Croatia · 20 Days · 60 Moments · August 2013

Anna Mirl

Roadtrip durch Südosteuropa


29 August 2013

Weite Landschaft und schöne Wanderwege Mit Hilfe unseres Waschwandls und eines Waschlappens „duschen“ wir erst mal. Obwohl die Sonne scheint, weht den ganzen Tag ein relativ kalter Nordwind. Heute wandern wir einfach drauf los in den Wald hinein. Auf gut gekennzeichneten Trampelpfaden steigen wir zwischen den Bäumen bis auf den Gipfel des Felsmassivs Kalnik in 643 Metern Höhe. Dort oben bleiben wir eine Weile sitzen, genießen die Aussicht auf die flache Landschaft rundherum und beobachten einige wunderschöne Schmetterlinge. Den Markierungen folgend kommen wir auf einem anderen Weg total hungrig zum Gasthaus zurück, wo wir uns mal wieder die Wampe voll hauen. Danach ist erst mal ein Nachmittagsschläfchen nötig. Abends toben wir uns nochmal beim Bouldern am Felsen aus.

28 August 2013

Endlich wieder Klettern! Die Routen sind sehr anspruchsvoll, weshalb wir uns irgendwann eigene Boulder-Routen suchen. Doch wir verbringen den ganzen Tag an den Felsen. Zum Abendessen gehen wir in die Gaststätte, wo wir uns so richtig voll fressen. Die Portionen sind so groß, dass wir uns die Hälfte einpacken lassen. Etwas beschwipst torkeln wir schließlich zum Zelt zurück. Beim Essen hat uns die nette Kellnerin „Danke“ auf Kroatisch beigebracht: Hvala!

27 August 2013

Zelten an der Burg Im Wirtshaus (dem einzigen Haus neben der alten Burg) fragen wir nach einem Platz für unser Zelt und die Kellnerin deutet nur auf die Wiese direkt unterhalb des Eingangs. Wir dürfen die Toiletten bei ihr nutzen, sollen dafür bei ihr mal zu Abend essen. Wir schlagen unser Zelt also tatsächlich ganz allein vor einer mittelalterlichen Burgruine auf. Trinkwasser gibt es aus einem tropfenden Brunnen am Parkplatz des Restaurants. Man muss halt einige Minuten bevor man es braucht einen Behälter drunter stellen. Wir erkunden zunächst die Burg und sind mal wieder überwältigt von der Aussicht oben. Abends machen wir Lagerfeuer. Hier scheinen immer mal wieder Kletterer zu zelten. Denn es gibt schon eine richtige Feuerstelle und einige wuchtige Sitzmöbel aus massiven Baumstämmen. Als wir da sitzen und ins Feuer schauen, raschelt es immer wieder im Gebüsch hinter uns. Eine kleine Katze. Sie lässt sich nicht anfassen, schlabbert aber genüsslich unsere Essensreste auf.
Unterwegs nach Kalnik Wir brechen nach Kalnik auf – ein kleiner Ort im Norden Kroatiens, wo es eine Burg gibt, an deren Mauern und unterhalb am Burgfelsen man Klettern kann. Unterwegs sehen wir nochmal viel von Bosniens Wasser: Wunderschöne Canyons und Seen. Wir fahren lange Zeit am Fluss Vrbas entlang. Die Straße ist immer wieder durch den Fels der Schluchten geschlagen. Im Kletterführer heißt es, in Kalnik gäbe es zwar keinen Campingplatz, aber man könne auf einer Wiese an der Burg zelten.

26 August 2013

Camping “Plivsko jezero” Auf unserem Irrweg durch die Stadt stellen wir fest, dass es hier außer dem Wasserfall vor der alten Stadtmauer nichts Aufregendes zu sehen gibt. Denn vom ehemaligen Herrschaftssitz stehen nur noch die Außenmauern. Im inneren haben sich die Häuser einer ganz normalen Kleinstadt eingenistet. Am Campingplatz angekommen, schmeißen wir mal wieder den Benzinkocher an. Nach dem Essen spazieren wir zum See ganz in der Nähe. Es ist schön hier, aber nicht so wie wir es erwartet haben. Deshalb suchen wir uns bei einem Becher Albanischem Raki ein neues Ziel für den nächsten Tag.
Der ehemalige Königssitz Es geht weiter Richtung Jajce, dem Sitz des Schlosses der ehemaligen Könige Bosniens mit einem großen Wasserfall in der Stadt. Dort versuchen wir in der Innenstadt Infos über mögliche Wanderungen in diesem Gebiet zu bekommen. Wir irren umher, weil die Angabe im Reiseführer über die Touristeninfo nicht (mehr) stimmt… bis wir zufällig ein goldenes Schild an einem unscheinbaren Wohnhaus entdecken, in das irgendetwas mit „tourist“ eingraviert ist. Wir gehen rein. Es ist ziemlich dunkel und weil im Erdgeschoss alle Räume verschlossen sind, steigen wir die knarzende Holztreppe hinauf. Wir kommen an ein offenes Büro im Obergeschoss, in dem eine Frau rauchend an ihrem Schreibtisch sitzt. Wir fragen sie nach Touristeninfos und erhalten einen spärlichen Flyer über die Sehenswürdigkeiten der Region. Aber über Wanderungen steht da auch nichts drin.

