Norway · 22 Days · 80 Moments · July 2017

Radtour zum Nordkapp, Norwegen


6 August 2017

Nach all meinen bisherigen Trekkingtouren war für mich eine Radreise mit vollem Gepäck und über 2 Wochen absolutes Neuland, bestimmt aber nicht die letzte Radtour! Und jetzt freue ich mich wahnsinnig auf morgen, am Flughafen, auf Silke!!!😍
Der Wettergott war uns auf jeden Fall gut gesonnen, und der ein oder andere deftige Regen, beharrliche Gegenwind (egal, in welche Richtung man auch fuhr) oder ein komplett zugenebeltes Nordkapp sollen nicht darüber hinwegtäuschen: wir hatten echt Schwein und das Wetter hier oben kann auch anders und hätte uns die Tour wirklich zu einer absoluten Strapaze werden lassen können. Und so war es eine fordernde, aber auch immer angenehme Fahrt, bei der man doch immer wieder staunt, wie man sich Tag für Tag und Etappe für Etappe langsam aber sicher dem nördlichsten Punkt Europas nähert. Manchmal am Anstieg im 5,8km/h Schneckentempo, im rasanten 60km/h Downhill-Ride oder einfach nur mit stetigen 19km/h entlang einer idyllischen Fiordküste. Und man ist unabhängig unterwegs, mit Zelt, Kocher und Schlafsack, aber auch mit Kreditkarte für die ein oder andere schicke Hotelübernachtung, der Mix macht's aus und sorgt letztendlich für die coolen und schönen Momente in allen möglichen Situationen.
Bodø Hundholmen Brygghus 0km😉 Kleiner Ausklang zum Abschluß🏁 Es war die geilste Radtour meines Lebens, aber natürlich auch die schwerste! Fast 3 Jahre Vorbereitung haben sich wirklich gelohnt. Das Velotraum-Rad war perfekt gewählt für die Tour, obwohl ich nach meinen anfänglichen Pannenschwierigkeiten mal kurz dachte: Schitte, das könnte's gewesen sein, wenn nicht bald ein guter (!) Radladen auftaucht. Letztendlich birgt der Radtransport per Flieger immer die Gefahr, das was verbiegt,  zerbeult, oder einfach nur kaputt geht, was aber vorher klar war. Und wenn mitten in der Pampa Speichen oder Schaltwerke in die Binsen gehen, wird's eng.
Morgens treiben noch tiefe Nebelschwaden über's Wasser und verdecken leider noch die Sicht auf unsere teils altbekannten Etappen-Abschnitte der letzten 2 Wochen. Aber gegen Mittag klärt sich alles auf. Wolkenfrei, sonnig und warm zeigen sich die Fiorde und der restliche Tag auf See findet vor einer gigantischen Kulisse statt!

5 August 2017

Wir haben unser Schiff nicht verpaßt! Und wir haben uns nochmal in unserer norwegischen Nummer1-Stadt Tromsø ins Nachtleben gestürzt und auf die schnelle vier Kneipen mitgenommen, um dann im Sprint unser Schiff zu kriegen. Am Ende 2 Minuten verschenkt... paßt! Und jetzt ausschlafen und morgen den Rest der Fahrt genießen.

4 August 2017

Und gleich gibt's endlich ein verdientes Abendessen! Auch Nixtun bei Fiordluft macht hungrig und außdem müssen wir uns für den Tromsø-Ausflug stärken. Anlegen ist um 23:45 und wir werden wohl auf die morgige Västerålen-Seeadler-Safari aus Zeitmangel verzichten. Stattdessen machen wir eine anderhalbstündige Rockkneipen-Safari im Tromsøer Freitagnachtleben und gehen auf die Pirsch nach den besten Livebands😂füttern erlaubt! Wenn wir nächsten Montag nicht am Düsseldorfer Airport stehen sollten, haben wir dummerweise das Schiff verpaßt...
⚓Hurtigrouten ⚓ Honningsvåg - Hammerfest - Tromsø - Svolvaer - Bodø 42 Std Nach diversen Feier-Bierchen (na logo) gestern abend im stilvollen Foyer des Scandic Hotel Nordkapp, mit denen wir unserer erfolgreiches Tour-Ende ausgiebig und gebührend begossen haben, geht's nach einer kurzen Nacht um 4:30 mit Rad, Sack und Pack zum Fähranleger in Honningsvåg auf die abschließende Schiffsreise zurück nach Bodø. Wahnsinn, jetzt tuckern wir mit der MS Västerålen in knapp 2 Tagen wieder zurück, was wir uns in mühevoller Trampelei in 2 Wochen erarbeitet haben🙂manchmal reist man eben so, manchmal so😎die schnelle Variante hat auf alle Fälle auch ihre Vorzüge...🍺 Und nachdem sich auch die Wolken im Laufe des Morgens verzogen haben, knallt die Sonne bei fast 20 Grad und eine grandiose Inselbergwelt zieht langsam an uns vorbei. Jetzt gilt es, die ein oder andere Etappe von See her wiederzuerkennen! Sieht von hier irgendwie alles halb so wild aus, geht doch ruckizucki...😃

