Europe, Africa · 18 Days · 69 Moments · June 2017

Markus & Ursula auf den Kapverden


20 June 2017

Nun schließt sich der Kreis. Olten hat uns wieder. Und alles so schön grün. Auch wunderbar!
Landed on time (13:05). (Das ist hier ja heisser als auf den Kapverden!!)
Ein paar Stunden warten mitten in der Nacht auf dem Flughafen von Sal ist auch eine Erfahrung. Um halb 3 (statt 1 Uhr) morgens fliegen wir endlich Richtung Lissabon. Die harte Nacht setzt sich im Flieger fort (Kindergeschrei, unbequemste Schlaflage, Rumoren im Bauch). Aber in Lissabon reicht es für den Anschlussflug in die Schweiz (inkl. Zwischenstopp an der Kaffeebar).

19 June 2017

Das Wetter ist beständig unbeständig. Am Morgen früh eher bedeckt, im Lauf vom Vormittag wird es immer besser bis es am Mittag recht schön ist. Am Nachmittag und Abend wechseln sich Wolken mit Sonne ab. Heute liegen wir nochmals etwas am Strand rum, schauen den Fischern zu, spielen eine Runde Minigolf auf einer schön in der Hotelanlage gelegenen, aber schitteren Bahn. Später schwärmt Ursula von der besten Massage, die sie seit langen erleben durfte, und ich habe noch ein paar Souvenirs in den Strassen von Santa Maria erhandelt. Am Abend geniessen wir nochmals das sehr gute Essen im hoteleigenen Restaurant La Tortue. Dann gehts an die Reception zum Zahlen und danach mit dem Taxi zum Flughafen.

18 June 2017

Später essen wir im Palm Beach unmittelbar am Strand. Hier gibt es gute Italienische Küche. Der Platz ist angenehm gestaltet, etwas 0815, für europäische Touristen halt. Unsere Poulet sind aber in Ordnung, die Bedienung etwas wenig aufmerksam, aber nicht unfreundlich. (***\*)
Ok, heute wieder Happy Hour im Calema, die Caipis sind immer noch günstig 😊
Nachdem wir den Morgen wieder am Strand, den Mittag in der Beach Bar des Hotels Morabeza verbringen, wandere ich etwas durch das sonntägliche Santa Maria bis zu den nördlich gelegenen Salinen hinaus. An den Hauptstrassen geht das muntere touristische Treiben normal weiter. Dahinter ist es ruhig. Kinder spielen auf den Spielplatz, eine Treppe wird gepflastert, ein Schwatz abgehalten, usf. Je weiter vom Zentrum entfernt, desto ärmlicher wird die Gegend. Dann kommt nur noch Niemandsland bis zu den Salinen. Diese sind noch gut erkennbar, scheinen fast noch in Betrieb. Aber es ist unklar, ob hier noch jemand arbeitet, da es doch sehr verwahrlost und schmutzig ist. Einzig einem Wattvogelpaar scheint es hier zu gefallen, denn es versucht mich wie wild wegzulocken, um die Jungen zu schützen.

17 June 2017

Das Essen im Restaurant des Hotels Odjo d'Agua über den Wellen des Meeres schmeckt wunderbar. Ob Thunfisch an Currysauce oder feine Rindfleisch-Schnitzel à la Brasilienne, wir sind sehr zufrieden, geniessen die Musik im Hinter- und im Vordergrund und hören dem Rauschen der Wellen zu. (***\*)
Happy Hour auf der geschäftigen Rua 1 de Junho; der Caipiriña für 200 ESC (~ 2 CHF).
Auf dem Steg verkaufen die Fischer von Santa Maria ihren Fang. Und überall werden Souvenirs angeboten. Doch Vorsicht, vieles, ja fast das meiste stammt aus Afrika und ist nicht einheimisch.

16 June 2017

Wir faulenzen und liegen am Strand und ein Teil vom uns (M) verbrennt sich zünftig. Die Sonne ist nur abschnittsweise am Himmel sichtbar; trotz der vielen Wolken ist es aber hell und klar. Am Abend essen wir in Strandnähe bei D'Angela. Das Restaurant existiert zur Zeit in einer Art Festzelt; die einheimische Küche (wir nehmen Poulet gegrillt bzw.an Rahmsauce) ist gut zu einem fairen Preis. (***)

15 June 2017

Am Abend geniessen wir im hoteleigenen Restaurant ein paar Tapas. Sie schmecken vorzüglich. Das Restaurant hat unbestritten guten europäischen Standard. Die Preis sind relativ hoch, aber immer noch angemessen. (****)
Wir werden von einem sehr freundlichen jungen Taxifahrer am Flughafen Amicar Cabral auf Sal abgeholt. Er bringt uns ins rund 30 km südlich gelegene Santa Maria. Die Fahrt führt durch wüstenähnliches Gebiet und endet am Meer. Von weitem sind die ausgedehnten Hotelanlagen sichtbar und jagen mir schon einen Schrecken ein. Gut, Santa Maria lebt praktisch nur noch vom Tourismus dank des unendlich langen Strandes. Unser Hotel Morabeza war und ist das erste Hotel am Platz. Die Anlage ist ausgedehnt, die Zimmer grosszügig, alles ist sauber und gepflegt, das Personal freundlich, direkt vor dem Hotel liegt der riesige flache Strand mit tiefblauem Meer. OK, ich bin einigermassen versöhnt mit dem Ort.
Heute verlassen wir Fogo und fliegen zurück in die Hauptstadt Praia. Hier haben wir 6 h Aufenthalt bis wir weiter auf die Insel Sal fliegen. Da es Inlandflüge sind, können wir in Praia 'rasch' mit dem Taxi in die Stadt fahren (2x 800 ESC ~ 15 CHF).