25 August 2013

Reisetipps Wir unterhalten uns etwas über unsere bisherige Reise durch Bosnien und Herzegowina; sie geben uns sogar einige Reisetipps für die Weiterfahrt. Die beiden scheinen sehr stolz auf ihr Land zu sein und meinen, wir müssten unbedingt im Winter mal hier in den Hügeln um Sarajevo Ski fahren, wo 1984 die Olympischen Winterspiele stattgefunden hätten. Schließlich verabschieden wir uns und machen uns auf den Weg zurück ins Hotel.
Ein interessantes Gespräch Mir fällt irgendwann auf, dass sie beide einen Knopf im Ohr tragen, von dem das Kabel in den Hemdkragen hinunter führt. Als mein Freund sie nach ihrem Beruf fragt, wird mir klar warum: Sie sind Personenschützer… im Einsatz, wie wir nach weiterem Nachfragen erfahren. Mir ist die Situation nicht ganz geheuer, doch sie sind mittlerweile gesprächiger geworden. Ihr Auftraggeber ist ein Amerikaner, der jetzt genau an dem Tisch sitzt, von dem wir zuvor vertrieben worden sind. Einer der beiden war vor dem Krieg Produktionsleiter in einem VW-Werk in Sarajevo. Er würde gerne wieder in seinem Beruf als Techniker arbeiten, aber die Zerstörung des Krieges hat ihn eben in einen anderen Beruf gedrängt.
Skurrile Begegnung Da die Terrasse mittlerweile voll ist, setzt uns der Kellner jetzt an einen Vierertisch zwei Männern mittleren Alters in schwarzen Anzügen gegenüber, die beide auf ihren Blackberries tippen. Wir lachen über die Situation. Mein Freund fragt sie, ob sie sich gerade per SMS unterhalten würden. Langsam entsteht ein Gespräch. Sie wirken dabei zunächst etwas distanziert, mein Freund lässt mit seinen Fragen aber nicht locker. Die beiden kommen selbst aus Sarajevo. Wir sagen ihnen wie begeistert wir von ihrem Land sind und fragen vorsichtig nach dem Krieg. Sie berichten, dass sie beide während der Belagerung hier in Sarajevo waren. Dabei sagen sie immer wieder „but we survived“. Illustrationen: Anna Beham
Zweiter Tischwechsel Kaum haben wir das Dessert aufgegessen, kommt er an unseren Tisch und bittet uns wieder aufzustehen, weil nun die Gruppe da sei, die diesen Tisch ab jetzt reserviert hätte. Als wir aufstehen, sind die Herrschaften schon dabei, sich zu setzen. Wir wollen den Abend hier oben aber noch länger genießen. Illustrationen: Anna Beham
Erster Tischwechsel Als wir mit dem Hauptgang fertig sind, bittet uns der Kellner an einen anderen Tisch umzuziehen, weil unserer nun für die nächsten Gäste reserviert sei. Von dem größeren Tisch aus, an dem wir nun sitzen, beobachten wir wie sich ein anderes Pärchen an unseren ehemaligen Tisch setzt. Wir wenden uns wieder unserem Raki und den Kuchenstücken zu, die der Kellner gerade als Nachspeise serviert hat. Illustrationen: Anna Beham
Restaurant Kod Biban Auf der Terrasse des Kod Biban weist uns der Kellner den Weg zu einem kleinen Tisch am Geländer, von dem aus wir ganz Sarajevo in seinem Tal sehen können. Wir essen gute traditionell bosnische Gerichte, trinken Raki und sehen nebenbei einen goldenen Sonnenuntergang vor einem beeindruckenden Panorama.
Auf dem Weg zum Restaurant Für den Abend hat mein Freund einen Tisch in einem traditionellen bosnischen Restaurant in den Hügeln über Sarajevo reserviert. Zu Fuß auf dem letzten Drittel des steilen Wegs durch enge Gassen sind wir etwas orientierungslos. Wir fragen einen älteren Mann nach dem Weg, der in der Abendsonne vom Straßenrand auf die Stadt hinunter blickt. Er kann zwar kein Wort Englisch, versteht aber, wo wir hin wollen. Da wir nicht verstehen, was er sagt, deutet er uns mit ihm zu kommen. Er führt uns ein Stück bis zu der Straße, die wir dann nur noch bis zum Ende nach oben gehen sollen. Unterwegs versucht er uns in seiner Sprache und mit Händen und Füßen etwas über seine Stadt zu erzählen. Er deutet auf die Nationalbibliothek und macht uns verständlich, dass sie gesprengt wurde. Als wir an einem zerstörten Brückenpfeiler vorbei kommen, macht er uns verständlich, dass von hier mal eine Seilbahn oder etwas Ähnliches in die Stadt hinunter gefahren ist.
Günstig einkaufen Als wir ein Shoppingcenter auf der gegenüber liegenden Straßenseite betreten, fühlen wir uns als ob wir aus einer anderen Welt kämen. Der Gegensatz zwischen dem modernen Gebäude mit seinen vielen schicken Boutiquen zu dem ärmlichen Museum über die ganze Geschichte dieses Landes ist krass. Wieder einigermaßen in der Realität angekommen, kaufen wir ein paar Klamotten ein; ziffernmäßig ungefähr zu den gleichen Preisen wie in Deutschland, mit dem Unterschied, dass die Währung „Konvertible Mark“ halb so viel wert ist wie unser Euro.
Historisches Museum von Bosnien und Herzegowina Wir machen uns auf den Weg zum „Historischen Museum Bosnien und Herzegowinas“. Wir sind sehr gespannt auf das Museum… und fast schockiert, weil die Ausstellungen sehr spärlich sind und das ganze Gebäude sehr baufällig ist. Man kommt sich teilweise vor wie in einer Grundschulausstellung mit selbst gebastelten Plakaten. Die Dokumente des Krieges – wie erschreckende Reportage-Fotos und Alltagsgegenstände mit Kriegsspuren – haben eine unheimliche Ausstrahlung. Allein durch den Anteil, den der Krieg der 90er in diesem Haus einnimmt, merken wir wie wenig diese Zeit bisher verarbeitet wurde. Es scheint alles recht unstrukturiert; der frühere Teil der reichen bosnischen Geschichte wird in einem halben Raum zusammengequetscht. Eigentlich hatten wir uns erhofft hier einen Überblick über die Ursachen und Anfänge des Kriegs zu bekommen, aber jetzt wird uns erst recht bewusst, wie schlecht er bisher aufgearbeitet wurde.

