Poland · 15 Days · 27 Moments · August 2016

Martina Ortner

Polen entdecken


16 August 2016

Abschied II Heut beginnt unsere Heimreise. Nachmittags fahren wir mit dem Zug zurück nach Warschau und anschließend mit dem Nachtzug nach Wien. Aber bevor wir endgültig Abschied von Polen nahmen, bummelten wir, ein wenig verkatert (da wir in der Bruderschaft Sperrstunde gemacht haben - wirklich köstliches, selbst gebrautes IPA und super Cocktails) noch durch die wunderschönen Gassen der Altstadt, die sich heute wesentlich ruhiger anfühlten als in den vergangen Tagen.

15 August 2016

Auch in Polen ist heute Feiertag. Und es hat recht überraschend fast alles zu. Außer dem Dominikanermarkt. Und so taten wir das Selbe wie die Anderen: durch die mit Ständen gesäumten Gassen schlendern und mal da, mal dort etwas essen. Ausklingen ließen wir den Tag, nach einem enttäuschenden Abendessen, bei einigen IPAs und Cocktails in der fantastischen polnischen Kneipe namens Bruderschaft.

14 August 2016

Gesättigt durch Informationen über die Geschichte Polens, aber umso hungriger nach lokalen Köstlichkeiten, suchten wir ein auf Tripadvisor sehr gut bewertetes Restaurant etwas abseits der Touristenpfade auf. Tripadvisor lag volkommen richtig. Fantastische polnische Küche! Mein Favorit: die saure Suppe mit Würstchen und Ei, serviert mit Kartoffeln und Speck.
Freundschaft! Inspiriert von der Fülle an Museen in Danzig bummelten wir durch die Altstadt zum Maritimen Museum mit Museumsschiff. Nach einer kleinen Stärkung mit Bigos und Schweinehaxe begaben wir uns dann noch zu einem weitaus faszinierenderen Museum. Aber zuerst mussten wir uns einen Weg durch die Touristenmassen bahnen. Es findet gerade der Dominikanermarkt statt. Und das schon seit 3 Wochen! Ein Standl neben dem anderen. Fast die ganze Altstadt entlang. Dazwischen wälzen sich Massen von Menschen. Und wir mittendrin. Beim Solidarnosc Museum angekommen, tauchten wir sogleich in die Geschichte der ersten freien Gewerkschaft Polens in der Nachkriegszeit ein. Ein fantastisches Museum! Durch die grandiose Inszenierung und den liebevollen, teils interaktiven, Details, fällt es leicht, die jüngere Geschichte Polens zu erleben und zu verstehen. Uns faszinierte die Ausstellung dermaßen, dass wir gute dreieinhalb Stunden hier verbrachten.

13 August 2016

Süßer Empfang In Danzig angekommen genehmigten wir uns eine süße Stärkung bei einem Cafe, ganz in der Nähe der Wohnung, die wir für die kommenden Tage gemietet haben. Der Karamel Brownie und der Cheesecake mit Himbeerinfusion waren wirklich gut und so richtig süüüüüß ;) Die Stärkung tat gut, nach einer Fahrt über Autobahnen, Schnellstraßen und, vor allem zu Beginn, über schmale Straßen teils voller Schlaglöcher. Die Schlaglöcher auf den Fotos waren welche mit den 'Durchschnittsausmaßen'. Es gab kleinere, aber auch größere die sich ab und an über eine ganze Fahrspur ausbreiteten. Nachdem wir die Wohnung bezogen und das Mietauto wieder am Flughafen zurückgegeben haben, war es auch schon Zeit für's Abendessen. Der plötzlich einsetzende Regen bereitete der Restaurantsuche mit Tripadvisor ein jähes Ende. Mitten in der Touristen-Gegegend, trieb es uns in ein hervorragendes Restaurant, dessen Spezialität Piroggi sind.
Abschied Schweren Herzens nehmen wir Abschied von unserem Häuschen in den Masuren. Die Gastfreundschaft und die herzlichen Menschen in dieser Gegend sind wirklich etwas Besonderes. Auch 'Bejo', der verspielte Hund des Anwesens, der gegen ein paar Steicheleinheiten gut auf uns aufgepasst hat, scheint irgendwie traurig zu sein, als wir uns auf den Weg machen. Nach nun gut einer Woche in ruhigen ländlichen Gegenden von Pommern und Masuren fahren wir wieder in eine vermutlich quirlige Stadt. Bei der ländlichen Idylle in den Masuren hatte man das Gefühl, dass sich Fuchs und Hase 'Gute Nacht' sagen. Den Fuchs haben wir übrigens wirklich gesehen. Den Hasen nicht. Merkwürdig, merkwürdig ... Apropos Entschleunigung: nicht nur die Internet- und Telefonverbindung trägt dazu bei. Auch die Bauarbeiten an den Autobahnen und Schnellstraßen turn ihr übriges. Ewig lange 50 km/h Beschränkungen bei Baustellen entschleunigen schon ganz schön :) Sehr treffend auch der Name einer der Baufirmen ...