14 June 2017

Der Empfang in der Pousada Bela Vista ist doch etwas freundlicher als vor zwei Tagen. Das Zimmer liegt zudem besser im ersten Stock, wo es auch eine kleine Gemeinschaftsterrasse mit Meerblick hat. Der Innenhof ist hübsch, das Personal kann zum Teil sogar lächeln. Hingegen fehlt auch hier ein Wifi Zugang. Das Rating bekommt einen halben * mehr als nach dem ersten Besuch (s. 12.6.17). (***\*)
Da keine andere Strasse zum Krater hinausführt, fahren wir den Weg über den Südrand zurück. Danach geht es über die Ringstrasse der Insel, die ausser dem neusten Stück zwischen São Jorge und São Filipe ausschliesslich aus Pflastersteinen besteht, über Moistera im Nordosten nach São Jorge. Hier befindet sich am Meer ein kleiner Fischerhafen und eine zerklüftete Bucht, in der früher Salz gewonnen wurde (Ponta da Salina). In kleinen Eintiefungen bleibt bei tiefen Meeresstand das Salz zurück. Diese Badewannen eigenen sich heute wunderbar für ein kühlendes Salzbad, wenn man denn wegen dem hohen Wellengang und den scharfen Klippen hinzukommt.

13 June 2017

Ein kleiner Ausflug am Abend führt mich mitten ins Weingebiet des Fogoweines an den feuchteren Nordabhang des Vulkans. Verstreut liegen kleine Bauernhäuser, die letzten Bauern und Bäuerinnen sind auf dem Heimweg. Irgendwann endet die Strasse vor den letzten Hof mitten in den leuchtenden Weinreben.
Am späten Nachmittag kommen wir in unserer Pension "Chez Marisa" an, die ziemlich ausserhalb der ehemaligen Dörfern recht einsam liegt. Bis 2014 lag sie jenseits des kleinen Hügelzugs in Bangaeira, wurde aber - mit etwas weniger Liebe und Charme - auf der Lava raschest möglich wieder herstellt. Die Bauqualität hat darunter gelitten, denn vieles sieht bereits älter aus als zweijährig und der Boden unter den Fliesen ist noch so heiss, dass stellenweise nicht barfuss gegangen werden kann. Dennoch haben die Zimmer, die um einen Innenhof angeordnet sind, alles was es braucht. Wir fühlen uns - wie alle anderen - so sicher, dass nachts Tür und Fenster offen bleiben. Nur das Bett entspricht nicht dem heutigen Standard, es giert und knarrt bei jeder Bewegung, und das ist oft, da die Matratzen mindestens aus dem vorletzten Jahrhundert stammen müssen. Das Essen, es gibt zwei Menüs Fisch und Huhn, ist afrikanisch angehaucht und schmeckt vorzüglich. Am Abend gibt es sogar ein Dessert. (***\*)
In São Filipe fallen zwei Dinge besonders auf. Zum einen kommt man immer wieder an riesigen Wandmalereien im ortstypischen Stil vorbei. Wobei der Übergang zur Werbung fliessend ist. Zum anderen sind es die Sobrados, zweistöckige Gebäude, die um die vorletzte Jahrhundetwende entstanden sind. Die Geschichte jedes einzelnen Sobrado bzw. deren Besitzer ist bedeutend für Geschichte und das Verständnis von São Filipe und der ganzen Kapverden.

