South Africa · 49 Days · 41 Moments · January 2019

Africa 🇿🇩🇿đŸ‡Č đŸ‡č🇿


12 March 2019

Ich nehme von dieser Reise wahnsinnig viele Bilder, Gedanken, Einstellungen, Erinnerungen und Erfahrungen mit und bin sehr gespannt, wie und ob diese mich, mein Verhalten und meinen Alltag in Zukunft verĂ€ndern werden. Ich verspĂŒre nicht nur eine große Dankbarkeit, diese Reise ĂŒberhaupt so gemacht haben zu können, auch den Lebensstandard, den ich zuhause als selbstverstĂ€ndlich ansehe, habe ich neu wertzuschĂ€tzen gelernt. Und auch die positive Lebenseinstellung Afrikas hat mich angesteckt und meine sowieso schon positive Einstellung zum Leben verstĂ€rkt. Auch die auf so einer Reise entwickelte Ruhe und Gelassenheit hoffe ich vermehrt in meinen Alltag einbauen zu können. Ich blicke also auf eine wundervolle und in jeder Form einzigartige und besondere Reise zurĂŒck. Doch auch in die Zukunft blicke ich voller Vorfreude, da das Beste im Leben ja trotz all der schönen Erinnerungen an Vergangenes irgendwie immer das ist, was noch vor einem liegt. In diesem Sinne Hakuna matata We’re out!
Drei Orte, die verschiedener wohl nicht sein könnten. Doch jeder hatte fĂŒr etwas Wunderbares und Besonderes fĂŒr sich, und so könnte ich mit der Auswahl unser Ziele nicht zufriedener sein. Schöne Orte gibt es ohne Ende, doch man muss ich eben entscheiden. Das haben wir getan, und besser hĂ€tten wir es nicht tun können. Afrika ist ein toller, vielseitiger und interessanter Kontinent, der leider mit vielen Problemen und Vorurteilen zu kĂ€mpfen hat. Viele sind leider wahr, es herrscht viel Armut und Perspektivlosigkeit, die Infrastruktur ist in vielen Teilen entweder nur sehr schwer oder ĂŒberhaupt nicht vorzufinden. Doch was mich wirklich ĂŒberrascht hat, waren die Menschen. Wirklich ĂŒberall waren die Menschen stets nett, gastfreundlich und interessiert. Die Menschen strahlen trotz der deutlich schlechteren LebensumstĂ€nden eine ganz andere Lebensfreude aus, als die Menschen in Europa. Das ist wirklich sehr angenehm und wird mir auch sehr stark und positiv in Erinnerung bleiben.
Hier sitze ich nun, im Flugzeug nach Hause und blicke zurĂŒck auf sieben Wochen Afrika. Ich blicke zurĂŒck auf einen Monat in einer Stadt, die mir wirklich den Atem raubt und mein Herz höher schlagen lĂ€sst und mir ein LĂ€cheln ins Gesicht zaubert wenn ich an sie und unsere Zeit dort zurĂŒckdenke. Noch nie hatte ich in einer Stadt so ein GefĂŒhl von GlĂŒck und purer Zufriedenheit, dass sich leider nicht genauer beschreiben lĂ€sst, mich aber auf jeden Fall eines Tages wieder dorthin zurĂŒckfĂŒhren wird! Ich blicke auf eine Woche in Livingstone zurĂŒck, in der ich neben den ViktoriafĂ€llen auch viel vom echten Leben in Afrika gesehen habe, was mir auch als sehr besonders und eindrucksvoll in Erinnerung bleiben wird. Ich blicke auf zehn Tage auf Sansibar zurĂŒck, in denen ich voller Entspannung das Leben am Strand und unter Palmen genossen habe, dabei super zur Ruhe gekommen bin und viel Zeit zum Nachdenken und Revue passieren lassen hatte.
Nunja und dann war plötzlich auch schon wieder Montag, und wir erlebten den letzten Tag unserer Reise. Er verlief unspektakulĂ€r - es wurde viel gechillt und die Sonne genossen. Abends ging es dann normal zum Meer, wo wir den letzten Sonnenuntergang anschauten bevor es ein letztes Mal zum Abendessen an die Millele Bar ging. Die Wehmut ĂŒberkam einen immer wieder ein wenig, wir redeten nochmal viel ĂŒber die Reise - wie in den Tagen zuvor aber auch schon. So kam es zu keinen sentimentalen oder emotionalen AusbrĂŒchen - dafĂŒr freuten wir uns dann noch genug auf zuhause. Doch ein komisches GefĂŒhl war es trotzdem - wĂ€re sonst ja auch irgendwie falsch und zeigte uns beiden nochmal, wie toll und einzigartig diese vergangenen Wochen waren. Dann ging es noch ans Packen, was aber auch recht schnell erledigt war. Sauberes nach unten, Dreckiges luftdicht verpackt oben drauf. Fertig. Dann ging es am nĂ€chsten Morgen um 6:20 an den Flughafen und dann mit dem Flieger Richtung Heimat.
Doch wie es so oft ist mit der Zeit am Meer, sie vergeht viel zu schnell. Die Tage flogen an uns vorbei, und ohne die Zeit verlangsamen oder aufhalten zu können, stand plötzlich schon das letzte Wochenende unserer Reise an. Wir beide waren natĂŒrlich schon traurig und fanden es schade, dass diese wirklich wundervolle Reise bald zu Ende gehen wĂŒrde. Vor allem die Zeit in Kapstadt, so stellten wir immer wieder fest, war fĂŒr uns beide sehr prĂ€gend und absolut perfekt. Das Wort “surreal” fiel uns spontan ein, um die Zeit in Kapstadt zu beschreiben. Surreal, weil sie so besonders und einzigartig war, dass man dieses GefĂŒhl, welches uns einen Monat durch diese Stadt trug, gar nicht richtig fassen und beschreiben konnte. Die Sehnsucht ĂŒberkam uns jedes Mal noch stĂ€rker, wenn wir an die mother City zurĂŒckdachten. Auch die Zeit in Livingstone hatten wir direkt als sehr prĂ€gend und toll in Erinnerung. Und Sansibar war ohnehin traumhaft. Jeder Ort war wundervoll und doch so verschieden.

