Portugal · 15 Days · 54 Moments · January 2018

Abenteuer Madeira


4 February 2018

Anlässlich unseres Abschieds führte gestern die berühmte madeirische Volkstanzgruppe im Hotel noch ein schönes Programm vor und viele Hotelgäste tanzten mit.

3 February 2018

Augenblicke....
Wir waren dem Leuchtfeuer vom Leuchtturm in Sao Jorge besonders Nahe indem wir direkt in den Reflektionskörper reinschauten und hätten weit übers Land und aufs Meer schauen können - wenn da nicht der Nebel gewesen wäre. Aber dafür ist ein Leuchtturm ja auch da.
Prost mit Madeirawein aus dem Fass von 1980, den wir im Museum der FamilieTeixeira im rustikalen Weinkeller kosten durften. Interessiert schauten wir uns die unendlich vielen Familienfotos an, die mit viel Liebe in jedem kleinen Häuschen angeordnet waren und über das Leben der Familie einiger Generationen berichteten. Besonders beeindruckend war der Raum für den 25jährige Sohn, Renny, der 2016 in Venezuela erschossen wurde. (Bild 10) Welche besondere Rolle die Familie auf Madeira spielte konnten wir leider nicht herausfinden.
Da es in Strömen regnete, bogen wir beim nächsten Museumsschild ab. Wir landeten in Faja da Murta, in einem herrlichem Privatgarten, der uns von den Socken haute. Vor allem, als extra für uns die Türen der wundersamen pinkrosafarbenden Häuschen geöffnet wurden und wir bei portugiesischer Musik Einblicke in das Leben der noch dort lebenden Familie erhielten.
Es duftete köstlich und das Feuer knisterte heiss. Obwohl wir ja All- Inklusive gebucht hatten, mussten wir die leckeren Espetadas probieren. Rindfleisch, Hähnchen oder Fisch wird auf Lorbeerstöcker gespiesst, in Meersalz gewälzt und dann über dem Feuer gebrutzelt. Dazu Salat und Knoblauchbrot. Einfach köstlich.

2 February 2018

Auch vom Wasser aus verzauberte uns die Insel und wir erkannten viel wieder, wo wir mit Bläcki waren. Dabei fragten wir uns in Anbetracht der hohen Klippen, wie wir da raufgekommen sind.... Die Kabinen der Seilbahnen sahen wie Stecknadelköpfe aus. Irre. In Funchal entsetzten uns die Bettenburgen, die aneinanderklebten wie Schwalbennester. Da loben wir uns unseren Norden mit Natur pur.
Plötzlich waren sie da und es schien, als wollten die Delphine uns begrüssen. Sie schwammen mit unserem schaukelnden Boot um die Wette und ihre schlanken, grauen Körper blitzten in der Sonne. Wuschel sass vorn im Bug und ich hörte nur immer begeisternde Rufe. Direkt 1m unter seinen über die Reeling baumelnden Füßen tummelten sich eine ganze Herde. Es war sehr bewegend diese faszinierenden Tiere in ihrem Lebensraum beobachten zu dürfen und wir waren so happy. (Die tollen Fotos sind alle von Wuschel) Ich krallte mich auf dem hüpfenden Segelboot nur fest. Hiiiilfe.
Ein Traum ging in Erfüllung. Mutig charterten wir eine alte Jacht und wurden 3h lang über das blaue Meer vor der Küste unserer Urlaubslieblingsinsel geschippert. Es schaukelte und schwankte und die Wellen waren manchmal ziemlich heftig. Achterbahn fahren ist gar nix dagegen. Wuschel sprang auf dem Boot herum wie ein alter Seebär und ich konnte nicht aufstehen. Wir hatten viel Spaß (Wuschel eindeutig mehr..) und weit draußen trafen wir dann endlich auf Delphine.
Wie für uns gemacht - ein romantischer Regenbogen glitzerte mitten in den Bergen.
In Ponta do Sol, einem malerischen Städtchen im Süden der Insel, überraschte uns nach einer langen Passfahrt im Nebel in 1300m Höhe am Meer die Sonne. So machten wir erstmal ein gemütliches Picknick samt Mittagsschläfchen unter einem Sonnenschirm. Bei 22 Grad ein Genuss.
Überall in den Dörfern gibt es kleine Allroundläden. Meist sind sie gleich mit einem urigen Café gekoppelt, wo sich die Einheimischen auf einen Plausch treffen. Dieser Laden hat es uns besonders angetan. Auf ca. 30m2 gab es einfach alles. Von Gummistiefeln, Hundefutter, Nägeln, Waschmascinen, Lampen, Starterkabeln (grins) bis Taschenlampen stapelten sich die Waren. Wir kauften einen Metallsprinkler für den Garten für nur 4,20 € und freuten uns.
Durch viele Tunnel und einer schönen Meerstrasse entlang kamen wir im Nordwesten durch Seixal. Ein kleines Dorf kuschelt sich in die Bucht und ein dunkler Sandstrand lädt zum baden ein. Auch in einem Naturbecken könnte man sich erfrischen. Die Restaurants und Bootsausleihen hielten alle Winterschlaf.

