Iceland · 5 Days · 33 Moments · August 2016

Linda Rockstroh

Laugavegur - durch das Hochland von Island


17 August 2016

Auf der Rückfahrt erfüllte sich dann noch mein Wunsch. Ich sah eine Herde mit ca.20 Islandpferden, die durch das Hochland getrieben worden sind. Für mich ein Magic Moment!
Würde ich so etwas noch einmal tun? Auf jeden Fall! Ich hätte auch die Urlaubswoche zu Hause verbringen können doch auf dieses kleine Abendteuer werde ich mein Leben lang zurück blicken können. Es hat mich an Erfahrung reicher gemacht und meinen Kopf frei gepustet. Auch hat es mich stärker und mutiger gemacht. Auf jeden Fall möchte ich diesen Weg noch einmal bei schönem Wetter gehen um die Schönheit der Natur, der diesen Trail bietet sehen zu können. Vielleicht hat ja mal mein Harzer Wandernadel Club Lust auf einen Außeneinsatz😜
Rumstehen und warten war bei dem kalten Wind irgendwie blöd, also lief ich den Weg weiter Kilometer für Kilometer. Ich kam noch an einem tosenden Wasserfall vorbei. Um drei Uhr machte ich eine Pause und wartete auf den Bus. Nach einer halben Stunde kam er wie eine Fatamorgana aus dem nichts. Ich sagte zum Busfahrer i am happy to see you weil dass meinte größte Sorge im ganzen Urlaub war, diesen Bus und somit meinen Flieger zu verpassen. Er dachte ich wäre lost weil ich nicht am Busschild stand und er doch meine Stöcker dabei hatte. Ende gut, alles gut!
Die ersten fünf km gingen durch das Hobbitland. Die Wiesen waren so saftig grün wie aus der Kerry Gold Butterwerbung. Danach lief ich durch dicke Lavagesteinsbrocken bis zum ersten Fluss. Dieser musste gefurtet werden. Also zog ich meine Crocks an und die Hose hoch bis zum Anschlag. Das eiskalte Wasser reichte bis zum Oberschenkel. Einen Typ hatte das Gleichgewicht verloren und lag wegen seinem schweren Rucksack wie ein Käfer auf dem Rücken im Wasser. In seiner Haut wollte ich nicht stecken. Nach einigen Kilometern Lava-Sand Wüste erreichte ich die besagte Brücke und bog rechts ab. Nun war ich mutterseelenallein. Kein Tourist weit und breit. Mit Musik im Ohr und einem bestimmten Lied im Ohr kam mir vor Glücksgefühl fasst Pipi in die Augen. Nach ca 2 km kam dann mitten im Nichts das Schild "Bus". Ich war drei Stunden zu früh dran
Letzte Etappe Um Ballast zu verlieren verschenke ich mein übrig gebliebenes Essen an meinen Texanischen Campnachbarn. Beim zusammenpacken der Sachen viel mir auf, dass ich meine Wanderstöcke in der letzten Hütte bei der Rast vergessen hatte. Ich fragte die Hüttenwirtin ob der Busfahrer die morgen mitnehmen könnte. Wird klar gemacht! Vorsichtshalber fragte ich nochmal nach ob der Bus auch heute fährt? Sie sagte ja aber nicht vom Camp. Ich müsste nach der zweiten Brücke nicht den Pfad gehen sondern auf der "Straße " bleiben. Wie das Schicksal so will, hätte ich meine Stôcker nicht vergessen wäre ich zum nächsten Camp gelaufen. Beim Handycheck habe ich herausgefunden dass meine Frontcamera noch funktioniert. Also muss ich euch jetzt mit schlechten Selfis nerven statt atemberaubender Landschaft