12 August 2016

Am See Bei wundervollem Sonnenschein starten wir heute wieder einen Ausflug in den Masuren. Die Ziele haben alles eines gemeinsam: sie liegen an großen masurischen Seen. Besonderes Highlight für uns war das, auch als polnisches Venedig bekannte, Mikolaiki. Eigentlich würde ich es jetzt nicht direkt mit Venedig vergleichen. Aber es ist auch ohne diesen Vergleich eine bezaubernde, wenn auch sehr touristische, kleine Stadt. Und zum Abendessen ... gschmackige polnische Würstchen vom Grill. Würstel in Polen sind wirklich genial!

11 August 2016

Die Wolfsschanze war aber nur das erste Ziel unseres heutigen Ausflugs. Am Rückweg machten wir noch Halt bei der Barock-Basilika von Swieta Lipka und in Reszel. Reszel ist, auch laut unseres Gastgebers, besonders sehenswert, da es vom Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont geblieben und auch heute noch ein noch recht originaler polnischer Ort ist. Dem konnten wir nur zustimmen und genossen einige angenehme Stunden in Reszel. Und nach dem Ausflug gab es selbst gegrillte polnische Würstel mit Paprikasalat und Kartoffeln.
Wieder voller Energie und Tatendrang besichtigten wir die Wolfsschanze. Schwierig, das Gesehene in Worte zu fassen. Auch sehr spannend, sich selbst dabei zu beobachten, etwas zu besichtigen, was die eigene Geschichte so direkt betrifft. Oft wandelt man auf Spuren längst vergangener und weit entfernter Kulturen im Urlaub. Aber die einen unmittelbar betreffende Geschichte? Eher selten! Zumindes bei unseren Urlauben war es oft so. Was ich zur Wolfsschanze in Worte fassen kann, sind Bergiffe wie: riesiges Areal, Ruinen, bedrückende Stimmung und Natur. Natur, die sich die von der Deutschen Wehrmacht selbst gesprengten Bunker, wieder zurückerobert hat. Interessant ist aber das beklemmende Gefühl. Natürlich geprägt durch unser Wissen über die NS Zeit und die unmittelbare Nähe dazu. Interessant ist auch ein Vergleich mit der Bunkeranlage bei Swinemünde. Diese habe ich als sehr interessant, aber keinesfalls bedrückend, empfunden. Obwohl auch dort grausame Pläne geschmiedet wurden.

10 August 2016

Enstpannung pur Nachdem ein Reisebucheintrag schon mit 'Oase der Ruhe' betitelt ist, weiß ich gar nicht wie ich diese Unterkunft in Wipsowo nennen soll. Hier ist es nochmal ruhiger und heimeliger. So ließen wir uns heute wieder zu einem Entspannungstag verführen. Einzig und allein zum Abendessen verließen wir unser Häuschen. Der Tipp unseres Gastgebers war genial; ein wundervolles Restaurant mit fantastischer Küche. Am Menü stand Tomatencremesuppe und Pieroggi, mal pikant mit umwerfend gschmackigem Faschierten und mal süß mit Vanillesauce. Mir läuft beim Schreiben schon wieder das Wasser im Mund zusammen :) P.s. viel zur Ruhe und zum Erholungsfaktor trägt auch der kaum vorhandene Telefon-Empfang bzw. die eher nicht vorhandene Internetverbindung bei ... ;)

9 August 2016

Auf in die Masuren. Heute war ein richtiger 'Road Trip Tag' - schmale Straßen mit vielen Schlaglöchern und viel Verkehr, romantische, fast einsame Straßen durch Alleen, breitere neue Schnellstraßen, Autobahnen und leider auch lange Baustellen mit einer 50er Beschränkung. Gerade letzteres machte aus der Strecke die im Idealfall in 5h schaffbar sein sollte dann doch einen Tagesausflug mit einigen Pausen. Aber alles halb so schlimm, es überwiegte die Vorfreude auf unser Ziel: das Dorf Wipsowo in den Masuren. Als wir bei unserer Unterkunft für die nächsten vier Nächte ankamen, verblassten die letzten Stunden der Autofahrt im Nu. Allein der Anblick des wundervollen heimeligen Häuschens, das wir hier gemietet haben, und der überaus freundliche Empfang unserer Gastgeber, entschädigte uns für die teilweise anstrengenden Abschnitte der Anreise.

