Israel, Jordan · 9 Days · 21 Moments · March 2018

Israel- DGB Jugend Nord Delegation 2018


13 March 2018

Am letzten Tag ging es dann nochmal an den Strand. Wir schauten gemeinsam auf alle Erlebnisse, Erkenntnisse, auf die zahlreichen Gespräche, auf Bilder, die man noch immer im Kopf hat, weil sie einen nicht los lassen zurück und gaben einander Feedback. Die drei Hauptthematiken, nämlich wie die Menschen in Israel gedenken, wie sie arbeiten und sich organisieren, wie sie leben und vor allem wie sie mit dem ewigen Konflikt umgehen, konnten wir somit nochmal Revue passieren lassen. Eins bleibt dabei ganz klar festzustellen: Wir fahren alle als Kämpfer und Kämpferinnen gegen den Antisemitismus zurück, den es nach wie vor, auch in Deutschland zu verhindern gilt! Vorurteile, gefährliches Halbwissen und dämliche Sprüche sind nur ein Teil der gesellschaftlichen Ebene, denen wir uns stellen müssen, nun mehr als Multiplikatoren haben wir die Aufgabe unsere Erfahrungen mit anderen zu teilen, gerade in dieser Zeit, gerade jetzt! Es bleibt: Bildet euch gern selbst eine Meinung und besucht Israel!

12 March 2018

Im Anschluss trafen wir uns mit Martina-Wichmann Bruche- German Embassy, um über verschiedenste Integrationsprojekte zu sprechen. Sie zeigte uns Filme und erklärte, wie ganze Familien, Paare oder Alleinstehende in verschiedensten Formen aufgenommen werden und wie Ihnen geholfen wird. Ein spannender Austausch. Im Anschluss hatten wir für den Rest des Tages Freizeit. Einige gingen auf den großen bekannten Carmel Markt, andere in ein Einkaufszentrum und wieder andere von unserer Delegation an den Strand. Zum Abschluss der Delegationsreise ging es mit allen am Abend nochmal in eins unserer Lieblingsrestaurants in dieser Woche. Müde, von all den Eindrücken und Erlebnissen der Woche ging es zurück ins Hotel.
Am letzten inhaltlichen Tag besuchten wir einen Kindergarten in Jaffo, der von Kindern aus allen drei Religionen besucht wird. Wir unterhielten uns mit der Leiterin der Kita. Diese erzählte uns von den Umständen in Israel, z.B., das wenn man ein Baby bekommt, es vor der Geburt keinen Mutterschutz gibt. Auch sonst fühlt es sich so an, als ob werdende/ frisch gewordene Mütter in Israel, schon aufgrund der Tage des Mutterschutzes, einerseits nicht wirklich im Vordergrund. Auch bezugnehmend darauf, wann das Gehen in den Kindergarten vom Staat gefördert wird, nämlich ab 3 Jahren, ist irreführend. Was passiert nämlich, wenn es 1/2 Jahr alt ist? Ab diesem Zeitpunkt muss die Großmutter darauf aufpassen. Warum Großmutter? Weil der Mann in Israel, sobald Kinder mit Pampers im Spiel sind, in der Regel wenig damit zu tun hat. Auf der anderen Seite las ich in einer Lektüre, das es gerade darauf ankommt, Kinder zu gebären, um die Jüdische Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Ein spannender Austausch!

11 March 2018

Zum Abschluss fuhren wir ins Kibbuz hinein, um uns mit einem Bezirksvertreter der Histatrud zu treffen. Dieser ist ein Druse. Drusen sind eine Minderheit in Israel, Syrien und dem Libanon, die eine eigene geheime Religion verfolgen. Von dieser weiß man allerdings nicht viel, da man erst mehr weis, wenn man dieser Religion beitritt. Trotzdem gibt es auch als Druse, auch wenn man nicht in der Religion vertreten ist, Regeln, die man beachten muss. Beispielsweise muss der Männliche Druse immer einen Schnurbart tragen. Drusen in Israel verhalten sich als israelische Staatsbürger gegenüber der israelischen Regierung loyal und leisten in der Regel Militärdienst in der israelischen Armee. Sie sehen sich als Araber, jedoch nicht als Muslime. Auch hier hat man, wenn es denn um diese Bevölkerungsgruppe ging viele Vorurteile gehört, von denen wir uns bei diesem Treffen vom Gegenteil überzeugen konnten! Ein toller Austausch. Im Anschluss ging es noch wie jeden Abend schnieke essen :)
Am Sonntag, den 11.03. sind wir zum Ghetto Fighters- House Museum nach Lochamei-Hagetaot gefahren. Vor Ort schauten wir uns mit unserem Guide zusammen drei Ausstellungen an. Angefangen beim Eichmann-Prozess (Wahnsinn, was dieser Mensch für Aussagen tätigte- einfach mal bei You Tube anschauen), über die Ausstellung der Euthanasie-Verbrechen (erschreckend, was man für Versuche an Menschen in dieser Zeit durchführte) bis hin zum Warschauer Ghetto und dessen Aufstand war es mal wieder eine spannende Tour! Das was man aus diesen Vormittag mitnimmt, nimmt, sind jede Menge Augenblicke, die dazu führen, das man einfach nicht immer fassen kann, was damals passiert ist. Ehemalige Funktionäre stehlen sich aus der Verantwortung, räudige Tests an Menschen, die sich damals Gehirnamputation oder Sterilisierungen an ihren Geschlechtsteilen durchführen lassen mussten, weil sie nicht in das deutsche Bild passten und Juden, die man im Ghetto Warschau verhungern lies! - Fakten die man nicht vergessen darf

