Germany, Ireland · 13 Days · 35 Moments · May 2018

The Wild Atlantic Way


23 May 2018

Auf Wiedersehn Irland!
Unser Flug in die Heimat geht erst um halb 6, wir haben also noch a Weng Zeit und die Sonne scheint auch. Wir fahren nochmal ins Grüne, nach Howth, das ist so ne Halbinsel bei Dublin und liegt quasi aufm Weg zum Flughafen. Dort gehen wir entlang der Küste noch etwas spazieren und ich schnüffel nochmal ausgiebig an den lecker duftenden Ginsterbüschen. Die wachsen da mal wieder en mass. Mittagessen gibt's im Brass Monkey (Danke Thorsten für den Tipp!) und dann schlagen wir so langsam die Richtung zum Airport ein. Das Auto wird anstandslos zurückgenommen. Fertisch.

22 May 2018

noch ein Bier. Zum halben Preis, denn wir machen ja die Führung mit. Ich trinke ein Ale ausm Bourbon-Fass. Lecker. Auf die Frage" is it possible to visit Dublin whithout getting drunk?" antwortet der Wirt "well, it shouldn't be". 😁 Also schauen wir uns die hübsche Destillerie an, was echt toll ist. Nach 4 Proben des Pearse Lyon's Whiskey und dem entsprechendem Gin 🙃 lassen wir ein paar Euro an unterstützendem Kapital da und Tom schleppt eine Tüte mit Schnaps aus der Kirche raus. Wir müssen uns erstmal sammeln und tun das bei einem Bier im schon bekannten Pub. Draussen scheint die Abendsonne, der Himmel ist mittlerweile tiefblau und wir stellen fest, dass Dublin doch ganz hübsch ist. Ob's an dem schönen Abendlicht liegt oder dem iatrogen etwas angehobenen Blutalkoholspiegel.... ich weiss et nich. Am Ende gibt's nochmal deftiges Kneipenessen mit Rippchen und Burger und Pommes (und Bier), das haben wir uns jetzt verdient!
Die Produktion ist dann irgendwann umgezogen (3 Ecken weiter) und in dem alten Gebäude hat man nun eine multimediale Infotour gebaut. Über 5 Stockwerke wird man mittels Audioguide hindurchgelotst durch die Anfänge der Brauerei über Produktionsschritte des Bieres, einem knappen Jahrhundert der Werbung, einem Tasting (Minuaturbierchen zum Aufwärmen), bis man schließlich oben angelangt ist, wo es ein Gratis Pint gibt und die Aussicht auf Dublin von der "Gravity Bar" im 7. Stock. Dort tummeln sich Menschenmassen vor den Fenstern.... Trotz allem eine schöne und kurzweilige, wenn auch sehr kommerzialisierte Tour. Im Shop ersteigern wir 3 Kühlschrankmagneten, die restlichen 100 Tausend Guinness-Merchandise-Produkte lassen wir für heute da. Wir verlassen das Storehouse und gehen nur eine Ecke weiter. Zur St. James Kirche, in der sich seit kurzem eine Whiskey-Distillery befindet. Da wir noch etwa eine halbe Stunde Zeit haben bis zur Führung, genehmigen wir uns im angeschlossenen Pub
Heute ist unser letzter "ganzer Tag". Mann, wie die Zeit vergeht. Wir erkunden Dublin. Die Stadt ist nicht so wie z.B. Barcelona auf den ersten Blick toll. Eigentlich ist sie alt und hat eine lange Geschichte, aber irgendwie ist sie auch verbaut und die schönen Ecken gehen irgendwie ein bisschen verloren. Unser Weg führt uns über das Trinity College zur Shopping Meile "Grafton Street", die ist wie viele Einkaufsstraßen auch. Dann schlendern wir am Castle vorbei zur Christchurch und gehen ins "Dublinia", eine Ausstellung über Dublin, insbesondere zur Zeit der Vikinger und des Mittelalters. Das ist echt nett gemacht. Gegen Mittag dann kehren wir ein im "Brazen Head", wo Tom ja gestern nicht mit war, und trinken mal ein erfrischendes Gerstenkaltgetränk. Frisch gestärkt ziehen wir weiter zum "Guinness Strorehouse". Der olle Arthur Guinness hat in weiser Voraussicht einen Pachtvertrag über 9000 (!!!) Jahre abgeschlossen und braut nun da seit 17hundert dunnemal das berühmte Stout.

