Laos, Vietnam · 23 Days · 13 Moments · December 2017

CHAPTER 4 - Vietnam


30 December 2017

Letzte Station in Vietnam. Seit vier Tagen verweilen wir in Ho-Chi-Minh-City. Verkehrstechnisch der absolute Höhepunkt unserer Vietnamreise, hier im Feierabendverkehr über die Straße zu gehen, ist eine kaum bewältigtbare Herausforderung. Auch die Temperaturen waren rekordverdächtig, so dass wir uns der Stadt ganz in Ruhe näherten. Ein bisschen leckeres Streetfood hier, ein bisschen Craftbeer dort, mal den lokalen Kokoskaffee und Milchtee probieren. Die luftige Dachterrasse des Hostels nutzten wir auch zur Genüge. Neben all dem Spaß muss ein wenig Geschichte natürlich auch sein. Da bot sich das Kriegsmuseum an, ganz begriffen haben wir den Zusammenhänge noch nicht, aber durch die schockierenden Fotostrecken haben wir zumindest einen Eindruck des Kriegswahnsinn gewinnen können. Umso erstaunter sind wir, wie offen und freundlich die Vietnamesen Europäern und Amerikanern heutzutage begegnen.

26 December 2017

Weihnachten am Strand! So hatten wir uns das vorgestellt und daher schon vor einiger Zeit zwei Bungalows im Norden der Insel gebucht. Bei lang ersehnten warmen Temperaturen entspannten wir gemütlich nach der doch verhältnismäßig stressigen Tour durch Vietnam in der Hängematte oder am Strand. Das Wasser wunderbar klar, der Sand weiß und weich und viel grün direkt am Strand - so kann man's aushalten. Für Heilig Abend gönnten wir uns eine Runde Hot Pot, hat es doch fast ein bisschen was von Fondue.

21 December 2017

Stadtleben! Nach dem kurzen Ausflug in die Halong Bucht eroberten wir die Hauptstadt weiter. Kilometerweise liefen wir durch kleine Gassen mit allerhand Handwerksbetrieben und große Straßen mit hohem Moped-Betrieb. Tempel & französische Kolonialbauten, moderne Kaffeeketten und Streetfood am Strassenrand. Hanoi ist klein und niedlich und doch eine moderne Metropole. So schauten wir den neuesten Star Wars im modernsten Kino in dem wir je waren, trafen aber auch immer wieder auf alte Bekannte, die wir irgendwann auf unserer Reise schon getroffen hatten. Mit unseren dänischen Freunden, mit denen wir vier Wochen vorher in Taos Gartenhaus irgendwo in Laos über Politik Israels und die AFD plauderten, musste nach der dritten zufälligen Begegnung einfach ein Date her. So saßen wir nach der besten Bun in Town mit unserem Bier aufgereiht an der Eisenbahnstrecke, die mitten durch die Innenstadt führt. Zwei Mal am Tag fährt hier der Zug, ansonsten nutzen die Anwohner es als Wohnzimmer.

18 December 2017

Folge 2 der herausragenden Homestays! Es war nicht nur alle super neu, schick eingerichtet und es gab die kuscheligsten Decken des ganzen Trips, sondern auch die Tradition des Family Dinners wird gepflegt. Heute war es auch ein ganz besonderes - die Frau des Hauses hatte Geburtstag. Zunächst hatten die anderen Gäste aus Spanien, Frk, UK und wir ein paar Probleme beim Verständnis - sollten wir jetzt extra früh ins Bett gehen, damit die Familie feiern kann oder sollen wir mitfeiern und auf keinen Fall früh ins Bett gehen? Schnell wurde klar, auf jeden Fall mitfeiern! Vor uns wurde aufgetischt: Kekse, Obst, Torte in Mengen, die wir in 4 Wochen nicht gegessen hätten. Das Bier floss, der vermeintliche Champagner wurde gereicht und entpuppte sich als heißer Rotwein und wir näherten uns schnell dem Highlight: Karaoke! Jetzt wurde es so richtig wild und wir schwankten zwischen fröhlichem genießen und völliger Überförderung, seht selbst: https://goo.gl/w5zaCC & https://goo.gl/MPXX2L

17 December 2017

Kurzer Abstecher in die Natur bevor wir Hanoi weiter erkunden. Zwei Nächte verbringen wir auf Cat Ba, einer Insel in der Halong Bucht. Um in der Kürze der Zeit möglichst viel zu sehen, waren wir den kompletten Tag auf einem Boot unterwegs, um die unfassbar schöne Felslandschaft in der Bucht zu entdecken. Der Legende nach ist hier ein Drachen durchgezogen und hat mit seinem Schwanz riesige Schneisen in die Berge gezogen, die sich dann mit Wasser füllten. So märchenhaft die Geschichte, so auch der Anblick. Für ein bisschen Abwechslung paddelten wir noch mit dem Kajak und kletterten auf der Affeninsel. Leider ist es ziemlich kalt geworden, die wenigen langen Sachen müssen dringend Mal in die Wäsche und unser Flug nach Phu Quoc wartet auf uns - sonst hätten wir hier noch länger verweilen können, aber so geht's schon morgen direkt zurück nach Hanoi.

