Turkey · 7 Days · 21 Moments · September 2013

Doris Moravec

Türkei - 3 Frauen, 2 Zelte, 1 Roadtrip


3 October 2013

Mit Recht einer der schönsten Sandstrände der Türkei An unserem 2. Tag an der Mittelmeerküste entschließen wir uns "Patara Beach" aufzusuchen. Der Reiseführer empfiehlt ihn als einen der schönsten Sandstrände der Türkei. Mit dem Auto ist es eine relativ kurze Fahrt von Kaş - ca. 40 Minuten - aber eine aufregende: Kurve um Kurve, rauf und runter, und nach jeder Biegung erwartet uns ein neuer, atemberaubender Ausblick. Es ist schwer sich auf die Straße zu konzentrieren. Der Strand ist von der Hauptstraße aus angeschrieben. Zu unserer Überraschung ist der Zutritt kostenpflichtig (12 TL pP = 4,3 €). Die Einnahmen fließen allerdings in die Erhaltung der örtlichen Ausgrabungen und stellen sicher, dass der Strand nie von Touristen überlaufen und nur zu bestimmten Zeiten zugänglich ist. Hier steht nämlich noch die Natur im Vordergrund: Es gibt nur eine Bar und einen Liegestuhl-Verleih - sonst weit und breit nur Sand, Meer, Natur! So wird u.a. gesichert, dass die riesigen Karetta-Schildkröten auch in Zukunft hier zur Eiablage an Land kommen.

2 October 2013

Kaş: Willkommen am Mittelmeer Angekommen in Kaş erkennen wir schnell, dass der Tourismus an der Mittelmeerküste ganz andere Proportionen annimmt, als in unseren bisherigen Stopps. Selbst jetzt noch, im September. Schließlich sind die Temperaturen hier immer noch sehr sommerlich (über 30°C). Der Ort an sich ist klein aber noch weitaus stärker touristisch erschlossen als Eğirdir: Es gibt eine große Auswahl an Supermärkten und Märkten, Banken, Bars, Restaurants und Geschäften jeglicher Art. Die meisten davon tummeln sich um das "Herz" des Ortes: den Hafen. Hier versammelt sich auch eine schier unendlich scheinende Auswahl an Fischrestaurants: Eines teurer als das andere. Wir gönnen es uns trotzdem, einmal im "Mercan Restaurant" zu essen. Die Qualität stimmt! Am sympathischsten an diesem Ort finde ich aber, abgesehen von den wiedermal unglaublich freundlichen Einheimischen, dass sie hier auch einen offenen Bücherschrank am Straßenrand stehen haben. Leider natürlich nur Bücher auf Türkisch, aber trotzdem toll!
"Club Kaş Camping" - Zelten im Luxus! Zugegeben: Dieser Campingplatz ist nicht leicht zu finden. Aber: Es lohnt sich! Der einzig andere Campingplatz in Kaş liegt direkt an einer Hauptverkehrsstraße. "Club Kaş Camping" liegt direkt am Meer! Für 17 TL pP/Nacht (6 €) zelten wir hier wie Königinnen für 2 Nächte. Der Ausblick von unseren Zelten: Direkt aufs Meer! Unbezahlbar! Das Wasser ist herrlich. Am Steg liegen einige Taucherboote, die Kurse anbieten. Eine Beach-Bar mit guter Auswahl gibt es auch. Billig ist diese jedoch nicht. Die Waschräume sind geräumig und bieten 24/7 heißes Wasser. Wer selbst kochen will, sollte seinen eigenen Gaskocher (und Geschirr) dabei haben: Herd gibt es keinen, aber einen großen Kühlschrank, der offensichtlich von vielen genutzt wird. Auch sehr schöne Bungalows können hier gemietet werden. Über die Zeltplätze sind Planen gespannt, um etwas Schatten zu bieten. Trotzdem wird es, auch noch im September, schnell sehr heiß im Zelt. Aber: Die nächste Abkühlung ist ja nicht weit!