1 February 2018

So eine Rundreise über die Insel ist oft mit Hindernissen verbunden. Nebel, Sichtbehinderung, herabfallende Steine, Bullen mitten auf der Straße usw. Aber mein liebster Wuschel meistert alles braverös. (I love you....)
Wir haben unsere Hütte für den nächsten Urlaub an der Nordküste gefunden. Idyllisch mit Blick aufs Meer. Klasse.
Ich rannte erstmal aufs WC als ich die Einheimischen Seilbahn von Achada da Cruz in die Tiefe rauschen sah und beschloss, das sollte Wuschel mal schön alleine machen. Leider ließ der alte, zerknittert Seilbahnknopfdrücker keine Diskussion zu und meinte, ich bräuchte keine Angst haben. Er steckte seinen Mitarbeiter mit in die Minikabine und dann sausen wir für 6Euro am dünnen Seil 480 m hinab in die Tiefe. Mit Wackelpuddingbeinen stieg ich aus und atmete erstmal aus. Phu.... Unten erwarteten uns 5 hungrige Katzen und kleine Ferienhäuschen aus Lavasteinen. Nur der Gartenzwerg zwinkerte keck. Das Meer rauschte und weit oben sahen wir die Seilbahnkabine wieder an der Steilwand. Ohhhohh. Wir wanderten gemütlich und einsam durch die engen Lavagassen, die Katzen miauend im Schlepptau. Dann stiegen wir wieder in die Gruselkabine drückten auf einen grünen Knopf und es ging bergauf. Diesmal alleine. Oben im Blockhaus hatte ich mir ein Stück Kuchen verdient. Was tut man nicht alles aus Liebe...

