Germany, Spain · 17 Days · 43 Moments · June 2017

Lisa's Abenteuer in Santiago de Compostela, S


8 July 2017

You will be in my heart! ☀❤
Das alles habe ich meinem Großeltern zu verdanken, denn ohne euch, wäre es gar nicht so weit gekommen. Danke an Opi, für diese tolle Zeit, wir waren ein gutes Team. Ich werde diese Erinnerung immer in meinem Herzen tragen. In Liebe, Lisa ❤
Die Catedrale in der wir gestern noch waren, war bombastisch. Wie viele kleine Ornamente und Handarbeiten so ein Bild erschaffen können. Für mich unbegreiflich. Auch wenn ich nicht viel von der ganzen Kirche und dem ganzen Glauben halte, habe ich mich nochmal 15 Minuten angestellt um den heiligen Jakobus zu umarmen. Opa zur Liebe. Er meinte, dass dies wohl alle Pilger machen würden und nun mal Tradition sei. Schlimm war es nicht, aber komisch kommt man sich trotzdem vor. Santiago ist eine schöne Stadt, die Stadt der Freude und hat viele kleine Läden in denen man gestern Abend noch gut Kaffee trinken  konnte. Ich bin bis jetzt keinen Spaniern begegnet die unfreundlich waren. Trotz manchem ungenießbarem Essen und manchen trostlosen Unterkünften, war alles perfekt und eine super Erfahrung für mich. Man denkt viel nach, man sprach oft in Gedanken zu sich selbst oder denkt an alte und lustige Zeiten zurück.
Der letzte Tag.. Es ist vorbei. 2 wunderschöne Wochen sind meiner Meinung nach einfach viel zu schnell vorbei gegangen. Obwohl wir gestern nach unserer letzten 20 km Wanderung total kaputt waren und die letzten Km noch in die Stadt gelaufen sind, anstatt mit dem Taxi zu fahren, haben wir uns noch 1 Stunde im Pilgerbüro aufgehalten um endlich unsere Compostela in der Hand zu halten. Mittlerweile spüre ich meine Gelenke und meinen Rücken. Doch das hält sich alles noch in Rahmen. Wir haben die letzte Etappe in vollen Zügen genossen. Die letzten Eindrücke und letzte Landluft. Um 13 Uhr sind wir in Santiago angekommen. Dieses Gefühl es endlich geschafft zu haben und wieder etwas neues im Leben erreicht zu haben ist unbezahlbar. Die vielen Leute um dich herum feiern ihren Erfolg und sind glücklich darüber endlich das Ende erreicht zu haben. Auch ich bin froh, aber nicht froh darüber, heute wieder nach Hause zu fliegen.

6 July 2017

Des eiteren haben wir bekannte Leute aus anderen Hotels getroffen, die genau heute wieder in der gleichen Unterkunft wie wir gelandet sind. Eine ältere Amerikanerin, sehr Lebensfroh und offen und eine Oma mit ihrem erwachsenen Enkel aus Mainz. Verrückt, wie klein die Welt doch eigentlich ist. Es ist so schön hier. Unser Hotel ist wieder spitze und das Abendessen war auch sehr köstlich. Nach der langen Tour sind wir direkt in den Pool gesprungen, um uns eine Abkühlung zu gönnen. Morgen wird es nochmal aufregend. Ich will irgendwie gar nicht an zu Hause denken, denn dort nimmt der normale Alltag wieder seinen Lauf. Ich sitze noch ein bisschen in der Sonne und lasse den Abend nochmal langsam ausklingen.  Eine Gute Nacht und bis Samstag ❤
Tag 13. Die letzten 20 km. Morgen um diese Zeit sind wir schon in Santiago und halten unsere Compostela in der Hand. 250 km, in 2 Wochen. Irgendwie unvorstellbar so lange unterwegs gewesen zu sein. Ich weiß nicht, ob ich glücklich oder traurig darüber sein sollte, dass die Reise morgen schon vorbei ist. Das alles hier ist sehr aufregend für mich gewesen. Sowas habe ich noch nie erlebt und diese Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen. Mein Highlight für heute war, dass ich nochmal 2 Nonnen getroffen habe und in den Arm nehmen durfte. Ein Foto zur Erinnerung darf da natürlich nicht fehlen. Ich wusste gar nicht, dass die sich überhaupt Fotografieren lassen dürfen. Die Beiden waren sehr freundlich und haben jeden einzelnen Pilger offen in Empfang genommen um den Pilgerpass mit einem weiteren Stempel zu füllen. Die Wanderung heute war sehr lustig. Wir hatten sehr viel Spaß zusammen, denn Opi ist ein richtiger Sprücheklopfer.