12 June 2017

Am Abend essen wir in dem in jedem Reiseführer als "Insidertip" empfohlenen Pipi's Bar. Sie wurde von einer Senegalesin gegründet und es werden afrikanisch inspirierte Geflügel-, Fisch- und Fleischgerichte angeboten. Der Clou dabei sind die leckeren Saucen, die zum Gebratenen serviert werden. Sowohl unsere Zwiebel- wie unsere Erdnusssauce zum Poulet waren hervorragend und empfehlenswert. Der Service war freundlich und aufmerksam. Das war wohl auch all den anderen Touristen im Ort zu Ohren gekommen, so dass die Tische gut besetzt waren. Leider auch hier wie in São Filipe scheinbar üblich, kein Wifi Zugang. Das Pipi's ist zwar kein "Geheim-" oder "Insidertip" mehr, aber nichtsdestotrotz empfehlenswert. (****)
Zurück fahren wir quasi eine Höhenstufe höher dem Vulkan entlang. Hier finden wir immer wieder Baobabs, die wild wachsen und eigentlich von Afrikas Ostküste stammen. Wieso sie auf dieser Insel schon seit langer Zeit vorkommen, darüber streiten sich auch die Gelehrten. Unterhalb des grossen Baobabs entdecken wir die Kirche Paroquia de São Lourenço mit einem grossen Friedhof. Dieser hat eine wunderschöne Lage leicht am Abhang zum Meer, erscheint aber äusserst ungepflegt bzw. nicht unterhalten.
Am späteren Nachmittag tingeln wir noch etwas der Ostküste entlang. Wir beginnen am riesigen schwarzen Strand, der unterhalb der Felsenküste liegt, auf der die Stadt gebaut ist. Nördlich ausserhalb von São Filipe hat es immer wieder schöne grosse Gebäude, zT neueren Datums, zT schön restaurierte Häuser aus der Kolonialzeit. Auch wenn es auch viele einfache Bauten hat, gilt die Gegend eher als wohlhabend. Die Umgebung ist wie auf der gesamten Südseite des Vulkans Fogo trocken und abweisend. Unter den Akazien suchen sich Kühe, Ziegen, Schweine und Hühner ihr kärgliches Futter. Etwa ab São Jorge sieht man dann wie der Nebel vom Atlantik an den Vulkankegel hochdrückt, so dass unversehens alles im Nebel verschwindet, um Minuten später wieder daraus aufzutauchen. Immer wieder gibt es fantastische Aus- und Einblicke. Entsprechend ändert sich auch die Vegetation und mehr und mehr Wald macht sich breit.
2 Minuten später sind wir in unserer Pousada Bela Vista. Beim wortkargen (wenn nicht gar praktisch wortlosem) Empfang durch eine alte Frau denken wir noch nicht viel und nehmen das Zimmer entgegen. Als wir uns später offiziell bei der Dame des Hauses ordnungsgemäss anmelden wollen, müssen wir sie fast dazu zwingen. Wann es ev. Frühstück gibt, müssen wir ihr aus der Nase ziehen. Ein (freundlicher) Empfang stellen wir uns anders vor. Das Hotel und die Zimmer sind sonst recht hübsch und stilgerecht renoviert, der Innenhof charmant. Aber eben, der Empfang macht es uns schwer, das alles zu geniessen. (s. 15.6.17)
Am Flughafen werden wir von der Mietwagenfirma (Intercidade) abgeholt und in die Stadt gefahren, wo uns das Auto übergeben wird. In diesem gibt es endlich keinen Zigarettenanzünder mehr, sondern einen Doppel-USB-Stecker für iPhone, GPS, iPad, Kamera etc. Lobenswert!
Ausnahmsweise bekommen wir das Frühstück bereits um 8 Uhr, so können wir rechtzeitig das Mietauto in Praia zurückgeben. Die Fahrt für die ca. 70 km dauert gut 1.5 h. Der Flug von Praia nach Sāo Filipe dauert nur knapp 25 Minuten, was grad für ein paar Knabbernüssli reicht; Getränke gibt es nicht. Am etwas windigen (die Landung haben die Binter-Piloten trotzdem hervorragend gemeistert), kleinen Flughafen kommt es dann bei der Gepäckausgabe etwas zum Chaos. Es gibt ein Rollband von ca. 5 m Länge, dann gelangen die Koffer zuerst auf einen Rollen-, dann auf einen Holzrost. Ein paar Gepäckwägeli stehen nebeneinander am Rollband und dazu etwa 50 Passagiere, die an ihre Koffer gelangen wollen. Den Rest kann man sich vorstellen. Bald hat sich ein Haufen Koffer aufgetürmt ...
Das King Fisher Resort ist eine kleine Appartement-Anlage mit 8 Zimmer über einer kleinen Bucht gelegen. Sie ist von Hunden und Personal rund um die Uhr bewacht (was auf den Kapverden eigentlich nicht nötig ist). Die grosszügigen Terrassen bieten einen weiten Blick auf den Atlantik. Die von der Anlage zugängliche Bucht ist geeignet zum Schwimmen, Schnorcheln oder Tauchen. Entsprechendes Equipment kann gemietet werden bzw. Taucher werden zu geeigneten Plätzen von geschultem Personal begleitet. Das Frühstück kann selbst zubereitet werden oder wird angeboten. Für uns am Abreisetag auf Anfrage auch mal etwas früher. Insgesamt hatten wir einen angenehmen Aufenthalt, der auch länger zu empfehlen ist. (****)

11 June 2017

Den Abend verbringen wir im Restaurant Le Buzio in einer Seitengasse im Zentrum von Tarrafal, weil die Strandrestaurants von Musik in Überlautstärke beschallt werden. Zufällig treffen wir ein Schweizer Paar (Lisa und Markus aus Mattstetten) aus dem King Fisher Resort wieder, das wir beim Frühstück kennengelernt haben. Wir verbringen einen lustigen und angenehmen Abend. Heute gibt es für alle fangfrischen Fisch (für ca. 500 ESC je Fisch) und er schmeckt hervorragend. (****)
Am Nachmittag machen wir noch einen Besuch im ehemaligen portugisischen Konzentrations- bzw. Arbeitslager von Chā Bom unmittelbar vor Tarrafal. Das Lager wurde in den 30-er Jahren errichtet und wurde nach dem Weltkrieg geschlossen. Später wurde es bis in die 70-er Jahre wieder zur Inhaftierung von Unabhängigkeitskämpfern aus den Kapverden, Angola und Guinea benutzt. Die Foltermethoden waren und sind unvorstellbar, besonders weil sie so brutal-subtil waren. Miserable bis verdorbene Nahrung und Wasser im Verbund mit explizit unterbundener Gesundheitsvorsorge waren die "Stärken" dieses Lagers, aber vor allem gewisser Lagerleiter. Dieses Mahnmal der Unmenschlichkeit soll richtigerweise erhalten bleiben.
Ein sonntäglicher Spaziergang durch Tarrafal führt dem Meer entlang zum Badestrand und Hafen. Am Strand johlen die Kinder, tanzen die Jugendlichen zu (extrem) lauter Musik, die Fischer machen sich an ihren Booten zu schaffen, aus den Kirchen tönt Gesang, die Aluguer sind auf Kundensuche; und manche Strasse liegt auch einfach in ihrem sonntäglichen Schlaf.

