Germany, Vietnam · 20 Days · 34 Moments · May 2017

Tung's Homecoming


8 June 2017

Wenn man in Hoi An ist, dann musst man einmal bei Nachts in die Altstadt. Der eins größte Hafen in Südostasien besitzt eine wunderschöne Altstadt. Die ortstypischen Laternen erleuchten jede Nacht über den Köpfen aller, die durch die engen Gassen spazieren. An besonderen Tagen schalten die Einwohner alle anderen Lichtquellen ab und die Stadt wird alleine durch die Laternen beleuchtet. Die Stadt ist bekannt für sein Handwerk. Etliche Schneider bieten maßgeschneiderte Klamotten an. Andere Läden bieten wiederum liebevoll gebastelte Souvenirs an. Hoi An ist trotz des sehr regen Tourismus eine ruhige und gemütliche Stadt.
Heute hieß es erstmal früh aufstehen und Bus fahren. Ich fuhr nach My Son, einer ehemaligen Tempelstadt, die zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die Tempelstadt selber bestand aus vielen kleineren Tempeln, die auf eine riesige Fläche verteilt war. Diese Gebäude waren über 1500 Jahre alt und wurden erst unter der französischen Kolonialzeit wiedergefunden. Diese bedienten sich auch an den Schätzen, die heute teilweise im Louvre liegen. Die Tempel befinden sich mitten im Dschungel, und waren dadurch selbst den Einwohnern verborgen. Architektonisch sind die Tempel bis bis heute ein Rätsel für viele Experten. Man kann sich nicht erklären wieso die Tempel unbeschadet da standen, ohne auch nur einen Makel zu haben. Die Fassaden mit all den Details sind nahezu perfekt erhalten und kaum von der Vegetation beeinflusst worden. Das änderte sich im Vietnamkrieg, wo die Tempelanlage leider Ziel amerikanischer Bomber wurde. Heute erahnt man nur noch Teile der Tempel.

6 June 2017

Heute Abend war ich am Ufer des Han, der Fluss, der durch Da Nang fließt. Überall leuchten grelle LED Reklametafeln und selbst die ganzen Hochhäuser leuchten abwechselnd in verschiedenen Mustern und Farben. Eines der Highlights der Stadt ist eindeutig die Drachenbrücke. Diese erstrahlt sowohl tagsüber als auch nachts goldgelb und ist die architektonische Attraktion der Stadt. Entlang des Ufers hin zur Brücke ist alles schön dekoriert. An den Bäumen hängen überall Lampions und etliche Cafés teilen sich den strömenden Tourismus. Morgen geht es dann nach Hoi An. Das komplette Gegenteil von Da Nang.

4 June 2017

Mit einem "Doner" zur Stärkung geht jetzt die Reise weiter. 11h Massagezugfahrt trennen mich vom ruhigen Da Nang. Wünscht mir Glück.
Nach zwei entspannten Tagen in Nha Trang heißt es jetzt wieder Heim fahren. Die bevorstehende Fahrt macht mir jetzt schon Angst. Wir sitzen jetzt im Café und warten bis wir zum Hauptbahnhof fahren müssen. In der Zeit bereite ich mich mental auf die anstehende Höllenfahrt.

3 June 2017

Den restlichen Tag verbrachte ich mit exzessiven entspannen am Strand vor der Hoteltür. Und eins lässt sich über Nha Trang sagen: hier kommt man besser zurecht, wenn man russisch sprechen würde. Die Stadt hat gefühlt nur russische Touristen und sich dementsprechend angepasst. Überall leuchten die penetranten Reklametafeln auf vietnamesisch und russisch. Teilweise verzichtet man direkt auf die Landessprache. Aber die Stadt ist trotzdem recht schön und verhältnismäßig ruhig, dafür, dass sie eine Touristenhochburg ist.
Im Hotel beziehen wir ein Zimmer im 40. Stock. Auch hier bietet sich eine hervorragende Sicht auf Teile der Stadt und das Meer.
Heute machten wir uns auf ins Stadtzentrum von Nha Trang. Die Fahrt hat diesmal ungefähr zwei Stunden lang gedauert. Im Gegensatz zu gestern, wo wir mit einem modernen Geländewagen gefahren sind, mussten wir heute einen alten Bus benutzen, dessen guten Stoßdämpfer hervorragend funktionierten. Mir wird nicht oft während Autofahrten schlecht, aber die meisten (wenn nicht alle) Autofahrten verbrachte ich bis jetzt mit meinen Gesäß auf dem Polster. Man spürte jede einzelne Erhebung des Bodens und eine Bodenwelle hat es sogar fast hinbekommen, dass mein Kopf Bekanntschaft mit der Decke machte. Anschnallen hätte vielleicht geholfen, nun ja, wenn vietnamesische Autos eins nicht haben, dann sind es (funktionierende) Gurte. Immerhin konnte ich über die großen Fenster die Landschaft auf mich einwirken lassen. Die Gegend ist wunderschön und außerhalb der Stadt so dünn besiedelt, dass man überall quasi alleine ist. Verlassene Traumstrände, die zum Geheimtipp werden.

