Malaysia · 14 Days · 11 Moments · October 2017

CHAPTER 2 - Malaysia


9 November 2017

Tschüss Malaysia! Unser Abschied kommt etwas schneller als gewünscht. Wie gern hätten wir noch ein paar Tage Streetart und den entspannten Lebensstil auf Penang genossen. Doch schon im Dschungel wurde uns bei Sichtung der Nachrichten klar, dass das bei den aktuellen Überflutungen nicht zu realisieren ist. Unserer nächster Stop Vietnam hat auch unter den Naturmächten zu leiden - ein Taifun ist über weite Teile gefegt. So wird unser nächstes Ziel nach Flugpreisvergleichen und Visarecherchen spontan Laos. Unsere bisherigen Kenntnisse halten sich in Grenzen, entsprechend groß ist die Spannung was uns in diesem Land erwartet, welches sich so lange von äußeren Einflüssen ferngehalten hat. Unser Resümee zu Malaysia? Interessante Städte mit wenig Überraschungsmomenten, faszinierende Natur mit dem absoluten Wohlfühlort in Teman Negara und die Erkenntnis dass die malaiischen Kultur und ihre Menschen einfach bis zum Ende für uns nur schwer zugänglich waren.

7 November 2017

Neben aufregenden Dschungeltouren und sonstigen Erlebnissen bedarf es zwischendurch auch mal simplerer Herausforderungen: Haare schneiden! Uns war in Malaysia und Indonesien schon aufgefallen, dass die Männer sehr großen Wert auf ihre Frisuren legen - entsprechend zuversichtlich war Ben. Nach spontaner Nachfrage bei den Locals wurde er mit dem Roller zum Dorf-Friseur gefahren - unter freiem Himmel, neben Kokospalmen und Bananenstauden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, Midi (ab 19h Friseur, tagsüber Bootsfahrer) hat ganze Arbeit geleistet!
Wieder ging es in den Dschungel. Heute stand eine Rundwanderung auf einen Berg auf dem Programm - 4km, 334 Höhenmeter. Sollte kein Problem sein. Nach vier Stunden waren wir doch wieder recht platt, aber kehrten mir tollen Eindrücken zurück: eine Horde Affen, elegante 1.5 m lange Schlangen, ein Waran und auch der Ausblick konnte sich sehen lassen. Man schaut auf endlose Weiten von Dschungel, doppelt so groß wie das Saarland - wir sind nachwievor beeindruckt. Ein weiteres Highlight: kein einziger Blutegel hatten wir zu beklagen. Sahen wir reihenweise blutende Hostelkollegen von ihren Touren zurückkehren, konnten wir sie heute schon vor potentiellen Übergriffen auf unsere Blutbahnen abschütteln.

6 November 2017

Ein weiteres Highlight unserer Reise: die Nachtwanderung in Taman Negara! Farid führte uns drei durch den nächtlichen Dschungel und wir hätten wohl keinen besseren Guide finden können, selbst im Dschungel geboren, der Vater Parkranger und dann hat er auch noch Insektenkunde studiert. Es war wie Zauberei, aber mit seiner Taschenlampe fand er einfach alles: Riesenkrabben Spinnen in allen Farben, ein Skorpion nach dem nächsten, die im UV Licht leuchten, Gespenstschrecken, Schlangen bei der Paarung, riesige Nachtfalter, kleine Bambis, ein Flughoernchen,.... Um uns herum der Klang des Dschungels: Frösche in allen Tonlagen, Zirkaden, Grillen und dann und wann leuchtete ein Glühwürmchen am Wegesrand. Dazu gab es sämtliche Erklärungen was sich hier sonst noch im Park rumtreibt: Elefanten, Tiger, Affen, Panther - es gibt hier einfach alles! Wir sind beeindruckt!
In the jungle, the mighty jungle....nach den Cameron Highlands hat es uns in den ältesten Urwald der Welt verschlagen. Die Anfahrt mit Bus und Boot war langwierig, aber es hat sich definitiv gelohnt. In unserer Unterkunft direkt am Fluss fühlen wir uns pudelwohl, auch dank der wunderbar herzlichen Hostelbesitzer. Zur Ankunft wurde direkt der Geburtstagskuchen mit uns geteilt und jedes Mal wenn wir auf der Terrasse mit spitzen Musik Platz nehmen gibt es neue Köstlichkeiten. Heute ging es das erste Mal direkt in den Park. Zum Einstieg wählten wir den einfacheren Canopy Walk, immerhin der längste seiner Art auf der Welt. Anschließend versuchten wir uns weiter ab von den Holzwegen rein ins Dickicht des Dschungels. Schnell mussten wir einsehen, dass es bei 32 Grad und knapp 100 Prozent Luftfeuchtigkeit recht anstrengend wird und kehrten um. Gleich probieren wir es erneut mit einer Nachtwanderung. Spinnen aller Art, Schlangen und leuchtende Skorpione warten auf uns.