10 June 2017

Zur Abwechslung gehen wir zum "Italiener". Das Restaurant VistaMare bietet fast europäische Küche in Tarrafal, in einem neuen Lokal, das gut auch in Italien stehen könnte. Die grosse Terrasse über dem Strand lässt hoffen, das zur Hauptsaison mehr Gäste einkehren; heute Abend sind wir die einzigen. Das Thunfisch-Tatar ist perfekt, die Bruschette sind nicht raffiniert aber in Ordnung. Die Spaghetti mit Shrimps haben natürlich nicht Crevetten drin (wie von gehofft und erwartet), sondern? Richtig, frische ungeschälte Garnelen. Massaker zum 2. Mein Tintenfisch-Eintopf ist aber prima. Die Bedienung ist zwar freundlich, aber etwas gelangweilt und wenig sprachkundig. (****)
Auf der Strasse kommen einem die Einkäufe dann ev. wieder entgegen, zB festgezurrt auf dem Dach des Sammeltaxis. Immer rechnen muss man zudem auf der Strasse auch mit Kühen, Eseln, Schweinen, Ziegen, Hühnern und auch mal Menschen, allein oder im Familienverbund. Also vorsichtig fahren!
Heute fahren wir knapp 30 km zurück ins Inselinnere nach Assomada, das mit ca. 13'000 Einwohnern zweitgrösste Stadt auf Santiago ist. Die Ausblicke während der Fahrt sind wieder fantastisch auf die karge Landschaft. In Assomada besuchen wir den berühmten farbenfrohen Markt, der besonders am Samstag sehr lebendig sein soll. Die Auswahl an Lebensmitteln im festen neuen Marktgebäude oder auf der Strasse ist riesig (wir kaufen frische Mangos für 30 Rp. pro Stück). Auch Kleider, Schuhe, Haushaltsartikel oder Möbel können (vor allem draussen) erstanden werden. Zudem hat es im Zentrum unzählige Mercados, wo man noch allerhand anderes für den täglichen Bedarf kaufen kann. (NB: Dafür spuckt der Bancomat keine Escudos mehr aus ...)

9 June 2017

Das Abendessen im Restaurant Baia Verde direkt über dem grossen Sandstrand zeichnet sich für uns nun durch zwei Dinge besonders aus: Camarãos als Vorspeise sind die etwas grössere, ungeschälten Garnelen und nicht etwa Crevetten wie gedacht und hinterlassen ein Massaker und stinkende Finger. Und die unscheinbare Molho (Sauce), die unaufgefordert auf den Tisch gestellt wird, ist HÖLLISCH (😭👹👿🌶) scharf. Ein Minitropfen auf etwas Brot brennt auch 10 Minuten später noch im ganzen Mund. (***)
Nun geht es zügig auf der Hauptstrasse über Assomada Richtung Norden bis wir in Tarrafal wieder das Meer erreichen. Das Landesinnere ist wieder äusserst trocken, ein paar Akazien und Eukaliptus wachsen an den Hügeln. Die zackigen Berge, die wir immer wieder sehen und auch mal überqueren, sind praktisch ohne Bewuchs. Unser King Fisher Resort ist eine kleine Hotelanlage mit direktem Meerzugang. Unser Zimmer ist grosszügig, mit Terrasse inkl. Küche und bietet eine schöne Aussicht.
Mitten im Dorf Ribeira Grande de Santiago steht auch heute noch der Pelourinho (Pranger) aus der portugiesischen Kolonialzeit als die Kapverden der zentrale Sklavenumschlagplatz waren; später wurde er aber weiter genutzt. Er wurde zwar verschiedentlich als verhasstes Symbol der Unterdrückung zerstört, wurde danach aber immer wieder restauriert und wird heute von den Kapverdianern als Kulturerbe bzw. Teil ihrer Geschichte akzeptiert.
Bevor wir die Insel Santiago ganz durchqueren, um zu unserem Hotel in Tarrafal zu gelangen, machen wir einen Abstecher nach Cidade Velho (oder Ribeira Grande de Santiago). Das UNESCO-Weltkulturerbe beherbergt die überhaupt erste weisse Siedlung südlich der Sahelzone Afrikas. Die ursprünglich strohgedeckten Steinhäuser bilden zwei Strassenzüge, einige Häuser sind immer noch bewohnt, einige originalgetreu restauriert, andere nur der Form nach mit Scheinfassaden und wiederum andere sind zerfallen. Über den Häusern thront die Capela Nossa de Senhora Rosário, die zeitweise auch Bischofssitz war. Ein nette alte Frau, die den Kirchenplatz wischt, öffnet uns die Kirche, und schliesst sie später wieder. Wahrscheinlich verdient sie so etwas dazu, da wir ihr natürlich ein kleines Trinkgeld geben. Die Wände der Kirche sind mit wunderschönen portugiesische Kacheln ausgekleidet. Zudem hat sie schon berühmtere Besucher als uns gehabt, wie Columbus oder Vasco da Gama auf ihren Entdeckungsreisen.
Um 6 Uhr werden wir pünktlich vom Aluguer-Fahrer abgeholt und zum Flughafen gefahren. Auf die Minute genau um 7:35 starten wir auf der Piste den Flug nach Praia. Nicht wie vorgesehen mit der staatlichen TACV, sondern mit der ursprünglich von den Kanaren stammenden Binter. Der Flieger ist Dreiviertel leer, der Flug von ca 1 h verläuft ruhig und angenehm. Der Flughafen von Praia hingegen ist eine einzige Baustelle, da er massiv ausgebaut wird. Zügig können wir auch unser Auto übernehmen und in die Stadt fahren, wo wir quasi zum Frühstück Kaffee und Krapfen (mit Fisch gefüllt!) zu uns nehmen.