24 August 2013

Kostenlose Tipps im SARAJEVO NAVIGATOR Den SARAJEVO NAVIGATOR bekommt man kostenlos in vielen Läden und Restaurants Sarajevos. Darin ist ein Stadtplan mit den Sehenswürdigkeiten und viele Tipps zu guten Bars, Restaurants, Läden, Galerien usw. sowie einige interessante Artikel. Im Prinzip ein kleiner kostenloser Stadtführer.
Nachtleben im Ramadan Nach dieser beeindruckenden Stadtführung schlendern wir noch eine Weile in der Altstadt herum und ruhen uns in einer gemütlichen Shisha-Bar aus. Später lassen wir uns die Haare schneiden, wofür wir zusammen umgerechnet nur 28€ bezahlen. Abends schlendern wir wieder durch die belebten Straßen. Es ist Ramadan. Jetzt nach Sonnenuntergang sind die Leute in Ausgehlaune und wir schlürfen zwischen ihnen in einem modernen muslimischen Café alkoholfreie Cocktails und einen VISPAK-Kaffee. Diesen Kaffee gibt es in Bosnien überall und er schmeckt wahnsinnig gut.
Erinnerungen Mit der Bibliothek verbrannten auch viele historische Architekturpläne der Gebäude in Sarajevo. Deshalb sind viele ehemals reich ausgeschmückte Bauten heute nur einfarbig angestrichen. Man kann ihre Verzierungen nur langsam und in mühseliger Recherchearbeit rekonstruieren. Amir beklagt sich, dass den Bosniaken in den Neunzigern ähnlich Schlimmes angetan wurde wie den Juden im 3. Reich. Im Unterschied zu den Deutschen bekennen die Serben aber bis heute keine Schuld und viele denken immer noch so radikal. Das ist auch seine Aussage zu einem Foto aus der Srebrenica-Ausstellung, an dem ich hängen bleibe. Es zeigt die Mutter eines Opfers vor einem Plakat zu einer Ausstellung über Anne Frank. Über Srebrenica sagt Amir, dass es heute „ein toter Ort“ sei. Man spüre noch immer, was dort geschehen sei und er halte es selbst dort gar nicht lange aus.
Spuren des Krieges Amir zeigt uns die „Rosen Sarajevos“: mit rotem Teer ausgefüllte Einschlaglöcher im Boden erinnern an die Menschen, die an der Stelle ums Leben gekommen sind. An einer dieser Stellen auf der Ferhadija ist eine Verwandte von ihm umgekommen, als sie anstand um Brot zu bekommen. Er zeigt uns ihren Namen auf einer Gedenktafel in der Wand. Die Kessellage Sarajevos erleichterte es den Serben die Stadt während der Belagerung von oben zu beschießen. Amir sagt, sie hätten mit ihren Zielobjektiven direkt in die Wohnungen der Leute gesehen und konnten dadurch ganz gezielt schießen. Ein Schulfreund von ihm wurde erschossen, als er gerade am Fenster saß und Hausaufgaben machte. Die Nationalbibliothek war das erste Ziel der Bomben. Es war ein eindeutiges Zeichen, dass das Volk der Bosniaken mit all seinen geistigen Errungenschaften ausgelöscht werden sollte. Die Bibliothek barg reiche Schätze an Wissen, von denen ein Großteil verloren ging. Ein Teil konnte allerdings in Sicherheit gebracht werden un
Wasser und die Religionen in Sarajevo Durch die Zeit unter den Türken hatte Sarajevo schon sehr früh ein sehr gut ausgebautes Kanalsystem mit vielen Trinkwasserbrunnen und angeblich die ersten öffentlichen Toiletten in der Neuzeit. Sie sind mitten zwischen den kleinen Läden in Baščaršija und auch heute noch in Betrieb. Im Islam spielt Wasser eine sehr wichtige Rolle. Denn in den eher Trockenen Herkunftsländern der Religion ist Wasser besonders wertvoll. Sarajevo war die erste Stadt mit Trambahngleisen. Die Habsburger haben die Technologie hier ausprobiert, weil sie zunächst Angst hatten ihre eigenen Straßen in Wien mit den Gleisen zu verschandeln. Vor dem 2. Weltkrieg und dem Bosnienkrieg haben hier Jahrhunderte lang die drei großen monotheistischen Religionen friedlich neben- und miteinander gelebt. Das macht Sarajevo aus. Die extremistischen christlich-orthodoxen Serben töteten auch Serben, die während der Belagerung in Sarajevo blieben. Sie wurden gezielt öffentlich wegen Verrats hingerichtet.
Die Gasse der Kupferschmiede Wir beginnen in der Gasse der Metallhandwerker, wo wirklich nur einheimische Kupfer- und Silberschmiede ihre handgemachten Erzeugnisse verkaufen. Sie fertigen auch Gebrauchs- und Dekorationsgegenstände aus ausgedienten Patronenhülsen an.
Stadttour mit Amir Für heute haben wir uns zu einer Stadttour angemeldet. Amir führt uns in einer kleinen Gruppe durch seine Heimatstadt. Er selbst ist vor dem Krieg nach Deutschland und in die Schweiz geflüchtet, wo er dann Sprachwissenschaften studiert hat. Er sprich sehr gut Englisch und Französisch und hat eine Menge zu erzählen. Er vermischt interessante geschichtliche Begebenheiten mit Erzählungen von eigenen – oft traurigen – Erlebnissen. Er erzählt sehr leidenschaftlich; man merkt, wie wichtig es ihm ist die Geschichte seines Volkes weiter zu geben. Leider kann ich nicht die ganze Tour wieder geben, aber einige Erinnerungsfetzen:
Sehr guter Bäcker in Sarajevo In einer Bäckerei, nur ein paar Schritte von unserem Hostel entfernt, direkt gegenüber dem Sebilj, einem markanten Brunnen in Baščaršija, gibt es wahnsinnig leckeres Börek. Jeden Tag probieren wir eine andere Füllung: mal mit Hackfleisch, mal mit Spinat, mal mit Käse und mein Favorit: mit Kartoffeln und Knoblauch.

