Austria · 30 Days · 16 Moments · March 2016

Otto Kinzl

Der Seeräuber und das heilige Krokodil


14 April 2016

... "Es war einmal ..." - so beginnen viele Geschichten - unsere endet mit diesen Worten. Die Reise durch eine andere Welt, ein Märchen, das wir euch erzählten, fand aber tatsächlich statt - danke für euer Interesse. Abschließende Grüße - Der Seeräuber und das Heilige Krokodil.

11 April 2016

Für zwei Dinge ist Ambositra bekannt. Die Schnitzereien, die zum Weltkulturerbe zählen und die kunstvoll in die Hänge gebauten Reisterrassen. Mit einem lokalen Führer erreichen wir ein abgelegenes Tal. Einige Stunden gehen wir auf den schmalen, glitschigen Dämmen, die die Becken voneinander trennen. Ein kompliziertes Bewässerungssystem flutet je nach Bedarf die einzelnen Felder. Tags darauf geht es zurück nach Antsirabe. Wir hoffen, das Büro des ZOB - Zebu Overseas Board hat geöffnet. Einige Freunde haben uns beim letzten Vortrag Geld übergeben - wir wollen es für diesen Zweck einsetzen. Den fehlenden Betrag hat unsere Familie noch draufgelegt, und so können wir 3 Zebus kaufen, die armen Bauern das Überleben sichern sollen. Zufriedene Grüße R + O

6 April 2016

7. April 2016 Was für ein Abenteuer - das Naturschutzgebiet von Ramonafana ist tatsächlich etwas Einmaliges. 2 Tage lang haben wir nun den Dschungel auf der Suche nach seltenen Tieren durchstreift und von den 7 heimischen Lemurenarten 6 gefunden und aus nächster Nähe beobachten können. Auch ein nächtlicher Ausflug hat uns mit seinen farbenprächtigen Chamäleons überrascht. Es ist wohl der beeindruckendste Teil unserer Reise - ein Blick in die Schatzkiste der Natur. Morgen wird uns Serge, der uns schon hierherbrachte, abholen und nach Ambositra bringen, der nächsten Station unserer Reise. R + O

4 April 2016

Um 6 Uhr morgens wimmelt es auf dem Bahnhof von Marakana nur so von Menschen. Gerüche aller Art steigen uns in die Nasen. Es ist eine abwechslungsreiche Fahrt, die diesmal 17 Stunden dauert. Ich schaffe es, ein Stück weit auf der Lok mitzufahren. Um Mitternacht erreichen wir Fianarantsoa im Hochland, deren Altstadt eine der schönsten in ganz Madagaskar ist. Etwas außerhalb der Stadt sind die Hügel bedeckt mit Teepflanzen, die sich wie ein dunkelgrüner Teppich über die Landschaft legen. Wir durchwandern die Plantage, sehen den Pflückern bei ihrer anstrengenden Arbeit zu, deren Bedingungen an die Kolonialzeit erinnern. Wieder zurück in der Stadt spaziere ich durch den Markt der Stadt, einem der größten Madagaskars, dessen Angebot keine Wünsche offen lässt. Morgen reisen wir weiter in den Nationalpark Ranomafana einem der letzten intakten Bergregenwälder der Erde. R + O

1 April 2016

Unser Hotel liegt an einem tollen Platz, direkt am Ozean, dahinter verläuft der Pangalanes, ein etwa 650 km langer Kanal, der parallel zur Küste von Süden nach Norden verläuft. Nach einem Ausspanntag und einem Regentag, der uns daran erinnert, dass wir in den Tropen unterwegs sind, befahren wir den Kanal etwa auf 15 km in nördlicher Richtung. Anschließend eine Wanderung bei Affenhitze - etwa zwei Stunden brauchen wir, um ein Waldstück zu erreichen, in dem sich Lemuren aufhalten. Es sind ohnehin keine scheuen Tiere, die hier aber wissen - es gibt Futter, wenn Menschen auftauchen. So sind sie fast zahm, tanzen auf Rita und mir herum und verschwinden wieder, sobald das Futter alle ist. Entlang des Kanals lebt eine große Anzahl von verschiedensten Tierarten. In einem kleinen abseits gelegenen Dorf entdecken wir Vanille, die um diese Zeit unscheinbar grün ist und an kleinen Bäumen hochrankt. Jetzt holen wir uns noch Tickets für die Rückfahrt und hoffen, dass der Zug morgen fährt. R+O

30 March 2016

Wir verlassen Antsirabe, erreichen Fianarantsoa 7 Stunden später über die Hauptroute - Ostermontag, das bedeutet: in den Dörfern feiert jeder - auf der Straße. Schon einen Tag später fährt der Zug nach Manakara - über eine der schönsten und interessantesten Bahntrassen der Welt. Für die Dörfer entlang der Strecke ist dieser Zug die einzige Verbindung zur Außenwelt. Wir durchqueren dichten, ursprünglichen Dschungel, entlang steiler Bergflanken überwindet der Zug die 1000 Höhenmeter durch viele Tunnels, in endlosen Schleifen und über spektakuläre Viadukte. Bei einer Geschwindigkeit von max. 20 km/h haben wir das Gefühl, der Zug könnte jederzeit aus den Schienen springen. Nach 13 ereignisreichen Stunden erreichen wir Manakara am Indischen Ozean. Hier wollen wir nun ein paar Tage ausspannen. Erholsame Grüße R+O Ps. Nachricht an Bernard: schicke mir bitte deine Telefonnummer per e-Mail, damit ich dich anrufen kann. otto@kinzl.info

