Cambodia, Thailand · 16 Days · 11 Moments · July 2018

Ticket to Cambodia


8 August 2018

Nach einem eher unspektakulären Tag und einer Nacht in dem bisher kleinsten Zimmer haben wir Phnom Penh vorgestern verlassen und sind unsere Rückreise nach Thailand angetreten. Die Preise für Verpflegung und Eintritte in Kambodscha waren leider dabei, unser Budget zu sprengen. Wir haben in den letzten paar Wochen wahnsinnig viel gesehen und erlebt, das Land durchquert, tolle und lehrreiche Erfahrungen gemacht und waren am Ende einfach reif für die Insel. Kambodscha, seine Menschen und die Geschichte werden uns auf jeden Fall nicht mehr loslassen. Mit dem Flieger ging es zum Glück sehr schnell wieder rüber nach Thailand und mit der Fähre nach Koh Phangan. Der weitere Aufenthalt wird sich eher ruhig gestalten, wir hoffen auf ein paar Yogastunden, guten Kaffee und einen tollen Abschluss mit Trommelwirbel in Bangkok. Ab jetzt reaktivieren wir unsere Journi „Monsoon Season in Thailand“ 🇹🇭

5 August 2018

Die letzten zwei Nächte haben wir an der Küste in Kep verbracht. Das Städtchen ist bekannt für seine zerfallenen Villen, die in den Fünfzigern von wohlhabenden Kambodschanern als Ferienhäuser genutzt wurden, und für den Krabbenmarkt. Einen Ort der Ruhe bot uns das gemütliche Gasthaus mit leckerem Essen. Hier war es trocken und wir konnten unsere nächsten Schritte planen. Ein Scooter durfte natürlich nicht fehlen und wir klapperten Kep und seine Cafés, Strände und die Umgebung ab. Eine Abkühlung im überfischten Meer tat Jannes auf jeden Fall gut! Im Moment ist Off Season und eher wenig los. Günstiger ist das Leben hier für Touristen deshalb nicht- für einen Hauptgang werden bis zu 15$ verlangt, die wir nicht zu bezahlen bereit waren. Stattdessen suchten wir nach lokalen Märkten und Ständen, die wir nur in Form von kalter Nudelsuppe fanden. Heute ging es nochmal in den kleinen Nationalpark und gleich mit dem Bus zurück nach Phnom Penh.

3 August 2018

An unserem letzten Tag in Phnom Penh besuchten wir das ehemalige Gefängnis S21 mitten in der Stadt. Die ehemalige Schule wurde zu Zeiten der Schreckensherrschaft der Roten Khmer unter Pol Pot als Gefangenenlager und Folter- und Hinrichtungsstätte genutzt. Nach einem eher holprigen Start, weil unser Fahrer zwei Tage in Folge absagte und wir letztendlich mit einem geliehenen Scooter durch den Verkehr mussten (kein weiterer Kommentar..), erreichten wir das Gebäude, das ein Jahr nach Befreiung schon als Museum öffnete, gegen Mittag. Mit einem Audioguide um den Hals arbeiteten wir uns langsam durch die Räume, in denen teilweise vergrößerte Fotos der Insassen hingen, wie sie zum Zeitpunkt der Befreiung tot auf den Bettgestellen vorgefunden wurden. Auf den Böden darunter noch dunkle Flecken und Einschusslöcher an den Wänden. Andere Räume gefüllt von nicht endenden Fotowänden mit Bildern der Menschen, die allein in diesem Gefängnis starben. Obwohl die Sonne das Gebäude in helles Licht tauchte
... und Kinder auf dem Innenhof spielten, hing eine drückende Stimmung über dem Ort. Die Reckstangen, zwischen denen die Kinder früher umherliefen und lachten, wurden noch in den 50ern im Sportunterricht genutzt, bevor sie den Gefängniswärtern als Folterinstrumente dienten, um den hier eingesperrten „Verrätern“, Geständnisse über Taten und Komplotte zu entlocken, von denen diese selbst nichts wussten. Jeden Tag finden in einem Raum des Museums Erzähl- und Fragestunden mit Überlebenden des Regimes statt. Im Gefängnis gab es kaum welche. Die Bilder, Texte und Geschichten aus dieser Zeit sind grausam und man verlässt das Museum mit einem sehr großen Kloß im Hals. Umso schöner war es, im Anschluss durch die pulsierende Stadt zu fahren und sich an den optimistischen Kambodschanern zu erfreuen, von denen man noch so viel lernen kann. Wie es mit dem Land weitergeht hängt vor allem von der jungen Bevölkerung ab, die nachweislich an die Taten der jüngsten Vergangenheit erinnert.