21 May 2018

So ziehe ich also los, mit einem Stadtplan und Google Maps auf dem Handy (was habe ich früher nur ohne gemacht???). Mehr oder weniger zielstrebig latsche ich durch die Gassen und es treibt mich irgendwie zum "Brazen Head", einem Pub in altem Gemäuer. So 800 Jahre alt. Mein Bierinstinkt leitet mich ohne mein Dazutun. Also trinke ich ein Bier. Derweil schmiede ich Pläne, was sonst noch so gemacht werden kann. Auf dem Rückweg verlaufe ich mich trotz Meister Google, schaffe es aber durch "Temple Bar" dann zurück zum Hotel. Tom hat sich derweil erholt und ist bereit zu einem neuerlichen Versuch der Nahrungsaufnahme. Wir gehen ins "Old Storehouse", ein Pub mit Kneipenessen, Bier und Live Mucke. Sehr nett. Tom behält sowohl das Bier als auch den Burger und die Pommes bei sich. Bis jetzt zumindest. In dem Sinne.... Morgen mehr!
Der Tag beginnt fast so trübe wie gestern. Das Frühstück hat Tom irgendwie schon nicht gemundet. Er isst Porridge.... der Bauch rumort wohl schon. Nachdem er sich besagten Porridge dann erst im Zimmer und später auf'm Weg am Straßenrand dann nochmal durch'n Kopf hat gehen lassen, verzichten wir auf die kurvenreiche Fahrt zur "Sky Road" und schlagen den direkten Weg Richtung Dublin ein. Das ist der Moment, wo ich dann jetzt doch mal ran muss. Bislang habe ich mich erfolgreich um's Fahren gedrückt. Jetzt aber manövriere ich den grünen Tom souverän über die irische Autobahn. Kurz vor Dublin tauschen wir aber dann doch wieder. In der großen Stadt soll der lieber fahren.... nicht dass noch was kaputt geht. Durch dichten Verkehr und zwischen unzähligen Doppeldeckerbussen hindurch müssen wir bis ins Zentrum.Wir beziehen unser Zimmer in einem sehr coolen Hotel direkt neben der Feuerwache (Ohrenstöpsel haben wir mit), Tom legt sich hin und ich erkunde schonmal die Gegend.

20 May 2018

Gestern war also unser letzter Tag am Wild Atlantic Way. Es ist echtes irisches Wetter. Wolken und Nebel und Regen. Ein "Soft Day" wie wir lernen oder "High Stool day", weil man eigentlich auch den ganzen Tag an der Bar hocken kann. Wir machen uns trotzdem erstmal auf den Weg und fahren durch Connemara. An der Küste entlang zu einem Wasserfall und dann weiter nach Delphi. Tipp von Thorsten. Schön da. Glaub ich.... Weiter fahren wir zu einer schönen Abtei und zu einem Strand. Am Ende fahren wir nach 6h Gekurve durch Regen dann doch zurück und trinken uns ein lecker Bierchen vorm Torfkaminfeuer. Zum Abschied vom Atlantik ess ich dann nochmal Austern und Hummer. Durchs Fenster beim Blick auf unsere Hausbucht sieht man kitschig Connemaraponys grasen und eine Robbe im Wasser planschen (vielleicht war's auch ein Delphin oder ein Hai! Wer weiss!). Heute fahren wir in die Stadt nach Dublin.

19 May 2018

Nun haben wir noch eine ganze Strecke vor uns, nach Clifden in Connamara. Unterwegs wird das Wetter wieder schlechter. In Connamara selbst herrscht erstmal ziemliche Ödnis. Platt und trocken. So ne Mischung aus mallorquinischem Hinterland und kroatischer Winnetou Kulisse. Wird aber dann bergig und richtig schön so mit Seen und Flüsschen. Die Wolken ignorieren wir mal. Wir sind da, der Plan für morgen steht.... grob, das Wetter.... Wir schauen mal. Jetzt gibt's Happa happa!
Heute laben wir uns nochmal an körperlicher Ertüchtigung und haben uns hierzu eine Wanderung im Nationalpark "The Burren" rausgesucht. Der Burren ist ein Hochplateau aus zerklüfteten Felsen, vor so 360 Mio Jahren war das mal Meeresgrund. Vorher jedoch stoppen wir (und viele andere Touris auch) an einem Haufen alter Steine. Vor ca. 6000 Jahren haben die da eine Art Tisch hingestellt und darunter ein paar Tote verscharrt. Der Tisch, also der "Poulnabrone Dolmen", steht noch. So. Auf zur Wanderung. Im wahrsten Sinne des Wortes geht es über Stock und Stein, allerdings deutlich mehr Stein als Stock. Hinauf auf einen wie ein Ufo anmutenden Berg. Zwischen diesen Felsen wächst allerhand Flora und der Tom, das olle Adlerauge, findet sogar einen Enzian!!!! Zum Beweis, dass es wirklich einer ist, das entsprechende Foto von Wikipedia. Wiki weiss sowas!!! Wir haben ihn dann gepflückt und gegessen. So! (Naaaaa, Gschmarri!).

