Germany, India · 12 Days · 30 Moments · May 2017

Indien 2017


20 May 2017

Bevor ich dann zum neuen internationalen Flughafen von Mumbai bin, hab ich mich im Hostel noch mit einem Franzosen ausgetauscht der mind. die nächsten 6 Wochen in einem Ashram verbringt. Die Preise am Bombay Airport sind verhältnismäßig hoch, daher lohnt sich Duty Free Shopping leider nicht wirklich. Der Rückflug mit der Boeing 747-400 während der Nacht nach Frankfurt verlief ereignislos. Morgens um 8 Uhr hatte es hier 10 Grad, danach noch mit dem Canadair Regional Jet 900 das letzte Stück nach Nürnberg.
Am Spätnachmittag bin ich noch zur belebten und kommerzialisierten Einkaufsmeile der Stadt, der Linking Road nach Bandra. Die Klamotten für Männer halten sich in Mumbai stark in Grenzen und entsprechen auch nicht wirklich meinem Geschmack, da war die Auswahl an den Ständen in Goa schon deutlich besser.
Ja, mit dem Transport in Mumbai ist das so eine Sache. Da Uber und v.a. Taxis teurer sind und schlecht durch den dichten Verkehr kommen, Tuk-Tuks nur Kurzstrecken fahren und gar nicht in den Süden dürfen und außerdem eine Zigarette (werden hier einzeln verkauft) mehr kostet als eine Zugfahrt durch die ganze Stadt, ist es klar das jeder auf Schienen fährt. Das Gedränge ist v.a. in den Schnellzügen sehr groß. Allerdings gibt es extra Waggons für Frauen sowie Behinderte/Krebskranke und Alte. Sobald ein Zug einfährt stürmen alle ohne Rücksicht auf Verluste auf die anderen drauf zu, denn wer zu spät kommt muss sich bei offenen Türen draußen anhalten. Da kommts schon mal vor das man die drängelnden Leute auf der anderen Seite anschreien muss, damit man nicht während der Fahrt vom Zug fällt. Einfach verrückt diese Inder!
Da es gleich in der Nähe lag, habe ich mir Dhobi Ghat angeschaut. Ich kannte die größte Wäscherei der Welt schon aus dem Fernsehen. Da der Arbeitsbereich zum direkt dahinter liegenden Wohnbereich gehört, werden die 5000 Leute ohne jede Chance direkt in eine Kaste hinein geboren. Zum Waschen benutzen sie meist primitivste Hilfsmittel, wie z.B. ein Bügeleisen mit Kohle, oder stehen in mit Chemikalien verätzten Becken. Alle Hotels von Mumbai sowie die staatlichen Organisationen bringen ihre Wäsche hier her. Kleiner Schockfaktor: In den schwarzen Tonnen wird Krankenhauswäsche ausgekocht. Die geschätzten 1 Million Einwohner im größten Slum Asiens Dharavi dahinter, haben im Gegensatz dazu, wenn sie nicht gerade bei einer Quizshow gewinnen, nicht mal dieses Mindesteinkommen. Ich hatte eine private Führung dessen Erlös wenigstens den Arbeitern in Dhobi Ghat zugute kommt.
An meinem letzten Tag hier war morgens ein Gang durch den Lalaug Spice Market angesagt, um meinen Rucksack noch anständig zu füllen. Safran hatte ich schon aus Goa. Neben Kardamom, Chillies und vielen anderen Gewürzen sowie diversen Räucherstäbchen, habe ich auch Tirphal zum Schnäppchenpreis gekauft. Es ist eine Art des Szechuanpfeffers, soll sehr scharf sein und ist ausschließlich an der Westküste Indiens erhältlich. Da bin ich ja mal gespannt... 🌶