2 June 2017

Unsere Unterkunft ist abgeschotten von der Umgebung. Es fahren keine Taxis, die Straßen sind nicht gemacht. Hier kommen ausschließlich Leute hin, die hier im Resort übernachten wollen und diese kommen alle aus Amerika. Wir sind die einzigen Vietnamesen hier. Das Resort selber ist auch wunderschön, besitzt einen direkten Anschluss zum Meer und zwei Pools. Unsere Betten befinden sich in zwei Strandhäusern, die liebevoll eingerichtet sind und eine überragende Aussicht bieten. Auf der Terrasse habe ich heute die meiste Zeit des Tages verbracht. Mit Kokosnusswasser frisch von der Kokosnuss und einem Buch saß ich wie ein König da und lauschte dem Rauschen des Meeres.
In Nha Trang angekommen wurden wir von einen Fahrer abgeholt und zum Resort gefahren. Die Fahrt dauerte wieder eine Stunde, doch diese führte durch eine malerische und traumhafte Landschaft. Wir führen erst entlang des Fischerhafens, wo etliche traditionelle Schiffe noch ruhten. Kurz darauf führte die Strecke uns auf die Berge nahe der Küste. Die Aussicht im Auto war phänomenal. Man sah einerseits die Bergstrecke, die man entlang fuhr und andererseits den Strand und das nicht enden wollende Meer. Das Wetter war dabei makellos, unter strahlend blaue Himmel näherten wir uns Stück für Stück unserer Unterkunft.

1 June 2017

Jetzt hieß es hinlegen und so früh wie möglich einschlafen, idealerweise bevor der Zug den Bahnhof verlässt. Oh wie ich es bereue nicht direkt einschlafen zu können. Die ersten 10 Minuten Fahrt waren schlimmer als meine letzten zwei Besuche im Phantasialand zusammen (16 Mal Black Mamba, 8 Mal Taron, 3 Mal Talocan, 5 Mal Mystery Castle usw.). Obwohl man lag (oder gerade weil man lag?) wurde man durchgehend durchgeschüttelt, man knallte immer wieder gegen die Wand und die Stange, die einem im Bett hielt. Zusätzlich dazu wurde wohl die Massagefunktion auf extrem eingestellt, denn alles vibrierte so stark, dass man die Fahrt über immer halb in der Luft lag. Irgendwann schaffte selbst ich es einzuschlafen, doch dieser Schlaf hielt nicht lange an. Bei jeder Station, beziehungsweise beim Anfahren nach jeder Station, wurde ich wieder geweckt und durfte das ganze Abenteuer wieder und wieder erleben. Nach 9 Stunden sind wir dann endlich in Nha Trang angekommen.
Ich darf die Familie meiner Tante beim Familienurlaub nach Nha Trang begleiten. Wir reisen die knapp 500km mit einem Zug. Bereits früh am Morgen teilte meine Tante mir mit, dass ich nicht so viel schlafen soll, denn die Müdigkeit soll ich mir für die Zufahrt aufheben, da man diese ohne Schlaf nicht übersteht. Wie beruhigend, da freut man sich ja. Aber so schlimm kann es ja gar nicht werden? Oh, wie falsch ich lag. Wir reisten in einer dieser einzeln abgetrennten Wagonabteile wie bei Harry Potter. Es gab nur keine Bänke zum sitzen, sondern sechs, nun ja, nennen wir es mal Betten, die teilweise von der Seitenwand herunterhingen. Um auf die obersten zwei "Betten" zu kommen musste man schon halb lebensmüde und von akrobatischer Natur sein. Anders konnte man diese nicht erreichen. Ich durfte auf der zweiten Etage schlafen und musste vorher erst ein Stapel alte Zeitung ausbreiten, weil diese weitaus hygienischer war als die "Bettwäsche".
So, in den letzten Tagen ist nicht viel passiert. Ich bin sicher bei meiner Tante in Da Nang angekommen und habe mich erstmal ins Familienleben eingefügt. In diesen zwei Tagen ist nichts besonderes passiert und mein Alltag bestand darin der Hitze zu entkommen um zu vermeiden, dass die Sonne mich zur Frühlingsrolle brät (oder die Drachenbrücke, die an Wochenenden Feuer speit, ganz normal halt) . Ansonsten ist Da Nang ziemlich westlich geprägt oder versucht westlich zu sein. Es gibt riesige Wolkenkratzer, eine große Shopping Mall ähnlich wie denen aus den Vereinigten Staaten und geschlossene Wohnanlagen mit modernen Häusern. In so einer befinde ich mich gerade und versuche den Alltag zu überstehen.