16 December 2017

30 Stunden Hanoi und allerhand erlebt! Fantastischen Kaffee endlich Mal wieder ohne süße Kondensmilch, leckere Sandwiches, von denen wir gleich zwei Runden verschlangen, leckeren Egg-coffee, im schwer zugänglichen aber empfehlenswerten Dinh Café. Selbst einen deutschen Weihnachtsmarkt besuchten wir, der Glühwein war nicht der Wahnsinn und die vietnamesische Gesangsgruppe muss noch ein wenig an den deutschen Weihnachtsliedern üben, aber ein Erlebnis was es allemal. Zur Feier des Tages wünschte sich das Geburtstagskind einen Abstecher ins Nachtleben. Die vietnamesische Altherren Rockband hatte es instrumental auch drauf, am Gesang und der englischen Aussprache könnten sie noch etwas arbeiten. In Feierlaune brachten sie uns auf jeden Fall uns so schwangen wir später noch ein wenig das Tanzbein.

14 December 2017

Einen extra Eintrag verdient diesmal unsere Unterkunft! Von der ersten bis zur letzten Minute fühlten wir uns in allerbesten Händen. Ungefragt wurden wir von der Bushaltestelle abgeholt, die Verpflegung war einwandfrei, für die Rückfahrt gab's sogar ein Essenspaket und zum Abschied Umarmungen von der gesamten Familie. Das kleine Homestay ist komplett neu und wird von 17jaehrigen Sohn der Familie geschmissen, da er der einzige ist der english sprechen kann. Das wiederum hat er sich selbst beigebracht indem er amerikanische Filme schaut. Ebenso selbst gemacht ist das Haus, das haben Vater und Sohn in Eigenregie saniert und wirklich auf höchstem Standard um- und ausgebaut. Selbst der Vorgarten ist eine Augenweide. Ein abendliches Highlight ist auch das Family dinner. Jeden Abend sitzen alle Gäste und meist auch die Familie zusammen, Mutti und Schwester kochen allerhand Leckereien, Vati serviert den Reisschnapps und bringt uns auch noch vietnamesische Trinksprüche bei: Mot hai ba yo!
Der Busfahrplan zwang uns noch einen Tag im Nationalpark zu verbringen - da sagten wir nicht nein! Ab auf den Roller und die nächste Höhle angesteuert. Kathedralenartig erwartete uns ein 2km langer Weg durch unendlich viele Stalagmiten und Stalaktiten mit einer Höhe bis zu 150m. Des öfteren standen wir rätselnd vor den Gebilden und fragten uns, wie das Wasser das schon wieder hinbekommen hat, das ist schon verrückt! Ein kleiner Abstecher noch zum sogenannten botanischen Garten, der eine kleine Wander- und Klettertour zum Wasserfall bot. Verrücktes Highlight: hatten wir uns anfangs gefragt, warum genau eine Gans in einem Käfig gehalten wird, wies uns ein weiterer Besucher auf die 5m- Phyton in der Hütte des Käfigs hin. Unsere Vermutung bestätigte die Angestellte direkt, die Gans wird die nächste Mahlzeit sein.

13 December 2017

Moped-Tage sind einfach die besten. Diesmal düsten wir durch den Nationalpark Phong Nha-Ke Bang. Zunächst ging's in die wohl bekannteste der Höhlen vor Ort. Laos hatte uns Höhlentechnisch bereits sehr verwöhnt, aber auch diesmal kamen wir aus dem Staunen nicht raus. Das Wasser hat über tausende von Jahren ganze Arbeit geleistet und wunderschöne Tropfsteinformationen gebildet. Weiter ging's auf zwei Rädern durch die Karstberge, beeindruckend wie in Laos nur in grün! Nachdem wir in den letzten Tagen die Pullover rausholen mussten und seit langem immer wieder Regenschauer aussitzen mussten, nicht verwunderlich, dass sich hier efeuartige Gewächse in den Bergen breit machen. Nach den hochentwickelten Großstädten bekamen wir hier einen Eindruck vom simplen Landleben. Die Kuhherden spazieren auf den Straßen und die Äcker werden mir einfachsten Holzpflügen bearbeitet. Das hatten wir so nicht erwartet. Ebensowenig dass die Kirchendichte hier scheinbar höher ist als in Bayern.