23 August 2013

Restaurant Vegehana Als wir wieder auf die Ferhadija (die Hauptgeschäftsstraße Sarajevos) treten, ist es fast dunkel. Wir haben noch nichts gegessen, finden aber ein nettes kleines Restaurant. Im Vegehana gibt es nur veganes, sehr leckeres Essen.
Galerija 11/07/95 Abends gehen wir auf Erkundungstour durch das alte türkische Viertel Baščaršija – und bleiben in einer modernen Ausstellung über Srebrenica hängen. Dort versinken wir so in den beeindruckenden Fotos und Filmdokumentationen, dass uns nach drei Stunden um 9 Uhr das Personal hinaus bittet.
Hostel Posillipo Nach der Ankunft zur Mittagszeit in Sarajevo müssen wir uns erst mal an die Hitze und die - nach zwei Wochen in der Natur - ungewohnt wuselige Großstadt gewöhnen. Den Golf haben wir auf einem bewachten Parkplatz abgestellt, da laut der Betreiberin des Hostel Posillipo hier gerne Autos aufgebrochen werden.

22 August 2013

Fahrt zum Autocamp Drina Dieser Tag ist wieder ein Tag im Auto: Nachdem wir alles gepackt und uns von den Landies verabschiedet haben fahren wir durch Montenegro nach Bosnien. Wir suchen uns extra einen kleinen Grenzübergang auf einer abgelegenen Landstraße, um mehr vom Land zu sehen. Wir kommen zwar durch den Schlagbaum auf der montenegrinischen Seite des schnuckeligen kleinen klischeehaft aussehenden Grenzübergangs, aber auf der bosnischen Seite nicht rein, weil das „kein internationaler Grenzübergang“ sei. Also fahren wir die letzten 70km Serpentinen wieder zurück. Auf einem anderen Weg fahren wir nach Foča in der Nähe des Nationalparks Sutjeska. Wir übernachten auf einem Campingplatz direkt an der Drina, essen dort frischen Fisch aus dem Fluss und entscheiden uns während des Essens gleich am nächsten Tag weiter nach Sarajevo zu fahren.

21 August 2013

Zurück am Campingplatz Zurück am Campingplatz sind alle total erledigt. Wir duschen erst mal und lassen die letzten zwei wunderschönen Tage bei einem großen Essen im Restaurant ausklingen.
Talfahrt Nach dem Frühstück holen wir uns 1,5 l Raki in einer PET Flasche von der Dorf-Bar. Mittags verabschieden wir uns und steigen wieder in den Geländewagen ein. Vorher darf Francesco aber noch kurz einen Landrover fahren, weil ihm keiner geglaubt hat, dass es das kann. Er kann es! Wir machen nochmal Halt an dem ersten Wasserloch, an dem wir am Vortag waren, damit auch die anderen aus der Gruppe es sehen und baden können. Die Talfahrt ist noch steiniger, sandiger, staubiger und länger als die Fahrt nach oben, weil wir einen anderen, (noch) weniger befahrenen Weg nehmen.

20 August 2013

Schöner Ausklang in der Dorfbar Als wir wieder zum Hotel zurückkommen, lernen wir drei israelische und einen finnischen Studenten kennen, die heute hier angekommen sind. Wir haben ein internationales Abendessen mitten in einem albanischen Bergdorf. Francescos Mutter hat – wie immer – alles selbst gekocht mit Produkten aus dem Tal. Danach gehen wir mit Samy, dem Finnen und Nicolas in die einzige Bar des Dorfs. Bei Raki und Bier genießen wir diesen Abend. Es ist eine lustige Runde. Nicolas erzählt, dass er später Tourismus studieren will und dadurch dazu beitragen möchte, dass Touristen seine Heimat noch lange so erleben können, wie sie heute ist. Dann erzählt er noch wie er einmal mit dem Hubschrauber ins Tal nach Shkodra fliegen durfte, weil er sich mit der Motorsäge ins Bein geschnitten hatte. Er war total erstaunt, dass der Flug nur 44 Minuten gedauert hat, obwohl man mit dem Auto ja vier Stunden braucht. Kurze Zeit später kommt Francesco dazu und unterhält die ganze Runde.
Wanderung zum Blue Eye Insgesamt sind wir ungefähr sechs Stunden unterwegs, immer begleitet vom Duft der Bergkräuter. Die Tour ist wunderschön, nur auf dem letzten Drittel vorm Blue Eye ist es sehr anstrengend, weil wir in der Mittagshitze unterwegs sind. Auf diesem Teil der Strecke führt uns die 12jährige Albanerin Christina, vorbei an einem anderen schönen Badeplatz mit Wasserfall, bis zum Ziel. Alleine hätten wir den Weg bestimmt nicht gefunden. Es ist hier noch überhaupt nicht touristisch. An dem wunderbar klaren blauen natürlichen Pool mit Wasserfall angekommen, sind wir ganz alleine – bis auf einen Verwandten von Christina, der hier im Wasser gekühlte Getränke verkauft. Wir springen in das eiskalte kristallklare Trinkwasser… und sofort wieder hinaus, weil es so kalt ist. Danach prickelt der ganze Körper. Auf dem Rückweg machen wir nochmal Badestation bei dem Wasserloch weiter unten, wo es etwas wärmer ist.
Leckeres albanisches Frühstück Am nächsten Morgen frühstücken wir zusammen mit Samy vor dem Hotel. Wir genießen selbst gemachtes Brot, Marmelade, Honig, Butter, Schafskäse und Kräutertee von Francescos Mutter. Samy erzählt uns vom „Blue Eye“, einem tiefblauen Wasserloch, zu dem man eine schöne Wanderung unternehmen kann. Da wollen wir auch hin. Einige der Deutschen schließen sich uns an.

