Germany, Portugal, Spain · 16 Days · 30 Moments · August 2018

Ly auf dem Caminho Português


5 September 2018

Auch die schönste Reise hat ein Ende. Und hier ist es. Ich bin in Dresden angekommen. Es ging mir dem Flugzeug von Porto nach Berlin. Der Flug war durchzogen von Turbulenzen und einer unsanften Landung. Danach kam die Angst, ob ich meinen Bus nach Dresden bekomme. Denn auch diesmal hatte Ryanair Verspätung. Aber alle Sorge war umsonst. Es klappte natürlich super. Nun bin ich müde. Erledigt von der Reise, von den Erlebnissen und allem anderen. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die nächste Reise

4 September 2018

Der letzte Tag in Spanien geht zu Ende. Denn ich bin nun auf den Weg nach Porto. Den Morgen verbrachte ich frühstückend mit Marek und Claudi. Claudi meinte noch ich solle es nicht zu ernst nehmen wenn ich dann mit dem Bus den Camino quasi zurück fahre. Das war schwerer als gesagt. Denn in jedem Ort wo der Bus hielt um Fahrgäste auf zu nehmen, überlegte ich was ich dort gemacht habe. Auch komisch ist dass ich den Weg in 11 Tagen lief. Mit dem Bus dauerte es nur 4 Stunden. Ein wenig deprimierend. Aber morgen geht es dann schon wieder nach Hause. Nachdem ich einige Stunden in Porto verbracht habe.

3 September 2018

Heute traf ich mich zum Frühstück mit Ralf. Es gab die typische spanische zähflüssige heiße Schokolade. Und Croissants. Anschließend setzten wir uns vor die Kathedrale und ließen die letzten Tage Revue passieren. Es ist so viel passiert. Die Zeit verging so schnell. Genauso schnell wie die Zeit der Reise. Gegen 14.00 brach auch Ralf Zum Flughafen auf. Es ist schwer die Menschen gehen zu lassen die mich hier unterstützt haben. Denn sie haben mich an mein Ziel gebracht, sie haben sich um mich gekümmert wenn es mir nicht gut ging und ich war Dank ihnen nie alleine. So saß ich also alleine vor der Kathedrale und schrieb All meine Gedanken nieder, die mir hoch kamen. So verbrachte ich den ganzen Tag. Nur für einen Mittagsschlaf ging ich in das schöne Hostel. Ich merke wie ich diese Zeit mit mir genieße und auch gebraucht habe.
Ich bin immer noch emotional auf geladen. Denn gestern Abend kam es zum schwersten Teil der Reise, das auf Wiedersehen sagen. Ich habe mit jedem individuell meine besonderen Momente gehabt. Jeder, der Zeit mit mir hier verbrachte, durfte in meine Seele schauen und bekam so Einblicke die nicht einmal meine engsten Freunde bekommen. Denn während des Laufens kommen dir Gedanken, die für einen alleine zu schwer sind. Und es ist immer jemand da der dir dabei hilft sie zu verarbeiten. Dafür bin ich sehr Dankbar. Leider ist diese Zeit vorbei. Nun geht jeder wieder seinen eigenen Weg. Es tut weh die anderen einfach so gehen zu lassen. Jeder hat meine Reise bereichert, mit seinen Ansichten mir geholfen etwas zu verstehen und alle waren sehr geduldig mir Dinge zu erklären. Ich bleibe nun voller Liebe, neuer Ansichten und zu vielen Emotionen für einen so kleinen Körper zurück. Heute genieße ich den Tag noch ein bisschen und lasse die Gefühle auf mich wirken