8 August 2016

An der Ostseeküste Heute unternahmen wir einen Tagesausflug an die Ostseeküste nach Swinemünde (Świnoujście). Als erstes Ziel nach der ca. vierstündigen Fahrt stand die Bunkeranlage Podziemne Miasto vor Swinemünde am Programm. Im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen als Bunkernlage errichtet, diente sie später in adaptierter Form im Kalten Krieg als Zentrale für Vergeltungsangriffe im Falle eines dritten Weltkriegs. Die Führung durch die detailiert rekonstruierten Bunkerräume aus beiden Zeiten wurde durch den Tour Guide zu einem gelungenen Ausflug. Mit viel Witz und Charme übersetzte er uns die essentiellen Teile der sonst in polnischer Sprache inszenierten Führung auf Englisch. Danach begaben wir uns noch in Swinemünde auf einen gemütlichen Spaziergang zur Windbarke direkt am Ostseestrand. Ein wirklich gelungener Tag, an dem wir jedoch erkannten, dass wir wärmere Gewässer dem windigen kühlen Klima an der Ostsee vorziehen ;)

7 August 2016

Chill n' Grill Heute haben wir uns dazu entschlossen unser Häuschen und den Garten in vollen Zügen zu genießen. Einfach nur faulenzen, die weitere Reise planen und Tagebuch schreiben ;) Und damits was gscheits zum Essen gibt, hab ich mich an der offenen Feuerstelle mit polnischen Würstchen versucht ... und es is wirklich gut geworden. Nur den Kartoffeln wars ein wenig zu heiß in der Glut ;)

6 August 2016

Oase der Ruhe. Unser Häuschen in Pommern lud uns ein, mal einen Gang herunter zu schalten und einfach die Ruhe und Abgeschiedenheit zu genießen. Also beschlossen wir heute nichts weltbewegendes zu unternehmen. Einzig und allein ein kleiner Ausflug zu einer Shopping Mall stand am Programm um uns mit Lebensmitteln, trockenem Holz und vielen vielen Zündis zu versorgen. Auch in der Früh war es recht mühsam den Kamin in Gang zu bringen. Vielleicht war das Holz zu feucht. Oder waren es doch Holzscheite, die zum Räuchern vorbereitet waren. Man weiß es nicht ... ;) Mit Zündis und so richtig trockenem Holz vom Baumarkt war das Feuer am Abend im Nu entfacht und so blieb uns genug Zeit um entspannt ein kleines Abendmahl mit polnischen Würstchen und einem frischen Letscho zuzubereiten. Besonders haben es mir die Gurken angetan, die ich nur als Essiggurken im Glas kenne :)

5 August 2016

Wir haben Feuer gemacht. In Danzig angekommen holten wir unser Mietauto für die kommenden Tage ab. Ein flotter Renault Clio ist es geworden. Mit Automatik-Schaltung. Auf diesen 'Komfort' hätte ich sehr gerne verzichtet ;) Nach guten zwei Stunden über holprige Straßen und zwei bis drei Vollbremsungen, glücklicherweise auf Parkplätzen (dabei wollt ich doch nur wie gewohnt in die Kupplung steigen um den Motor nicht abzuwürgen), kamen wir in Gardna Wielka an. Wie schon fast erwartet, war es hier noch um einiges frischer als in Warschau. Was uns angesichts des heimeligen Häuschen mit Kaminofen gar nicht störte. Einzig und allein das Feuer zu entfachen war nicht ganz so einfach. Zwei Werbungsprospekte, einen halben Zeichenblock, drei bis vier Rauchschwaden die sich ällmählich nun durch das Haus zogen, ein wenig Sauerstoffmangel durch das Anpusten der Glut und zwei Zündis später, fing der viel zu dicke Ast im Kamin dann aber doch Feuer und wir kuschelten uns gemütlich vor das Kaminfeuer
Von Warschau nach Danzig mit dem Zug. Uns gefällt das Reisen mit dem Zug immer besser! Die Verbindung von Warschau nach Danzig ist mit ca. 2,5h recht flott und die sehr neu anmutenden Züge sind überaus komfortabel. Besonderes Highlight: Beinfreiheit und gratis Kaffee! Herrlich ;)