31 January 2018

Vierzig Jahre lang wurden diese einzigartigen Riesen, die Pottwale, in Madeira gejagt und bis zum letzten Zahn verwertet. Im Walmuseum in Canical wird die Geschichte des Walfanges von 1945 an auf ganz eigene und sehr ehrliche Art aufgearbeitet. Multimedial kann man mit 3D Brillen in verschiedenen Filmen viel über diese Kolosse lernen und gemeinsam mit Ihnen in einem U- Boot die Unterwasserwelt erkunden. Unvorstellbar, wie früher mit solch kleinen Booten diese grossen Säugetiere gejagt wurden. Mit einem elektronischen Guide in deutscher Sprache erfuhren wir viel Wissenswertes, wie z B. dass der Tran u.a. zum Schmieren von Uhren und Messmitteln genutzt wurde. Wir waren insgesamt stark beeindruckt und sehr froh, dass dieses Gemetzel seit 1981 beendet ist. Schade, dass es das Wetter momentan nicht erlaubt, sonst hätten wir noch einen Ausflug aufs Meer zu den Walen gewagt.
Die Frisur sass, auch ohne 3Wetter taft. Der Wind zerrte und zottelte an unseren Körpern und wollte uns von den hohen Klippen der Ostküste fegen. Wir düsten von Canical noch bis auf den äußersten Zipfel nach Prainha, vorbei an grossen Solarfeldern, die sich an einen Berg klammerten, an einer abgezäunten Siedlung für die Reichen und Hässlichen, an einem schönen Hafen mit vielen alten Booten bis zum Ende der Strasse. Windräder drehten sich megawattschnell und erinnerten an etwas.... Das Meer wirkte bedrohlich und weisse Schaumkronen jagten sich gegenseitig. Die steilen Klippen stießen mit den dunklen Wolken zusammen. Der Wanderweg über die kahlen Berge bei diesem Wetter wirkte nicht sehr einladend. So fuhren wir ins Hotel zurück und machten uns im Jacuzzi und in der Lounge beim Plausch mit anderen Gästen einen entspannten Nachmittag und Abend.
Das Straßennetz in Madeira besteht nur aus Kurven, engen Strassen und Tunneln. Wuschel lenkt mit Begeisterung Bläcki die Berge rauf und runter. Dabei sehen wir den Einheimischen bei der Feldarbeit zu, kommen an vielen einfachen Restaurants und Cafés vorbei. An Spiessen, über Lagerfeuern gebrutzelt, gibt es dort die berühmten Fleischspiesse mit Rosmarin. In Arcor de S. Jorge entdeckten wir hinter einer grossen Mauer einen herrlichen Rosengarten, leider in Ruhepause. Das muss eine Pracht sein, wenn es hier blüht. Ausserdem kann man dort kleine, gemütliche Bungalows für 89€ die Nacht mieten. Es blühte und wucherte in diesem hübschen Areal wie im Paradies. Dort mal Urlaub machen, das wäre ein Traum....Auch ein kleines Kätzchen an der Rezeption verdrehte mir den Kopf. Aber Freddy wäre sicher sehr eifersüchtig, wenn wir es mitbringen würden.
Wuschels neuer Slogan lautet: "Madeira hat kein schlechtes Wetter." Naja.... Wir richteten uns also ein und besuchten Kirchen und fuhren viel durchs Land. Von außen sind die Kirchen recht unscheinbar und sie stehen in jedem kleinen Dorf. Mal am Meer, auf dem Berg oder mittendrin zwischen den kleinen Häusern. Geht man ins kühle Innere bleibt einem immer vor Staunen den Mund offen. Bunt bemalte Holzdecken, goldene Altare, herrliche Fliesenmalereien. Viele Menschen in den Kirchen lächelten uns an und grüßten freundlich. Sie fühlten sich nicht gestört und waren stolz auf ihre Kirchen.
Wuschel denkt sich immer wieder neue Abenteuer aus und diesmal war es heftig. Nach starken Regenfällen in der Nacht sprudelte, brodelte, rauschte und tropfte es nur so auf unserer 12km Wanderung von Queimeras aus. Wir wanderten an 32 Wasserfällen vorbei und mussten an einigen engen Passagen mit tiefen Abgründen direkt durch das eiskalte Wasser von oben. Trotz Regencapes waren wir bald quietschenass. Die vier Tunnel waren eng und auch dort stapften wir durch Wasser. Die Natur war unbändig und von solcher Kraft und Schönheit. Nach 4h kamen wir völlig durchnässt und frierend am Auto an und freuten uns auf den Jacuzzi im Hotel. Blöd nur, dass Bläcki nicht ansprang. Das Licht wurde angelassen. So ein Mist. Wir standen in 900m Höhe auf dem Wanderparkplatz und fluchten. Ein Glück hatten wir trockene Sachen im Auto und Wuschels Handy war geladen. Wir riefen die Allianz um Hilfe und nach ca 3h, es war bereits fast dunkel, kam endlich der Abschleppwagen und gab Starthilfe. Glückskinder!
1. Teil Wanderung Queimadas mit Hindernissen