4 March 2019

Unser Strand und die Unterkunft lagen in der Michamvi Bucht, sodass wir keinen direkten Zugang zum offenen Meer hatten, da diese Bucht relativ weitlĂ€ufig war. Das offene Meer war jedoch gut zu Fuß zu erreichen, und so machten wir uns an zwei Tagen auf den Weg ans offene Meer. Auch dort warteten wunderschöne StrĂ€nde, die direkt an Palmen lagen und auch das Wasser war wundervoll blau. Zwar waren die Wassertemperaturen insgesamt zu hoch, um beim Baden von einer echten AbkĂŒhlen sprechen zu können. Trotzdem war es einfach nur super, Zeit am Strand und in Wasser zu verbringen. Sowohl bei uns in der Bucht, als auch am offenen Meer. An einem anderen Tag mussten wir mit dem Bus in die nĂ€chste Stadt fahren, um dort nochmals Geld abzuheben, was dann an echten AktivitĂ€ten auch alles war. Doch wir waren mit unserem Tagesablauf stets sehr zufrieden und waren so sehr zufrieden darĂŒber, dass wir so viel Zeit zum Entspannen hatten.

3 March 2019

Ansonsten hielten wir uns viel am Strand, im Wasser und im Bereich einer kleinen aber sehr schönen Bar mit netten Mitarbeitern und ebenfalls zum Entspannen einladenden HĂ€ngematten, BĂ€nken und Schaukelbetten. Die Bar lag ein paar hundert Meter von unserer Unterkunft entfernt und bot uns tĂ€glich mit einem himmlischen FrĂŒhstĂŒck und leckeren Abendessen immer zwei Highlights. So hĂ€tten die Voraussetzungen fĂŒr ein paar entspannte und relaxte Tage zum Ausklang der Reise nicht besser sein können. Und genau solche entspannten Tage wurden es dann auch. Morgens ein wunderbares FrĂŒhstĂŒck mit Omelette, Obst, Pancakes und frischem Saft, anschließend ging es zurĂŒck zur Unterkunft, wo zwei drei Stunden Entspannung bei Musik und guten GesprĂ€chen anstanden bevor es dann ein bisschen ans Meer ging. Dann ein bisschen frisches Obst zur StĂ€rkung, abends ging es dann zum Sonnenuntergang nochmal ins Meer und dann zum Abendessen an die Bar, wo wir die Tage langsam ausklingen ließen.

2 March 2019

Ein Paradies mit viel Sonne, noch mehr Palmen und wunderschönen SandstrĂ€nden. Wir kamen in einem gerĂ€umigen kleinen HĂ€uschen unter, das mit ca sechs anderen seiner Art eine kleine Gruppe bildete, die in einem abgelegenen Areal lag, und durch ein Tor zu erreichen war. Insgesamt war die Unterkunft sehr abgelegen und lag fĂŒnf Minuten Fußmarsch entfernt vom kleinen Dorf Michamvi. Ansonsten gab es nur Palmen und das Meer, zu dem man von unseren Unterkunft innerhalb von wenigen Minuten laufen konnte. Das Areal, auf dem unser Haus stand, war wunderschön war mit vielen Palmen, schönen Sandwegen und einigen sehr einladenden Sitz - und Liegebereichen hergerichtet. Vom ersten Moment an fĂŒhlten wir uns sehr wohl und kamen sehr schnell in einen Modus des Chillens und Entspannens. Vor allem das hĂ€ngende Schaukelbett hatte es uns angetan und war in den folgenden Tagen grĂ¶ĂŸtenteils unser bevorzugter RĂŒckzugs- und Aufenthaltsort.

1 March 2019

Nach einer erholsamen Nacht ging es dann an den nahegelegenen Hafen zur FĂ€hre. Von der fĂŒnf Millionen Einwohner Stadt Dar es Salaam sahen wir also nur sehr wenig - und das Wenige gefiel mir leider auch nicht so wirklich gut. Ich war also recht froh, als wir auf der FĂ€hre waren, die uns in drei Stunden auf die Insel Sansibar brachte. Auch hier war die Ankunft erstmal sehr stressig weil wir wieder Reise - und Impfpass zeigen und dann die Mengen an Taxifahrern abwimmeln mussten. Wir brauchten erstmal wieder neue SIM-Karten und mussten dann irgendwie in Kontakt mit dem Taxifahrer kommen, den uns unsere Ansprechpartnerin von unserer Unterkunft empfohlen hatte. Nach einigem hin und her war er dann aber doch irgendwann am Hafen und wir konnten Stonetown verlassen und uns endlich in Richtung der En-Kai-Bungalows in der Michamvi Bay aufmachen, wo wir dann abends nach drei langen und stressigen Tagen ankamen. Und was soll ich sagen? Die MĂŒhen hatten sich gelohnt - das Paradies wartete auf uns.

28 February 2019

Ein wenig schneller und unkomplizierter als angenommen gingen dann die 19 Stunden am Flughafen von Johannesburg rum, die wir mit viel Kniffel, Fußball und Film schauen und viel Realtalk verbrachten. Und zu meiner großen Überraschung fanden wir nachts sogar die eine oder andere Minute Schlaf. Um halb zehn ging es dann weiter in den Flieger, der uns in knapp vier Stunden nach Tansania in die KĂŒstenstadt Dar es Salaam brachte, wo mit einer katastrophal geregelten Einreisepolitik ein weiterer Tiefpunkt auf uns wartete. Ohne Plan und Ordnung wurde man von hier nach da geschickt - dann wieder zurĂŒck - dann nochmal zurĂŒck - dann wurde einem der Pass abgenommen und nach einer Stunde wieder zugeworfen - das alles unterirdisch bei Raumtemperaturen jenseits der 35 Grad. Und nach ĂŒber zwei Stunden hatten wir es dann geschafft und bestellten uns einen Uber, der uns in ein Hotel brachte, in dem wir kurzfristig eine Nacht bleiben konnten, ehe es am nĂ€chsten Tag nach Sansibar gehen sollte.