2 August 2018

Nach ein paar Tagen in der Hauptstadt fuhren wir mit einem Minibus 🚐 in das knapp drei Stunden entfernte Kampong Chhnang. Die verschlafene Stadt liegt an den südlichen Ausläufern des größten Süßwassersees Südostasiens, des Tonle Sap. Der See versorgt das Land mit Wasser und fruchtbarem Boden, während sich der Wasserspiegel zwischen Trocken-und Regenzeit drastisch verändert. Die Häuseransammlungen am Rande des Sees werden „Floating Villages“, also schwimmende Dörfer genannt. Dabei schwimmen die Häuser nicht wirklich, sondern ragen auf meterhohen Stelzen aus dem braunen Wasser hervor. Einige Boote sind mit Dächern ausgestattet und dienen als Wohnung. Von Kampong Chhnang aus fuhren wir mit unseren geliehenen Rädern durch die Dörfer und beobachteten Fischer, Töpferinnen und Hirten bei der Arbeit. Gefühlt wurden wir von jeden Bewohner persönlich mit einem strahlenden Lächeln und einem lauten „Helloooo!“ begrüßt. Auf jeden Fall eine sehr viel wärmere Atmosphäre, als in dem wuseligen Phnom P

1 August 2018

Die Wahlen in Kambodscha am vergangenen Sonntag sind ohne Zwischenfälle an uns vorbeigezogen. Sobald klar war, das Hun Sen sein Amt behalten wird, kehrten die Menschen auf die Straßen zurück und gingen ihrem gewohnten Tagesgeschäft nach. Generell verlief der Tag eher entspannt, die Bewohner Phnom Penhs schrubbten ihre Einfahrten und Geschäfte, wuschen Kinder, Autos und Scooter und einige Läden öffneten gegen Nachmittag schon wieder. Das Wahlergebnis war zwar gefühlt alles andere als demokratisch, aber wenigstens kam ein erwartetes Ergebnis- kein Grund also, Aufsehen zu erregen oder aus der Reihe zu tanzen. Obwohl ein Boykott angekündigt war und auch einer unserer Kellner behauptete: „Ich werde nicht wählen gehen und meinen Finder schmutzig machen“, sah man doch tagelang noch die von Tinte gefärbten Zeigefinger der Kambodschaner, die sie als Wähler markierten. Die Wahlbeteiligung lag dieses Jahr bei rund 80%. Inzwischen geht in Phnom Penh wieder alles seinen gewohnten Gang.

29 July 2018

Heute sind zum 6x Mal Wahlen in Kambodscha und erneut wird Ministerpräsident Hun Sen, seit 30 Jahren im Amt, gewinnen. Die größte Oppositionspartei wurde im November letzten Jahres offiziell wegen Landesverrats verboten. Naheliegender ist, dass die Regierung Angst hatte, ihre Macht zu verlieren. Viele Geschäfte im sonst so quirligen Phnom Penh haben heute geschlossen und die sonst von tausenden Mopeds befahrenen Straßen sind weitestgehend leergefegt. Vormittags haben wir heute franz. Kolonialvillen besichtigt und wollten dann eigentlich zu den Killing Fields. Allein unser Sightseeing zeigt die schwierige Geschichte Kambodschas. Nachdem uns im Reisebüro davon abgeraten wurde, abends wegen potenzieller Überfälle rauszugehen und unser Tuk Tuk Fahrer John III. uns absagte, nahmen wir das als 'Omen', den Tag entspannt ausklingen zu lassen. Wir verstehen vieles nicht: Wieso kann jemand über 30 Jahre regieren? Und wie geht es weiter in einem Land, in dem man nicht über Politik reden darf?