29 January 2018

Wasser über Wasser von allen Seiten. Die Regencaps waren stolz. Endlich wurden sie gebraucht. Wir wanderten 7km entlang der Levada da Faja Rodriguez ins Ribeira-do-Inferno- Tal. Das hieß nicht nur so..... Hinter jeder Kurve boten sich neue spektakuläre Wasserfälle. Mehrere Tunnel mussten wir auf schmalen Rändern neben den tiefen Wasserrinnen durchqueren. Selbst in einem Tunnel überraschte uns ein grosser Wasserfall. Durch den vielen Regen waren die Wege matschig, aber unsere Wanderstiefel zum Glück gut imprägniert. Es machte wieder viel Spaß diese unglaubliche Natur zu erkunden. Nachdem der Regen nachgelassen hatte glänzte das viele Grün wie glitzernde Diamanten und die Luft war so weich und roch herrlich würzig und frisch. Naturgenuss pur.
Flink und mit Kraft drückten die Finger des Weidenkorbflechters die Ruten auseinander und der Korb wuchs rasch in seinen kräftigen Händen. Wir besuchten im Café Relogio in Camacha die Korbflechterei. Im riesigen Ausstellungsraum gab es alles aus Weidenzweigen, von Hüten, Möbeln, Körben , Flaschen bis Tabletts. 800 verschiedene Exponate werden ausgestellt. Fast ein Drittel der Bevölkerung lebt von diesem Handwerk und meist macht die ganze Familie mit. Die Weiden wachsen auf Madeira im feuchten, subtropischen Klima sehr gut und werden zu kleinen Kunstwerken verarbeitet. Da ich bei meiner Reha vor 5 Monaten auch mit Weide arbeitete, weiß ich gut wie schwierig dieses Handwerk ist.
Hoch oben über Funchal in Monte kann man auf dem ehemaligem Anwesen des Jadim Tropical Monte Palace Hotels spazieren. In nur 4 Jahren Bauzeit entstand ein Garten mit japanischen, chinesischen und portugiesischen Einflüssen. Wir fühlten uns wie in Japan. Auf 70.000m2 spaziert man bergauf und bergab an Orchideen, Palmen, Blumenrabatten vorbei. Mittendrin herrliche Teiche mit Wasserfällen. Fliesenmalereien vom Beginn des 15. Jhd bis in die Gegenwart stellen die Geschichte Portugals da. Drei Ausstellungen über Mineralien und afrikanische Skulpturen sind auch mitten im Park zu bewundern. Immer wieder erhascht man einen Blick aufs Meer und die Stadt. Wertvolle Kois erzählen lautlos in plätschernden Teichen ihr Leben. Das alte, ehemals schöne Hotel steht verwahrlost und geschlossen mitten auf dem Berg im Garten. Wie fragen uns, warum? Die Sonne zaubert wieder Lichtmuster durch die baumhohen Farne und wir atmen die würzige Mischung aus Meer, Blumen und feuchter Erde.
Wie kann man sich da nicht verlieben? Ist dieser kleine Kerl nicht niedlich? Hier gibt es viele, herrenlose Hunde, die verstrubbelt, meist verwahrlost aber immer freundlich auf Einen zurennen. Diesen kleinen Kerl packe ich einfach heimlich ein. Ein Spielgefährte für Freddy.....und mich.
Wir wussten gar nicht, wie schön Steine sein können. Mitten im Jardim Tropical Park überraschte uns diese Ausstellung mit den uralten Kostbarkeiten der Natur. Zwei weitere Ausstellungen mit afrikanischen Masken und Götzen war auch sehr umfangreich.
Diese Fotos gehören auch zum Jadim Monte Tropicalpark Park in Monte.
Unsere Höhenangst haben wir längst überwunden und standen so locker auf dem Glasboden in 580m Höhe auf dem Cabo Girao über dem Abgrund einer der höchsten Klippen Europas.Wir blickten über das Geländer auf einen schmalen Kiesstrand und sahen selbst dort unten mühsam abgerungene Felder. Belustigt hopsten wir auf dem Glasboden und erschreckten andere Besucher. Wegen dem schlechten Wetter fuhren wir nicht mit der Seilbahn nach unten und hofften auf besseres Wetter nach den nächsten Kurven.
Über unzählige Kurven brauste Bläcki bei verregnetem Wetter durch die grüne, tropfende Natur ins sonst verschlafene Örtchen Estreido de Camars de Lobos. In 350m über dem Meer zwischen Bananenfeldern und Weinterassen ist sonntags hier eifriger Trubel. Sonntagsmarkt! Alle kleine Lädchen, vom Kitschladen, über den Baumarkt bis zum riesigen Supermarkt hatten auf. Autos kuschelten sich am Fahrbahnrand eng zum parken aneinander. Wir folgten den Einheimischen durch schmale Straßen und landeten im gesuchten Markt. Da es regnete drängelten sich alle Verkaufsstände in der Halle. Die Preise waren im Vergleich zu Funchal viel niedriger. Von der Empore schauten wir auf das Treiben. Es wurde laut verhandelt, Bekannte umarmten sich herzlich und viel Lachen ertönte. Eine fröhliche Stimmung. Dann besuchten wir noch die wunderschöne Kirche und staunten über die aus Bananenblättern gefertigten grossen Engelsfiguren.