2 September 2018

Nun geht erstmal jeder seinen Weg. Es fühlt sich ein wenig an wie Liebeskummer. Also noch bin ich zwei geteilt. Ich bin unglaublich stolz. Aber ich bin ich traurig das Alles hier verlassen zu müssen. Ich kann es noch nicht richtig realisieren. Heute Abend trafen wir uns alle noch einmal vor der Kathedrale für ein Abschiedsessen. Es wurde viel gelacht und geredet. Anschließend haben wir uns noch vor die Kathedrale gesetzt, spanischer Musik gelauscht und die letzten gemeinsamen Minuten genossen.
Als ich dieses riesige Gebäude sah, kamen mir sofort die Tränen. Die Reise war nun unweigerlich zu Ende. Ich musste einfach heulen. Denn ich bin mit Vorsätzen hier her gekommen. Und habe alles über den Haufen geworfen. Ich habe Dinge erlebt, die nicht in Worte zu fassen sind. Ich habe sehr viel für meine Zukunft mitnehmen können. Allerdings werde ich meine Innersten Gedanken nun nicht mit euch teilen. Denn das war mein Moment für mich. Nach einer Stunde sitzen und heulen, traf Claudi ein. Auch sah ich Georg. Eine Gruppe bildete sich. Lucia&andreas, Eike, Claudia& Marek, Ralf, Georg und ich. Alles Leute die man auf dem caminho kennengelernt hat, trafen sich. Es sind tausende Pilger auf dem Weg, aber unsere Wege haben sich immer gekreuzt. Da es mir dann irgendwann zu viel wurde, ging ich mit Ralf und Eike unsere Compostela abholen. Ich kann es immer noch nicht glauben angekommen zu sein. Aber als ich die Compostela bekam, bin ich fast vor Stolz geplatzt. 260km geschafft
Ich weiß nicht was ich sagen soll. Es ist vorbei. ich bin emotional total überfordert. Der Tag begann damit, dass wir 6.00 aufstanden. Claudi, Marek, Ralf und ich machten us gemeinsam auf den Weg. Durch die Dunkelheit ging es die 24 Kilometer Richtung Santiago de Compostela. Nach kurzer Zeit verloren wir Claudi. Sie brauchte Zeit für sich. Auch ich merkte dass ich nicht ankommen wollte. Normalerweise brauche ich 5 Stunden für 25 Kilometer. Aber heute hatten wir nach 5 Stunden gerade einmal die Hälfte geschafft. Der Weg zog sich. Und wir dehnten ihn noch mehr aus. Irgendwann gegen 14.00 erreichten wir Santiago. Nun musste man nur noch die Kathedrale finden. Leider waren es etwas schwer denn es gab kaum noch gelbe Pfeile. Vor der Kathedrale zog sich jeder für sich zurück.

1 September 2018

Heute gab es zum Abendessen Pizza, da kann man keine Fehler machen. Wir waren wieder zu 5. Eike, Ralf, Marek, Claudi und ich. Es war einfach sehr witzig. Nun liege ich im Bett und habe Probleme einzuschlafen, denn ich weiß es ist die letzte Nacht in einer Pilgerherberge. Der letzte Tag steht bevor. Morgen geht es nach Santiago. Ich habe mir schon lange das Ende herbei gewünscht, da meine Füße und mein Körper eine Erholung brauchen. Nun da es aber so weit ist, will ich dass es nie endet. Ich bin auch mit festen Vorsätzen hierher gekommen um über bestimmte Dinge nachzudenken. Bei denen bin ich überhaupt nicht weiter. Stattdessen habe ich andere Sachen gelernt. Ich kann also nicht sagen, dass es sich nicht gelohnt hat. Im Gegenteil. Mir wurden Dinge bewusst, über die ich noch nie nach gedacht habe oder sie als Problem gesehen habe. Ich bin jetzt schon froh diese Reise gemacht zu haben. Dafür muss ich nicht in Santiago ankommen. Denn der Weg ist das Ziel
Heute morgen bin ich 6.00 aufgestanden, um mit Ralf den Weg nach Padron zurück zu legen. Nach ein paar Kilometern gabelten wir Jan auf. Es war schön wieder mit der ursprünglichen Gruppe unterwegs zu sein. Allerdings löste sich die Gruppe bei der frühstuckspause auf. Ich lief allein weiter, ich war richtig in lauflaune. Was vielleicht auch daran liegt, dass Santiago nicht mehr weit entfernt ist, die Sonne scheint und einen das einfach Glücklich macht. An einer Gabelung machte ich eine Pause bis Ralf und Jan wieder auf tauchen. Jan läuft weiter. Und Ralf und ich gingen über ein Kloster nach Padron. Heute waren es nur 17 Kilometer. Durch den Umweg allerdings 22. Wir stellten unsere Rucksäcke in der Herberge ab und gingen in den Botanischen Garten. Ich schlief vor lauter Erschöpfung im Schatten ein. Als ich wach wurde saß Marek neben mir. Wir gingen zurück zur Herberge wo wir auf Claudi trafen.

