Czech Republic · 15 Days · 48 Moments · July 2013

Brigitte Lackmayer

Matjes in MeckPomm


27 July 2013

Lutherstadt Wittenberg - Wien Nach einer ruhigen Nacht und einem prima Frühstück geht es Richtung Wien. Laut Navi führt die kürzeste Strecke über die Tschechische Republik. Dort ist die Autobahn zwar gebührenpflichtig aber es gibt genügend Verkaufsstände bei den Parkplätzen auf deutscher Seite der Grenze. Tja, das war jetzt die Theorie. In der Praxis schaut es folgendermaßen aus: Das mit den Parkplätzen und dem Vignettenverkauf stimmt. Es gibt auch eine Tschechische Autobahn, zumindest so wie man sich das vorstellt. Leider nur zwischen der deutschen Grenze südöstlich von Dresden und Prag. Dann geht es mit stop &go durch Prag und weiter über schmale Straßen und kleine Dörfer bis zur österreichischen Grenze. Mein Tipp: Sparen Sie sich die Vignette für die paar Kilometer auf Tschechischer Seite. Fahren Sie weiter über Deutschland, also Leipzig, Regensburg, Passau, Linz, Wien. Das sind zwar 200 km mehr dafür alles Autobahn. Auf jeden Fall entspannender als in der Kolonne durch die tschechische Pampas kurven.

26 July 2013

Lutherstadt Wittenberg/ Hotel „grüne Tanne Die Adresse lautet zwar Wittenberg, aber das Hotel steht im Ort Braunsberg, ca 7km vom Zentrum entfernt. Mit dem Auto und einem Navi kein Problem. Also, abgelegen, dafür ruhig. Mein Zimmer ist ein hübsches, geräumiges Einbettzimmer. Entgegen der Homepage ist das WLAN jetzt gratis, das ist schon mal ein Pluspunkt. Das Frühstücksbuffet ist ausreichend und abwechslungsreich.
Lutherstadt Wittenberg Hier wohnte und predigte Martin Luther. Wittenberg ist eine hübsche Kleinstadt mit einer schön renovierten Altstadt. Es gibt genügend Parkplätze und rasch ist man in der Fußgängerzone. Dort erreicht man gemütlich alle Sehenswürdigkeiten. Dann gibt es noch das Schloss und natürlich die berühmte Kirche wo die 95 Thesen ans Tor geschlagen wurden. Das Wohnhaus von Martin Luther und auch die ehemalige Universität sind sehr interessant. Man erfährt viel über die Reformation und über den Menschen Martin Luther, sowie seine Zeit. In Wittenberg lebte interessanterweise auch Lucas Cranach. Sein Wohnhaus wurde ebenfalls zum Museum ausgebaut und bietet eine sehr interessante Ausstellung. Alle diese Gebäude kann man bei einem gemütlichen Stadtbummel besichtigen. Zwischendurch gibt es nette Lokale, auch mit Schanigärten wo man sich ausrasten kann. Sightseeing macht hungrig und durstig!

25 July 2013

Wismar, „Altstadthotel Wismar Wie schon der Name sagt liegt das Hotel am Rande der Altstadt. Zentral aber trotzdem ruhig. Das Haus ist eine ehemalige Villa die als Hotel umgebaut wurde. Leider waren da offenbar Dilettanten am Werk. Im Foyer und auf den Treppenabsätzen gibt’s noch altes Mobiliar, aber schon die Türen und Türstöcke sind modern und aus hellem Holz gefertigt. Das tut richtig weh. Im Zimmer liegt billiges Laminat, derart billig dass es sicher nicht lange halten wird. Auch die Einrichtung ist total zusammengewürfelt. Doch das Zimmer ist groß und zwei Messingbetten (neu) stehen nebeneinander. Auch das Bad ist recht groß. Nach einer ruhigen Nacht großes Staunen am Sonntag beim Frühstück. Das Buffet biegt sich unter lauter Köstlichkeiten. Verschiedene Fische (Lachs, Rollmops, Matjes, Fischtartar), kalter Braten, diverse Wurst – und Käsesorten, gefüllte Eier, weiche Eier, Eierspeise, Spiegeleier, gebratener Speck, verschiedene Brot- und Gebäckstücke, Cerealien, Obst, Joghurt... einfach ein Traum!
Wismar Auch wenn es jetzt schon zeitiger Abend ist, ist es noch immer hell und der Regen hat aufgehört. Also auf zu einem Stadtbummel. Auch in Wismar wurde und wird viel renoviert. Besonders beeindruckend ist der Wiederaufbau der Georgenkirche der durch Fotos sehr anschaulich dokumentiert wird. Die Altstadt wirkt gemütlich und sauber. Lokale laden zum draußen Sitzen ein, kleine Geschäfte zum Bummeln.
Rostock IGA-Park Die Probleme beginnen schon bei der Anfahrt. Das Areal ist derart groß dass mein Navi einfach überfordert ist. Der IGA- Park ist nämlich ein riesiges Areal, unterteilt in verschiedene Themenbereiche. Vom Messepark über Naturerlebnis bis zum Ausstellungsgelände ist alles da. So vergeht ziemlich viel Zeit bis ich endlich auf dem richtigen Parkplatz stehe. Mein Ziel ist das Traditionsschiff „Frieden“. Ein ehemaliger Frachter der jetzt als Ausstellungsort dient. Mein Eindruck: na ja Ja, es gibt viele Exponate aber über das Schiff selbst, die Funktion, die Ausstattung ect, darüber erfährt man wenig. Kaum eine Kabine in die man rein kann, schon gar nicht in den Maschinenraum. Ich finde das enttäuschend und bin dann bald wieder zurück beim Auto.
Rostock In Rostock finde ich problemlos einen Parkplatz im Parkhaus bei der Altstadt. Und wieder viele riesige Kirchen, Backsteingotik, viele wunderschön renovierte oder alt/neu gebaute Häuser. In den Städten entlang der Ostsee gab es zu Kriegsende ja leider viele Bombenangriffe der Alliierten und die meisten Orte wurden regelrecht in Schutt und Asche gelegt. Da ist es um so grandioser zu sehen wie schön die Altstadtkerne wieder renoviert wurden.
Jagdschloss Gelbensande In der Früh regnet es noch immer. Trotzdem hatte ich bis jetzt Glück mit dem Wetter. Tagsüber war es fast immer trocken und heiß genug um ins Schwitzen zu kommen. Die Ostsee mit 18° ist mir zwar zu kalt zum Baden aber im Strandkorb liegen war doch sehr fein. Der Abschied von Sassnitz fällt mir leicht. Ich bin halt kein großer Wanderer und außer Wanderwegen hat der Ort nicht wirklich was zu bieten. Jetzt geht es weiter Richtung Rostock. Am Weg dahin mache ich einen Halt beim „Jagdschloss Gelbensande“. Dieses Schloss wurde 1880 gebaut, war viele Jahre Altenheim und Sanatorium bis es wieder als Schloss renoviert wurde. Leider sind die Räumlichkeiten erst ab Mittag zu besichtigen. Aber der Spaziergang durch den Wald hat mir gut getan.

