (4 Stunden Reisezeit) 2. Ich finde eine Unterkunft in Øksfjord. 3. ich besorge mir Wasser und suche mir ein lauschiges Plätzchen für mein Zelt.
Aus blau wird grau ... vielleicht auch wieder blau? Heute wohl nicht mehr.
Lunchtime mit Kakao, Milch und Brot auf dem verwaisten Schiff. Die Passagiere sind an Land, um Hammerfest zu erkunden. Ich genieße die Ruhe.
Mit der Hurtigroute nach Øksfjord.
Tschüss Hammerfest
Teil 3 Ich erzählte ihm von meiner eigenen Geschichte, dass ich vor 16 Jahren noch 65 Kilo mehr gewogen habe, in einer Talkshow einen 30-jährigen erlebte, der sich mit Übergewicht fragte, ob Fernsehen gucken und Chips essen alles sei und dann auf die Idee kam zum Nordkap zu fahren. Seitdem war für mich, der ich stark übergewichtig war, dies immer eine Art Symbol für ein anderes Leben. Seitdem hat sich ja in meinem Leben auch Vieles verändert und ich wollte diesen Traum leben, bevor ich ihn aus Alters- und/oder Gesungheitsgründen nicht mehr leben kann. Jetzt ist das auch schon fast Geschichte, aber nicht schlimm, weil sich für mich damit keine großen Veränderungen ergeben werden.
Blick vom Campingplatz Richtung Hammerfest
Teil 2 Danach komme ich noch mit einem Österreicher ins Gespräch, der in der kleinen Küche darauf wartete, dass er seinen Abwasch tätigen konnte. Interessanterweise spülen auf den Campingplätzen meistens die Männer! 😬. Ein agiler Rentner, Anfang 60. Wir unterhalten uns über die Radreise und er zollt mir immer wieder Respekt vor dieser Leistung, die ich selber gar nicht so empfinde. Wir sprechen über Motivation für so ein Unternehmen und er erzählt mir von seiner Alpenwanderung, die er mit Familie und Freunden zum 60. Geburtstag unternommen hat, von der Herausforderung, den Strapazen und dem Glücksgefühl, dass er empfunden hat, als er das Ziel erreichte.
24. Juni 2016 Teil 1 Nach der kurzen Stadtbesichtigung gestern Mittag erlebte ich eigentlich den Rest des Tages Hammerfest im Regen. Eine kurze Pause im Nieselregen habe ich genutzt um mein Zelt aufzubauen. Kein Wind, aber Regen, man kann nicht alles haben!Für den gestrigen Tag war es ganz o. k., denn nach den Ereignissen der vorherigen Nacht konnte ich diesen Tag gut gebrauchen, um mein Schlafdefizit auszugleichen. Die Gäste des Campingplatzes waren zu 90 % deutschsprachig, aber nicht alle deutsch. Ein längeres Gespräch hatte ich mit einem älteren Dänen, der seit 40 Jahren mit einer deutschen verheiratet ist. Die Dänen sind schon ein nettes Völkchen, das muss ich immer wieder feststellen. Sie sind viel lockerer als wir Deutschen und ihre Freundlichkeit ist wirklich ansteckend. Dieser Däne war Fuhrunternehmer, viel auch in Deutschland unterwegs, kannte sogar Siegen, und wir unterhielten uns über Dänemark, die deutsche Autofahrermentalität und die Reise zum Nordkap.

23 June 2016

Eigentlich sind Rentiere scheue Tiere, die schnell das Weite suchen, wenn Menschen sich ihnen nähern. Dieser Kerl in der Nähe des Campingplatzes von Hammerfest, ist aber so sehr an die Menschen gewöhnt, dass es ihm überhaupt nichts ausmacht, wenn man sich ihm auf wenige Meter näher. Kommt man zu nah, dann entfernt er sich einfach und frisst in 5 Metern weiter.
Der Eisbär ist das Wahrzeichen von Hammerfest, dabei gibt es hier keine Eisbären und gab es hier auch noch keine Eisbären. Aber Hammerfest versteht sich auch als Tor zum Eismeer.
Teil 3 Auf der MS Vesterålen habe ich erstmal am Frühstücksbüffet meine Eiweißdefizite mit Lacks, Eiern, Johurt und Käse aufgefüllt. Meine Geschmacksnerven waren ganz erstaunt, was es aus Müsli, Brot, Käse und Erdnussbutter alles gibt. Und ich war ganz erstaunt, was ich alles essen kann ohne zu platzen! Bei den Lebensmittelpreisen hier habe ich mir doch für 165 Kronen einen ganz ordentlichen Gegenwert einverleibt. Die nächsten Mahlzeiten kann ich auslassen. Das Schiff schaukelt gemächlich durch die Fjordlandschaft, so dass ich fast in den Schlaf gewiegt werden, aber einschlafen gilt nicht, sonst bin plötzlich wer weiß wo.
Fjordlandschaft in grau
Teil 2 Start in den Tag. Um 4:00 Uhr ging bereits der Wecker, weil ich die Strecke von Honningsvåg nicht wieder zurück durch die Tunnel und über das Fjell fahren wollte. Als Alternative fahre ich zunächst einmal mit dem Schiff nach Hammerfest und verbringen dort einen Tag. Nach den vielen anstrengenden Kilometern und dem sehr unbeständigen Wetter der vergangenen Woche, lasse ich es jetzt ganz ruhig angehen. Dazu passt so eine Schifffahrt mit der Hurtigrute ganz gut. ⛴ Das Wetter am Morgen hatte schon wieder alles zu bieten. Nachdem der Sturm nachgelassen hatte, setzte der Regen ein. Als ich im Hafen auf das Schiff wartete war ein schöner Regenbogen zu sehen. Gleich darauf fing es wieder an zu regnen. Das Wetter ist hier oben wirklich sehr unbeständig. Ich hoffe, dass es nun etwas weiter südlich besser wird.
23. Juni 2016 Teil 1 So einen Sturm hatte ich bisher noch nicht erlebt. Leider hat der Sturm einen Eingang meines Zeltes zerstört, so dass ich gestern Abend im Sturm das Zelt noch abbauen musste. Auf dem Campingplatz war keine Hütte mehr frei. So bestand nur die Möglichkeit in der Küche zu übernachten, aber die war voll von Leuten, die sich dort aufhielten. Schöne Perspektive. Glücklicherweise sagte dann kurzfristig ein Gast sein Zimmer ab, so dass ich am Abend noch ein Zimmer mieten konnte. Da habe ich dann erst einmal mein Zelt repariert, damit ich auch in den kommenden Tagen noch eine Behausung habe. Ereignisreicher Tag gestern.
Auf nach Hammerfest
Abschied von Honningsvåg

22 June 2016

Teil 6 Wie gut, dass ich heute Morgen zum Nordkap gefahren bin. Was ich als ordentlichen Westwind empfunden habe war ein laues Lüftchen im Vergleich zu dem Sturm, der jetzt herrscht. Ich musste schon das Zelt umsetzen, weil die Böen so heftig waren, dass es niedergedrückt wurde. Ich hoffe, dass es den Sturm übersteht! Aber solange ich drinsitze kann es wenigstens nicht wegfliegen, denn dafür bin zu schwer, hoffe ich! 😬
Teil 5 Der Aufstieg zum Nordkap ist nicht ohne. Fast 850 Aufstiegsmeter waren auf dem Hinweg zu überwinden und selbstverständlich auf dem Rückweg auch. Es ging rauf und runter und kurz vor dem Ziel, wenn man denkt "jetzt bin ich oben", geht es noch mal 100 m runter und wieder rauf. Wie gut, wenn man das vorher weiß! Der Wind kam stark aus dem Westen und der Hinweg führte auch ein ganzes Stück in westlicher Richtung. Auf dem Rückweg war das ein Vorteil. als ich mich auf dem Rückweg befand, zog sich der Himmel plötzlich zu und ich befand mich mitten in den Wolken. Das War Fahren im Nebel! Wann sah von der Landschaft nichts mehr. Erst nach einem Abstieg von gut 200 m nahm die Kälte ab und die Sicht zu. Kurz vor der Abfahrt zum Campingplatz fuhr ich auf 250 m Höhe in eine Regenwolke. So schnell ändert sich das Wetter hier oben. Genug für heute, jetzt entspannen und morgen geht's weiter.
Teil 4 Geschafft! Nun habe ich das Nordkap mit Muskelkraft erreicht. Das war nicht so dramatisch wie der Zieleinlauf eines Marathons. Ist aber auch nicht schlimm. Der nette junge Mann im Kassenhäuschen des Parkplatzes beglückwünschte mich und überreichte mir einen kleinen Prospekt zum Nordkap. "Congratulations! Enjoy the cap!" Viele motorisierte Touristen, die mir entgegen kamen, kundeten mir mit 👍 ihren Respekt. Das finde ich nett. Plötzlich ist man da und steht vor dem großen Globus, den man schon zigmal auf Fotos gesehen hat.
Auf dem Rückweg vom Kap
Ausblicke
Unterschätze nie einen alten Mann mit Fahrrad 🚵🏁😉
Angekommen
Auf dem Weg zum Kap, oberhalb der Baumgrenze
Teil 3 Noch ein kleiner Nachtrag zu meinen Tunneldurchfahrten gestern. Das ist schon ein besonderes Erlebnis, wenn man mit dem Fahrrad kilometerlang durch eine Röhre fährt. Drei lange Tunnel hatte ich der erste der 3 km, der zweite 7 km und der dritte 4,4 km. In den Tunneln herrscht ein ohrenbetäubender Lärm, wenn man in die Nähe der Turbinen gerät, die frische Luft in die Röhre blasen. Der Nordkap-Tunnel ist nun etwas ganz besonderes, weil er ja bis auf 212 m unter den Meeresspiegel führt, d.h., ich bin mit über 50 km/h den ersten Teil des Tunnels hinuntergebrettert, und hinterher fast 3 km wieder mit 9 % Steigung hinauf gefahren. Dadurch, dass es im Tunnel ziemlich düster ist, hat man überhaupt keine Vorstellung von der Steigung. Man spürt, dass man im ersten Gang nur langsam vorwärts kommt, aber man sieht die Höhe nicht. Es ist wie ein Blindflug.
Teil 2 Heute nun zum Nordkap. Vom Campingplatz aus sind es noch ungefähr sieben und 27 km. Doch nach übereinstimmenden Berichten anderer Radreisender, haben es diese 27 km in sich. Es geht zweimal von Meereshöhe auf circa 300 m. In der vergangenen Woche erzählte mir jemand, dass er für diese 27 km sage und schreibe 3 Stunden benötigt hätte. Ich hoffe natürlich, dass es bei mir etwas schneller geht, zumal ich keinen Gegenwind haben werde, sondern nur Seitenwind aus Westen. Was das bedeutet werde ich dann nachher erfahren. 🙃
22. Juni 2016 Teil 1 Start in den Tag. Gestern hat sich das Wetter hier in North-Norwegen von seiner besten Seite gezeigt. Tagsüber Namen der Sonnenschein zu und ein leichter Süd Ost Wind hat mich gestern dem Nordkap Tunnel entgegen gepustet. Am Abend hat es sich dann zugezogen und in der Nacht fing es an zu regnen. Der Wind weht kräftig aus Westen und hat mich schon um 4:00 Uhr geweckt. Nun sitze ich noch früher als üblich in der Küche und frühstücke gemütlich mit meinem Müsli und einem ordentlichen Kaffee. Ok, ich bin ein Frühaufsteher, aber hier immer hell, also egal, wann man aufsteht und ins Bett geht. Das Wetter soll aber ganz gut werden. Am Vormittag soll sich sogar die Sonne sehen lassen. Es ist schon interessant wenn man die unterschiedlichen Wetter Apps miteinander vergleicht. Jede App hat im Detail eine etwas andere Prognose. Nun nehme ich das Beste für mich heraus und demnach hört der Regen so ab 6:00 Uhr auf und dann kann es für mich ab 7:00 Uhr losgehen.
Regen überm Campingplatz von Honningsvåg