31 August 2018

Unser Ziel haben wir heute schon nach 23km erreicht. Es gab einige Probleme die Herberge zu finden. Denn Ralf war schon wieder eher da und hatte ein Schnäppchen geschlagen. 12€ für ein Einzelzimmer. Da wollten wir auch hin. Leider gab es einige Verständigungschwierigkeiten. Denn Marek und ich checkten in einem anderen ein. Und mussten so unser Zeug noch einmal hin und her bringen. Aber am Ende sind wir alle in der gleichen Unterkunft. Und wir haben ein Zimmer mit zwei Betten statt im großen Schlafsaal für 10€. Anschließend setzten wir uns zu Ralf an den Bach. Dort wurde einem auch wieder bewusst dass diese Zeit bald wieder vorbei ist je näher man dem Ziel kommt. Da die Jungs hunger bekamen, ging ich zurück während sie etwas kaufen gingen. Sie kamen zurück mit einer tklasange und dem teuersten Wein. 1.85€ hat er gekostet. Wir genossen ihn in Biergläsern, da die Weingläser zu groß waren. Zum Abendessen ging es mit den üblichen Verdächtigen Claudi, Eike, Marek und Ralf zum Abendessen
7.00 wurde ich wach. Claudi, Marek und ich liefen kurz darauf gemeinsam los. Noch in pontevedra wurde Claudi abgehängt. Die Kilometer zogen sich. Nach 10km erreichten wir ein Cafe, wo wir auch wieder auf Ralf stießen. Es wurde Kakao getrunken und ein Croissant gegessen Ehe es weiter ging. Die letzten Kilometer vor caldas de Reis zogen sich wieder sehr. Ich hatte auch zum ersten Mal auf dem ganzen caminho ein paar Probleme mit meinem Knie. Man merkt dass der Körper wie ein kleines Kind ist. Wenn etwas unangenehm ist bockt es(zB. Mit blasen). Sobald es Merkt dass er trotzdem gehorchen muss, verfällt er in eine Art Trance und lässt es über sich ergehen. Aber man merkt mit der Zeit dass der Körper eine Pause braucht, wie ein Kind den Mittagsschlaf. Jetzt eine Pause zu machen wäre doof, denn es sind weniger als 50km bis zum Ziel. Diese möchte ich auch in Zwei Tagen schaffen. Denn ich kenne meinen Körper jetzt gut genug, dass ich weiß es braucht Urlaub.

30 August 2018

So langsam gewöhnen sich meine Füße an die Belastung. Denn es entstehen kaum neue blasen(vielleicht weil kein Platz mehr ist), auch sind die Füße nach der Etappe nicht mehr so müde. Aus diesem Grund hatten Marek, Ralf und ich noch genug Energie eine schöne stadtwanderung zu unternehmen. Wir müssen ja langsam abbauen, sonst sind die Füße komplett unterfordert wenn man zu Hause ankommt. Zum Abendessen trafen wir uns mit Claudia und Eike. Es war mal wieder ein sehr schöner Abend. Heute allerdings eher mit ernsten Themen. So kann man einen erfolgreichen Tag ausklingen lassen.
Nach einem geselligen Abendessen mit Ralf und Marek, Gingen wir zurück in unsere Herberge um zu Schlafen. Es war traumhaft. Das Bett war superweich und man konnte mit einem Vorhang ein wenig Privatsphäre schaffen. Heute morgen wurde ich 6.45 von dem aufstehenden Ralf geweckt. Ich zog mich an, um mich pünktlich 7.30 mit Marek zu treffen. Heute ging es 23 Kilometer nach pontevedra. Unseren ersten halt machten wir in arcade, dort tranken wir eine leckere heiße Schokolade. Während der Pause zog Jan an uns vorbei. Nach einigen Minuten holten wir ihn aber wieder ein, da er einige Probleme mit deinem Knie hat. der Weg hielt wunderschöne Panoramablicke für uns bereit. Gegen Mittag kamen wir am Zielort an. Leider ist man seit tui ein wenig unter Druck, denn die ganzen 100km Wanderer reservieren die Herbergen schon vor oder hetzten früh 5.00 los um einen Platz zu bekommen. Es hat nicht mehr wirklich etwas mit Pilgern zu tun. Es ist eher ein Wettrennen.