18 May 2018

Über einen Trampelpfad führt ein Weg am Rand der Klippen kilometerlang die Küste entlang. Aus der Ferne sehen wir die Menschentrauben im Visitor Center an den Absperrungen stehen. Hier gibt es keine. Man soll halt bitte vorsichtig sein! Alles richtig gemacht! Die Bilder sprechen für sich. Nach einem ausgedehnten Spaziergang, einem leeren Akku und voller Speicherkarte geht's zum B&B, wo uns Mary herzlichst begrüßt. Im McDermotts Pub wird der Wanst mit Irish Guiness Stew und Lamm-Burger gefüllt.... so ein Tag macht aber auch hungrig....
Die gesamte Küste ab jetzt ist recht spektakulär und das mutmaßliche Highlight kommt ja erst: die Cliffs of Moher. Doch zunächst suchen wir ein Pub auf, hier soll es laut dem Wanderer köstlichen Möhrenkuchen geben. Es sieht aus wie eine Spilunke, am Tresen lümmeln ein paar biertrinkende Iren rum. Hier sind wir falsch. Tom ist quasi schon mit einem Fuß wieder draußen, aber ich sprech mal den Wirt an, ob er nicht zufällig Möhrenkuchen im Sortiment hat.... der lacht sich halb tot und meint ja, sogar den wahrscheinlich besten Möhrenkuchen der ganzen Welt. Aha! Also doch! Und der schmeckt wirklich, wirklich köstlich!!! Gestärkt geht's dann weiter zu den Cliffs. Wir kommen zum Parkplatz des Visitorcenters, wo etwa 86248 Autos und Busse stehen und sich eine Menschenkolonne richtung Klippe schiebt. Kostet 8€ pro Person. War da nicht eben noch ein kleines Schild???? Wir fahren mal zurück und biegen ab in einen unscheinbaren Weg Richtung "Cliffs of Moher Coastal Walk". 2€ Parkgebühr (pro Auto).
Erster Stopp auf dieser Seite ist ein altes Castle. Einsam liegt es da im Grünen, bewohnt nur noch von Schwalben und anderem Fliegviech. Eine Krähe klaut vor unseren Augen ein Schwalbenei ausm Nest und lässt eine suchende Schwalbenmama zurück. 😟... Es geht weiter zum Loop Head. Kommt im Reiseführer recht unspektakulär daher. Ein netter Fahrradrundweg und am Ende ein Leuchtturm. So isses auch erst. Nach der schroffen und mitunter recht gebirgigen Landschaft bisher ist hier alles etwas flacher. Dafür sehr schön grün, wie sich das gehört für Irland. Wir parken das Auto am Leuchtturm und gehen ein paar Schritte zum Rand. Und da haut es uns fast aussen Pantoffeln. Eine unglaubliche Klippenküste tut sich auf! Kaum Leute, ein Rundweg am Rande des Abgrundes, doch die Füsse laufen auf federndem, fluffigem, moosigem Grün. Überall blühen Blömscher. Die Sonne scheint. Einfach schön. Wir gehen einmal herum und steigen beseelt von dem unerwartetem Glück wieder in unseren Suzuki.
Heute nehmen wir Abschied vom Bustouristensammelhotel in Dingle. Es war nett, aber doch für uns etwas groß. Mit Spa und allem Schnickschnack. Wir fahren nach Tarbert, dort setzt eine Fähre über den Shannon. Sie trägt den illustren Namen "Shannon Dolphin" und was soll ich sagen.... der Name ist Programm! Wir sehen echte Delfine auf der kurzen Überfahrt. In Dingle gibt es ja "Fungie", einen Delfin, der seit Anfang der 80er das Hafenbecken zu seiner Wahlheimat erkoren hat. Den haben wir aber nicht gesehen. Und auch keine Fungiebootstour unternommen. Die Fähre legt also wieder an und alle verlassen das Schiff. Vor uns ein großer Reisebus mit dänischem Kennzeichen. Die verfickten Dänen üben späte Rache, nachdem sie vor 1000 Jahren schon keinen Erfolg bei der Eroberung Irlands hatten, und reissen eine tiefe Scharte mit ihrer Anhängerkupplung in die Lukenklappe beim Drüberfahren.... krrrriiiiiiigh! Der Fährenmeister, der das Anlanden überwacht, schaut auch etwas zerknirscht.