24 July 2013

Göhren Hier führt ein langer, sanft abfallender Weg zur Seebrücke und der Seepromenade hinunter. An der parkähnlichen Promenade gibt es diverse Touristengeschäfte und Lokale. Der Bereich um die Konzertmuschel ist hübsch gestaltet und man merkt dass es hier auch tatsächlich etwas zu sehen gibt. Plakate kündigen auch verschiedenste Veranstaltungen an. Der Strand ist hier wieder breit und zieht sich rechts und links über ein paar Kilometer entlang. Schon am Nachmittag hat sich der Himmel merklich verdunkelt. Es gab zwar in den letzten Tagen immer wieder mal kurze Regenschauer, aber die waren rasch vorbei. Dann ist wieder die Sonne durchgekommen. Jetzt schaut es aber so aus als dürfte der Regen hartnäckiger werden. Aber morgen reise ich ohnehin von Rügen ab.
Moritzdorf Das ist ein kleines Dorf auf einer Insel im See. Reetgedeckte Häuser, Stockrosen im Vorgarten, alles sehr romantisch. Urig ist auch wie man auf die Insel kommt. Parken muss man nämlich noch am Festland, dann wird mit einem Ruderboot übergesetzt. Witzig ist dabei der Bootshund. Ein quirliger Foxterrier der immer als Erster aus dem Boot springt um sogleich den nächsten Busch zu markieren.
Sellin Auch hier alles so wie man sich das vorstellt. Hübsche, weiß gestrichene Villen mit geschnitzten Holzveranden, Blumen in Trögen, Strandpromenade direkt an der Klippe und eine steile Treppe hinunter zur grandiosen Seebrücke. Gleich am Anfang befindet sich ein Pavillon in dem ein Café - Restaurant untergebracht ist. Der Strand hier ist nicht so großartig. Er ist schmal, zieht sich aber die Küste entlang. Ist also eher was für Individualisten.
Binz Am südlichen Ende des Strandes fängt der FKK Strand an, gut. Immerhin sollen die Nackten ihre Ruhe und Abgeschiedenheit haben. Strandkörbe gibt es in diesem Strandbereich keine mehr, offenbar wird das bei Nackten für nicht notwendig erachtet. Ein Badetuch braucht man ja ohnehin zum Drunterlegen, egal ob mit Badehose oder ohne. Aber soll so sein. Nur, wieso ist der FKK Bereich gleichzeitig der einzige Strandabschnitt an dem Hunde erlaubt sind? Die Hundebesitzer gehen ja angezogen mit ihren Lieblingen „gassi“ und da finde ich es schon recht arg wenn die einfach so zwischen den Nackten herum gehen. Außerdem, wieso dürfen die Hunde zwischen den nackt Badenden pinkeln und nicht auch bei den angezogen Badenden?
Binz In Binz angekommen merke ich den Unterschied zu Sassnitz. Ja, so soll ein Seebad aussehen! Quirliges Leben, viele Geschäfte, eine Strandpromenade die auch den Namen verdient. Mit Lokalen welche auch wirklich Meerblick anbieten. Dazu noch ein langer, breiter Sandstrand und die obligatorische Seebrücke. Hier findet man große Kuranstalten die noch aus der Kaiserzeit stammen. Direkt bei der Seebrücke das „Kurhotel“, nicht nur wunderschön renoviert sondern gleich mit einem großen Platz/Terrasse mit Blick auf die Konzertmuschel. Am Strand gibt es Strandkörbe zu mieten. Das Einzige das mich ziemlich irritiert ist die Sache mit dem FKK Strand.
Prora Ich kann mir gut vorstellen dass es für potentielle Interessenten sehr schwierig sein muss dieses riesige Areal gewinnbringend zu vermarkten. Nicht nur weil die Gebäude einerseits unter Denkmalschutz stehen, andererseits jedoch total baufällig sind. Der ganze Komplex wurde für 20 000 Urlauber konzipiert! Und auch wenn die Anforderungen an moderne Ausstattung und Zimmergrößen berücksichtigt wird könnten hier noch immer viel zu viele Menschen Urlaub machen. So viele Touristen zieht es nicht gleichzeitig an die raue Ostsee und in ein einziges Hotel. Gott sei Dank, schon allein aus Umweltschutzgründen. Außerdem ist dieser Ort einfach zu sehr mit den Gräueln des Hitler Regimes behaftet. Trotzdem, mit etwas Fantasie kann ich mir gut vorstellen wie es unter Umständen ausgesehen hätte wenn Hitlers Pläne aufgegangen wären. Nur, ob es auch ein gemütlicher, erholsamer Urlaub gewesen wäre? Zurück beim Auto bin ich froh von dieser bedrückenden Atmosphäre weg zu kommen.
Prora Einige Kilometer vor Binz zweigt die Straße nach Prora ab, wird immer unwegsamer und endet schließlich vor einem Schranken. Rechts davon geht es auf einen geschotterten, mit Schlaglöchern übersäten Parkplatz. Gespenstische Stille und Einsamkeit... trotzdem prangt ein großes Schild bei der Einfahrt und weist darauf hin dass dieser Parkplatz gebührenpflichtig ist. Ja, sogar hier im Nirgendwo muss bezahlt werden, immerhin 1€ pro Stunde. Und dann stehe ich vor diesem riesigen Gebäudekomplex. Gespenstisch, unheimlich, wie aus einem Endzeitfilm. Weit und breit kein Mensch, nur diese halbverfallenen Gebäude. 4,5 km lang! Gruselig! Das Seebad Prora wurde zwischen 1935 und 1939 geplant und zum Teil auch erbaut. Es sollte bis zu 20 000 Urlauber gleichzeitig beherbergen. Durch den Beginn des Weltkrieges wurde die Anlage nie fertig gestellt. Jetzt steht das Gelände unter Denkmalschutz. Der Parkplatz liegt ca 700 m von einem Ende der Anlage entfernt.