3 August 2017

Und dann der große Moment! Das Ende einer geilen, langen Radtour für mich, einer extrem geilen, langen Radtour für Bernd!! Wir sind am NORDKAPP!!! The Eagle has landed... und wir sehen... NIX😂 Das wir nicht vor lauter Nebel in die Parkeingangsschranke knallen, ist alles. Gäb's keinen Zaun um's Plateau rum, lägen wir wahrscheinlich jetzt tot im Nordmeer. Und nach längerem stochernden umherradeln im Grau finden wir sogar das Besucherzentrum inklusive Café-Restaurant. Klätschnaß hinein und freuen! Yipeeaaaah-ya-yeah😃😃😃😃es ist vollbracht, über 3 Jahre Planung und Warten enden hier und heute! Nach einem intensiven Kaffeeklatsch und einem kurzen Museumsbesuch geht's raus in die Wolken zur Weltkugel🌐zwecks Fotosession, aber wir sind nicht allein (och..?!😉) Und immer wieder nette Gespräche mit anderen, die uns wegen unserer Radklamotten oder T-Shirts anquatschen. 3 Stunden lang können wir uns nicht trennen von unserem Kapp, doch dann geht's zurück. Same procedure: naß, kalt, nebelig😁
Honningsvåg - Nordkapp - Honningsvåg 66km Das heute Waschküchen-Wetter herrscht und die Suppe den ganzen Tag nicht wegzieht, sondern ehr noch ne Schüppe Regen obendrauf kommt, wußten wir vorher. Daher haben wir heute beim Frühstück auch schön getrödelt und uns für den letzten, finalen Ritt gut Zeit gelassen. Beim Blick aus dem Fenster sehen wir schon unsere Bitbuger Jungs auf der Straße in voller Montur zum Kapp radeln, wir ziehen es aber vor, noch ein Marmeladenbrötchen zu schmieren. Dann um 11 geht's los auf den 27km Oneway-Trip und schon binnen Sekunden hängen wir auf 9% Steigung und zockeln die ersten 250 Höhenmeter hoch, hinein in die Wolken. Sicht teilweise null. Rauf und runter geht's durch die kühlen Wolkenwände, und immer wieder tauchen Wiesen, Seen, Schilder und Autos in Konturen wie aus dem Nichts auf. Der finale Anstieg auf das 350-Meter-Plateau des Nordkapps erfordert noch mal alle Kräfte, zumal sich zum Wolkensuppeneinheitsbrei noch ausgiebiger Nieselregen gesellt🌧🌧🌧
NORDKAPP!!!!!🌐 Wir sind da😃und hier endet eine megageile Radtour! Naß, kalt und nebelig, aber HAPPY😃😃
Jetzt geeeeht's looo-ooos, jetzt geht's looo-ooooos🎶🎶🎶⛰ Hinein in die Waschküche zum Nordkapp!!! 😎😎

2 August 2017

Der Adrenalinspiegel steigt doch merklich, als hinter der nächsten Biege die Tunnelröhre auftaucht, unser Tor zum Nordkapp, ein Tor von 6,9km Länge, 212m Tiefe und 9% Steigung, danach ist Zielgrade! Wir treffen die Bitburger-Jungs am Eingang und gemeinsam schnaufen wir noch mal durch, Essen noch schnell ein Häppchen, präparieren uns (Neon-Warnweste, rote Rückleuchte am Helm, Handschuhe) und dann hinein ins 45-minütige Vergnügen. Rasant geht's bei schummriger Kälte die 3km runter zum Tunnelboden, bis sich die Schußfahrt mehr und mehr abbremst und in einen ewig dauernden steilen Anstieg übergeht, begleitet vom schon meilenweit vorher hörbaren LKW-Getöse und Lüftergeheule. Krass. Und dann: Licht, yeah! Wir sammeln und klatschen uns ab. We did it! Die restlichen 20km bis zum Scandic Hotel Nordkapp sind trotz 4km Honningsvågtunnel (der letzte!) lockeres Austrampeln😉 Und, mittlerweile vollgefuttert vom Hotelbuffet und beim dritten Isbjørn wird uns bewußt: NORDKAPP, wir kommen!!
Das ungleiche Paar (Anfang 30 und 67!) scheint wohltrainiert und würde der Tour de France bestimmt gut stehen. Während wir alle unsere Yoghurt-Müsli-Berge in uns reinschaufeln, bequatschen wir ausgiebig unsere tollen Fahrräder, unsere Reiseplanungen und sonstigen Nordkapp-Tour Details. Immer wieder interessant zu hören, wie die anderen die Dinge so angehen. Genug gequasselt, ab auf die Piste. Nordkäppe warten nicht gerne😊 Nach ein paar Kilometern ist klar, perfekte Bedingungen, quasi Windstille, sorgen für ein zügiges Fortkommen und so können wir unsere 50km-Halbzeitpause schon zeitig gammelnd in der Sonne genießen, mit vom Frühstücksbuffet stiebitzten Kleinigkeiten🧀🥞🍗🌮 Und dann kommt er unausweichlich immer näher und näher, der Vater aller Unterseetunnel. Oft haben wir beim Vino über ihn sinniert. Wie, wann, womit und warum überhaupt durchfahren. Ein Radler-Finne, den wir heute trafen, hatte ihn komplett vermieden und per Hitchhike den Tunnel im Auto durchfahren.
Olderfiord - Honningsvåg 106km Um 7 Uhr reißt uns der Wecker aus tiefsten Nordkapp-Träumen und wir wachen auf in der Realität: die lange vorletzte Etappe steht an, entlang der Felsküste des riesigen Porsangerfiords auf der E69 gen Norden. Sie bringt uns am Ende des Tages hoffentlich nach Honningsvåg auf der Insel Magerøya, von wo aus wir dann morgen vormittag eine gute Startposition zur allerletzen kurzen, aber steilen Nordkapp-Etappe hätten, das große Ziel unserer Reise und der finalen Trampelei ans nördliche Ende Europas. Wir öffnen die Tür unserer Ein-Zimmer-Holzhütte und... es hat geregnet, aber Bilderbuchwetter kündigt sich an😃⛅ perfekt und wie bestellt, wetter-online hat wieder mal recht gehabt! Beim Frühstück im Campingplatz eigenen Restaurant treffen wir wieder die beiden Radler-Jungs aus Bitburg, denen wir schon am Vortag in Skaidi über den Weg geradelt sind.