29 August 2018

Nachdem die Pfadfindergruppe noch bis 23.00 Lärm gemacht hat, dachte ich ich könne schlafen. Aber dem war nicht so. Denn der Typ neben mit fing unglaublich laut an zu Schnarchen. Das war lauter als ein lautes Gespräch zwischen zwei Menschen. So kam ich also zu weniger als 5 Stunden geschlafen hatte, stand ich auf. Die ersten Kilometer bis mos ging ich noch mit Ralf. Nach einem Frühstückskaffee entschied ich mich alleine weiter zu gehen. Und das war eine gute Entscheidung. Man kommt zum Nachdenken oder träumt einfach vor sich hin. So ging ich de. Weg bis zum tagesziel mit nur einer weiteren zwischenpause. Heute waren es nur 17kilometer. Und es wird die nächsten Tage ähnlich sein, da es nach Santiago nicht mehr weit ist. Ich könnte auch hetzten und schon eher ankommen. Dann hätte ich aber nicht mehr so viel von diesem Erlebnis und zu viel Zeit in Santiago. Zudem tut es meinen Füßen ganz gut wenn sie die nächsten Tage nicht mehr so geknechtet werden.

28 August 2018

Endlich nach 27 Kilometer habe ich o porriño erreicht. Direkt vor der Herberge traf ich wieder auf Ralf. Er habe mich auf dem Weg vermisst. Die ersten Kilometer waren eine Entwöhnung, denn er habe sich ohne meine Anwesenheit trotzdem immer umgedreht um nach mir zu schauen. Ihm fehlt irgendwie auch das Fragen nach Riegeln oder einem feuchttuch. Er hat mich auf dem bisherigen Weg adoptiert. Nun ist er der Meinung er sei bereit für Kinder. Die ersten Kilometer die ich von Spanien gesehen habe gefallen mir nicht so gut. Es ist teurer, sieht nicht schön aus und die Herberge sieht aus wie ein Weltkriegsbunker. Trotzdem Tat die Dusche gut. Als ich wieder raus kam, rannte ich Georg in die Arme, der in diesem Moment die Herberge erreichte. Nun ist unsere kleine Truppe komplett. Jetzt gibt es etwas Leckeres zu essen und dann ist der Tag schon wieder vorbei. Und Santiago kommt immer näher.
Die nächsten 10km zogen sich wirklich hin. Immer wieder sah ich Pilger, die in tui gestartet sind. Mit minirucksack, Sneakers und jakobsmuscheln. Diese gehen den Weg erst die letzten 100km, denn nur dann gibt es eine Compostela. Das finde ich schade, denn der Grund für diesen Weg sollte nie die Urkunde sein. Für mich bedeutet es aber, dass ich mehr als die Hälfte geschafft habe. Nun stehen nur noch kleinere Etappen bevor. Während ich alleine lief, dachte ich über mein Leben nach dem caminho nach. Wird es sich ändern? Werde ich mich verändert haben? Und vorallem sieht man es mir an dass ich ihn gelaufen bin? Ich meine, ich habe nicht umsonst so viele blasen an den Füßen, auch esse ich weniger als ich benötige. :) Gegen 14.00 machte ich eine Pause, Ehe ich die letzten Kilometer bis nach o porriño durch ging. Diese gingen so gut, dass ich innerhalb 1.5 Stunden das Ziel erreichte.
Nach einem komatösen Schlaf sind wir drei gegen 7.00 aufgewacht. Es gab ein super ausgiebiges Frühstück. Dann wurde schweren Herzens der Rucksack gepackt, der übrigens viel leichter und kleiner ist als am Anfang. Ich habe Angst etwas wichtiges verloren zu haben, aber das blasenpflaster ist da und das Tape, so kann es nicht so schlimm sein. Heute ging ich allein los. Es ging erstaunlich gut. Nach 6km erreichte ich valenca, wo mich Georg und Ralf einholten. Da Ralf irgendwo wieder abbog, ging ich mit Georg auf die Festung valenca. Dort setzte ich mich für einige Minuten Ehe ich Richtung tui spazierte. Auf dem Weg dorthin überquerte ich auf einer Brücke den Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien. Jetzt habe ich auch wieder die mitteleuropäische Zeit. Vor der Kathedrale von tui traf ich auch Ralf wieder. Er ging aber gerade weiter. Kurz bevor ich ging tauchte Georg wieder auf. Ich hoffe wir sehen uns am Tagesziel wieder.