23 July 2013

Dranske Diesen Ort habe ich eigentlich willkürlich ausgewählt. Ich wollte an die Westküste und außerdem in einen kleinen Ort weil ich dort hoffentlich Ruhe und Abgeschiedenheit finden wollte. Na ich hab gut geraten. Ein Fahranleger für die Fähre nach Hidden..., rechts und links ein schmaler Sandstrand, ein paar Strandkörbe. Beim Strand ein modernes Hotel mit einer gemütlichen Sonnenterrasse. Guter Kaffee, Zwetschkenkuchen und ein Krimi, mehr brauch ich nicht. Herrlich angenehm und ruhig. Dann zum Strand und in der Sonne gemütlich weiter lesen...
Königsstuhl Die Insel Rügen ist ja bekannt für ihre Kreideküste. Die fängt bei Sassnitz an. Am Ortsende beginnt auch der Wanderweg zum „Königsstuhl“, entlang des Nationalparks Jasmud. Dieses Gebiet besteht hauptsächlich aus Wald. Zwar wachsen dort seltene Bäume und Pflanzen, aber die 8km lange Wanderung führt ausschließlich durch Wald entlang der Steilküste. Oder man wählt den anderen Weg entlang der Küstenlinie. Der geht ständig über die groben Steine des Strandes. Hauptsächlich sind diese Steine Feuerstein, oft mit einem oder mehreren Löchern drinnen. Die nennt man dann „Hühnergötter“. Die bequemste und von der Aussicht her schönste Art den „Königsstuhl“ zu besichtigen, ist per Schiff. Von Sassnitz aus starten die Ausflugsdampfer im dreißig Minuten Takt, die Fahrt dauert 90 Minuten. Beim Wandern durch den Nationalpark hat man wahrscheinlich ein tolles Walderlebnis, aber sonst sieht man nur das Meer. Wählt man den steinigen Weg entlang der Klippen gibt’s nur mehr Felsen und Meer.
Geldbeutel Wer sich viel an der frischen Luft aufhält braucht immer wieder eine Toilette, eine öffentliche. Kostet 50 Cent, auch im Lokal sofern man nicht Gast ist. Das kann ich noch verstehen, aber generell 50 Cent für einen Klobesuch ist schon recht happig. Oder eine EU- Regelung, denn dieser Preis scheint in der Eurozone üblich zu sein. Ist ein Bombengeschäft, denn „müssen“ tun die Leute immer, außerdem dauert es normalerweise nicht lang und daher können die Kabinen gut ausgelastet werden. Aber als Usedom- und Rügenurlauber braucht man generell einen Geldbeutel. Gefüllt mit vielen 50 Cent und 1 Eurostücken. Münzen und das Fehlen derselben bestimmen das Tagesgeschehen. Um zu parken braucht man einen Parkschein. „Bitte werfen Sie … ein“. Also kramt man nach Geldstücken. Braucht man ein Klo, „bitte werfen Sie … ein“. Immer und überall werden Münzen verlangt. Jetzt muss ich gut aufpassen immer genügend Bargeld im Börsel zu haben, denn die Parkautomaten nehmen nur Bargeld.
Sassnitz Von Sassnitz bin ich maßlos enttäuscht. Von wegen Seebad und so. Der Ort liegt an der Steilküste, ist daher terrassenförmig angelegt. Dort wo früher mal ein kleiner Fischerhafen war, befindet sich jetzt ein großer Industriehafen sowie die Anlegestellen für die Ausflugsfahrten entlang der Küste, inklusive großer Kräne, diverser Maschinen und Zweckbauten. Zwischen Hafen und Altstadt gibt es zwar eine Strandpromenade mit vielen Lokalen, aber der Ausblick geht weniger aufs Meer als auf die großen Parkplätze. Nicht grad sehr verlockend. Die Altstadt besteht aus eng aneinander stehenden Villen die schön renoviert sind und hauptsächlich Ferienwohnungen beherbergen. Strand als solchen gibt es nicht, nur einen dünnen Streifen mit Feuersteinen bedeckt. Bis in die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts hat man den Strand künstlich mit Sand aufgefüllt. Dann hat es sich nicht mehr rentiert. Die „richtigen“ Seebäder Binz, Sellin und Göhren waren die neue Konkurrenz.