21 June 2016

Teil 5 Beim Einkaufen traf ich dann noch auf zwei Radreisende aus Sachsen. Dem einen war ich schon zweimal begegnet, er war über Dänemark und Norwegen hierher gekommen, hatte ein selbst zusammengestelltes Rad und war total vollgepackt. Sein Rad hatte ein Roloff-Narbe! Wow! Er erzählte begeistert von Tromsø. Der zweite Sache kam schon vom Kap, war in Dresden vor 3,5 Wochen gestartet, über Finnland und Schweden gekommen und wartete auf den Bus mit dem er nach Alta wollte, von wo aus sein Flieger ging. Wir tauschten unsere Erfahrungen aus und fachsimpelten. Die beiden waren nett im Gegensatz zu dem Hanoveraner, der mir ein bisschen altklug und arrogant vorkam. Ansonsten hatte ich ausschließlich nette Begegnungen in Honningsvåg auf dem Campingplatz. Sehr international.
Teil 4 Heute ist mein Tag der Begegnungen. Nach der unliebsamen Frühstücksbekanntschaft am Morgen, kam mir ein Radreisender vom Nordkap entgegen. Der junge Mann kam aus Hannover startete heute Morgen am Nordkap, es war ja Mittsommer, und begegnete mir circa 100 km vom Nordkap entfernt um heute noch bis Alta zu fahren, also weitere 150 km. Er sah mein Gepäck und meinte, dass ich damit Gepäck Schwierigkeiten hätte durch den Nordkaptunnel zu kommen. Ein Blick auf sein Gepäck zeigte, dass er nur mit einer Tasche unterwegs war. Ich fragte ihn, ob das denn alles sei und er erwiderte, dass er ja deswegen auch so flott sei und außerdem in Hotels übernachten würde. Nun denn. Dann begegnete mir bei meiner ersten Rast nach 53 km ein Bus Rentner aus Østerreich 😊, für die ich eine Attraktion war und die mir Löcher in den hungrigen Bauch fragten.
Teil 3 Traue nie gedankenlos deinem Navi. Wie gut, dass ich nicht der Route des Navi mit dem Aufstieg auf 420 m gefolgt bin. Garmin BaseCamp meinte es gut und wollte mich verkehrsberuhigte Nebenstrecken führen. Sicherlich reizvoll, aber auf die Reize kann ich gut verzichten. So bin ich schön auf der Küstenstraße geblieben, die auch sehr reizvoll war mit vielen Ausblicken auf die sehr schöne Fjordlandschaft. Allerdings gab es dort eine Reihe von Tunneln. Insgesamt bin ich heute 15 km durch 5 Tunnel gefahren.
Erste Eindrücke von der Insel Magerøya, wenige km vor dem Nordkap
Geschafft😅
Jetzt mal Augen auf und durch 😎
Schön hier!
Kurz vor dem Nordkaptunnel
Auf dem Wege
Rentiere
Da fehlt nur der Fisch zum Trocknen.
Blick über den Oldersfjord
Teil 2 Heute nun von Oldersfjord nach Honningsvåg auf der Insel Måsøya, entlang der Küstenstrasse E69 mit einem Aufstieg auf 420 Höhenmeter von Höhe Meeresspiegel. Scheint einen schönen Ausblick zu geben. 🏞Die größte Herausforderung wird die Tunneldurchfahrt zur Insel Måsøya zu werden. Der Horror aller Radfahrer!7,5 km lang, von Meereshöhe 2,5 km mit 9 % Gefälle auf 250 Meter untern Meeresspiegel, dann 2 km eben, dann 2,5 km mit 250 Höhenmeter und 9 % Steigung wieder ans Tageslicht. Dann warten noch ein paar kleine Tunnel bis Honningsvåg. Na, dann mal los, packen wir es an! 🚵🏁
21. Juni 2016 Teil 1 Start in den Tag. Francois, der Franzose, verkündete gestern, er wolle nicht im Zelt, sondern im Tagesraum mit Küche schlafen. Toll, dachte ich mir, denn da breite ich mich morgens um 6 immer aus, um einen guten und ruhigen Start in den Tag zu haben. Also beschloss ich am Zelt zu frühstücken und mir meinen Kaffee mithilfe meines Gaskochers zuzubereiten. Als die Sonne 👍🏻☀️mich gegen 4:30 trotz Schlafmaske weckte und ich aus dem Zelt kletterte, entdeckte ich, dass Francois doch im Zelt übernachtet. Voll Vorfreude auf mein Refugium packte ich meine 7 Sache, um mich in der Küche auszubreiten, doch, o Schreck, da liegt ein anderer "Penner", Bierdosen, Zigarettentaback und Münzgeld verteilt, die Küche ein Schlachtfeld, die ausgelatschten Wanderschuhe unterm Tisch, ohne Schafsack, die Luft von Körperausdünstungen geschwängert. Guten Morgen! Also erstmal Tür aufreißen und dem Sauerstoff eine Chance geben sich auszubreiten. Soweit mein Start in den Tag. 😬

20 June 2016

Teil 3 Auch die Etappe heute hatte es in sich. Es ging insgesamt mehr als 1000 m hoch. Der Weg führt durch eine Hochebene, in der noch richtig viel Schnee lag. Der Winter ist hier allgegenwärtig, ich glaube er verschwindet gar nicht ganz. Ich kann es kaum glauben, dass morgen Sommeranfang ist! Das Thermometer ist heute nicht über 7° geklettert, den letzten Sonnenschein habe ich am vergangenen Donnerstag in Schweden erlebt! Es dürfte schon etwas sommerlicher werden. Gut, dass ich mich im Winter auf diese Tour vorbereitet habe. Die Temperaturen bei denen ich im Februar und März durchs Sauerland gefahren bin, sind nicht viel anders als das, was ich gerade in diesen Tagen hier in Nord-Norwegen. Für morgen ist sogar etwas Sonne vorher gesagt. Allerdings wird es wohl nicht wärmer als 11°.
Teil 2 Nun bin ich in Oldersfjord auf einem Campingplatz und irgendwie feiern die Norweger, aber es ist noch kein Midsonmer, erst am kommenden Wochenende. Auf der Tour heute war spürbar, dass es bis zum Nordkap nicht mehr weit ist. So viele Ratereisende, wie mir heute entgegengekommen sind, habe ich in den letzten vier Wochen nicht gesehen! Heute bin ich sozusagen mit einem Franzosen gefahren. Wir haben uns nach einer Anhöhe getroffen und dann immer wieder gegenseitig überholt. Er heißt Francois, kommt aus Südfrankreich und spricht nur französisch! Witzig dann in der Küche des Campingplatzes im Gespräch mit Dänen, die sich bemühen mit ihm englisch oder deutsch zu sprechen. Es ist schon schwierig, wenn man nur französisch kann! Aber mit Händen und Füßen klappt es irgendwie.
Oldersfjord
3000 km
Der Winter ist hier nie weit weg
In den Bergen, kalt und schön
Altafjord
Fahrradfreunde überall
Dann mal los! 🚵🏁
20. Juni 2016 Teil 1 Start in den Tag. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich nach der gestrigen Etappe platt wäre, aber komischerweise fühlte ich mich gestern Abend und auch heute Morgen relativ frisch. Offensichtlich hat sich meine körperliche Verfassung soweit an die Belastung angepasst, dass ich auch 130 km gegen den Wind gut verkrafte. Ein Blick aus dem Fenster zeigt mir, dass der Wind nachgelassen hat. Der Wetterbericht sagt für heute Wind aus nordöstlicher Richtung an. Toll! Meine Route geht heute Richtung Olderfjord in nordöstliche Richtung. 👍🏻 Nach dem Frühstück wird gleich geklettert 🚵. Ich bin hier auf Meereshöhe. Ab Kilometer 20 geht es zunächst auf 250 m hoch, dann wieder auf 200 m bergab und dann zweimal auf über 400 m. So ist das in Norwegen! 🇳🇴 Das schöne an dieser Tour ist, dass es eigentlich jeden Tag anders ist. Bis zum Nordkap sind es von hier aus nur noch circa 240 km. Wenn alles klappt, werde ich übermorgen dort sein.

19 June 2016

Teil 5 Nach den 2 Sturmtagen in der vorletzten Woche dachte ich "schlimmer gehts nimmer", doch heute wurde ich eines Besseren belehrt. 130 km Gegenwind! Man mag sich das kaum vorstellen, aber ich bin auf 300 Meter Höhe gestartet, musste bis auf 430 Meter hinauf und bin schließlich jetzt bei 25 Meter Höhe. Dennoch habe ich nur einen Schnitt von 14 Km/h gefahren. Bis km 110 war es nur ein Schnitt von 13,6 km/h. Insgesamt saß ich 9:20 im Sattel und habe dabei ca 9000 kcal verbraucht. Dennoch war die Strecke teilweise atemberaubend. Rechts und links der Straße und des Sees ragten Felswände steil auf, aus denen immer wieder Wasserfälle in die Tiefe stürzten. Oben waren die letzten Schneereste noch nicht getaut. Durch den mindestens 10 km langen See Trangdalsvatnet fließt ein Fluss, der sich im Laufe der Zeit eine Schlucht durch die Felsen gegraben hat. Neben dem Fluss windet sich die Straße mit bis zu 8% Gefälle durch die Schlucht. Unbeschreiblich. Das war die schöne Seite des Tages.
Fahrt durch die atemberaubende Schlucht
Wasser überall
Kaffeepause in einer Fjellstua! Ich hab es mir verdient 😋!
Blick von der erklommenen Höhe übers weite Tal.
Teil 4 Ich bin jetzt 5,5 Stunden unterwegs, habe knapp die Hälfte geschafft. Der Wind hat eine solche Wucht, dass man bis 3% Gefälle trampeln muss. Ich habe noch nie meinen ersten Gang so häufig gebraucht wie heute. Auf den nächsten 20 km kommen noch einige heftige Anstiege, dann geht es bergab bis auf Meereshöhe. Ob ich was davon habe wird sich zeigen. Zumindest hat der Regen aufgehört. Es ist aber ziemlich kalt bei 5°. Also auf zu den nächsten 70 km. Zumindest brauche ich mir keine Gedanken zu machen das Ziel noch vor Sonnenuntergang zu erreichen. 😉
Pause zum Aufwärmen in einem verwaisten Kro. Leider nimmt man hier keine int. Kreditkarten, so reichen meine letzten Kronen nur für einen Kaffee. Ich könnte auch Euro nehmen, aber anstelle von 25 NK wollte man 4 €, ein Aufschlag von 50%. Nicht mit mir!
Das Wasser rauscht nur so aus den Bergen.
Die Landschaft ist schon schön hier, aber die widrigen Umstände lassen es einen kaum genießen.
Kein Silberstreif am Horizont, Regen, Kälte, Gegenwind und 42 km in 3:20 Stunden, erstes Drittel. Das wird noch hart. Bisher keine Einkehrmöglichkeit.
Teil 3 Ist ja auch klar, zum Nordkap gibt es nicht so viele Zufahrtsstraßen. Das wird ab Alta noch zunehmen. Fast alle, die zum Nordkap fahren kommen dann über diese Route. In knapp vier Wochen habe ich zwei Radreisende getroffen, die in dieselbe Richtung gefahren sind. In den letzten zwei Tagen sind mir schon vier begegnet. Alle deutschsprachig! Ich glaube die beiden Süddeutschen vom Bodensee, die ich das erste Mal vor drei Wochen getroffen habe, haben gestern Abend eine Hütte neben mir bezogen. So trifft man sich wieder.
Teil 2 Deswegen habe ich die letzte Nacht wieder nicht im Zelt verbracht, sondern mir eine kleine Hütte genommen. Wieder richtige Entscheidung, denn draußen ist es kalt, nass und ungemütlich. Ich kann wenigstens noch im Warmen und Ttockenen frühstücken, bevor ich mich in die nasse Umgebung stürze. Mir tun die Beiden leid, die heute Nacht im Zelt übernachtet haben. Neben dem Rad Reisenden aus Braunschweig noch ein Deutscher, der mit Motorroller und Anhänger unterwegs ist. Es war für ihn immer ein Traum zum Nordkap zu fahren, aber mit dem Fahrrad traut er sich das nicht mehr zu, er ist auch schon etwa beleibt. Trotzdem stellt er sich den äußeren Bedingungen und macht sich auf die Reise. Natürlich schafft er am Tag viel mehr Kilometer, ungefähr das Doppelte, also circa 200. je weiter man nach Norden kommt, umso mehr trifft man Menschen, die sich auf ähnliche Art und Weise auf den Weg gemacht haben das Nordkap zu erreichen.
19. Juni 2016 Teil 1 Heute geht es von Kautokaino nach Alta, das sind 127 km. Aus meinem iPhone dringt der Oldie "Aquarius / Let the sunshine in" an mein Ohr. Wie passend. Draußen regnet es, der Boden ist aufgeweicht auf dem Campingplatz. Wie gerne würde ich den Sonnenschein herein lassen! Bis zum Nordkap sind es nur noch 370 km! Im Moment geht es mir wie den Schülern und Lehrern vor den großen Ferien, sie zählen rückwärts bis es endlich soweit ist. Bei dem Wetter kann man die Landschaft wirklich nicht genießen! Wenn alles klappt, werde ich am Dienstag in Honningsvåg sein und am Mittwoch zum Nordkap fahren. Wie gut, dass ich per App den Wetterbericht der nächsten Tage bekomme und mich so drauf einstellen kann.
Auf was muss ich mich denn heute einstellen?

18 June 2016

Teil 3 Unterwegs überquerte im gemächlichem Tempo eine Rentierherde die Straße. Im Gegensatz zu den Rentieren, die ich vor gut einer Woche zum ersten Mal gesehen habe, waren diese Tiere überhaupt nicht scheu. Sie stören sich nicht an den wartenden Autos. Später begegnete mir ein Radreisender. Rafael aus Zürich. Er war im Norden gestartet, hatte das Nordkap schon besucht und fuhr nun Südwärts durch Finnland, Schweden und Deutschland bis in seiner Heimatstadt Zürich. Wir unterhielten uns eine ganze Weile, tauschen uns über unsere Routen aus, gaben Tipps und Erfahrungen weiter. Es war eine nette Begegnung. Rafael machte dann gleich ein Foto von uns beiden. Ich leider nicht. Mmh! Hier auf dem Campingplatz im Kautokaino ist noch ein weiterer Radreisender. Er ist in Braunschweig gestartet, am selben Tag wie ich, war aber schon am Nordkap und ist nun auf dem Weg zurück.
Teil 2 Jetzt bin ich in Norwegen. Die Etappe dahin war durch die widrigen Wetterumstände nicht so toll. Landschaftlich war es schon sehr interessant. Es ging heute durch die Tundra. Die Bäume sind nur noch mannshoch und rechts und links der Straße war es sehr sumpfig. Auch der Dauerregen von gestern war noch sichtbar, oftmals standen Bäume und Sträucher im tiefen Wasser. Dadurch dass die Bäume nicht mehr so hoch sind war oftmals ein weiterer Blick über die Landschaft möglich, soweit es die tiefhängenden Wolken ermöglichten. Es war heute wirklich grau in grau. Man hatte den Eindruck durch eine Wolke zu fahren, so hoch war die Luftfeuchtigkeit. Dann fing es auch an zu nieseln und der Wind nahm ziemlich zu. Ich vermute, dass er hinterher bei Stärke 4-5 lag. Natürlich aus nördlicher Richtung in die ich auch fuhr.
Bild 1: Was ist das? Bild 2: Straßenquerung für Schneemobile!
Norwegen - das Wetter ist auch nicht besser.
Finnische Tundra 10 km vor der norwegischen Grenze
Die erste Rentierherde!
Hier hat es gestern so viel geregnet, dass heute noch die Bäume im Wasser stehen!
Frühstücksbüffet - welch ein Luxus! Normalerweise esse ich morgens mein Müsli mit zwei Stücke Obst und ein Brot. 😋
18. Juni 2016 Teil 1 Start in den Tag. Draußen ist es immer noch ziemlich grau und trüb. Die Wettervorhersage sagt nun für heute kaum noch Regen, am Nachmittags sogar Aufheiterung voraus. Gestern hatte es den lieben langen Tag ganz schön stark geregnet. Gefühlt mehr als in der komplette Reisezeit vorher, inclusive der verregneten Tage beim Start in Deutschland. Nun geht es Richtung Norwegen und das Atlantikklima hat mich wieder. Für morgen ist wieder Regen abgesagt. Ich verfolge nun schon den Wetterbericht für die Strecke zum Nordkap und stelle fest, dass die Prognosen, die über die nächsten ein bis zwei Tage hinausgehen sich schnell verändern. Das war in Schweden anders, ein deutliches Zeichen dafür, das Schweden und Norwegen wirklich unterschiedliche klimatische Bedingungen haben. Also, dann stelle ich mich den Veränderungen und lass mich überraschen! 😉