5 July 2017

Das hier ist der pure Luxus. Eine großes Zimmer und ein riesiges Bett warteten schon auf uns. Nach 12 Tagen ist das ein richtiges Highlight für uns. Das Gut hat einen eigenen Park mit eigenem Teich. Die Frösche sind am quarken und die Vögel am zwitschern. Jetzt möchte man doch irgendwie wieder hier bleiben und gar nicht mehr nach Hause. Des weiteren können wir direkt auf die Landschaft spaniens gucken. Die letzten 2 Tage werden super. Morgen entfernen wir uns 18 km von Arzúa und gehen nach Rua. Der letzte Ort vor Santiago. Bis Samstag und Buen camino ❤
Der Mann meinte, dass seine Enkelkinder auch in meinem Alter wären, jedoch keine Lust darauf hätten mit ihm zusammen den Camino de Santiago zu gehen. Schade eigentlich, aber das ist wohl nicht jedermanns Sache. Der Weg nach Arzúa war angenehm. Die Sonne  ist nicht da und die Luft ist etwas kühler. Genau das richtige Wetter zum Pilgern, aber ein bissche Sonne wird meiner Haut auch nicht schaden. Am Wegesrand wurden wir wieder von toller Musik empfangen. Opa war wieder den Tränen nah, aber er konnte sich noch zurück halten. Wir erleben viele tolle Dinge, die ich so gar nicht aufschreiben kann. Ihr werdet persönlich noch viele Geschichten von mir hören. Unsere Unterkunft heute ist der Wahnsinn. Als wir in Arzúa eingetroffen sind, standen viele alte, verbrauchte Hotels und Häuser an den Straßen. Also habe ich nicht mehr damit gerechnet in einem schönen Gutshof empfangen zu werden. Doch nach 1,5 km änderte sich meine Meinung. ➡ Fortsetzung Seite 3 ⬅
Tag 12. Die letzten Kilometer stehen auf der Uhr. Durch die vielen Gedankenflüsse auf dem Jakobsweg kommt man doch immer wieder auf verrückte Ideen und neue Ziele. Deshalb habe ich mir überlegt vielleicht nächstes Jahr zusammen mit meinem Papa den Kilimandscharo in Südafrika zu besteigen. Was wäre das wohl für ein aufregendes Abenteuer. Der Pulpo gestern war klasse. Sowas gutes bekommt man leider nicht in Deutschland und würde ich auch nicht empfehlen zu essen, denn traditionell wird dieses Gericht in einer Pulperia hier in Spanien verspeist. Mit Öl und den richtigen Gewürzen ist es ein ganz anderer Geschmack, den ich so vorher noch nicht gegessen haben. Etwas glibberig, aber trotzdem fest im Biss. Also traut euch ruhig, dieses Gericht zu essen, ich kann es nur empfehlen. Auch dort haben wir neue Leute kennengelernt die in Opas Alter sind. ➡ Fortsetzung Seite 2 ⬅