27 February 2019

Mit dem nĂ€chsten Tag begannen dann die wohl nervigsten und anstrengendsten drei Tage unserer Reise. Unser Reiseplan sah vor, dass wir am folgenden Tag von Livingstone nach Johannesburg fliegen sollten und von dort dann nach 19 Stunden Aufenthalt am Flughafen weiter nach Dar es Salaam in Tansania fliegen sollten. Dort waren dann zwei NĂ€chte eingeplant bevor es dann mit der FĂ€hre zu unserem finalen Reisestopp nach Sansibar gehen sollte. Doch Sambia und Livingstone generell waren, wie schon bemerkt, nicht fĂŒr Touristenmassen bekannt. Und so kam es, dass unser Flug nach Johannesburg wegen zu wenig Passagieren gecancelled wurde. Somit verschob sich unser kompletter Reiseplan um einen Tag nach hinten. GlĂŒcklicherweise kamen wir spontan noch eine weitere Nacht im Jollyboys unter und nahmen dann schon leicht genervt einen Tag spĂ€ter den Flug nach Johannesburg, wo dann sehr lange 19 Stunden des Wartens und Zeittotschlagens vor uns lagen.

25 February 2019

Den folgenden Tag verbrachten wir dann abermals an den ViktoriafĂ€llen. Dieses Mal wollten wir uns die WasserfĂ€lle jedoch aus Zimbabwe anschauen. Die ViktoriafĂ€lle sind so aufgeteilt, dass man weder von der einen, noch von der anderen Seite alles sehen kann, aber man ziemlich genau in der Mitte der WasserfĂ€lle auskommt, wenn man die Wege auf beiden Seiten lĂ€uft. So sahen wir zunĂ€chst einen uns noch unbekannten Teil auf der simbabwischen Seite, der auch sehr toll war, uns jedoch nicht ganz so gut gefiel wie der Teil auf der sambischen Seite. Das Ende dieses Weges war dann auf Höhe der Mitte der WasserfĂ€lle und war auf dieser Seite wirklich sehr spektakulĂ€r weil man auf direkt am Abgrund der Schlucht stand, auf dessen anderer Seite das Wasser in die Tiefe stĂŒrzte. Man war der riesigen und sehr gewaltigen Wasserwand also so nahe wie nirgendwo sonst. Generell werden mir die ViktoriafĂ€lle als wahnsinnig spektakulĂ€res und gewaltiges Naturschauspiel in Erinnerung bleiben.

24 February 2019

In das in Livingstone gelegene Lubasi Orphanage Waisenhaus zog es uns dann am folgenden Sonntag. ZunĂ€chst fuhren wir durch die am Rande der Stadt gelegenen Gebiete, die sehr verarmt und vereinfacht waren. Im Waisenhaus angekommen hatten wir dann erst ein tolles GesprĂ€ch mit der Leiterin der Einrichtung, in der bis zu 60 Kinder ein Zuhause finden, die ihre Eltern verloren haben und die sonst keine Chance auf ein echtes Leben haben. Die vielen Fragen beantwortete sie uns gerne und fĂŒhrte uns dann herum und zeigte uns GemĂŒsebeete, HĂŒhnerstall, Kochstelle und die Ess und Schlafzimmer der Kinder. Anschließend kamen wir mit den leider sehr schĂŒchtern wirkenden Kindern selbst ins GesprĂ€ch, was teilweise sehr bewegend war und mir persönlich vieles klargemacht hat. Bei einer Runde Fußball wurde die Stimmung dann heiterer und entspannter bevor es nach wirklich prĂ€genden Stunden, in denen man viel Dankbarkeit und WertschĂ€tzung dem eigenen Leben gegenĂŒber erfahren hatte, wieder zurĂŒck ins Hostel.

23 February 2019

Am Tag drei in Sambia stand dann ein weiteres Adrenalin-Abenteuer unserer Reise an. In einer nahegelegenen Schlucht wurde “Gorge Swing” angeboten. Im Prinzip ein relativ simples Vorhaben. Über die Breite der Schlucht ist von der einen zur anderen Seite ein Seil gespannt, dass wiederum mit einem Seil verbunden ist, an das man selbst gebunden wird. Dann heißt es am einen Ende der Schlucht 60 Meter freier Fall, bis das Seil, das mehrfach an einem befestigt ist, und ein großer und schneller Pendeleffekt setzt ein und man schwingt in mehreren Metern Höhe durch die Schlucht und pendelt langsam aus. Hörte sich alles recht simpel an, und sah auch erstmal so aus. Bis zu dem Moment, in dem man dann auf einem Vorsprung am Abgrund stand und einen Schritt ins Nichts machen sollte. Nach ein bis zwei Minuten war dann alles vorbei und es war wirklich super und hat sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich lĂŒgen wĂŒrde, wenn ich behaupten wĂŒrde, dass man im freien Fall nicht doch kurz etwas Panik hatte...

22 February 2019

Am zweiten Tag in Sambia widmeten wir uns dann dem eigentlichen Grund unseres Livingstone Aufenthaltes - den ViktoriafĂ€llen. Die 1855 entdeckten WasserfĂ€lle am Sambezi River sind (auf die Breite von 1,7 Kilometern bezogen) die grĂ¶ĂŸten der Welt und zĂ€hlen daher zum Unesco Weltnaturerbe gehört. In der Regenzeit stĂŒrzen hier ĂŒber 10 Millionen (!) Liter Wasser ĂŒber 100 Meter in die Tiefe, und landen in einer sehr engen Schlucht, was zu einem unfassbar starken SprĂŒhregen fĂŒhrt, der noch in einigen Kilometern Entfernung zu sehen ist und der uns komplett durchnĂ€sste. Ein absolut spektakulĂ€res Naturschauspiel, das uns wirklich sehr beeindruckte. Man konnte einen kleinen Weg direkt gegenĂŒber der Wasserwand entlang laufen und hatte so stets einen wunderschönen Panoramablick auf die WasserfĂ€lle, die man aber nie ĂŒber ganze Breite sehen konnte, weil der SprĂŒhregen dafĂŒr einfach zu stark und die WasserfĂ€lle zu lang waren. Definitiv die grĂ¶ĂŸten und schönsten WasserfĂ€lle die ich je gesehen habe.