17 June 2016

Niedlich 😊
Teil 3 Als ich die Grenze zu Finnland überquerte und auf mein Navi schaute traute ich zunächst meinen Augen nicht. Was war das denn? Die Systemuhr zeigte 1 Stunde weiter! Ich habe nur den Fluss überquert und war plötzlich in einer anderen Zeitzone. Nicht mehr Mitteleuropäische Zeitzone, sondern osteuropäische Zeitzone. Na das kommt mir ja eigentlich sehr entgegen, denn ich habe hier ein Zimmer mit Frühstück gebucht und das Frühstück wird erst um 8:00 Uhr gereicht. Das wäre mir normalerweise zu spät, aber nach unserer Zeit ist es ja 7:00 Uhr und das ist o. k.
Teil 2 Na das war wohl die richtige Entscheidung heute nicht so weit zu fahren bei diesem S-Wetter! Dabei sah es zunächst gar nicht so schlecht aus. Als ich heute Nacht gegen 1:30 Uhr kurz wach wurde schien die Sonne durch das Fenster meiner Hütte. Um 5:30 Uhr war es dann schon zugezogen, aber es sah noch nicht nach Regen aus. Als ich mich um 8:00 Uhr auf mein Rad schwang, um nun durch Finnland zu fahren, fing es alsbald an zu tropfen. Wie gut das ich gleich in voller Regenmontur losgefahren bin. Es dauerte nicht lange bis es richtig stark regnete. Bei meinen ersten kleinen Zwischenstopps wurde ich gleich von unzähligen Mücken umbringt. Ich dachte, bei Regen würden die sich verkriechen - denkste! Erst beim letzten Stop, mitten im Starkregen, hatten sich die Mücken auch verzogen. Toll! In drei Wochen durch Schweden hatte ich vielleicht insgesamt 2 Stunden Regen beim Radfahren, in Finnland schon 4 Stunden!
Nach 4 Stunden Dauerregen habe ich mein nettes kleines Hotel gefunden. Jetzt heiß duschen, einkaufen und entspannen.
Ohne Worte
Nur Regen, nur nass!
Die Straße plätschert so dahin
17. Juni 2016 Teil 1 Der Start in den Tag verläuft heute etwas gemächlicher als sonst. Ich habe zum ersten Mal auf meiner Reise nicht im Zelt übernachtet! Daher brauche ich es auch nicht zusammen zu packen und da die heutige Etappe nur circa 65 km weit ist, habe ich genügend Zeit. Heute Morgen fühle ich mich nicht ganz so frisch wie sonst, das liegt sicherlich daran, dass ich nicht im Zelt geschlafen habe. Im Zelt hat man immer frische Luft! In der Hütte hat man keine frische Luft, weil man hier eigentlich nicht lüften darf, wenn man die Mini-Vampire nicht einladen will, einen nachts anzuzapfen! Das Thema lässt mich ja irgendwie nicht los, liegt aber auch daran, dass es immer irgendwo von einem Einstich juckt. Gestern beim Wäscheaufhängen an der frischen Luft wurde ich ziemlich attackiert. Man kann die Mücken gar nicht so schnell vertreiben, wie sie einen in Scharen umlagern. Die eine oder andere schafft's dann immer wieder sich zu bedienen ohne ihr Leben zu verlieren.
Der graue Himmel über dem Campingplatz - warten auf den Regen 🌧😉🇫🇮
Das ist der Werner aus Thüringen. Er bewohnte die Hütte neben mir. Werner ist auf Südkurs, ist mit dem Flugzeug nach Alta geflogen, von dort aus zum Nordkap gefahren und radelt nun durch Schweden wieder zurück nach Deutschland. Allerdings hat er bisher überwiegend unbeständiges Wetter. Ich wünsche ihm eine gute Reise, heute am ehemaligen Tag der Deutschen Einheit, dem 17. Juni.

16 June 2016

Schweden, Finnland, Norwegen
Zum Abschied aus Schweden
Teil 7 Die letzte Etappe durch Schweden war sehr angenehm. Die Sonne schien fast die ganze Zeit und ein sanfter Südwind schob mich gen Norden. Die Landschaft war heute sehr schön, ein ständiger Wechsel von Bergen mit Schneefeldern, kleineren und größeren Seen, Flüssen und Brücken von stillgelegten Eisenbahnen. In Norwegen wird das Profil ganz anders werden, weil es dann immer wieder auf Meereshöhe hinunter geht und anschließend über den nächsten Berg. Im Prinzip hat es sich bewährt, dass ich die Route durch die Mitte Schwedens genommen habe. Die Steigungen waren im Prinzip gut zu fahren, der Verkehr gut zu ertragen und die Wetterlage sehr stabil. Landschaftlich hätte es abwechslungsreicher sein können, denn über viele 100 km bin ich doch durch den Wald gefahren. Die Streckenführung über Norwegen wäre sicherlich atemberaubender, aber weiter und kraftaufwändiger gewesen. Es ist ja gut, dass die schöne Landschaft im letzten Teil der Reise auf mich wartet.
Teil 6 Heute bin ich nun wieder auf einem Campingplatz, weil sich die Möglichkeit mit dem Vandrarhem zerschlagen hat. Es hatte geschlossen, genau so wie das Hotel gegenüber, dass offensichtlich dieses Hostel verwaltet. So bin ich zum nächsten Campingplatz gefahren und habe eine Hütte für die nächste Nacht gemietet und die nicht viel teurer ist als ein Zeltplatz. Auch meine Wäsche konnte ich hier waschen, allerdings haben sie keinen Trockner, dafür weht ein ordentlicher Wind und ich hoffe dass alles schnell trocken wird.
Teil 5 So, das war es mit Schweden. 🇸🇪 hej då! Fast drei Wochen von Süd nach Nord. Kaum zu glauben, was das für eine Entfernung ist, dabei hab ich mich doch morgens immer nur aufs Rad gesetzt und bin ein Stück gefahren. Man empfindet die Entfernung nicht so sehr, wenn man sich nicht zwischendurch den Überblick verschafft das Ganze auf einer großen Karte verfolgt. Morgen also geht es nach Finnland. Das wird allerdings nur eine kurze Durchreise sein. Eigentlich wollte ich Finnlands in eine Etappe durchfahren, aber aufgrund des schlechten Wetters, lege ich morgen einen Zwischenstopp ein und teile diese Etappe auf. Dann muss ich nicht so lange durch den Regen fahren.
Schweden - ganz oben. Einmal der Länge lang 2170 km, bisher gefahren 2670 km. Bis zum Nordkap 434 km, laut Hinweisschild. 😅
Weite, Berge, Seen, Sonne, Wind
Teil 4 Kaum zu glauben dass es morgen regnen wird. Deswegen werde ich versuchen die kommende Nacht nicht auf einem Campingplatz zu verbringen, sondern in einem Vandrarhem, das ist eine Art Hostel. Dann brauche ich morgen kein nasses Zelt einzupacken und kann mich gleich in Regenklamotten auf den Weg machen. Ich werde aber nicht in einem Rutsch die 150 km bis Norwegen zurücklegen, wie ich es geplant hatte, sondern in Finnland übernachten. Ich habe nach 60 km ein einfaches Hotel gefunden und über Booking.com gebucht, wo ich für 44 € übernachten kann und ein Frühstück bekomme. Das ist ein winzig kleines Zimmer von 8 m² und hat auch kein eigenes Bad, aber das bin ich ja vom Campingplatz sowieso gewöhnt. Hauptsache es ist sauber und trocken.
Teil 3 Heute nun die letzte Etappe durch Schweden, die letzten 100 km. Und Schweden zeigt sich wieder von seiner milden und sonnigen Seite selbst hier oben im Norden. Im Vergleich zu gestern sind heute milde Temperaturen, 16° im Schatten! Sonne und leichter Wind aus südlichen Richtungen, dass schiebt mich gut voran. Keine großen Steigungen, aber noch einmal die Weite und Einsamkeit Lapplands. Nach drei Wochen werde ich morgen Schweden verlassen, zwei Tage eher als geplant.
Gute Gelegenheit ein Päuschen einzulegen eine Tasse frischen Kaffee zu brühen.
Sonniges Plätzchen mit etwas Wind, so kann mein nasses Zelt schnell trocknen, denn heute Abend werde ich wahrscheinlich nicht im Zelt übernachten und morgen auch nicht. Da ist es schon gut wenn man das Zelt trocken eingepackt bekommt.
Lainio Älv Hier lässt es sich aushalten 😊
Hier gibt es eigentlich über 100 km nur eine asphaltierte Straße, unglaublich! Rechts und links, die eine oder andere kleine, geschotterte Straße in das eine oder andere Tal. Das muss man sich einmal bei uns vorstellen von Olpe bis Bonn eine asphaltierte Straße.
Die Weite Lapplands hoch im Norden Schwedens. Es ist nicht mehr so weit bis zur finnischen Grenze. Noch 70 km.
Ich habe einen Fuchs gesehen, aber er wollte partout nicht so lange warten bis ich mein iPhone herausgefischt habe. Schade, dass wäre ja mein erstes wildes Tier seit Tagen gewesen.😉
Meine Frühstücks-Stuga
Teil 2 Ich habe ihn dann auf 100 Kronen herunter gehandelt, auch mit dem Hinweis auf die mangelnde Sauberkeit. Freundlicherweise hat er mir dann diese Stuga umsonst überlassen, falls mir zu kalt wäre oder es regnen würde. Vor einer Woche hatte man hier schließlich noch Schnee. Weil es heute Morgen leicht nieselt, habe ich mir dann die Stuga zum Frühstücken eingerichtet. Außerdem sind hier viele hungrige Mücken, die sich schon nach einem Frühstück umschauten. Gestern Abend müssen dann noch zwei Gäste gekommen sein und haben eine andere Hütte bezogen. Ich habe den Eindruck, dass viele Arbeiter auf Campingplätzen und in solchen Hütten übernachten. Das Land ist groß und weit und dünn besiedelt, so dass die Arbeiter zu ihren Baustellen oft weite Wege haben und nicht am Abend zur Familie zurückkehren. Sie übernachten dann preiswert in solchen Hütten.
16. Juni 2016 Teil 1 Heute Morgen frühstücke ich in einer Stuga. Das sind kleine Sommerhäuschen auf den Campingplätzen für 2-4 oder sogar sechs Personen, die ganz unterschiedlich ausgestattet sind. Die einfachsten sind eigentlich nicht viel mehr als ein Zelt aus Holz mit zwei Betten und ohne Komfort. Kosten aber locker mal 500-600 Kronen für eine Nacht. Ich bin hier auf einem ganz schlichten Campingplatz. Er liegt zwar schön, aber die Einrichtungen sind im absoluten Grenzbereich! Als ich hier gestern ankam war niemand da. Die Rezeption war nicht besetzt und es war auch kein Campinggast da. Das ist immer ein schlechtes Zeichen. Ich habe mir die Sanitäranlagen angeschaut, na ja, aber in Ermangelung einer Alternative bin ich hiergeblieben. Der nächste Campingplatz ist 50 km entfernt. Über Telefon habe ich eingecheckt. Als jemand am Abend kam, um das Geld zu kassieren, wollte er doch tatsächlich 160 Kronen für den Campingplatz haben. So viel zahlt man in hier für einen Spitzenplatz.

15 June 2016

Teil 3 Gegen Mittag lies ich mich dann auf einen wildes Rennen mit den Wolken ein. Nach einer kurzen Pause am Straßenrand, entdeckte ich über mir dunkle Regenwolken. Meine Route ging nach Osten und die Regenwolken zogen eher nach Nord. Ich dachte, dass ich dem Regen davon fahren könnte, wenn ich in den nächsten 3- 4 km ordentlich Tempo machen würde. So preschte ich mit knapp 30 Km/h bei leichtem Gefälle los, aber nach 4 km waren die dichten Wolken, aus denen es immer wieder tropfte, noch über mir. So raste ich weiter und hatte nach 20 Minuten 9 km geschafft. Aber der Wettkampf war noch nicht aus. Die Wolken hielten sich hartnäckig über mir. Erst nach 14 km war ich soweit, dass aus den grauen Wolken kein Tropfen mehr auf mein Haupt fielen. 3 km vor dem Ziel hatte ich dann doch verloren. Die Wolken hat mich wieder eingeholt und machten mich ordentlich nass. Immerhin habe ich für die letzten 28 km knapp 75 Minuten gebraucht. Muss ich aber nicht jeden Tag haben!
Teil 2 Das Wetter. Heute Vormittag war es sehr kalt. Das Thermometer kletterte nicht über 7°. Wenn man allerdings auf dem Fahrrad sitzt und den Fahrtwind spürt, dann fühlen sich die 7° viel kälter an. Dabei hatte ich mich ziemlich dick angezogen zwei Shirts, eine Windweste, eine winddichte Radjacke, einen Winter-Halstuch, eine Fließmütze unter dem Helm, Skistrümpfe und zwei Paar Handschuhe. Erst als sich um kurz nach 10 Uhr die Sonne zeigte, stieg das Thermometer auf 10° und fühlte sich nicht mehr so winterlich an.
Am Torneälven bei Vittangi
Da hatte aber einer den Kaan voll 😊.
Kiruna - Kommune
Symmetrie
Wolkentheater
Die ersten Sonnenstrahlen - Pause! Das tut gut!
Es ist so kalt, wie es aussieht! 7°, gefühlt etwas über dem Gefrierpunkt!
So, da bin ich hergekommen! Die ersten 170 Höhenmeter liegen hinter mir, jetzt noch gut 100 klettern, dann hab ich den höchsten Punkt der heutigen Tour 😅👍🏻😊 geschafft.
15. Juni 2016 Teil 1 Das Wetter. Bisher hatte ich in Schweden ausgesprochen Glück mit dem Wetter. Abgesehen von dem Sturm in der vergangenen Woche war das Wetter durchweg gut und trocken. Erst gestern erwischte mich der erste Regen für circa 2 Stunden. Für heute und morgen soll es trocken bleiben. Abgesehen von einem Regentag, den ich in der vergangenen Woche hatte, bin ich über fast drei Wochen Schweden vom Regen tagsüber verschont geblieben. Morgen Abend werde ich ja die schwedisch-finnische Grenze erreichen. Leider ist für den kommenden Freitag starker Regen angesagt. Vielleicht werde ich die Nacht von Donnerstag auf Freitag dann in Vandrarhem verbringen, damit ich mein Zelt nicht im Regen abbauen muss. Wie es aussieht wird das Wetter danach besser. Ein Blick geht deswegen immer in die Wetter App und wie es aussieht, kann es Mitte nächster Woche am Nordkap schön sein. Na dann lassen wir uns doch mal überraschen.

