Europe · 16 Days · 87 Moments · July 2017

Schwarzes Meer


29 July 2017

Der Korrektheit halber ändere ich den Titel auf nur "Schwarzes Meer". "Und zurück" wäre ja gelogen.
Am Flughafen entdecke ich, um 6 Uhr in der Früh, eine letzte Kapelle, ausnahmsweise nicht aus Holz erbaut. Aufgrund eines technischen Check-ups startet die Maschine über eine Stunde später. Zeit etwas Schlaf nachzuholen. Und dann verlasse ich mit 720 km/h Rumänien, überquere Wien und lande in Frankfurt. Mein Moped folgt mir in ca. vier Wochen.

28 July 2017

Am Morgen ist der ADAC sehr enthusiastisch, als ich mitteile, dass am Nachmittag das Motorrad repariert sei. "Dann können wir den Fall ja schließen!" klingt es aus dem Telefonhörer. "Vielleicht besser noch abwarten...?", sage ich und vereinbare, am Nachmittag dann ein letztes Update zu geben. Umso enttäuschter ist der Herr am Telefon, als ich später als vereinbart anrufe und sage dass das nichts wird, es sei zwar repariert, geht aber trotzdem nicht. Ob es eine andere Werkstatt gäbe die sich dann anschauen kann fragt er und ich verneine, nachdem es schon 1 1/2 Tage gedauert hat, diese zu finden. Dazu kommt ja noch das Motocross Rennen in Transsilvanien... Dass er heute noch einen Flug bekommt ist unwahrscheinlich, ob am nächsten Tag in der Früh passt. Ja, so kann ich sogar noch zur Hochzeit eines guten Freundes, wo ich eigentlich schon abgesagt hatte! Hotel für diese Nacht muss ich selbst organisieren; hat aber den Vorteil dass ich mir ein Hotel in der Nähe des Flughafens suchen kann.
Für ca. 10km. Als ich gerade in die Tankstelle fahre und halte, geht die Maschine aus. Ups, abgewürgt, denke ich kann ja mal passieren bei drei Tagen Motorrad Pause. Aber nein, keine Lämpchen leuchten, keine Blinker blinken, kein Tacho. Kurz: kein Strom. Überhaupt kein Strom. Ich rufe die Werkstatt die, und fünf Minuten später ist Gheorgie mit deinem Roller und Werkzeuge zur Seite. Diesmal hat es die Hauptsicherung durchgebrannt. Warum ist auf die schnelle nicht festzustellen, also neue Sicherung rein und vorsichtig zur Werkstatt zurück. Dort stellt sich schnell raus, dass es wieder raucht, und zwar diesmal im hinteren Bereich des Motorrads. Die ganzen mühevoll isolierten Kabel wieder alle zusammengeschmort! Die Ursache ist völlig unklar. Die Werkstatt ist mindestens genauso enttäuscht wie ich. "Don't be angry at the bike", sagt Gheorgie. Bin ich nicht. Nur bedeutet das leider das Ende der Reise mit dem Motorrad.
Was das Motorrad betrifft, so bin ich ca. 1 1/2 Stunden später als geplant in der Werkstatt angekommen, was einerseits an einem nich eintreffendem bestellten Taxi hing ("5 Minuten!"), andererseits an dem freitäglichen Feierabendverkehr. Dass die Werkstatt etwas außerhalb von Bukarest liegt, half natürlich nur bedingt. Unterwegs noch schnell ein paar Bier für die Werkstatt besorgt, schließlich habe die einige Überstunden gemacht, in das Problem so schnell zu beheben. Dort angekommen, wird mir ausführlich erklärt was alles gemacht wurde. Abgesehen von der komplett neuen und händischen Abisolierung des Hauptkabelbaums wurden noch kleinere Sachen gemacht, wie Bremslichtschalter getauscht und der Unterboden (von innen^^) gereinigt. Also ein kurzes Selfie mit den Jungs und los gehts.
Die Zeit bis das Moped von der Werkstatt zurückkommt, vertreibe ich mir in einem nachgebauten Dorf in einem großen Park in Bukarest, wo das ländliche Leben der rumänischen Bevölkerung anhand derer Häuser nachvollzogen werden kann. Die Häuser mit Einrichtung, und meist inklusive Garten, Ställen und alles was zu einem Haushalt dazugehört (wie zB die hauseigene Mini-Brennerei...) wurden aus den jeweiligen Regionen abgebaut und in der Hauptstadt wiederaufgebaut. Wirklich sehr interessant und sehenswert. Ich möchte auch so eins! Ikea konnte es sich übrigens nicht nehmen lassen, als "traditionelles Unternehmen" ihre eigene Interpretation eines "minimalen" Haushaltes vor Ort zu präsentieren.
Eigentlich hätte das Bike gestern Abend fertig werden sollen. Die Ursache war aber nicht wie angenommen von der Bordsteckdose verursacht worden, sondern vom Sicherungskasten, an den anscheinend vom Vorbesitzer drei Schaltkreise an eine Sicherung angeschlossen wurden. Deshalb dauerte das ganze etwas länger. Gerade wird alles wieder zusammengeschraubt und gegen 14.30 kann ich dann hoffentlich endlich wieder weiter!