21 February 2019

Unsere Unterkunft war das Jollyboys Backpacker Hostel. Ein sehr schön gestaltetes Hostel mit vielen einladenden Sitzecken, einem netten Barbereich mit Pool und schönen Zimmern. Von den ursprĂŒnglich gebuchten Betten im Achterzimmer wurden wir ohne Aufpreis in ein Doppelzimmer upgegraded. Recht schnell fĂŒhlten wir uns in dem sehr belebten Hostel wohl, das ganz und gar durch Sonnenenergie betrieben wird. Den ersten Tag nutzen wir fĂŒr einen lĂ€ngeren Spaziergang entlang der Hauptstraße der Stadt Livingstone, die offiziell 250.000 Einwohner zĂ€hlt. Doch weder diese Hauptstraße noch sonst irgendwas machte den Eindruck von einem “Capital of tourism in Africa”, wie sich die Stadt auf großen Schildern betitelt. Ziel des Spaziergangs war ein Auffang-Tierpark fĂŒr Krokodile und Schlangen, die in der Gegend gefunden wurden. Mit dem Wissen um die Existenz von menschenfressenden (!!!) Krokodilen und innerhalb von 15 Minuten tötlichen Giftschlangen war der RĂŒckweg dann nicht mehr ganz so entspannt...

20 February 2019

Das nĂ€chste Ziel unserer Reise sollte das in Sambia gelegene Livingstone sein. Vor allem fĂŒr die ViktoriawasserfĂ€lle ist diese Stadt bekannt. Von Kapstadt ging es zunĂ€chst nach Johannesburg und dann nach Livingstone. Die klimatischen VerhĂ€ltnisse waren direkt nochmals deutlich extremer als in Kapstadt, wo es zwar auch stets heiß aber auf Grund des Windes immer recht angenehm war. Doch in Livingstone stand die Luft und die Temperaturen lagen um die 35 Grad. Von Anfang an fĂŒhlte sich diese Stadt viel mehr nach Afrika an, als noch Kapstadt, das fĂŒr afrikanische VerhĂ€ltnisse als sehr sauber, strukturiert und geregelt gilt. In Livingstone gab es neben einer richtige Straße nur staubige Wege. Die HĂ€user waren ĂŒberwiegend aus Wellblech, die wenigen LĂ€den waren klein und verfĂŒgten nur ĂŒber ein paar wenige Dinge und die Menschen wirkten verarmt und lebten zu Haufe mit ihren Kindern auf der Straße. Livingstone war schon etwas Neues, aber auch spannend und eindrucksvoll zu gleich.
Dann hieß es nach vier Wochen, die viel zu schnell vergangen waren, auch schon wieder Rucksack packen, und weiterreisen. Es hieß Abschied nehmen von Kapstadt. Vier Wochen lang hatten wir die vielen verschiedenen Facetten der Stadt erkundet. Durch dieses Interesse an den unterschiedlichen Seiten und Gegenden der Stadt legten wir am Ende ĂŒber 230 Kilometer zu Fuß zurĂŒck. Kapstadt wird mir als eine sehr freundliche und ehrliche Stadt in Erinnerung bleiben. Die Menschen sind stets freundlich und hilfsbereit, der Rhythmus des Alltags ist sehr entspannt und locker. Man fĂŒhlt sich wohl, willkommen und entgegen all der Vorurteile auch stets sicher. Das Wort, welches Kapstadt jedoch am ehesten zu beschreiben vermag, ist die Vielseitigkeit. Das Meer, die Straßen, GebĂ€ude, verschiedenen Stadtviertel und vielen Berge liegen alle so nahe beieinander und machen diese Stadt einfach einzigartig und wunderschön! Sehr gerne und lange werde ich an diesen Monat zurĂŒckdenken. Capetown : I’ll be back!

19 February 2019

Kaum zu glauben aber wahr, dann stand auch schon der letzte Tage unserer Zeit in Kapstadt an. Dieser startete auch schon mit dem Wecker, der uns um halb fĂŒnf aus den Federn scheuchte. Mitten in der Nacht machten wir uns also auf den Weg, um bei Vollmond durch die Straßen Kapstadts zu laufen und um dann erneut auf den Signall Hill zu wandern. Von dort wollten wir uns den Sonnenaufgang anschauen. Und die MĂŒhen sollten sich lohnen. Bei klarem Himmel und wunderbaren Farbspielen am Himmel und mit der Citybowl direkt vor Augen, war die aufgehende Sonne wahnsinnig schön anzuschauen. Es stimmte wirklich alles, das wechselnde Licht war faszinierend, der Tafelberg war nur auf Grund seiner Umrisse von der Dunkelheit zu unterscheiden und die Sonne bahnte sich ihren Weg, um die Stadt langsam zu wecken. Eine wahnsinnig atmosphĂ€rische und eindrucksvolle Szenerie, die diesen Morgen auf dem Signall Hill zu meinem fĂŒnften unvergesslichen Top-Highlight der Zeit in Kapstadt macht.

18 February 2019

Dann neigte sich unsere Zeit in Kapstadt auch rasend schnell ihrem Ende entgegen, sodass langsam noch ein paar Souvenirs und Mitbringsel hermussten. Ein Grund, um sich ein weiteres - und leider letztes - Mal auf den Weg zur geliebten Waterfront zu machen. Die Souvenirs waren schnell gefunden und so hatten wir noch viel Zeit, um das Treiben an unserem Lieblingsplatz zu genießen. An den meisten Tagen war dort ein Musiker am Werke, der mit vielen verschiedenen Instrumenten und dem sogenannten Looping wahnsinnig interessante und tolle MusikstĂŒcke improvisierte. Mit einem leckeren Smoothie oder Wrap in der Hand und dem Tafelberg im Hintergrund könnte ich dort schon fast wohnen, so gut gefiel es mir an diesem Platz, der mir ganz persönlich als einer der Orte in den Sinn kommen wird, wenn ich an Kapstadt zurĂŒckdenken werde.

17 February 2019

Der letzte Sonntag unserer Zeit in Kapstadt stand dann wieder ganz im Zeichen des Tafelberges, den wir erneut erklimmen wollten. Dieses Mal jedoch in grĂ¶ĂŸerer Gruppe. Unser Zimmerkollege Thiao, mit dem wir uns wirklich super verstanden, eine Freundin aus seinem Cambridge-Englisch-Kurs und ihr Cousin begleiteten uns. Dieses Mal hatten wir uns mit dem Skeletten Gorge den anspruchsvollsten aller Wege ausgesucht. Anfangs konnten einem nur Leitern den Weg durch die steile Schlucht ermöglichen. Nach der ersten Stunde des Kletterns wurde man auf dem Rest der Strecke von herrlichen Ausblicken auf die Stadt und die Natur auf dem Tafelberg verwöhnt. Und da unser brasilianischer amigo nicht der Schnellste war, konnten wir diese in den immer wieder notwendigen Pausen wunderbar genießen. Auch die Aussicht auf dem Tafelberg selbst war auch beim zweiten Mal einfach atemberaubend. Ein rundum faszinierender Fleck Natur, der mir immer als vielseitig und einfach wunderschön in Erinnerung bleiben wird.