19 May 2017

Crazy, crazy Mumbai! Oder Bombay wie es früher mal hieß. Eine Stadt in der knapp 20 Millionen Menschen leben, die Hitze in den völlig überfüllten Straßen steht und überall ständig gehupt wird. Mit dem Zug von Kurla bis zum Hauptbahnhof (Mumbai CST). Von dort durch das Regierungsviertel bis zum Gateway of India und dem Taj Mahal Palace. Diese waren leider 2008 neben weiteren Schauplätzen von Anschlägen pakistanischer Terroristen betroffen. Ansonsten das Streetfood und den frisch gepressten Zuckerrohrsaft genossen sowie durch die Straßen geschlendert. Abends zeitig ins Bett...
Geschlafen hab ich im Zug nicht wirklich und mein Rücken hat sich sehr über die gesunde Haltung gefreut. Am Schlimmsten war aber die warme Zugluft, die einen förmlich austrocknete. Naja, so ist es halt - Sowas gehört manchmal dazu! Beim nächsten Mal spann ich halt einfach eine Hängematte und nehm noch mehr Wasser mit 😜 Um kurz vor 6 kam der Zug dann in Mumbai an und ich bin erstmal total gerädert und dehydriert mit dem Taxi zum Hostel, mein Gepäck abzuliefern und viel Wasser zu trinken...

18 May 2017

Die 12,5h Zugfahrt von Thivim nach Dadar in Mumbai zählt zu den krassesten Dingen, die ich bisher auf Reisen erlebt habe. Eigentlich hatte ich online mit AC3 (klimatisiert und 6 Betten) einen Platz im Schlafabteil des Nachtzuges reserviert. Aber aus irgendwelchen Gründen wurde die Buchung gecancelt. Hieß erstmal eine normale Karte kaufen (Betten waren alle reserviert). Als der Zug ca. 2h zu spät ankam, war das sog. General Compartment so überfüllt das die Leute dort schon in den Gängen saßen. Also bin ich in die Sleeper Class (Waggons mit sehr vielen Betten ohne Trennung) und sah zu bis die sich bei den weiteren Stopps des Zuges füllte. Leider blieb keine Liege frei, weshalb ich notgedrungen auf den Boden beim Einstieg zwischen den Waggons ausweichen musste. Bei einem indischen Zug bedeutet das links und rechts offene Türen, Toilettengestank, geschätzte 10 Inder die mit da sitzen sowie ständig vorbei wollende Leute (Junkies, Alte, Kranke, Schamanen, usw.). Wirklich alles dabei!
Als Abschluss für Goa nochmal ein halber und v.a. sehr heißer Strandtag am Anjuna Beach. Mittags ausgezeichnetes Falafel, Tzatziki und Pita nach israelischer Art. Ganz im Backpackerstyle war dann der abenteuerliche Transfer zum Bahnhof von Thivim im Jeep. Daran hatten aber auch die "Fahrkünste" meines verrückten Chauffeurs einen ziemlich hohen Anteil 🙈

17 May 2017

Zum Sonnenuntergang dann Paneer Mutter Masala im Curlie's. Und später ein gepflegtes Warmup im Hostel. Es ist immer wieder sehr interessant was die Leute auf Ihren Tripps so alles erleben! Für einen würdigen Ausklang sind wir anschließend noch in eine Techno Bar zum Strand vor. Ja, da hatten sie auch Gin & Tonic, der schön im Schwarzlicht leuchtete... 🥃
Mittwochs findet direkt am Anjuna Beach der aus Hippie Zeiten stammende Flea Market statt. Der war allerdings vorerst zum letzten Mal. Hier ist gerade Off Season, das merkt man auch daran das die Strände, Unterkünfte sowie Bars relativ leer sind und man insgesamt auf wenige Touristen trifft. Die Inder bereiten sich gerade auf den Monsun vor, bis im November die nächste Hauptsaison wieder los geht.
Mit Paul, einem 36 jährigen Australier aus Tasmanien, bin ich nach Norden von Anjuna über den Ozran Beach bis zum Vagator Beach gehiked. Der teilweise schroffe Weg war bei den Temperaturen zwar ziemlich schweißtreibend, aber den Aufwand auf jeden Fall wert. Wir wurden mit tollen Ausblicken und menschenleeren Küstenabschnitten belohnt. Mit Trink-, Essens- und Badestopps waren wir für die 12 Kilometer an die acht Stunden unterwegs, haben uns aber Bestens verstanden.