16 August 2016

Im wunderschönen grün errichte ich mein Zelt und brutzelte mir Nudeln. Es kam sogar für eine Stunde die Sonne raus und ich genoss jeden Sonnenstrahl. Nach 28 km machen sich erste Beschwerden im Schulterbereich vom Rucksack bemerkbar. Diese wurden ausreichend mit Franzbrandwein behandelt. Das war das letzte Foto, welches mein Handy hergab. Nein es war kein Nebel, das ist die Trübung der Linse
2.Etappe Vanessa und ich beschlossen gemeinsam zu laufen. Wir haben viele Gemeinsamkeiten heraus gefunden. Ich bin froh , dass ich diese Etappe nicht schon gestern gelaufen bin, denn sie ist mit ihren vielen Steigungen sehr anspruchsvoll. Zwar regnet heute nicht aber manchmal sah man vor Nebel die Hand vor Augen nicht und ich war froh das GPS Gerät dabei zu haben. Einmal riss für ein paar Sekunden die Wolkendecke auf und wir konnten die Schönheit der Natur, was diesen Weg eigentlich ausmacht, bewundern. Insgesamt stiegen wir 400 Höhenmeter ab und auf einmal war alles nur noch grün. Wir kamen uns vor wie im Hobbitland.Das Grün kann man garnicht beschreiben, es hat fast geleuchtet. Nach 16km und einer Flussuberquerung später erreichten wir Camp 2. Vanessa beschloss hier ihre Tour zu beenden, da es heute Nacht in ihr Zelt reingeregnet hatte und all ihre Sachen nass waren. Es gibt leider keine Fotos von dieser Etappe da mein Handy einen Wasserschaden vom Regen zu vermelden hat 😩
Die Nacht war windig und kalt. Um drei Uhr nachts bin ich vor Kälte aufgewacht und ich zog alles an Kleidung an was ich dabei hatte. Am Abend gesellten sich neben meinen Zelt noch Vanessa aus Wisconsin, die ebenfalls alleine unterwegs war und eine vierköpfige Franzosengruppe.

15 August 2016

Ich wärmte mich in der Hütte auf und bekam von der Hüttenwirtin einen kostenlosen warmen Kakao. An der Heizung trocknete ich meine nasse Kleidung. Ich muss sagen die neue Regenhose war ihr Geld wert. Zwar ging es mir körperlich gut aber aufgrund der Witterung entschloss ich nicht weiter zu laufen was sich hinterher als gute Entscheidung darstellte. Und jetzt kommt die gute Nachricht. An den nächsten Camps fährt jeweils ein Bus zurück nach Reykjavik. Das bedeutet ich brauche keine zwei Etappen an einem Tag gehen und auch nicht zurück laufen. Zwar verpasse ich die letzte Etappe aber das ist doch ein guter Kompromiss. Mein Zelt baute ich in einer Steinbucht auf. Das klappte heute schon viel besser, außerdem habe ich noch zwei stabilere Heringe gefunden. Die Landschaft ist skurril. Hier oben wächst kein einziger Grashalm. An manchen stellen steigt heißer Wasserdampf auf.
Erste Etappe Leider hat der Regen wieder eingesetzt und die Farben der Berge kommen nicht so rüber. Dafür kam man öfters an dampfen Quellen vorbei. Es roch wie an Silvester aber dafür konnte man sich im warmen Wasserdampf wärmen. Die Strecke war an manchen Abschnitten recht steil und der Regen peitschte von der Seite. An manchen Passagen musste man Schneefelder überqueren was nicht ganz ungefährlich war denn die Schneedecke war zum Teil hohl. Später kam noch Nebel hinzu so dass man schon Schwierigkeiten hatte den nächsten Pfahl zu erkennen. Immer wieder kam ich an "Memorial "Gedenktafeln vorbei, wo Menschen bei dieser Tour verstorben sind. Dies stimmt mich nachdenklich. Um 17 Uhr erreiche ich das erste Camp auf 1100 Höhenmetern.
Schnell noch den Cache mitgenommen und ein letzter Blick auf das Base Camp
Um 13 Uhr packt es mich. Ich sah immer mehr Hiker aufbrechen und so konnte ich auch nicht mehr still in meinem Zelt liegen. Schließlich bin ich wegen dem Trail hier! Ich wollte erstmal bis zum ersten Camp laufen. Wenn ich dann die 2.Etappe nicht mehr körperlich schaffe, schlafe ich dort und laufe am nächsten Tag wieder zurück.So der Plan!
Ist das etwa Klärchen am Himmel? Das Mongolen Zelt ist übrigens von einer Reisegruppe. Die gaben gestern den Rest dazu das ich nicht schlafen konnte.
Die Nacht war wieder nur sehr kurz und ich wurde mit einem sanften tröpfeln auf meinen Zeltdach geweckt. Dieses hielt leider bis zu den Mittagsstunden an und außer Frühstück und schlafen konnte ich mich zu nichts aufraffen. Ich bin hin und her gerissen. Was mache ich nun heute? Gehe ich zwei Etappen an einem Tag? Schaffe ich das konditionell überhaupt? Durch den Sturm habe ich einen Tag verloren und dadurch das Mittwoch der Flieger wieder geht habe ich keinen Puffertag.