28 January 2018

Auf dem Rückweg kamen wir dem Meer wieder näher und die Ausblicke über blühende Wiesen und Bananenhaine waren einfach nur erholsam. Wir beendeten den Ausflug mit einer Inselumrundung der Südspitze, die uns etwas langweilig vorkam. Am Leuchtturm, der seit 1922 Schiffen Sicherheit gibt, schauten wir die steilen Klippen hinab und genossen im Teehäuschen selbstgebackenen Kuchen und Tee aus den Vorgartenkräutern.
Besonders schön war die Schlucht mit einem Wasserfall, hinter dem wir durchwandern konnten. Eng ging es an den steilen Basaltfelsen vorbei. Ein Metallgeländer gab Sicherheit. Die Taschenlampen freuten sich über den anschließenden Tunnel.
Wagemutig wanderten wir in zwei verschiedenen Höhen entlang der Levada Do Moinho und dann 60m höher an der Levada Nova. Vom Vorplatz der Ausgangsstation der Kirche Capala Do Esmoraldo hatten wir einen sagenhaften Blick ins tiefe Tal. Dieser Blick begleitete uns fast die gesamte 8km lange Wanderung beim Balanceakt auf der ca. 50cm breiten Plattform neben der Levadas. Die Sonne freute sich über unsere Schwindelfreiheit. Wir freuten uns wieder an vielen Blumen, Kakteen, Farnen, Moosen und kamen anderen Wanderern hautnah beim aneinandervorbeischlängeln.

26 January 2018

In Camara de Lobos picknickten wir mitten im farbenfrohen Hafen und sahen den kartenspielenden Männern zu. Kleine Fischerhäuschen standen um den Hafen und erzählten Geschichten. Wie z.B dass oben im Klippenrestaurant 1950 schon Churchill sass und den Hafen malte. Auf den Booten waren teilweise Katzenhaie zum trocknen aufgespannt. Sie landen nach 6 Wochen als Spezialität in den Restaurants und verwöhnen die Gaumen von Meerestiergeniessern.
In Funchal, der Inselhauptstadt, gab es viel zu entdecken. Wir kletterten auf knarrenden Holztreppen auf einen Kirchturm und schauten dem Treiben unten zu. Lange Alleen mit riesigen Bäumen schützten uns vor Nieselregen. In den schmalen Gassen widerstanden wir dem verführerischen Duft aus unzähligen Restaurants. An vielen Ecken entdeckten wir wahre Kunstwerke, ob ausgestellte Stickereien, bemalte Türen oder nur die wunderschönen Mosaikgehwege. Die Preise in den Läden waren ziemlich hoch und so drückten wir uns meist nur die Nasen an den Schaufenstern platt. Im Hafen recherchierten wir unseren nächsten Ausflug und suchten schon mal ein Boot aus für die Delfinfahrt aufs Meer, die wir noch eingeplant haben.
Da freitags auf dem Markt in Funchal am meisten eingekauft wird, war das Gedränge ziemlich gross und wir staunten wieder über die Fischarten und das viele Obst. Natürlich besuchten wir alle offenen Kirchen und schlenderten durch Parks.
Auch Porto Moniz im Nordwesten der Insel war ein sehenswertes Örtchen. Schon als wir die steilen Serpentinen runter rauschten erhaschten wir einen tollen Blick. Leider hatte das Schwimmbad mit den Naturbecken aus Lavagestein zu. Wir hätten uns gern ins eiskalte Wasser gestürzt. So blieb uns nur ein sehnsuchtsvoller Blick. Die starke Brandung versöhnte uns ein bisschen und fasziniert beobachten wir die Gicht an den vorliegenden Felsen. Das Meer spielte mit den Wellen und krachend stieben die meterhohen Schaumkronen empor. Auf der Rückfahrt am Meer entlang sahen wir dann kilometerweit vorher unsere Hotelanlage auf der Klippe auf uns warten.