22 July 2013

Sassnitz Hotel „Villa Aegir Die Villa gibt’s offenbar schon lange denn im Foyer hängt ein Zeitungsausschnitt von 1933 in dem die Vorzüge der „Villa Aegir“ beschrieben werden. Es ist also ein altes Haus das jedoch schön renoviert wurde. Mein Zimmer hat Meerblick. Na ja, das Meer seh' ich schon, wenn ich über die Dächer der Lagerhäuser am Hafen hinwegsehe. Kein wirklich schöner Ausblick, leider. Aber alles ist sauber und gepflegt. Im Haus gibt es gratis WLAN. Leider ist der Empfang in den oberen Zimmern sehr schlecht, daher muss ich auf den Gang ausweichen. Das macht aber nicht wirklich was, denn bei jedem Treppenabsatz steht eine nette Sitzgruppe. Das Frühstück im Hotel ist tadellos. Eine gute Auswahl an pikanten Sachen, dann Müsli und frisches Obst. Semmeln und diverse Brotsorten. Auch der Kaffee ist gut und stark.
Putbus Zuerst geht es über den 1 km langen Rügendamm nach Putbus. Das ist ein seltsamer Ort. Für ein Dorf zu elegant, für eine Stadt viel zu klein. Es gab da mal ein Schloss mit Park und Orangerie. Das Schloss gibt’s nicht mehr. Und dann gibt es weiße Häuser, ausschließlich weiße Häuser. Alle im frühen 19. Jhdt. erbaut. Der ganze Ort wurde im 18. Jhdt. am Reißbrett geplant. In der Nähe der Orangerie gibt es einen riesigen, runden, parkähnlichen Platz mit einem Obelisk in der Mitte, den „Circle“. Rundherum stehen lauter weiße Stadthäuser. Und alle haben Rosenstöcke vorm Haus. Das schaut eigentlich sehr hübsch aus, nur wirkt Putbus irgendwie verloren. Denn außer diesen alten Herrenhäusern gibt es so gut wie nichts sonst.
Insel Rügen Der „Marco Polo“ Reiseführer von 1991 schreibt über Deutschlands größte Insel: „Bei aller Schönheit Rügens ist doch eine Warnung angebracht: Die Insel ist für einen Tourismus westlichen Standards noch nicht gerüstet. Es gibt zwar überall Unterkünfte, meistens Privatquartiere, aber mit ungenügendem Komfort. Es fehlt an Anlegeplätzen für Boote und Schiffe, an Gaststätten und Cafés, das Sortiment in den Geschäften ist beschränkt. Etwa ein Dutzend Camping- und Zeltplätze sind vorhanden, die Meisten aber primitiv, mit unzureichenden Sanitäranlagen.“ Na dann schau'n ma mal was sich da in zwanzig Jahren verändert hat...
Stralsund Hier übertreffen sich die Kirchen wieder gegenseitig was ihre Größe betrifft. Einfach übermächtig. Und wieder Orgelmusik... einfach schön! In der Fußgängerzone geht es sehr geschäftig zu. Hier sind zum ersten Mal seit Dresden wieder richtig viele Leute unterwegs. Die Innenstadt wurde nach den Bombenschäden des 2. Weltkrieges wieder originalgetreu aufgebaut. Das Rathaus, die Kirche und der Alte Markt geben ein wunderschönes Ensemble ab. Ich bummle durch die Fußgängerzone. Viel bekannte Ketten haben hier Filialen. Ich weiß, oft wird kritisiert dass durch diese Ketten die individuellen Einzelgeschäfte ruiniert werden und die Vielfalt verloren geht. Bis zu einem bestimmten Grad wird das schon stimmen. Andererseits, bei dem was man kennt hat man eine gewisse Sicherheit.
Greifswald Das ist eine hübsche Stadt mit drei riesigen Kirchen. Alle wieder in Backsteingotik. Das schaut echt gut aus. Auch drinnen sind diese Kirchen wirklich ein Ort der Andacht. Nackte Wände, gerade etwas Bemalung an der Decke. So sollten für mich alle Kirchen aussehen. Na ja, hier sind ja hauptsächlich evangelische Kirchen und die haben es ja grundsätzlich nicht so mit viel Tand und Zierrat. In der Kirche St. Simon spielt gerade jemand auf der Orgel, wunderschön! Diese Akustik, dieser Klang, die Wucht der Töne, da wird einem anders ums Herz. Ich bummle durch die Fußgängerzone und komme dann zum Fluss Ryck an dem einige Schiffe zu Lokalen umgebaut wurden. Entlang des Ufers sind eine Menge Segelboote vertäut und es gibt auch eine Museumswerft zu besichtigen.
Greifswald/ Klosterruine „Sankt Eldena“ Am Stadtrand steht die Klosterruine „St Eldena“ in Mitten eines Parks. Auch aus Ziegeln gebaut war das ursprünglich eine ziemlich große Anlage. Berühmt wurde die Ruine im 19. Jhdt. durch den Maler Caspar David Friedrich. Auch jetzt ist das ein recht romantischer Ort.