4 July 2017

Ein Wort: geil 😍
An der bekannten Pulpéria angekommen, trennten sich leider unsere Wege. Vielleicht sieht man sich ja wieder. Denn die Frauen waren sehr freundlich und hilfsbereit mein Hotel aufzusuchen und haben mich sogar noch mit in die Kirche zum beten genommen. Was ich natürlich nicht abgeschlagen konnte. Opa wartete schon sehensüchtig auf mich. Das Hotel in Melide hat nur 2 Sterne, aber dadurch das die Leute so nett sind, hätte es mindestens 4 verdient. Die Zimmer sind sauber und ordentlich und vollkommen okay für eine Nacht. Gleich essen wir Pulpo 😍 Bilder folgen später. Morgen geht es weiter nach Arzúa, hoffentlich ohne weitere komplikationen. Bis Bald und buen caminooooo ❤
Aber irgendetwas hatte mich davon abgehalten in das Taxi zu steigen. Ich wollte unbedingt weiter gehen, wusste jedoch nicht, ob ich meinen Opa alleine lassen sollte. Schließen sagt man ja nicht umsonst "mitgehangen, mitgefangen" Aber andererseits hätte ich die Zeit auch gut für mich nutzen und einfach nach meinen Regeln weiter laufen können. Was ich dann auch getan habe. Also ging ich die endlose Straße weiter, die sich wirklich noch in die Länge gezogen hat und kam bei km 19 in Melide an. 3 Mexikanerinnen denen wir in der Bar anfangs begegnet sind hatten auch noch die letzten km vor sich und wanderten das letzte Stück mit mir zusammen. Leider konnten die Damen nur Englisch, doch hier konnte ich mich mal wieder beweisen, wie gut mein Englisch doch ist und redete einfach drauf los ohne zu wissen, was ich da eigentlich sage. Egal, sie haben mich trotzdem irgendwie mit Händen und Füßen verstanden. Und noch ein weiterer Grund um die englische und spanische Sprache zu erlernen.
Alles wird wieder gut. Nach 5 km machten wir unsere erste Pause und gönnten uns ein kühles Wasser. 30 Minuten sind vergangen, bis wir wieder auf den Beinen waren. Doch nach einiger Zeit ist uns aufgefallen, dass wir schon länger keine gelben Pfeile mehr oder andere Hinweise sahen und wahrscheinlich einen anderen Weg eingeschlagen sind. Eine junge Frau, die auch auf dem Weg nach Melide war, versicherte uns aber, das wir den richtigen Weg gehen würden und nur noch wenige km vor uns hatten. Zuerst waren wir beruhigt, doch als wir nach 3 km immer noch keine Meilensteine entgegen gekommen sind, wussten wir, dass wir uns verlaufen hatten. Es wurde immer heißer und die Sonne strahlte auf den glatten Asphalt. Da die Straße kein Ende mehr nahm und Opa sehr Sauer und enttäuscht war, haben wir uns ein Taxi gerufen, das uns die letzten Km nach Melide fahren sollte.
Tag 11. Ab heute stehen uns nur noch 50 km bevor. Dann haben wir es endlich geschafft. Die lang ersehnte Reise geht langsam dem Ende zu. Das Gutshof war eine klasse Unterkunft. Das Essen war prima und die Landschaft ein Traum. Wir machten uns um 9 Uhr auf den Weg nach Melide. Es war zu diesem Zeitpunkt schon sehr warm und es sollte noch heißer werden. Mittlerweile fühle ich mich sehr müde und schlapp. Jeden Tag etwas neues zu sehen und neues zu entdecken macht mich fertig. Doch es ging trotzdem weiter. Zuerst sind wir an einer Kirche in palas de rei  angekommen, bei der wir uns einen neuen Stempel für unseren Pilgerpass besorgten. Die Kirche war sehr klein und doch so schön. Vorne am Altar leuchtete ein riesiges Kerzenmeer, das nur darauf wartete, durch vereinzelnte Kerzen erweiert zu werden. Also habe ich mir einen Euro in die Hand genommen und das ewige Licht angezündet, um einem sehr wichtigen Menschen in meinem Leben Kraft, Liebe und Geduld für die weitere Zukunft zu wünschen
Frühstück! ✔