1 August 2017

Und dann auf zum letzten Drittel der Etappe, das uns nochmal in einem langsamen Anstieg auf's Fjell auf 240m führt und uns einen entspannten Tourausklang bei schönstem, windstillem Wetter beschert. Solche Bedingungen würden wir uns für die morgige 100km-Etappe wünschen! But: it's not a Wishconcert🙂 Ankunft im Russens Kro Camping in Olderfiord um 17:15. Um einen morgigen zeitigen Abflug hinzukriegen, nehmen wir eine Winzlingshütte statt Zelt und kochen alle unsere Nudel, Pesto, Käse, Salami, Keks und Pastenvorräte weg, die wir seit 3 Tagen durch die Finmmark karren. Dies ist eh unser letzter Camping-Gig auf dieser Reise und so leeren wir schon mal die Packtaschen von unnötigem Ballast. Und jetzt, um kurz nach 23 Uhr, gibt's noch Isbjørn Bier und Journi, während wir extrem under attack stehen. Millionen kampferprobter Nordkapp-Mücken im Dauerangriff🤤🤤
Hammerfest - Olderfiord 83km Nachdem wir gestern abend nach einer Pizza, dreieinhalb Bier und bestimmt um die hundert 80er Musikvideos vorbildlich aber mit Zögern um halb zwölf die Spiseri & Bar Kaikanten verlassen haben, starten wir heute gegen 9:30 Richtung Olderfiord. Sonnenschein und 16 Grad erwarten uns, wie vorhergesagt, nur der frontal aus Süden kommende Wind trübt etwas unser Fahrvergnügen und macht das Vorwärtskommen etwas mühsamer. Doch die Fiord-Landschaft erstrahlt in satten Farben und so sind es letztendlich die zahlreichen Fotostops, die die meiste Zeit kosten. Kaum verläßt unsere Route das windige Fiordufer und dreht Richtung Nordosten, fahren wir fast bei Windstille, immer noch bei angenehmer Sonne. Unseren zweiten Pausenstop des Tages genießen wir flätzend in der Sonne im uns bekannten Skaidi an der Motell-Tanke bei Kaffee und selbstgeschmierten Salami-Brötchen, die wir ruckizucki auf der Treppe weghauen.

31 July 2017

Ja, der absolute Wahnsinn! Das Nordkapp rückt näher und näher, auch wenn's auf den anstehenden 3 Etappen noch einige anstrengende Passagen zu meistern gilt, insbesondere der 6,9km lange Nordkapptunnel, ein langer dunkler Unterseetunnel mit am Ende 9% Steigung auf 3km Länge. Kein Spaß, zumal Kälte und Autoverkehr wohl keine wohlige und entspannte Tunnel-Atmo entstehem lassen werden. Hilft aber alles nix, es gibt keine Alternative, und die Fährverbindung nach Magerøya, der Nordkappinsel, ist mit dem Tunnelbau leider komplett eingestellt worden. Nach einem kleinen Rundgang durch Hammerfest mit den "Points of Interest" (nicht wirklich viel, um ehrlich zu sein☺Schiffsanleger, Rådhuset, Mall, Kirche und... schon vergessen...) gibt's gleich im Local Pub Bar & Grill unser Abendprogramm.
Skaidi - Hammerfest 58km Auf nach Hammerfest! Das wird ein Hammer Fest!😃 Auf der heutigen Etappe verlassen wir die E6 und machen von Skaidi aus einen Schlenker über die 94 entlang des Reparfiords um die Halbinsel Kvaløya herum an der Küste entlang Richtung Hammerfest. Obwohl wir unsere Nordkapp-Tour dadurch um ca. 110km künstlich verlängern, wollen wir uns die ehemalige nördlichste Stadt der Welt nicht durch die Lappen gehen lassen. Mittlerweile haben wir den 70. Breitengrad nach Norden überschittten und die Sonne hält sich leider weiterhin extrem zurück. Vom Regen sind wir heute erst mal verschont geblieben, aber alles liegt unter einer geschlossene graue Wolkendecke bei 9° Grad. Wenn's so bleibt, gibt's eigentlich nix zu meckern für die restlichen 3 Etappen.

30 July 2017

Dann, gefühlte dreihundert Kuppen und sechs Millionen Pedaltritte später, endlich die erhoffte Abwärtsfahrt vom Fjell durch's Flusstal Richtung Skaidi, nur leider ein dermaßen geringes Gefälle, dass wir die paar Grad bei ordentlichem regnerischem Gegenwind auch noch bergab trampeln müssen... nicht zu fassen😲😲 Und so kommen wir um viertel nach fünf doch ziemlich ausgepowert nach fast 7 Stunden Nonstop-Fahrt in Skaidi an, stürmen die erstbeste Tanke und exen zwei Hotdogs weg! War nötig. Und die Wahl zwischen Zeltaufbau im Regen und Hotel Skaidi mit Sauna fällt extrem leicht😁 Mittlerweile sitzen wir vollgefressen vom All-you-can-eat-Hotelbuffet im Lobbysofa und schreiben Journi. Morgen geht's nach Hammerfest... es soll wohl regnen...
Alta -Skaidi 95km Alter Schwede, die heutige Etappe über's Hochlandfjell hat sich durch fortdauernden Regen, Gegenwind und stetiger Steigung genau so dargestellt, wie wir sie uns in kühnen Träumen vorgestellt haben: beschissen😐 Wir mußten erkennen, dass irgendwann wohl auch das beste (okay, ziemlich gutes😉) Waterproof-Outfit in die Knie geht und ein kühles, klammes Gefühl die Überhand gewinnt. Hinzu kam, dass über 80km auch nicht die geringste Möglichkeit kam, unseren Keks- und Kuchenproviant irgendwo windgeschützt und frei von Regen während einer Pause zu vertilgen. Dass wohl keine netten Straßencafés oder Würstchenstände unterwegs kommen würden, wußten wir ja vorher. Nach der anfänglichen Steigung durch ein wolkenverhangenes Flusstal erreichten wir nach gut einem Drittel der Strecke das Hochfjell Sennalandet auf 385m, auf der sich die E6, die hier ehr einer kleinen Landstraße gleicht, in einem ständigen welligen auf und ab gen Nordosten zieht wie Kaugummi.