8 June 2017

Zum Abendessen gehen wir wieder zum alten bzw. Sporthafen hinunter und kehren da im Pont d'Agua ein. In diesem eher gehobenen Restaurant auf der Mole essen wir quasi über dem Meer für rund 50 CHF hervorragend. Fischcarpacchio, Tomatensuppe, Filet Mignon, Thunfisch, Wein, Dessert, Bedienung mehrsprachig und freundlich; alles tipptopp. (****\*)
Das Upgrade vom Upgrade bei der Rückkehr ins Mimagui: die zurückgelassene Tasche liegt bereits in einem kleinen Appartement bereit, als wir mit dem Taxi (bzw. einem 'Aluguer') von der Fähre ankommen. Die Fahrt hat übrigens 200 ESC (~ 2 CHF) gekostet. Wir bitten ihn gleich, uns morgens um 6 an den Flughafen zu fahren, was er auch verspricht...
In Espangeiro zweigen wir in die Hochebene von Lagoa ab. Die Ebene ist sehr trocken und kaum bewohnt. Die wenigen Bewohnerinnen und Bewohner sind mit Feldarbeit beschäftigt, erstaunlich viele Kinder sind auf dem Schulweg. Hier, mit dem Auto und in Kilometern gar nicht so weit weg von der Zivilisation, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Der wohl einzige Brunnen im Dorf Lagoa spendet Wasser für die ganze Region, sprich, dieses muss mühsam über Kilometer zum Beispiel auf dem Kopf heimtransportiert werden. Der Esel ist noch allgegenwärtig - und wird eben auch für den Wassertransport verwendet. All dem entsprechend werden die Strassenverhältnisse immer prekärer, bis zum Aussichtspunkt an der Lombo Gudo so prekär, dass sich nun auch der Vierradantrieb nicht nur auszahlt, sondern zwingend wird. Es holpert und schüttelt, aber es geht stetig vorwärts. Wir werden dafür mit einer grandiosen Aussicht ins Ribeira do Invierno belohnt.
Nun gilt es zurückzufahren und die Insel wieder zu verlassen. Über Ribeira Grande geht es wieder über die alte Passstrasse nach Süden, wie wir bereits angereist sind. Das Wetter spielt heute noch besser mit, so dass wir grandiose Ausblicke besonders auch ins parallel zur Passstrasse verlaufende Ribeira da Torre erleben dürfen. Corda liegt 1000 m über Meer mit Blick auf Ribeira Grande hinunter und weit ins Meer hinaus. Hier werden an steilen Hängen Terrassen in mühsamer Handarbeit gepflegt und für die Saat bereitgemacht. Der Nebel drückt ab und zu vom Tal hinauf und es wird merklich kühler.
Die drei Tage im Musica do Mar waren angenehm. Wir hatten ein schönes grosses Zimmer mit wunderbaren Meerblick und Sicht auf das Dorfleben (zumindest den Teil, der hier am Meer stattfindet). Das Zimmer war immer sauber und mit den zwei Balkonen konnte es kühl gehalten werden (dafür etwas Durchzug in der Nacht). Das Frühstück war reichhaltig, mit Früchten, Omelette, einheimische Schinken und (meist) dem berühmten Ziegenkäse. Die Betreiberinnen sind freundlich und unaufdringlich. Empfehlenswert! (****)