3 July 2017

Viele Menschen auf der Welt durchwander diesen Weg aus religiösen Gründen, um Gott oder sonst wen zu begegnen, doch das ist heutzutage nicht immer so. Viele versuchen nach dem Jakobsweg ein neues Leben anzufangen, neue Kraft für die Arbeit oder den Alltag zu schöpfen, vielleicht auch um die Liebe fürs Leben zu finden oder sich doch vom  Liebeskummer zu befreien um endlich damit aufzuhören die vergangenen Herzschläge zu zählen, bis sie nicht mehr weh tun. Auch das gehört zum Kreislaufdes Lebens dazu. Wir übernachten heute in einem wunderschönen Gutshof. Hier ist es sehr romantisch und vorallem ruhig. Es gibt keine nervig befahrenen Straßen oder gackernde Spanierinnen oder Südafrikanerinnen die nach dem 5. Glas Wein immer lauter werden. Ich werde heute gut schlafen und für die nächste große Etappe bereit sein. Morgen geht es für 20 km nach Melide. Hier werde ich zum ersten mal Pulpo essen ( Krake ). Ich bin gespannt. Allen eine gute Nacht und schöne Träume. Ciao, Lisa ❤
Schon seit Tagen werden wir von einer Südafrikanerin verfolgt, die mit ihren Kindern zusammen den Jakobsweg geht. Jedoch sind ihre beiden Kinder einige Meilen vor ihr, da diese schneller sind und jeder sein eigenes Schritttempo einhalten kann. Nun ja, diese Frau redet ohne Punkt und Komma und ist sehr temperamentvoll. Wenn wir eine laute Stimme von hinten hören, wissen wir, dass das südafrikanische Mädel nur wenige Meter von uns entfernt ist und werden automatisch 2 Schritte schneller. Vergeblich, denn oft holt sie uns dann doch ein. Es gibt Momente auf dem Jakobsweg, da möchte man einfach Zeit für sich haben, in sich kehren und seine Gedanken und Wünsche sortieren. Es gibt immer etwas, worüber man nachdenken möchte und es wird auch immer etwas geben, worüber man sich selbst und in Ruhe beschäftigen und auseinandersetzen will. ➡ Fortsetzung Seite 3 ⬅
Tag 10. Mit dichtem Nebel und trüber Luft ging es weiter. Die Wettervorhersage von heute berichtete, 30 Grad und pralle Sonne. Eigentlich keine schönen Vorraussichten für eine 20 km Wanderung, doch mit aussreichend Pausen und reichlich Wasser, ist es halb so tragisch für uns gewesen. Je näher wir Santiago kommen, desto voller wird der Camino. Da wir gestern den 100 km Stein erreicht haben und viele Pilher nur die letzten Kilometer überqueren wollen, war mir dies kein Wunder. Die Meilensteine sind mit Fliesen versehen, auf denen man erkennen kann, wie viele Kilometer man noch zu gehen hat. Doch die meisten Fliesen wurden einfach rücksichtslos und ohne schlechtes Gewissen rausgeschlagen um als Andenken zu erinnern. Einfach nur schade. Da kommt man dem Ziel mit jedem Schritt ein bisschen näher und fragt sich, wie weit die Reise eigentlich noch ist. ➡ Fortsetzung Seite 2 ⬅

2 July 2017

Gänsehaut. Opa war sehr gerührt und auch ich war den Tränen nah. Ich hätte ihn noch Stunden lang dabei zuhören können, aber wir mussten weiter, denn wir hatten noch mehrere Kilometer vor uns. Um 16:30 haben wir unser schönes Hotel in Portemarin erreicht. Die 24 km machen sich mit Müdigkeit und Lustlosigkeit bemerkbar. Ein langer anstrengender Tag ist vorbei und eine neue Woche beginnt. Morgen geht es 17 km nach Portos. Gute Nacht und buen camino ❤
Merlin bleibt heute einen Tag in Sarria um sich zu Erholen, für uns ging es jedoch weiter. Auf dem Camino begegnet man viele Bauern mit alter Kleidung und ausgelaufenen Schlappen. Heute kam uns ein kleiner, alter, zünftiger Bauer mit seinem Schäferhund entgegen der mir eine Freude machen wollte und sich gerade noch so bücken konnte, mir eine Blume vom Wegesrand abzupflücken. Es hat sich mal wieder bestätigt, dass nicht alle Menschen auf der Welt ein schlechtes Herz haben und gerade die armen doch sehr großzügig und freundlich ihren Mitmenschen gegenüber treten. Nach einer dicken Umarmung und einem Kuss auf die Wange ging es weiter, doch das nächste Highlight dieses Tages lässt nicht lange auf sich warten. Nach 13 km trafen wir auf einen Dudelsackspieler der am Waldesrand seine Lieder auf und ab spielte. Opa erzählte mir, dass dieser Mann schon Jahre davor immer am selben Punkt stande und die Leute mit seinen Lieder begeisterte. Dieser spielte "Scotland the brave" nur für uns.
Tag 9. Portemarin ist erreicht und ein neuer Tag ist vollendet. Als wir letzte Woche in der Herberge von Cacabelos übernachteten, trafen wir auf einen sympatischen jungen Mann ( 50 ) names Merlin. Merlin ist ein Lebenskünstler und ist den Jakobsweg schon einige male gewandert. Er erzählte uns, dass er ein Freund Israels wäre und hatte somit das Herz meines Opas zum strahlen gebracht. Da die Reise aber weiter ging und wir uns von Merlin trennen mussten, war mir klar, dass wir Merlin nie wieder sehen würden. Heute morgen, führte uns der Camino durch die schöne Altstadt von Sarria. Plötzlich hörten wir eine Stimme die unsere Namen rief. Ein glatzköpfiger Mann der sich mit einer Zigarette in der linken Mundfalte zu uns wendete, empfing uns mit offenen Armen. Merlin war da. Wir freuten uns sehr darüber ihn wieder zu sehen und Opa war begeistert, jemanden bekanntes zu treffen der auf der gleichen Wellenlänge war wie er. ➡ Fortsetung Seite 2 ⬅

