Europe, Asia · 208 Days · 26 Moments · October 2017

life on wheels


6 days ago

Ein paar Worte zu Kasachstan. Das Land ist nicht nur geografisch verda.... gross, so ist es auch die Gastfreundschaft des Steppenvolkes. Eine mögliche Begegnung: Kasache: Brat, ad gudda jedite? (Bruder, woher kommst du?) Ich: Schwizaria. (Schweiz) K: штв щутс щод фрвш... (keine Ahnung was das heisst...) Ich: Ruski njet. Angliski? (Spreche kein Russisch. Sprichst du Englisch?) K: (Verlegenes Schweigen. Dann hält er mir Googeltranslator ans Ohr) Do you need anything? Danach werden wir oft mit irgendetwas beschenkt. Mit frisch gezapfter Milch aus dem Kofferraum, Essen, gratis Dusche oder aber zumindest mit herzlichsten Wünschen und Umarmungen. Auch habe ich keine Ahnung für wie viele ‘selfies’ wir schon hingehalten haben. Auf jeden Fall scheint es obligatorisch zu sein, wenn ein Kasache einen Touristen sichtet. In Kasachstan steppt der Bär und als Gäste fühlen wir uns ausnahmslos wohl (mal abgesehen von den teils arg verkraterten Strassen und den Moskitoschwärmen) Danke Kasachstan!

8 May 2018

Von der Mongolei über die russische Grenzkontrolle, welche natürlich einmal mehr spektakulär kompliziert und umständlich war, gelangten wir nach fünf Tagen ‘Transit’ durch den Altai wieder zurück nach Kasachstan. Auch dieses Mal, bedingt durch Visa, sind wir auf Streckenjagd. Das heisst für uns: 300 Km am Tag. Was für die Schweiz fast eine Landesdurchquerung bedeuten würde, fällt in Kasachstan unter Kurzstrecke. 1500 Km haben wir bereits durch das steppige Land hinter uns. Es verbleiben: 1800 weitere. Dem ‘slowdown’ schauen wir schon voller Freude entgegen. Spätestens in der Türkei gehts dann wieder ein bisschen gemütlicher zur Sache und vorallem auch bergiger. Was bedeutet: Kletterzeit!

30 April 2018

Langsam aber sicher müssen wir uns von dem faszinierenden Land mit (fast) immerblauem Himmel lösen. Die landschaftlichen Eindrücke und Begegnungen in der kargen und windigen Halbwüste bleiben in tiefer Erinnerung. Die Mongolei ist jedem zu empfehlen, der seinen Blick in weiten Horizonten verlieren und die Spektakel der Natur hautnahe erleben möchte. Was als Nächstes ansteht? Transit durch den russischen Altai und danach 3000 Km quer durch die kasachische Steppe. Die Route bis zurück nach Georgien mussten/durften wir aus visumstechnischen Gründen schon festlege. Vielleicht wartet da dann dafür der Sommer auf uns...?

26 April 2018

Kurz nach der dritten Flussdurchquerung fuhren wir an einen schwer bepackten Kombi heran, welcher neben der ‚Strasse‘ stand. Wie unterdessen angewöhnt, hielten wir an, um mit hochgestrecktem Daumen zu fragen, ob alles gut sei. Denn auf der Karte war im Umkreis von etwa 200 Km keine Stadt verzeichnet. Da Autoprobleme eine sehr analoge Angelegenheit sind, deutete der Mongole stumm auf den Reifen auf der anderen Wagenseite und machte Pumpbewegugen. Kurz versuchten wir den Ersatzreifen mit Luft zu befüllen. Doch auch dieser war bereits aufgeschlitzt. Wir waren irgendwo im nirgendwo und konnten, der fünfköpfigen und plötzlich aus dem Toyota erscheinenden Familie, nicht helfen. Die Geschichte ist hier jedoch noch nicht zu Ende. Denn 30 Km weiter holten sie uns, mit einem zweiten kaputten Reifen, wieder ein. Mit stoischer Ruhe verbrachten sie die Nacht wartend neben unserem Vehikel. Den Blick ruhig an den Horizont gerichtet und zuversichtlich, dass dort Ersatzreifen erscheinen würden.

