Georgia · 15 Days · 19 Moments · June 2018

Eva&Tom's Tour durch Georgia


22 June 2018

Nun ist’s schon wieder so weit und wir sitzen am Flughafen. Unser Monster haben wir wieder abgegeben, unser schmuckes Apartment in der Altstadt von Tbilissi mit netter Nachbarschaft und Kramershop nebenan macht Spaß. Und als beim schnellen Abendessen plötzlich zwei ChaCha bei uns stehen, gesponsert vom Gastgeber wird es dann doch recht spät. „would you like to join us?“ - of course we do. Wir finden uns in Gesellschaft einer Georgierin, einer Schwedin, eines Australiers und eines Franzosen, wir sprechen über alles mögliche. Mit vom ChaCha geplagten Kopf können wir uns am frühen Mittag dann doch aufrappeln. Wir haben einen Pool im Schwefelbad gebucht. Nach einem Frühstücks-Mittag-Kaffe-Snack sind wir bereit zur Shoppingtour. Zu Fuß verlaufen wir uns dann doch wieder in eine der wenigen Schmuddelecken von Tbilissi. Unser Nachbar freut sich schon uns heute Nacht um 3 zum Flughafen zu fahren.

19 June 2018

Noch ein paar Eindrücke des Tages bevor wir in Sighnaghi ankommen. Dort gibts dann erst mal eine Weinverköstigung von der wir leider keine Fotos machen konnten - wir waren zu durstig. Nach dem anschließenden Festmahl hat uns dann unser Haushund bereits erwartet und auch gleich auf dem Weg nach Hause begleitet.
Heute sind wir zu den Hölen von Vardizia unterwegs. Ein Kloster das in den Stein gehauen wurde. Nach der Besichtigung schwingen wir uns wieder in unser Monster und wagen den Ritt weiter in Richtung Weingebiet. Nach einigen hundert Metern wird uns klar, den heutigen Wein müssen wir uns hart verdienen. Die Tour beginnt mit Serpentinen auf einer eher unbefestigten Piste. Der Ausblick unbezahlbar! „Oben“ angekommen offenbart sich eine unberührte Natur, wir können uns gar nicht satt sehen. Die Schlaglochpiste zieht sich noch eine gute Stunde ehe wir wieder auf Zivilisation, abgesehen der umtriebigen Dörfer welche wir vereinzelt auf unseren einsamen Pfad streifen, treffen. Einfach traumhaft. Wir sind unterwegs durch den kleinen Kaukasus entlang der Grenze zur Türkei und Armenien mit dem Ziel Kachetien. Tiflis lassen wir mehr oder weniger links liegen und zielen direkt auf Sighnaghi ab.

18 June 2018

Unseren ersten Stopp legen wir in Borjomi ein, gesprochen wird das Bordschomi. Den dortigen Quellen wird eine heilende Wirkung nachgesagt, was uns bereits nach dem ersten Schluck der selbst gezapften Brühe klar wird. Zum Durst löschen ist es auf jeden Fall nicht brauchbar. Es schmeckt schal und nach Schwefel. Pünktlich bei unserer Ankunft fängt es an zu regnen, trifft sich gut, da brauchen wir den kitschigen Park nicht so viel Aufmerksamkeit schenken. Weiter geht’s, sind ja flexibel. Die Nacht verbringen wir im Schatten der perfekt erhaltenen oder sanierten Burg von Achalziche.
Unser Auto! Der Junge von der Vermietung war skeptisch warum wir wirklich ein Auto mieten wollen, wobei doch die Marschrutka so viel günstiger ist. Und dann auch noch einen SUV und nicht den 320er BMW wo wir doch eh nur nach Tbilisi wollen. Wie wir dahin fahren haben wir ihm mal nicht gesagt. Off the Road. Für uns ist das Auto ein Glücksfall, sonst hätten wir uns einiges entgehen lassen. Vor dieser Kulisse bleibt uns die Spucke weg. Roadtrip Baby 😎!