27 August 2018

Endlich es geht ins Bett. Was für ein Tag. Die 30kilometer gesamt zogen sich so extrem. Mir ging es immer schlechter. Ich war an meinem Tiefpunkt. Emotional und physisch. Nun sind Ralf, Georg und ich in einer kleinen privaten Herberge. Für 25€ inklusive Abendessen und Frühstück schlafen wir alleine in einem 6 bettzimmer. Es ist ein Traum. Hammer Dusche, weiche Betten. Ich zitiere mal Ralf:"ihr bekommt mich morgen maximal mit der flex raus". Einfach Hammer. Erst wurde geduscht, die Eigentümerin wusch unsere Wäsche. Dann gab es selbst gemachten Nudelauflauf. Ein 4 Gänge Menü. Und als betthupferl einen Portwein. Nun nutzen wir die Nacht ohne Italiener und Schlafen uns zu dritt richtig aus. Übrigens sind Ralf und ich jetzt blasenbuddies. Aber morgen werden wir getrennte Wege gehen, damit jeder Zeit für sich hat.
Verfluchter 5. Tag. 4.50 klingelte der Wecker der doofen Italiener. Da war an Schlaf nicht mehr zu denken. Da Ralf einen Plan vom Weg und ich die Taschenlampe habe, gingen wir wieder gemeinsam los. Leider hatte un diese Zeit noch alles geschlossen. So fiel das Frühstück aus. Es ging bergauf und bergab. So legten wir bis 10.00 900 Höhenmeter auf 17km zurück. Ohne Frühstück. Auch wenn ich sehr zu kämpfen hatte, war der Weg super denn man hätte am höchsten Punkt einen super Ausblick über das ganze Tal. Nach dem quälenden Abstieg kamen wir endlich in Rubiâes an. Dort gab es auch ein Cafe. Es gab zwei Croissants und eine heiße Schokolade. Nach einer mehr als entspannenden Pause ging es weiter. Denn es war erst 11.00und damit zu früh für Feierabend. Die letzten Kilometer nach Pedreira zogen sich wie Gummi. Es tat einfach alles weh, die Beine die blasen die Füße. Da fragt man sich schon warum man all das freiwillig auf sich nimmt. Es wurde sehr emotional aber Ralf war für mich da.

26 August 2018

Bei meinem letzten halt gabelte Marek mich auf und wir gingen die letzten Meter gemeinsam. Gegen 12.30 erreichten wir nach knapp 24 Kilometern unser Ziel. Ponte de Lima. Direkt am Fluss trafen wir auf Ralf und Rebecca. Die beiden wollten unbedingt was essen also trafen wir uns mit Jan und Georg am Fluss und sonnten uns. Gegen 15.15 brachen wir gemeinsam auf zur Herberge wo wir wieder auf Ralf, Flora und Rieke trafen. Für 5€ gibt es ein Bett im 18bettzimmer. Nach der üblichen Dusche und Zeit für sich gab es einen Stadt bummel mit den üblichen Verdächtigen Ralf und Jan. Danach fanden wir uns als große Gruppe zusammen. Georg, Claudia, Jan, Ralf, Marek und zwei weitere. Zu acht aßen wir ein pilgermenü und lachten sehr viel. Es war unglaublich amüsant. Jetzt, 22.00, geht es schlafen. Hoffentlich werden wir morgen nicht schon wieder von den lauten Italienern geweckt
5.00 klingelte ein Wecker im Zimmer und eine 6 Manngruppe stand unter viel Lärm auf. Davon wurden Ralf und ich wach und wackelten los. Es ist wie eine Nachtwanderung, und bei dem Licht die Pfeile zu erkennen war nicht ganz einfach. Aber es war sehr aufregend, überall die Lichter zu sehen und wie die Sonne langsam aufgeht. Ich trottete die Zeit hinter Ralf hinterher damit jeder Zeit für sich hat um nachzudenken. Denn dazu ist der camino da, um Zeit für sich zu haben. Gegen 8.45 erreichten wir ein Kaffee in dem wir Rebecca adoptierten und die Hälfte unseres Weges hinter uns hatten, wurde die erste Mahlzeit des Tages gegessen. Nach der Pause machte jeder für sich los. Denn jeder läuft seinen eigenen camino. Es kommen Gedanken auf, man grinst blöd vor sich hin, merkt die schmerzenden Füße oder genießt die Landschaft. Diese besteht hier großteils aus Weinreben und süßen Dörfern. Jetzt sitze ich 1km vor dem Ziel und mache noch ein kleines Päuschen.