3 November 2017

Nach den Städtetrips der letzten Tage war es Zeit für ein wenig Natur. Dafür bieten sich die Cameron Highlands etwas nördlich von Kuala Lumpur an. Hatte Franzi sich von ihrem Magen-Darm-Leiden mit ein paar Tagen Schonkost endlich erholt, lagen nun Ben und Rockina mit Erkältung flach. So erkundete Franzi den Dschungel in einer kleinen Wanderung allein und am zweiten fuhren wir ein paar Teeplantagen mit dem Taxi gemeinsam ab. Sattes grün soweit das Auge reicht. Auch hier fühlen wir uns fast wieder wie in Europa. Kühle, in den Abendstunden gar kalte Temperaturen, britische Landhausarchitektur und hanseatische Feuchtigkeit. Zum Glück gibt es wie gewohnt zu jeder Tages- und Nachtzeit hinduistische Gebetssänge und indische Restaurants en masse sonst hätten wir fast den Eindruck gewinnen können, wieder zu Hause sein.

1 November 2017

Wir brauchen eine klitzekleine Pause vom Vagabunden Leben. Nach diversen Hostels und Homestays in unterschiedlichen Zuständen, lachte uns das Airbnb mit Infinity Pool, eigener Küche, zwei Bädern und Balkon einfach an und wenn man ein Auge zudrückt liegts auch noch im Budget. Entsprechend haben wir unsere vier Wände genossen, mal wieder schön warm geduscht, Wäsche gewaschen, Rucksäcke umsortiert, am Pool rumgehangen und ein bisschen geshoppt - Urlaub vom Urlaub sozusagen.

29 October 2017

Europäisches Flair mitten in Asien - das bietet Melaka, 2h südlich von Kuala Lumpur. Hier gaben sich in den letzten Jahrhunderten die Seefahrer Nationen Europas die Klinke in die Hand und hinterließen ihre architektonische Spuren. Die chinesischen Touristen sind hier definitiv in der Überzahl und entsprechend sind auch die Angebote auf sie zugeschnitten, die hello-kitty, oder Pokemon dekorierten, stark blinkenden und musikalisch droehnenden Tuk-Tuks haben wir dann doch gemieden. Stattdessen bummelten wir durch die kleine Stadt mit wie gewohnt vielen kulinarischen Stops. Neben dem gemütlichen Sitzen am Kanal gefiel uns vor allem Kampung Morten, ein süßes traditionelles malaiisches Viertel mit Holzhäusern.

27 October 2017

Eine unserer Lieblingsbeschäftigungen ist wohl das Essen. Nachdem Mie Goreng einen dauerhaften Platz in unseren Herzen gewonnen hat, wollten wir nun dem malaiischen Essen eine Chance geben - gar nicht so einfach. Die Malaien verstecken sich in ihrer eigenen Hauptstadt ganz gut und lassen den Chinesen und Indern kulinarisch den Vortritt. Lecker war's trotzdem: Dim Sum, mongolische Satay Spieße, frische Chicken Wings, Roast Pork Noodles und als Dessert getrocknete Mango ❤
Ein weiteres Highlight in Kuala Lumpur sind die Batu Caves, mächtige Kalksteinhöhlen, die ebenso als Wallfahrtsort für Hindus dienen. Also ab mit der S-Bahn und nur ein paar Stationen vom Zentrum entfernt, fanden wir uns in der Bergen wieder. Die Höhle als solches etwas unspektakulär, auch eher eine Baustelle, aber ein bisschen Affen-Action gab es wieder zu bewundern.

26 October 2017

Sightseeing in Kuala Lumpur, die malaiische Hauptstadt, die wohl eine Metropole sein will, aber doch stets sehr entspannt wirkt. Der botanische Garten ist nett gemeint, vielleicht sind wir durch Planten & Bloomen etwas verwöhnt, also widmeten wir uns lieber den Hochhäusern. Eine Mall neben der anderen und eine schicker als die nächste. Angetan waren wir vom fünfstöckigen japanischen Einkaufszentrum - so viele geniale Dinge, Japan muss auf die Reiseliste! Nach ein bisschen Streetfood ab auf's Helipat um das Wahrzeichen der Stadt, die Petronas Towers im Sonnenuntergang zu bestaunen. Tolle Location, gute Drinks, spektakulärer Blick auf die Gewitter im Umland und eine nette Unterhaltung mit dem spanischen Münchner Jose. Der nahm ins direkt noch mit ins Little India, wo wir hervorragend Naan und indisches Allerlei schlemmten.