29 July 2017

19 Uhr. Der Himmel ergraut zusehens, aber der befürchtete Starkregen läßt noch auf sich warten. Kommt bestimmt pünktlich morgen früh zur Fahrradtour😲☔deshalb hat uns auch heute nachmittag beim Bummel durch Alta nochmal das Shoppingfieber im Sportladen gepackt: Craft Neopren-Gamaschen und Sealskin-Socken für Waterproof-Profis🙂wenn das nicht hilft, sind wir mit unserem Latein am Ende. Bleibt eigentlich nur noch, uns die morgige Etappe bei Chilli Peppers und Isbjørn Pilsner schön zu trinken. Für's Catering heute abend sorgt das Samen-Zeltrestaurant direkt neben dem Campingplatz mit traditioneller Küche. Klingt nach Rentierbraten Lecker!
Fakten Fakten Fakten! Alta liegt am Altaelv und war jahrlang die nördlichste Stadt mit mehr als 10.000 Einwohnern und wechselte diesen Status sowohl mit Hammerfest als auch mit dem sibierischen Tiksi. Lebensgrundlage ist vor allem Kupferbergbau, Fischfang und Tourismus. Am 69. Breitengrad liegend, geht die Sonne vom 26. Mai bis zum 26. Juli 2 Monate nicht unter.🌐
Alta Hytte Nr. 16 schläft heute mal aus und erwacht weckerlos um halb 10 aus einem komatösen Schlafsack-Tiefschlaf. Das Wetter zeigt sich noch sonnig von seiner besten Seite und wir wollen den Tag im Easy-Going Modus starten, eine leichte Übung. Vielleicht winkt eine kurze Motor-Kanufahrt auf dem Altaelv. Bestimmt wäre auch eine mehrstündige Elchjagd in den dichten Wäldern der Finnmark denkbar, aber mit unserer Kirmes-Luftgewehr Erfahrung verfolgen wir den Gedanken nicht weiter. Meine erste Elchsichtung gab's übrigens gestern auf dem Rückweg aus Alta zur Hütte. Wir werden mal das Wetter für morgen im Auge behalten, rechnen aber mit einer nassen Gegenwind-Etappe über's Fjell nach Skaidi.🤐🌧 Unser Hüttendach ist witzigerweise grasbedeckt und eigentlich könnten wir auch auf'm Dach zelten😂

28 July 2017

17:10, Ankunft in Alta, früher als gedacht buchen wir uns eine kleine Hütte für zwei Tage im Alta Strand Camping. Morgen ist Puffertag und wir haben frei! Das Zelt lassen wir lieber im Packsack, da für morgen leider unwetterartiger Starkregen angekündigt ist🤤der uns hoffentlich nicht unsere Etappe über's Hochfjell nach Skaidi verhagelt😕die in der totalen Pampa ist. Das Abendessen in der Tavernan in Alta schmeckt hervorragend (Brot mit Parma-Schinken, Pizza Salccice), aber den Brolio ersparen wir uns und nehmen das Frischgezapfte. Die um uns sitzenden Norweger scheinen alle außer Rand und Band ob des nahenden Wochenendes und reden, quatschen und lachen im Viervierteltakt, witzig! Wir nehmen noch ein Isbjørn vor der Hytte und genießen die letzten regenlosen Stunden. Ein Schild hier am Campingplatz verrät uns: Stockholm 1998km, Nordpol 1863km... und unser Nordkapp 216km Luftlinie.. krass! 🌐
Nach einem kurzen Pausenkäffchen zur Halbzeit am Verkaufsstand für Rentierfelle und Elchgeweihe - leider kein Platz am Fahrrad, sonst hätten wir ordentlich zugeschlagen 🦌🐐🦌🐐🦌 - geht's gestärkt weiter, jetzt bei praller Sonne entlang der felsigen Küste im ständigen, zähen auf und ab weiter dem sich einfach nicht nähern wollenden Alta entgehen. Eine wahre Eichhörnchen-Etappe, die sich extrem mühsam ernährt. Und dann doch schneller endet als befürchtet, da unsere letzte krasse Bergwertung dank funkelnagelneuer Tunnel wie aus dem Nichts einige passende Abkürzungen bereithält. Drei funkelnagelneue Tunnel, die leider für den Radverkehr gesperrt sind, aber egal, Augen zu und durch, gesagt geradelt. Licht an, möglichst weit rechts, und dann mehrere Kilometer lang heizende Wohnwagengespanne, finnische Lastwagen, Touri-Mopedhorden, rücksìchtsvolle Norweger, die üblichen NLs und einiges mehr auf Rädern ertragen, bis Licht am Ende des Tunnels erscheint. Juchuh, schon wieder überlebt😁
Burfiord - Alta 90km Nachdem wir auch die restlichen Supermarkteinkäufe bis auf den letzten Krümmel zum Fühstück vertilgt haben und das Zelt im feuchten Morgentau abgebaut haben, geht's kurz nach halb zehn auf die lange 90km-Etappe nach Alta. Unser Arctic Fiord Campingplatz wird's wohl nicht in die Top10 schaffen. Kein Strom, kein Herd, kein Grillplatz, keine Sonne... also, weiter geht's. Die heutige Tour gehört ehr zu den anspruchsvolleren und zieht sich anfangs ewig mit fiesem Gegenwind entlang des Langfiord (der Name ist auf jeden Fall Programm) in die scheinbare Unendlichkeit. Doch mehr und mehr räumt die Sonne die tiefliegende Wolkensuppe weg und gibt die ersten schneebefleckten Fjelle frei und wir sehen urplötzlich, was wir landschaflich leider die letzten Tage verpaßt haben.⛰⛰⛰