25 January 2018

Nach der 1. Tunneldurchquerung öffnete sich ein spektakuläres dunkles, feuchtes Seitental. Die Felsen waren von oben bis unten bewachsen. Wir schlängelten uns am Rand durch einen Wasserfall bis zum nächsten Tunnel und meisterten auch den. Dann folgte ein schmaler Grad, ein Glück mit Geländer und wir wanderten überwältigt weiter. Nach weiteren 2km war endlich wieder Sonne in Sicht und wir landeten an einem Levada Wärterhäuschen, wo schon hungrige Vögelchen auf unser Picknick warteten. Sie waren so zutraulich und schnappten uns fast das Brot weg. Freche Piepmätze... Nach einer stärkenden Erholungspause ging es denselben Weg dann wieder 6km zurück. Wir trafen nur wenige andere Wanderer und die Zeit verging wie im Fluge. Ein eindrucksvoller Ausflug. Wir finden Madeira so wunderschön.
Als vorbildliche Wanderer erfüllten wir alle Kriterien, die beim Einstieg in den Wanderweg an der Levada da Central da Rivera da Janela standen. Stöcke, Wanderschuhe, Taschenlampe und Verpflegung - alles im Rucksack. So wanderten wir also entlang der Wasserrinnen inmitten von Lorbeer- und Eukalyptuswäldern. Es roch so gut nach Natur. Je tiefer wir in den Wald liefen, desto sonderbarer wurde die Natur. Rosetten wuchsen aus den Felsen, Farne und Moose seufzten vor Wohlbehagen an den feuchten Felshängen. Nach Überwindung eines schmalen Felsvorsprunges standen wir dann vor dem ersten Tunnel. Stockdunkel und geheimnisvoll. Das Wasser hatte keine Angst und floss munter weiter. Wir tappten also mit unseren Taschenlampen immer an der Levada entlang und mussten ziemlich die Köpfe einziehen. Die Stiefel patschten durch viele Pfützen und wir bewunderten die Baukunst des Tunnels. Auf der anderen Seite öffnete sich eine verwunschene Welt. So muss es im Regenwald aussehen. Teil 2 -》oben
Die Attraktion in Funchal sind natürlich die Schlittenfahrten ab Monte durch die engen, abgeschmirgelten Gassen 2km hinunter. Es sieht schon ziemlich gefährlich aus, wie sie mit enormer Geschwindigkeit um die Kurven preschen. Männer mit Strohhüten, weissen Hosen, schwarzen Jacken und besonderen Schuhen stehen hinten auf den Schlitten als Steuermänner. Wir sind uns noch nicht schlüssig, ob wir das machen wollen. Erstmal hatten wir ja noch ein Seilbahnticket für die Rückfahrt vom Berg ins Tal in der Tasche. Aber der Urlaub ist ja nicht vorbei....
Mit 58 Jahren ist der Botanische Garten in unserem Alter und genauso in den besten Jahren. (grins) Obwohl Winter ist blüht und grünt es an allen Ecken und uns ging das Herz auf. Gleich bekamen wir wieder neue Ideen für unseren Garten. Kunstvoll ist der Botanische Garten auf einem Berg angelegt und viele Pfade bergauf und bergab führen an den grünen und bunten Schönheiten vorbei. Bänke laden zum verschnaufen ein. Immer hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt und auf das Meer. Etwas störend ist nur das Geräusch der Autobahn unterhalb des Gartens. Er war nach Themen aufgebaut und besonders gefiel uns der Kakteenteil mit meterhohen stachligen Gesellen. Auch der karierte Staudenteppich war beeindruckend. Unser Gärtnerherz schlug heftig in vollem Verlangen nach Frühling im Garten daheim.
In Funchal bekommt man starke Waden, denn es geht nur bergauf und bergab. Kunstvoll schmiegt sich der riesige Ort an den Berg. Um zum Botanischen Garten zu kommen muss man mit 2 Seilbahnen fahren. Wir stiegen also in das schwebende Gefährt und ließen uns bequem den Berg hinauf nach Monte schaukeln. Welch eine Aussicht. Wir schwebten über den Wohnzimmern der Einheimischen und konnten direkt in Fenster, auf Balkone und Terassen schauen. Zu beneiden sind die Funchaler da nicht. Etliche Häuser unter der Bahn haben keine Dächer mehr und wurden sicher verlassen. Oben angekommen liefen wir ein kurzes Stück und hangelten uns dann von einem zweiten Berg mit der nächsten Seilbahn wieder etwas runter bis zum Eingang des Botanischen Gartens. Es war klasse bei diesem tollen Wetter und der Sicht so dahinzuschweben.
Wir schlenderten durch die engen Straßen von Funchal als plötzlich ein Stampfen aus einem Laden zu hören war. Wir standen vor einer Druckerei und linsten durch die Holztüren. Da sahen wir doch wahrhaftig noch eine Setzergasse, Bleisatz und Setzkästen. Alte Heidelberg-Tiegel machten einen Höllenlärm. Mutig ging ich hinein und erzählte dem überraschten Mann, dass ich von der Gilde bin und Setzer gelernt habe. Ich durfte Fotos machen und mein kleines Setzerherz schlug gleich schneller. Er band gerade Kolumnenschnur um einen handgesetzen Bleisatz und schob ihn auf das Setzschiff. Irre, dass es sowas noch in der heutigen Computerzeit gibt. Am Liebsten hätte ich mir gleich den nächsten Winkelhaken genommen und mitgearbeitet.Die Tiegel ratterten zum Abschied und ich verließ die Setzergasse mit der Gewissheit, dass mein Handwerk noch nicht ausgestorben ist. Ich war happy.
Im 16. Jhd. nannten die Seefahrer Funchal "Klein Lissabon". Die Fenchelbucht ist die einzige grosse Bucht dieser Insel und so ist es nicht verwunderlich, dass sich hier die größte Stadt angesiedelt hat in der die Hälfte aller Madeirer lebt. In den Gassen herrschte Trubel aber alles strahlte Gelassenheit aus. Viele kleine Läden und Cafés luden zum verweilen ein und man konnte sich schnell verlaufen. Das berühmte Kopfsteinpflaster beeindruckte uns wieder. Bereits etwas fusslahm schlenderten wir durch die Strassen und konnten uns nicht sattsehen.
Es blühte und duftete im botanischen Garten.