19 August 2013

Francescos Hotel Endlich an der Brücke in Theth angekommen, begrüßt uns tatsächlich der kleine Junge aus dem Zeitungsartikel und überzeugt uns sofort von seinem Hotel mit dazugehörigem Campingplatz. Schnell stellt sich heraus, dass der Zwölfjährige, der sein beeindruckend gutes Englisch von den Touristen gelernt hat, hier der Manager für das ganze Hotel ist. Mein Freund und ich schlafen bei Francescos Familie im Hotel, die Landies bauen ihre Dach- und Vorzelte davor auf. Vor dem Abendessen haben wir noch etwas Zeit. Zusammen mit einigen der Landies laufen wir ein Stück Fluss aufwärts und erkunden die Gegend. Am Abend lernen wir noch eine Australierin in unserem Alter kennen, die momentan in Europa umher reist und auch im Hotel übernachtet. Samy kommt später zusammen mit Francesco und seinem älteren Bruder Nicola zu uns und den Landies. Es wird ein lustiger Abend – die meiste Zeit mit Francesco als Alleinunterhalter.
Die Berge um Theth Ungefähr drei Stunden lang fahren wir nun die Piste zum Dorf hinauf. Mir kommt es vor, als ob Straße hier das ist, wo halt gerade keine Pflanzen wachsen und schon mal jemand drüber gefahren ist. Über abenteuerliche Stein-Serpentinen mit dem Abgrund ohne Leitplanke direkt neben uns schrauben wir uns über 2000 Meter nach oben. Erstaunlicherweise kommen uns immer wieder ganz normale Mercedes-Busse oder uralte LKWs entgegen geheizt, die wir nur mit Mühe und Not an etwas breiteren Stellen passieren können. Auf der holperigen Fahrt heben wir im Dauertakt von den Sitzen ab. Doch die gigantische Aussicht auf die unberührte Bergwelt belohnt uns.
Mit den Landrovern in die Berge Der Bus soll uns zwischen 7.30 und 8.30 abholen. Doch wir warten… und warten… Stunden. Er kommt nicht. Wir nehmen es mit Humor und stellen fest: „Warten scheint eine albanische Tradition zu sein. Es weiß nur keiner worauf.“ Als es fast Mittag geworden ist, fragen wir die Landrover-Truppe, ob sie uns eventuell mitnehmen könnten. Wir dürfen im größten der vier Geländewagen mit fahren. Schon nach kurzer Zeit macht es sich für die Truppe bezahlt, dass sie uns dabei haben. Alle können kaum Englisch und werden deshalb an der Tankstelle mit dem Umrechnungskurs Lek – Euro beinahe über den Tisch gezogen. (Die Zapfsäulen haben €-Beschriftung.) Durch unsere besseren Englischkenntnisse sparen sie sich insgesamt ca. 80€.

18 August 2013

Glückliche Begegnung Nach unserem kleinen Ausflug essen wir wieder im „Resort“-Restaurant. Wie sich herausstellt, ist es auch ein beliebter Treffpunkt für die Einheimischen. Sozusagen ein Szene-Lokal in dieser Gegend. An die Tische neben uns setzt sich eine Gruppe Deutscher, die hier mit ihren drei Landrovern und einem Iveco angekommen sind. Wir kommen ins Gespräch. Sie kommen aus Thüringen und sind hier samt ihren Familien auf Off-Road-Tour. Wir erfahren, dass sie für den nächsten Tag dasselbe Ziel haben wie wir: Das Bergdorf Theth, zu dem man angeblich 4 Stunden braucht und nur mit einem Geländewagen hinauf kommt.
Burg von Shkodra Nach einem kurzen Bummel durch die Innenstadt fahren wir zur Burg von Skodra – eine Anlage, die schon vor Christi Geburt gebaut wurde. Wir parken unterhalb. Nach einer kurzen Diskussion mit einem Einheimischen mittleren Alters, der uns mit Händen und Füßen bzw. später einem herbeigeholten jungen Kellner zu erklären versucht, dass der Weg zu Fuß viel zu lang, steinig und anstrengend ist, gehen wir doch eigenfüßig die Straßen hinauf. Dabei wird uns die Albanische Straßen- und Hausbautechnik deutlich: Bei den Häusern wird ein Stockwerk nach dem anderen komplett ausgebaut, solange man genug Geld hat. Dann geht man wieder ein Jahr ins Ausland, um das Geld für das nächste Stockwerk zu erarbeiten. Der Rest ist weiter Baustelle. Auf den noch ungeteerten Straßen läuft man Gefahr sich den Unterboden des Autos an den bereits eingebauten Gullilöchern (ohne Abdeckung) aufzureißen.
Skodra Wir unterhalten uns mit der Besitzerin des Campingplatzes und fragen sie nach Möglichkeiten zum Klettern. Lustiger Weise nennt sie uns genau das Bergdorf Teth, von dem wir schon in Podgorica gelesen haben und wir erfahren auch, dass von hier aus ein Bus dort hinauf fährt. Wir bitten sie also, ihn für den nächsten Morgen zum Campingplatz zu bestellen. Am Nachmittag fahren wir nach Skodra, um uns die Stadt anzusehen und eine Karte von Albanien zu kaufen. Die Stadt ist eigenartig gegensätzlich: heruntergekommene Häuser stehen neben neuen Prachtplätzen oder Luxushotels. Mitten drin die künstlich scheinende renovierte Altstadt mit kleinen Häuschen im italienischen Stil.