14 June 2016

Teil 3 Auf dem Campingplatz in der Küche habe ich mich heute mit einem schwedischen Arbeiter unterhalten. Er erzählte mir von seiner Sommerhütte, oben in den Bergen in der Nähe der norwegischen Grenze. Dort fährt er gerne zum Fischen hin. Rund um seine Hütte liegen zur Zeit immer noch 30-40 cm Schnee! Der Sommer findet dort eigentlich nur im August statt, nicht länger. Im Winter ist es dort eigentlich nicht auszuhalten, weil es zu kalt ist. Das Ganze liegt auf einer Höhe von 1800 m.
Teil 2 Das war heute ganz abwechslungsreich. Es ging heute durch die Berge und vorbei an Wasserkraftwerken. Das ist schon beeindruckend, wie die Schweden hier die Wasserkraft nutzen. Der große schwedische Energiekonzern Vattenfall ist hier Betreiber. Interessant ist, dass Vattenfall ins Deutsche übersetzt eigentlich Wasserfall bedeutet, ganz passend für die Energiegewinnung hier vor Ort. Schade nur, dass Vattenfall in Deutschland vor allem als Betreiber von Atomkraftwerken von sich reden gemacht hat, nicht immer positiv. Die Fahrt durch die Berge macht auch deutlich, wie lange hier oben der Winter herrscht. Bei uns in Deutschland steht der Sommer vor der Tür, aber hier beginnt der Frühling. Schneereste sind überall auf den Bergkuppen.
Heute esse ich italienisch: Spaghetti mit Tomatensauce (Tomatenmark, Zwiebeln, Oliven, Ei und Parmesankäse) dazu einen Salat aus Tomate, Gurke, Oliven und Parmesan. Natürlich alles selbst gemacht! Leider zu viel für eine Person.
Campingplatz, im Hintergrund Berge mit Schneeresten.
Hab ich gestern falsch erzählt, die Endstation der Inlandsbanan ist hier an diesem Bahnhof. Ich werde sie irgendwie vermissen. Sie führt über eine Länge von mehr als 1288 km von Kristinehamn im Süden bis nach Gällivare hier im Norden. Im Grunde bin ich die komplette Strecke abgefahren, innerhalb der letzten 15 Tage.
Nach mehr als 2400 km heute der erste Regen 🌧
Berge, die man auch mal sehen kann ⛰
Zeit für eine Mittagspause am Wasserkraftwerk in Porjus. 😋
Symbol für die Wasserkraft in Porjus, ganz in der Nähe ein großes Kraftwerk.
Die Schlucht, durch die sich der Store Luleälven zwängt. Über Holzstege kommt man an die Schlucht. Jetzt, wo keine Schneeschmelze ist, fließt nicht besonders viel Wasser hindurch. Außerdem wird der Fluss etwas oberhalb gestaut, um Strom zu gewinnen.
Das kann nichts Gutes bedeuten!😒
Am Horizont kann man die schneebedeckten Berge sehen, allerdings gehen sie fast in die weißen Wolken über.
Obwohl es hier auch genug Wind gibt, wird doch viel Strom aus Wasserkraft gewonnen.
Tschüss Jokkmokk
14. Juni 2016 Teil 1 Start in den Tag. Der beginnt für mich eigentlich immer schon morgens um 5:00 Uhr. Dann gilt es möglichst schnell aus dem Schlafsack heraus zu krabbeln, mich anzuziehen und ab zum Waschhaus. Anschließend die Wäschetaschen packen, das Zelt ausräumen und möglichst trocken einpacken. Dann ist es schon fast 6:00 Uhr! Nun mit dem vollgepackten Fahrrad ab zur Küche. Kurz ein Lebenszeichen nach Hause schicken und schon geht es mit der Frühstücksvorbereitung los. Das heißt Lebensmitteltasche und Küchentasche auspacken, Kaffee kochen, Müsli vorbereiten, Brote für unterwegs schmieren. Und anschließend spülen, alles einpacken und das Rad wieder beladen. Gegen 7:30 Uhr schwinge ich mich aufs Rad und es geht schon los! Völlig unromantisch und zeitaufwändig. Das gehört zum Outdoorleben dazu. Aber das ist nichts Neues, das wusste ich und das wollte ich. 😊 Das ist mein Start in den Tag!

13 June 2016

Teil 2 Nun habe ich den Polarkreis überschritten, war aber ganz undramatisch. Ich traf dort ein Ehepaar aus der Nähe von Augsburg, die mich dann fotografierten. Irgendwie waren sowieso nur Deutsche dort. Auf den Campingplätzen sind wir Deutsche die größte ausländische Urlaubergruppe. Mir ist aufgefallen, dass wesentlich mehr Belgier als Niederländer mit Wohnmobilen unterwegs sind. Die Niederländer nehmen hier eher Stugas. Täglich kommen mir auch deutsche Reisebusse entgegen, die wahrscheinlich vom Nordkap kommen und nun den schnelleren Weg über Schweden zurück nehmen. Die Tour war ansonsten weder anspruchsvoll, noch besonders abwechslungsreich. Leider waren die Mücken heute so lästig, dass ich kaum stehen bleiben konnte, weil sie mich gleich umzingelten. Ich habe dann mein Anti-Insektenspay eingesetzt, so wurde ich wenigstens nicht gestochen. Ab heute geht die Sonne nicht mehr unter bis zum Ende meiner Reise.
Wieder Campingplatz am See - wo auch sonst!
Letzte Querung der Inlandsbanan vor der Endstation in Jokkmokk
Am Polarkreis
Schwedenidylle
Pause am See - wenn nur die Mücken nicht wären, dann könnte es so schön sein wie es aussieht!
Entdeckungen in der Einsamkeit
Da kann man nur erahnen wie hoch hier im Winter der Schnee liegt.
Morgenstimmung
Ein Loblied auf die kök. Für mich heute Morgen eine echte Fluchtburg! Man kann sich kaum draußen aufhalten. Sobald man einen Fuß vor das Zelt oder ein Gebäude setzt wird's man von hunderten hungriger Mücken umschwärmen. Wie gut das in Skandinavien auf nahezu jedem Campingplatz zumindest eine Küche, meist auch ein Aufenthaltsraum vorhanden ist, in dem man seine Mahlzeit zubereiten und in Ruhe essen kann. Wenn ich jetzt in Deutschland wäre, müsste ich wieder mit einem Mückennetz um dem Kopf vor dem Zelt sitzen und würde doch durch die Kleidung hin durch angegriffen. Danke kök! ❤️
13. Juni 2016 Teil 1 Heute ist für mich auf meiner großen Tour die erste Halbzeit vorbei. Die Zeit verging wie im Flug. Jeden Tag gab es was Neues zu entdecken oder zu erleben. Heute nun werde ich den Polarkreis erreichen. Das ist zwar nur eine gedachte Linie, aber ich werde nun in den Bereich gelangen, in die Region gelangen, in der die Sonne nicht mehr untergeht. Allerdings habe ich in den letzten zwei Wochen keine Dunkelheit mehr erlebt. Gestern zum Beispiel ging die Sonne hier erst um kurz nach Mitternacht unter, um eine halbe Stunde später wieder auf zu gehen. Es ist also immer hell. Für uns Mitteleuropäer ein unglaubliches Naturereignis, wenn man nachts einmal aufstehen und es ist hell. 🌅🌄
Nun hat auch für die deutsche Mannschaft Europameisterschaft begonnen. 2:0 im ersten Spiel. Herzlichen Glückwunsch. Das ist alles ziemlich weit weg für mich und ehrlich gesagt, ich vermisse es auch nicht. Aber mein Sitzkissen, dass ich immer rausholen, wenn ich irgendwo meine Pause mache und auf einer harten Bank oder auf einem harten Stuhl sitzen muss, erinnert mich dann doch an das große Sportereignis im fernen Frankreich.

12 June 2016

Mein Zelt als Cabrio. Aus Schutz vor den Mücken, die mich doch wieder erwischt haben, bin ich ins Zelt gegangen. Zum Glück kann ich das "Verdeck" (Außenzelt) nach hinter schlagen und dennoch einen etwas verschleierten Blick auf den See genießen. So lässt es sich aushalten 😊.
Teil 3 Nun sitze ich vor meinem Zelt mit einer Tasse Kaffee, blicke auf den See Moskoselet und lasse die Fahrt Review passieren. Um meine Ohren summen die Mücken , aber diesmal habe ich mich mit Mückenspray an Händen und Gesicht geschützt. Allerdings versuchen die Viecher immer durch meine Hose zu stechen. Gibt's doch gar nicht! Doch in Lappland. Also, das war eine schöne Tour heute. Die Straße war nicht mehr so eingeengt durch hohe Bäume rechts und links, so dass der Blick richtig in die Weite gehen und man die bewaldeten Berge sehen konnte. So waren auch die Anstiege länger und höher, auf der anderen Seite aber auch die Abfahrten. Außerdem war heute wieder kaum Wind, was das Fahrradfahren sehr angenehm macht. Meine Route führte mich heute durch das Naturschutzgebiet Vindefjäll, mit 560.000 Hektar eines der größten Naturschutzgebiet Europas. Überall gab Möglichkeiten zum Wandern. Leider ist mir heute wieder kein Wildtier begegnet, schade.
Für heute: Mein Haus am See.
Schade, das einzige Rentier, das ich heute gesehen habe.
Allein in der Wildnis? Nein, man trifft immer jemanden überraschend.
Familie Elch
Kirche von Arvidsyaur Übrigens, diese Stadt bringt es auf eine Jahres Durchschnittstemperatur von 0°. Mit 13° ist es heute überdurchschnittlich warm.😅
Manche vermissen einfach den Schnee!⛷
Wer hoch fährt, kann weit gucken!
Glück gehabt!
Wollgras, all über all am Wegesrand
Stromschnellen am Skelleffeälven
Teil 2 Auf dem Plan steht heute eine Strecke von 100 km, der Wind soll heute leicht aus Süd kommen und ich fahre nördlicher Richtung, optimal! Aber auf den ersten 30 km warten Steigungen und ich muss fünf mal auf über 500 m, dass wird schweißtreibend, zumal die Temperaturen heute bis zu 16° ansteigen werden. Der Himmel ist jetzt schon locker bewölkt und zeigt vielmehr blaue Flächen als gestern. Dann wollen wir mal den Tag genießen und uns aufs Rad schwingen. 🚵
12. Juni 2016 Teil 1 Heute ist Sonntag. Das ist immer ein guter Tag zum Fahrradfahren, denn dann ist wenig Verkehr. Ich genieße es morgens früh allein auf der Straße zu sein, obwohl es hier immer weniger Verkehr gibt. Vielleicht begegnen mir wieder Rentiere oder sogar ein Elch. Gestern sprach ich mit drei Wohnmobilbesitzen, die aus dem Norden kamen und drei Elche gesehen haben. Warum sollte ich nicht auch einmal dieses Glück haben. Zumal es eine Abwechslung wäre, denn eigentlich fahre ich seit einer Woche, das sind schätzungsweise mehr als 800 km, durch Waldgebiet.
Die Lieblingsschwedin der Deutschen habe ich auf dem 20-Kronenschein entdeckt. Was wäre unsere Kindheit ohne die Bücher von Astrid Lindgren? Ohne Pippi Langstrumpf, Michel, Madita, Lotta, Karlson usw. Na, da hätte ich an der Küste langfahren müssen, vorbei an den Schären nördlich von Stockholm in Sichtweite von Salkrokan. Aber da war ich ja schon 😉