7 June 2017

Der Reiseführer unserer Reise empfiehlt auch die (Cantinhas di) Gato Preto zum Abendessen. Sie befindet sich zwei Strassen weiter und hat noch knapp Blick auf das Meer. Das Lokal ist sauber und einladend, der Chef bedient zum Teil selber. Die Vorspeisen sind gut (Gemüse-Beignets) und frittierte Wurstabschnitte aus lokaler Wurst ("Ribeira Grande"). Die Hauptspeisen treffen unseren Geschmack weniger. Eine Art Schweins-Carpacchio ist ziemlich zäh, dazu gibt es sehr einfaches Gemüse; meine Cachupa ist zwar in Ordnung, aber ist mir zu sehr eingekochter Eintopf. Zum Trost spendet der französische Wirt, der eine italienisch-kreolische Küche führen will, uns einen kleinen Grogue. Dies versöhnt uns etwas. (**/*)
In Vila das Pombas geniessen wir einen kleinen Mittagslunch direkt am Meer in einem modernen Café. Wir schauen den herrlichen türkisblauen Wellen zu unseren Füssen zu. Danach fahren wir weiter der Küste entlang Richtung Südosten, kommen an kleinen Fischerdörfern vorbei, bis wir den Farol (Leichtturm) Fontes Perreira de Melo erreicht haben. Dieser ist zwar völlig zerfallen und durch ein kleines solar betriebenes Licht ersetzt worden. Hier bietet sich uns einmal mehr ein toller Blick auf die blau-schwarzen Strände und die ständig durch kräftige Wellen bearbeitete Klippen. Ab hier bzw. ab dem Tunnel St. Barbara bei Pontinha de Janela erschliesst eine neue Asphalt-Küstenstrasse den Weg nach der neuen Inselhauptstadt Porto Novo (bis in die 60-er Jahre war es Ribeira Grande). Das Wetter ist auf dieser Seite recht trüb und dunstig, erst zurück in Porto do Sol haben wir wieder eitel Sonnenschein.
Hier sehen wir auch noch viele der ursprünglichen, mit Schilf oder Zuckerrohrstroh gedeckten Häuser. Durch das dauerhaft vorhandene Wasser wirkt das Tal für kapverdische Verhältnisse extrem grün.
Der Ausflug heute führt entlang der wilden und zerklüfteten Nordostküste, primär mal nach Vila das Pombas, oder auch Paùl ("Sumpf") wie das ganze Gebiet inkl. Tal heisst. Der Ort ist einmal mehr nichts besonders Schönes, scheint aber dem geschäftigen Vorbereiten auf einen grossen Markt oder ein Fest nach, eine wichtige regionale Rolle zu spielen. Auf engen Strassen schlängeln wir uns ins Tal hinein und immer weiter hoch. Offensichtlich ist hier der Zuckerrohranbau, aus dem der berühmte (und schmackhafte 😊) Grogue gebraut wird. Früher galt das als besonders einträglich, weil der Schnaps an all die den Atlantik überquerenden Schiffe verkauft werden konnte. Aber auch heute ist es wohl eine Haupteinnahmequelle hier im Tal, wenn auch Bananen, Mangos, Passionsfrüchte, Mais und anderes mehr angebaut werden. Das Tal hat durch die sich hier häufig am Berg stauenden Wolken auch jetzt - im Gegensatz zu den meisten anderen Regionen - konstant etwas Wasser, und sogar offene Bäche!

6 June 2017

Wir essen im Caleta, einem kleinen Bar/Restaurant, nur ein paar Meter entfernt von unserem Residencial. Kurz nachdem wir ankommen, beginnen auch zwei Musiker portugiesisch-kreolische Musik zu spielen. Die kleine Terrasse an der Meerespromenade war gestern bald ausgebucht, darum sind wir heute vor halb acht dort, was grad reicht um noch einen Tisch zu ergattern. Nach einem kleinen Amuse-bouche bekommen wir einerseits den Thunfisch an Mangosauce und andererseits Gitzi auf kreolische Art. Beides schmeckt hervorragend. Desserts scheinen hier aber eher eine europäische Sitte, man macht (auch als Servicepersonal, das sonst durchaus freundlich und aufmerksam ist) lieber mit der Musik mit. (****)
Vielleicht ein paar Worte zu den Strassen auf den Kapverden: Sie sind in der Regel gar nicht schlecht, wenn man mit einfach behauenen Pflastersteinen zufrieden ist. Darauf lässt sich auch zügig fahren. Etwas abseits stösst man dann auf staubige Schotterpisten, zum Teil dann kaum mehr als einspurig. 4x4 ist nicht zwingend nötig, ein robustes Auto aber schon. Die einzige asphaltierte Strasse, die uns bisher begegnet ist, war im Garça-Tal, völlig überraschend, quasi aus dem nichts. Laufkomfort und Ruhe im Auto waren für einen Moment überwältigend; gut, jetzt hörte man den Dieselmotor etwas arbeiten. Diese Strasse endete aber ebenso überraschend in einer einspurigen Staubstrasse... Im Ribeira Grande-Tal war die Pflasterstrasse vom Fluss (er muss also schon ab und zu recht Wasser führen) stellenweise weggespült. Nun verläuft die Strasse während der Bauarbeiten halt im Fluss. Man muss einfach damit rechnen, aber man gewöhnt sich daran 😉.
Von der kleinen Bar aus in Cruzinho geniessen wir dann einen fantastischen Blick auf die Nordküste von Santo Antão mit hohen Wellen, noch höheren Klippen und schwarzen Sandstränden - die sich aber wenig zum Baden eignen (siehe Wellen).
Gerade hinter dem Friedhof geht es dann ziemlich steil (für die Mitfahrerin etwas gar 'gfürchig') zum Meer hinunter. Vorsorglich haben wir den Vierradantrieb mal eingeschaltet, obwohl gerade auf diesem Stück die Strasse durchaus als befestigt bezeichnet werden kann. Nach Cruzinha geht es dann aber nochmals kräftig hoch und runter auf weniger guten 'Strassen'.
Unser Nachmittagsziel, Cruzinha de Garça, liegt wohl nur etwa 10 km von Ponta do Sol entfernt, zu Fuss etwa 4-5 h der Küste entlang. Mit dem Auto muss man aber einen riesigen Umweg fahren durch das zur Küste parallel verlaufende Tal Ribeira Grande über einen 800 m hohen Pass ins Garça-Tal und wieder ans Meer hinunter. In beiden Tälern gibt es am ehesten am Talboden etwas Wasser, dort ist es auch am grünsten. Doch die Flüsse sind ausgetrocknet. Selbst an den steilsten Hängen werden zum Teil immer noch in schmalen Terrassen Mais oder Bananen oder anderes angebaut. Mit mehr oder weniger Erfolg. Hier im Landesinnern trifft man zudem auf Hühner, Ziegen, Schweine und auch ein paar wenige Kühe, ab und zu auch auf der Strasse. Also Vorsicht! Der Friedhof des (vermutlich) ganzen Garçia-Tales liegt dann an bester Lage direkt Meer. Hier lässt sich wohl ruhen.
Der tolle Anblick des Dorfes, das tatsächlich zum Teil wagemutig auf die spitzen Felsrücken geklebt wurde, verschlägt einem fast die Sprache. Das Tal zu Füssen ist hingegen grün und landwirtschaftlich bebaut. Dazu helfen die grossen Wasserbassins, die angelegt wurden, um die lange Trockenzeit besser zu überstehen.