12 December 2017

Seit Hoi An bewegen wir uns schnellen Schrittes nach Norden weiter. Nächster Stop: Hue. Begeistert waren wir erstmal von den hiesigen Transportmitteln, selbst für die kurze Strecke hab es bequeme Liegeplätze. Ben wird allerdings auch mit diesen nicht glücklich, so lange Beine sind hier einfach nicht vorgesehen. Das Nachtleben in Hue ist recht laut und bunt, bei 20 Hochschulen auch nicht anders zu erwarten. Die Stadt selbst ist jetzt nicht wirklich der Hingucker und so entschieden wir uns für eine Free Walking Tour, auf der wie immerhin sehr viel Spannendes über Vietnams Geschichte, Land und Leute erfuhren. Den Rest des Tages widmeten wir uns wieder unserem Hauptreisegrund: essen & trinken. Gesalzener Kaffee, die besten Banh Mis (vietnamesische Sandwiches) und Bun Bo Hue, die lokale Variante des vietnamesischen Nudel-Klassikers. Essen und Kultur - Check! Kann also weiter gehen.

10 December 2017

Hoi An - zurück in der Zivilisation. Nach so viel Natur in Laos war uns irgendwann kaum noch aufgefallen, dass wir in einem Entwicklungsland weilten. In Vietnam geht das schon anders zu, asphaltierte Straßen mit Ampeln, Restaurants und Hotels auf europäischem Niveau, Geschäfte soweit das Auge reicht, Hochhäuser, Leuchtreklame.... Wie bummelten zwei Tage durch Hoi Ans Weltkulturerbeviertel, aßen gut in unserem schnell gefunden Lieblingsrestaurant, probierten uns durch hiesige Biersorten, kauften mittlerweile kaputt gegangen Sachen nach und genossen das Stadtleben. An DER Touriattraktion schlechthin kamen wir natürlich auch nicht vorbei. Bei einem der unzähligen Schneidereien ließen wir unsere Maße nehmen und haben nun zwei massgeschneiderten Bikinis und ein Hemd im Gepäck.

7 December 2017

Willkommen in Vietnam! Wir zweifelten das ein oder andere Mal, ob wir wohl wirklich ankommen würden, aber nach 16 Stunden Reise haben wir wohlbehalten in Hoi An erreicht. Die Freude über unsere Weiterfahrt hielt nicht lang, 20 Minuten nach der Grenze kamen wir wieder zum Stehen. Ein Lkw hatte bergauf mitten in der Kurve den Geist aufgeben und blockiert alles, weitere zwei Stunden warten! Zunächst frustriert und in Gedanken schon fast eine Nacht in den Bergen verbringend, ließen wir uns von den Einheimischen anstecken. Um den Mechaniker, der von Kopf bis Fuß schon in Fett getränkt war, stand die Masse mit guten Ratschlägen. Alles war verbaut, aber nix ging. Ein anderer Lkw musste ran. Es wurde beratschlagt, geschimpft, Videos gedreht und irgendwann war es so weit, der Lkw hatte sich unter lautem Jubel ein bisschen bewegt. Jetzt rannten alle zu ihren Autos um endlich vorbeizukommen - was ein Spektakel!
Reisetag! Laotische Busfahrten sind bekanntlich nicht unsere Reise-Highlights, aber mittlerweile sind wir gut darauf eingestellt, 5 Uhr ging's los! Die laotischen Grenzbeamten stempelten uns fröhlich und gelassen die Pässe ab, erst bei den Kollegen auf vietnamesischer Seite wurde es schwierig. Unsere elektronisches Visum war zu modern für den kleinen Grenzübergang, über den wir auch eigentlich gar nicht fahren wollten. Hier waren wir wohl bei der Buchung des Bustickets auch etwas zu gelassen. Rein durften wir trotzdem, aber erstmal nur für 15 Tage. Einer der laotische Buskollegen hatte da mehr Probleme, drei Std warteten wir auf ihn. Was tun in der Einöde? Die letzten laotische Kip in vietnamesisches Bier umwandeln und uns schon Mal geschmacklich auf das nächste Land einstellen. Die Locals wurden ungeduldig, diskutierten den Busfahrer in Grund und Boden, bekamen ihr Geld und zogen mit einem anderen Bus weiter. Unsere Nachfragen ob der Weiterfahrt, beantwortet er verzweifelt mit: Go!