10 March 2018

Nach dieser Spannenden Tour, ging es Richtung Totes Meer, um auch den kulturellen Aspekt des Landes etwas kennenzulernen. Leider hat man an diesem Ort die Perversität des Tourismus kennengelernt und konnte beobachten das Sich hungrige Touristengruppen kaum von hungrigen Tieren unterscheiden. Nach dem kurzem Snack ging es dann zum Toten Meer, wo wir uns kurz etwas Entspannung gegönnt haben und übers Wasser getrieben sind. Natürlich durfte auch die Schlammkur nicht fehlen. Auch eingeschlammt sind wir starke Gewerkschafter. 💪🏻
Am heutigen Tag hat uns ein ehemaliger Soldat das Leben in Ostjerusalem näher gebracht. Wir sind verschiedene “Aussichtspunkte” abgefahren um zu schauen wie sich das Leben im Grenzgebiet auf die Menschen auswirkt. Die Leute die hier leben sind zum Teil Geflüchtete, die diesen Status von Generation zu Generation weiter geben. Das ist ein Sonderfall bei Palästinensern. Sie müssen Tag für Tag die Grenzen überschreiten um ihrer Arbeit in Westjerusalem nachzugehen. Im Gegensatz dazu überqueren die Israelis die Grenzen kaum, da sie große Ängste begleiten wenn sie sich nach Ostjerusalem begeben. Die Ablehnung unter den “Völkern” ist immernoch sehr groß.

9 March 2018

FORTSETZUNG: Ebenfalls beeindruckend war die Allee und der Garten der Gerechten unter den Völkern. Warum ? -Weil dort Persönlichkeiten geehrt werden, die Juden vor ihrem Tod bewahrten. Sie halfen Ihnen, auch wenn es für 5 min war, sie sind die wahren Helden dieser Zeit. Wer da alles dazu gehört, kann man auf der Website der Yad Vashem nachlesen. Auch beeindruckend war die Erzählung von Janusz Korczak und den Ghettokindern. Warum? -Weil er als Arzt in einem Waisenhaus seine Kinder nicht alleine zum Abtransport in ein Vernichtungslager gehen lies - er kam mit, obwohl es auch für ihn den Tod bedeutete. Der letzte Ort, bei dem wir waren und eine Zeremonie durchführten, war das Tal der Gemeinden. Dort wird auf 107 Steinwänden der über 5000 jüdischen Gemeinden, die während der Shoa ganz oder teilweise vernichtet wurden, gedacht. Wir stellten uns vor die Tafel, die für den Norden steht und begannen mit der Zeremonie. Wir legten Blumen nieder und gedachten den Opfern. Was für ein Tag😥
Am Freitag,den 09.03. waren wir in der Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust (Yad Vashem). Von einer Tour Guide begleitet ging es los in die Vergangenheit. Vorbei an unterschiedlichsten Anschauungsmaterial ging es zum Schluss in die Halle der Namen, wo man 4,5 Mio. Getötete Juden in Illustration und Bild abbildet. Man sucht sogar noch weiter. Wenn man dahin kommt, hat man die Möglichkeit, einen Schein auszufüllen, um entweder nach Persönlichkeiten zu suchen oder auch neue Persönlichkeit hinzuzufügen. Das ist wirklich eine der beeindruckendsten Aufbereitungen unserer Zeit. Im Anschluss ging es dann noch an unterschiedliche Gedenkorte. Ein emotionaler berührender Ort war die Kinder- Gedenkstätte. Man kommt in diesen dunklen Raum mit vielen kleinen Lichtern hinein und hört die Namen, das Alter und das Land aus dem die 1,5 Mio ermordeten Kinder stammen. Wenn alle Kinder angesagt werden, so sagt man dauert dies 11 Jahre. Wirklich schauderisch!