4 August 2016

Warschau Uprising Auch das Museum über den Aufstand in Warschau gegen Ende des zweiten Weltkriegs ist sehr sehenswert. Durch die detailliert umgesetze Szenografie von Straßen, Räumen und Wegen durch die Kanalisation des alten Warschau fühlten wir uns, untermalt von Sirenen, Schüssen und dergleichen, in diese Zeit hineinversetzt. Leider sperrte das Museum an diesem Tag unerwartet früh zu. So bekamen wir keinen Audioguide mehr. Auch sehr schade ist, dass die sehr originell gestalteten Kalenderblätter, die durch die Tage des Aufstands führen, nur in polischer Sprache geschrieben waren. So war es rechht schwierig in der kurzen Zeit, die uns hier blieb, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Mit genug Zeit und einem Audioguide ist das Museumaber sicher einen Besuch Wert.
Spuren vergangener Zeit Stalin machte Polen in den 50er Jahren ein ganz besonderes Geschenk: den Kultur- und Wissenschaftspalast. Theater, Kinos, Museen, ein Kongresszentrum und vieles mehr beherbergt dieses monumentale Bauwerk seit seiner Eröffnung. Damals hauptsächlich für besonders treue Kommunisten zugänglich versteht sich. Auch die etwas in die Jahre gekommene Technik funktioniert noch einwandfrei. Die zentrale Gebäudesteuerung auf den Fotos ist kein Ausstellungsstück - es ist tatsächlich die nach wie vor eingesetzte Technik um das gesamte Gebäude zu steuern. Spannend war der Rundgang durch die Kellerräume, Sitzungs- und Ballsäle. Ebenso spannend war es, die unzähligen Leute zu beobachten, die vor den Toren des Technischen Museums Pokemon Go spielten.

3 August 2016

Überflutet mit Informationen und Eindrücken verlangten unsere Körper dringend nach Energie für den Heimweg. Da kamen uns Barszcz (Mal mit gefüllter Krokette, Mal mit Teigtaschen) und Piroggi (Mal mit Sauerkraut und Mal mit Fleischfülle) gerade recht. Und ganz ehrlich, trotz Hochsommer tut eine heiße Suppe so richtig gut. Besonders weil es in Warschau im Vergleich zu den letzten Wochen in Graz hier wirklich kühl ist. Meist sonnig, so um die 20 Grad am Abend und windig. Also wirklich frisch für Südländer wie uns ;)
Das jüdische Museum hat uns beide so richtig fasziniert. 1000 Jahre Geschichte erzählt auf zwei verwinkelten Stockwerken in abwechslungsreichen und thematisch perfekt inszenierten Räumen; eines der beeindruckendsten Museen die ich kenne! Mit der Fülle an Informaton gepaart mit dem genialen Bühnenbild könnt ich einen ganzen Tag hier verbringen. www.polin.pl
Am Weg zum jüdischen Museum haben wir noch für ein paar Fotos Halt gemacht. Diese alte Mauer hat es mir ganz besonders angetan.
Nach dem langen Stadtspaziergang von gestern tanken wir heute 'in der Früh' in unserem Appartmen wieder Energie für den Tag mit einem herzhaften Frühstück bei fantastischem Ausblick auf die Skyline von Warschau.

2 August 2016

Ich liebe es im Urlaub auch mal genüsslich durch Supermärkte zu schlendern, Lebensmittel zu entdecken die es bei uns nicht oder in anderer Form gibt und einfach Unterschiede zu sehen. Ist echt interessant, wenn die Tiefkühlprodukte nicht fertig vorportioniert sind und man mal genau 7 Fischstäbchen haben möchte :)
Nach einem ersten genüsslichen Kaffee und den ersten Eindrücken der Stadt, sprangen wir auf den Hop-On hop-of Bus, um mal einen "ganzen" Eindruck der Stadt zu bekommen. Nach der Runde mit dem Bus spazierten wir wieder in den Altstadtkern.
Nach einer schaukeligen Nachtzugfahrt sind wir angenehm entspannt in Warschau angekommen. ;) Hmmm, zumindest einer hat mal gut geschlafen... Schnarchnase!

1 August 2016

Und los gehts mit dem Nachtzug von Wien nach Warschau. Wir sind begeistert von unserem gemütlichen kleinen Schlafabteil. Echt eine feine Alternative zum Auto oder Flugzeug.