22 April 2018

Nach fünf Tagen in Ulan Baatar, wo wir uns die Wartezeit für das nächste Transitvisum mit kleiner Schweissarbeit am Bus, gröberen Verhandlungen um die neuen Autoreifen und viel mongolischem Essen vertrieben, fuhren wir wieder raus aus der Stadt und rein in die beruhigende Landschaft. Wir kamen nicht weit. Denn aus irgendeinem Bedürfnis heraus, muss ich für jeden Fahrradtourenfahrer anhalten, um nachzufragen ob er/sie etwas braucht. Dieses Mal war es der 60 jährige Francis, der gegen den beissend mongolischen Wind ankämpfte. Bald stellte sich heraus, dass wir A: alle in die selbe Richtung wollten und B: das Bedürfnis nach Gesprächen mit anderen Reisenden hatten. So kam es, dass wir ihn und Fahrrad kurzerhand mitnahmen und in die alte Hauptstadt Chingis Khaans fuhren, um dort die alten Paläste und Kloster unter die Lupe zu nehmen. Es tat sehr gut, Erfahrungen, Geschichten und kulinarische Fähigkeiten auszutauschen und den Bus wieder einmal zu dritt zu bewohnen.

17 April 2018

Und immer wieder dreht sich die Geschichte um ihn. 18’000 Km weit ist er auf diesem Trip schon gekommen. Alle 5000 davon schluckt er einen Liter Öl. Seine 30 jährige Substanz macht jedoch noch so einiges mit. Und vorallem lässt sich mit dieser Basis sehr gut improvisieren. Die rede ist von unserem genialen Vehikel “Frank the tank”. So zu sagen als VW T3 Ersatz bin ich eher zufällig auf dieses verlässliche Gefährt gestossen. Von aussen optisch vielleicht eher plump erscheinend und an einen kleinen Lastwagen erinnernd, birgt der 2.4 Liter und 6 Zylinder Dieselmotor jedoch eine ruhige Laufleistung und hat uns bis jetzt an jeden gewünschten Ort gebracht. Wir sind nun in Ulan Baatar bei Verwandten von Hannahs Freundin Degi und werden aufs Gröbste mit Essen, Kleiderwaschen und warmer Dusche verwöhnt. Sobald wir also das zweite Transitvisum für Russland haben, fahren wir westwärts wieder zurück in Richtung Europa. Quasi nach Hause...

9 April 2018

No, we didn't pay a fee and yes, we are in Mongolia! Zehn Minuten vor Ladenschluss bretterten wir vor der mongolischen Grenzkontrolle an und konnten dank Feierabendstimmung auch sehr unkompliziert und schnell in das Land unserers Reiseslogans einfahren. Was uns das Land bis jetzt zu bieten hat, ist unvergleichlich. Zwar hört man immer wieder, dass die Mongolei landschaftlich schön sei, doch sie ist in der Tat atemberaubend. Auch ganz nach Klischee kamen wir keine 20 Km weit und schon musste Frank the tank richtig 'off' the road oder halt eben einfach mongolische Hauptstrassen fahren. Von der Flussdurchquerung bis zum Öffnen der Luftfilterverkleidung auf 2400 MüM war schon alles dabei. Per Zufall konnten wir dann prompt den Ingenieuren eines ambitionierten Strassenprojektes bei einer Reifenpanne helfen. Sie bauen eine piekfeine Asphaltstrasse von Russland nach China, die wir kurz darauf gleich selber befahren konnten. Läätz fäätz...

29 March 2018

Da wir das Transitvisum für fünf Tage erhalten haben, sind wir nun auf Kilometerjagt durch Russland. Über Barnaul, welches etwas südlich von Novosibirsk liegt, schlagen wir von Semey kommend den Boge durch die Altairegion an die mongolische Grenze. Wo wir hoffentlich keine absurden Depots in astronomischen Höhen bezahle müssen, was zu unsere Besorgnis leider gemunkelt wird. Auch hat uns der Winter seit Hannahs Geburtstag Knall auf Fall wieder im Griff. Die unter sibirischem Einfluss stehende Landschaft zeigt sich nun also sehr winterlich und der Kanonenofen glüht dafür abends umso mehr. Ich muss gestehen, ich bin doch ein wenig gespannt, was uns die Mongolei wettertechnisch so bereit hält. Schlecht bis kaum fahrbare Strassen überraschen uns nicht mehr wirklich. Doch was unser 30 jähriges und 2WD Vehikel zu einem kontinentalen Winter sagen würde, kann ich mir noch nicht so vorstellen... Aber wer kein Reis gegessen hat, weiss nicht wie Reis schmeckt, stimmts?!