28 July 2018

Nachdem wir Tauben geguckt und Markt besucht hatten, fuhren wir weiter Richtung Wat Phnom, ein Tempel auf einem Berg, der um 1300 errichtet wurde. Die Dame, die den Bau initiierte hier Phnom. Der Mann, der später eine Stadt um den Berg herum baute, hieß Penh. Er nannte die Stadt Phnom Don Penh. „Wat“ heißt übrigens „Tempel“ und „Don“ bedeutet „Berg“. Heute haben wir außerdem ein gutes kleines Restaurant gefunden, in dem wir sogar eine Karte in der nationalen Währung Riel bekamen. Normalerweise gibt es in den Restaurants zwei Karten- Eine für Locals (in Riel und sehr günstig) und eine für Touries (in Dollar und meist mindestens der doppelte Preis). Hier noch ein Link zu den Wahlen morgen: https://www.boell.de/de/2018/07/09/kambodscha-wahlen-ohne-opposition Leider ist unsere Kamera kaputt und muss in den nächsten Tagen repariert werden. Vielleicht kann John lll. unser Goldstück zu einem Händler seines Vertrauens bringen, damit wir weniger zahlen 🤫
Gestern sind wir nach einer langen Fahrt mit Verspätung in Phnom Penh angekommen. Nicht nur Kambodschas Hauptstadt steht Kopf, weil morgen die nationalen Wählen stattfinden. Nach intensiver Suche fanden wir ein Guest House mit freiem Zimmer- leider ein echtes Loch und die 7$ keinesfalls wert. Heute wurde nochmal gewechselt und ein netteres Zimmer gefunden. Beim morgendlichen Kaffee gabelten wir einen netten Tuk-Tuk Fahrer auf (John der lll.), der uns eine kleine Stadtrundfahrt gab und uns morgen wahrscheinlich zu den bekannten Killing Fields fährt. Heute versuchten wir, den Royal Palace und das Nationalmuseum zu besuchen. Für beides wurde jeweils 10$ Eintritt verlangt. Das war und zu viel und stattdessen setzten wir uns an die Promenade und beobachteten Kinder,die Tauben fütterten und jagten. Durch den wachsenden Tourismus haben sich die Preise in Kambodscha in den letzten Jahren verdoppelt und verdreifacht- und die Touristen zahlen.Wohin genau die ganzen Gelder fließen, weiß keiner..?

26 July 2018

Eine Woche haben wir in Siem Reap verbracht. Drei Tage davon waren wir in der Tempelanlage von Angkor unterwegs und haben auf verschiedensten Routen die uralten Bauwerke bestaunt. Für mich war es auch zum zweiten Mal sehr beeindruckend zu sehen, wie mächtig das Königreich der Khmer einst war, welche Maßnahmen für den Bau der Tempel getroffen wurden, welche Rolle die Götter des Hinduismus und Buddhismus spielten und noch immer spielen und wie die Menschen heute in Kambodscha leben. Am letzten Tag ging es weiter raus und zum Landmine Museum. Dort ist eine Sammlung an Minen ausgestellt, die der ehemalige Kindersoldat Aki Ra für die Roten Khmer selbst gelegt und später entschärft hat, nachdem er zu den Vietnamesen übergelaufen war. Im Museum werden Kinder aufgenommen, die von Minen verletzt wurden oder aus sozial schwierigen oder sehr armen Verhältnissen stammen. Siem Reap ist ein sehr geschichtsträchtiger Ort, der uns oft den Atem geraubt hat - sowohl vor Staunen, als auch vor Schrecken

23 July 2018

Vorgestern sind wir in aller Frühe nach Kambodscha aufgebrochen und haben schon einiges erlebt. Zur Abwechslung wohnen wir etwas außerhalb der Stadt Siem Reap, unserem ersten Stop. Nachdem wir uns am ersten Tag ein bisschen die Altstadt und das „Nachtleben“ (das war so gegen 21 Uhr..) angeschaut haben, ging es gestern tagsüber wieder ins Zentrum. Etwas geschockt von den exorbitant hohen Preisen, entschieden wir uns für einen Fußmarsch und anschließende Happy Hour Pizza für 3,50$. Heute ging es um 4 Uhr früh aus den Federn, aufs Tuk-Tuk und Richtung Angkor. In den letzten zwei Jahren hat sich dort einiges verändert. Die Ticketpreise wurden das erste Mal seit Eröffnung erhöht und inzwischen neue Straßen und Ticketschalter erbaut. Zudem ist momentan High-Season und vor allem asiatische Touristen schauen sich die Tempel an. Was für ein Auflauf. Eigentlich wollten wir den Sonnenaufgang sehen, der blieb uns aber durch eine dicke Wolkendecke verwehrt. Trotzdem ein wunderschöner Ort 🌳🌿☘️