15 February 2019

Auf den vom Feuer der vergangenen Wochen teils gezeichneten Signall Hill wanderten wir am folgenden Freitag. Zwischen verbrannten BĂ€umen und BĂŒschen folgten wir einem kleinen Pfad, von dem man immer wieder eine schöne Aussicht auf den Lions Head, Tafelberg und das Viertel Sea Point. Oben angekommen, bot der HĂŒgel, der als „Body of the Lion“ direkt an den Lions Head („Head of the Lion“) angrenzt, ermöglicht einen wundervollen Rundumblick auf ganz Kapstadt und die umliegende Natur. Von Sea Point ganz links, ĂŒber die Waterfront und dem City Center bis hin zu den Townships am Fuße des Tafelbergs ganz rechts war das gesamte Stadtpanorama wunderbar zu sehen. Der Eindruck eines wirklich sehr vielseitigem Kapstadt mit vielen GrĂŒnflĂ€chen, einigen HochhĂ€usern, verschiedenen und bunten Stadtvierteln und der wahnsinnigen Natur um den Atlantik und den Tafelberg wurde abermals verstĂ€rkt.

14 February 2019

Nachdem wir das Kap wieder verlassen hatten, ging es weiter an den Boulders Beach, der fĂŒr eine ganz bestimmte dort anzutreffende Tierart, die mit den Afrika typischen big5 wenig zu tun hat, weltberĂŒhmt ist. An einem großen Strand und GebĂŒsch Areal waren mehrere Hunderte Pinguine anzutreffen und zuhause. Die kleinen Tiere schienen sich in ihrer natĂŒrlichen Umgebung und beim Bad im Meer und der Menge sehr wohlzufĂŒhlen und watschelten ganz munter hin und her. Unser Guide erzĂ€hlte uns, dass sich die Tiere nachtsĂŒber, wenn keine Touristen die Straßen des anliegenden Ortes sĂ€umen, regelmĂ€ĂŸig zusammentun, um selbst ĂŒber die Straßen zu spazieren. Wenn auch zunĂ€chst etwas skurril und gewöhnungsbedĂŒrftig, war der Besuch am Boulders Beach ebenfalls ein wahnsinnig tolles Erlebnis. Eine lustige und unvergessliche Begegnung mit einer schon seltenen Tierart, mit der ich in dieser Art in SĂŒdafrika nicht unbedingt gerechnet hatte.
Das nĂ€chste der fĂŒnf Top Highlights unserer Kapstadt Zeit folgte dann am Donnerstag. Es ging ans Kap der guten Hoffnung, dem sĂŒd-westlichen Punkt des afrikanischen Kontinents. Allein die Fahrt mit dem Bus war auf Grund der wunderbaren Aussichten auf Natur, StrĂ€nde und Ozean ihr Geld wert. Im Nationalpark des Kaps angekommen, wurde die Natur noch schöner und Pflanzenvielfalt noch grĂ¶ĂŸer. Wir wurden am Fuße des Leuchtturms rausgelassen, und wanderten zunĂ€chsteinmal hoch zum Leuchtturm, bevor es bei unfassbar starken Wind bis zum letzten zugĂ€nglichen Ort ging, wo der atlantische auf den indischen Ozean trifft. SpektakulĂ€re FelswĂ€nde und die umliegenden Berge mit all der wunderbar anzuschauenden Fauna waren mehr als beeindruckend. Anschließend fĂŒhrte uns der Weg dann noch am wundervollen Cape-Beach entlang, und offenbarte nochmals wundervolle und einzigartige Ausblicke in die Region und das Kap selbst. Definitiv einer der spektakulĂ€rsten und beeindruckendsten Orte, an denen ich jemals war.

13 February 2019

Einen Kater mussten wir am Folgetag zwar nicht ausschlafen, aber sonderlich Lust, uns vor 12 Uhr aus dem Bett zu bewegen, hatten wir irgendwie nicht. Es wurde ein weiteren dieser herrlich entspannten Dachterassen-Tage mit viel Sonne und schönen Aussichten. Zu einem kleinen Spaziergang durch Sea Point und an der Promenade entlang konnte ich mich dann doch noch bewegen. Mit Kamera und GoPro in der Hand schlenderte ich gemĂŒtlich durch die Straßen, und machte hier und da ein paar Bilder und Aufnahmen. Am Abend ging es dann nach Kirstenbosch in den National Botanic Garden, in dem wir einige Tage vorher schon einmal waren. Ein wunderbarer Garten zu Fuße des Tafelbergmassivs, der mir wegen vielen Pflanzen, GrĂŒnflĂ€chen und Aussichten wirklich wahnsinnig gut gefiel. Auf einer dieser GrĂŒnflĂ€chen fand dann am Abend ein Open-Air cinema statt. Eine coole Location, in der wir bei toller AtmosphĂ€re und auf bequemen liegen mit decken bei anbrechender Dunkelheit den Film “Sweet Home Alabama sahen.

12 February 2019

Die Winelands etwa eine Stunde Busfahrt von Kapstadt entfernt waren dann das Ziel unserer ersten der beiden grĂ¶ĂŸeren Touren. Ebenfalls eines meiner Top fĂŒnf Highlights aus der Kapstadt Zeit. Bei herrlichem Wetter kamen wir beim Ausgangspunkt an, von dem aus man mit einer wirklich sehr schönen Holzbahn durch die Weingebiete und an den verschiedenen WeingĂŒtern vorbeifuhr. Mit herrlichem Bergpanorama im Hintergrund waren die riesigen WeinnbauflĂ€chen und Reben wirklich wunderschön anzuschauen. Weiter ging es dann nach knapp 20 minĂŒtiger Fahrt mit einem Bus, der uns weiter durch die Weingebiete fuhr und an insgesamt ĂŒber 15 WeingĂŒtern hielt. Man konnte sich drei verschiedene WeingĂŒter etwas genauer anschauen und natĂŒrlich auch eine Weinprobe miterleben, was fĂŒr mich komplettes Neuland war. Lustig war es aber auf jeden Fall, und die Laune wurde natĂŒrlich mit jedem Glas besser und besser. So kamen wir auf ĂŒber 15 GlĂ€ser Wein, und konnten am Abend dann natĂŒrlich bestens schlafen...