1 July 2017

➡ Fortsetzung Tag 8 ⬅ Viel schöner ist es doch, dass Opa und ich einen schönen Tag in der Innenstadt von Sarria verbracht haben. Hier kann man sehr preiswert  und gut einkaufen. Gerade das richtige für Auszubildene und Studenten. Leider musste Opa heute darunter leiden und einige Geschäfte und Boutiquen mit mir durchstöbern. Er war eine top Kaufberatung und hatte viel Geduld mit mir. Um 19 Uhr machten wir uns auf dem Weg zum Abendessen. Da wir nichts zu Mittag essen und uns Tagsüber von Äpfeln und Obstriegeln ernähren,  tut das Abendessen besonders gut, wenn es dann auch schmeckt. Ich bin sehr müde. Wir liegen jetzt im Bett und tanken Kraft für morgen, denn die Reise führt uns 22 km nach Portemarin. Ich freue mich drauf und bin gespannt was ich morgen zu berichten habe. In Liebe, Lisa ❤
Tag 8. Halbzeit. Die Tage gingen schnell vorbei. Heute kam nach langer Zeit mal wieder die Sonne raus. Die Temperaturen steigen langsam an und das Wandern fängt wieder an Spaß zu machen. Immer wieder sieht man die gleichen oder auch neue Pilger auf dem Camino. Unsere Liste ist mittlerweile auf 23 Nationen gestiegen und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Ich denke, dass noch mindestens 4 Stück dazu kommen werden. Die Zeit verfliegt sehr schnell und wir kommen dem Ziel immer näher. 6 Wandertage stehen uns noch bevor, um endlich die ersehnte Urkunde in der Hand zu halten. Wir übernachten heute im Hotel Alfonso. Ein 4 Sterne Hotel in Sarria. Das Hotel ist sehr schön, doch für 4 Sterne reicht es meiner Meinung nach nicht aus. Dafür fehlt es an vielen kleinen Dingen, die jedoch jetzt unnötig wären, hier in meinem Tagebuch aufzuzählen. ➡ Fortsetzung Seite 2 ⬅