27 July 2017

Route Tag 13 0km
In der... egal, in Bukarest...
In der Zwischenzeit in Bukarest... Ich bin mir sicher, dass die ganzen Staus durch Fahrschulen verursacht werden, wo den Schülern beigebracht wird, in dritter Reihe in der Rush Hour rückwärts-seitwärts einzuparken. Die scheint es hier überall zu geben. Nur Apotheken und Blumengeschäfte gibts es vermutlich noch mehr...

26 July 2017

Route Tag 12 0km
In der Zwischenzeit in Bukarest... Kaufland, Lidl, Penny, dm, Intersport gibts hier übrigens alles auch. McDonalds und H&M bedarf ja keiner extra Erwähnung. Interessant ist, dass es überall in Rumänien fast nur Pepsi zu kaufen gibt, ausser in der Hauptstadt und im Nordwesten, da gibts auch Cola. Hat man sich wohl schön aufgeteilt...
Ganz sicher ist das aber nicht, das neue Teil kostet 500€ und ist frühestens ins 2 Wochen da. Man könne aber auch alle Kabel überprüfen und isolieren. Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit wirds gehen, mit Sicherheit weiß das aber nur "der Wahrsager oder Gott". Ohne einen der beiden befragt zu haben (dafür aber den Herrn Papa) sage ich also zu, und mit etwas Glück läuft die Mühle am nächsten Tag abends wieder! Nachdem wir das Moped in der Werkstatt zurücklassen, gehen wir, Sorin (mein Fahrer) und ich zu dessen Lieblingsitaliener eine Pizza bestellen und essen diese im Truck irgendwo im Schatten auf einem Parkplatz. Ob ich Durst habe, ja natürlich, er holt ein paar Bier für uns vom Supermarkt, ich könne schonmal anfangen mit essen. Pizza und Bier und Hitze, was für eine wunderbare Kombination. Und weil er in der Nähe wohnt, zeigt mi Sorin auch noch sein Haus und seinen 6 Monate alten kapartischen Schäferhund, der treffenderweise Ursu heißt - Bär.
Eine Werkstatt hätte ich noch im Angebot! S.C Bardak Motor S.R.L., gerade so ein bisschen außerhalb von Bukarest. Mein zugewiesener Fahrer vom ADAC hat Connections. Vor 6 Jahren hat er mal mit jemandem ein Bier getrunken, der damals eine Motorrad-Werkstatt für verschiedene Marken aufgemacht hat. Der Kontakt ist irgendwie abgebrochen und die Nummer hat er deswegen nicht mehr, aber über drei Ecken bekommt er die private Nummer von Radu. Dass er direkt im Geschäft anruft kommt nicht in Frage: schließlich kennt man sich ja und deshalb muss das direkt passieren! Wozu kennt man denn sonst die Leute?! Dort angekommen, wird das Moped vom Truck runterbugsiert und direkt wird geschaut, gefragt und gemacht. Kinder, ich liebe euch! Das Problem ist ein Kurzschluss über ein Kabel der Bordsteckdose, der den kompletten Kabelbaum geröstet hat.
KTM Romania! Zwar derweil ohne Mechaniker, aber dafür mit helfenden Ratschlägen und einem Kaffee im Hinterhof! Mersi :)