11 June 2016

Teil 2 Heute war es mal wieder ein entspanntes Radeln, weil der Wind nur sehr schwach war. Es ging zwar auf und ab, mit der Tendenz aufwärts und nicht wenigen Höhenmetern, aber vom Kraftaufwand nicht zu vergleichen mit Mittwoch und Donnerstag. Hier war richtig was los. Heute erzählte auf dem Campingplatz jemand, dass es in Kiruna, das ist ja nun nicht so ganz weit von hier entfernt, 15 cm Neuschnee gegeben hat. Also ein richtiger Wintereinbruch. Da bin ich noch gut bei weggekommen. Ich habe heute meine 103 km auch schon bis um kurz nach 15:00 Uhr abgespult und somit noch richtig Freizeit. Mittlerweile bin ich in einem Gebiet, indem man mehr und mehr von der Kultur der Samen mitbekommt. Am Sportplatz habe ich auch eine Frau in Samischer Tracht gesehen. Hier und da auch schon einmal auf einem Autokennzeichen die Samische Fahne.
Lordags Godis - samstags Süßigkeiten. Am Samstag bekommen die Kinder Süßigkeiten beim Einkaufen, die sind dann billiger. So habe ich mir heute auch wieder ein Tütchen gegönnt. Ich vernasche es vor dem Zelt mit einer Tasse Kaffee im Angesicht der lappländischen Mücken. Ich habe sie in den letzten Tagen nicht vermisst.
Slangs - netter Campingplatz unter deutscher Leitung. Junge Leute südlich von München haben hier einen Campingplatz. Das merkt man auch am Aufenthaltsraum Eishockey-und Fußball-Shirts.
Für die Zeit, wenn der Schneemann Ferien, hat gibt's hier eine Vertretung.
Da ist es endlich, mein erstes Rentier! Leider nicht ganz scharf, weil ich es heranzoomen musste.
Die Eiszeit hat viele große Steine in die Landschaft gemurmelt. Die Bäume erobern sich auf ihre Weise die Landschaft. Manchmal fragt man sich, wie den die Steine in den Wald gekommen sind, aber die Steine sind ja viel älter.
Pause!
Ein seltener Anblick: Kühe.
Es ist schön wieder an einem großen See vorbei zu radeln, ohne die Befürchtung haben zu müssen, dass mich über diese große Fläche eine besonders harte Böe erwischt. Heute ist es still und friedlich. So macht das Radeln Spaß.
Was hier nur fehlt ist der Schnee.
11. Juni 2016 Teil 1 Nach einem Ruhetag geht's heute weiter durch Lappland. Die Route ist heute überschaubar von nur 100 km, mit einigen Anstiegen dabei, aber das dürfte jetzt kein Problem sein. Die Sonne scheint, es ist zur Zeit 6°, aber nahezu windstill und das ist ein völlig neues Gefühl nach den starken Winden der letzten Tage. Auch die Temperaturen sollen nun wieder ansteigen, zur Wochenmitte Richtung 20° und das ist schon recht warm für den Norden hier. Gestern sprach ich mit einem Wohnmobilfahrer aus Berlin, der früher selbst größere Fahrradtouren unternommen hat. Er war mit seinem Wohnmobil auf dem Weg zum Nordkap, musste aber kurz vorher umkehren, da ihn ein Wintereinbruch mit Schnee überrascht hat. Das waren die Tage, als ich hier mich gegen den Wind durch Lappland kämpfte. Wie gut, dass ich nicht eher gefahren bin. Es sieht so aus, als würde das Wetter sich wieder beruhigen.
Schöner Morgen, windstill!
Nacht im Norden

10 June 2016

Heute gibt es was besonderes Pizza Vegetale. 😋
Mein Fahrrad Bild 1: Heute ist bei meinem Fahrrad Wartung angesagt. Ich habe die Reifen gewechselt, das heißt den Vorderreifen nach hinten und den Hinterreifen nach vorne, weil beide durch die unterschiedliche Belastung auch unterschiedlich abgefahren sind. Das war nötig, damit ich mit beiden Reifen auch den Rest der Strecke bewältigen kann. Bild 2: Mein Koga Worldtraveler. In den vergangenen gut zwei Jahren haben wir beide schon circa 13.500 km zurückgelegt. Dafür habe ich mit meinem vorherigen Fahrrad zehn Jahre gebraucht. Verschleiß: vier Ketten, drei Kassetten, dreimal Bremsbeläge, drei Vorderreifen und vier Hinterreifen. Die Holländer bauen schon gute Fahrräder!
Filiadelfia - eine kyrka Im Ruhrgebiet nennt man so etwas Hallelujaschuppen
Ich hab's mir in der Küche gemütlich gemacht und warte, dass die Waschmaschine mit ihrer Arbeit fertig ist, damit ich meine Wäsche in den Trockner stecken kann. So lässt sich aushalten bei einem warmen Getränk windgeschützt im Haus.
Verwaistes Zelt mit Fahrrad am See. Bei diesen Temperaturen halte ich mich lieber im Servicehaus auf. Im Zelt ist es nur kuschelig warm, wenn man dick eingemummelt im Schlafsack liegt. Aber wer will schon an seinem freien Tag den ganzen Tag im Schlafsack liegen? Ich hab anderes zu tun!
10. Juni 2016 Da flattern die Fahnen der benachbarten skandinavischen Länder (Norwegen, Dänemark und Finnland) am November grauen Himmel über dem Campingplatz in Storuman. Draußen ist es 3°. Wir sind auf 400 m und die Schneefallgrenze liegt bei 1000 m. Viel wärmer wird's heut nicht, maximal 7° am Nachmittag. Heute Nacht hat's geregnet, aber der Regen hat sich schon wieder verzogen.

9 June 2016

Teil 4 Und dann erzählt Harry Rexin von den Straßenarbeiten. Und genau das ist mir heute so passiert, wie er es in seinem Büchlein erzählt. Da wird nicht, wie bei uns in Deutschland üblich, die Fahrbahn zunächst auf einer Seite erneuert und der Verkehr über die andere Seite wechselseitig geführt, sondern die Fahrbahn wird über viele Kilometer komplett abgetragen, neu geschottert und asphaltiert. Das ist schon ein Horror, wenn man über so eine Straße fahren muss. Wenn dann noch LKWs über diese Baustraße brettern, wird man komplett in Staub eingehüllt. Man sieht absolut nichts mehr. Morgen ist erst mal Ruhetag und das ist auch gut so. Nach 17 Tagen auf dem Rad und gut 2000 zurückgelegten Kilometern möchte ich mich ein wenig regenerieren.
Teil 3 Während der Fahrt heute musste ich immer an ein Büchlein denken, dass ich mir vor acht Jahren einmal gekauft habe. Darin erzählt Harry Rexin, ein Berufsschullehrer, damals Anfang 60, von seiner Fahrt zum Nordkap in den Sommerferien. Er nahm eine etwas anderer Route als ich, machte aber ganz ähnliche Erfahrung mit dem Wind und der Straße. Er erzählte, dass er sich langsam einen Berg hoch quälte und manches mal sogar schieben musste und wenn er kurz hinter der Kuppe war, dann blies ihm der Wind so entgegen, so dass er bergab noch trampeln musste. So ähnlich ging es mir heute auch, nur dass ich aufgrund meines Fitnessstandes die Berge nicht hoch schieben musste, aber insgesamt war's heut schon sehr langsam.
Die Bäume werden immer kleiner bzw wachsen hier schon nicht mehr so hoch. Peu à peu verändert sich die Natur je weiter man in den Norden kommt.
2000 km - waren die 1000 nicht erst gestern? Ach nein, ist schon wieder 9 Tage her. Jetzt wird gefeiert mit einem Riegel Schokolade.
Dicker Fisch an der Angel!
Nach dem Gegenverkehr. Gut, dass ich mein Halstuch um habe, das kann ich mir dann über die Nase ziehen, wie früher die Cowboys!
Hinter dem Planierfahrzeug geht es etwas besser. 😒
Heute ist der Tag der Fahrbahnerneuerung. Ein Hinweisschild bittet die Verkehrsteilnehmer die nächsten 22 km möglichst zu umfahren. Die Fahrbahn ist hier komplett abgetragen und man muss über den Schotter fahren. Wenn einem ein Auto entgegenkommt wird man in Straßenstaub eingehüllt. Für mich gibt es keine Alternative zu dieser Strecke. Außerdem ist ab 18:00 Uhr Regen angesagt und dann sollte ich möglichst schon mein Zelt aufgebaut haben. Ob das klappt, das weiß ich auch nicht. Also nichts wie los.
Teil 2 Das war heute Vormittag aber im Grunde nicht besser als gestern. Zwar war der Wind zunächst nicht so stark, aber er nahm doch merklich zu. Zu allem Überfluss ging die Route heute Vormittag während der letzten 25 km direkt in den Gegenwind. Das bedeutet pro Windstärke 1 km/h langsamer, also 4-5 Stunden Kilometer weniger. Für die ersten 55 km habe ich jetzt 4 Stunden benötigt. Jetzt liegen noch 70 vor mir. Die Route wendet sich zwar jetzt nach Nordost, aber ich habe den Eindruck, dass der Wind sich auch etwas in diese Richtung gedreht hat. Außerdem kommen jetzt noch reichlich Höhenmeter dazu. Zum Glück ist für morgen ein Ruhetag angesagt.
Ein Elch, ein Elch!
Der Weihnachtsmann wohnt ja bekanntlich am Nordpol. Und jetzt weiß ich auch, dass der Nikolaus nicht aus der Türkei kommt, sondern aus Lappland.😉 Er muss wohl aus religiösen Gründen hierher emigriert sein.
Interessante Baustellenampeltegelung: Die Ampel ist rot und man wartet. Nach einiger Zeit kommt ein Servicegahrzeug dreht und stellt sich vor einen. Auf dem Fahrzeug ist ein großes Schild angebracht auf dem steht "Bitte folge mir!" Die Ampel schaltet sich auf grün und es geht los bis zum Ende der Baustelle. Da ich ja nur einen Radfahrer bin und langsamer fahre als die Autos, habe ich das Ende der Baustelle noch nicht erreicht, als der Servicewagen mir schon mit der nächsten Kolonne aus der anderen Richtung entgegenkommt.
Die Einsamkeit des Inlandsvägen, die Schienen der Inlansbanan sind sein treuer Begleiter. Es scheint, als hätte ich die Straße heute Morgen für mich alleine, ganz selten fährt einmal ein Auto, so gut wie kein LKW. Je weiter ich in den Norden komme, um so spärlicher wird der Verkehr. Klar, hier wohnen immer weniger Leute und es müssen auch immer weniger Menschen versorgt werden. Hier oben kommt mal gerade auf 1 km² ein Einwohner! Das muss man sich mal vorstellen.
Hier ist der Straßenbelag abgefräst. In Schweden macht man dass dann gleich für ein paar Kilometer. Aber es gibt Schlimmeres: Splitt, Schotter, Waldwege, Rasen, Sand ... Das geht hier auch vorbei, wie der Gegenwind nach der nächsten Kurve. Das weiß ich aus Erfahrung und das hilft. 👍😊
Morgenstimmung am Straßenrand
9. Juni 2016 Teil 1 Der Wind ist heute nicht mehr ganz so heftig wie gestern, nur noch Stärke 4, laut Wetterbericht. Dafür ist es gefühlt ziemlich kalt. In der Nacht, eingemummelt im Schlafsack, ist es angenehm warm, aber draußen werden schnell die Finger steif, denn beim Zusammenpacken des Zeltes kann man Handschuhe schlecht gebrauchen. Glücklicherweise haben fast alle Campingplätze Küchen, wo man wind- und kältegeschützt frühstücken kann. Leider ist die Küche nicht geheizt und so muss ich in voller Montur hantieren. Auch 4 Tassen Kaffee (!) wollen heute keine echte Wärme bringen. Vielleicht liegt es auch an der kalten Milch, denn gestern Abend habe ich mir einen Liter Milch für mein Müsli gekauft (Eiweiß, Kalzium) und die muss ausgetrunken werden. So dann mal los! Es geht voran. Beim Kurbeln werden hoffentlich nicht nur die Beine warm. 😅