21 July 2013

„Phänomenta“ Aus der anderen Seite vom Parkplatz des Ausstellungsgeländes Peenemünde befindet sich in einer unscheinbaren Halle die „Phänomenta“. Dort werden viele physikalische Phänomene erklärt und man kann sie dann selbst ausprobieren. Da gibt es z.B. den Seilzug. Ein großer Stein kann mit einem Seil oder mit einem Flaschenzug bewegt werden. Dass es mit dem Flaschenzug leichter geht merkt man sofort. Die Anlage ist derart groß und es gibt so viele Phänomene zu entdecken dass man locker einen ganzen Tag verbringen könnte. Eigentlich ist das alles ja für Kinder konzipiert, aber auch als Erwachsener hat man viel Spaß und lernt noch was dazu. Trotzdem, weil eben sehr viele Kinder und Jugendliche beim Ausprobieren sind, ist der Lärmpegel entsprechend hoch und alles wirkt etwas chaotisch.
Peenemünde In Peenemünde gab es zwar bis ca 1930 tatsächlich ein Fischerdorf mit diesem Namen, aber das fiel dem Bau des Versuchsgeländes zum Opfer. Peenemünde ist also keine Ortschaft sondern der Name eines riesengroßen Areals in dem die Nazis ab 1936 Raketenforschung- und Bau betrieben haben. Nach dem Krieg mussten die Anlagen demontiert werden. Jetzt sind nur mehr einige Gebäude übrig die nach dem Krieg rein zivilen Zwecken dienten. Trotzdem ahnt man noch die Größe des damaligen Areals. Im Kraftwerksgebäude gibt es eine recht interessante Schau über die damalige Forschungseinrichtung und den Bau der V1 und V2 Raketen. Es wird auch immer wieder auf das Dilemma der Ausstellungsmacher hingewiesen.Einerseits die größte Einrichtung der damaligen Zeit mit den weltweit besten Wissenschaftlern. Andererseits die Forschung und Erprobung einer zwar genialen Rakete, die jedoch zu rein kriegerischenZwecken verwendet wurde.

20 July 2013

Wolgast Dann geht es weiter nach Wolgast. Dieser Ort liegt schon wieder am Festland. Ich muss also über eine Hebebrücke fahren. In der Altstadt gibt es eine schöne Kirche die aus Ziegeln gebaut wurde. Diese „Backsteingotik“ ist hier an der Ostseeküste verbreitet weil andere Baumaterialien fehlten. Daher haben die Bauten einen ganz eigenen Reiz. Sonst gibt’s noch ein paar Fachwerkhäuser.
Zinnowitz Nach dem Frühstück fahre ich heute nach Zinnowitz, auch ein Seebad mit einer Seebrücke. Wieder viele hübsch renovierte Villen im „Kaiserstil“ und schöne, neu gebaute Häuser. Wieder Trubel an der Strandpromenade und bei der Seebrücke. Hier gibt es zwei besondere Attraktionen. Erstens ein rundes Café das alle 30 Minuten entlang einer Mittelstrebe 25 Meter in die Höhe fährt, und zweitens eine Tauchglocke draußen am Ende der Seebrücke. Diese Glocke fasst 24 Personen und senkt sich bis zum Meeresgrund. Dort sieht man die Fauna und Flora der Ostsee und hört Kommentare dazu. Das Ganze dauert ebenfalls 30 Minuten.

19 July 2013

Insel Usedom: Benz, Ahlbeck Koserow liegt unter einer dichten Nebeldecke. Aber die Sonne versucht schon durch zu kommen, also dürfte es heute ein schöner Tag werden. Nach dem Frühstück geht es erst mal ein wenig die Insel erkunden. In Benz gibt es eine alte Windmühle und eine noch ältere Kirche zu besichtigen. Dann geht die Fahrt weiter quer über die Insel in die Küstenstadt Ahlbeck.
Insel Usedom/ Heringsdorf Das ist das größte der Seebäder und hat auch die längste Seebrücke. Hier alles sehr gediegen, renoviert, restauriert, sauber und gepflegt. Keine Spur mehr von der alten DDR. Der „Marco Polo“ Reiseführer „Deutschland Ost“ von 1991 schreibt über die Ostseeküste: “Bei aller Begeisterung beim Aufbruch in ein wiedergefundenes Stück Natur- hier findet noch niemand den gewohnten Komfort, nicht einmal einen angemessenen Service. Bequeme Hotelzimmer und Restaurants sind rar, Privatzimmer meist ohne Dusche“. Auf der Seebrücke geht es hoch her. Touristen schlendern umher, drängen sich in den vielen kleinen Geschäften. Die Lokale sind gut besucht, bei den Selbstbedienungsständen warten die Leute. Die Strandpromenade ist voll mit Spaziergängern, Familien mit spielenden Kindern, Hunden und Rad Fahrern. Sommer ist, die Sonne scheint und es ist Sonntag Mittag.