14 August 2016

Also blieb mir nichts anders übrig als mein Zelt hier aufzuschlagen. Das Problem war nur, dass der Boden hart wie Kruppstahl war! Alex gab mir noch zu Hause den Tipp einen Stein zum kloppen zu verwenden, doch die Heringe bogen sich in alle Richtungen. Ich habe geschaut wie es die anderen machen und die verwendeten alle Strippen und knoteten diese an Steinen fest. Blöd, denn nur mein Aussenzelt besitzt zwei Strippen! Da kam mir die Idee die Schnüre vom Einkaufsbeutel zu benutzen, wo meine Regenhose drin war und damit das Innenzelt zu spannen💡 Gerade als ich (nach 2 Stunden) mit dem Zeltaufbau fertig war, setze der Regen ein. Ich habe keine Lust mich mit meinem Gaskocher unter den vollen Unterstand zu stellen. Zum Abendbrot gab es eine Bifi Roll und Schoki . Müde kroch ich in meinem Schlafsack und warte auf den Sturm.... Kurz eingenickt traf er pünktlich um Mitternacht ein. Trotz Ohrenstöpsel war es ein ohrenbetäubender Lärm. Die Zeltwände drückten sich von links nach rechts.
Bad News Mein eigentliches Ziel war heute die erste Etappe nach Hrafntinnusker zu laufen. Als ich den Hüttenwirt fragte wo denn das Sicherheitsbuch sei wo ich meinen Namen eintragen kann, meinte er da läuft heute keiner mehr hoch! Ein schwerer Sturm ist für Mitternacht angekündigt. Ich sagte bis Mittternacht bin ich doch oben, aber er meinte ohne Profizelt habe ich da oben keine Chance. Dann nehme ich halt die Hütte-ausgebucht!
Basis Lager Ein bisschen Mounteverest feeling hat es schon mit den vielen bunten Zelten. Die grünen Zelte sind von einer geführten Tour. Die bauen einem die Zelte auf und man muss nur noch einsteigen. Auch bringen Sie einem das Gepäck bis zur nächsten Hütte und kochen das Essen.
Beautiful Vier Stunden ging die Busfahrt ins Hochland ,davon 2 Stunden über Buckelpiste. An Schlaf war nicht zu denken, der ganze Körper wurde durchgeschüttelt.Den ein oder anderen Fluss mussten wir furten. Wie die Busse diese Strapazen aushalten ist mir ein Rästel. Vorbei an wundervoller Landschaft erreichen wir um 17 Uhr Landmannalaugar
Auf jeden Fall bin ich froh das hier Sonntags die Geschäfte offen haben und ich noch eine Regenhose bekommen habe. Zwar für ganz viel Geld und dann auch noch die Mànnerversion aber besser als gar nichts! Jetzt sitze ich schon im Busbahnhof und muss noch zwei Stunden warten. Das ich nur eine Stunde zum shoppen, Cachen und laufen benötige hätte ich nicht gedacht. Jetzt erstmal FaceTime mit Schatzi☎️ Ich melde mich erstmal ab weil ich wie gesagt erstmal kein WLAN haben werde ..... Das Abenteuer beginnt ⛺️🌋
Statt Bus lieber doch 4x4 ?
Erster Cache des Tages -Hallgrimskirkja
Erstmal nen Kaffee. Wetter grau in grau☁️ Das Wasser aus der Leitung schmeckt übrigens wie Eier zum Frühstück 😖
Nach zwei Stunden war ich schon wieder wach. Die Kapseln sind doch nicht so schalldicht wie ich dachte...Aber trotzdem frohen Mutes 👍🏻
Planänderung Ich werde doch den Bus um 12 Uhr nehmen und mir vorher in der Stadt eine Regenhose kaufen. Ob ich es dann bis zum Sonnenuntergang pünktlich schaffe im 1 Lager zu sein weiß ich nicht, da der Bus dann erst um 17:09 im Hochland ist. Aber was soll passieren... Ich habe eine Taschenlampe mit und zur Not muss ich irgendwo mein Zelt aufschlagen
Geil! Galaxy Hostel Ich schlafe heute in einer Art Kapsel. Es lässt sich die Tageszeit farbig verstellen und von den anderen sehe und höre ich nichts. Alle möglichen Anschlüsse vorhanden. Jetzt ist es vier Uhr. Trotz 2 Stunden Zeitverschiebung bin ich Hundemüde. Zeit für eine Mütze Schlaf 😴
Scheiße Jetzt weiß ich auch was ich vergessen habe, meine Regenhose 😱
Im Busbahnhof angekommen warte ich jetzt noch auf den nächsten Bus, der mich ins Hostel fährt. Eigentlich kann ich gleich hier bleiben weil in fünf Stunden mein Bus ins Hochland von hier aus geht 😩 Wenigstens konnte ich schon mal mein Ticket für morgen äh nachher lösen, das spart Zeit!
Angekommen Island empfängt mich mit Regen aber das Wetter ändert sich ja hier im Fünfminutentakt. Letztes Jahr hätte ich auch nicht gedacht das ich nur ein Jahr später die Insel aus Feuer und Eis wieder besuchen werde 😍 Nun geht es mit dem Flybus in die nördlichste Hauptstadt Europas 🚍
Ich habe mir überlegt das ich meine Wanderung abbreche und stattdessen Pokémons jagen gehe 😂
Feueralarm an Board Die technischen Defekte reißen nicht ab. Mit Betätigung der Klospülung löste ich einen ohrenbetäubenden Piepton aus. Mit verlassen der Toilette sahen mich komplett ALLe Insassen vorwurfsvoll an! Ich hob die Hände und meinte ich wäre unschuldig. Sofort kam eine Saftschubse angetrabt ob ich geraucht hätte 😂 Die gesamte Crew versammelte sich auf dem WC in der Hoffnung diesen Ton wieder auszuschalten. Nun bin ich auf beiden Ohren taub