27 July 2017

Bevor wir unseren anvisierten Arctic Fiord Campingplatz erreichen können, gibt's noch mal einen schönen Anstieg mit anschließender Schußfahrt zum Coop Supermarkt. Hier wird geshoppt für den Abend: Beefsteaks mariniert, Schweinespieße, Kartoffeln, Gemüse aller Art, Sixpack Isbjørn Pilsener, das Supermarkt-Grillset und einiges mehr. Leider müssen wir den ganzen Schrott noch zum 10km entfernten Campingplatz karren😯aber dann: Rindersteaks vom Grill mit Schmorgemüse und Kartoffeln zeugen wieder mal von unserer vollendeten Outdoorküchenkunst!☺
Storslett - Burfiord 74km Leider wieder ein Tag, der die Landschaft mit einem grauen Hochnebelschleier bedeckt, heißt, keine Sonne, aber immerhin auch kein Wind. Nach einem Müsli-Frühstück in unserer netten Einraumhütte mit Etagenbett und einem kurzen Plausch mit unseren hessischen Mopedjungs richten wir unsere gepackten Drahtesel gen Norden aus und los geht's. Die Etappe hält, was sie verspricht, und schon geht's nach kurzer Zeit den nicht enden wollenden Anstieg auf's Kvænangsfjellet hoch. Auf 401m ist der Sattel erreicht und die durch dünne Wolkenschwaden schimmernde Sonne läßt ein klasse Bergpanorama erahnen. Die durch dicken Nebel führende Talabfahrt nach Sørstraumen ist lang, schnell und kalt und unten angekommen wird der erstbeste Supermarkt (ist eh der einzige weit und breit) förmlich geplündert! Bagels mit Schokosträusel (ex weg), Kaffee (direkt zwei), Brötchen (pur), Schokotaler (intravenös), saure Colazungen (sogar die). Das reicht bis zur nächsten Bergwertung 😁

26 July 2017

Nach zwei Fährfahrten und zügigem Geradel erreichen wir relativ früh unser Tagesziel Olderdalen und entscheiden uns spontan, noch ein paar Kilometer dranzuhängen, um unsere morgige, etwas härtere 120km-Etappe etwas zu entschärfen. Doch irgendwie entpuppen sich alle ins Visier genommenen Campingplätze, Supermärkte und Dörfer als Rohrkrepierer, und so haben wir am Ende inklusive Bergwertung 137km auf der Uhr. Die nette Herbergsdame vom Campingplatz Sandnes hat wohl ein bißchen Mitleid mit uns und wir kriegen die Hütte zum Zeltpreis-Special. Cool. Und nach der heißen 4-Minuten-Dusche für 10 NOK (wie immer) gibt's noch ne Late-Night Penne Pesto aus der Dose.
Tromsø - Olderdalen - Storslett 137km Fähren: Breivikheidet - Svensby, Lyngsheidet - Olderdalen Der Wecker klingelt um 7 und nach dem wieder mal opulenten Frühstück im Thon Hotel starten wir die heutige Etappe Richtung Olderdalen, auf der uns auch zwei Fährfahrten erwarten. Leider bleibt die Wetterküche heute bislang kalt und so geht's bei grauem wolkenverhangenem Himmel die ersten gut 50km zunächst entlang der Küste und dann durch ein bewaldetes Flußtal Richtung Fähranleger Breivikheidet. Schmucklos und eintönig. Unterwegs überholen uns 3 Radreise-Franzosen auf dem Weg von Lyon zum Nordkapp, mit denen wir kurz ins Plaudern geraten, bevor die in TGV-Manier wieder Vollgas Richtung Alta geben. "Where do you go today?" frage ich. "Ai donn no... wi kämpe.. in se wailt" sagt er smilend und überholt zügig. In Breivikheidet angekommen, ist leider gerade Mittagsloch und so müssen wir anderhalb. Stunden auf die nächte Fähre warten, mangels Aufwärmraum auf der Herrentoilette.

25 July 2017

Wenn alles gut läuft, gehen wir auch nicht mehr Treppe runter in die Bastard Bar, wo gerade die ersten Töne der Liveband erklingen😅
Ein schöner chilliger Tag in Tromsø neigt sich dem Ende und wir nehmen noch zwei Abschlußbier im Huken Pub - uriger und schriler geht's kaum, cool hier. Beim Frisõr war ich auch und mein Kurzhaarschnitt schmiegt sich jetzt wieder perfekt in die arktische Hügellandschaft.
Fakten Fakten Fakten! Tromsõ ist mit seinen 73.000 Einwohnern sogar die achtgrößte Stadt Norwegens und mit seiner Universität quasi das Zentrum des Nordens. Neun Fakultäten gehören zur Uni, unter anderem: Bio- und Ingenieurswissenschaften, Technik, Fischerei, Recht, Gesundheit und Sport. Mit 69°39' nördlicher Breite liegt es sogar einen Schlag nördlicher als das grönländische Ilulissat und im Sommer geht die Sonne hier an 68 Tagen nicht vollständig unter. Die Mack Ølbryggeri in der Stadt gilt als die nördlichste Brauerei der Welt und wurde 1877 vom Braunschweiger Bäcker Ludwig Markus Mack gegründet (da sind sie mal wieder, die Deutschen mit ihrer Kernkompetenz😊)
God morgon Tromsø! Wieder mal empfängt uns ein dolles Hotelfrühstück mit allen Schikanen. Der Erdbeerkuchen mit Vanillesauce war natürlich nur die Nachspeise, nicht dass ein falscher Eindruck entsteht. Blauer Himmel, die Sonne knallt, perfekte Bedingungen also für unseren freien Tag in Tromsõ. Also dann, auf zum Frisør.✂