17 May 2018

Wir frühstücken üppig mit Blick aufs Wasser und starten unsere heutige Tour. Ein ganzer Tag für die Dingle Halbinsel. Es ist ein Mischmasch aus Sonne und Wolken. Kein Regen! Ein ca. 2einhalb Tausend Jahre altes Ringfort ist leider geschlossen. Man kann es vom Weg aus sehen, ein Haufen Steine an der Klippe, wahrscheinlich steht es kurz vor der endgültigen Zerstörung durch die Gewalten der Natur. Ein paar Sicherungsnetze zeugen von den Versuchen der Rettung.... einige Meter weiter besuchen wir ein paar noch ältere Steinhaufen: Beehive Huts, im Iglu-Style erbaute Steinhäuser von ca. 2000 vor Christus. Tom malt sich schon aus, so ein Ding in den Garten zu bauen. Dann man tau!Wir passieren wieder unzählige Punkte toller Aussicht, durchqueren die zentrale Gebirgskette und finden schöne Strände und hohe Klippen. Am Ende belohnen wir uns mit dem bislang besten Essen, wobei wir bisher echt sehr gut gespiesen haben. Man wird's am Ende sehen.... Ein Dingle Whiskey zum Nachtisch .... Gute Nacht!

16 May 2018

Nachtrag.... da hab ich doch glatt die lustige Truppe vergessen.... auf dem Weg vom See zurück zum Auto kam uns eine ganze Horde halbwüchsiger Teenager entgegen. Allesamt im besten Affenalter, so um die 15 vielleicht. Nur Jungs. Ne Internatsklasse? Alle sahen gleich aus. Leichter Bauchansatz, bescheuerte Frise, labberiges T-Shirt, labberige Jogginghose, Sneaker. Die werden sich da oben so den Arsch abfrieren!!!! Hätte soooo gerne ein Foto gemacht.... aber hab ich mich nicht getraut. War besser, als im Zoo!
Mit etwas Pudding in den Beinen geht's weiter. Ein kurzer Stopp noch bei "Ross Casle", hübsch am See drapiert, dann geht's rüber nach Dingle. Auf dem Weg kommen wir am "Inch Beach" vorbei, einem riesigen Sandstrand. Sankt Peter Ording für Iren. Erneut schaufeln wir Sand in die Plastikflasche für meinen kleinen Bruder! Wir fahren weiter nach Dingle und checken im Hotel ein und machen uns sofort wieder auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Sehr nett hier. Ich glaube, Dolores O'Riordan lebte hier in der Nähe....mehr oder weniger. Gott habe sie selig! Es gibt mal wieder Fisch und Bier, sehr lecker, und hier finden wir auch die Legende zum Devil's Punch Bowl. Morgen soll es wieder eher irisches Wetter geben. Wir werden sehen....
Bus a la Londen City. Wir fahren noch ein kleines Stück weiter und biegen dann ab zu einem Wanderparkplatz. Wir haben uns für heute eine Wanderung gesucht abseits der Touristenströme. Ganz alleine sind wir auch da nicht.... es geht los. Ca. 4,5 km one way hoch zu einen Bergsee namens "The Devils Punch Bowl". Warum der See so heisst kann man gleich auf dem Bieretikett lesen! 😉... es geht also die gesamte Strecke bergauf über einen sehr steinigen Pfad. Was sich diese 4 km ziehen können.... Aber am Ende werden wir belohnt mit einem bezaubernden See, ähnlich einem Kratersee. Die Runde über den Grat drumrum sparen wir uns bei dem Wind..... zurück wird es wieder wärmer. Diese gelben Büsche, ich glaube, es ist Ginster, riechen sooooo gut! Irgendwie nach Sonnenöl. Lecker! Wir stolpern über dieSteine zurück zum Ausgangspunkt und essen genüsslich die Scones, die wir heute morgen noch warm und duftend von unserer Gastmutter geschenkt bekommen haben. Mit Butter und Erdbeermarmelade! Mmmhhhhhh!!!
Der Tag beginnt erneut mit Enia. Und: Sonnenschein! Das gelbe Schwein bretzelt hernieder, als wäre nix gewesen. Wir machen uns auf den kurzen Weg nach Killarney und den gleichnamigen Nationalpark. Zunächst schrauben wir uns wieder in die Berge und zollen den Fahrradfahrern unsere Ehrfurcht, die das auf sich nehmen.... Im Leben würde ich da nicht hoch fahren. Würde auch gar nicht hoch kommen..... Wir passieren den "Ladies View", einen Aussichtspunkt über die Seen im Tal, wo früher die Damen der Aristokratie verweilten und den Ausblick genossen. Weiter unten machen wir Halt am "Torc Wasserfall", welcher malerisch in einem Wald liegt. Hier sind allerlei illustre Gestalten unterwegs, zum Teil mit Hot Pants und Trägershirts und Flip Flops gekleidet. Ich hab zwiebelachalenmäßig mehrere Schichten an Klamotten an, aufm Kopp die Aische, denn trotz der Sonne bläst ne ziemlich steife Brise! Die Gegend hält für jeden Ausflügler das Passende parat, von Pferdekutsche bis Doppeldecker Hop on Hop off