30 May 2017

Die letzten zwei Tage standen komplett unter dem Motto Abschied nehmen. So schnell gehen 10 Tage rum und es wird Zeit für mich zu gehen. Zum Abschluss hatte mein Opa ein großes Familienessen organisiert wo ich erstmals seit 5 Jahren meine Großeltern, alle meine drei Onkel, meine Tante, und sämtliche Cousins und Cousinen wieder beisammen sah. Trotz des strömenden Regen war die Stimmung entspannt und gemütlich. Das Essen rückte schnell in den Hintergrund und ich war froh alle noch ein letztes Mal stehen zu können. Mit dabei waren zwei alte Schulfreunde von meinen Vater, die mir einige Anekdoten aus der Jugend meines Vaters erzählten. Wie es immer so mit schönen Momenten ist, ging auch dieser zu schnell rum und der Abschied auf unbestimmte Zeit fällt mir schwerer. Besonders von meinen Großeltern, die mit 80+ leider auch nicht mehr die jüngsten sind. Jetzt sitze ich hier am Flughafen von Ho-Chi-Minh-City und warte auf meinen Flug Richtung Da Nang, wo die Reise weitergeht.

28 May 2017

Die letzten zwei Tage war ich in Binh Thuan am Strand. Viel gibt es da nicht zu erzählen, außer, dass das Wetter richtig gut war, sogar viel zu heiß, dass ich mich vor der Mittagssonne verstecken musste. Bis jetzt bin ich jedoch Sonnenbrandfrei! Wir waren in einem eher gehobenen Strandgebiet, welcher schön thematisch dekoriert war und stets für das leibliche Wohl gesorgt hat.

25 May 2017

Der heutige Tag war recht kurz, weil ich bis nachmittags flach im Bett lag. Binh Duong ist im Gegensatz zu Dalat nicht angenehm warm, sondern gefühlt die Hölle auf Erden. Abends hatte ich es geschafft fit zu werden um ein kleines Konzert von irgendeiner musikalischen Abteilung der Polizei aus Ha Noi zu besuchen. Es war Mal etwas anderes, schlecht fand ich es jetzt nicht, aber auch nicht überragend. Der Heimweg war für mich durchaus interessanter, da mein Onkel mich durch die Gegend fuhr und etliche Umwege nahm. Er erzählt mir aus alten Zeiten, als mein Vater noch hier gelebt hat und wo sämtliche Orte und Gebäude standen, die mein Vater zu seinen Zeiten in Vietnam erlebt hat. Zuletzt besuchte ich das Quartier der Polizei in Binh Duong. Ein riesengroßes Areal, mit Schwimmbad, Tennisplatz, künstlich angelegter See und etlichen Gebäuden und Nebengebäuden.