24 January 2018

Aber der Fischmarkt in der von aussen unscheinbaren Markthalle war nicht alles. Während der Gärtner auf dem Mitteldach rumturnte und Hunde einfach schliefen, tobte ringsherum in vielen Miniläden das Leben. Obsthändler zeigten den dummen Touries was es noch für leckere Früchte gab. An den Gewürzständen baumelte scharfer Peperoni. Die Blumenfrauen mit ihren lustigen Hütchen versuchten ihre prachtvollen Blumen zu verkaufen. In Stickereilädchen konnte man von bedruckten Topflappen bis Deckchen alles bekommen. Ein Stimmenwirrwarr aus aller Welt lag über Allem und wir liefen einfach nur durch den Markt und freuten uns an den Gerüchen, dem Gequatsche und dem bunten Treiben. Urlaubsfeeling pur.
Es roch nach Fisch. Wie konnte es anders sein - im Fischmarkt von Funchal. Blankgescheuerte Metalltische standen in Reihe und Glied. Darauf die wunderlichsten Kreaturen. Spitze Reisszähne in hässlichen Mäulern..... Die langen, dünnen Leiber schienen zu schmecken. Sie wurden viel gekauft. Neugierige Touries umkreisten die Tische und fotografierten die Fischverkäufer, samt ihrer glitschigen Waren. Sie liessen das monoton über sich ergehen und schauten meist verdriesslich drein. Es gab Fisch in allen Größen und Farben und für jeden Geldbeutel. Es wurde gewogen, gehandelt, Zähne rausgeschnitten (bei den Fischen) und bezahlt. Ein lautes Treiben eben. Ich fragte mich im Geheimen, ob ich je wieder im Atlantik baden kann mit der Gewissheit, was da alles so herum schwimmt.....
Noch völlig beeindruckt vom 100m hohem Wasserfall wanderten wir also hinab ins kühle Tal zu dem See mit den 25 Quellen. Der Weg über sehr viele behauene Gesteinsstufen war beschwerlich und die Knie stöhnten. Im Tal ging es dann ca. 2km im Balanceakt weiter. Wir liefen nur auf dem Rand der Levadas an Abgründen vorbei mit fabelhaften Ausblicken. Glasklares Wasser aus den Rinnen erfrischte uns. Wir überholten oft Wandergruppen, die in Schlangen hintereinander her tippelten. Wieder alleine mit der Natur genossen wir die vollkommene Ruhe. Am Ziel angekommen erwartete uns ein tolles Naturschauspiel und leider zuviele andere Wanderer. Wir fanden noch zwei leere Picknicksteine zum ausruhen. Der See lag inmitten eines Steilhanges von dem es nur so tropfte und floss. Farne, Süsskräuter, Moose und Sträucher dekorierten die Felsen und alles wirkte so friedlich, wären da nicht die vielen anderen Wanderer gewesen. Es war sehr kalt und so machten wir uns bald wieder auf den beschwerlichen Rückweg.