8 June 2016

Teil 6 Vielleicht war das heute ja auch nur ein Vorgeschmack auf das, was mich am Nordkap erwarten wird. Dazu fällt mir eine Geschichte ein, die Tilman Wandtaler in seinem letzten Buch "Nordkap - Neuseeland" erzählt. Tilman Wandthaler ist über 30 Jahre lang kreuz und quer um den Globus gefahren. Und dann bricht er auf zu seiner letzten großen Radreise vom Nordkap nach Neuseeland. Er fährt also seine erste Tour in umgekehrter Richtung, um dann an seinen 70. Geburtstag in Neuseeland anzukommen und keine großen Touren mehr zu unternehmen. Nun berichtet er von dem Start am Nordkap. Er war verabreden mit einem Freund, um von Honningsvåg zum Nordkap zu radeln. Dort wollte er offiziell seine letzte Reise beginnen. Aber der Wind war so stark, dass der Start verschoben werden musste. Nun hoffe ich, dass der Wind in gut zwei Wochen nicht so stark ist, wenn ich das Kap erreichen will.
Teil 5 Puh, das wäre geschafft! Ich bin ja schon bei ziemlich unmöglich Wetter Fahrrad gefahren, aber sowas wie heute habe ich noch nicht erlebt. Der Wind war schon sehr heftig, permanent Windstärke 5-6 und dazu locker eingestreut ein paar Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h. Oft kann der Wind direkt von vorn und wenn es dann auch noch eine Steigung gab, dann wurden sehr schnell aus den 3-4 % Steigung gefühlte 10-12, d.h. man kam nur im Schneckentempo vorwärts. Da galt es dann immer möglichst locker zu treten, die Gänge runterzuschalten und nicht gegen den Wind zu kämpfen, sondern Kraft sparen, denn der Wind ist sowieso stärker als ich und es geht eher mir die Puste aus als ihm 😉. Alles in allem hat es besser geklappt als ich es mir vorgestellt habe.
Abendessen Diesmal Kartoffeln, Salat und gebratenen Speck. Ganz lecker, nicht zu teuer und gesund, bis auf den Speck.
So, da haben wir es weiß auf blau: Lappland. Aber ich radle doch schon seit 160 km durch dieses Län. Ok, das war bisher Jämtlands Län und nun bin ich in Västerbottens Län, beides gehört zu Lappland. Und wann kommt das erste Rentier?
Wenn doch jemand dem Wind und den Wellen Einhalt gebietet würde!
Pause im Windschatten des ica-Supermartes in Hoting nach 85 km. Ich sitze direkt neben dem Postkasten. Da kommen allerlei Leute vorbei. Eine ältere Dame zeigt auf mein Fahrrad und meint zu mir: "Da hast du heute aber ganz schön schwere Arbeit zu leisten!" Ich stimme ihr zu: "That is what you say!" Eigentlich wäre das mein Tagesziel gewesen, doch ich habe noch anderes vor 😗
Plötzlicher Stau auf dem Inlandsvägen! Was ist hier denn los? Der Sturm hat einen Baum umgelegt und die schwedischen Autofahrer versuchen mit vereinten Kräften den Baum zur Seite zu bewegen. Aber es klappt nicht! Dann versucht es einer mit seinem Offroad, doch das Abschleppseil reißt dreimal. Darauf hin schiebe ich mein Fahrrad langsam an dem umgefallenen Baum vorbei und setzte meine Fahrt fort. Es dauert eine ganze Weile bis mich die gestauten Autos wieder einholen. 😊
Diese Wellen sagen alles!
Abiturienten in Strömsund auf dem Weg zur Kirche
Teil 4 Als ich über die Brücke nach Strömsund hinein komme, steht auf dem Radweg fröhlich winkend ein Mann und wartet schon auf mich. Es ist der Franzose, den ich gestern schon in Östersund getroffen habe. Er ist unterwegs Richtung norwegische Grenze, weil dort noch 3 m Schnee liegen und er Skilaufen möchte. Ich hab's doch gesagt, ich bin im Winter angekommen! Wenn ich ihn das nächste Mal treffe, dann frage ich ihn wie er heißt und mach ein Foto von ihm.
Teil 3 Strömsund nach 35 km, Zeit für die erste Pause. Dieser Wind, oder soll ich besser sagen dieser Sturm, ist schon was besonderes. Man muss seine Fahrweise ganz schön anpassen, immer schön leicht treten! Die Geschwindigkeit ist völlig egal, Hauptsache ich komme vorwärts. Respekt habe ich, wenn mich mal wieder so ein riesiger Holz-LKW mit Anhänger überholt und mich seine Luftverwirbelungen zusätzlich zum Wind an die Seite drücken. Zum Glück kommt der Wind für mich eher von links, so dass mich die Böen nicht auf die Straße treiben. Das ist gut so. Trotz der mittlerweile 7° ist es durch den Wind so kalt, dass man nicht ohne Handschuhe draußen sitzen kann. Die meisten Menschen, die mir entgegen kommen sind ziemlich dick eingemummelt.
Schöner Blick Richtung Strömsund
Nett
So etwas ißt man hier
Und wieder einmal kreuzen sich Inlandsvägen und Inlandsbanan
Das ist die Hauptverkehrshalsschlagader durch die Mitte Schweden auf dem Weg in den Norden. Kaum zu glauben was hier für ein Verkehr herrscht.
Ich sehe doch eher aus wie ein Skilangläufer, denn ein Radfahren😊. Aber sowas trägt man hier in Lappland!
Teil 2 Ich komme mir vor, als fahre ich nicht nur zum Nordkap, sondern quer durch die Jahreszeiten in umgekehrter Reihenfolge. In Deutschland bin ich sozusagen im im Herbstregen bei frischen Temperaturen um 11° gestartet. Als ich nach Südschweden kam überraschte mich der Sommer. Zwischenzeitlich war es 25-29° warm. In Mittelschweden fuhr ich durch den milden Frühling bei 15-20°. In Lappland bin ich bei winterlichen Temperaturen angekommen. Na, da bin ich mal gespannt, was jetzt noch alles kommt. Auf geht's zur nächsten Runde!
8. Juni 2016 Teil 1 Draußen ist ganz schön was los! Der Wind bläst mit einer Stärke von 5-6, zwischendurch Böden mit bis zu 75 Stundenkilometern. Aber, bei all dem habe ich noch etwas Glück, denn der Wind weht aus Nordwest und ich fahre Richtung Nordost, so dass ich den Wind nicht frontal von vorne bekommen werde, sondern eher von der Seite. Es ist 4°, aber es fühlt sich an wie um den Gefrierpunkt. Dementsprechend bin ich auch heute sehr winterlich gekleidet. Unterhemd, T-Shirt, Langarmshirts, Windweste und Radjacke, dazu eine Mütze unter dem Helm, Skistrümpfe an den Füßen und Winterhandschuhe an den Händen. So müsste es eigentlich gehen.
Nein, das ist nicht mein Zelt, aber sieht immer wieder schön aus, so ein Tipi.
Nach stürmischer Nacht im Nordwestwind, zeigt die Fahne an, was mich heute erwartet. Höre grad beim Frühstück Frank Sinatras "summer wind", passt irgendwie vom Titel heute .

7 June 2016

Teil 4 Als ich in Östersund das Fahrrad auf der Fußgängerinsel fotografierte, sprach mich Mann an. Wie das dann immer so ist, man tauscht sich auf Englisch aus, meist wird nach dem woher und wohin gefragt. Als er erfuhr, dass ich Deutscher bin, wechselte er ins Deutsche. Er sprach sehr gut Deutsch. Es war kein Schwede, es war ein Franzose, der hier in Östersund für den schwedischen Biathlonverband tätig ist und Touristen betreut. Ein paar Minuten später verfuhr ich mich auf dem Weg zum Inlandsvägen und stand plötzlich in einer großen Sportarena. Es war das Biathlon-Stadion in dem jährlich das Biathlon-Weltcup-Rennen ausgetragen wird, aber es war nichts los. Ansonsten hat mich Östersund nicht so sehr beeindruckt, ist wohl eher ein Anziehungspunkt für den Wintersport. Na ja, eine Stadt muss ja nicht schön sein um einen Biathlon-Weltcup austragen zu können. Sowas gibt es ja auch in Gelsenkirchen 😉
Teil 3 Heute hat sich das Wetter geändert. Es war der erste Tag an dem es nicht ausschließlich sonnig war. Gegen Mittag kamen Wolken auf und der Wind nahm an Stärke zu. Zwischendurch waren kräftige Böen dabei, so dass es nicht einfach war das schwere Rad in der Spur zu halten. Zum Glück kam der Wind aus Nordwestlicher Richtung und meine Route führte in Nordöstliche Richtung, so dass ich Seiten-Rückenwind hatte. Für morgen sind stärkere Winde und Böen angesagt. Heute ging es wieder ganz schön rauf und runter. Insgesamt waren drei Berge dabei, jeweils mehr als 450 m hoch, mit Aufstiegen von 100-150 m, so dass sich die Höhenmeter heute wieder auf fast 1000 summierten. Aber die Berge waren gut zu fahren, so dass ich mein Tagesziel nach etwas mehr als 7 Stunden Fahrzeit und circa 9,5 Stunden Reisezeit erreichte.
Davon lebt man wohl hier im hohen Norden Schwedens
Nett
Man muss hier oben schon ziemlich aufpassen! 😉
Östersund Im Winter ein Hotspot des Biathlon. Hier wird jeweils der erste Welt Cup im Biathlon ausgetragen! Im Sommer: nix los 😅
Schweden: Fahrradliebendes Land
Teil 2 Nun bin ich in Östersund. Die Fahrt hierhin war sehr angenehm und abwechslungsreich. Zunächst ging's auf dem Inlandsvägen, da merkt man, dass Wochenende und Feiertag vorbei sind. Dann habe ich nach 30 km die Hauptverkehrsstraße verlassen und bin wieder über eine geschotterte Nebenstraße gefahren, weil ich die Strecke dadurch um circa 10 km abkürzen konnte. Ich hab es nicht bereut, denn die Straße führte über eine Höhe mit tollen Ausblicken, immer wieder auf das Fjell, rechts und links Löwenzahnwiesen, Weiden mit Pferden und dahinter kleine, typisch schwedische Häuschen. Man könnte glauben, dass Sven Nordqvist sich hier seine Ideen für die Geschichten von dem alten Pettersen und seinem Kater Findus geholt hat.
Immer wieder ein herrlicher Blick aufs Fjell.
Löwenzahn, einer meiner Lieblingsfrühlingspflsnzen
Im Hintergrund die schneebedeckten Berge!
Was buntes am Rande!
Hier ist Frühling und der Löwenzahn blüht immer noch!
7. Juni 2016 Teil 1 So, das Fahrrad ist gepackt, es kann losgehen. Heute nun die dritte Etappe nacheinander mit circa 130 km. Es ist 12° draußen teils bewölkt und es wird noch einmal über 20° warm werden, dann folgt ein Temperatursturz bis in den einstelligen Bereich für die nächsten Tage. Der Campingplatzbetreiber sagte mir, dass es am Wochenende sogar Nachtfrost geben kann. Am Freitag können sogar die ersten Regentropfen kommen. Nehmen wir es so wie es kommt und freuen uns an diesem Tag. Carpe Diem. 😊
Meine Kaffeemaschine!
Ob das reicht für 130 km? Ich glaube nicht!
Nein, ich esse keine Pizza am Morgen, sondern das ist ein Njalla von Polarbröd mit Tomatenmark und Käse, zusammengeklappt für unterwegs.
Frühstück am See - guter Start in den Tag.

6 June 2016

Teil 5 Jetzt bin ich am Störsjön, dem fünftgrößten See Schwedens. Es ist ein kleiner, einfacher Platz diesmal ohne Küche, dafür mit einem wunderbaren Blick von der Südspitze. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich mich schon an diese tollen Seeblicke gewöhnt habe. Irgendwie möchte ich mir den Eindruck bewahren und mit dem Herzen fotografieren ❤️📷.
Teil 4 Die 130 km heute waren abwechslungsreicher als gestern. Weil es nicht durch die Berge ging und die Landschaft weiter wurde, lagen auch mehr Örtchen auf der Strecke. Der Blick konnte heute viel mehr in die Ferne schweifen als gestern und bleib nicht ständig an den Bäumen rechts und links der Straße hängen. Als ich mich Svenstavik langsam näherte, konnte ich in der Ferne schon die schneebedeckten Berge des Oviksfjällen mit Gipfelhöhen von 1372 Meter sehen. Dann kam ich auch schon durch den Wintersportort Åsarna. Hier gab es ein riesiges Outlet Geschäft für Sportartikel. Vor einem anderen Geschäft standen einige Snowmobile und ein überdimensionierter Quad. Ich habe den Eindruck, dass die Schweden Motorfahrzeuge aller Art lieben. So viel alte Liebhaberautos, Harley-Davidson Motorräder oder Aufsitz-Rasenmäher, habe ich noch nie gesehen.
Teil 3 Was ist heut für ein Tag? Heute ist der schwedische Nationalfeiertag, der Tag der Nationalflagge 🇸🇪🤓 "Der schwedische Nationalfeiertag wird am 6. Juni begangen. Er wurde mit der Verfassungsreform 1974 als Tag der schwedischen Flagge offiziell eingeführt. Erst durch Verordnung im Jahr 1983 erhielt er den Status als Nationalfeiertag; 2005 wurde er zu einem arbeitsfreien Feiertag in Schweden." (Wikipedia)
Kleiner Zeltplatz am Storsjön
Was ist heut für ein Tag?
Mobil im Fjell Bild 1: Winter Bild 2: Sommer
Skigebiet hier. Das Fjell ist nicht weit, ich habe die schneebedeckten Berge aus der Ferne schon gesehen. 🏔
Wie viel Farben grün gibt es hier im Frühling?
Was ist heut für ein Tag?
Pause - schöner Platz
Ytterhogdal Das erste Drittel ist geschafft mit wenig Wind, solange ich nach Osten fuhr, aber dennoch flott.
Was ist heut für ein Tag?
Mitten in Schweden!
Wieder ein interessanter Kirchturm!
Eine wunderbaren Natur durch die ich radle! Das Grün in tausend verschiedenen Abstufungen, das Blau des Himmels und der Seen in einer Fülle von Tönen, das Braun der Baumstämme, das Grau der Felsen, das Gelb der Sonne und das Weiß der Wolken. Mit solch einer Üppigkeit hat der Schöpfer diese Welt beschenkt. Ich fühle mich mitten im Lob des Psalmisten aus Psalm 8. Ich danke Gott ganz besonders für den Wind, der heute nur sanft weht und diesen Tag für mich zu einem ganz entspannten macht, wenn es so bleibt.
Was ist heut für ein Tag?
Teil 2 Heute steht die Strecke von Sveg nach Svenstavik kurz vor Östersund auf dem Plan. Knapp 130 km, aber das Profil ist heute moderat, es gibt kaum steile Anstiege, alles läuft in langen Wellen. Unterwegs sieht es dann noch mal anders aus, aber von der Papierform ganz o. k. Ich hoffe, dass der eingezeichnet Campingplatz existiert, bin mir da nicht so sicher, sonst muss ich wieder vom "Jedermannsrecht" gebrauch machen.
6. Juni 2016 Teil 1 Zwei Wochen sind schon vorbei und heute werde ich die Hälfte zum Nordkap zurückgelegt haben, noch 1000 km in Schweden und 500 km in Norwegen. Das ging irgendwie schnell, wenn man das bei einer Radreise überhaupt sagen kann. Bisher habe ich ja noch keinen Ruhetag eingelegt. Das ist gut, wenn man so einen Tag noch in petto hat, denn es könnte ja auch mal eine Regenperiode kommen, und dann habe ich die Möglichkeit zu pausieren. Solange ich körperlich fit bin und die Wetterlage stabil bleibt, fahre ich weiter. 🚵