20 March 2018

Und wieder einmal machten wir uns auf nach Almaty um den Visumswahnsinn über uns ergehen zu lassen. Dritter Versuch im sehr... sehr bürokratischen Konsulat Russlands. Wenn nun alles gut geht, machen wir uns am 3.4 an die russische Grenze auf, um nach fünf Tagen (Transitvisum) in die Mongolei zu fahren. Es bleibt also spannend. Auch feierten wir dieses Jahr zum dritten Mal 'Silvester', in Kasachstan 'Naurys' genannt. Dies mit der kunterbunten Familie Khaibullina. Vater: Alpinist, Mutter: Model, sieben Kinder: nur Jungs, Reisemobil: 14 Tonnen MAN Truck. Als beruhigender Ausgleich, so zu sagen, war dafür erstmals wieder Kletterwetter und so spulten wir ein paar Routen am Kalkgestein rauf und runter. Den nomadischen Ursprung des Steppenvolkes bekommen wir immer wieder zu spüren. Denn schon damals waren Besucher ein Glückssymbol. Darum werden wir immer wieder sehr gastfreundlich behandelt und in diverse Wohnzimmer eingeladen.

17 March 2018

Die ersten kasachischen Eindrücke erhielten wir in Almaty. Eine weitere grosse graue Stadt. Eigentlich sogar gross und grauenhaft grau. Daher düsten wir ganz schnell in östlicher Richtung weiter nachdem wir endlich das mongolische Visum erhalten hatten. Und da erstrecken sich plötzlich Weiten vor unseren Augen, die uns voller Andacht verstummen lassen. Die malerischen Szenen an welchen wir vorbeifahren sind kaum zu fassen. Wie im Bilderbuch grast eine Herde wilder Pferde auf den weiten Wiesen vor den noch schneebehauchten Bergen Kirgistans. Sobald der Motor des VW Busses zum Schweigen gebracht wird hört man soviel Nichts, dass es ohrenbetäubend anmutet... Dabei sind wir noch im verhältnismässig dicht besiedelten Ecken Kasachstans. Die Steppen warten dann hoffentlich noch bis im Mai auf uns, wenn wir (inshallah) aus der Mongolei zurück und wieder in westlicher Richtung unterwegs sind.

15 March 2018

We got it, entry 7.4! :)

3 March 2018

Der Frühling hält im Osten Usbekistans Einzug. Und so rauschten auch wir vor einigen Tagen wie ein Frühlingslüftchen über die kasachiche Grenze, weil das usbekische Visum ausgeschöpft war. Da Grenzübertritte immer so eine Sache sind mit eigenem Auto/eigener Wohnung, waren wir erfreut über einen nur zwei stündigen Aufenthalt an der Grenze. Denn vom schmutzigen Drogenhund bis dubiosen Gebühren, die man nach genügend Verhandeln dann irgendwie doch nicht zahlen muss, wird einem oft einiges aufgehalst. Die letzten paar Tage in Usbekistan verbrachten wir wie nach dem Erwachen aus einem Winterschlaf. Mit Wandern um Tschimgan, Skifahren im Sulzschnee, Kaufen von Perserteppich und dem ersten Bergbachbad des Jahres schienen die Tage nur so dahin zu fliegen. Übrigens: wir haben gelesen (caravanistan.com), dass in Kasachstan die Polizisten speziell... 'moralisch' seien. Bis jetzt haben wir jedoch noch keine Azerbeijan-Zustände erfahren. But, wi will faind aut mooore!