15 May 2018

Die Mitte von Kerry ist gebirgig. Highlands, vor denen selbst die Schotten vor Neid erblassen. Kurvige Straßen schlängeln sich durch die Kluften, umtost von orkanartigen Winden. Und wir mittendrin. Bei einem Fotostopp reisst fast die Tür aus den Angeln und Tom wäre beinahe mitgerissen worden und wahrscheinlich hinfortgetragen bis nach Nimmerland, hätte er nicht geistesgegenwärtig sich und die Autotür noch gehalten. Durch die Schlucht und dann ins Tal, durch Wald und über schmale Kurven bis uns am Ende die Zivilisation wieder zurück hat. Wir sind so hungrig, dass wir sofort einkehren. Das "No. 35" erweist sich als Gourmant-Tempel. Danach noch schnell was gegen die abendliche Unterhopfung eingekauft und die Füsse hochgelegt! Slaínte!
Hunderte Meter tief stürzen die Klippen in die tosenden Fluten. Man bekommt sie kaum auf das Foto! Bei blauem Himmel sieht das bestimmt megascheiße aus. Die angekündigten Buskolonnen bleiben übrigens aus, ob's am Wetter liegt oder an der Noch-Vorsaison.... egal. Weiteres Ziel: ein altes Castle am Strand und ein verlassenes altes Kloster nebst Friedhof. Eigentlich haben die Mönche auf "Skellig Michael" gelebt, einem Felsen im Meer (kann man bei gutem Wetter wohl auch besuchen), da war aber irgendwie zu viel Wetter, deshalb sind sie umgezogen. Und weil uns alte Gemäuer so gut gefallen, schauen wir uns noch eins an. Ist auch schon etwas in die Jahre gekommen, aber hübsch mit Grünzeug dekoriert macht es sich noch ganz gut! So langsam ist es wirklich etwas heller geworden, die Wolken hängen nicht mehr auf dem Boden, es kommt sogar hier und dort etwas Licht durch. Wir treten den Rückweg an, und zwar nicht über den Ring, sonder quer durch, wie von Peter empfohlen!
der Strasse ab zu einen netten Fleckchen, wo ausser Schafen keiner ist. Dort ist es hügelig, moosig, felsig, man kann das Terrain sogar kaufen, inklusive 4 alter Cottages. Das ist noch geschönt, es handelt sich eher um Komplettruinen. Später kommen noch Franzosen dort an, 2 von denen packen ihre Plastikstühle aus, die anderen beiden steigen in den bei Ebbe leeren Pier und gründeln am Boden rum. Suchen bestimmt ihr Mittagessen, Schnecken und Frösche....😅. Weiter geht es zu einem alten Fort aus vorchristlicher Zeit. Die ollen Kelten ham's schon drauf gehabt. Da stapeln die ein paar Steine aufeinander, ohne Lehm oder Mörtel oder irgendwas und das Gebilde bleibt da stehen, Jahrtausende hindurch und trotzt Wind und Wetter. Chapeau! Ich meine, so langsam Konturen in dem Nebel zu erkennen, da hinten wird's auch schon heller! 🤗 Gleich kommt die Sonne durch...... Wir kommen nun an der äussersten Westspitze an. Bei den Kerry Cliffs. Hier muss man sogar Eintritt zahlen. Aber es lohnt!
Der Ring of Kerry. Der Tag beginnt mal nicht mit 80ern, sondern mit Enia. Ich habe gelesen, man soll den Ring of Kerry gegen den Uhrzeigersinn befahren, im Strom mit den Reisebussen. Ich habe aber auch gelesen, man solle gerade wegen der Reisebusse die Route im Uhrzeigersinn machen. Und nu? Wir fragen beim Frühstück Peter, unseren Host. Er gibt uns Tips und sagt uns genau, wie wir am besten zu fahren haben (im Uhrzeigersinn) und hat noch ein Schmankerl für den Schluss im Petto. Doch dazu später mehr. Wir machen uns auf den Weg zur berühmt-berüchtigten Halbinsel. Es ist nebelig. Eine zähe Suppe, die auch keine Anstalten macht, sich zu lichten. Nun denn. Wir sind in Irland..... Wir machen hier und da Halt um Fotos zu schliessen, welche heute etwas monochrom ausfallen. Hat aber auch was. An einem schönen Sandstrand packen wir etwas Sand für meinen Bruder ein. Fürs Protokoll, es ist der O'Carrolls Cove! Dort bekomme ich ein Sandherz von Tom ❤. Wir machen zudem einen lohnenden Abstecher von