5 June 2016

Teil 4 Landschaftlich ging es durch den Wald, d.h. rechts und links Bäume, selten einmal ein Ausblick auf einen See, aber kein Fernblick über die Höhen. Das war schade. Von daher war die Strecke heute nicht abwechslungsreich. Das waldreiche Gebiet zwischen Orsa und Sveg ist eigentlich Bärengebiet, aber es hat sich kein Bär sehen lassen. Das wäre doch mal spannend geworden! Gestern sprach ich in Orsa auf dem Campingplatz mit einem Schweden über dieses Bärengebiet. Er sah das ganz entspannt und meinte, dass es keine Probleme hier mit Bären gäbe. Das deckt sich mit all dem, was ich gelesen habe. Die Bären sind sehr menschenscheu und meiden den direkten Kontakt mit uns. Deswegen bekommt man einen Bären sehr selten zu Gesicht, es sei denn man begibt sich auf eine Bärensafari. Doch dafür muss man tief in den Wald hinein und sich auf die Lauer legen. Dafür gibt es in manchen Gegenden hier extra bestimmte Beobachtungshütten.
Teil 3 Das war wohl heute die Königsetappe! So hoch wie heute werde ich auf der ganzen Tour nicht mehr fahren, aber die Höhe alleine macht es nicht aus, sondern wie viel Aufstiege zu bewältigen sind. Heute waren es vier Kletterpartien jeweils auf über 500 Metern, zweimal sogar auf 575 Meter. Insgesamt waren heute weit mehr als 1100 Höhenmeter zu bewältigen mit Steigungen von bis zu 8 % und Aufstiegen von jeweils 100-150 Metern. Wer glaubt, zwischendurch konnte man bergab rollen, der hat sich getäuscht. Über 125 km blies mir ein kalter Nordwind entgegen bei dem man sogar bei leichtem Gefälle in die Pedalen treten musste.
Endlich angekommen nach der Königsetappe 🚵
Heute ist Sonntag, da fahren wir zur Kirche bzw Kapelle. Nicht schön, aber selten 💒
Ein schöner klarer Bergsee.
Koppången - Naturschutzgebiet und eines der größten Moore Dalarnas. Leider von der Straße aus nicht zu sehen. Der Wald sieht hier ziemlich gewöhnlich aus.
Inlandsbanen kreuzt Inlandsvägen
Der nächste Marathon, allerdings wohl hier nicht über die klassische Distanz von 42.195 km, aber für Läufer und Radfahrer! O. k., bis zum 24. Juni kann nicht hier nicht bleiben.
Na, wenn das keine Ansage ist!🚵
Gepacktes Rad, heute mit Wassersack, weil es auf den nächsten 120 km kein Geschäft gibt. So bin ich unabhängig, auch wenn ich keine Quelle finde!
Teil 2 Heute wartet wieder eine lange Etappe auf mich. Es stehen 125 km auf dem Routen- Plan. Es geht in die Mittelgebirge. Nach 10-15 km muss ich von 200 m Höhe auf 550 m Höhe klettern. Habe ich das Gröbste wohl hinter mir, obwohl es ständig auf und ab gehen wird. Draußen ist es sonnig aber mit 8° noch relativ frisch. Das Wetterradar zeigt für heute, dass es sonnig bleibt, aber nicht über 17° warm wird. Man merkt, dass wir schon ziemlich weit im Norden sind. Der Wind weht natürlich wieder von Nord, also aus der Richtung in die ich muss. Aber ich will mich nicht beschweren, denn das Wetter bisher in Schweden ist einfach nur Klasse!
Mein Reich an diesem Sonntagmorgen.
5. Juni 2016 Teil 1 Start in einen neuen Tag. Dieser Campingplatz ist ein echter Hotspot. Bisher habe ich es ja immer so erlebt, dass so gut wie gar nichts auf den Campingplätzen los war, doch hier ist es anders. Es mag am langen Wochenende liegen oder aber an diesen Ort, der malerisch am Orsasee liegt mit flachen Sandstränden und einer wunderschönen Kulisse. Jedenfalls sind morgens ab 6:30 Uhr schon viele Menschen zu den Waschräume unterwegs. Hier auf dem Campingplatz sind schätzungsweise 2000-3000 Leute, aber nur zwei Zelte! Zwei deutsche Männer vom Bodensee, die ich am letzten Sonntag schon einmal getroffen habe und ich. Und da die meisten Leute ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen haben, in dem sie kochen und essen, habe ich die gut eingerichtete Küche mit Herd, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Mikrowelle, Backofen, Kühlschrank und so weiter ganz für mich. Ein großer Tisch, auf dem ich all meine Sachen ausbreiten und gleich wieder einpacken kann. Das gefällt mir gut. 😊

4 June 2016

Abendstimmung am Orsasee. Gute Nacht! ⛺️
Teil 3 Wenn ich einsame Straßen fahre, dann fühle ich mich ein bisschen wie auf einer Elch-Safari. Mein Rad rollt fast lautlos über den Asphalt, nur die Reifen surren leise und ich halte nach rechts und links Ausschau, ob ich einen dieser Riesenhirsche erspähe. Vielleicht kreuzt er im nächsten Moment die Straße, weil der Wind mir entgehend steht und er mich nicht wittert! Vielleicht entdecke ich auf der anderen Seite eines Sees, wie er sich zum Saufen ins klare Wasser begibt. Aber leider haben sich meiner Vorstellungen und Erwartungen noch nicht erfüllt. Immerhin habe ich noch viele hundert einsame Landstraßenkilometer vor mir, um einem Elch in seiner natürlichen Umgebung zu begegnen.
Teil 2 Ein schöner Tag heute. Der Start auf dem Inlandsvägen war ruhig. Die Schweden schlafen wohl gern länger und es dauerte bis die Autos und vor allen die Wohnmobile und Gespanne mehr wurden. Immerhin ist langes Wochenende in Schweden, da am 6. Juni nicht gearbeitet wird. Die Landschaft wird zunehmen so, wie man dich Schweden vorstellt: viele Wälder, ab und an rote Holzhäuser mit weißer Veranda, dazwischen stille Seen, mit Felsen oder bewaldeten Inseln, am Ufer eine einladende skandinavische Tischbank. Ich bin heute einmal für ca. 5 km vom Inlandsvägen abgewichen und eine geschotterte Nebenstraße gefahren, aber ich habe es nicht bereut. Es war ein wunderschöne Landschaft mit zwei netten piktoresten Siedlungen entlang von Seen. Was mir auffällt, man sieht selten ein Boot auf einem See. Das ist sicherlich an der Küste anders, ähnlich wie in Norwegen. Dort kommt auf einen Einwohner, glaube ich ein Boot.
Wer viel strampelt muss auch gesund essen. Couscous, Tomatensalat und Spiegeleier, Kohlenhydrate, Vitamine, Eiweiß und etwas Fett.
Campingplatz in Orsa
Orsa Sjörn
Vasa-Monument in Mora Zum Gedenken am Gustav Vasa, dem König, der den Schweden die Unabhängigkeit von Dänemark brachte, wurde dieses Monument errichtet. Von hier aus findet jährlich auch der berühmte Vasa-Lauf stand, eine Art Skilanglauf-Marathon statt.
Dala-Pferd in Mora Ursprünglich Spielzeug, heute Markenzeichen einer ganzen Region, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Dörfern rund um Mora entstand.
Silkansfors Skogsmuseum. Hier stand eine Eisenhütte, Schmelzofen undKöhlerhütte sind noch zu sehen.
Schwedische Nationalfarben am Wegesrand, 🇸🇪 hej sverige!
Man kann gar nicht so viele Pausen machen wie es schöne Stellen hier gibt.
4. Juni 2016 Teil 1 Seit heute fahre ich auf dem Inlandsvägen Richtung Norden. Diese Straße führt mich bis zu finnischen Grenze, ich kann mich also nicht mehr verfahren! Diese Straße ist natürlich durchgehend aphaltiert, die Steigungen sind bisher moderat, leider bläst mir ein kalter Nordwind entgegen und das Thermometer klettert bisher nicht über 12°. Obwohl der Inlandsvägen einer der beiden großen Nord-Süd Verbindungen durch Schweden ist, herrscht kaum Verkehr. Das mag sicherlich auch am Wochenende liegen. Für die Schweden ist es ein langes Wochenende, denn Montag, der 6. Juni, ist Nationalfeiertag. Die Landschaft hat sich in den letzten 2-3 Tagen sehr verändert. Zwischen den einzelnen Orten liegen viele Kilometer, einkaufen kann man manchmal erst nach 70-80 km. Es gibt kaum noch bewirtschafte Agrarflächen, sondern viel Wald, Felsen und Seen. Ich denke, dass viele Menschen hier von der Forstwirtschaft leben.
Netter Rastplatz mit Gästebuch und Elchzeichnung
Typischer Wald in Mittelschweden
Viele Grüße an Kai Thomalla und Andreas Baer 🏃🏻
Meine Straße bis zur finnischen Grenze, nur ca 1280 km. 🏁
Auf geht's zur nächsten Etappe. Nur noch 12°, Sonne, aber kalter Nordwind.

3 June 2016

Teil 5 Dass hier nicht alle Straßen asphaltiert sein können, ist verständlich, wenn man bedenkt wie groß Schweden ist (450.000 km2) und wie wenig Menschen hier wohnen (9,5 Millionen). Um so erstaunlicher ist es, dass es in allen Orten (!) durch die ich bisher gefahren bin Radwege gibt. Oftmals kombiniert mit dem Fußweg oder manchmal auch nur auf der Fahrbahn durch eine weiße Linie abgetrennt, aber es zeigt, dass die Schweden den Radverkehr im Alltag fördern. Die Autofahren respektieren die Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer und nehme Rücksicht. Hier könnten deutsche Verkehrsplaner was lernen, vor allem, wie man mit einfachen Mitteln was verändern kann.
Teil 4 Die Strecke führte meist durch bewaldetest Gebiet, kein Wunder, denn Schweden ist ja zu 52% mit Wald bedeckt. Zwischendurch durch gab es dann auch ein paar schöne Ausblicke. In dieser Gegend gibt es auch Elche. Einwohner hatten ein kleines Hinweisschild aufgestellt. Leider hat sich keiner sehen lassen. Außer ein paar Salamander und Borkenkäfer haben keine Tiere die Straße gekreuzt. Dafür begegneten mir heute einige Baufahrzeuge, denn ein Teil der Schotterstraße wurde erneuert. Dazu wurde er richtig nass gemacht, so dass die Reifen gut einsanken. Diese Strecke kostete schon Kraft. Man kann also nicht immer an den Tageskilometern und Höhenmetern ablesen wie herausfordernd ein Strecke ist. Es waren heute nur 92km und 800 Höhenmeter, aber anstrengender als eine Fahrt zum Kahlen Asten bei uns.
Teil 3 Hier in Schweden habe ich eine doppelte Navigation! Einmal mein elektronisches Garmin Navi und dann kopierte Straßenkarten für den Überblick. Nach der Erfahrung gestern gemacht habe, weiß ich, dass es ratsam ist keine Straße mehr zu benutzen, die hier nicht eingezeichnet ist. Zudem sind die Nebenstraßen in zwei Stärken verzeichnen, die dünner gezeichneten Straßen sind nur geschaut hat, die etwas breiter gezeichneten Straßen asphaltiert. Laut Karte sollte meine heutige Route über viele Kilometer auf einer Schottenstraße verlaufen. Deswegen habe ich mich nach einer Alternative umgeschaut und auch eine gefunden. Diese bedeutete vielleicht 1-2 km Umweg, aber unterm Strich ein schnelleres und bequemeres fortkommen. Als ich an die Stelle kam, wo die Alternative beginnen sollte, gab es dort ein Hinweis, dass diese Straße gesperrt sei. So musste ich doch auf meine alte Route ausweichen und in der Tat führte sie über 21 km auf geschotterten Untergrund.
Teil 2 Na das war ja nen Ding mit der Route heute. Die ersten 12 km waren ganz angenehm, dann krame ich zum letzten liege auf meiner Tour. Da bin ich schnell eingekehrt habe mir ein Joghurt gekauft, noch ein Eis gegönnt und ein Brötchen für die Weiterfahrt mitgenommen. Auf den Kauf einer Wasserflasche habe ich verzichtet, blöd, denn es gab bis zum Ende der Route keine Möglichkeit mehr Wasser zu kaufen. Auf einer Strecke von 80 km gab es keine Möglichkeit einzukaufen. Ich hatte also nur 2 × 0,7 l zur Verfügung und unterwegs nur einmal an einem Bach Wasser gefiltert. Da das Wasser aber bräunlich aussah habe ich davon Abstand genommen Mehr Wasser davon zu mir zu nehmen. Safety First!
Die ersten Dalapferde, die ich gesehen habe, wenn auch nur im Aufenthaltsraum an der Wand.
Bild 1: Auf dem Selbstbedienungs-Campingplatz in Vansbro Bild 2: Campinghütte
Hier blüht noch der Löwenzahn
Natur pur 🏞
Pause im Schatten meines voll gepackten Rades. Auf dem Gipfel des vorletzten Berges. Noch einmal 100 Höhenmeter bergab und das Ganze wieder bergauf über die letze Höhe und dann geht's für heute nur noch abwärts, Juhuu!
Wenn man mal einen Berg geschafft hat,kann man auch weit gucken 😊
Am Rande
Durch den Wald, jetzt in Dalarna. Mal sehen, wann mir das erste rote Dalarna-Pferd begegnet.
Bild 1: Meine ausgearbeitete Route: wie ich mittlerweile gelernt habe, sind die ganz kleinen Straße nicht asphaltiert und möglichst zu meiden! Bild 2: meine angedachte Alternative über eine asphaltierte Straße, vielleicht den einen oder andern Kilometer weiter aber viel besser zu fahren. Bild 3: Das ist die Realität! Meine Alternative ist nach 8,8 km gesperrt. Ich muss auf meine ausgearbeitete Route ausweichen. Und die nichtasphaltierte Straße wird wahrscheinlich 21 km lang sein. Na dann packen wir es an!
Letzter Lidl vor dem Nordkap!
Alternative? Nein danke!
3. Juni 2017 Teil 1 Auf geht's! Eigentlich stand für heute der erste Ruhetag auf dem Programm, auch um meine Wäsche zu waschen. Aber da ich das gestern Abend schon alles erledigt habe und der Campingplatz nicht gerade so einladend ist, dass es sich hier lohnt länger zu bleiben, habe ich beschlossen heute weiter zu fahren. Zudem stehen nur 90 km auf dem Programm, allerdings mit etlichen Höhenmetern. Schauen wir mal wie's wird. 🚵. Ich hoffe, dass ich heute nur über asphaltierte Straßen fahren muss, sonst muss ich mir eine Alternative ausdenken.