17 August 2013

Zum Sköder See in Albanien Die Einreise nach Albanien ist abenteuerlich. Sind wir wirklich noch in Europa? Direkt hinter der Grenze beginnt geschlaglöcherte Schotterpiste im Wechsel mit breiten frisch geteerten Straßenabschnitten. Das System dahinter kapiert man nicht, aber die Albaner fahren mit ihren uralten und funkelnagelneuen Mercedes in einem Affenzahn. Also einfach im gleichen Tempo hinterher! Wir holpern auf einem Feldweg zum Campingplatz. Den hätten wir fast übersehen, weil wir die Piste gar nicht als Straße erkannt hätten. Das Lake Skodra Resort liegt direkt am malerischen herrlich stillen See. Wir probieren gleich die halbe Speisekarte des Restaurants mit unglaublich günstigen Preisen und sehr gutem frischem Essen durch. Das ganze gehört einer Britin mit ihrem albanischen Mann, ist noch ganz neu und top gepflegt.
iPad Café in Podgorica Weil wir immer noch unentschieden über das nächste Ziel und von Montenegro enttäuscht sind, fahren wir erst mal in die Hauptstadt Podgorica. Dort suchen wir uns die Touristeninfo und ein Internetcafé, wo wir einen Campingplatz am Sköder See ausfindig machen – aber auf der albanischen Seite. Außerdem informieren wir uns über Möglichkeiten zum Klettern in Albanien und stoßen auf einen interessanten Artikel über ein abgelegenes Bergdorf, wo man in unberührter Landschaft klettern kann und die wenigen Touristen dort immer von einem kleinen einheimischen Jungen namens Francesco am Dorfeingang begrüßt werden. Das klingt toll, aber da kommen wir ja eh nicht hin mit unserem Golf. Podgorica ist stinkig, hässlich und gleichzeitig von lauter möchtegern Reichen bevölkert.
Ärger im Hotel Nach dem Frühstück erleben wir eine böse Überraschung. Als wir zahlen wollen bekommen wir eine Rechnung für ein Doppelzimmer. Das sehen wir nicht ein und versuchen zu verhandeln. Doch die Hotelleute bleiben stur. Außer dem netten jungen Kellner, der versucht zu schlichten, kann hier keiner Englisch – nicht mal der Manager! Der droht mit der Polizei und faselt irgendwas von „prostitution“. Letztendlich zahlen wir den Betrag und hauen verärgert ab.

16 August 2013

Nächtliche Irrfahrt Die nächste Stadt – Budva – ist auch eine Enttäuschung: Überlaufen, ein kleines Las Vegas und sehr teuer. Es ist schon dunkel, wir sind beide so müde, haben Hunger und noch kein Bett für die Nacht. Trotzdem fahren wir eine kaum beleuchtete Serpentinenstraße einen Berg hinauf, in Richtung eines kleinen Nationalparks. Wir irren im Dunklen irgendwo im Nirgendwo herum. Schließlich kommen wir an einem 4Sterne-Hotel mitten im Nationalpark vorbei. Wir klopfen dort und fragen den Nachtwächter nach einem Campingplatz. Weil es hier keinen Zeltplatz gibt, bietet er uns ein Einzelzimmer für uns beide zum Preis für eine Person an. Das freundliche Angebot nehmen wir gerne an und sind froh um das Bett.
Piratenbucht in Montenegro Anschließend brechen wir nach Montenegro zur (ehemaligen Piraten-) Bucht von Kotor auf. Die ist beeindruckend schön und sehr groß. ABER sehr touristisch und da hinter dem Ufer direkt die Berghänge anfangen, ist es an der einzigen schmalen Hauptstraße rundherum überfüllt und eng. Der Campingplatz, der uns empfohlen wird, ist heruntergekommen, teuer und überfüllt. Obwohl es schon Abend wird, fahren wir weiter aus der Bucht heraus die Küste entlang.
Die paradiesischen Wasserfälle von Kravice Der Lonely Planet erwähnt in einigen unauffälligen Zeilen die Kravice-Wasserfälle ganz in der Nähe von Mostar. Wir fahren hin und finden uns im Paradies wieder. Wir klettern einmal rund um den badewarmen See unter den 25 Meter hohen Wasserfällen hindurch und können es kaum fassen. Um uns herum sind fast nur Einheimische.
Mostar - eine faszinierende Stadt An diesem Morgen spazieren wir auf Erkundungstour durch die Altstadt. In den Cafés gibt es nirgends Frühstück. Also kaufen wir bei einem Bäcker ein und setzen uns mit dem leckeren orientalischen Gebäck in einen kleinen Park. Anschließend besuchen wir das historische Museum Mostars, wo wir in einer Einzelvorführung (zu zweit in einem Kinosaal) einen Film über die bewegende Geschichte der Stadt und vor allem der Brücke sehen. Langsam beginnen wir zu verstehen, was den Menschen ihre Brücke bedeutet und der Krieg vor 20 Jahren im Land angerichtet hat. Bei den Bildern vom zerbombten Mostar werden Erinnerungen an Dresden nach dem 2. Weltkrieg wach.