18 July 2013

Koserow Na ja, im strömenden Regen macht die Ostsee keinen einladenden Eindruck. Alles ist grau in grau und nass. Hier haben die meisten Seeorte so genannte Seebrücken. Das sind lange Stege ins Meer hinaus, dort können Ausflugsschiffe im tieferen Wasser anlegen. Die Spaziergänger bummeln dann auf diesen Stegen. Um 1900 herum als die große Zeit der Seebäder herrschte waren die Seebrücken DER Ort um zu sehen und gesehen zu werden. Heute gibt es ein paar Holzbänke um in der Sonne zu sitzen. Aber auf einigen der ganz großen Stege wurden sogar Lokale und Geschäfte aufgebaut. Bei der Seebrücke hier in Koserow herrscht reges Touristentreiben, trotz Regen. Da gibt es verschiedene Standeln die Essbares verkaufen. Und dann die Salzhütten. Ursprünglich im 19. Jhdt. zum Einsalzen der gefangenen Fische gebaut, sind es jetzt meist Räuchereien in denen die Fische zum gleich essen angeboten, aber auch zum Mitnehmen verkauft werden.
Neubrandenburg - Anklam - Usedom - Koserow In Anklam wollte ich eigentlich etwas bummeln, aber die Witterung verhindert das. Auch mein Besuch im Ort Usedom fällt heute wahrhaftig „ins Wasser“. Ich befinde mich schon seit Anklam mitten in einer Autoschlange. Alle wollen auf die Insel, kein Wunder, ist ja Wochenende. Im Regen rollen wir Stoßstange an Stoßstange über die Landstraße. In Koserow dann die nächste Überraschung. Im Ort findet an diesem Wochenende das „Koserower Seebrückenfest“ statt. Die Hauptstraße ist daher gesperrt und die Umleitung zu meinem Hotel führt quasi über Feldwege. Wäre kein Problem bei schönem, trockenen Wetter, nur heute fahre ich durch Morast und hoffe, nicht stecken zu bleiben. Auch der Parkplatz ist schon gut durchfeuchtet. Obwohl mit einer guten Schicht grobem Kies bedeckt sammelt sich das Wasser in großen Pfützen. Der Weg vom Parkplatz zum Hotel wird direkt zu einer Herausforderung.

17 July 2013

Hotel Garni Weinert Eine nette Pension in einem Neubau. Mein Zimmer ist gemütlich eingerichtet und für ein Einzelzimmer relativ groß. Das Hotel hat einen eigenen Parkplatz und gratis WLAN. Das Frühstücksbuffet ist gut sortiert, der Kaffee schmeckt. Man merkt dass sich hier viel Mühe gegeben wird. Die Besitzer sind generell sehr hilfsbereit, auch was Tipps für Besichtigungen etc. betrifft.
Neubrandenburg In dieser Stadt ist noch die originale Stadtmauer mit den vier Toren erhalten. Interessant sind auch die so genannten „Wiekhäuser“ die auf bzw. an die Stadtmauer gebaut wurden. Ursprünglich für die Wachsoldaten gedacht, sind diese Häuschen jetzt hauptsächlich als Ferienwohnungen vermietet. Leider sind in Neubrandenburg fast alle alten Häuser im 2. Weltkrieg zerstört worden. Daher ist die Altstadt recht modern. Trotzdem, verkehrsberuhigte Zone, gemütlich zum Bummeln und Einkaufen.
Meißen, Altstadt Nach der Besichtigung geht’s weiter zu Dom und Burg. Die Altstadt ist Fußgängerzone und schön restauriert. Schmale Gassen mit Kopfsteinpflaster führen hinauf auf den Burgberg. Für den Dom wird wieder Eintritt kassiert aber 3,50€ ist ok. Die Kirche ist riesig und herrlich kahl. Typisch evangelisch halt. Da kann dafür das Mauerwerk und das wunderschöne Kreuzgewölbe viel besser wirken. Die Porzellanmanufaktur war ursprünglich in der Burg untergebracht. Trotzdem sind in einigen Sälen noch schöne Parkettböden, Decken- und Wandverzierungen erhalten. Vieles wird auch noch restauriert.
Meißen Porzellanmanufaktur Nach einem, wieder einmal heftigen Gewitter gestern Abend gibt es heute Sonnenschein und eine herrlich kühle Brise. Also auf nach Meißen. Zuerst mal zur Porzellanmanufaktur. Eintritt ins Reich des „weißen Goldes“ 9€. Trotzdem noch billig im Vergleich zu den Preisen der Verkaufsobjekte. Es gibt eine recht anschauliche Führung bei der die einzelnen Arbeitsschritte gezeigt werden. Das ist wirklich interessant. Jetzt ist auch klar warum die Sachen derart teuer sind. Jedes Teil entsteht tatsächlich in Handarbeit.