24 May 2017

Zuletzt ging es zum ehemaligen Bahnhof Dalats, wozu sich nicht viel sagen lässt. Ist halt ein Bahnhof, nur nicht mehr benutzt. Warum sich da Massen an Asiaten von Bagon zu Bagon schwingen um Peace in die Kamera zu zeigen bleibt mir ein Rätsel. Bei einem Spaziergang entdeckte ich ein originales deutsches Restaurant namens "Berlin 85", welches laut Internet von einen Deutschen bewirtet wird und hatte schon Hoffnungen mir eine Currywurst gönnen zu können. Aber wie das Schicksal so ist, ist das Restaurant "temporary closed". So musste ich mich mit Schnecken zufriedenstellen, die doch nicht so eklig waren wie ich es mir vorgestellt hatte. Die restlichen Stunden in Dalat verbrachten wir auf dem Markt und somit endet der kleine Ausflug jetzt mit einer 7stündigen Fahrt im hervorragend klimatisierten Bus (oder auch nicht).
Wir brauchen jetzt alle erstmal Ruhe. Deswegen machten wir uns auf den Weg zur Sommerresidenz des letzten vietnamesischen Kaisers Bao Dai. Dort konnte man sein Haus besichtigen und sich in den ehemaligen royalen Räumlichkeiten aufhalten. Danach besichtigten wir das Hotel "Crazy House", welches wie der Name schon sagt verrückt war und unbeschreiblich besonders. Die Gänge und, nennen wir es mal "Treppen" waren so winzig und eng, dass selbst Asiaten Probleme beim "gehen" hatten. Außerdem waren sie in sich selbst verwurzelt und was weiß ich alles. Schlussendlich stellte ich mir zwei Fragen: 1) Wie soll ich jemals mein Zimmer in diesem Labyrinth finden? 2) Wie will man das mit Alkoholeinfluss überleben? Leider habe ich keine Bilder davon, weil ich zu beschäftigt war nicht zu stürzen und mein Urlaub frühzeitig beenden zu müssen. Daraufhin traf ich ein Pärchen aus dem Schwarzwald und führte da meine erste deutsche Konversation seit Freitag Nachts.
Mein Cousin legte sich neben mir auf den Boden und fragte wie weit wir noch gehen müssen. Dass die Antwort "wir haben erst die Hälfte geschafft" ihn komplett verzweifeln ließ konnte ich ja nicht erahnen. Aber als ob jemand zugehört hätte, kam genau in diesem Moment ein Jeep angerast und machte eine Vollbremsung direkt neben uns. Wir entschieden uns das Angebot anzunehmen und fuhren die restliche halbe Strecke (zum Preis einer Ganzen) doch noch hoch. Oben am Plateau angekommen gab es eine unglaubliche Aussicht. Man hatte eine weitreichende Überblick über Teile der Stadt und der Umgebung. Da sich dort viele Touristen aufhielten und es recht überlaufen war, fuhren wir kurz darauf wieder runter und machten uns auf den Weg zurück in die Innenstadt.
Nach der stark aufpushenden Rede machten wir und weiter auf den Weg. Während meine Cousine und ich noch recht gut dabei waren, schnaufte mein Cousin bereits so stark und laut, dass ich selbst mit mindestens 50m Vorsprung durch seine Kampfatmen Mitleid bekam. Immer wieder redete ich auf ihn ein er solle doch umdrehen und sich einen Jeep besorgen. So Fokussiert wie er war hat er meinen Rat natürlich nicht befolgt und kämpfte sich irgendwie weiter. Der Kampf ging nur 4 Minuten, denn irgendwann verabschiedete er sich von uns und kehrte um. Somit waren meine Cousine und ich jetzt zu zweit und aus irgendeinem Grund waren wir plötzlich viel schneller unterwegs. Wir wanderten und wanderten, als gäbe es keinen Morgen mehr. Dann kamen wir zum "Safe Point" an und machten erstmal eine Pause. Nach 10 Minuten hörten wir plötzlich ein Rufen und mein komplett durchschwitzter Cousin kam uns entgegen. "Runtergehen ist ja noch anstrengender! Ich musste doch Hoch, Hilfe!"
Da wir natürlich gekommen sind um den Berg zu erklimmen hatten wir zwei Möglichkeiten: 1) Geld ausgeben und mit einen Jeep hochfahren. 2) Mit eigener Kraft und Motivation die ca. 8km lange Strecke wandern mit ca. 1000m Steigung Da wir Zeit und Motivation hatten entscheidend wir uns für Option 2 und so gingen wir unvorbereitet los. Bereits nach kurzer Zeit fiel mein Cousin immer weiter zurück, da er so "sportliche Aktivitäten" wie gehen nicht sehr gewohnt war, bzw zuvor nie exzessiv ausgeführt hat. So machten wir bereits nach 20 Minuten Pause und entspannten an der Straße während die Jeeps mit einer rasenden Geschwindigkeit wie grüne Blitze an uns vorbei zogen. Während dieser Pausen kamen uns 2 sehr sportliche Engländer entgegen, die erzählten, dass sie bereits Nachts den Aufstieg gewagt haben um der Hitze bei Tag und den "reckless driving" Jeeps zu entkommen. Nach einem netten Gespräch gab es zur Motivation noch ein: "Well, this is the easy part. Enjoy it as long as you can."
Heute Morgen ging es früh raus. Bereits um 6 Uhr morgens machten wir uns auf dem Weg zum Lang Biang, einem Berg welches 12km von Dalat entfernt ist. Der Berg stellt mit seinen zwei Spitzen, "Lang Biang" ( 2.167m ) und "Bidoup Ban" (2.287m), die höchsten Erhebungen in der Region und wird dadurch auch das Dach von Dalat genannt. Zur Geschichte des Namens Lang Biang gibt es natürlich eine Sage, die stark an Romeo und Julia erinnert, beziehungsweise jede dramatische Liebesgeschichte, die von verbotener Liebe handelt. Mann K'Lang liebt Frau Ho Biang. Problem? Die Familien sind natürlich verfeindet, wie soll es auch anders sein? Nunja, verbotene Liebe hier, die beiden fliehen auf die Bergspitze um sich auszuleben. Die Frau wird krank, beide gehen Hilfe holen, Mann wird angegriffen, Frau opfert sich. Das übliche halt. Zum Schluss wuchsen Ihre Gräber zusammen und bildeten die Bergspitzen, ganz normal halt. Und zum Schluss? Leben beide Völker aus Trauer zusammen in Frieden. -Ende-