13 August 2016

Das geht ja gut los! Wir waren schon auf dem Rollfeld als die Durchsage kam, dass ein 🚨Lämpchen im Cockpit leuchtet und wir wieder zurück zu unserer Parkposition müssen, da ein Techniker sich das anschauen muss. 🔩 Dieser kam recht schnell angefahren und es wurde gewerkelt. Komische Bohrgeräusche kamen aus dem Cockpit und ich wäre am liebsten wieder ausgestiegen. Nach einer geschlagenen Stunde konnte es um 23:00 Uhr los gehen.Wenigstens habe ich drei Sitze 💺für mich alleine aber an Schlaf ist hier wegen der Festtagsbeleuchtung nicht zu denken und meine Augenklappe liegt im Frachtraum. Es ist jetzt 0:22. Kann man da nicht mal das Licht dimmen? Die Pasta an Limonensauce war übrigens sehr lecker. Schließlich werden Nudeln meine Hauptspeise für die nächsten vier Tage werden!
Eingecheckt! Die B6 zwei Stunden geradeaus gefahren kommt man im beschaulichen Bremen an. Smarty wurde sicher und for free im Gewerbegebiet geparkt. Der Flughafen ist wirklich süß und überschaubar. Es sind viele Backpacker am Terminal. Vor dem Flughafen wird die Frischhaltefolie weiter gereicht um die Rucksäcke sicher zu verwurschteln. Auch ich musste das erste Mal mein Gepäck auf das "Spergepäckband" legen. Als Handgepäck dient ein Jutebeutel. Hinter mir in der Schlange stand ein ganzer Tauchclub mit Riesentaschen. Sie wollen in der berühmten Silfraspalte ( mit der einen Hand kann man die europäische, mit der anderen Hand die amerikanische Kontinentalplatte berühren) auf Tauchgang gehen. Zudem ist das Wasser glasklar. Ich habe übrigens ein Fensterplatz ergattert ✈️
Auf geht's! Der Rucksack ist gepackt und bestimmt bemerke ich spätestens im Flugzeug die erste Sache, die ich zu Hause liegen lassen habe. Jedenfalls werde ich nicht verhungern und für genügend Nervennahrung ist auch gesorgt🍫