16 July 2013

Wasserschloss Pillnitz Diese Anlage besteht eigentlich aus mehreren Gebäuden. Direkt am Elbeufer liegt das Wasserpalais, am anderen Ende des Areals liegt das Bergpalais. Nur dass da kein Berg vorhanden ist, nicht mal eine leichte Steigung. Als eine Art seitlicher Begrenzung steht dann noch das Neue Palais. Dazwischen liegt ein wunderschöner Barockgarten und rundherum Wald. Fährt man mit einem der Schiffe der „weißen Flotte“ gibt es eine eigene Anlegestelle beim Schloss Pillnitz. In den Gebäuden selbst ist das Kunstgewerbemuseum untergebracht. Die Schlossanlage wurde im 18. Jhdt. im so genannten chinesischen Stil erbaut. Daher sieht man nicht nur am Baustil selbst sondern auch im Inneren immer wieder asiatische Stilelemente und Motive. Aus jeden Fall ist diese Anlage ein wunderschönes Ensemble, mit viel Feingefühl restauriert. Im Park,gibt es außerdem noch ein 93m langes Palmenhaus. Außerdem die angeblich älteste Kamelie, ein 200 Jahre altes, riesengroßes Exemplar.
Festungsburg Königstein Burg Königstein liegt auf einem Felsen, hoch über dem Fluss. Vom Parkplatz geht es erst mal bergauf bis zum Fuß der Anlage, zum Fuß des Felsens. Dort kann man dann wählen. Entweder den steinigen Weg bergauf entlang der Befestigungsanlagen, oder die bequemere Variante mit dem Lift. Dieser führt einem in großem Tempo hinauf, mitten durch den Felsen. Oben angekommen erkennt man dass diese Anlage noch immer militärischen Zwecken dient. Auch wenn es einige Lokale gibt und viele der Gebäude Wohnungen beherbergen. Obwohl das ganze Festungsplateau parkähnlich bebaut ist so findet man immer wieder ehemalige Munitionsbunker, Schießstände, Verteidigungsanlagen. In einigen der großen Häuser befinden sich Ausstellungen zur militärischen Geschichte. Aber eigentlich kann man hier nur sehr gemütlich herum spazieren und die tolle Aussicht genießen. Andererseits, für Kinder oder auch junggebliebene Kinder ist es ein toller Abenteuerspielplatz.

15 July 2013

Frauenkirche, Obwohl ich mir zwischen den einzelnen Ausstellungen genügend Pausen mit Kaffee und Kuchen gönne, bin ich am Nachmittag total erschlagen von den vielen Eindrücken. Jetzt ist daher ein Bummel angesagt. Also auf zur Frauenkirche. Der Neubau dieser Kirche hat die Dresdener offenbar in zwei Lager gespalten. Die Einen, die mit dem Neubau quasi ein Symbol setzen wollten und die Anderen, deren Meinung kaum in die internationale Presse gekommen ist. Die meinten nämlich, dass man sich damit abfinden sollte dass die Kirche kaputt sei. Außerdem gibt es ständig Probleme mit der Feuchtigkeit im Inneren der Kirche. Klar, die vielen Besucher geben viel Feuchtigkeit ab. Das hätten die Fachleute aber wissen und berücksichtigen sollen... Im Inneren bin ich angenehm überrascht. Keine Putten und überquellender Prunk, nur eine wunderschöne Orgel am Altar. Das Innere ist interessant in mehrere Etagen gegliedert und in hellen Farben bemalt.
Zigarettenfabrik Yenidze, Schloss, Brühlsche Terrasse Mein Hotel steht fast vis a vis der ehemaligen Zigarettenfabrik Yenidze. Die ist insofern interessant weil das Gebäude riesengroß ist und wie eine Moschee ausschaut. Das war ursprünglich auch so geplant. Damals im 19. Jhdt. durften keine hohen Industrieschornsteine im Stadtgebiet gebaut werden. Also wurde ein Minarett daraus. Heute ist die Fabrik geschlossen, das Gebäude wird anderweitig genützt. Unter der Kuppel befindet sich ein Restaurant mit tollem Ausblick. Heute ist das Schloss dran. Die Residenz ist jetzt endlich fast fertig rekonstruiert, nur an manchen Außenwänden muss noch Scraffitomalerei angebracht werden. Aber im Inneren wurden die Räume wieder zu wunderschönen Ausstellungsräumen. Ein wirkliches Prunkstück sind das „grüne Gewölbe“ und das „historische grüne Gewölbe“. Wieder draußen schlendere ich Richtung Brühlscher Terrasse. Diese Gartenanlage wurde auf der ehemaligen Bastei angelegt. Spaziert man oben, hat man einen schönen, erhöhten Blick auf das andere Elbeufer.
Dresden B+B Hotel Neu, modern, funktionell eingerichtete Zimmer mit Klimaanlage und natürlich gratis WLAN. Einen großen Parkplatz für Gäste gibt es auch, gratis und bewacht! Nach einer angenehmen Nacht in einem herrlich kühlen Zimmer freue ich mich schon aufs Frühstück. Dieses kostet zwar extra, aber was soll’s. Der Frühstücksraum ist modern eingerichtet, wie das ganze Hotel halt. Das Buffet ist tadellos was die Auswahl betrifft, der Kaffee schmeckt prima, kommt aus dem Kaffeeautomat und kennt mehr Sorten als ich.