24 July 2017

Nach einem ausgiebigen Bummel durch Downtown Tromsø landem wir schließlich zum Abendessen im Vertshuset Skarven in unmittelbatet Hafennähe und gönnen uns als Starter erst mal die schmackhafte Fiskesoup. Free Refill☺gefolgt vom ersten Wal-Steak meines Lebens. Lecker! Die Abschlußbiere nehmen wir im Blå Rock, einer schrillen dreistöckigen Live-Rockkneipe, die aber Montags offensichtlich mehrere Gänge zurückschaltet und nur zum schwofen einläd... trotzdem cool.
Eingecheckt im Thon Hotel Polar, Dreckswäsche zur Hotel-Laundry gebracht, Innenstadt erkundet, Frisõr für morgen gesucht und dann schnurstrax in die Ølhallen, "Tromsøs eldeste Pub"🍺🍺 Skål!
War ne super 60km Etappe heute inklusive kleiner Bergwertung hoch auf's nordische Fjell mit anschließender Talabfahrt Richtung Tromsø. Die Landschaft ändert sich mittlerweile auch merklich und offenbart mehr und mehr ihr polares Gesicht. Hat schon was von Tundra, mit den Flechten, kleinen Seen, nordischen Birken und glattgeschliffenen Fjellen, gespickt mit Restschneefeldern hier und da. Anfangs war auch noch Ruhe an der Fliegenfront. Nach dem gestrigen Flächenangriff gab's heute nur eine 2er Formation Bremsen im Flankenangriff von Nordost, die ich einhändig bergauf in Schach halten mußte. Wahrscheinlich ein Hinterhalt. Um halb vier sind wir dann in Tromsõ "eingetrudelt", will heißen, erst die Sandnessund Brücke auf die Tromsø-Insel und dann noch Tromsø selbst erklimmt, was am Ende auch noch mal mit harter Trampelarbeit verbunden war. Und uns erwartet ein sonniges, schnuckeliges, nordisches Studentenstädtchen, cool.
Brensholmen - Tromsö 60km Ein nicht zu verachtender Vorteil der Hotelübernachtung an sich ist auf jeden Fall das üppige morgentliche Frühstücksbuffet. Auch heute im Sommarøy Arctic Hotel gab's wieder mal die komplette Bandbreite von diversen Müslis, Knäcken, frischen Früchten, Aufschnitt, Käsevariationen und und und.. bis hin zum obligatotischen Lachs und zahlreichen Crémes von Kaviar, Makrele und hastenichtgesehen... top! Und jetzt geht's ab nach Tromsõ, quasi meine Halbzeit der Reise, wo wir 2 Übernachtungen im schönen Hotel Thom Polar vorgebucht haben mit Zeit für Stadt und kleineren Besorgungen. Außerdem muß ich dringend zum Frisör. Und, kleine Notiz am Rande: ich brauch zur Zeit keinen Fahrradladen, yeah!

23 July 2017

Nachtrag für heute: nachdem wir's doch bei der letzten Talabfahrt tatsächlich geschafft haben, unseren angepeilten 4-Sterne-Camingplatz Fiordbotn zu verfehlen (vorbeigeheizt😎), haben wir kurzerhand schon mal unsere morgige Fähre nach Brensholmen genommen und uns "notgedrungen" ins Sommarøy Arctic Hotel eingebucht, samt warmer Dusche, frisch gezapftem Mack Pilsener und ein kleines Beef Stekt für'n hohlen Zahn. Morgen: Tromsø😁
Gryllefjord - Botnhamn (Senja) 94km Fähre: Botnhamn - Brensholmen 45min Hey, ein Tag ohne Panne und Fahrradreparatur, endlich läuft's mal. Zumal heute auf unserer über 90km langen Tour auf der schroffen Küstenstraße entlang Senja's alpiner Bergwelt einige Bergwertungen und zahlreiche Tunnel anstanden. Kein Platz für ausgiebige Speichenwechsel, da die nötigen Bikeshops ohnehin fehlen würden. Die schönen langen Anstiege in Senja's alpine Bergwelt bei Kaiserwetter wurden nur getrübt durch die nervtötende Begleitung unzähliger Fliegen und der ein oder anderen Megabremse, die sich bei der mittleren Aufstiegsgeschwindigkeit von 6 km/h nur schwerlich abschütteln lassen, allerdings beim 60 km/h Downhill in nullkommanix weg sind! Senja's Tunnel machen aufgrund geringen Autoverkehrs teilweise sogar echt Spaß, obwohl sie manchmal kaum mehr als Bergwerkqualität erreichen, inklusive schummriger Beleuchtung. Ist wie im Kohleflöz.
Fähre: Andenes - Gryllefjord 1:45 min Bei geilstem Wetter zuckeln wir gerade mit der Fähre rüber zur Halbinsel Senja. Sicht bis zum Anschlag und wenn das Hochdruckgebiet so weitermacht, könnten wir die nächsten Tage die 20 Grad Marke knacken. Heute ist Søndag und leider sind alle Shops und Cafés zu, auch die einzige Shell-Tanke im Hafen schlief noch. Zum Frühstück auf der Fähre gibt's daher leider nur unser olles Flatbrød belegt mit Melkesjokolade, ein Klassiker der Oldschool-Notküche. Immerhin funktioniert der alte, abgehalfterte Kaffeeautomat hier an Bord alle halbe Stunde. Gleich geht's auf Senja's bergige Küstenstraße Richtung Botnhamn und mein frisch repariertes Veloträumchen sollte jetzt endlich mal anstandslos beradelt werden können.