8 March 2018

Wie schon gesagt, eine beeindruckende Stadt. Vorbei an Gebetshäusern, beeindruckenden Kulissen, an der Klagemauer, wo jeder einen Wunsch auf einen Zettel schreiben und diesen dann dort hinein stecken konnte (Es wird gesagt, Wünsche gehen in Erfüllung) bis hin zu Marktstraßen, dem Tempelberg und tollen Aussichtsplattformen. Für jeden einfach was dabei ...
Am Donnerstag, den 08.03. ging es sehr früh los, denn der Weg an diesem Tag führte uns nach Jerusalem. Auf dem Weg dahin hielten wir noch am Parlament Israels, der Knesset, was bunkerartig gebaut wurde, damit die Abgeordneten in Sicherheit ihrer Arbeit nachgehen können. Unsere erste Station in Jerusalem war das Willy-Brandt-Zentrum, wo wir uns mit einer Projektleiterin , die vorallem Begegnungsprojekte zwischen Palästinern und Israelis durchführt und organisiert. Eingeladen waren auch Vertreter der Parteien in Israel. Leider hat es nur ein Vertreter der Meretz -Partei geschafft. Nichts desto trotz war es ein fairer Austausch. Themen waren natürlich der Konflikt aber auch die wirklich spezielle Lage Jerusalems- eine Stadt- aufgeteilt in zisch Puzzleteile. Bevor man da so richtig durchsteigt, wird man wohl genauso lange brauchen, wie es Jerusalem gibt...es kann auf jeden Fall dauern, nichts desto trotz eine sehr beeindruckende Stadt, wie die nächsten Bilder zeigen werden...

7 March 2018

Nach all den Gesprächen hatten wir uns aber dann ein wenig Ruhe verdient, es war warm und somit Zeit für den Strand. Einige gingen Baden,andere chillten am Strand. Da die Zeit rann war, ging es zurück ins Hotel, um das tägliche Feedback durchzuführen. Im Anschluss hatten wir mit einem Vertreter der Studentinnenbewegung - HaNoar HaOved VeHaLomed (The Working and Studying Youth) eine Verabredung. Wie läuft hier die gewerkschaftliche Studierendenarbeit ab? - das war eine der Fragen die wir uns in diesem Dialog stellten. Hungrig ging es dann noch in ein tolles Lokal, wo wir zu Abend aßen. (Siehe Bilder)! Ein toller Mittwoch!
Am nächsten Tag standen dann so einige Gespräche an. Auf dem Weg in das Gebäude der Histratud kamen wir noch an so einigen Sehenswürdigkeiten und Denkmälern vorbei. Angefangen mit einem Gespräch zum Organizing und wie dieses gut funktioniert (steigende Mitgliederzahlen), über ein Gespräch mit Miki und einem seiner Kollegen von der Friedrich-Ebert-Stiftung, wo wir uns unter anderem auch über deren Arbeit in Israel unterhielten bis hin zum Gespräch mit der Vorsitzenden der Histatrud- Gewerkschaft, die uns nochmal einen ganz anderen Blick auf die Arbeit der israelischen Bevölkerung gab. Tolle Themen, qualitative Gespräche!