14 July 2013

„Bastei“ Der einzige Aussichtspunkt der „sächsischen Schweiz“ zu dem mit dem Auto gefahren werden kann, ist die „Bastei“ oberhalb des Ortes Rathen. Zuerst fallen die vielen großen Parkplätze auf. Dann geht es noch ca. 400m zu Fuß auf einer asphaltierten Straße dahin. Oder man benützt den Pferdewagen. Bei der „Bastei“ gibt es ein großes Hotel, diverse Restaurants, Imbissstände, und endlich das wofür ich den ganzen Tag herumgefahren bin. Felsnadeln, Türme, Formationen aus Sandstein. Hier steht die „Basteibrücke“, eine Felsenverbindung zu einer früheren Felsenburg aus dem Mittelalter. Schon allein dieser Anblick ist grandios, aber erst die vielen Felsen rundherum! Fantastisch!
„Historischer Personenaufzug“ In Bad Schandau liegen die „Schrammsteine“. Sogar eine Straßenbahn fährt in dieses Wandergebiet. Außerdem hat Bad Schandau noch eine andere Attraktion: Den „Historischen Personenaufzug“. Am Ortsanfang steht diese Eisenkonstruktion an einer Felswand. Seit 1904. Die Kabine ist neuerer Bauart, die Fahrt kurz und problemlos. Nach dem Ausstieg bietet sich ein einmaliges Panorama über die Elbe und das Tal zu beiden Seiten. Oben auf dem Berg führen Wanderwege weiter. Nur, wie gesagt, es ist nass...
Böhmische Schweiz / Sächsische Schweiz Der tschechische Teil des Elbsandsteingebirges heißt „Böhmische“, der deutsche „Sächsische Schweiz“. Ursprünglich war in diesem Gebiet einfach Meer. Zurück blieb Sand, dieser wurde zu Sandstein und Wind, Regen und Witterung taten den Rest. Dadurch haben sich fantastische Felsformationen gebildet. Das Gebiet an der tschechisch-deutschen Grenze wurde im 18.Jhdt. entdeckt und diente ursprünglich als Sujet für viele Landschaftsmaler wie Caspar David Friedrich, Ludwig Richter und Adrian Zingg. Zuerst fahre ich nach Hrensko. Hier sollten schon die ersten bizarren Felsformationen sein. Allen voran das Symbol der „Böhmischen Schweiz“: das „Prebischtor“, die größte Sandsteinbrücke Europas. Leider liegen die Sehenswürdigkeiten außerhalb der Ortschaft mitten im Wald und die Wege sind total verschlammt. Trotzdem sieht man viele Wanderer entlang der Straße von Hrensko zu den verschiedenen Einstiegsstellen der Wanderwege.
Burg Schreckenstein Gestern Abend fing es heftig zu gewittern an. Blitz, Donner und Sturzbäche an Regen. Selbst in der Nacht war immer noch Donner zu hören, nur der Regen wurde schwächer. Heute Morgen ist es dann entsprechend dunstig und schwül. Das Gewitter dürfte ein sehr großes Gebiet betroffen haben, denn selbst 25km weiter sind die Straßen mit Morast verschmutzt. Hier in der „böhmischen Schweiz“ befindet sich ein großes Waldgebiet. Man fährt also ständig durch dichte Wälder. Die Straßen sind zwar recht schmal aber gut asphaltiert. Burg Schreckenstein Also, eigentlich ist es eine Burgruine, aber offenbar war die Anlage seinerzeit uneinnehmbar. Goethe und Wagner ließen sich von der Ruine in ihrem Schaffen beflügeln, jetzt zieht es profane Touristen her. Um ehrlich zu sein, es ist halt eine Ruine, wenn auch eine recht gut erhaltene. Im Sonnenschein dürfte da durchaus ein gewisser Romantikfaktor dabei sein, bei richtigem Nebel wird die Burg sicher zu einer brauchbaren Horror-Kulisse.

13 July 2013

Pension U Kozicky Die Pension liegt am Rand eines Waldes aber trotzdem gleich vis a vis der Kirche, des Rathausplatzes und der Fußgängerzone. Zur Pension gehört auch ein Speiselokal mit weitläufiger Terrasse und jetzt am Abend ist es sehr gut besucht, den Gesprächen nach sitzen hier lauter Einheimische. Mein Zimmer ist geräumig mit Doppelbett und Ledersitzgruppe, großem Badezimmer und nettem Ambiente. Das Haus scheint frisch renoviert zu sein, denn nirgends wirkt es abgewohnt. Im Restaurant gibt es eine ausreichende Auswahl an Speisen und Getränken. Im Zimmer gratis WLAN! Der Parkplatz ist gratis, jedoch nicht bewacht. Die Rechnung fürs Abendessen wollte ich auf die Zimmerrechnung schreiben lassen. Geht nicht, separate Verrechnung. Na ja, ich habe aber keine Tschechischen Kronen gewechselt... Ist jedoch kein Problem, der Rechnungsbetrag wird anstandslos in Euro umgerechnet und kassiert.
Teplitz- Schönau (Teplice) Während der österreichisch-ungarischen Monarchie war Teplitz - Schönau einer der ersten Stationen von Schauspielern um Erfahrung zu sammeln. Man ging in die Provinz, nach Marienbad, … oder eben hierher. Bekannt ist der Ort seit dem 18. Jhdt als Kurort. Das Heilwasser wurde und wird zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen verwendet. Neben Bäderbehandlungen werden auch Trinkkuren angeboten. Außerdem eignet sich dieser Ort gut als Ausgangspunkt für Fahrten ins „Elbsandsteingebirge“. Es ist ein weitläufiges Wandergebiet mit bizarren Felsformationen. Ich möchte mir hier ein paar nette Orte entlang der Grenze anschauen, daher wählte ich Teplice als Übernachtungsort. Teplice macht einen eher uneinheitlichen Eindruck. Einerseits noch immer altkommunistischer Charme des Verfalls, andererseits liebevoll renovierte Häuser in der Fußgängerzone. Und überall Heilbäder. Man hat das Gefühl in jedem zweiten Haus werden Kurbehandlungen angeboten.