25 July 2017

In der Zwischen-Zwischenzeit...
In der Zwischenzeit... Darf ich vorstellen?! Das zweitgrößte Gebäude der Welt nach dem Pentagon: der Palast des Volkes! Hinter den Palast steht das Ministerium für Militär. Zwischen den beiden Gebäuden wird gerade eine orthodoxe Kirche gebaut. Die größte des Landes. Bestimmt nur Zufall: Politik, Religion, Militär.
1:0 für den ADAC. Nachdem mich der ÖAMTC nicht nur zu einer Werkstatt gebracht hat, die mir nicht weiterhelfen konnte, war es dem ÖAMTC selbst unmöglich, mir weiter-weiterzuhelfen. Ernsthaft haben sie die zwei der drei Motorrad Werkstätten insgesamt in Bukarest per Mail angeschrieben, ob sie sich das Problem vielleicht mal anschauen könnten. Per MAIL? Are you kidding me?! Keine Werkstatt auf der ganzen Welt wird auf so eine Mail innerhalb von drei Tagen antworten. Das ist die Zeit, nach der man selbst und das Fahrzeug auf Kosten des Clubs zurück transportiertiert wird . Ganz abgesehen davon, dass gerade mitten in Rumänien ein Motocross Rennen ist, bei dem anscheinend ungefähr alle Motorradmechaniker und -Elektroniker sind, die es im ganzen Land gibt. Dem ÖAMTC wird das in ein paar Monaten vielleicht auch einmal aufgefallen worden sein (Futur 2!). Währenddessen wurde vom ADAC ein anderer Fahrer und eine Unterkunft organisiert. Vom 6-Bett Hostel ins 60€-Hotel. So kanns gehen!
Nachdem sich damit niemand mehr um das Motorrad kümmert und ich auf einen Rückruf von ÖAMTC warte, lege ich also vor der Werkstatt stehend selbst Hand an und schaue ob was zu retten ist. Irgendwann werde ich reingerufen in die Garage, ich solle doch drin arbeiten und bekomme ein Arbeitslicht und Kaffee, während Il Dottore mir bei der Operation auf die Finger schaut. Die Besitzerin erklärt stolz, dass sie im Winter immer nach Kitzbühel zum Skifahrer gehen und immer Sommer häufig Radfahren in Österreich. Ja, sie weiß, das ist teuer, schmunzelt sie, sichtlich stolz. Und erklärt mir die Unterschiede des Preis-Leistungs-Verhältnises zwischen Rumänien und Österreich. Was der ÖAMTC jetzt organisiert ist ungewiss. Priorität hat, eine Werkstatt mit Elektriker zu finden, der gerade nicht auf Urlaub ist. Scheint nicht so leicht zu sein, sicher warte ich jetzt schon 2 1/2 Stunden. Währenddessen meldet sich auch der ADAC. Man darf gespannt sein, wer zuerst eine Lösung findet.
"Safe is better" sagt er und befestigt noch einen Gurt mehr am Motorrad, um dieses sicher auf dem Abschlepper zu befestigen. Mihail öffnet mir die Tür zur Fahrerkabine und sagt mit breiten Grinsen "Come in my office". Während es Metallica im Hintergrund aus dem Radio spielt, erklärt er mir, dass der Verkehr in Bukarest ein einziges Rennen sei. An der Ampel zeigt er mir Bilder von seinem anderen Truck und ist stolz. Er liebt seinen Job, sagt er und man merkt dass er das auch so meint. Zwei Unterschriften später ist er auch schon wieder verschwunden und überlässt mich und das Moped der Werkstatt am Rand Bukarests. Nach etwas Übersetzungsarbeit seitens eines Kollegen aus der Werkstatt steht die Diagnose schnell fest: "you need an electrician". Das kommt überraschend. Qualmende Kabel und Elektriker?! Jedenfalls ist gerade keiner da und nach einigen Telefonaten stellt sich raus, dass er auf Urlaub ist und das vor Samstag nix wird.
Nach weißem Rauch warten auf die gelben Engel...
Route Tag 11 379 km https://tourapp.io/a/route/get/746BA049-AFF9-4854-A4D4-395FF9AD7A9A