19 February 2018

Ich betrachte die Moschee in Samarkand, deren Namen ich natürlich schon längst vergessen habe und frage mich: "Warum sieht man sich solches Zeugs schon wieder an?" Mir fällt nichts ein. Klar, das Gebäude sieht schön aus und die historischen Hintergründe sind spannend. Doch irgendwie hinterlassen solche Touristenattraktionen bei mir immer den selben unbefriedigenden Gedanken: "Und nun...?". Wie ein neugieriges Kind auf Entdeckungstour im Nachbarsgarten freue ich mich, sobald die Strassen heruntergekommener wirken und die Touristenläden verschwunden sind. Denn dann habe ich das Gefühl, den Puls der Menschen in einem mir fremden Land zu spüren. Essen am Strassenrand, Einladungen in Wohnzimmer, Spielen mit Kindern neben/auf der Strasse, Austausch über die Kulturen mit Einheimischen... So verbringen wir die Tage in Taschkent, den VW Bus in einem ruhigen Wohnquartier geparkt und sind damit mehr als zufrieden.

18 February 2018

Wo sich das Autofahren anfühlt wie ein Ritt auf einem bockigen Esel und die Aussentemperatur in der Nacht auf um die -20 Grad Celsius (am Aralsee) sinkt, da fordert der Verschleiss seinen Tribut an unserem alten Vehikel. Ich krieche unter den VW Bus und sehe eine Öllache. Die Ringdichtung von Kardanwelle zu Getriebe hatte ich zum Glück schon länger im Auge und darum auch im Verdacht. Das bestätigt mir im nächsten Dorf dann auch der ultimativ hilfsbereite Automechaniker. Da wir weder mit einem Chevrolet, einem Lada noch einem Daewoo unterwegs sind, beginnt nun eine Suche nach einem deutschen Ersatzteil, welche an einen Tanz anmutet. Den Bazar rauf und runter rennen wir dem eifrigen Mechaniker hinterher, der auf Usbekisch immer wieder die Dimensionen des Dichtringes vor sich hinbetet: Krk-altus-besch, krk-altus-besch... fündig werden wir dann bei Ersatzteilen für Traktoren. Die Dichtung wird ersetzt, neues Getriebeöl nachgefüllt, Sonnenuntergang läuft, alles passt.

4 February 2018

"What's the aim to travel?" Fragt mich der Grenzbeamte, welcher gerade unser fahrbares Zuhause durchwühlt. Ja, gute Frage. Was treiben wir eigentlich die ganze Zeit unterwegs? In sich oftmals wiederholender, nicht chronologischer Reihenfolge etwa dies: 30 Stunden auf einer Fähre fahren, Chatschaburri backen, Diesel suchen (in Usbekistan ein echter Zeitvertreib, da nur gasbetriebene Autos), bei Einheimischen zum Essen eingeladen werden, Holz und trockene Kamelkacke sammeln (in der Nacht solides Unternull), Papierkrieg an den Grenzen führen (Bild: Papiermenge einer einzigen Grenze: von AZ nach TM), von der Regierung über GPS überwacht werden (Wie uns der türkische Lastwagenfahrer auf der Fähre prophezeite: Turkmen = problem), Geld wechseln (vorzugsweise auf dem Schwarzmarkt), viele Schlaglöcher durchfahren, uns fremdes Essen einkaufen, Landschaften betrachten, mit Händen und Füssen sprechen, schauen, erleben, staunen, lernen... Dem Grenzbeamten antworte ich jedoch: "I just like it."

2 February 2018

Da wir für Turkmenistan leider nur ein Transitvisum für 5 Tage bekommen haben, hier einige 'funfacts' antstatt wirkliche Eindrücke über das Land: Turkmenistan hat 5 Mio Einwohner, ist aber etwa sechsmal so gross wie die Schweiz. Dollar wechseln sich auf dem Schwarzmarkt für den Kurs 1 zu 12 (auf der Bank kriegt man den Kurs 1 zu 3.5). Ein Liter Diesel kostet demnach etwa 0.10 Chf. Wer mit dem eigenen Auto einreist, bezahlt eine Menge Ausgleichssteuern und Gebühren. Zusätzlich bekommt man ein GPS verpasst, das die angegebene Reiseroute überwacht. Witzelnde türkische Lastwagenfahrer sagen über Turkmenistan, dass es mehr Polizisten als Privatpersonen hat. Daher ist der Verkehr gesitteter als in der Schweiz. Unverheiratete Pärchen sollten es vermeiden, gemeinsam unter der Dusche zu stehen, ansonsten droht eine Verhaftung und/oder eine Geldbusse beim Erwischtwerden. Fazit: wir wollen mehr über dieses spannende Land erfahren!