27 March 2016

27. März 2016 Im Straßengraben - schon wieder! Nach einem kitschig-schönen Sonnenuntergang, für den wir auf einen Drink in ein Spa-Hotel gewechselt sind, geht's bald in die Federn. Um 3:45 Uhr auf, packen, mit der Rikscha auf den Markt, wo die Taxi-Brousse (ein Kleinbus) losfährt. Der Fahrer - ein Unsympathler in Türstehermanier. Wir verlassen die heiße Küste und kehren zurück ins kühlere Hochland, zum Teil auf derselben Strecke, wie vor einer Woche - alles andere ist im Moment zu. Ungefähr auf der Hälfte der Strecke kommt das Fahrzeug auf schnurgerader Straße vom schmalen Asphaltband ab. Als beide rechten Räder über den Kies rattern, schaut der Fahrer endlich von seinem Handydisplay auf, aber da ist es schon zu spät. Die schreienden Leute springen zum Teil noch während der Fahrt aus dem Bus. Rita und ich warten ab, bis er endlich steht, er droht umzufallen - erst als einige Männer den Wagen abstützen, steigen wir aus.

26 March 2016

Der Rest verläuft zwar nicht ohne Probleme, aber doch glimpflich. An der Abbruchstelle, die wir vor einer Woche passierten, klafft ein riesiges Loch, das nun von einer Behelfsbrücke überspannt wird. In dem frisch freigelegten Erdreich suchen Glücksritter mit ihren rostigen Metallschüsseln bereits nach Gold. Morgen geht es dann weiter nach Fianarantsoa - liegt ebenfalls im Hochland. Abenteuerliche Grüße R + O

25 March 2016

25. März Heute reisen wir mit dem Jeep weiter nach Morondava. Bei der Auffahrt auf die Fähre rutscht das Auto von der Auffahrtsrampe und hängt fest. Nach über 2 Stunden bekommen wir das Fahrzeug wieder flott. Die starken Regenfälle der letzten Nacht haben die Straße in ein schlammiges Band voller Löcher in Elefantengrösse verwandelt. Nur unter Zuhilfenahme aller Geländegänge und Sperren haben wir eine Chance überhaupt durchzukommen. Viele müssen am Wegrand bessere Verhältnisse abwarten. Nach mehreren Stunden erreichen wir das wohl berühmteste Fotomotiv Madagaskars. Die Baobaballee - in einem traumhaften Sonnenuntergang. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir Morondava - es liegt an der Meerenge zwischen Afrika und Madagaskar. Wir legen einen Ruhetag ein, bevor es weiter nach Antsirabe im Hochland geht. Ein Weiterkommen nach Süden ist derzeit unmöglich. Auch ein Flug ist umständlich und außerdem sauteuer. Schöne Grüße R + O

23 March 2016

Notizen vom 19. bis 23. 3. Erst einmal liegen 250 km vor uns. Über eine gute Straße kommen wir zügig voran. Es kommt ein tropisches Gewitter auf - plötzlich Stillstand - alles steht - kein Fortkommen mehr möglich. Der Hochwasser führende Fluss hat die Straße weggerissen. Nach mehreren Stunden, es ist stockdunkel tragen wir das Gepäck durch Reisfelder und das Flussbett auf die andere Seite und fahren mit einem anderen Auto weiter. Am nächsten Morgen beginnt die Fahrt im Einbaum über den Hochwasser führenden Tsiribinha. Wir sind der prallen Sonne schutzlos ausgeliefert und gegen Abend fällt immer wieder das Wort Tomate, wenn uns die Bootsführer ansehen. Am Abend wieder ein tropischer Wolkenbruch - unsere Zelte sind in kürzester Zeit voller Schlamm. Die nächsten beiden Tage sind dann einfach toll und ein Erlebnis für alle. Inzwischen sind wir an der Westküste angekommen und kommen wegen der katastrophalen Straßen nicht mehr weiter. Keine Chance - wir schlagen uns nach Süden durch. R + O

22 March 2016

18 March 2016

Diese drolligen Gesellen vereinnahmen jeden in kürzester Zeit. Leider ist ihr Lebensraum inzwischen stark bedroht - nur noch wenige Rückzugsgebiete ermöglichen Ihnen ein Leben in freier Natur. Inzwischen sind wir in Antsirabe angekommen - eine abwechslungsreiche Fahrt ohne Schrecksekunde. Wir sind in einem kleinen Paradies abgestiegen, müssen aber morgen schon wieder weiter - der Fluss ruft.

16 March 2016

Die Statistik sagt: das Gefährlichste an einer Flugreise ist der Weg vom und zum Flughafen. Genau diese Behauptung hätte der gestrige Verlauf unserer Anreise bald bestärkt. Auf dem Weg nach Antananarivo kamen uns Einsatzfahrzeuge der Polizei in vollem Tempo entgegen. Nebeneinander, sodass unser Fahrer im letzten Moment das Taxi in den Straßengraben buxierte. Nochmal mit dem Schrecken davongekommen. Heute war erst mal Ausschlafen und entspanntes Schlendern durch die Metropole angesagt. Kulturschock Madagaskar? Nicht wirklich. Zwar ist das Land arm, die Menschen aber freundlich und aufgeschlossen. Morgen kommen wir dann vielleicht das erstemal mit den Lemuren in Kontakt. Schöne Grüße Rita und Otto