24 July 2017

Der Besuch in Bukarest lohnt schon allein aufgrund ausgeklügelten Verkehrschaos. First come first serve, außer man wurde in zweiter Reihe zugeparkt, dann muss man die Nummer unter dem Scheibenwischer des zuparkenden Autos anrufen. Kreisverkehre sind immer mindestens zwei-, meist dreispurig teilweise mit einer absurd platzierten Ampel auf halbem Wege garniert. Blinken ist hier essenziell, generell ist der Rumäne ein leidenschaftlicher Blinker. Beim Überholen wird immer brav der Blinker gesetzt, auch beim ausweichen. Möchte man am Straßenrand anhalten, schert man zuerst scharf rechts rein, bremst hart ab, um in letzter Sekunde den Blinker doch noch zu setzen. Zum Glück konnte ich meinen überlebenswichtigen Blinker hinten links dadurch reparieren, dass ich ihn zweimal zart angestupft habe. So kann ich mich jetzt auch im Kreisverkehr wieder behaupten.
Es konnte natürlich nicht angehen, dass ich beim Schwarzen Meer bin und nicht reinhüpfe 😊

23 July 2017

Route Tag 10 202 km https://tourapp.io/a/route/get/FD35112B-4429-4AB7-8BA0-F190F6FD3B3D
Hallo Donau, du auch hier? Im Donau-Delta, wo die Donau ihre 2600km lange Reise beendet, angekommen suche ich mir einen Campingplatz und möchte schwimmen gehen. Nicht ganz so leicht, da es keine wirklichen Zugänge zu den vielen kleinen, von Schilf umwucherten Seen gibt. Also wieder den weiten Weg zurück zu Fuß und Nudeln mit Soße auf dem Campingkocher machen. . Insgesamt muss ich sagen, dass ich mir mehr von Delta erwartet habe. Alles flach, alles schilfrig, alles unzugänglich oder verwachsen. Aber man muss schon dazu sagen, dass ich nicht mittendrin bin. Dazu müsste man mit einem Boot hineinfahren. Da muss man dann aber allerdings ein Fähre in eine der größeren zurückliegenden Städte nehmen und einmal übernachten. Das liegt leider weder auf dem Weg, noch habe ich genügend Zeit. Morgen geht es schon grob wieder Richtung Deutschland.
In der Zwischenzeit...
Mit der Fähre mangels Brücke Richtung Tulcea

22 July 2017

Route Tag 9 328km https://tourapp.io/a/route/get/36F40D02-A763-4BAB-B890-746B980B43ED
Wo sollte es heute hingehen? Das war bis am späten Abend für mich selbst noch ungewiss. Grob angepeilt war Braila, ein guter Ausgangspunkt um weiter ins Donau-Delta zu kommen. Unterkünfte gibts zwar aber der Sinn steht mir nach Camping, endlich nachdem ich wieder komplett gesund bin. Grün siehts da auf der Karte auch aus, also los und dort vor Ort sich umschauen wohin es geht. Untergekommen bin ich dann letztlich in einem Hotel! Zwischen Fabriken, Militär-Arealen und streunenden Hunden im Dreiländereck Moldawien, Ukraine und Rumänien ist das nach nicht nur nach der langen Tour heute etwas zu wild. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz zum Zeltaufschlagen könnte ich mir mit meinem orangenem, lärmenden Motorrad dann nicht unpassender vorkommen, als eine Mann auf seiner Kutsche sein Pferd anspornt, weiterzugehen, um nicht weit entfernt auf einer alten Halde nach brauchbaren Sachen zu suchen. Fast habe ich mich etwas geschämt. Der Mann hat jedenfalls trotzdem freundlich gegrüßt.
Der restliche Weg heute ging eher geradeaus. Zugegebenermaßen war ich darüber ganz froh. Etwas entspannen und ein paar Kilometer voran kommen, sogar auf schönen neuen Straßen. Teils macht es den Eindruck, als führe man gerade auf einer 2000 Jahren alten römischen Route Richtung schwarzes Meer. Unwahrscheinlich ist das nicht. Ab und zu spenden kilometerlange, aber lückenhafte Alleen, Schatten, manchmal entstehen auf den schnurgeraden Überlandstraßen kleine Staus, wenn Schienen die Fahrbahn kreuzen. Abgesehen davon, dass diese sich meist im Laufe der Zeit so holprig von der der Fahrbahn abgesetzt haben, dass man nur mit Schnittgeschwindigkeit darüber fahren kann (von den schweren LKWs ganz zu schweigen), gibt es auch mitten auf der Straße eine Stop-Schild - Schranken fehlen zumeist.
Die Schlammvulkane von Berca Riecht lustig hier. Aus 3.000m steigt Erdgas an die Oberfläche und transportiert zusammen mit Wasser auch Salz und Ton an die Erdoberfläche, kleine Minivulkane und eine lebensfeindliche Umgebung entstehen. Ich habe dort bei 35 Grad, Motorradhose und Stiefeln gekocht - aber jeder Tropfen Schweiß war es wert 🔥☀️💥 Das aufziehenden Gewitter mit seinem Donnern hat dem ganzen eine fast unheimlich Surrealität gegeben. Fast als würde wäre ein riesiger unsichtbarer Vulkan unter uns jeden Moment ausbrechen. Der schwefelige Geruch, der rissige Boden, die flirrende Hitze, über uns die nahende Abkühlung. Geregnet hat es übrigens nicht.
In der Zwischenzeit...
Hoffentlich steht das Moped noch da. Habe es auf einem reservierten Hotelparkplatz in bester Lage abgestellt. Die Worte von Noemi klingen noch in meinen Ohren nach: hier musst du zwar zahlen, aber mit dem ausländischen Kennzeichen machen die sich bestimmt nicht die Mühe, einen Zettel zu schreiben und abzuschicken. Anscheinend hat sie recht. Etwas neidisch bin ich trotzdem, als ich morgens aus dem Hostel komme und eine neue KTM Adventure R mit Kennzeichen aus British Columbia direkt vor der Tür steht. Vor dem Hostel!? In der autofreien Fußgängerzone?! War kein Problem, es haben sich zwar ein paar beschwert, er hat die Sache aber erklärt und alles war wieder gut. Ich habe mein Moped dann, zumindest zum beladen, auch vor die Tür gestellt. Der Kanadier hatte übrigens schon drei Monate hinter und weitere drei Monate vor sich. In Turkmenistan ist ihm die Kupplung eingegangen, beim Warten auf die Teile ist einem Freund das Visum abgelaufen - er wartet dort immer noch auf die neue Papiere.

