Taiwan · 1 Days · 7 Moments · February 2017

look!'s Journi nach Taiwan


28 February 2017

Um Waffen dreht sich auch alles bei Maestro Wu. Der 70-Jährige stellt in dritter Generation Messer aus Propaganda- Granaten her, die die Chinesen auf Kinmen abgeworfen haben. Aus einer Granate fertigt der Handwerkskünstler 60 Messer feinster Qualität – taiwanesische Küchenmesser gelten übrigens als die besten der Welt. Wir lassen den Tag weniger scharf ausklingen, nämlich im Bed & Breakfast Piano Piano von Grace Yang. Sie hat mit viel Liebe historische Häuser renoviert und zu gemütlichen Wohneinheitenausgebaut, um die ursprünglichen Bauwerke der Insel zu erhalten. Wir gehen mit dem Gezirpe der Grillen schlafen und wachen mit dem Gezwitscher der Vögel auf. Morgen geht es zurück nach Taipeh und via EVA Air Elite Class komfortabel zurück nach Wien. Die Woche war ein Fest für Augen, Gaumen und Sinne. Ganz sicher: Wir kommen wieder …
Auf die Insel Kinmen, nur eine Flugstunde von Taipeh entfernt, geht es am nächsten Tag. Das Festland China liegt hier nur zwei Kilometer entfernt. Die Insel war jahrzehntelang militärisches Sperrgebiet. Jetzt wird die offensichtliche Faszination des Kriegführens zu Showzwecken eingesetzt. Vom Staat engagierte Schauspieler bieten als verkleidete Soldaten hier Militär-Aufführungen für Touristen, inklusive Abfeuern einer Kanone. Führungen zu den ehemaligen Kriegsschauplätzen zählen zum Standardprogramm.
Wir brauchen Erholung vom Großstadtdschungel. Und finden sie unweit der Metropole im Yangming- Nationalpark, wo inmitten dichter Wälder heiße Quellen aus dem Boden sprudeln und weiß aufsteigender Dampf eine mystische Atmosphäre schafft. Eine Welt für sich, die in Taiwan für Spa-Erlebnisse unvergesslicher Art genutzt wird. Viele der umliegenden Wellness- und Spa-Ressorts machen sich die heißen Quellen zunutze. Wir nächtigen im Tien Lai Resort & Spa und genießen den Luxus eines privaten Hot-Spring-Bades auf dem Balkon.
Wer Blumen und wunderschönen Schmuck mag, ist hier richtig. Gigantische Hallen, voll mit Orchideen oder auch japanischen Bonsai-Pflanzen (die es hier so günstig wie sonst nirgendwo auf der Welt gibt – alleine der Heimtransport ist das Problem …), wechseln mit riesigen Flächen, auf denen Jadeschmuck in allen Variationen angeboten wird. Die Preise schwanken erheblich, es darf und muss gefeilscht werden. Echtschmuck und täuschend echt aussehende (Glasstein-)Fälschungen lassen sich nur aufgrund der Preise unterscheiden. Das Einzige, was man hier braucht: Zeit! Und Muße, um in das Treiben einzutauchen und sich auf ein kleines Shoppingabenteuer einzulassen. Ob die neuen Jade-Ohrgehänge, die umgerechnet nur knapp zehn Euro gekostet haben, tatsächlich echt sind? Keiner wird es je erfahren und wunderhübsch sind sie wirklich.
Zehn JournalistInnen umfasst unser Reisegrüppchen und wenn die Köpfe vom eindrucksvollen Kulturaufkommen der Stadt zu sehr rauchen, machen wir halt, um die herrliche Küche zu genießen. Schon alleine aus kulinarischer Sicht ist Taiwan eine Reise wert. Einflüsse der chinesischen und japanischen Küche vereinen sich hier zu einem „Best of Asia“-Style. Wer köstliche Suppen, großartig gewürzte Eintöpfe, Meeresfrüchte aller Art und die hohe Kunst der Dim-Sum-Küche schätzt, wird – ähnlich wie Ihre naschhafte Autorin – aufs Höchste inspiriert und mit ein paar Belohnungskilos zurückkehren … Doch so weit sind wir noch lange nicht: Da Samstag ist, führt uns Albert zum Jianguo Flower & Jade Market … Achtung: Platzangst-Alarm!
Schauplatz Taipeh. Die 2,7-Millionen-Hauptstadt ist Ausgangspunkt für jede Taiwan-Reise. Wir erkunden die Stadt via erstklassig klimatisiertem Bus und in Begleitung unseres charmanten Reiseführers Albert, der nicht müde wird, uns den Mix aus historischen Tempelanlagen, Nachtmärkten, dem Nationalen Palastmuseum mit seinen tausenden Kunstschätzen und Memorials, die dem Schaffen des Staatsgründers Chiang Kai-shek huldigen, detailreich zu erklären.
Angekommen. Wer nach Taiwan reist, fühlt sich in einer anderen Welt zu Hause. Prachtvolle Naturkulissen und Großstadt-Flair lassen Fernweh nach noch mehr aufkommen. Wer da war, kommt wieder. „Hidden Champion“ wird der ostasiatische Inselstaat Taiwan genannt, oder auch „Ilha formosa“, die schöne Insel. Sieben Direktflüge ab Wien pro Woche, am komfortabelsten mit der taiwanesischen Fluglinie EVA Air, sollen das bisherige Geheimziel Taiwan nun in die Liste der Traumziele, abseits von Touristen-Trampelpfaden, katapultieren. Die im Westpazifik vor dem chinesischen Festland gelegene Insel wurde im Vorjahr von nur 6.000 Österreichern besucht. Das könnte sich rasch ändern, denn die Vorteile (neben der angenehmen Direktverbindung) liegen für Urlauber auf der Hand: asiatisches Großstadtflair mit Kulturangeboten und Shopping-Verlockungen jeder Art in der Hauptstadt Taipeh; Nationalparks, Traumstrände und gigantische Natureindrücke abseits der Metropole.