17 June 2018

An unserem zweiten Tag in Batumi leihen wir uns Fahrräder über „BatumiVelo“ aus. Da sind wir jetzt Mitglieder und können uns über ein Jahr lang der in ganz Batumi verstreuten grünen Drahtesel bedienen. Nach einmaliger Ermahnung den rot markierten Radweg nicht zu verlassen schlägt es uns dann doch in die entlegeneren Winkel der Stadt. Auch ohne Radweg. Nachmittags relaxen wir am Strand bevor wir uns am Abend beim PublicViewing das Spiel DEU-MEX anschauen. Lustigerweise hängte der georgische Kommentator an die Spielernamen gerne noch ein „i“ an. Für Deutschland häufig am Ball: Kimmich-i, Draxler-i und auch Müller-i. Den Heimweg lassen wir uns durch die kleineren Gassen und größeren Plätze treiben und genießen die Atmosphäre und Köstlichkeiten in unserem Viertel. Ab morgen sind wir mobil und machen uns mit einem Geländewagen auf den Weg Richtig Tbilisi.
Unsere Katze Unser Treppenhaus Unsere Wohnungstüre Unser Hinterhof (mit 🐈) Unsere Haustüre Unser Kleiderschrank

16 June 2018

Und dann Batumi. Nur gut sechs Stunden Marschrutka mit georgischer Unterhaltung schon sind wir in einer anderen Welt. Waren wir doch die vergangenen Tage unterwegs auf Schusters Rappen im großen Kaukasus, nahe der Grenze zu Russland, sind wir nun in Batumi am Schwarzen Meer angekommen. Batumi, das Las Vegas Georgiens, unweit zur Grenze der Türkei. Größer könnten der Kontrast nicht sein. Unser Airbnb ist perfekt gelegen zwischen Türkischem Viertel und Strandpromenade und entpuppt sich in seinem vom Verfall in Besitz genommen Prunkbau als reinste Oase der Ruhe.
Drei Tage waren wir unterwegs, es kommt uns vor wie eine Woche. Wir staunen über die Schönheit, saftiges grün, Blumen soweit das Auge reicht, Schmetterlinge, Kaulquappen in jeder kleinen Pfütze, wild rumlaufende Pferde, Schweine, Ziegen, atemberaubende Berge. Das Leben der Menschen in den Dörfern ist beeindruckend, wir können uns kaum vorstellen wie man hier den Winter übersteht. Wir teilen uns den Weg mit ungefähr zwanzig weiteren Wanderern, einige aus Deutschland. Am dritten Tag scheint es so als werden es immer mehr, alle mit Ziel Ushguli. Wir fragen uns wie das dann wird, wahrscheinlich nichts für uns. Also sind wir mutig und schwimmen gegen den Strom, wir lassen uns neun Kilometer vor dem Ziel zurück fahren. Wir haben einen guten Fahrer erwischt, mit musikalischer Umrahmung und drei mal Kreuzzeichen bei jedem Kreuz kommen wir gut in Mestia an.

15 June 2018

Noch ein paar Eindrücke der Wanderung.

12 June 2018

Marschrutka-Time. Fünf Stunden sind veranschlagt, mit Bremsen reparieren und - von-Fenster-zu-Fenster-Ratscherei - unseres Fahrers werden’s dann doch sechs - auch noch ok. Und wenn man nach der rasanten, kurvigen Fahrt nicht schon grün im Gesicht ist kann man auch den Ausblick auf die Berge richtig genießen. Wir sind nun in Mestia. Ein Bergdorf in Kinderschuhen des Alpinen-Winter-Tourismus. Erinnert vermutlich an das Österreich der „guten alten Zeit“, bevor unsere Nachbarn mit der Massenabfertigung der Ski-Touris begonnen haben. So ordnen wir Mestia jetzt mal ein. Die nächsten vier Tage werden wir nach Ushguli wandern. Ushguli ist das höchstgelegene Dorf mit dauerhafter Bevölkerung. Wird zumindest gemunkelt... Das heißt, ihr werdet die kommenden Tage wahrscheinlich nichts von uns hören. Von Zivilisation im Sinne W-LAN gehen wir mal nicht aus.

11 June 2018

Heute tingeln wir nach Kutaisi und machen dort Zwischenstation. Obwohl es länger und auch etwas teurer ist als die Marschrutka entscheiden wir uns für den Zug. Eine gute Entscheidung, wir hatten so viel Platz, dass mindestens einer von uns während der Zugfahrt immer geschlafen hat. Kutaisi selbst ist jetzt nicht die Schönheit aber das macht nichts. Wir bekommen trotzdem einen Begrüßungs-Brandy und finden bei unserer Tour durch die Stadt einen Markt an dem wir uns mit Walnüssen eindecken und den ein oder anderen ChaCha probieren (das hochwertige Zeug aus den Kanistern natürlich). Dreh- und Angelpunkt für die Georgier sind immer die großzügig angelegten Parks in mitten der Städte, das haben wir jetzt raus.
Der Goeorgier liebt sein Auto... Hier eine kleine Auswahl an besonders gepflegten Exemplaren. Fortsetzung nicht ausgeschlossen. Auch lustig ist, dass wohl ausgemusterte Firmenwagen und Stadtbusse aus Deutschland hier noch saubere Arbeit und zuverlässige Dienste leisten.