30 June 2017

Die Sonne kam heute zum vorscheinen und soll erstmals auch weiterhin in Sicht bleiben. Das wäre so schön, denn morgen pilgern wir 18 km weiter nach Sarria, zum Hotel Alfonso mit Pool. Grüße an die Familie und buenas noches ❤💤
➡ Fortsetzung Tag 7 ⬅ Opa ist ein toller Stimmungsmacher. Wir lachen sehr viel, haben uns aber auch schon über ernstere Themen unterhalten, die mich zum Teil sehr beeindruckt haben. Ich finde es toll, dass wir uns so gut verstehen und den Camino de Santiago nochmal zusammen gehen. Wer erlebt heutezutage schon so etwas mit seiner Enkelin oder seinem Opa. Nur die wenigsten und das macht mich irgendwie Stolz. Um 12 Uhr sind wir angekommen. Unser Hotel ist einfach, aber schön. Samos soll wohl durch sein einzigartiges Kloster "San Julian" bekannt sein. Und das ist es auch. Eine Führung oder einen Besuch in das Gebäude haben wir uns jedoch erspart, da wir sehr unfreundlich und interessenlos vom Herbergsvater empfangen wurden sind. Schade, dass gerade Menschen die doch viel an Gott, die Welt und den Frieden glauben so unfreundlich sein können. Aber das war uns egal, schließlich sind wir nicht darauf angewiesen die Touristen zu uns zu ziehen.
Tag 7. Hallo ihr Lieben, Heute führte uns der Jakobsweg 11 km nach Samos. Ein kleiner Ort mit wenig Tourismus und wenig Geschäften. Es war eine relativ kurze Etappe, da wir aber gestern sehr lange unterwegs waren und kein leichtes Stück vor uns hatten, wird uns die kleine "Erholung" zur Regeneration ganz gut tun. Um 8:50 sind wir gestartet. Vorbei an kleinen Kirchen und vielen Friedhöfen. Zur Zeit beschäftige ich mich viel mit meinen Gedanken. 3 schlaflose Nächte und sinnlose Hinterfragungen sind die Folgen. Eigentlich dachte ich, dass der Camino ein normaler Wanderweg wäre, doch mittlerweile, denke ich anders darüber. Ich frage mich, ob ich im Unterbewusstsein etwas zu verarbeiten habe, woran ich vorher nie wirklich gedacht habe  oder ob es doch einfach die vielen neuen Eindrücke und Menschen sind, die ich täglich neu zu Gesicht bekomme? Ich weiß es nicht.
Kloster San Julian in Samos! 🕍

29 June 2017

... Er entfernte sich höchstens 200 Meter von uns und wartete dann, bis wir ihn wieder eingeholt hatten. Am liebsten hätte ich ihn mitgenommen, aber das geht hier leider nicht. Opa erzählte mir, dass auf dem Weg nach Triacastela eine alte Frau namens Carmen steht und leckere frische Pfannkuchen verkaufen würde. Doch Carmen war nicht mehr da und somit hatte sich die Freude auf einen leckeren Pfannkuchen wie von Luft aufgelöst. Nachdem wir nochmals eine Pause einlegten, um uns mit einer heißen Tasse Tee aufzuwärmen, war unser Freund nicht mehr da. Wahrscheinlich hat er sich den Pilgern hinter uns angeschlossen. Eine Erleichterung für uns. Um 15:20 sind wir in unserem Hotel angekommen. Ich bin müde und durchgefroren. Trotzdem war es wieder ein neuer Tag mit neuen Eindrücken. Ich hoffe, dass die Sonne morgen für uns scheint. Und wenn nicht, haben wir auch so unseren Spaß. Morgen geht es 10 km weiter in den Sünden, nach Samos. Gute Nacht und Buen Camino ❤👣🐚
... Nach 8 Kilometern machten wir unsere erste Pause in San Roque. Die kleine Bar, in der wir uns eine Weile aufhielten um einen Kaffee und einen frisch gepressten Orangensaft zu trinken, war sehr überfüllt. 2 dicke pyränen Hunde lagen vorne am Eingang quer über dem Weg und hatten keine Scheu, vor fremden Leuten. Für mich waren das keine Hunde, sondern Pferde. Jedoch sehr zutraulich und lieb. Weiter ging es Richtung Triacastela. Unserem Zielort. Von dort aus standen uns noch 14 km bevor. Das Wetter war weiterhin mies. Meine Beine waren rot vor kälte. Mit jedem Schritt den wir machten, freute ich mich mehr auf unsere Unterkunft. Nachdem wir die Bar 500 Meter verlassen hatten, kam ein etwas größerer Hund auf uns zu und begleitete uns 10 km durch den kalten Regen. Er sah eigentlich ganz gut aus. Zumindest nicht abgemagert oder misshandelt. Neugierig war er, doch richtig streicheln ließ er sich nicht. ➡ Fortsetzung Seite 3 ⬅
6. Tag. Wir sind heute über 6 Stunden auf den Beinen gewesen. Die Tagestour von 21 km nach Triacastela durchquerten wir über Berge, Landschaften und kleinen Dörfern. Der "Regensturm" , unser treuer Freund und Begleiter, stand uns wie die letzten 3 Tage stehts zur Seite. Ich verspürte kein bisschen Freude für den heutigen Tag und nahm es so hin wie es ist. Wir mussten da durch, ob Regen oder Sturm, denn das Hotel auf der anderen Seite war bereits gebucht. Das Frühstück viel sehr mager aus und das trockene Brot war kaum zu kauen. Wir sind um 8:46 gestartet. Viel erlebt haben wir jedoch nicht. Die Wege nach Triacastela waren zwar nicht von Pilgern überfüllt, doch es war reichlich mehr los als die Tage davor. Mittlerweile sind wir schon auf viele verschiedene Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Nationen gestoßen. Amerika, Japan, Brasilien, Rumänien, Island und Mexiko sind nur einige, der vielen Ländern, die auf unserer Liste stehen. ➡Fortsetzung auf Seite 2 ⬅