22 January 2018

Von trinkfreudigen Georgiern, Chatschaburri und korrupten Beamten in Azerbeitschan: Die Iranalternative führt uns über Georgien - Azerbeitschan - Kaspisches Meer nach Turkmenistan. Georgien durchfuhren wir zur Zeit der Neujahrsfeier (13. Januar). Wir hatten Glück und zwei betrunkene Georgier nahmen uns zu ihrer 'Mamuschka' und 'Babuschka' mit nach Hause, wo wir mit ihnen ins neue orthodoxe Jahr starten durften. Dies mit viel Wein, schief klingenden Volksliedern, den besten Chatschaburri (Teigfladen gefüllt mit Käse) und Rumballern mit der Schrotflinte. Also alles wunderbar. In Azerbeitschan versuchen wir uns an die allgegenwärtige Abzockerei zu gewöhnen. Nein, nicht vom Gemüsehändler wird man hier ausgenommen und hinters Licht geführt. Das übernimmt die Polizei höchstpersönlich... Unterdessen haben wir jedoch Strategien ausgetüftelt, die uns das Geld behalten lassen. Daher sind wir in schon fast freudig-kämpferischer Erwartung, wenn wir ein Polizeiauto sehen.

10 January 2018

"You in Iran: no problem. Car: problem. Wherr is you trip ticket?" Der Beamte könnte gerade so gut Chinesisch sprechen, wir würden ihn genau so gut verstehen. Von einem Tripticket fürs Auto haben weder wir noch das iranische Konsulat in der CH je gehört. Doch scheint es eine unbedingte Tatsache zu sein, denn dies ist schon die zweite Grenze, welche wir zu durchfahren versuchen. Das unangenehme Gefühl, dass uns der Iran auf dieser Reise verwehrt bleibt, hatte sich auf symbolische Weise auch schon 3 Stunde vor diesem kopfstarren Beamten eingestellt. Denn auf dem Weg an die Grenze kam unser Vehikel zuerst nicht auf Temperatur (bei -8 Grad Aussentemperatur) um dann kurz darauf komplett zu überhitzen. Diagnose: Thermostat defekt. Nach zweistündigem Rumschrauben und Frieren lief der 30 jährige Bursche dann doch wieder (Tim Schorri sei dank, hatten wir einen Ersatz dabei). Zuerst ein wenig desillusioniert, machen wir uns nun stetig vorfreudiger auf den Weg nach Georgien und Aserbaitschan..

30 December 2017

Gut festhalten, gibt mir der gross gewachsene Exmilitär zu verstehen. Tammam (gut). Ich ziele und drücke ab. Das Schrot fliegt einen guten Meter über die PET Flasche hinweg direkt ins Meer. Meine Schulter fühlt sich ganz zittrig an und ich gebe dem Türken seine Flinte zurück. Again, again ermutigt mich dieser, doch für mich war das genug für eine erste Erfahrung im scharfen Schiessen. Wir sind in Tuzla, südlich von Adana. Auch hier bekommen wir die türkische Gastfreundschaft und Neugierde gegenüber Fremden zu spüren. Obwohl die meisten Türken wenig bis kein Englisch sprechen und unser sehr begrenzter Wortschatz im Türkischen (hallo, ja, nein, gut, Ei, Wasser, Tee, Zucker, Milch, Wein, Prost, Auto, heute, gestern, Schweiz) scheint es, als hätten wir schon viele gute Gespräche und Begegnungen gehabt. Und so wurden wir in Araban promt vom mürrisch drein blickenden Yildirim zu einer Hochzeit mit Speis, Trank und Tanz eingeladen. Ins neue Jahr starten wir aus dem Nationalpark bei Nemrut.