16 May 2017

Daher gönnte ich mir Chicken BBQ Steak im Curlie's direkt am Strand. Danach ein kurzer Abstecher zu einer der für Goa berühmten Techno Parties im Shiva Valley nebenan bevor es mit ein paar Leuten aus dem Hostel in geselliger Runde und ein paar Kingfisher Premium weiterging... Wie ich mittlerweile erfahren habe war der Palolem Beach Drehort für die Anfangssequenz der Bourne Verschwörung. Auch Panjim und die Brücke danach dienten dafür als Kulisse. ☝️
Den Rest des Tages war relaxen am Anjuna Beach angesagt. In Palolem hab ich mir auch gleich noch eine kleine Magenverstimmung zugelegt, weshalb ich jetzt erstmal die Finger von scharfen indischem Essen lasse 🙈
So, heute hatte ich indisches Busfeeling pur. Zuerst von Palolem nach Margao, von dort nach Panaji (früher: Panjim), weiter nach Mapusa und dann endlich nach Anjuna. Ein freundlicher Israeli nahm mich dort auf seinem Motorbike die letzten Meter bis zum Hostel mit. Insgesamt ging das Ganze ca. 5 Stunden und hat keine 2€ (150 INR) gekostet. Higlight war eine Schlägerei zwischen zwei Busangestellten und einem Fahrgast, die auch noch auf offener Straße weitergeführt wurde. Naja, mitgfahrn isser auf jeden Fall nicht mehr der gschundene Kerl! Worums eigentlich ging hab ich allerdings nicht mitbekommen...

15 May 2017

Nachmittags klarte es dann doch noch einigermaßen auf, sodass der Palolem Beach für den Rest des Tages natürlich gesetzt war.

14 May 2017

Obwohl es heute morgen noch leicht regnete und bewökt war, hatte es hier an die 30 Grad. Strand machte aber trotzdem wenig Sinn, auch wenn die Kühe und Hunde dort lagen. Also nutzte ich die Zeit um die Gegend zu erkunden. Mittags Chicken Biryani im Café Rumba in Palolem.
Zum Abendessen gab's dann Fish Thalis im Fisherman's. Eine Platte mit Dingen, die sich geschmacklich stark unterscheiden. Auch der Fisch war ausgezeichnet. Dazu natürlich Large Kingfisher Premium Beer. Hier hat's dann angefangen zu Gewittern und stark zu Regnen, was auch schon während des Essens zu ein paar Stromausfällen geführt hat. That's India!
Mittags hatte ich Curry Prawn Rice im Cafe Del Mar. Unvorstellbar für mich ist wie die Leute hier teilweise in Zelten oder bedürftig zusammen gefrickelten Buden hausen können. Sunset natürlich auch am Palolem Beach.
Nachdem ich mir eine Unterkunft im Hostel gesichert hatte (1km Fussmarsch) ging's ab an den traumhaften Palolem Beach. Perfekt zum Relaxen nach den Strapazen der letzten Stunden! Der 2 Kilometer lange Sandstrand ist dank Leuten die den Müll einsammeln absolut sauber. Das Wasser hat allerdings geschätzt aktuell knapp 30 Grad und kühlt bei den Temperaturen hier nicht wirklich ab 🙈
Mein Flug kam pünktlich zum Sonnenaufgang in Goa an. Da der Airport etwas außerhalb liegt, fuhr ich mit dem Taxi bis nach Margao (ca. 12€) und von dort mit dem Bus für ca. 50 Cent die restlichen 30 Kilometer bis nach Palolem in den Süden von Goa. Bei 34 Grad hier ist auch so eine 3stündige Busfahrt ohne Klima ein Erlebnis. Tipp: Auf jeden Fall genügend zum Trinken mitnehmen und darauf einstellen das man als Nicht Inder auffällt... Bei indischen Flughäfen zählt auch schon der Eingang zum Sicherheitsbereich, d.h. wenn man mal drin ist darf man nicht mehr raus und umgekehrt.