23 January 2018

Eigentlich waren wir frühmorgens auf der Suche nach einem Lift, der an der Klippe 300m in die Tiefe fahren sollte. Aber leider gabs den nicht mehr. Dafür schaukelte nun eine Seilbahn hinab ans Meer zum Minifischerdörfchen Faja Dos Padres. Ein grandioser Ausblick machte wackelnde Knie. Uns zog es in die Berge. Am Rabacal in 1300m Höhe durfte Blacki die Bremsen kühlen und ausruhen. Wir stiefelten los zur Levada das 25 Fontes. Mit einem Kleinbus fuhren wir zum Forsthaus und wanderten erstmal zum 15min. entfernten Wasserfall. Mist die Regencapes lagen im Auto. Wir bewunderten den donnernden Riscowasserfall und ergötzten uns am Rauschen. Es sprühte und nebelte um uns herum. Der Weg durch die Felsen bis zum Wasserfall war leider gesperrt. Aber das war sicher besser so. Wir wanderten einen gemütlichen ruhigen Weg zurück und stiegen dann unendliche Treppen hinab zum nächsten Ziel. Der Weg strengte an, aber das wochenlange Fitnesstraining zahlte sich aus. -》im 2. Teil geht's weiter....
Da das Wetter so bombastisch war und wir bis zum lieben Gott gucken konnten fuhren wir noch auf den Pico Do Arieiro und genossen in 1814m Höhe Käffchen und Kuchen. Die Wolken schwebten über dem Meer und die bizarren schroffen Felsen um uns herum strahlten mit stolzer Erhabenheit in der Sonne. Den Wanderweg zum allerhöchsten Berg über Leitern heben wir uns für später auf.
Bereits am ersten Tag verzauberte uns die Insel. Überall grünt es in satten Farben. Trotz Winter gibt es ausdauernde Blumen. Lilien säumen die Straßen. Gerade Straßen gibt es nicht. Kleine Häuschen halten sich an steilen Abhängen fest. Alles wirkt so ruhig. Unsere erste Wanderung führte uns 10km immer an den Levadas entlang, künstlich angelegten Wasserrinen. Wir liefen mit dem Wasser um die Wette. Auspowern war angesagt. Alle Last ablaufen. Klasse. Endlich konnten wir wieder atmen. Moose verzauberten die harten Felsen in grüne, weiche Kissen. Mannshohe Farne kitzeln uns. Kühle Täler und sonnige Ecken wechselten sich ab. Wir blanchierten auf den schmalen Steinrinnen an steilen Abhängen. Cool. Leben geniessen. Wir drängten uns an Felsen schmiegend unter einem Wasserfall durch und genossen den Sprühregen. Am Ziel erwartete uns ein märchenhaftes Tal. Meterhohe Rohdodendrien ragten kopfüber von den Felsen. Kleine Wasserfälle gurgelten und das Leben schien zu explodieren. Toll.

22 January 2018

Am ersten Abend tuckerten wir mit Blacki, unserem neuen Flitzer, nochmal los um die Umgebung zu erkunden. Der Surferstrand jagte uns einen Schauer über den Rücken und ich war froh, dass Wuschel beschloss da nicht rein zu gehen. Hohe Wellen jagten sich auf steinigem Strand. Nur Lebensmüde wagen sich da rein. Oder Einheimische.... Ziemlich müde schleppten wir uns dann noch auf einen Berg mit einer strahlend weissen Kirche und der Ausblick belohnte uns.

21 January 2018

Das Hotel steht bezaubernd auf einer hohen Klippe und hat einen gemütlichen Charme. Wir blicken von unserem Zimmer auf Palmen und Meer und das Dröhnen der Brandung dringt nachts in unsere Träume. Natürlich erkundeten wir es sogleich und waren begeistert über die kurzen Wege, den grossen , hübschen Speisesaal mit den riesigen Fenstern, die einladenden Sitzgruppen in der Lobby, den Bars, der Sauna und dem Innenpool mit Jaccuzi. Wir sprangen nach einem Sonnenbad erstmal in den eisigen Aussenpool und tauten dann bei 35 Grad im Jaccuzi wieder auf. Es gefällt uns hier prima.
Nachdem unser Flugzeug butterweich auf dem am schwierigsten anzufliegendem Flughafen in Madeira landete gab es donnernden Applaus und mein Gesicht bekam wieder Farbe. Die Startbahn steht auf Betonfeilern im Meer, ist sehr kurz und heftige Winde erschweren oft das Landen. Wir hatten einen entspannten Flug mit kurzem Zwischenstopp in Lissabon und wunderten uns, dass das Gepäck in der kurzen Zeit das neue Flugzeug beim Umladen fand. In Madeira wartete bereits ein schwarzer Mercedes der A-Klasse und brachte uns sicher durch unendliche Kurven zu unserem Hotel nach Ponta Del Garda.