10 June 2018

Tiflis zu Fuß. Tag zwei. Es werden insgesamt so um die 24 km. Nach einem fantastischen Frühstück machen wir uns auf in den Botanischen Garten. Dieser erstreckt sich an den zwei Flanken einer Schlucht. Die Irrwege sind nicht zu unterschätzen und so liegt es in unserer Natur, dass wir das ein oder andere mal nicht sofort die richtige Richtung einschlagen und so noch mehr zu sehen bekommen als einem normalerweise für die 2 Lari oder 70€ct. geboten wird. Den Ausgang nehmen wir an der Seite zur Statue der „Mutter der Georgier“ und der Festung Narikala. Entlang der Festungsmauern ergibt sich ein erhabener Ausblick über Tiflis.
Unser heutiges Schwefelbad haben wir uns redlich verdient! Da wir aber im Haus unserer Wahl wegen Überfüllung keinen Platz bekommen nehmen wir das nächstgelegene. Nicht weniger stinkend, aber genau so charmant im Stile georgianischer Frühzeit gefliest... Diesmal mit Massage nach georgischer Art. Diese ähnelt dem türkischem Stil mit all der abgeschuppten Haut und der Übermenge an Schaum. Sehr entspannend. Zum nachschwitzen und cool down gibts heute keinen weiteren Spaziergang, sondern ein Bier von unserer Lieblingsmarke Argo. Wir nehmen nicht den direkten Weg nach Hause. Als wir im Hostel ankommen bekommen wir gerade noch das letzte Lied der Swingband welche heute im Innenhof spielt mit. Morgen ist Reisetag.

9 June 2018

Unser Hostel... Fabrika Tibilisi. Das letzte Loch! Naja..Für uns ist es einer der inspirierenden Orte, hier sprüht es nur so vor Energie. Junge kreative Köpfe mischen hier alles durcheinander. Touristen und Einheimische genießen hier in der alten Näherei Nightlife, Essen, Kunst, Mode, Musik, ... Es ist the Place to be. Da schläft man doch gerne im gemischten 12-Bett Saal. Ach ja, Frühstück ist auch gut, kostet aber mit sieben Euro fast so viel wie übernachten.
Erster Tag in Tiflis. Wir lassen uns treiben und laufen einfach mal los. Unser Hostel liegt in „new“ Tiflis. Was nichts mit der Erscheinung der Häuser zu tun hat. Auf einer der Brücken über die Kura, der Fluss der Tiflis durchquert, findet ein Flohmarkt statt. Vorbei an der Friedensbrücke betreten wir nun „old“ Tiflis und genehmigen uns ein erstes georgisches Essen bevor wir eines der Schwefelbäder besuchen. Ein Festmahl! Schwefelbäder nimmt man in Becken die aus unterirdischen Quellen mit heißem, schwefelhaltigem Wasser gefüllt sind. An den nach verfaulten Eiern riechenden Gestank gewöhnt man sich nach einer ersten Welle von Übelkeit jedoch recht schnell. Die Bäder sind unterhalb von Tiflis, Kuppeln markieren die Badeeinrichtungen. Zum „nachschwitzen“ sind wir noch den Bach gefolgt zum Wasserfall. Ausklingen wird der Tag mit ein paar Bier und Käse.
Umgeben von Outdoor-Profis, welche ihre Professionalität in ganzer Glänze bereits im Transferbereich am Flughafen Istanbul zur Schau tragen, sehen wir zwei D‘schangerl mittendrin nicht aus als würden wir in das selbe Georgien fliegen wie der Rest. Doch nach knappen zwei Weiteren Stunden Flugzeit sind wir auch schon da. Wonderland Georgia! Das erste mal, dass uns unser Name auf einem der unzähligen Papierschildchen entgegen gereckt wird. Wir haben einen Fahrer. Schüchtern ist er, unser Schaffeur, kann sich aber doch nicht verkneifen, Schauspieler zu sein und die Hauptrolle im Film „Kazbeck“ mit Peter Lohmeyer an seiner Seite gespielt zu haben. Endlich im Hostel, es ist 4 Uhr in der Früh. Wir bekommen unsere gebuchten Betten bereits jetzt. Puh! Glück gehabt und ab ins Bett!

8 June 2018

Los geht’s von Nürnberg über Istanbul nach Tiflis. Mal schauen was uns im „Land zwischen den Kontinenten“ erwarten wird.