21 July 2017

Route Tag 8 361km https://tourapp.io/a/route/get/13C5F09E-922C-49E5-9239-9BCEEE68AEDB
Brasov - Hollywoodfeeling zwischen Touristen
Transfăgărășan - wow.

20 July 2017

In der Zwischenzeit... Eigentlich hatte ich nach dem Regen ja schnell eine Unterkunft in der Nähe von Targu-Jiu über Airbnb gebucht. Während ich mich also einigermaßen nass dorthin auf den einstündigen Weg mache, ruft mich eine Nummer mit Vorwahl 040 an. Wer das wohl sein mag?! Es war Marius, mein eigentlicher Gastgeber in spe, der mir erklärt, dass leider alles ein Fehler ist und er mich nicht beherbergen kann. Naja nicht so schlimm, gerade fahre ich durch eine Ortschaft und frage mich eh, warum ich nicht gleich hier bleiben sollte. Also hier eine Unterkunft gesucht und gefunden. Marius tut das ganze unendlich leid und fragt mich wo ich bin, ich solle gleich oder wann immer mir beliebt vorbeikommen, bei ihm wartet ein Steak und ein Pool auf mich! Das ist doch mal was :) Währenddessen ruft mich airbnb höchstpersönlich an, es tut Hieben unendlich leid, ob bei mir alles ok ist ?! Ja, alles gut! Zur Wiedergutmachung hier ein 50€ Gutschein. Ein großes Lob; war ja nicht ihre Schuld!
Route Tag 7. 225km
Ob ich wirklich keinen Whiskey wolle fragt mich der Mann mit einer bedeutungsvollen Geste mit der Flasche in der Hand, der mir gerade meinen Kaffee in die Hand drückt. Als ich lachend verneine, kommt ein Nebenstehnder hinzu und übersetzt zur Sicherheit nochmal auf Englisch. Was? Kein Whiskey? Nichtmal ein kleiner Schluck? In den Kaffee? Ich muss noch fahren, bedeute ich ihm, worauf hin er sich schmunzelnd wieder zu seien Kollegen gesellt. Ich bin mitten auf der Transalpina, einer der beiden höchsten Straßen in Rumänien, und sicher auch eine der schönsten. Leider bin in ein Gewitter gekommen, "zum Glück" am höchsten Punkt, immerhin ist die Aussicht gut und die Donner grollen lange über die Bergspitzen hinweg. Hier oben gibt so etwas wie eine Siedlung wo Kaffee, gekochter Mais und eben Whiskey angeboten werden. Nach dem Das Unwetter vorübergezogen ist, mache ich mich wieder langsam auf die Räder. Einerseits weil alles nass ist, andererseits: was für eine unglaubliche Aussicht!
Route Tag 6 325km https://tourapp.io/a/route/get/368772C5-F34D-4E17-8155-62E9F44C212A Ausführlicherer Bericht folgt!