28 June 2017

➡ Fortsetzung Tag 5 ⬅ Als wir weiter Richtung Ziel gingen, sind wir an einer Herberge vorbei gekommen. Marcel, der Inhaber dieser Bar verkaufte wunderschönen Schmuck, wo ich mir ein rustikales Lederarmband zur Erinnerung an diesen netten Kerl zugelegt hatte. Sturm war wieder in Sicht. Doch wir hatten es  nicht mehr weit und sind um 12:30 in der "Pilgerstatt" O Cebreiro angekommen. Das Dorf ist sehr grau und hier oben ist es sehr kalt und stürmisch. Irgendwie schon beängstigend. Unser Zimmer ist ganz einfach eingericht, wenn man 2 Betten mit einem Nachtschrank und einem Bad als Einrichtung bezeichnen kann. Es gibt noch nicht mal mehr Haken für mein Handtuch, das übrigens stark nach Nonne oder altem Mönch riecht. Gleich geht es nochmal ins Dorf. Heute vermisse ich mein zu Hause. Ich bin froh, dass es morgen weiter in eine andere Stadt geht. Triacastela, wir kommen 👍
Tag 5. Herrerias war ein schöner Ort, trotz Regen und Gewitter. Das Frühstück war gut. Wir sind satt geworden. Opa hat mir erzählt, dass die Spanier sich nicht die Zähne putzen, weil das Brot auf dem Frühstücksteller so hart ist, dass es die Zähne beim kauen gleichzeitig säubern soll. Ich weiß nicht, woher er immer diese Gedankenflüsse hat, aber ich liebe diese Art von seiner Unterhaltung. Das Wetter war gut und wir freuten uns auf eine kurze aber anstrengende Etappe nach O Cebreiro. 500 Meter von Herrerias entfernt, trafen wir auf einen "Wunschbaum" der mit überragend vielen Wunschzetteln in 1000 verschiedenen Sprachen bestückt war. Auch wir haben uns die Zeit genommen, um einen Wunsch wahr werden zu lassen und haben diesen dann an einer Klammer befestigt. In der Hoffnung, dass er in Erfüllung geht. ➡Fortsetzung Seite 2 ⬅

27 June 2017

Sehr lecker! ❤
➡ Fortsetzung Tag 4 ⬅ 10 km standen uns noch bevor. Die Frau, der das Grundstück gehörte war sehr freundlich und begrüßte uns mit offenen Armen. Dort trafen wir auf ein Ehepaar aus Spanien, die eine kurze Zeit lang mit uns in der Herberge verbrachten. Immer wieder fällt mir auf, dass spanisch eine sehr schöne Sprache ist und wie ärgerlich es doch eigentlich ist, das ich diese nicht beherrsche. Das zuhören war sehr anstrengend für mich, gerade dann, wenn die Muttis anfangen schnell zu reden. Nach einer Stunde ging es weiter. Ein Sonnenstrahl war jedoch nicht in Sichtweite. Um 15:30 sind wir im ländlichem Hotel "paraiso del Bierzo" angekommen. Dieses Hotel ist sehr warm und gemütlich eingericht im Vergleich zu den vorherigen Unterkünften. Ich bin gespannt auf das Abendessen. Menu del Dia esse ich auf jeden Fall nicht. Fotos 🔜 Opi geht es gut. Grüße nach Deutschland und an die Familie. Wir denken an euch und haben euch lieb. ❤ Morgen geht es steil weiter nach O Cebreiro. Adios amigos.
Tag 4. Heute sind wir 22 km über den Camino Duro nach Herrerías gewandert. Nach dem einfachen, aber auch gutem Frühstück, starteten wir um 8 Uhr. Der "harte Weg" war eigentlich gar nicht so hart, wie wir uns das vorgestellt haben. Die Wetterbedingungen für diese anstrengende Tour war perfekt. Die Luft war angenehm und die Sonne versteckte sich zwischen den Wolken. Doch als wir 2 Stunden unterwegs waren, wurde die Luft kälter und der Himmel immer dunkler. Der Regen ließ nicht lange auf sich warten, sodass wir in einer kleinen Herberge unterschlupf finden mussten, um das Gewitter vorbeiziehen zu lassen. Ich hatte schon kein bock mehr. Mir war kalt, unsere Regenjacken waren im Koffer und ich hatte eine kurze Hose an, die vollkommen durchnässt war. ➡ Fortsetzung folgt auf Seite 2 ⬅