1 October 2013

Essen in Eğirdir/der Türkei & warum Tierlaute ganz praktisch sein können Der Wochenmarkt in Eğirdir bietet von frischem Gemüse und Fisch zum selber kochen bis hin zu kleinen Restaurants/Cafés zum kurz verweilen alles, was der hungrige Bauch begehrt. Auch auf dem Weg vom Hostel ins Zentrum kommt man an einem Café nach dem anderen vorbei. Wir haben sie nicht alle durchprobiert - aber doch ein paar. Von Gözleme (türk. Crépes, süß & sauer) über Pide (türk. Pizza in Schiffchenform) und Baklava (verrückt süßes Blätterteiggebäck) bekommt man hier alles & das in guter Qualität. Wohlgemerkt: Auf Diät sollte man in der Türkei nicht gerade sein! Auch für weizen- und laktoseintolerante Personen wie mich, ist es hier immer wieder schwer, auf der Karte etwas zu finden. Die Kellner/Verkäufer sind jedoch alle sehr hilfsbereit wenn es darum geht, Alternativen zu bereiten. Selbst mit Sprachbarriere schaffen wir es - zur Belustigung aller Beteiligten - zu kommunizieren: Die Kuh macht "muh", gefolgt von einem vehementen Kopfschütteln und "no"!...eine Universalsprache!
Eğirdir erkunden Eğirdir ist ein süßer kleiner Ort, touristisch erschlossen und mit allem ausgestattet, was man braucht. Jeden Sonntag zwischen August und Oktober wird im Zentrum ein großer Markt veranstaltet. Die Berg-Bewohner treffen hier mit den Dorf-Bewohnern zusammen. Joghurt, Äpfel und Ziegen werden gehandelt. Es ist ein Spektakel! Ganz in der Nähe ist eine der bekanntesten Militärbasen des Landes. Wer Türkisch kann, den weisen die Schriftzüge, die ein paar der Berge hier in Großformat zieren, darauf hin. Was mich an Eğirdir jedoch zunächst besonders fasziniert ist, dass es eine Halbinsel ist. Oder doch nicht? Ursprünglich war Eğirdir getrennt von den, vor seinem Ufer liegenden, zwei kleinen Inseln. Diese wurden schließlich mit Hilfe einer befestigten Straße mit dem "Festland" verbunden, und somit Teil des Ortes. Vorsicht: Die äußerste "Insel" Yeşıl Ada ist eher was für die dickere Geldbörse. Da lassen wir uns lieber in einem Café das beste Lokum (türk. Süßigkeit) unseres Trips schenken.
Natur rund um Eğirdir Rund um Eğirdir gibt es viel an Natur zu entdecken. Schon am Weg zum Ort (von Konya), fahren wir an einer Apfelplantage nach der anderen vorbei. Duzende Frauen und Männer tummeln sich zwischen den Bäumen oder rasten gemeinsam auf dem Traktoranhänger: Es ist Erntesaison. In Göreme wurde uns bereits empfohlen, das Bergdorf Akpinar unweit von Eğirdir, zu besuchen. Dort gibt es nicht viel zu sehen "per se" - es ist ein klassisches, sehr kleines, türkisches Dorf - jedoch ist es Ausgangspunkt von einigen wunderschönen Wanderungen: Zum Beispiel auf den Berg Sivri Dağ (1 733m), welcher auch Endpunkt des 500km langen Pilgerweges "Paulusweg" ist, und einen atemberaubenden Ausblick auf die Seen- und Berglandschaft ringsum bietet. Empfehlungen und Abholdienste von diversen Wanderungen und anderen Sportaktivitäten, bieten Ibo und Müslüm von "Lale Pension & Hostel" gerne an.
Eğirdir-See: Das ganze Jahr ein Naturerlebnis Wer hätte gedacht, dass die Türkei so unglaublich schöne Seen hat: Das Wasser glassklar. Die Natur rundum so vielfältig! Wer jetzt noch, Ende September, schwimmen gehen will, sollte allerdings ein bisschen abgehärtet sein: das Wasser ist "sehr erfrischend"! Aber mal ehrlich: Was gibt es Schöneres als in der Früh aus dem Zelt hinaus gleich ins kühle Nass zu springen? Saison ist hier das ganze Jahr über: Im Sommer Badegäste und Naturliebhaber aus der ganzen Welt - im Winter Skiurlauber aus der Türkei. Gut, die Berge mögen den österr. Alpen nichts anhaben - aber der Ausblick von den hiesigen Bergen ist unvergleichbar! Im Winter wird es hier manchmal so kalt, dass der gesamte See zufriert. Der Kellner eines Restaurants in welchem wir nur die Toilette benutzen wollen, zeigt uns tolle Bilder von den Bewohnern Eğirdirs, die mit und ohne Eislaufschuhe, selbstgebauten Schlitten und dgl. auf dem See umherrutschen. Gut, die Fotos sind schwarz-weiß - aber wer weiß, wie der nächste Winter wird?!