19 July 2017

In Ocolis angekommen, öffnen mir die beiden Exil-Holländer schon schon das Tor zu Ihrem kleinen Reich. Es befindet sich in einem alten traditionellen Dorf, in dem die eigentlich ausschließlich (sehr) alten Leute noch von dem Leben, was ihnen die Natur gibt. Inmitten das junge Paar aus Holland samt kleiner Tochter, die hier in einem Haus wohnen und eine Hütte plus Wiese als Campingplatz vermieten. Die beiden sind gut in das rumänische Dorf integriert, zum Frühstück bekomme ich von den Nachbarn für 1 Lei einen halben Liter Milch zu den Cornflakes die noch ganz warm ist. Überrascht sind die beiden nicht dass ich zu spät kommen. "Passiert den Leuten ständig, dass sie die rumänischen Straßen unterschätzen". Mit einem jungen Vater und Band Tour Manager aus Utrecht trinke ich einige Bier, ebenfalls von den Nachbarn. Zum Glück sieht man sich immer mindestens zweimal. Vielleicht schon auf dem Rückweg.
Wäre da nicht der fette Stau durch einen die ganze Straße blockierenden Unfall gewesen. Normalerweise würde man sage, kein Problem einfach weiträumig umfahren. Das habe ich dann auch gemacht. Die Betonung liegt auf weiträumig. Hier gibt es keine kleineren Zwischenstraßen, hier gibt es aus jedem Ort nur einen Ein- und einen Ausgang. Ok, komme ich halt eine Stunde später. Mein vom Navi empfohlener Weg endet dann allerdings abrupt in einem Landwirtschaftsweg voll mit schönen frischen Matsch irgendwo zwischen ein paar Feldern. Wobei die Straße tatsächlich auf der Karte eingezeichnet ist. Wer da allerdings außer Traktoren tatsächlich fährt, ist mir fraglich. Also einen anderen Weg finden. Dieser endet dann allerdings auf einer Schotterpiste. Was solls, auf dem Moped steht schließlich Adventure, also rein ins Vergnügen! Und da bekam ich, zwischen Mähdrescher und Aufgewirbelten Staubwolken, den ersten Vorgeschmack auf die Schönheit der Kaparten!
Bereut habe ich es auch nicht. Sobald ich ein paar Kilometer ins Landesinnere hineingefahren bin, weicht die Monotonie der nie enden Dörfer sich schön schlängelnder Straßen durch eine Hügelige Landschaft. Auch die Schlaglöcher werden weniger, eine Pferdekutsche überrascht einen ab und zu aber immer noch nach einer engeren Kurve. Durch die wieder gewonnene Freude am Motorradfahren entschließe ich mich, über einen kleinen Umweg zu meinem heutigen Ziel Ocolis zu fahren. Die Hauptstadt Siebenbürgens - oder auch, mehr draculamäßig, Transilvanien - Targu Mures kann sich sehen lassen. Hallo Zivilisation, hallo Leben! Nach einer kurzen Überblicksbesichtigung und einem klein Snack gehts aber auch schon weiter, ich bin ja schon spät dran. Auf dem Weg zum Moped komme ich zufällig an einem Motocross-Laden vorbei und kaufe mir noch einen Liter Öl. Man weiß ja nie. Neben mir hat dann mittlerweile auch ein Rossi Fan geparkt. Mit einem Grinsen im Gesicht gehts also schnell weiter Richtung Ocolis!
Ganz so schnell gings dann noch nicht los, gerade als ich die Taschen zum Motorrad raustrage, kommt mir die Herrin des Hauses mit einem mit Schnittlauch und Käse gefüllten, frittiertem Gebäck und einem Kaffee auf einem silbernen Tablett entgegen. Ob ich denn Kaffee trinke?! Ja sicher, also ab in den perfekt hergerichteten Garten mit Laube. So trinke ich gut behütet von einem treuen Hund zu Füßen, der sich ab und zu hinterm Ohr kratzt und erfreue mich der Gastfreundschaft, des schönen Gartens am Morgen und den Entschluss gefasst zu haben, Richtung Süden zu fahren.
Der Instant Kaffee mit lauwarmen Wasser aus dem Waschbecken ist getrunken, die Nutella Brote verpeißt und jetzt geht es abwärts, das heißt Richtung Süden. Ans Meer dann eben später!