2 June 2016

Teil 5 Es war eine sehr einsame Strecke auf der mir im Anfang ein Auto begegnet ist, ansonsten sah ich selten mal ein Haus und kam nur durch eine kleine Ortschaft. Dort gab es immerhin für 500 m Asphalt! Die Strecke war so einsam, dass man sich vorstellen konnte hier einem Elch oder Bären zu begegnen. Doch das einzige Wildtier, dass ich sah war ein kleiner Salamander. Dennoch war es eine atemberaubende Landschaft, immer wieder vorbei an einsamen Seen.
Teil 4 Nach einer kleinen Mittagspause bei Lidl in Filipstad begann der zweite Teil der heutigen Tour und der hatte es in sich! Der Weg führte über 40 km auf einer Nebenstraße. Doch diese Nebenstraße war nicht asphaltiert! Im Anfang lag Kies und man konnte froh sein, wenn Autos bereits eine Spur gefahren haben, in der man sich halbwegs vernünftig vorwärts bewegen konnte. Später war der Belag aus groben Kieselsteinen. Die Krönung aber waren Furchen von Erntefahrzeugen, die vor Wochen in den feuchten Boden gefahren worden waren und nun durch die Hitze ausgetrocknet sind. Diese Furchen waren bis zu 15 Zentimeter tief. Die Strecke war ein ständiges auf und ab und hatte drei giftige Berge mit Steigungen von bis zu 10 %! Das wäre die richtige Tour für ambitionierte Mountainbike Fahrer gewesen, aber die schleppen nicht ihr Gepäck mit über die Berge😉
Teil 3 Das war heute die Tour der Extreme. Heute Vormittag ging es extrem flott voran. Für die Strecke vom Campingplatz in Degerfors bis nach Filipstad, das sind 67 km, habe ich 3:15 Stunden Fahrzeit gebraucht, obwohl es ein welliges Terrain nicht immerhin 400 Höhenmeter waren. Ich habe auch gerätselt, woran das denn lag. 1. Die Strecke verlief heute in Nord-nordwestlicher Richtung. Da der Wind weiterhin aus Nordöstlicher Richtung kam, hat er mich nicht mehr so sehr gebremst. Zudem war er wesentlich schwächer als in den letzten Tagen. 2. die Strecke führte über gut ausgebaute Straßen mit einem flotten Asphalt. 3. Es war zwar ein ständiges auf und ab, aber die Steigungen waren leicht, meist nur 1 bis 2 %. 4. in den vergangenen zehn Tagen hat sich wohl auch meine Kondition verbessert. Im übrigen hatte ich bisher keinerlei konditionelle oder muskuläre Probleme.
Einsame Insel gefällig?
Einfach nur so! So schön kann es an einer einsamen Landstraße sein. Fehlt nur noch der Elch!
Auch so können Nebenstraßen aussehen: Schotter und ständiges auf und ab!
Pause bei LIDL in Filipstad. Das war ein Ritt! 67 km mit 3:15 Stunden, trotz welligem Gelände. Heute kaum Wind und wenn, dann von der Seite und leicht im Rücken 😊. Auf dem nächsten 30 km kommen die Berge. 🚵
Einfach schön!
Berglags-Kanalen
Buswartehäuschen, schwedischer Stil!
Ein Wirrwarr an Radwegen um einen Verkehrsknotenpunkt. Ohne mein Navi hätte ich mich noch mehr verfahren. Die türkisfarbene Linie ist mein Track.
So sieht ein begleitender Radweg in einer größten Stadt aus (Karlskoga).
Teil 2 Heute ist wieder wirklich schönes Wetter. Die Sonne scheint und einige Wölkchen sind am Himmel. Es ist schon 17° warm. Ich bin nun seit Freitag in Schweden und habe nur schönes Wetter. Manchmal ist der Himmel leicht bewölkt, so dass die Sonne nicht so herunterbrezel, aber es ist ziemlich warm und trocken. Selbst wenn ich am Morgen mein Zelt feucht einpacken muss, weil es noch vom Morgentau nass ist, so trocknet es abends in der Sonne in wenigen Minuten. Unvorstellbar, was zur Zeit wettermäßig in Deutschland los ist. Man merkt deutlich, dass das Wetter in Schweden nicht so sehr vom Atlantik bestimmt. Die Ostwetterlage ist viel stabiler. Da nehme ich es gerne in Kauf, täglich gegen Ost-Nordost Wind anzukämpfen. Heute steht wieder eine lange Etappe von mehr als 120 km auf dem Programm. Außerdem geht es heute zum ersten Mal wieder richtig in die Berge.
2. Juni 2016 Teil 1 Um 4:00 Uhr war ich das erste mal wach und die Helligkeit zeigte mir an, das ist Zeit wird aufzustehen, doch mein Körper meinte" jetzt noch nicht". um kurz vor sechs bin ich dann aufgestanden und die Routine begann: Doris kurz anrufen und Lebenszeichen geben, Zelt ausräumen und einpacken, Packtaschen vorbereiten und ab zur Küche, Frühstück vorbereiten und gemütlich frühstücken mit frisch gebrüteten Kaffee, Müsli und Brot.
Mein Frühstückstisch in der Camperskitchen. Ok, ich hab für das Bild vorher aufgeräumt 😉
Schönes Wetter ist auch für heute wieder angezeigt ☀️🏞😅

1 June 2016

Teil 3 Mittlerweile sind die Tage lang und die Nächte kurz. Ich bin nun schon auf der Höhe von Stockholm und die Sonne geht um kurz vor 4 Uhr auf und nach 22 Uhr unter. Ich sitze im Zelt, ohne künstliches Licht und es ist noch taghell. Das ist schon anders als in Deutschland. In knapp zwei Wochen bin ich, wenn alles klappt, am Polarkreis und dann geht diese Sonne gar nicht mehr unter. Das ist schon beeindrucken mit den langen Tagen.
1. Juni 2016 Teil 1 Heute ging die Etappe von Mariestad am Vänernsee in Väster Götland nach Degerfors in Värmland. Zur Entspannung nur 99 km. So konnte ich es ruhig angehen lassen und mir mehr Zeit für Pausen gönnen. Wenn kein See mit Picknickplatz in der Nähe ist, dann suche ich meist eine Kirche mit umliegenden Friedhof, denn da gibt es immer ein Bank und frisches Wasser. Die Route ging meist über Nebenstraßen und die Bundesstraßen, die ich nehmen musste, waren auch nicht mehr so wild. Der Verkehr hier im Mittelschweden hat merklich abgenommen. Die Nebenstraßen sind so ruhig, dass man selten ein anderes Fahrzeug zu Gesicht bekommt. Allerdings sind die nicht so begradigt, d.h. es geht immer auf und ab, und man muss ständig das Tempo anpassen. Ein echtes Intervalltraining.
Jag älskar sverige 😳
Jetzt schon mal in Mittelschweden
Das schwedische Ferienhaus von Rumpelstilzchen (Geheimtipp). 😉
Birkenlund
Am Götakanal zwischen Vänernsee und Vetternsee. Eine der 58 Schleusen auf seinem 190 km langen Weg quer durch 🇸🇪.
Päuschen im Schatten an der Kirche. Da gibt's auch frisches Wasser 💧
Guten Morgen vom Vänernsee

31 May 2016

Teil 5 Als ich um 19:30 Uhr hier ankam, war die Rezeption nicht besetzt. In der Nebensaison nur am Wochenende! Man kann die Nr einer Zentrale anrufen und landet bei einer Computerstimme. Alles auf Schwedisch 😒Leider ist der Zugang zu den Sanitären Einrichtungen nur mit einer Chipkarte möglich. Und nun? Zum Glück fand sich ein netter älterer Schwede, der zwar kein Englisch sprach, mir aber seine Karte lieh. 😅So konnte ich wenigstens duschen und mit Wasser für morgen früh besorgen. Noch mal gut gegangen, denn nach einem Tag in der Wildnis brauchte ich dringend ne Dusche. 💦
Teil 4 Somit zog sich die Etappe und verlangte mir alles ab. Hat mich dann doch einen einen Marathonlauf erinnert, bei dem ich mich auch selbst motivieren muss, um durchzukommen. Ich schmeiße dann das Kopfkino an und hacke die verbliebene Distanz klein, motiviere mich mit kleinen Belohnungen, wie "ein Stück Schokolade bei Kilometer 90" oder versuche die Strecke, die ich noch fahren muss, auf einer meiner Hausstrecken vor: "Jetzt nur noch einmal um die Biggesee! Dann bin ich da."
Teil 3 Nun bin ich am Vänernsee angekommen. Da ist schon ziemlich weit im Norden, denn z.Zt geht hier die Sonne erst um 22 Uhr unter und bereits um 4 Uhr wieder auf. Es wird Zeit, dass ich bald meine Schlafmaske aufsetzte, sonst werde ich zu früh wach. Die Etappe war heute sehr anstrengend über 134 km. Während der ersten gut 50 km ging es ohne große Kurven auf einer alten Bahntrasse. Das ist ja ganz nett, weil wenig Steigungen, aber im Laufe der Zeit auch eintönig. Den ganzen Tag blies der Wind wieder aus nordöstlicher Richtung, also mir direkt entgegen. Am Nachmittag mit starken Böen, dass ich kaum auf 15 Stundenkilometer kam. Dazu wurde es immer wärmer. Mein Thermometer an der Packtasche funkte Werte bis 29 Grad.
Die ersten 1000 km sich geschafft 😅.
Uf de schwedsche Eisenbahne gibst gar viele Haltstatione Dalum, Bliddberg, Humla, Trädet, Åsarp, Kinnarp 🚂
Schnurgeradeaus auf einer ausgedienten Bahntrasse bis nach Falköping. Ich freue mich schon, wenn rechts und links nicht nur Bäume stehen. Das wird auf die Dauer ein bisschen langweilig 😕.
Teil 2 Ungefähr 4-5 Mücken habe ich in meinem Innenzelt entdeckt! Drei davon hatten sich an meinem Blut gelabt. Fürs Frühstück bedeutet das allerdings, dass ich wieder, trotz der angenehmen Wärme draußen, mit Fahrradjacke, lange Hose und Mückennetz über dem Kopf vor dem Zelt sitzen muss. Meine Strategie geht auf, ich bin nicht weiter gestochen worden! Allerdings bin ich mit meiner gelben Radjacke, in meinem grünen Stuhl, nun Landeplatz für allerlei anderes Getier, dass mich wohl mit einem kleinen Rapsfeld verwechselt. Was man hier so alles erlebt. Total spannend!
31. Mai 2016 Teil 1 Meine erste Nacht in der Wildnis ist vorbei und ich habe gut geschlafen. Als ich das erste Mal gegen 3:30 Uhr wach wurde, da war es draußen bereits hell. Wenig später hörte ich die Wildgänse vom See laut schnatternd ihre ersten Morgenrunden drehen. Gerne würde ich sie jetzt einmal fotografieren, aber sie lassen sich natürlich nicht sehen. Sie sind noch nicht zurück. Es ist schon ein schönes Schauspiel, wenn acht Wildgänse im Formationsflug 3 m über dem Zelt daher fliegen. Nach dem wach werden bemerkte ich, dass ich gar nicht alleine im Zelt geschlafen habe.
Und das ist die Kehrseite, weil man nie allein ist hier draußen. Manche Insekten fliegen auf mich, machen aber keine Mücke. So muss ich mich selbst schützen.
Guten Morgen. Frühstück am See.

30 May 2016

Teil 4 Ab Limmared ging es dann die letzten 25 km auf einer alten Bahntrasse ohne Steigung und an zwei Seen entlang. Es war bereits 19 Uhr als ich kurz vor Ulricehsmn einen Platz zum Zelten direkt am See fand. Heute war es ein langer Tag. Ich saß gut 7,25 Stunden im Sattel und war 10,5 Stunden unterwegs. Mittlerweile habe ich 870 km zurückgelegt. Morgen wird es nicht kürzer.
Teil 3 Nach dem wunderschönen Streckenabschnitt bis Forsheda führte die Route über 45 km an der Bundesstraße 27. Da es keinen Radweg gab fuhr ich auf dem schmalen rechten Streifen neben der Fahrbahn. Und da hatte man auch noch eine Rüttelzone eingebracht, damit die Autos und LKWs merken, wenn sie nicht die Spur halten und zu weit rechts fahren. Für mich als Radfahrer blieb oft nur ein 15 cm breiter Streifen auf dem ich ruckelfrei fahren konnte. Da musste ich schon sehr konzentriert fahren, um nicht andauernd durchgerüttelt zu werden. In Anderstorp bestand dann für 4 km die Möglichkeit auf einen Radweg bis Gislaved auszuweichen. Da gab es dann auch einen LIDL und ich gönnte mir erst mal einen Johurt zur Abkühlung, denn es war mittlerweile 27 Grad. Bis Tranemo ging es noch einmal 27 km die B 27 entlang. Das ist übrigens die Verbindungsstraße nach Göteborg und deswegen auch stark frequentiert.
Blick von meiner Terrasse - nature all inclusive ⛺️
Abendstimmung am Zelt
Heute campen direkt am See kurz vor Ulricehamn.
Ach, ja!
Pause am See 😊
Bundesstraße 27, ohne Radweg und Alternative 😞 zum Glück wenig Verkehr, aber kein entspanntes Radeln seit 16 km und das geht auch noch 30 km so weiter. Na ja, die letzen 40 werden wohl wieder besser.
Teil 2 Ich sitze auf einer Bank im Schatten vor der Kirche in Forsheda und mache meine erste Pause nach 44 km. Heute ist wunderschönes Radfahrwetter. Kein Wölkchen am Himmel bei 20° im Schatten. Das war bisher die ruhigste Strecke, die ich hier gefahren bin. Während der 44 km ist mir nur ein LKW begegnet und höchstens zehn PKWs. Es ging vorbei an kleinen Örtchen und immer wieder durch Wälder und Felder ohne dass ich einen Schotterweg benutzen musste! So kann es weitergehen.
Meine Navigationszentrale! Fahrradcomputer, Garmin Navi und analoge Straßenkarte. Die Straßenkarte ist gut, damit man einen gewissen Überblick hat, aber wenn es darum geht richtig abzubiegen und ein Ziel nicht zu verpassen, dann ist das Navi unschlagbar! Ich möchte es nicht mehr missen.