5 June 2017

Am Abend sitzen wir vor unserem kleinen Residencial Musica do Mar und essen gemütlich Fisch und Meeresgetier. Die einfache Küche schmeckt, dazu trinken wir eine kleine Flasche portugiesischen Weisswein, zum Dessert gibt es etwas Glacé und einen einheimischen Grogue. Unter dem Tisch macht es sich ein Mini-Kätzchen gemütlich, maunzt ab und zu und hofft, dass doch noch mal etwas runterfällt. Auf der Meerespromenade spazieren die Menschen, Kinder spielen bis in die Nacht, Katzen und Hunde streifen umher oder legen sich irgendwo zu einem Nickerchen hin. Dazu rauscht die ganze Nacht das Meer (sic!) und es weht ein kleines Lüftchen. (***)
Unser kleines Hotel Musica do Mar liegt ebenfalls (fast) am Meer. Unser einfaches, aber zweckmässiges und sauberes Zimmer hat zwei kleine Balkone mit direkter Meersicht. Unten wird eine kleine Bar betrieben, wo man auch etwas essen kann.
Das noch nicht so alte Meisterstück im Strassenbau folgt nun auf der Strecke nach Ponta do Sol. Hier sind wir am nördlichsten Punkt der Kaperdischen Inseln angelangt. Das Fischerdorf wird langsam auch zu einen Ferienort; ab hier gibt es zum Beispiel viele Möglichkeiten zum Wandern, es fehlen aber Strände an denen man baden kann, denn die Wellen sind viel zu stürmisch. Dennoch, die hübsche Uferpromenade lädt zum Schlendern ein; ein kleiner Souvenir-Laden, ein, zwei Restaurants und Bars direkt am Meer sind auch schon vorhanden.
Wir fahren auch in den Krater hinunter, in dem viel Mais angebaut wird und einige Kühe und Ziegen grasen. Danach gelangen wir durch die Wälder nach Espongeiro und fahren dann die Passtrasse hinunter bis nach Ribeira Grande, der ehemaligen Inselhauptstadt. Immer wieder gibt es Ausblicke auf die karge, aber prächtige Landschaft. Das (Über-)Leben muss hier ziemlich schwierig und hart sein. Oft müssen die Leute Wasser in Kanistern auf dem Kopf oder mit Esel heranschleppen. Die mühsam an den steilen Berghängen terrassierten Felder werden nun zum Teil für die kommende Regenzeit präpariert, sprich gejätet und umgestochen. Die Pflasterstrasse von Porto Nuevo nach Ribeira Grande wurde erst vor 40 Jahren erstellt.
Wir fahren die alte Passstrasse hoch durch trockenes, praktisch unbewohntes Gebiet, und sind dann überrascht in der Höhe so ab 1000-1200 müM auf richtige Wälder zu stossen. Während unterhalb lediglich ein paar Akazien wachsen, sind es hier vor allem Koniferen und Eukalyptus, beide aber vermutlich nicht ursprünglich. Der Weg durch den Robeirão Fundo Richtung Pico da Cruz gibt immer wieder wunderbare Blicke frei, besonders hinunter zuerst in die Cova de Paùl, einen eingefallenen Krater, dann auch in den Cabo da Ribeira. Das Tal hinauf drückt der Nebel kräftig vom Meer her, wobei immer wieder einzelne Schwaden in die Cova rüber schwappen.
Am frühen Morgen, Abfahrt um 7, setzen wir mit der Fähre auf Santo Antão über. Etwas mehr als eine Stunde später kommen wir in Porto Nuevo an. 200 m später haben wir unseren Mietwagen übernommen. Nicht ganz unberechtigter Weise, wie wir später sehen werden, handelt es sich um ein robustes Geländefahrzeug. Die Strassen sind zwar (heute) mehr oder weniger befestigt, aber alle aus wenig behauenen Pflastersteinen gebaut.