18 July 2017

Route Tag 6. 194km https://tourapp.io/a/route/get/5CB51694-D809-4981-8CED-4CBFF72E5C39
Die bunteste und bekannteste von ihnen ist sicher jene in Săpânța. Dort befindet sich der "fröhliche Friedhof", gestaltet von einem Künstler des Dorfes, enthält jedes Grab ein Bildnis und die Lebensgeschichte des oder der Verstorbenen. Eine Holzkirche befindet sich auch in der Nähe meiner Pension heute. Ich denke nicht, dass ich sie besuchen werde. Rihanna wurde mittlerweile abgedreht , Pizza und Bier sind leer. Ebenso die Straßen in Borșa. Ich bin mir nicht sicher: weiter auf dem eingeschlagenen Weg oder doch Richtung Landesinneres wie ursprünglich geplant?
Es gibt hier nur Dörfer. Gereiht an Dörfer. Und die bestehen nur aus einer Straße. Und die geht geradeaus. Es gibt quasi nie Abzweigungen. Nur eine Hauptstraße. Am Rand derer sich alte bucklige Omis vor den Häusern auf der Bank oder dem Plastikstuhl nach einem umdrehen. Die Kinder sind da etwas enthusiastischer. Drehen sich um sobald sie ein Motorrad hören. Machen coole Gesten, ein ausnehmende Lenkbewegung etwa, so wie sie ein Trucker im Film machen würde, oder zeigen mit dem Finger auf einen. Wenn ein Junge mit weit hochgereckten Armen am Gasgriff zieht, tue ich das auch. So fährt man mit 70 durch die Ortschaften, einerseits, um nicht ständig überholt zu werden, andererseits weil man voran kommen möchte. Vorbei an Baustellen, Pferdefuhrwerken beladen mit frischen Gras und alten Männern auf alten Fahrrädern, geschultert eine weit abstehende alte Sense. Und ab und zu eine Holzkirche.
So während ich jetzt auf meine Pizza warte und Rihanna aus beachtlichen Lautsprechern brüllt, schaut mir Beyonce beim Bier trinken zu. Vom Friseur neben an. Nachdem ich die Kaparten durch die "Abkürzung" über Ungarn etwas verlassen musste, bin ich Ihnen nun in Rumänien wieder auf der Spur. Nachdem ich gestern eigentlich bis Cluj-Napoca kommen wollte, es aber nur bis Satu Mare geschafft habe, dachte ich mir, machste aus der Not ne Tugend und schaust dir die Holzkirchen in den Maramuresch im Nordwesten Rumäniens an. Zusammengefasst war das auch alles was ich heute gemacht habe. Ach ja, einen Kaffee habe ich an einer Holzkirche getrunken. Ich dachte, machste aus der zur Tugend gemachten Not noch eine Tugend und fährst in den Nordosten des Landes in die Region Moldau, wo kleine Mini-Klöster das Auge verzücken sollen. Kann ja nicht so weit sein. Ist es auch nicht. 194km. Fahrtdauer 6 Stunden 7 Minuten. Lasst euch nicht von der Landkarte täuschen. Es gibt hier quasi keine Landstraße.

17 July 2017

Route Tag 5 216km https://tourapp.io/a/route/get/A3664F03-7B76-4E65-A407-DF2EBC4953DB
Satu Mare - Supermärkte gibts hier nicht so viele, dafür Blumenläden und Bäckereien.
Aber es gab auch einen schönen Moment, als diese Vikinger mäßig anmutende alte Festung am Wegesrand auftauchte. Am Wegesende der ungarischen Straßen allerdings wartete dann eine rumänische Grenze, an der fleißig kontrolliert wurde. Allerdings nicht wie einer denken mag aufgrund flüchtender Menschen, sondern aufgrund heimkehrender Gastarbeiter in die beginnende Sommerpause. In de Zeit finden deshalb wohl auch alle Hochzeiten statt - und optimalerweise auch Begräbnisse. Sagt mein Host Noemi in Satu Mare.
Ungarische Überlandstraßen - geradeaus, Schlaglöcher, 60km/h. Ziemlich fad, also musste was spannenderes her. Einige werden jetzt vielleicht sagen "das kommt mir doch bekannt vor", aber in Wahrheit ist alles anders gewesen. Ich vermute, es war schlaglochbedingt. Jedenfalls hat sich die Tasche auf der oberen Gepäckbrücke augenscheinlich etwas gelöst. Etwas zu viel, sodass sie am Hinterreifen schliff. Gleich gemerkt nichts passiert, nur die Tasche hat ein Loch und das Objektiv der Kamera sieht nicht mehr so schön aus, funktioniert aber noch tadellos. Was ich nicht verstehe ist, warum immer eine Kamera in Spiel sein muss...🤔😭
So schon wieder auf dem Weg. Mir gehts besser, aber immer noch nicht ganz fit. Deswegen erstmal zu Penny.