25 August 2018

6.10 wachten jan, Ralf und ich nach einer kurzen Nacht auf und entschieden uns zusammen weiter zu gehen. Barcelos war das erste Ziel. Wir gingen noch einen Umweg zu einem Kloster, was extrem anstrengend war da es einen sehr steinigen Weg hinauf ging. Aber es lohnte sich. In barcelos besichtigten wir noch die Burg mit Eingängen perfekt für meine Größe. Auch habe ich ihn einem steinsarg Probe gelegen, wer weiß wie der Weg endet. In barcelos entschied sich Jan für ein großes Mittagessen. Ralf und mir reichte allerdings ein Eis. Also liefen wir weiter. Die letzten Kilometer zogen sich extrem, so dass ich mich bei Ralf einhängen konnte. Gehen 16.20 erreichten wir unsere Pilgerherberge. Und hatten somit heute stramme 28kilometer zurück gelegt. Heute sind keine neuen blasen dazu gekommen, die alten müssen allerdings abheilen. Aber ich laufe schon nicht mehr so humpelnd, da sehen andere Abends schlimmer aus. Es ist nur immer schwer nach einer Pause sine Füße zu koordinieren.

24 August 2018

Nach dem wir in Rates ein Bett in der Pilgerherberge bezogen hatten. Wurde geduscht, Wäsche gewaschen und jeder ging seinen Dingen nach. Es ist sehr wichtig dass sich jeder hier Zeit für sich nimmt. Ab und an tut es gut sich miteinander zu unterhalten das ist ja auch der Sinn des camino. Aber es gibt immer ein Grund warum man ihn geht und dann sollte man sich dafür auch Zeit nehmen. Gegen 18.00 machten wir uns zu fünft. Linda, Kathi, jan, Ralf und ich zum gegenüber liegenden Restaurant. Bei einem leckeren pilgermenü wurde geredet und Erfahrungen ausgetauscht. Gegen 22.00 fielen wir alle tot ins bett. Denn der Muskelkater muss auskuriert werden und auch die blasen müssen abheilen.
Die Hälfte eines aufregenden Tages geht zu Ende. Nach einer Nacht mit komatösen Schlaf wurde ich gegen 6.30 wach. Direkt danach ging es direkt los. Der Nebel war so dicht dass er kaum etwas sehen konnten. Nach 8km erreichten wir Villa de Conde. Wir machten eine Frühstückspause um die erste Mahlzeit des Tages zu uns zu nehmen. Während des Essens zog de Himmel auf und die Sonne prasselte erbarmungslos auf uns herab. Wir setzten uns wieder in Bewegung. Nach weiteren Kilometern trafen wir auf den vor einer Kirche sitzenden Ralf. Da wir uns so gut verstanden zogen wir als Dreiertrupp los. Es war einfach sehr lustig. In Rates nach insgesamt ca. 20km kehrten wir in ein Restaurant ein. Bei einem leckeren portugiesischen Gericht entschieden Jan und ich uns dafür in Rates zu bleiben da Ralf uns zum Abendessen einlädt. Auch wetteten wir wann Kathi in Rates ankommt, da sie gestern mehr schleifend als Gehend an kam. Ich habe gewonnen mit 16.30. also bekommst ich heute Abend noch ein Freigetränk.