22 July 2017

Ein cooler, aber langer Whale-Watch-Tag geht zu Ende. 5 Stunden sind wir bei erst bewölktem und dann sonnigem Wetter auf Walsuche vor Andenes gegangen, 32km vor der Küste bei 1300m Wassertiefe. Ausbeute: 2 entfernte Pottwale und ein Finnwal (seine Fluke hab ich im Kasten😁) Ohne es zu merken wurde es schweinekalt und mir froren trotz Handschuhe fast die Finger ab. Aber die Alternative heute war wohl akute Seekrankheit, aber davon blieb ich verschont. Mittlerweile steht draußen die Mittnatsol wieder in voller Pracht, aber morgen ist zeitiges aufstehen angesagt und deshalb jetzt: ab na'm Bett! Außerdem stehen bei mir gerade leider alle Akkus auf kurz vor leer. Ja, hier wird jede Steckdose zum heiß begehrten Gut.
Guten Morgen😊 Teil 1 des heutigen Tagesprogramms war schon mal sehr erfolgreich! Mein Rad hat wieder eine neue Speiche (tätäää!), die wahrscheinlich im Flieger doch einen Schlag abbekommene Schaltung wurde nochmal gerichtet und der vordere hakelnde Ständer zurechtgebogen. Der Schrauber war ein supernetter "Stromberg"-Typ und hat in windeseile während wir quatschten die kompletten Hinterradkomponenten auseinander genommen und repariert. Wow! Gut, dass ich bislang echt immer Glück im Unglück gehabt habe, hoffe, das bleibt so. Irgendwie waren das jetzt schon Radreparaturgeschichten für gefühlt 3 Urlaube🤐 Bernd hat sich in der Zwischenzeit den Hausberg vorgenommem, hatte aber leider Scheißsicht☁☁mal gucken, wie gleich die Wale beim Watching so drauf sind...

21 July 2017

... und wieder ein Sonnenuntergang, der keiner ist...😎
Und zum Tagesabschluß noch ein paar Ideen aus dem Journi-Kochbuch für die moderne Nordland-Feldküche, wohlgemerkt, einflammig😊 Empfehlung des Tages: Penne "Fiskebøl" 3 Dosen zarteste Dosensardine in Knoblauch angeschwitzt und abgelöscht mit Rød Pestosaus Wir sind schwer begeistert ob unserer Outdoor-Kochkünste. Als Starter gab's übrigens Mills Kaviarmix aus der Tube mit Mors Flatbrød. Lekker lekker! Wenn jetzt morgen noch der Speichennachschub klappt, kann ich nicht klagen.
Morgen um 16 Uhr heißt es: "Waal, da bläßt er und wir werden uns hoffentlich im Gewimmel von Pott-, Finn- und Blauwalen verlieren. Wird der Burner! Außer, wir sehen keine Wale;-) Die 65km Fahrt entlang der Westküste von Andöya, eine der Västerålen-Inseln mit der Walsafari-Hochburg Andenes, war traumhaft. Die verkehrsarme Küstenstraße direkt am Nordmeer hatten wir phasenweise für uns alleine und die Gegend mit schroffen Felshängen zur rechten und winzigen, weißen Sandstränden zur linken war ein absolutes Highlight. Und die netten Dörfchen haben geradezu hier geschrien für ne Kaffeepause. Gleich werden wieder die Gaskartuschen der Sterne-Feldküche geöffnet und wir werden sehen, was gezaubert wird. Eins ist aber klar, die Bierbegleitung steht schon fest: Arctic-Øl aus der Dose😊 Programm für den morgigen Vormittag: Bernd erkraxelt den Hausberg und guckt sich die Insel vom oben an und ich gönn meinem Hinterrad mal ne Frisch-Speichen-Kur. Hopefully.. denn, ohne Speichen kein Nordkapp☹
Risoyhamn - Andenes (Västerålen) 63km Heute morgen um halb 11 mußten wir leider unsere Traumunterkunft Andøya Friluftssenter nach einem tollen Frühstück und einem Schwätzchen mit der tschechischen Work-and-Travel Kellnerin wieder verlassen... bei Traumwetter☀☀☀Dies hier war definitiv ein Place to be, und auch schon im Ganzen ein Highlight dieser Radtour! Als echter Albtraum entpuppt sich aber nach gerade mal 3km Fahrt wieder mal meine XT(!)-Schaltung, diesmal hinten. Die Kette kracht während des Schaltens vom hinteren großen Blatt zwischen Zahnrad und Nabe und haut mit doch glatt eine Speiche durch... 😭😭meine Fresse! Es reißt nicht ab! Die norwegischen Radläden sind mich also noch lange nicht los. Und allmählig frage ich mich, wofür ich die Rad-Inspektion samt Kettenwechel vor 2 Wochen gemacht habe... Morgen früh um 9 macht der Radladen in Andenes auf und glücklicherweise sind wir eh 2 Tage hier, denn morgen ist: Whale-Watching-TIME!!🐳🐳🐳