15 August 2013

Brückenspringen um Mitternacht Ab geht’s in die Altstadt. Die Atmosphäre ist faszinierend: Mittelalterliche Stadtkulisse mit lauter coolen modernen kleinen Cafés und so vielen hübschen jungen Leuten, die in Partylaune sind; dazwischen immer wieder Kriegsruinen direkt neben wieder aufgebauten, modernen Gebäuden. Beim Essen in einem Restaurant fragen wir den Kellner, ob er auch schon mal gesprungen ist. Der sagt: „Yes, and it is absolutely no fun“. Mit der Dunkelheit geht allmählich die Party los. Direkt am Neretva-Ufer unterhalb der Brücke tritt eine bosnische Rockband auf. Die Stimmung ist super. Um Mitternacht steht die Brücke plötzlich in roten Flammen. Mit Bengalo-Fackeln in den Händen positionieren sich die Springer. Drei springen hintereinander mit Fackeln in den Händen 28 Meter hinunter in die 12°C kalte Nevreta. Ein toller Zufall, dass wir genau diese Nacht erwischt haben! Tipp: Wir waren hier in der Nacht vom 29. auf 30. Juli
Auf nach Mostar Die Spannung steigt vor der Grenze: Wie wird dieses Land wohl sein, das wir eigentlich nur aus Nachrichtenbildern über den Bosnien-Krieg in den 90ern kennen? Das GPS kennt nur noch die eine Landstraße direkt nach Mostar. Auf dem Weg sehen wir die schöne Landschaft mit einigen malerischen Orten aber auch immer wieder Ruinen mit Geschossspuren und viele Friedhöfe. In Mostar angekommen machen wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz. Den finden wir aber nicht und entscheiden uns deshalb für eine Pension. Auf dem Weg durch die Stadt erfahren wir, dass in dieser Nacht Brückenspringer zu sehen sind. Das Brückenspringen ist eine alte Tradition in Mostar, bei der die jungen Männer der Stadt sich jeden Sommer als Mutprobe von Stari Most (der alten Brücke, das Wahrzeichen der Stadt) in den eiskalten Wildfluss Nevreta stürzen. Die erst beste Pension ist eine Volltreffer: Sehr gepflegt und günstig.
In den Mauern des alten Palastes von Split Nach unserer Flucht machen wir einen kurzen Zwischenhalt in Split. Trotz einiger Touristen ist es angenehm ruhig und wir streifen etwas durch die verwinkelte Altstadt innerhalb der ehemaligen Palastmauern des Diokletian. Unser nächstes Ziel ist Mostar in Bosnien-Herzegowina.
Wasserfälle im Krka Nationalpark Wir brechen in Richtung Krka-Nationalpark auf. Mein Freund hat diesen Nationalpark mit Kaskaden aus vielen Wasserfällen von einem früheren Urlaub sehr schön und ruhig in Erinnerung. Aber jetzt ist er eine Pauschaltouristen-Hölle. Überall breite betonierte Wege voll mit halbnackten Touristen und Nap-Ständen. Wir sausen ziemlich schnell durch, weil es uns hier nicht gefällt.

14 August 2013

Abenteuerlicher Abstieg Der zweite Teil der Tour ist – obwohl wir schon recht erledigt sind – nochmal ein tolles Erlebnis. Wir seilen uns von Standhaken zu Standhaken selber ab. Mir ist beim ersten Schritt über die Kante mit dem Seil in meinen eigenen Händen schon etwas mulmig, aber es macht ganz schnell riesigen Spaß. Auf dem Abstieg finden wir nicht alle Bohrhaken wieder, um uns daran zu sichern. Deshalb muss auch mal ein Baum herhalten oder wir müssen unser Leben an einen der Klemmkeile hängen, der dadurch natürlich im Fels bleibt. Auf dem ganzen Weg haben wir den Duft von Thymian in der Nase, der hier überall wächst. Ich pflücke etwas davon, womit wir in Zukunft oft unser Essen würzen. Unten angekommen sind wir völlig fertig, aber gleichzeitig überwältigt von dem Gefühl das geschafft zu haben.
Über die Josipa Debeljaka auf den Kuk Tisa Wir brechen früh zum Nationalpark auf, um die Morgenluft für unsere Route im Schwierigkeitsgrad 4 mit 7 Seillängen zu nutzen. Insgesamt stecken wir 10 Stunden bei bis zu ca. 37°C in unseren Kletterschuhen und haben dafür viel zu wenig Wasser dabei. Mein Freund steigt immer voraus, baut einen Stand, ich klettere hinterher, sichere ihn bis zum nächsten Stand usw. Die Route ist technisch nicht schwer, wir finden aber oft keine Bohrungen, oder diese sind abgebrochen. Deshalb können wir die Klemmkeile, die wir vorsichtshalber mitgenommen haben, sehr gut gebrauchen. Unterwegs nach oben finden wir sogar einen, den jemand vor uns liegen gelassen hat. Unsere Zehen tuen nach einigen Stunden furchtbar weh und wir haben großen Durst, weil wir für die Hitze zu wenig zu trinken dabei haben, aber das alles lohnt sich, denn der Blick von oben ist einfach gigantisch.

13 August 2013

Klettern im Nationalpark Paklenica Mit Klettersachen bepackt fahren wir morgens zum Nationalpark Paklenica. Der vordere Teil des Parks ist ein großer Canyon, der sich zum Landesinneren hin in eine Gebirgslandschaft öffnet. In dieser beeindruckenden Landschaft wurden die Winnetou-Filme nach den Büchern von Karl May gedreht. Noch sind die Temperaturen erträglich, weil eine Seite des Canyons am Anfang des Nationalparks Schatten wirft. Der Fels ist super griffig und dadurch ideal zum Klettern. Jedoch wird es langsam heißer (um 37°C) und der Fels fängt an, unter den Fingern zu glühen. Bis zum frühen Nachmittag klettern wir ein bisschen, dann wird es uns zu heiß. Den Fußmarsch zurück zum Auto legen wir größten Teils in einem ausgetrockneten, zumindest etwas beschatteten Flussbett zurück. Zurück beim Zelt hüpfen wir direkt vor unserer „Haustür“ ins kalte Meer.