10 February 2019

Das folgende Wochenende ließen wir etwas ruhiger angehen und planten die restlichen AktivitĂ€ten und AusflĂŒge, die wir in unserer letzten Woche noch vorhatten. Doch auch die eher ruhigen und entspannten Tage ließen sich auf der Dachterasse und im Mojo Market sehr gut aushalten. Nachmittags ging es mit unserem anderen brasilianischen Zimmergenossen Tiago dann nochmal eine Runde Minigolf spielten, bevor sich uns der neu angekommene HollĂ€nder Michael zum Abendessen im Craft Burger Restaurant anschloss. Bester Burger ever!!! Am Sonntag fuhren wir mit Tiago abermals mit den RĂ€dern nach Camps Bay und Clifton und verbrachten den Tag an den verschiedenen StrĂ€nden. Den folgenden Montag nutzen wir ein weiteres Mal, um zur Waterfront zu laufen, weil wir dort die beiden grĂ¶ĂŸeren Touren fĂŒr die kommenden Tage buchen mussten, und uns nebenbei an den EssensstĂ€nden leckeres Essen holen konnten, das neben den Nudeln, die wir konsequent jeden Abend aßen, eine willkommene Abwechslung war.

8 February 2019

Tag drei des City Passes startete wieder in der Waterfront. ZunĂ€chst besuchten wir das Zeitz Mocca Museum, das sich in einem ehemaligen Silo befindet. Auf ĂŒber sechs Etagen konnte man die moderne Kunst aus Afrika in Form von Bildern, Skulpturen und anderen Gebilden betrachten. Auch wenn nicht alle Kunstwerke unbedingt meinem Geschmack entsprachen, war das Museum rein architektonisch echt interessant. Um nicht zu erwachsen und intellektuell zu werden, verschlug es uns dannach in den Play Date Superpark, wo wir eine halbe Stunde ein virtual reality Spiel spielen konnten. Lustig war es, aber wirklich gut war ich nicht. Abermals ging es dann mit der blauen Buslinie in Richtung Haute Bay, wo wir mit dem World of Birds Park den grĂ¶ĂŸten Vogelpark Afrikas besuchten. Auf dem RĂŒckweg konnten wir im Hard Rock Cafe noch einen Burger abstauben, bevor der Tag und somit auch die Zeit des City Passes abgelaufen war, der sich fĂŒr uns aber definitiv gelohnt und uns drei coole Tage bereitet hat.

7 February 2019

Als Premium Event hatten wir uns fĂŒr den zweiten Tag des City Passes das Shark diving ausgesucht. FrĂŒh morgens wurden wir vor unserem Hostel abgeholt und fuhren erstmal durch die Nacht Kapstadts, was sehr beeindruckend war ob der vielen Menschen, die mit all ihren Hab und Gut auf der Straße schliefen. Drei Stunden spĂ€ter waren wir dann an der fĂŒr das Tauchen mit den Königen der Meere geeignete Bucht angekommen. Es war schon vor der Tour klar, dass das aufeinandertreffen mit einem weißen Hai unwahrscheinlich sein wĂŒrde. Nach einigen Minuten des Abwartens und Auswerfen von einer bestimmten Blut-Fleisch Mischung kamen zwei Haie. Diesen konnten wir dann unter Wasser wort wörtlich direkt ins Auge schauen. DafĂŒr mussten wir in einen KĂ€fig klettern, und dann immer wieder die Luft anhalten und unter Wasser tauchen, was wirklich beeindruckend und auch etwas furchterregend war. Doch es machte großen Spaß, diese imposanten Tiere fĂŒr ein paar Momente in ihrer natĂŒrlichen Umgebung zu beobachten.

6 February 2019

Und dann starteten fĂŒr uns die drei Tage des City-Pass. Wir starteten an der Waterfront und besuchten das sehr bekannte Rugby-Museum der sĂŒdafrikanischen Nationalmannschaft, das uns auf Grund der interaktiven Sportspiele sehr gut gefiel. Als nĂ€chstes konnten wir uns das Viertel der Waterfront und große Teile Kapstadt aus einem Riesenrad von etwas weiter oben anschauen, und dabei vor allem den Blick auf den Tafelberg genießen. Anschließend ging es mit dem Bus nach Houte Bay. Dort konnten wir mit einer Bootstour durch die Bucht fahren und uns einer sehr kleine vor der KĂŒste gelegene Robben-Insel nĂ€hern. Die vielen Robben auf den Steinen und im Wasser waren wirklich sehr cool anzuschauen. Am Abend wartete dann mit der Sunset Champagne Cruise eines meiner persönlichen Kapstadt top fĂŒnf Highlights. Eine weitere Schiffsfahrt, auf der wir auf hoher See bei einem Glas Champagner den tollen Sonnenuntergang und wundervollen Blick auf die Stadt genießen konnten und den Tag ausklingen lassen.

4 February 2019

Die nĂ€chsten beiden Tage standen im Zeichen des Fahrrads, weil wir uns jeweils an beiden Tagen RĂ€der ausliehen, um ein bisschen schneller und weiter in die verschiedenen Richtungen zu kommen. Am einen Tag ging es erneut zur Waterfront, um dort den City Adventure Pass zu kaufen. Ein Pass, mit dem man drei Tage lang viele verschiedene Orte und Attraktionen in Kapstadt umsonst besuchen kann. Da auch die Nutzung der Sightseeing-Busse inklusive war, konnte man die meisten Orte auch wunderbar erreichen. Neben vielen Museen, Schiffsfahrten und Tierparks war auch ein Premium Highlight mit im Preis inbegriffen, doch dazu spĂ€ter. Abends ging es die schöne Promenade dann mit dem Fahrrad wieder zurĂŒck, was viel Spaß machte. Einen kurzen Zwischenstopp legten wir noch bei einem Minigolfplatz ein, und spielten eine Runde. Am nĂ€chsten Tag ging es dann wieder in die andere Richtung nach Camps Bay, wo wir in eine kleine und abgelegene Bucht fuhren, und das schöne Wetter am Wasser ausgiebig genossen.