16 July 2017

Route Tag 4 0km
Erkenntnis: An Zebrastreifen hält man nicht an. Auch nicht, wenn man die Polizei ist.
Kinder, heute lege ich krankheits- und schönheitsbedingt eine Motorradpause ein und verweile ein wenig mehr im schönen Kosice. Bin jetzt leider doch ziemlich erkältet und hoffe dass es bis morgen weg ist. Außerdem windet es hier ziemlich und spazieren ist auch eine schöne Sache :) Eine feine Sache wäre es auch, in diesem Zuge die Taschen (neu) zu sortieren - es hat sich als nicht sehr praktisch herausgestellt, die nasse Kleidung zu Büchern und die Kamera bei der Campingausrüstung zu verwahren ^^

15 July 2017

Kosice - darfs ein wenig mehr sein?!
Kosice - ob das mit der Pension Horse Inn zweideutig ist?
Route Tag 3 134km https://tourapp.io/a/route/get/33A25E25-812C-4B9D-A57B-8303FC1DDEB6
In dieser Mysteria Lane wird heute genächtigt. Also in einem der Häuser.
2 slowakische Klassiker Bushaltestellen und Schlaglöcher 🚎⚒
Erkenntnis: fährt man nicht mindestens 60 in Ortschaften, wird man überholt.
Ich nutze derweil die Zeit für wichtigere Sachen!
Fast unerwartet, dieser Regen... Währen ich in der Haltestelle auf das Ende des Regens warte, könnten andere es offensichtlich kaum erwarten und haben drüben im Wald die Crossmaschinen ausgepackt. Have fun ;)
Es tröpfelt. Notquartier wäre jedenfalls vorhanden.
Was für ein Kitsch
Die Nacht heute im Zelt war kalt, sehr kalt sogar. Beim einschlafen hat mir allerdings ein 10 köpfiger slowakischer Männerchor, der bis tief in die Morgenstunden Lieder gebrummt hat, geholfen. Hat mich ein bisschen an die Lieder der Zwerge in Herr der Ringe erinnert 😂. Habe dann in voller Motorradtour in meinem dünnen Schlafsack gelegen. Nur ohne Helm, habe das aber kurzfristig in Erwägung gezogen. Heute morgen dann mit etwas Halsschmerzen aufgewacht.
Der heutige Frühstückstisch
So weiter Richtung Osten. Wenn die schweren Geschütze aus Zittau anrollen, muss ich wohl weichen. 😭 Wetterbedingt vermutlich nur bis Kosice in ein Hostel und morgen dann Ukraine!

14 July 2017

Route Tag 2. 315km Ernüchterndes Ergebnis: 36 km/h im Schnitt https://tourapp.io/a/route/get/1AE29575-8F0A-4113-869F-90A580206365
Unterkunft Nummer 2. Verlassene Lifstation bei Dedinky. Die deutschen Schweizer Nancy und Kai haben mich zum Abendessen und 1,2 Flaschen Rotwein eingeladen. Danke 🍷🇨🇭 ♥️
Bei Deutschendorf (Poprad)
Ein Tapezierer muss tun, was ein Tapezierer tun muss
Die tun was.
Ausgewogenes Mittagessen (+1 Vitamin): 1,68
Danke Navigation für diese "Abkürzung". Irmi wäre das nicht passiert 😘
Päuschen
Uiuiui. Das kleinste Hochgebirge der Welt.
Man kann sie erahnen. Eine großartige Mauer.
Kitsch und Glückseligkeit am Morgen

13 July 2017

Route Tag 1 200km
Trentschin
Unterkunft Nummer 1
Den eisernen Vorhang durchbrechen Nach vielen Windrädern in Niederösterreich gabs in der Slowakei viele güldene Felder und lustige, hügelige Straßen. :)
Dominanz der Räder