12 August 2013

Camp Stine beim Nationalpark Paklenica Unser Campingplatz Camp Stine liegt etwas abseits vom Nationalpark Paklenica direkt an einer Bucht. Alles ist sauber und liebevoll eingerichtet; in den Waschräumen läuft sogar Musik. Der ganze Campingplatz ist wie eine riesige Treppe von der Straße hinunter zur Meeresbrandung aufgebaut. Dadurch haben wir aus dem Zelteingang hinaus einen traumhaften Blick aufs Meer. Es ist herrlich ruhig hier und die Besitzer sind sehr nett und hilfsbereit.
Rijeka Wir brechen zum Nationalpark Paklenica auf, um dort ein paar Tage zu klettern. Diesmal wollen wir aber vorher einen guten Campingplatz ausfindig machen. Deshalb legen wir einen Zwischenhalt in Rijeka ein, wo wir uns ein Internetcafé suchen. Rijeka ist hauptsächlich eine industrielle Hafenstadt und deshalb angenehm untouristisch. Besonders schöne Sehenswürdigkeiten gibt es nicht, aber die Atmosphäre in der Fußgängerzone ist recht schön.

11 August 2013

Flucht aus überlaufenen Touristenorten Kroatiens Als nächstes Ziel suchen wir uns den Küstenort Rovinj in Kroatien aus, wo man direkt am Meer Klettern können soll. Unser Aufenthalt in der laut ADAC „malerischen Hafenstadt“ ist sehr kurz. Der angesteuerte Campingplatz ist völlig überfüllt und hässlich und der ganze Ort total von deutschen Pauschal-Touristen überlaufen. Wir flüchten vor dem Rummel aus der Stadt. Ich finde auf einer Karte aus dem Touristenbüro einen Campingplatz in einer abgelegenen Bucht einige Kilometer südlich. Der Weg dorthin verläuft über eine unbeleuchtete Landstraße ohne Fahrbahnmarkierungen mitten durch die kroatische Pampa. Als wir angekommen sind, müssen wir feststellen, dass auch hier – in dieser abgeschiedenen Bucht – nur Deutsche und Niederländer Urlaub machen.
Die zweitgrößte Tropfsteinhöhle Sloweniens Das nächste Ziel ist die zweitgrößte Tropfsteinhöhle Sloweniens: Škocjanske jame. Die Führung ist sehr interessant und die Höhle mit ihren Jahrtausende alten Felsformationen wirklich beeindruckend. Wir durchwandern mehrere, sehr unterschiedliche Teile des Höhlensystems. Dabei sehen wir riesige Tropfsteine und andere Gebilde, die sich über lange Zeit aus Kalkwasser gebildet haben und gehen über eine Brücke, die einen unterirdischen Canyon quert. Immer wieder sieht man die Überreste von Wegen und Klettersteigen, die die ersten Höhlenforscher hier angelegt haben. Dem unterirdischen Fluss folgen wir nach dem Ende der Gruppenführung zu zweit wieder aus der Höhle hinaus und durchwandern damit eine Doline, die früher eine Höhle des gleichen Systems war. Hier hat sich eine beeindruckende Kulisse aus Felsen, Wasser und saftigem Grün gebildet. Man darf hier auch wieder fotografieren, was in der Höhle selbst leider nicht erlaubt war.
Tolles slowenisches Restaurant: Vodnikov Hram Der Herr am Schalter lotst uns vorbei an einer Touristenfalle in ein gemütliches Restaurant namens Vodnikov Hram direkt neben dem Marktplatz. Wir werden mit riesigen Portionen von leckerem Essen aus ganz frischen knackigen Zutaten belohnt. Unsere Völlerei liegt uns noch Stunden später im Magen, hat sich aber definitiv gelohnt. Sehr zu empfehlen: Steak mit Steinpilzsauce und Salat, als Beilage Kartoffeln mit Mangold Parmesan-Polenta mit Karstschinken und Steinpilzen
Ljubliana Wir fahren in die Hauptstadt Sloweniens – Ljubljana. Zurück über die Serpentinen können wir diesmal nicht ganz so rasant hinunter fahren, weil immer wieder Kühe mitten auf der Straße stehen. Ljubljana ist eine hübsche Stadt, aber recht überschaubar. Innerhalb einer Stunde haben wir alle größeren Sehenswürdigkeiten gesehen. In der Touristeninfo fragen wir gezielt nach einem Restaurant mit wirklich gutem traditionell slowenischen Essen.

10 August 2013

Wandertour von Kobarid zum Kozjak-Wasserfall Wir machen eine lockere Wandertour von Kobarid zum Kozjak-Wasserfall. Unterwegs queren wir immer wieder die traumhaft türkis-blaue Soča. Außerdem stoßen wir auf einige Spuren der Befestigungsanlagen aus dem ersten Weltkrieg in diesem Tal, durch das eine Frontlinie zwischen Österreich-Ungarn und Italien verlief. Auf dem Rückweg nach Kobarid sitzt ein kleiner blauer Schmetterling über eine halbe Stunde auf meiner Hand und saugt das Salz auf meiner Haut ein – ein lustiges Gefühl.
Camp Triglav in den slowenischen Alpen Wir starten bepackt bis unter das Dach unseres VW Golf Richtung Slowenien. Mein Freund hat Riesenspaß beim Durchfahren der 50 Serpentinen über den Pass nach Slowenien, die teilweise mit Kopfsteinpflaster angelegt sind. Ich bin froh, dass er fährt, versuche mich gleichzeitig irgendwie festzuhalten und Fotos von unserer Fahrt durch die beeindruckende Berglandschaft zu machen. Unser erstes Ziel ist das Camp Triglav im Triglav Nationalpark. Auf diesem ruhigen, gepflegten Campingplatz mitten in einem Tal zwischen den Zweitausendern bauen wir zum ersten Mal unser Zelt auf.