2 February 2019

FĂŒr den Samstag hatten wir uns dann eine Tour nach und fĂŒr Robben Island gebucht. Ein Schiff brachte uns zur knapp 10 Kilometer entfernt gelegenen ehemaligen GefĂ€ngnisinsel. Auf der Insel angekommen, ging es zum ehemaligen GefĂ€ngnistrakt, in dem auch der in SĂŒdafrika omniprĂ€sente und angehimmelte Nelson Mandela knapp 16 Jahre seines Lebens verbrachte. Als Gefangener und von einem Apartheid-Regime völlig willkĂŒrlich verurteilt musste er dort unter drastischen und unmenschlichen UmstĂ€nden leben. Diese UmstĂ€nde und die VerhĂ€ltnisse, unter denen er und viele andere Insassen lebten, zeigte und erklĂ€rte uns ein ebenfalls ehemaliger Gefangener sehr eindrĂŒcklich, der selbst ĂŒber fĂŒnf Jahre auf Robben Island verbringen musste. Es war eine wirklich interessante und lehrreiche FĂŒhrung durch das GefĂ€ngnis. Ein wirklich schwarzer Fleck in der Geschichte SĂŒdafrikas, der uns trotzdem gut gefiel und beeindruckte, und nicht zuletzt wegen dem Blick auf die Stadt den Ausflug definitiv wert war.

31 January 2019

In den folgenden Tagen verschlug es uns abermals in die Waterfront, wo wir bei leckeren Smoothies das Treiben, den Blick auf den Tafelberg und die Musik genossen. Unser brasilianischer Zimmerkollege Talles nahm uns dann an einem anderen Tag mit an den Bloubergstrand. Ein Strand, ca 45 Minuten von unserem Hostel entfernt, von dem man einen traumhaften Blick auf den Tafelberg haben soll. Talles ist ein großer Kitesurf-Fan und so traf es sich nahezu perfekt, dass an diesem Tag ein Teil der RedBull Kitesurfweltmeisterschaftsserie am Bloubergstrand stattfand. Bei herrlicher Sonne und starken Wind konnte der “King of the Air” Contest, bei dem es um das Erreichen möglichste großer Höhen im Vordergrund stand, dann starten. Ohne viel vom Sport zu verstehen, waren die spektakulĂ€ren SprĂŒnge, bei denen die besten Surfer ĂŒber 25 Meter in der Luft umherwirbelten, cool anzuschauen. Am folgenden Tag stand alles im Zeichen des SuperBowls, den wir die ganze Nacht ĂŒber ĂŒbers IPAD verfolgten.

28 January 2019

Die nĂ€chsten zwei Tage verbrachten wir dann wieder damit, die Innenstadt und andere Ecken Kapstadts zu erkunden. Da uns die Innenstadt an sich nicht wirklich begeisterte und auch neben vielen vollen Straßen nicht viel hergab, wollten wir noch mehr von der Stadt sehen. In das bunt bemalte und wirklich sehr schöne KĂŒnstlerviertel Boo Kap am Rande der Stadt trauten wir uns mit etwas viel Optimismus noch zu Fuß, wurden dann jedoch von Einheimischen auf die NaivitĂ€t unseres Ausfluges hingewiesen, weil es vor allem in diesem Viertel wohl nicht sehr sicher sei. Die Worte “you shouldn’t be here. Keep on walking, don’t ever stop again and watch your back”, einer Anwohnerin bewegten uns dann doch zum Umkehren und dazu, den Rest der Stadt mit den roten City-Sightseeing-Bussen zu besuchen. Neben dem District six Museum ĂŒber die Apartheid gefiel uns die etwas entfernt gelegene Bucht Hout Bay. Durch wunderschönes Gebirge mit tollen Aussichten brachte uns der Bus zur Bucht hin und wieder zurĂŒck.

27 January 2019

Am Folgetag mussten wir uns dann erstmal von den bei der Wanderung zurĂŒckgelegten 30 Kilometern erholen. Ein Platz der sich dafĂŒr hervorragend eignete, war die Dachterasse unseres Hostels. Auf bequemen Liegen und Sofas konnte man die Sonne und den durchgehend blauen Himmel genießen. Die Aussicht auf den Lions Head und das Meer setzten den ganzen noch die Krone auf. Hier und da mussten wir ob dieser schon absurd und surreal schönen AtmosphĂ€re etwas schmunzeln. Doch gegen Abend war dem relaxen dann ein Ende gesetzt, als sich der Himmel plötzlich grau schwarz fĂ€rbte und es nach Rauch zu riechen begann. Lions Head und Signal Hill waren verschwunden und in dichte Rauch eingehĂŒllt. Auf der anderen Seite des Signal Hills war am Mittag ein Feuer ausgebrochen, das durch den starken Wind rasch an FlĂ€che gewonnen hatte und dadurch große Teile des Lions Head in Brand gesetzt hatte. Vor allem am Abend sahen die deutlich erkennbaren Flammen etwas sehr bedrohlich aber auch irgendwie faszinierend aus.