14 May 2018

Wir erreichen schliesslich Kenmare und finden unsere Unterkunft für die nächsten 2 Nächte, ein nettes B&B, wo wir schon erwartet werden. Im auserwählten Restaurant für heute gibt's Livemusik zu Bier und Cider. Prost und gute Nacht!
anzutreten. Wir fahren zurück, derweil die Wolken wieder aufreissen, wieder durch Bantry und dann auf den "Ring of Beara". Hier wechseln sich auenlandartige Flächen ab mit schroffen Felsen, Klippen, sogar Wäldern. Neben zahlreichen Fotostopps an der Strecke ist das Ziel die Spitze dieser Landzunge. Hier schwebt eine hochmoderne Gondel herüber zur vorgelagerten Insel Dursey. Ein schönes Fleckchen Erde, wenn nicht "Murphy's Mobile Fish'n Chips" dort einen Trailer aufgestellt hätte, um hungrige Tourimäuler mit Pommes zu stopfen, und dies mithilfe eines laut knatternden Generators, welcher die Fritteuse am Laufen hält. Uns reichen ein paar Kekse, dann treten wir den Rückweg an, entlang der Nordküste Richtung Kenmare. Unterwegs bleiben wir hinter einen arschlangsamen roten Auto kleben, was sich im Schneckentempo um die (zahlreichen!!!) Kurven quält und vor jeder Kurve auf die Hupe drückt. Also alle 3 Sekunden. Was soll das denn?! Und lässt uns nicht überholen!!!
Etappe 2 auf dem Wild Atlantic Way: Von Bantry nach Kenmare. Beim Frühstück stellen wir fest, dass die gleiche Mucke läuft wie am Vortag.... Warum???? Michael Jackson, Simply Red und dieses "you' re my japanese boy...." 🎵🎶🎵Die stehen auf den Scheiß! egal. Wir fahren zunächst ein Stückchen zurück, denn wir haben gestern den "Sheep's Head" nicht mehr geschafft. Anfangs ist noch alles trübe und bewölkt, genau wie es das schlaue Internet prognostiziert hat. Doch es reisst auf und die Sonne kommt raus und macht alles noch schöner. Entlang der malerischen Küste fahren wir hinein in die...... Wolken. Am Ende der Landzunge finden wir uns wieder inmitten von dichtem Nebel. Aber wir werden herzlichst begrüßt vom dortigen Wachhund, der sich offensichtlich sehr freut, dass ihn endlich mal jemand beachtet. Sein Herrchen jedenfalls schiebt nur seine blöde Schubkarre und verweigert dem Hundi seine Streicheleinheiten. Da es eh nebelig ist, entscheiden wir, den 2km Fußmarsch zum Leuchtturm nicht