4 June 2017

Am Abend spazieren wir wieder in die Altstadt von Mindelo hinunter, und wir entschliessen uns nochmals ins Café Mindelo zu gehen, diesmal zum Abendessen. Wir werden nicht enttäuscht. Die Bedienung ist freundlich und ziemlich fürsorglich (potentielle Taschendiebe und Bettler vor dem Lokal). Es gibt zwar nicht alles auf der Karte, aber der Fisch ist frisch, hübsch angerichtet und schmeckt ausgezeichnet. Dazu gibt es später tolle portugiesische und internationale Livemusik. Zum Dessert werden Pinchos vorgeschlagen; wir rätseln zwar noch etwas, was das ist und werden dann mit einer Art Liqueur, den es in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt überrascht. Ziemlich lecker! Zufrieden spazieren wir zum Residencial zurück und lassen den Abend auf der Terrasse mit Blick auf den Hafen ausklingen. (***\*)
Wir unternehmen nun eine kleine Insel-Rundtour. Im kleinen Ort Salamansa gibt es einen riesigen, flachen, aber ziemlich wilden Strand, der weniger zum Baden denn zum (Kite-) Surfen geeignet ist. In Baia das Gatas treffen wir auf die einheimischen Sonntagsausflügler; hier können in der geschützten Bucht problemlos auch Kinder baden. Südlich folgt die kilometerlange Praia del Norte mit riesigen Sanddünen und schönen Rastplätzen an der Strasse. Im Westen folgt der wenig umwerfende Ort Calhau, ein kleines Fischerdorf in fast wüstenähnlicher Umgebung. Durch die Chā de Madeiral kehren wir nach Mindelo zurück. Die Hochebene scheint etwas Wasser im Untergrund zu haben, das mit Windrädern gefördert wird. Wie Oasen liegen die Höfe mit Palmen, Mais- und Gemüsefeldern im Tal und erinnern uns stark an ähnliche Gebiete, die wir in Marokko gesehen haben.
Wir fahren auf den Monte Verde, den höchsten Berg auf São Vicente. Obwohl die Aussichten etwas trübe sind, bieten sich schöne Ausblicke nach allen Seiten, vor allem auch auf Mindelo.

3 June 2017

Wir streifen am Spätnachmittag durch das Städtchen, das doch 70'000 Einwohnende hat. Man gäb's ihm fast nicht. Wir treffen auf fröhliche Menschen, viele Kinder, überall laute Musik, viel Sicherheitspersonal (vor Ministerien, auf der Strasse, vor Banken, in Einkaufsläden etc) und schöne Kolonialbauten. Trinken einheimisches Bier und ebensolchen Kaffee; beides ist gut. Die koloniale Vergangenheit ist präsent, der Staat und die Demokratie noch jung, aber auf erstaunlich gutem Weg. Hungern muss niemand mehr wie früher, aber viel Geld steht auch nicht zur Verfügung wie die im Hafen vor sich hin rostenden Schiffswracks beweisen. Es gibt kaum einheimische Ressourcen, fast alles muss importiert werden. Die Geldsendungen der Emigrierten und die Entwicklungshilfe finanzieren weiterhin einen guten Teil des Staatshaushaltes. Tourismus kann hier helfen, wenn auch die Ressourcen Wasser und Energie weiterhin sehr knapp sind.
Im "Le goût des grilles" essen wir mit schönstem Blick auf den Hafen und den Sonnenuntergang zu Abend. Das Essen und der Service sind "recht", nicht mehr, nicht weniger. (**\*)
Der Herr, der uns das Auto an den Flughafen gebracht hat, fährt uns bis zum Hotel in der Stadt vor. Wir werden ihn am Montag morgen am Fährhafen wieder treffen. Im Residencial Mimagui gibt es grad wieder ein Upgrade (eine Suite statt ein Zimmer) mit tollem Blick von der grossen eigenen Terrasse über den Hafen.
Nach etwa 2.5 h Flug sind wir in Lissabon, von da noch weitere 4 h bis zur Ankunft am "internationalen Flughafen" von Mindelo (São Vicente). Hier ist es angenehm warm, es hat etwas Wind, und damit eine grosse Gefahr sich zu verbrennen.
Ok, los geht's. Und ab jetzt Roaming aus (zu teuer auf den Kapverden).

2 June 2017

Zum Start gibt es dafür grad mal ein Upgrade im Blu Radisson ...
Wir fahren am Vorabend nach Zürich, weil der Flug nach Lissabon um 6:20 abfliegt. Aber der Start hat sich etwas verzögert, weil der Bus an den Bahnhof, den wir nehmen wollten, gar nicht mehr fährt um diese Zeit. So sitzen wir noch etwas in Olten am Bahnhof rum.