26 January 2019

Auch sonst wĂŒsste ich nicht, wann ich körperlich schon einmal so an meine Grenzen gestoßen bin. Als wir uns dann endlich zwischen zwei der zwölf Aposteln hoch auf die Tafelberg-Ebene gekĂ€mpft hatten, wurden Aussichten und Natur um uns herum zwar noch spektakulĂ€rer, doch am eigentlichen Ziel, der Cableway Station waren wir noch lange nicht. Weitere zwei Stunden mussten fĂŒhrte uns unser Weg vorbei an schönen Stauseen, skurrilen Felsformationen und durch die ein oder andere Talsenke, auf die wiederum ein weiterer Anstieg folgte. Doch dann waren wir endlich angekommen und wurden mit der wohl unbestrittenen besten Aussicht, die man auf die City Bowl und ganz Kapstadt haben kann. Die Vielfalt der Stadt und Natur war wirklich beeindruckend. Mit dem Wissen, den Berg selbst erklommen zu haben, konnten wir die Aussicht natĂŒrlich noch mehr genießen, bevor es wieder zurĂŒck zum Hostel ging - natĂŒrlich zu Fuß. Definitiv eines meiner top fĂŒnf Highlights des Kapstadt-Aufenthaltes.
Am folgenden Samstag wartete mit dem Tafelberg dann die erste richtige Herausforderung auf uns. Es reichte uns nicht mehr, den wirklich unfassbar imposanten und schönen Berg immer nur von unten zu bestaunen - wir wollten da rauf. Und zwar zu Fuß. In der stechenden Sommerhitze kĂ€mpften wir uns die knapp 1000 Höhenmeter StĂŒck fĂŒr StĂŒck auf eines der neuen sieben Weltwunder. ZunĂ€chst wanderten wir ĂŒber den Pipe Track, bevor es mit dem Klettelsport-Track richtig abenteuerlich wurde. Fast senkrecht ging es mit akrobatischen Klettereinlagen in Richtung Spitze. Es hieß vor der Wanderung auf einigen Webseiten, man sei immer dann richtig, wenn man keinen Weg mehr erkennen kann. Und genau so kam es dann auch. Doch die wundervollen Aussichten in die Natur, auf den Ozean und Camps Bay und den Lions Head ließen uns die vor Anstrengung zitternden Beine immer wieder vergessen. FĂŒr mich als Wander-AnfĂ€nger war es mit Abstand das krasseste, was ich in dieser Hinsicht je erlebt habe.

25 January 2019

Nachdem wir uns mit der Waterfront in Richtung Stadtzentrum vorgetastet hatten, verschlug es uns von unseren Hostel aus am nĂ€chsten Tage in die andere Richtung. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg nach Camps Bay und Clifton beach. WĂ€hrend es sich beim Camps Bay Beach um einen großen und breiten Strand direkt an einer Straße mit vielen Restaurants handelt, besteht der Clifton Beach aus vier etwas kleineren und abgelegneren Buchten mit schönen SandstrĂ€nden. Auch wenn es sich an allen StrĂ€nden gut aushalten ließ, kam ein lĂ€ngerer Besuch im Atlantik auf Grund der sehr kalten Wassertemperaturen leider nicht wirklich in Frage. Trotzdem genossen wir ĂŒber die vier Wochen verteilt immer wieder schöne Stunden in dieser Region und erkundeten auch zweimal mit geliehenen FahrrĂ€dern neue Buchten und Orte, um den Blick aufs Meer zu genießen. Besonders schön war auch der Blick auf die zwölf Apostel, eine kleine Gebirgskette mit imposanten Felsformationen, die direkt an den Tafelberg angrenzen.

24 January 2019

Nachdem wir uns in Sea Point eingerichtet hatten, ging es fĂŒr uns dann ca. fĂŒnf Kilometer entlang der Atlantik-Promenade und vorbei am WM-Stadion in Richtung der V&A Waterfront. Sie zĂ€hlt zu den meistbesuchtesten Attraktionen des gesamten afrikanischen Kontinents. Das Viertel, das ebenfalls am Wasser liegt, ĂŒberzeugt durch eine bunte Mischung aus sehr gutem Essen, alten wie neuen Museen, Hafenflair und Aquarium, wundervollen Markthallen und atemberaubenden Aussichten auf den Tafelberg und den Ozean. Neben dem weniger spektakulĂ€ren Stadtzentrum, welches uns nicht wirklich begeistern konnte, ist die Waterfront der Dreh - und Angelpunkt in Kapstadt und bringt einem vor allem den afrikanischen aber auch einen sehr interkulturellen Spirit nahe. StraßenkĂŒnstler und vor allem Musikgruppen aller Art sĂ€umen die Straßen und PlĂ€tze und verwandeln die Waterfront in ein buntes und lautes Viertel, in dem wir an verschiedenen kleinen Orten in den vier Wochen immer wieder viel Zeit verbrachten.

23 January 2019

Mit unserer Auswahl des Mojo Hostels waren wir von Anfang an sehr zufrieden. In einem sehr gerĂ€umigen und zwei stöckigen 6-Bettzimmer bezogen wir die obere Etage, und hissten natĂŒrlich direkt die SC-Fahne. Direkt ans Hostel angebunden war der Mojo-Markt - eine sehr stimmungsvolle und wirklich coole Markthalle, in der man an ĂŒber 30 vielfĂ€ltigen StĂ€nden Essen und Trinken erwerben und sehr gemĂŒtlich bei Live-Musik sitzen und Zeit verbringen kann. Die ersten Tage nutzten wir zunĂ€chst einmal fĂŒr einige kleine aber doch nicht ganz unwichtige Erledigungen. Der Kauf von SIM-Karten und Adaptern war einer der ersten Amtshandlungen im Land der Big5. Dann kundschafteten wir zunĂ€chst einmal ein bisschen das Viertel Sea Point aus, das etwa eine Stunde Fußmarsch vom Stadtzentrum entfernt und direkt am Atlantik liegt, und seinem Ruf als sehr junges, turbulentes und vielseitiges Viertel mit wundervollem Blick auf das Meer und den Lions Head und Tafelberg durchaus gerecht wird.

22 January 2019

Am 22.Januar ging es fĂŒr uns nach Wochen der Vorbereitung und Vorfreude dann endlich los. Das Abenteuer Afrika startete am Freiburger Hauptbahnhof auf Gleis 1. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von unseren Familien und Freunden, bevor wir in den ICE stiegen, der uns mit schwerem Rucksack auf dem RĂŒcken und lauter Vorfreude und dem ein oder anderen Anflug von NervositĂ€t an den Flughafen nach Frankfurt brachte. Von dort ging dann spĂ€t am Abend der Flug pĂŒnktlich los - und eine Nacht bzw. 12 Stunden spĂ€ter waren wir angekommen, in der „mother City“ aka Kapstadt. Es war ehrlich gesagt ein komisches GefĂŒhl, nun einen ganzen Monat in einer komplett fremden und so fern zu zuhause gelegenen Stadt zu verbringen. SĂŒdafrika hieß uns mit stimmungsvoller Musik, herrlichem Sonnenschein und vielen aufdringlichen Taxifahrern willkommen, von denen uns der freundliche Rico dann in die Regent Road 30 zu unserer Unterkunft brachte: Das Mojo Hostel in Sea Point.