23 August 2018

Die Herberge in Villa chã war einfach zu finden. Einfach den Wegweisern folgen. Allerdings mussten wir beide bei den letzten 1,3 Kilometer wirklich kämpfen. Übernachten kann man hier gegen eine Spende in einem 12 Bettzimmer. Hier lernten wir auch Max und Sarah kennen mit denen wir uns noch austauschen. Sarah konnte ich mich helfen ihren Rucksack einzustellen, da sie heute viele Probleme mit dem Hüftgurt hatte. Ich denke wir werden alle Leute die wir hier treffen irgendwann irgendwo wieder sehen. Jetzt heißt es erstmal Schlafen und die geschundenen Füße pflegen.
Mensch bin ich platt. Jan und ich können nur noch im watschelgang nebeneinander zum Restaurant trotten, mehr geben die Beine nicht her. Der Tag begann 6.25 mit dem klingeln meines Weckers. Mit größter Mühe schaffte ich es ohne jemanden zu wecken aus dem Schlafsaal. Und es ging direkt zur Kathedrale von Porto an der ich mich mit Jan traf um unseren Weg anzutreten. Entgegen der Wegweiser entschieden wir uns direkt am Fluss zum Atlantik zu laufen. Den ganzen Tag begleitete uns der Nebel und die Höchsttemperatur lag bei 24°C. Perfektes wanderwetter. So kamen wir sehr schnell voran. Von dem Weg gibt es nicht viel zu erzählen, außer dass er am Meer auf einem Holzweg Lang läuft. Nach dem 20. Kilometer trafen wir auf Geunhak. Der in Kenia lebende Koreaner sprach und einfach an. Und begleite uns ein paar Kilometer. Mit ihm aßen wir auch Mittag. Die letzten Kilometer zogen sich wie Gummi. Nach 30 Kilometer Fußmarsch erreichten wir 16.00 Villa chã.

22 August 2018

Was für ein Flug. Es war so viel im deutschen Luftraum los, dass unser Flieger über 100minuten warten musste Ehe er aufs Rollfeld durfte. Die Zeit nutze ich sinnvoll mit Schlafen. Genau mit der selben Beschäftigung brachte ich auch den Flug Rum, so fertig war ich. 11.30 Ortszeit kamen wir endlich in Porto an statt 8.55. es dauerte weitere 40 Minuten bis ich mein Gepäck hatte. Dann ging es zur Metro die mich zum Hostel bringen sollte. An der Haltestelle trindade wurde ich von Jan angesprochen. Ein anderer Pilger mit dem ich mich sofort verstand und mit ihm Porto erkundete. Porto hat mich wirklich positiv überrascht, ich dachte es ist nur eine pilgerstadt aber das ist es definitiv nicht. Es sind so viele Touristen hier. Und das aus gutem Grund. Porto hat diesen typisch portugiesischen Charme den man sich vorstellt. Überall Kirchen und Kathedralen, schmale Gassen, viele Snacks. Und. Viele Fassaden sind gefliest, das ist schon ungewöhnlich. Sehr zu empfehlen.
Meine Nacht verlief Recht unspektakulär. Gegen 23.30 kam ich endlich mit dem Zug am Flughafen in Frankfurt an. Von meiner letzten Reise wusste ich genau wo sich das Terminal 2 befand und wo ich essen her bekomme. Leider hatte nur noch das McDonalds geöffnet also gab es dort einen kleinen mitternachtssnack, danach legte ich mich auf eine Liegefläche. Ich finde Flughäfen ja schon interessant, aber bei Nacht ist es noch interessanter wie jeder auf seine eigene Art versucht die perfekte schlafposition zu finden. Ich kam leider bloß in die Halbschlafphase aus der ich 3.00 wieder erwachte. Dann machte ich mich langsam auf den Weg zur Gepäckagabe. Die Sicherheitskontrolle verlief so reibungslos dass ich jetzt schon am Gate sitze. Mein Flug geht allerdings erst 7.05, solange muss ich die Zeit noch tot schlagen

21 August 2018

Was Passiert wenn man zu viele Bücher liest? Man kommt auf verrückte Ideen. Ich habe zu oft Hape Kerkelings-ich bin dann mal weg gelesen und gehört. So entschied ich mich relativ spontan mich selbst auf den Jakobsweg zu machen. Da ich allerdings nicht so viel Geld und Zeit mitbringe, beschloss ich einen anderen Weg nach Santiago de Compostela zu nehmen. Es geht den portugiesischen Jakobsweg entlang. In der letzten Woche buchte ich meinen Flug nach Portugal, bestellte den bekannten pilgerpass, die Eintrittskarte für die Pilgerherbergen, und besorgte mir ordentliche Wanderschuhe, da meine Alten in Neuseeland in Rente gingen. Ich werde euch immer wieder auf den neusten Stand bringen und meine Erfahrungen teilen.