30 September 2013

Preiswert essen: Frühstück, á la carte & Menü @ Charly's Pension Im gemütlichen Speise- & Aufenthaltsraum mit Blick auf den See servieren Ibo und Müslüm ein frisches, wirklich gutes Frühstücks-Buffet (im Zimmerpreis inkl.) - mit kräftigem Filterkaffee! - sowie abends à la carte & Menü zu günstigen Preisen. Von all ihren Häusern in Eğirdir, gibt es Abendessen nur in Charly's Pension. Das bedeutet natürlich auch, dass hier früher oder später fast alle zusammen kommen. Einerseits eine Notwendigkeit aufgrund von Platzmangel - andererseits ein spezieller Charme. Wir treffen ein Paar aus Nordirland, dass uns bestätigt, dass das Schwarze Meer zu dieser Jahreszeit wirklich vollkommen verregnet ist, und einen Kanadier, der seit 18 Monaten unterwegs ist und bereits seit mehreren Wochen die Ruhe und Natur rund um Eğirdir genießt. Auch Bier & Wein gibt es auf der Karte. Das Essen ist sehr schmackhaft und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Tipp: Wer bei Ibo einen Tag im Voraus bestellt, kann auch frischen Fisch aus dem See zu Abend essen!
Lale Pension & Hostel: Home away from Home Ibo und Müslüm, die Besitzer/Geschäftsführer, leiten mehrere Häuser in Eğirdir, u.a. Charly's Pension, welche alle unter dem Namen "Lale Pension & Hostel" zusammengefasst sind. Als wir ankommen ist es dunkel, spät und unglaublich windig - wir haben wenig Lust unsere Zelte aufzubauen. Also schlafen wir die erste Nacht in "Charly's Pension" (3-Bett-Zimmer: 25 TL = 9 € pP inkl. Frühstück) und die 2. Nacht zelten wir im Garten (10 TL = 3,60 € pP). Das Zimmer ist einfach: Charly's Pension ist die älteste von den Lale Pensionen (die anderen Häuser sind moderner). Der Platz für unsere Zelte ist traumhaft: Ganz allein, direkt am See. Aber das Um und Auf hier ist die Atmosphäre, die Ibo und Müslüm maßgeblich gestalten. Fremd bleibt man hier nicht lange! Wir haben viel Spaß mit den beiden, spielen Tavla (die türkische Variante v. Backgammon) und Karten, trinken viel Çay, rauchen Shisha und lassen uns Geschichten über Eğirdir und ihr Business erzählen. Ein großes Dankeschön! Wir kommen wieder!