13 May 2018

In Bantry haben wir das mit Abstand lieblosest dekorierte Schaufenster der Welt gefunden! Voilá!
Die Landschaft ist wahnsinnig aufregend. Eine Mischung aus rauf und runter und Schlangenlinien, grünen Wiesen, felsiger Küste, sanften Hügeln und schroffen Hängen, ausserdem fast mediterrane Pflanzen wie Palmen und Agaven. Nun ja, der Golfstrom lässt grüßen! Wir fahren nun zum Mizen Head, der südwestlichsten Spitze Irlands. Hier sieht's fast aus wie in Schottland letztes Jahr.... am Ende erwartet uns eine Horde Radfahrer, hier ist nämlich gerade ein Chatity-Race zuende gegangen. Leider leider bleibt des letzte Stück für uns geschlossen, denn das darf man nur gegen Bezahlung besuchen, und die machen um 5 zu. Es ist so.... 5 nach 5 oder so. Grmpf. Wurscht. Sind auch nur Steine und Wasser. Gegen halb 7 erreichen wir Bantry. Es gibt lecker Essen, unser Magen rebelliert bereits und dann entern wir die Koje. Im Gegensatz zum Bett letzte Nacht ist dieses doppelt so breit wie lang. Und hoffentlich katapultiert man nicht den geliebten Partner raus bei jeder Bewegung.... 😉
Hier breitet sich ein feiner Sandstrand neben malerischen Felsen aus. Der blaue Himmel macht sich dazu ganz gut. Etwas befremdlich, aber dennoch ganz cool, sind die Trabrennpferde, die hier offensichtlich trainieren, und in einem Affenzahn über den Sand rennen. Also traben. Schnell. Am Rand haben sich so Art Pfützen gebildet. Tom watet mal hinein, und als es ihn wider Erwarten nicht umbringt, wagt er sogar den Gang in den echten Atlantik. Ich kneife. Das Wasser ist scheissekalt! Irgendwann reißen wir uns los und fahren weiter. Wir kommen zum Drombeg Stone Circle, einem Steinkreis, den die Kelten da vor läppischen 3000 (!!!!) Jahren hingestellt haben. Ob das ganze nun rituellen Zwecken diente oder astrologischen Messungen.... Wer weiss. Aber daß die Teile da noch so akkurat stehen.... Hut ab!
Die heutige erste richtige Etappe führt uns von Kinsale nach Bantry. Beim Frühstück schon werden wir mit illustrer Musik bespasst, ein Potpourri aus den 80ern, von Genesis über Fleetwood Mac bis Paul Young, alles dabei. Wir fahren zunächst gen Süden, zum Old Head of Kinsale. Der Weg bis ganz zur Spitze bleibt uns verwehrt, denn ein privater Golfplatz liegt an der Spitze der Halbinsel. Trotz allem sehr schön. Ich versuche mich mal an der neuen Fototechnik "Klippe mit Daumen" und glaube, dass mir das schon schön gelungen ist. Auch schön: "Nikon im Gras". Der Tag beginnt mit strahlendem Sonnenschein. Immer in Sichtweite jedoch ist eine dicke Wolkenwand, welche sich allerdings immer wieder vor uns zurück zieht. Während des weiteren Weges könnte man tatsächlich hinter jeder Kurve einen Stopp einlegen, immer wieder neue schöne Motive mit Felsen und Wasser und Hügeln und Grün. Wir machen einen Abstecher zum Inchidonay Beach, der im Internet ziemlich gut weg kommt. Zurecht muss ich sagen!