13 May 2017

Unseren letzten gemeinsamen Abend haben wir im "Hakuna Matata" verbracht. Essen, Bier und G&T waren hervorragend, kriegs nur leider nicht mehr zusammen wie die Gerichte genau hießen. Danach ging's für Bernd und mich zum Flughafen, da ich mich nun doch gegen die Zugfahrt entschieden und einen Flug für 35€ mit AirAsia nach Goa gebucht hatte. Bernd musste leider schon nach good old Germany zurück. Für mich bedeutete das allerdings die Nacht durchzumachen...
Die Teilnehmerzahl und v.a. das rege Interesse auf unserem Icinga Camp war in Ordnung. Und nach dem Mittagessen war auch schon ich an der Reihe. "Integrations with Icinga" war mein erster Talk überhaupt, natürlich auf Englisch. Meine vielen Slides führten zu einigen Fragen bei den häuptsächlich indischen Teilnehmern, bei denen ich mich doch manchmal schwer tue das schnell genuschelte Englisch zu verstehen. Insgesamt war ich aber in der Zeit (45m) und auch das Feedback fiel bisher ganz gut aus - nochmal Glück gehabt 😅
Samstag war's dann auch Zeit für unser Event. Da wir zu Früh am Veranstaltungsort waren, gaben wir uns auf Empfehlung unseres Taxifahrers noch lokales Frühstück: Dosa Masala - einfach mal ein neues Erlebnis nur mit den Fingern zu essen und die verschiedenen Geschmacksrichtungen sind sowieso unbeschreiblich. Aber alles billig und v.a. sehr lecker 😋
Schnappschuss aus dem Auto. Die fahren hier wirklich alles rum...

12 May 2017

Im Anschluss an den letzten Nachmittag der rootconf ging's mit ein paar Teilnehmern noch zum Abendessen ins Windmills. Die knapp 1,5 Stunden Fahrt dorthin während der Rushour und den schlechten Service glichen das fabelhafte Essen (Roasted Pulled Pork Burger) und die gute Unterhaltung an unserem Tisch aber locker wieder aus. Dazu trug natürlich auch das deutsche Bier hier bei 🍻
Feitag Vormittag fuhren wir in die Commercial Road um mal etwas mehr von Bangalore zu sehen. Bei unserem Rundgang durch die Straßen konnten Bernd und ich sehr viele Eindrücke von verschiedensten "Geschäften" und dem Treiben dort sammeln (ja, da liegen Kühe auf der Straße). Aber leider auch vom sehr offensichtlichen Müllproblem und Menschen die teils in ärmlichsten Verhältnissen leben...

11 May 2017

Die erste Nacht in Bangalore war kurz (ca. 4h), denn in der Früh bin ich mit Bernd zur rootconf. Er hielt dort mit der gewohnten Souveränität einen interessanten Vortag über Open Source Monitoring. Mittags gönnten wir uns eine Masala-Box. Bevor wir uns dann zum Eveningevent in der Brewsky Microbrewery aufmachten, saßen wir noch gemütlich bei einem kühlen Bier zusammen. Ich mag den Kerl einfach!

10 May 2017

Bei 1,4 Grad in der Früh und Zugverspätung fällt der Abschied von Deutschland nicht besonders schwer. Somit gings mit dem Lufthansa Zubringer von Nürnberg nach Frankfurt und von dort mit dem Siegerflieger, einer Boeing 747-8, etwas über 8 Stunden ins sog. indische Silicon Valley nach Bangalore. Filme waren "The Founder" über die Gründung von Mc Donald's und der neue "xXx", außerdem wurde das CL-Halbfinale Athletico - Real Madrid live übertragen. Was für eine erste Halbzeit!

9 May 2017

Das schwierigste am Business eVisa war das Hochladen eines Passports in vernünftiger Qualität der 300 Kilobytes nicht übersteigt. Nach mehreren Versuchen war das aber auch knapp eine Woche vor Abflug erledigt und dem Tripp nach Indien stand nix mehr im Weg...