29 September 2013

Koffein in der Tükei! Türkischen Kaffee finde ich zunächst eigenartig: ziemlich bitter und nur zur Hälfte trinkbar (danach nur noch Kaffeesatz). Auf jeden Fall aber eine Erfahrung, die man in der Türkei nicht missen darf. Die türkische Alternative, Çay (türk. Schwarztee), wuchs mir sehr ans Herz. Der Geschmack ist bekannt - und doch anders. Er wird dir fast überall angeboten - oft sogar gratis - manchmal sogar während des Tankens an der Tankstelle! Einen "normalen" Kaffee zu bekommen ist hingegen gar nicht einfach: Nestlé hat in der Türkei ein Monopol mit seinem Nescafé etabliert. Und das ist einfach kein Kaffee! Tipp: Wer den eigenen Kaffeekocher mitbringt sollte unbedingt auch den Kaffee dazu einpacken! In Göreme werden wir endlich fündig: Café Safak brüht den besten Kaffee unseres Trips - in all den bekannten, dekadenten Variationen in der wir ihn kennen und lieben. Später sehe ich, auch TripAdvidsor empfiehlt dieses Café. Zu Recht! Speis & Trank, als auch Preis & Service stimmen hier!
Cappadocia: Was Liebe und Phallussymbole gemeinsam haben Die Täler Cappadocias, rund um Göreme, tragen Namen die einem in Erinnerung bleiben: Am einprägsamsten darunter das "Love Valley", welches uns von den Einheimischen allerdings auch als "Penis Valley" beschrieben wird. Der Grund dieser Umbenennung wird schnell ersichtlich: Es ist ein Tal voll mit phallusartigen, mehrere duzend Meter hohen, Steingebilden. Manche von ihnen bergen auch Höhlen. Es ist nicht ganz so einfach zu finden - das "Tal der Penisse" - aber es lohnt sich auf alle Fälle. So etwas sieht man nur einmal im Leben! All diese wunderschönen und einzigartigen Naturerlebnisse rund um Göreme sind gratis erlebbar, wobei es von Vorteil ist ein eigenes Auto zu haben. Manche dieser Steingebilde erinnern uns stark an die Häuser der "Schlümpfe"! Wir halten Ausschau nach den kleinen blauen Figuren - finden allerdings nur viele, sehr zutrauliche Streuner, die uns auf unseren Wanderungen begleiten.
"Die wohnen ja in Höhlen!" ... oder so mutet es auf den ersten Blick zumindest an. Viele Häuser sind hier in die Felsen gebaut. Das liegt daran, dass diese Region früher an der berühmten Seidenstraße lag. Die Einheimischen wurden so oft überfallen, dass sie begannen sich in den Höhlen zu verstecken - und später sogar ihre Häuser in diese zu bauen. Sowohl ober- als auch unterirdisch. Auch heute kann man noch einige davon bestaunen. Mittlerweile hat der Tourismus diese Einzigartigkeit für sich entdeckt und auch zahlreiche Hotels wurden in die Tuffgesteine gebaut. Auch eine Vielzahl von Kirchen gibt es hier zu bestaunen, da die Region Cappadocia eines der wichtigsten frühchristlichen Zentren war. Es ist also ein relativ touristischer Ort, wo das ganze Jahr über Saison ist. Im September haben wir es allerdings gut erwischt: Das Wetter ist wunderschön (22-26°C) und im Ort ist nicht mehr ganz so viel los wie im Juli und August, sodass man tatsächlich mit Einheimischen ins Gespräch kommt. Wir fühlen uns pudelwohl!

28 September 2013

Auto mieten (nicht immer) leicht gemacht Die Autovermietung Ankara wurde uns von der Zweigstelle in Istanbul empfohlen, wo wir auch gleich den kompletten Betrag bezahlen sollten. Meine Freundinnen und ich sind keine misstrauischen Personen - aber den Gesamtbetrag zu zahlen bevor wir weder das Auto gesehen noch etwas unterzeichnet hatten, war uns nicht geheuer. Nach einem kurzen hin-und-her, welches unserem Gegenüber offensichtlich nicht recht war, konnten wir ihn überzeugen, dass wir eine Anzahlung leisten und den Rest in Ankara bezahlen würden. Was ich damit sagen will? Wir 3 weibliche Touristinnen haben in der Türkei folgende Erfahrung gemacht: Zum einen wird uns sehr viel entgegen gekommen, geholfen und gratis gegeben. Zum anderen passiert es uns aber gleichzeitig, dass wir als Frauen in gewissen Situationen nicht (gleich) ernst genommen werden. So eben auch bei diesem Gespräch. Aber: Steht eure Frau! Es zahlt sich aus. Preisinfo: Wir zahlten 90 TL (32 €) pro Tag (Vollkaskoversicherung) und waren sehr zufrieden!
"Panorama Camping" - Zelten mit Ausblick Endlich Zelten! Ahmed begrüßt uns herzlich und macht uns, nachdem wir eigentlich zum Konkurrenz-Campingplatz wollten, auch ein gutes Angebot. Wir bleiben also. Und es ist die richtige Entscheidung. Der einzig andere Campingplatz hier ist, selbst mit dem Auto, ein ziemliches Stück von Göreme entfernt, wohingegen man von "Panorama Camping" in nur 10min. zu Fuß im Ort ist. Ahmed zeigt uns unsere Zelt-Plätze und das Areal - welches u.a. einen wunderbaren Pool beherbergt - und erzählt uns in den kommenden 2 Tagen viele Geschichten - mehr oder weniger wahr - auf alle Fälle aber amüsant. Der Campingplatz bietet eine wunderschöne Aussicht über Göreme, "Zentrum" Cappadocias. Die Küche ist sporadisch ausgerüstet. Wer selbst kochen will, sollte also sein Camping-Geschirr (inkl. Gaskocher) nicht vergessen. Kühlschrank gibt es. Die Waschräume sind geräumig und auch Warmwasser ist kein Problem. In den Gemeinschaftsräumen mit Ausblick lernen wir auch die anderen Camper kennen. Es ist gemütlich hier!
Salz einmal anders: Tuz Gölü Möge der Roadtrip beginnen! Da uns wiederholt von der Schwarzmeerküste abgeraten wird (ab Sept. regnet es dort dauerhaft), entschließen wir uns Richtung Süden loszufahren. Erster Stopp: Tuz Gölü, türkisch für "Salzsee". Dieser ist gut angeschrieben & gratis. Schon kurz nachdem wir also das, für nicht-einheimische Autofahrer doch recht stressige, Ankara hinter uns gelassen haben, spazieren wir also gemeinsam mit einigen anderen, teils Touristen teils türk. Frauen und Männern, auf dem See. Für mich eine erstmalige Erfahrung: "auf" einem See zu gehen! Wir machen es den anderen nach und ziehen unsere Schuhe aus. Nicht immer sanft, dieses Salz, aber mit Sicherheit gut für die Haut! Ein frisch verheiratetes Ehepaar lässt ihre Hochzeitsbilder machen. Sie sehen wunderschön aus vor diesem wüstengleichen Hintergrund. Einige Shops bieten diverseste Salz-Kuren, -Peelings usw. an. Wir haben unser Fußpeeling bereits durch den Spaziergang in Anspruch genommen und fahren weiter Richtung Cappadocia.