23 May 2017

Den restlichen Tag verbrachten wir wieder auf dem Hof und konnten Essen bestellen, welches direkt frisch vom Feld kam. Das Gemüse wurde direkt vor unseren Augen gepflückt und selbst das Fleisch stammt aus eigener Tierzucht. Damit ich nicht mehr paddeln musste, fuhren wir mit einem Motorboot wieder zurück zum Startpunkt.
Als nächstes wurden wir in den dichten Wald direkt am Hof geführt. Die Brücke, die beide Orte verbindet haben die Leute selber gebaut. Im Wald selber gab es sämtliche Arten an Pflanzen und der Führer erzählte mit Begeisterung zu jeder Pflanze eine Geschichte. Im Wald selber war es sehr schwül und rutschig, da es die letzten Tage immer geregnet hat. Wir konnten auch einige Abschnitte nicht betreten, da die Erde teilweise verrutscht war. Ganz stolz zeigte uns der Führer auch einige Lianen, die als Schaukel oder "Hängematte" genutzt werden können.
Nachdem wir angekommen waren führte uns der Sohn durch den Wald wo wir kurz darauf in einem Bauernhof mitten im nirgendwo ankamen. Dort lebte die Familie und zwei Mitarbeiter. Diese haben vor 2 Jahren beschlossen das Stadtleben hinter sich zu lassen und haben mit eigener Kraft ihr eigenes idyllisches Heim erschaffen. Wir machten dort kurz Pause bevor es zum weiteren Programmpunkt der Tour kam.
Die Schlauchboot-Tour selber war recht anstrengend, da ich paddeln musste. Nach etlichen Pausen haben wir es nach einer halben Stunde geschafft den See zu überbrücken und zum neuen Ankerplatz anzukommen. Das Wetter war perfekt und vom angekündigten Regen bemerkten wir nichts. Die Sonne strahlte den ganzen Vormittag über. Am Ufer begrüßte uns der Hund der Familie, die diese Tour anbietet. Begeistert sprang er umher und war auch direkt zutraulich.
Dalat ist für Vietnams Verhältnisse noch eine recht ruhige Stadt und so war die Fahrt bis zum See ganz entspannend. Das Besondere am Verkehr ist, dass die Stadt keine einzige Ampel besitzt. Alleine die Fahrt zum 10km entfernten See war beeindruckend. Die Straßen führten an großen Bergen entlang und man war mitten in der unberührten Natur. Bis auf paar kleinere Häuser haben sich auf der Strecke kaum Menschen angesiedelt.
Heute sind wir, meine Cousine, meine Cousin und ich über Nacht nach Dalat gefahren. Die Fahrt war recht anstrengend und ich konnte kaum schlafen, weswegen ich durchmischen musste. Wir kamen um 5 Uhr an und haben beschlossen, dass wir früh morgens eine Schlauchboot-Tour machen werden. Um erstmal wach zu werden besuchten wir ein Café, welches entlang einer Mauer gebaut wurde und man so direkt an der Straße dran war. Ich habe mir einen Matscha Latte bestellt. Kurz darauf haben wir uns mit der Stadt vertraut gemacht, die jedoch offensichtlich noch schläft und recht still und leer war.