12 May 2018

Und wir warten auch wieder. Auf den Typ, der die Abnahme macht und uns offiziell entlässt. Also dann los. Dem Navi folgend, denn das weiss, wo wir lang müssen. Tom ist ja schon meisterlich im Linksfahren, die 300km gen Süden sind ein Klacks. Unterwegs holen wir uns Cola und Schoki und nen Whopper. Sonne und Regen wechseln sich ab, es sieht aus, wie es in Irland auszusehen hat. Hügelig und grün, hier und da ein paar dekorative Schafe. In Kinsale angekommen beziehen wir unser schnuckeliges Hotel. Winkelig und alt aber sehr schön. Dann gehen wir etwas spazieren, die Häuschen hier sind alle bunt bemalt und es gibt einen kleinen Hafen, wo wir lecker Fisch essen gehen. Außerdem schlürfe ich meine obligatorischen Austern. Ich liebe diese Dinger. Ein Absackerbier noch und nu is erstmal Feierabend für heute.
Beim Blick aus dem Flugzeugfenster fällt mir ein Friedhof mit akkurat angeordneten Kreuzen mitten im Wasser auf. Unserem Ministerpräsident Söder würde das Herz aufgehen.... doch in Wirklichkeit ist es ein Offshore Windpark. Wir landen also in Dublin und laufen brav den Car Rental Schildern nach. Dann hinaus aus dem Gebäude und zu einer Bushaltestelle, an der wir und ca. 50 andere auf diverse Shuttle warten, welche uns zu unserem Autovermieter bringen. Ein kurzer Moment von Anarchie, dann geht es los. Schnell noch die Formalitäten erledigen... Moment! Ah. Wir sind nicht die einzigen. Also hinten angestellt und laaaangsam vorgerückt. Die Schlange nebenan bei Hertz ist deutlich schneller. Ist wie im Supermarkt, da steht man ja auch irgendwie immer in der langsamsten aller Schlangen. Irgendwann bekommen wir unseren Autoschlüssel. Haben kurzfristig noch von unserem gebuchten 7-Sitzer (hä?!) aufn normales Auto gewechselt. Draussen auf dem Platz Nummer 44 wartet das Gefährt.
...steuern wir erstmal den Gourmet-Bereich an. So ein Piccolöchen am Morgen is doch wat feines. Nun sitzen wir im Flieger gen Dublin. Irland, wir kommen! 🛫😁
Auf geht's! Wir fahren mit dem Taxi zum Flughafen, unser Fahrer is ene waschechte Düsseldorfer, awatt, ne Flingeraner sogar. Wir fachsimpeln über den in unserer Nachbarschaft neu entstandenen Stadtteil "Grafental", eine Siedlung äusserst teurer Immobilien mit dem Charme von Platte und Hotelbunker auf Malle. Wir sind uns alle 3 einig: WIR wohnen in Flingern. So. Am Flughafen schnell die Koffer abgeben und zur Sicherheitskontrolle. Direkt vor uns drängelt sich eine etwa 1,40 m hohe wie breite türkische Dame vor. Sie erfüllt das Klische total mit bodenlangem Mantel und Kopftuch, Tasche rechts und sone eckige grosse Plastikrecyclematerialtaschentüte links. Wir lassen sie vor, was soll's. In voller Montur geht die durch den Scanner und verschwindet danach in soner Nische, aus der die Dame vom Flughafen mehrmals mit ner neuen Plastikkiste rauskommt, und sie auf das Förderband legt. Schließlich dürfen auch wir durch. Da Traditionen gewahrt werden müssen (wo kommen wir denn da sonst hin!!!)

11 May 2018

Eine neue Reise steht an! Gestern machten wir uns bereits auf die erste Etappe von Nürnberg nach Düsseldorf. Entgegen der allgemeinen Vorhersage war zunächst schönes Wetter. Unterwegs dann fing es aber ordentlich an zu plästern, dazu noch ne Stauumfahrung. In Düdo dann wieder alles trocken. Heute dann die letzten Vorbereitungen. Zunächst das wichtigste: Natalie, unsere Fußpflegerin hat Gott sei Dank noch einen Termin frei und kommt am Vormittag mit ihrem Utensilienkoffer um mir die Füße urlaubsfein zu machen. Frisch glatt gehobelt, lackiert und duftig können die Haxen nun die nächsten knapp 2 Wochen in die Wanderstiefel gepackt werden. Dann wird das ganze Gerödel auf Bett und Fußboden verteilt, um daraufhin ordentlich seinen Platz im Koffer einzunehmen. Passt sogar auf Anhieb. Sämtliche elektronische Ausrüstung wird geladen.... Mein neuer Fotoapparat wandert in die neue Fototasche. Noch ein kurzer Besuch bei DM, gschwind online eingecheckt, fertig. Der wilde Atlantik kann kommen!