27 September 2013

Ein Hostel, dass sich erst rumsprechen muss "In Ankara ist das Konzept von Hostels noch nicht bekannt", erzählt uns Volcan, einer der tollen Mitarbeiter des "Deeps Hostels". Wir haben auf unseren Reisen schon in vielen Hostels genächtigt: Von Wanzen-verseuchten Hütten über luxiuriöse Häuser mit Style, bis hin zu unpersönlichen Massenunterkünften haben wir schon fast alles gesehen. Das "Deeps Hostel" gehört zu keinem der obigen, sondern zu den nahezu vom Aussterben bedrohten, kleinen gemütlichen Häusern, in welchen man sich gleich zu Hause fühlt. Das Haus ist persönlich. Viele Farben, Gemälde und amüsante Schilder zieren die Wände. Die Zimmer sind geräumig, ruhig und günstig. Wir schlafen gut diese Nacht - auch wenn die gemütliche, mit Sitzsäcken und riesen Pölstern ausgestattete Nische im Garten, uns erst spät zu Bett finden lässt. Wir bleiben leider nur eine Nacht. Am nächsten Tag holen wir unser Auto für den Road-Trip und beginnen unser Abenteuer erst so richtig!
METRO Busunternehmen Wer allerdings keine große Lust dazu hat, den ganzen Tag in einem Bus zu verbringen bzw., wie es meistens ist, nur begrenzte Zeit zur Verfügung hat, der wende sich an das Busunternehmen METRO. Anfangs kann es verwirrend sein, dieses zu finden, da auch die U-Bahn als "Metro" bezeichnet wird. Aber die Menschen sind immer und überall unglaublich hilfsbereit. Selbst jene die kein Englisch können, sind immer sehr bemüht dir zu helfen. Und verständigen kann man sich immer irgendwie. Tipp: Keinesfalls die Bustickets im Zentrum bei den verschiedenen Touristeninformationsstellen kaufen: Dort sind sie immer überteuert. Bei der Rückreise von Ankara nach Istanbul kaufen wir direkt am Otogar Ankara bei METRO unser Ticket und zahlen ebenso nur 30 TL (11 €). Sechs Stunden später, wieder verwöhnt von tollem On-Board Service, sind wir wieder in Istanbul. Aber Vorsicht: Sie bieten dir immer die luxuriöseste Version an (50-60 TL = 18-22 €), d.h. wenn du weniger bezahlen möchtest, musst du danach fragen.
Die "andere" Route nach Ankara Im Zentrum wird uns gesagt, dass die Fahrt von Istanbul nach Ankara ca. 6 Stunden dauert und 55 TL (20 €) kostet. Am Otogar (Busbahnhof) angekommen werden wir gleich von einem "hilfsbereiten" Mann Richtung seines Busunternehmens gelotst, wo wir für nur 30 TL (11 €) ein Ticket bekommen. Die Herren vor Ort versichern uns auch für diesen Preis, 6 Stunden Fahrt. 9 Stunden später kommen wir, um einige Erfahrungen und Erlebnisse reicher, aber auch sehr müde, in Ankara an. Wer also Zeit hat, nehme ruhig auch diese "authentische Route" in Anspruch: Menschen steigen ein und aus - der Gepäckraum scheint unendlichen Platz zu bieten. Mitten im Nirgendwo nehmen wir eine Großfamilie mit, die wohl auf dem Weg zum Markt ist: Ihr Gepäck sind duzende Säcke mit Kartoffeln, Samen und Stoffen. Aber egal welches Busunternehmen: Es gibt immer einen Servicemitarbeiter, der regelmäßig Çay (türk. Schwarztee), Wasser und Snacks serviert. So lasse ich mir auch 9 Stunden Busreise jederzeit gefallen!