21 May 2017

Das Wetter ist hier extrem. Keine 2 Minuten da, schon fange ich an zu schwitzen und habe das Gefühl, dass mein gesamter Körper durchgehend nass ist. Wer mich kennt sollte das jetzt als Beweis sehen, dass es wirklich extrem ist. Weites T-Shirt und kurze Sporthose helfen da auch nicht mehr weiter. Von der Temperatur her geht es noch, aber man merkt, dass man in der tropischen Zone ist und die Luftfeuchtigkeit lässt einem nicht mal die Möglichkeiten ordentlich Luft zu schnappen. Immerhin hat mein Zimmer eine Klimaanlage und erleichtert mir jetzt den fehlenden Schlaf vom Flug nachzuholen.
Obwohl ich erst vor 5 Jahren hier war, erkenne ich nichts mehr wieder. Dieses Land hier "entwickelt" und verändert sich im Minutentakt. Häuser und Straßen tauchen aus dem nichts auf und grenzen dabei an Sümpfe, Palmen und Jungle ähnlichen Abschnitten. Die Stromversorgung der stark expandierenden Stadt erfolgt durch "Spinnennetze" wie mein Vater immer sagt. Neues Haus gebaut? Einfach ein Kabel vom Haus aus bis zum nächsten "Strommast" verlegen und da einfach anzapfen. Dadurch befinden sich auf 3m Höhe durchgehend etliche schwarze Kabeln, die irgendwann beim nächsten Mast zum unübersichtlichen Geflecht werden.
Raus aus dem Flughafen fällt einem eins direkt auf: Rollerfahrer. Überall und in unvorstellbaren Massen. Wie man da überhaupt einigermaßen ohne Unfall fährt bleibt mir ein Rätsel. Teilweise mit solchen Ladungen. Ich wurde jedoch im Auto abgeholt und so machten mein Onkel und ich uns auf dem Weg nach Binh Duong, der Heimatprovinz meines Vaters.
Anderes Thema: Flugzeugessen. Eine Frage die ich mir immer stelle ist wie man(n) davon nur satt werden kann? Geschmacklich gar nicht mal so schlecht, besonders das Abendessen (oder Mittagessen nach europäischer Zeit) konnte mich überzeugen. Und es lag bestimmt nicht am Reis (oder doch, keine Ahnung). Aber naja, man konnte sich immerhin so oft Instant Nudeln nachbestellen wie man konnte, und somit musste selbst ich das Flugzeug nicht hungrig verlassen.
Und so startet nun der 1. Flug von FRA Richtung SGN. 12h lang habe ich Zeit mir recht aktuelle Filme auf einem Minibildschirm anzusehen, welcher sowieso zu mindestens 50% mit vietnamesische Untertiteln bedeckte wird. Ich Idiot habe natürlich keinen extra Adapter für den Kopfhöreranschluss besorgt und so durfte ich mich entscheiden zwischen das lästige Brummen der Turbinen und Sound auf beiden Ohren, oder gut dämmende Kopfhörer, die nur auf einer Seite funktionieren. (Notiz an mich selber: unbedingt so ein Adapter bis zum nächsten Flug kaufen!) Zusätzliche dazu kommt noch, dass ich vor den Toiletten saß und somit jede Spülung an der Vibration des Sitzes miterleben durfte. Rechts von mir standen dauerhaft Menschen an um mir dieses Erlebnis zu verschaffen. Links von mir die typischen Sitznachbarn die man nicht haben will. Durchgehend am schnarchen während sie Minute für Minute mehr Platz von mir einnahmen. Selbst die durchgehenden Turbulenzen, konnten nichts daran ändern.

20 May 2017

Jede Reise hat einen Anfang und meine beginnt in Frankfurt. Mit ganz vielen Süßigkeiten, Hygieneprodukten und einer Mercedes-Benz Schlussleuchte (für die linke Seite! Wie mein Vater immer betont) als Geschenke mache ich auf dem Weg in die Heimat. Nach einem reibungslosen Check-In sowie etlichen Kontrollen sitze ich jetzt am Gate und beobachte die aufgeregten Passagiere.