20 July 2017

Stokmarknes - Risoyhamn 68km Unsere gestern spontan beschlossene Routenänderung über Stokmarknes direkt nach Risoyhamn entpuppt sich letztlich als Volltreffer und wir sind jetzt zeitig am Hotel Andøy Friluftssenter angekommen. Heißt: morgen geht's direkt entlang der Westküste nach Andenes zum Whale watchen. Wird ne coole, abwechslungsreiche 60km-Tour. Und vor allem: wir sind immer noch one day ahead of schedule, cool. Das Friluftssenter hier ist ein echt schönes Hotel direkt am Fjord im norwegischem Landhausstil (zumindest stell ich mir den norwegischen Landhausstil hier so vor😊). Muß ich mir definitiv merken! Wenn jetzt noch Sonne wär, wär's der Oberkracher (der Kracher ist es eh schon!) Und schön, wenn man sein Zelt dabei hat und die gesparte Zimmerechnung im Hotelrestaurant auf den Kopp hauen kann (vielversprechend!) heißt, der Gaskocher mit den Nudeln bleibt heute kalt und stattdessen die Qual der Wahl: Västerålen Lamm oder Moose Pie? 🤔 Rosso oder bianco? Camping2.0 halt😊

19 July 2017

Und der Tag endet richtig cool... nachdem wir ohne Pause kurz vor der absoluten Wildnis wieder einen verlassenen Fähranlegerort entdecken, diesmal Hanõy, schnappen wir uns die nicht mehr erwartete letzte Fähre nach Stokmarknes auf den Västerålen... und zelten hier neben dem super schönen, aber teueren und ausgebuchten Kjusthotel. Und gerade lassen wir im Dorfpub ausklingen, bei Lachs, Nordlands Pils und Rockballaden aus der Box. Perfekt👍 so kann's weitergehen!
Aber dann, unterwegs, für die Pause, kommt ENDLICH Fiskebõl! Einen Ort, den wir uns nach gefühlten 100 Liter Regen von oben irgendwie zu schön geredet hatten. Statt Cafés, Fischrestaurants und Shops wie an der Perlenschnur aufgereiht und die einzige scheinende Sonne im Land erwartet uns... nix, außer einem verlassenen Fähranleger, ner Mülltonne und natürlich die obligatorische Steigung... also, weiter geht's.
Kabelvåg - Stokmarknes 69km Juchuh, die Jungs vom Scandinavisk Bikeshop sind die Rettung und ich kann wieder alle Gänge schalten.. puh, die Sonne geht auf😅 allerdings nicht wirklich, es regnet mehr oder weniger die ganze Tour durch, und die geht wirklich heute durch's wolkenverhangene Lofoten-Niemandsland. Für Abwechslung sorgen immer wieder die zahlreichen kleinen Steigungen und die "schönen" kalten Tunnel mit Verkehr aller Art (hier auf Platz 1 noch vor den heizenden LKWs die langen Wohnwagengespanne) Immerhin, die Regenklamotten bestehen den Test mit Bravour🌧🌧🌧
Svolvaer Nach einem leckeren Frühstück in Kabelvåg beim schwäbischen Bäcker geht's los... umringt von Nieselregen. Nun ja, gehört dazu, sonst würden wir ja auf den Malediven radeln, von Atoll zu Atoll😁 In Svolvaer wurde ich dann im zweiten Radladen fündig und hoffe jetzt auf eine gelungene Reparatur im "Scandinavisk", macht einen guten Eindruck, der Shop! Also, Time for Sightseeing: Bernd im 10km entfernten Henningsvär, ich im Bikeshop☺

18 July 2017

Ramberg - Kabelvåg (Lofoten) 100km Trotz einer schönen, fordernden Fahrt die Lofoten hoch gen Norden leider dann doch fast ein Tag zum abgewöhnen:☹ meine gute XT-Schaltung streikt und zwingt uns während des Tages zu mehreren Reparaturstops, leider ohne Erfolg. Der Fahrradverkäufer im nächsten Dorf schraubt leider genau so unwissend an der Schaltung rum wie ich zuvor auf der Straße und in der empfohlenen Bikewerkstatt 10km weiter sind alle in Frage kommenden Profis im Urlaub unter Palmen. Tja, also die restlichen 60km auf zwei Blättern weitergefahren und wenn morgen der Laden hier in Svolvaer den Schaden nicht repariert kriegt, ist guter Rat teuer... Schöne Scheiße! Achja: die Landchaft heute war mal wieder mega, aber leider mußte Bernd natürlich meine ganzen blöden Reparaturstops von der Sightseeing-Zeit abziehen, auch doof! Der morgige Tag wird's hoffentlich richten...
Bodø - Moskenes - Ramberg 28km So, der 1. Lofoten-Tag geht zu Ende: nach knapp 4 Std Fähre, 30 Kilometer "radeln" und 4 Std Hardcore-Kraxeln zu einem Strand von karibischer Schönheit wird vor'm Zelt die 4-Sterne-Feldküche eröffnet! Der pure Outdoorgenuß. Auf 2 Gasflammen werden alle Register der italienischen Pastaküche gezogen😊lecker! Und dazu gibt's einen Sonnenuntergang, der eigentlich keiner ist... sie will einfach nicht untergehen. ☀das Wetter kann gerne so bleiben!

17 July 2017

16 July 2017

Nach 2 Tagen Bodø geht's morgen endlich ab auf's Fahrrad und dann startet auch mein Teil der Tour😃der lange Weg zum Nordkapp, ich bin echt gespannt!! Um 7 Uhr geht die Fähre von Bodø auf die Lofoten und dann wird getrampelt, wahrscheinlich bis der Arzt kommt. Mittlerweile haben wir auch den Regen gegen feinste Mitnatt-Sonne eingetauscht, so kann's bleiben!! Gleich noch schnell unsere Bierchen bezahlen und von den beiden Norwegern loseisen, mit denen wir gerade ins quatschen gekommen sind. Nette Jungs mit guten Lofoten-Tipps.