Flanieren in Istanbul Vorab: Ich bin keine große Freundin des Abklapperns von Sehenswürdigkeiten. Ich sehe mir diese lieber im Vorbeigehen an. Das ist es nämlich, was ich in fremden Städten/Orten am liebsten tu: Gehen. Flanieren. Die Farben sehen. Gerüche einatmen. Den Stimmen zuhören und den Geräuschen lauschen. Aber noch viel interessanter als jedes Gebäude, sind für mich die Menschen! Perfekter Ort um diese in Istanbul in all ihrer Vielfalt zu erleben, ist der Platz rund um den "Galata kulesi" (dt. Galataturm). Europäisches Flair mischt sich hier nahezu perfekt mit asiatischen, und eben türkischen, Einflüssen. Tagsüber kann man hier wunderbar Mittagessen (nicht billig) und dabei den vorbeiziehenden Menschenmassen zusehen: Von Minirock bis Burka, von Hipster bis oben-ohne Macho. Alle kommen hier vorbei. Alle sind willkommen. Nachts wird gesungen, getanzt, am Boden sitzend Wein getrunken. Die Bars hier sind sowieso zu teuer. Foto: (C)Sergey Yelisee "Turkey, Istanbul, Galata tower, 11/26/2010"; flickr.com
Frisches Balik Ekmek direkt vom Fischerboot Noch schnell über die Galata Brücke. Ein Restaurantmitarbeiter nach dem anderen versucht uns in sein Restaurant zu "ziehen". Manchmal charmant. Manchmal etwas zu dringlich. Man kennt das ja. Nach einem kurzen Blick auf die Preise spazieren wir allerdings weiter, an mehreren duzend, einsam von den Fischern über Nacht zurück gelassenen Angeln vorbei, Richtung Eminönü Gezi İskelesi (Pier). Kurz vor diesem Pier erwartet uns eine Überraschung für Gaumen und Augen: Für nur 6 türkische Lira (TL), ca. 2 €, bekommen wir hier direkt vom aufwendig gold-verzierten, stark schwankenden Fischerboot, frische, große und schmackhafte Balik Ekmek (Fisch-Brötchen), mit viel Zwiebel und Salat. Die minimalistischen Sitzgelegenheiten aus kleinen Holzfässern sind den Bedürfnissen der Einheimischen, die neben uns mit ihren Familien essen, angepasst: Niemand bleibt lange. Nur schnell einen Happen essen. Wir aber sitzen länger. Genießen die Atmosphäre. Und das Essen.
Zwischen Europa und Asien - ein Hostel in der Altstadt "If you look over there, to the right, that's Europe. And on the other side, left, that's Asia!", so beschreibt uns der freundliche Hostelmitarbeiter den atemberaubenden Ausblick meines Zimmers - der "Penthouse-Suite". Kurze Vorgeschichte: Zu Hause noch eine Erkältung eingefangen, bin ich, in Istanbul, immer noch am Husten. Also frage ich im Hostel, ob sie ein Einzelzimmer für mich haben, da ich nicht den anderen im Mehrbettzimmer den Schlaf rauben will. "Sure!", die Penthouse-Suite kann er anbieten: Für eigentl. bis zu 4-5 Personen gedacht (1xDoppelbett, 1xEinzelbett, 2xCouch), inkl. eigener Sauna (!) und Whirlpool (!!) sowie Balkon. Der Preis? 100 €. Für mich ist das zu viel. Nach einem netten Gespräch einigen wir uns auf umgerechnet 43 €! Er wisse zu schätzen, dass ich die anderen im Mehrbettzimmer nicht mit meinem Husten stören wolle. Ich weiß das Hostel zu schätzen! Tolles Service, gutes Frühstück (inkl.), fantastischer Ausblick & gelegen in der charmanten Altstadt.