26 June 2017

Tag 3. Wir haben die 2. Etappe (8 km) von Cacabelos nach Villafranca gut überstanden. Die Herberge in Cacabelos war schön, jedoch sehr klein und hellhörig. Trotzdem ist es eine Erfahrung wert, die jeder Pilger einmal machen sollte. Um 5 Uhr morgens wurden wir von einem lauten Gewitter geweckt. Wir dachten schon, dass wir die nächste Etappe eventuell mit dem Taxi überqueren müssen, da es aus Eimern gegossen hat. Doch das legte sich wieder. Die Sonne ließ nicht lange auf sich warten und die Temperaturen erhöten sich schnell auf 28°. Auf dem Weg nach Villafranca haben wir uns eine kleine Herberge angeguckt, wo wir den 4. Stempel für unseren Pilgerpass bekommen haben. Der Weg war toll. Zum Frühstück gab es heute Baguette mit Olivenöl und dazu "Cafe Solo" ( schwarzer Kaffee ). Unser Hotel ist ok, nicht das Schönste und Beste, aber zum schlafen reicht es wohl aus. Wir gehen gleich noch was essen und morgen geht es 18 km weiter über den Camino Duro ( harten Weg ) nach Herrerias.
Jakobsweg 2017! 🐚

25 June 2017

Tag 2. Die 1. Etappe von Ponferrada nach Cacabelos ist geschafft. Dadurch das wir gestern eine lange Anreise hatten, hat der erst Tag um 7:30 angefangen. Um 8 Uhr ging es runter zum Frühstück, bei dem wir uns eine gute Grundlage für die 17 km Wanderung geholt haben. Um 9 Uhr ging es dann auch endlich los. Wir haben viele schöne Dinge gesehen, vorallem war es sehr interessant neue Leute aus den unterschiedlichsten Ländern auf dem Camino zu treffen. Um 13:30 sind wir angekommen. Heute schlafen wir in einer kleinen Herberge in Cacabelos. Unser Zimmer hat 2 kleine Betten die durch einen Nachtschrank getrennt werden. Die kleine Stadt hier ist sehr gemütlich  und familär. Ein kleiner Cocktail hat den Abend gut abgerundet. Morgen früh geht es nach Villa Franca de Bierzo.

24 June 2017

Tag 1. Wir sind angekommen. Die Hinreise nach Santiago de Compostela war sehr ermüdend und anstrengend. 15 lange Stunden sind vergangen bis wir unser Hotel in Ponferrada erreicht haben. Um 6:50 startete unser Flugzeug von Hannover nach Zürich. Nach einem 3 stündigen Aufenthalt in Zürich ging es um 11:40 weiter nach Santiago de Compostela. Von hier aus mit dem Bus 2 Stunden nach Lugo, um von dort aus 1 Stunde mit dem Taxi endlich unser Hotel zu erreichen. Ich bin müde. Wir haben ein sehr schönes Zimmer bekommen und der Ausblick auf die Landschaft ist der Wahnsinn. Es hat sich gelohnt die lange Reise auf sich zu nehmen. Am Abend sind wir durch Ponferrada geschländert und haben eine Kleinigkeit gegessen. Trotz den vielen tollen Eindrücken bin ich doch sehr erschöpft. Ich freue mich auf morgen Buen Camino, Lisa ❤
Über den Wolken...☁

22 June 2017

Vorbereitungen laufen- Rucksack Check ✔
Bald ist es soweit! 😍