6 March 2018

Unser letzter TO-Punkt für den Dienstag war der Besuch im Hafen von Ashdod. Angefangen im Besucherzentrum, wo man uns so einiges vom Hafen erklärte und Filme zeigt, welche Aufgaben jeden Tag so auf die MA zukommen, über zahlreiche Fakten, z.B. wie das Verhältnis von Export und Import sowie die Geschichte des Hafens bis hin zu einem Spiel, wo wir Schiffe in den Hafen hinein transportieren sollten. Im Anschluss ging es dann auf eine Hafenrundfahrt, nicht auf dem Wasser, sondern an Land. Das was wir vorher digital angesehen haben, konnten wir somit nochmal in voller Ausführlichkeit betrachten. Dabei sind tolle Bilder entstanden. Zuletzt hatten wir ein Gespräch mit Vertretern der Histatrud, die sich um den Hafen kümmern sowie dem Betriebsrat des Hafens, der uns erzählte, wie tarifpolitische Auseinandersetzungen im Hafen laufen. Wenn der Hafen streikt, streikt das ganze Land mit. Ein Großteil des Imports kommt über das Wasser, der Hafen kann somit alles lahmlegen. Das ist echt krass oder?
Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane Krane!
Auf dem Weg zum Essen schauten wir uns gefallene Bomben, selbst gebaut u.a. mit Düngemittel und Rohren, an. Das Gefährliche ist nicht der Knall oder die Explosion, sondern die Splitterteile der jeweiligen Gehäuse. Im Anschluss ging es auf einen Spielplatz in Sderot. Wir unterhielten uns unter anderem über die Veränderungen in der Stadt, z.B. das Menschen, statt weiter weg zu ziehen vom Gazastreifen, lieber da bleiben. Ja, sie leben in Angst, aber mit einer anderen Angst, mit einer gewohnten Angst und mit dem Aspekt, das jeden Tag etwas passieren könnte. Zudem sind die Mieten mittlerweile sehr teurer und somit pendeln lieber viele nach Tel Aviv oder andere Städte und bleiben somit Sderot erhalten. Mit Garry, unserem Begleiter (Histatrud) unterhielten wir uns am gleichen Ort anschließend über die Jugendorganisation der Histratud und über die weitaus größere Arbeit über die Gewerkschaftsarbeit hinaus, nämlich auch über Projekte, die mit und für Jugendliche gestaltet werden!
Am Dienstag, den 06.03. ging es als erstes in die Nähe von Sderot, unweit des Gazastreifens. Ori erzählte uns vom Konflikt zwischen den dort ansässig, im Ursprung gewählten Hamas und den Israelis. Fast die komplette öffentliche Daseinsvorsorge (Wasser, Strom, einige Lebensmittel, Pharmazie, einfach viele Mittel, was die Menschen im Gazastreifen zum Leben benötigen), wird aus Israel per Schiff oder Flugzeug dorthin importiert. Schwerverletzte, die spezielle medizinische Hilfe benötigen, werden z.B. in ein Krankenhaus nach Israel gebracht, weil die Technik in Gaza veraltet ist und seit dem 6 Tage Krieg auch die komplette Infrastruktur darunter gelitten hat. Die, die unter dem Konflikt am meisten leiden, ist die öffentliche Zivilbevölkerung. Trotzdem haben die Hamas vor Ort so ziemlich alles unter Kontrolle. Das, was passieren muss, sind Aktive, die eine Bewegung herbeiführen, die die Menschen im Gazastreifen endlich zur Veränderung bewegt! Ein guter Kompromiss wäre die 2- Staaten-Lösung!

5 March 2018

“Das Alte ist immer Basis für das Neue. Ohne das Alte wäre Neues nie entstanden.“ (Kienzle) Dies zeigt sich sehr schön in der Straßenkunst in Tel Aviv. Überall sind kleine Läden, wo es auf die kleinen Feinheiten ankommt. An vielen Mauern und alten Häusern haben sich Straßenkünstler verewigt. Auf dem Karmel Markt leuchten überall die frischen Farben der Früchte, Gemüse und Gewürze auf. Zwischen drin ein Souvenierstand mit Fliesen, wo wir ordentlich zugeschlagen haben. „Wer hätte gedacht, dass das erst was an Kunst finanziell erstanden wird Fliesen sein werden“. Aber nicht nur dieser Stand bringt neues zum Vorschein. An jeder Ecke eine neue Idee oder doch eine Kunst die deinen Tag verändern kann?
TAG 2: RUNDGANG DURCH JAFFO Nach einer kurzen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück (zumindest für Einige) später ging es dann mit Ori (unserem Übersetzer) auf Stadtrundgang durch Jaffo. Vorbei an Denkmälern, Brunnen, Palmen und einer herrlichen Aussicht über Tel Aviv und dem Mittelmeer landeten wir im Anschluss in einem Falafelbistro, wo wir zu Mittag aßen.
TAG 2: AB AN DEN STRAND Montagmorgen gegen 6 im Hotel angekommen ging es nach dem Check In für Kevin, Sebo, Lisa und Tobi erstmal zum Strand, einfach um zu wissen, man ist angekommen, in Israel!
TAG 1/ TAG 2: Tag des Abflugs Am Sonntag, den 05.03.18 ging die Reise nach Tel Aviv los. Eingeladen von der israelischen Gewerkschaft Histradrut begaben wir uns in ein spannendes Austauschprojekt. Michael von der EVG, Lisa von der NGG, Alex und Charlien von der GEW, Sebo und Tobi von Ver.di, Kevin von der IG BCE und Linda von der IG Metall sind am Start. Gemeinsam trafen wir uns 17 Uhr am Flughafen Hamburg, flogen dann über Zürich nach Israel. Gegen 6 Uhr morgens kamen wir wohlbehalten im Hotel an. Für eine Hinreise hat wirklich alles super geklappt! Genauso kann es weiter gehen ...