23 December 2017

"You can brush your teeth again, you know". Da begriff ich das erste Mal, dass es doch eher unhöflich ist, eine Einladung zum çay (Tee) auszuschlagen. So anscheinend auch der nachdrücklich geäusserte Wunsch unsererseits, das Gemüse und die Früchte doch bitte nicht alle einzeln in Plastiksäcke einzupacken. Doch ansonsten gelingt es uns die Türkei in vollen Zügen zu geniessen. Wo wir Weihnachten verbringen? Natürlich in dem kalkgesteinigen und riesigen Klettergebiet Geyikbayiri auf dem ganz schön 'kletterfreakigen' Campingplatz Jo.Si.To. So machten wir es uns mit den deutschen Kletterern Thomas und Maria zuerst bei Glühwein im VW Bus bequem um danach an das gemeinsame Nachtessen im Campingtestaurant zu gehen. Da der Schnee von gestern heute bekanntlich alt ist, geht's heute noch einen Tag klettern um morgen weiter in Richtung Oten zu fahren. Denn am 8.1 beginnt das Visum für den Iran...

12 December 2017

Drei Tage verbrachten wir in Istanbul. Zusammen mit dem in Griechenland aufgegabelten hitch hiker Denis und Hannahs Freundin Duygu wurde es nicht langweilig. Doch danach sehnten sich unsere Gemüter nach weniger Stadluft. Der Wunsch ging schneller in Erfüllung als gedacht. Einige Kilometer nach Bursa versenkten wir den VW Bus zum Zweiten im Schlamm, worauf sich die Sandbleche noch einmal bewährten. Nicht lange und schon fragte uns ein Bauer erstaunt, wo wir hinwollten. Klare Antwort: Izmir. Nach weiterem Unverständnis lud er uns zu sich nach Hause ein, wo wir seine Araberzucht und Familie kennenlernen durften. Besondere highlights: Essen auf dem Perserteppich, Reiten auf dem Araber und die 2 jährige Tochter Aishe, welche nun "ok", "super" und "Brot" sagen kann.

3 December 2017

Nachdem wir Albanien verlassen hatten steuerten wir ziemlich direkt das sagenumwobene Meteora in Griechenland an. Kaum kletterten wir im Zentrum aus dem Van, sprachen uns schon zwei Franzosen an und bewunderten Frank the tank (unseren VW Bus). Die beiden zeigten uns auf der Karte einen guten Stellplatz/Biertrinkplatz für die Nacht und so verabredeten wir uns dort für ein Bier. Soweit der Plan. Doch wie es so oft geschieht, sind Dinge leichter gesagt als getan. Denn der seit Tagen anhaltende Regen machte nicht nur das Klettern am Felsen unmöglich, sondern war anscheinend auch für das Forbewegen mit Dreitonnenautos im Schlamm ein eher schwieriges Unterfangen. Bierplatz und Franzosen gesichtet. Auf Bierplatz gespult. Auf Bierplatz versenkt... Bis auf die Hinterachse. Ging dann matürlich alles gut aus und wir tranken tatsächlich das abgemachte Getränk und bekletterten nach zwei Tagen Warten zusammen den magischen Spindeltower.

28 November 2017

Nach einer 16 stündigen Überfahrt von Ancona nach Albanien in der Hängematte fuhren wir direkt durch Tirana hindurch, um am nahegelegenen Stausee in Bovilla zu klettern. Ein wenig eingerostet doch mit zunehmender Freude bekletterten wir die wunderschönen Sintersäulen im allgegenwärtigen Kalkgestein. Da ich Albanien und die lokalen Klettergebiete schon ein wenig kannte, steuerten wir als Nächtes den wunderschönen Gjipebeach nahe der griechischen Grenze an. Auf dem Weg trafen wir den Deutsch/Glarner Marko. Mit seinen 40 Jahren und der vielen Lebensfreude auf dem Tacho, hinterliess er nicht nur gute Erinnerungen bei uns, sondern auch ein wenig Sigaflexband um das leckende Dach zu reparieren...

10 November 2017

Nach vier Wochen in Cartosio, welche sich mit viel gutem Essen und toller Arbeit auf dem Hof von Laura und Claudio gefüllt haben, ziehen wir nun weiter. Das Ziel ausnahmsweise sogar bekannt und 'geplant'. Denn die Fähre von Ancona nach Durres (Albanien) ist auf den Donnerstag gebucht. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit in der Toscana, mit Klettern und wahrscheinlich noch mehr Essen...

31 October 2017

Siamo in Cartosio con Claudio e Laura

19 October 2017

Wir sind schon fast bereit...