Laos · 26 Days · 14 Moments · November 2017

CHAPTER 3 - Laos


6 December 2017

Liebes Laos, es tut uns leid, aber wir müssen uns trennen. Es liegt wirklich nicht an dir, sondern an uns, das Visum ist bis auf die letzte Minute ausgereizt. Es war eine wundervolle Zeit mit dir. Deine wunderbar grünen Karstberge, die Sonnenuntergänge am Mekong, die gigantischen Höhlen, winkende stahlende Schulkinder, deine unendliche Gelassenheit... Das mit den Bussen, Toiletten und Duschen war schon manchmal echt nicht ok, aber ein Biss in ein knackiges Baguette, ein Schluck Beerlao oder ein Löffel von deinem höchst aromatischen Nationalgericht Laap später, hatten wir dir bereits verziehen. Verzückt hat uns deine Tierwelt: Ziegen, Wasserbüffel, Vögel, Hundewelpen so weit das Auge reicht. Verwirrt haben uns diese ganzen Sachen mit deinem Kommunismus, Buddhismus, Geisterglaube, Dorfmuttis die mit dem iPhone in der Tasche, die Wäsche per Hand am Dorfbrunnen waschen und dass du dein schönes Land den Chinesen und ihren Bauvorhaben überlässt. Wir werden dich vermissen ❤ Kop chai lalai

5 December 2017

Wir entspannen nachwievor. Seit vier Tagen sind wir in guten Händen bei dem Berliner Lutz und seiner laotische Frau. Erst heute haben wir das Gelände des Guesthouses verlassen, um die Inselwelt im Mekong mit dem Fahrrad zu erkunden. Denn bei Lutz fehlt es uns an nichts. Die einfachen Bungalows reichen uns, denn die meiste Zeit halten wir uns sowieso in den Hängematten unserer Terrassen auf. Ab und zu kommt die Büffel Familie vorbei, die Entenmutti mit ihren 20 Kids, die Kraniche ziehen über uns ihre Runden, der Hausgecko plaudert ab der Dämmerung mit uns und wir schmökern in unseren Büchern, checken mal die Bankkonten oder genießen die Aussicht auf eine Vielzahl der 4000 Inseln. Verpflegt werden wir vorzüglich im Restaurant, unser Ziel, die umfangreiche Karte einmal durchzuprobieren haben wir fast erreicht und alles war ausnahmslos lecker. Einfach traumhaft!

2 December 2017

Wir machen: nichts! Es ist wunderbar und wir haben es uns mehr als verdient. Unsere 4-tägige Roller-Tour beendeten wir mit straffen 180 km. Alles wurde aus den Maschinen rausgekitzelt, die Straßenverhältnisse machten bis zu 70km/h möglich. Kurze Versorgungspause mit Bier und echter italienischer Pizza. Nach zwei Monaten fanden wir einen kurzen Exkurs in die europäische Küche vertretbar. Weiter nach Pakse, wo wir aufgrund der Wartezeiten den Beginn eines laotische Tages ab fünf Uhr hautnah miterleben konnten. Die fliegenden Verkäufer bereiteten ihr Ware vor, kleine Machtkämpfe um den besten Platz wurden geführt, die Locals kamen mit sämtlichen Hab und Gut, das es zu transportieren galt. Um sieben starteten auch wir, für die dreistündige Fahrt mussten wir überraschend in einem Tuktuk Platz nehmen, zusammen mit Kaninchen, Aalen, Lebensmittel für ganze Dörfer. Es wurden lange drei Stunden, dann noch eine kurze Bootfahrt und nun sind wir auf Don Det, einem kleinen Paradies im Mekong!

29 November 2017

Tag 2 - rauf auf den Roller, die nächsten 150 km warteten auf uns. Nach jeder Kurve denkt man, schöner wird's nicht und dann eröffnet sich ein neues Panorama, grüne Karstfelsen, unendliche Weiten an Feldern, mystisch wirkende Felsgebilde...Laos verzückt uns immer wieder aufs neue. Kurzer Stop an einer wunderbar blauen Quelle mit Sprung ins Kühle. Für die Höhle, das Highlight der Tour waren wir zu spät. Was tun? Die luxuriöse Unterkunft hatte uns schon überzeugt, die Tage des Laos Visums noch Mal durchgezählt und beim Moped Verleih angerufen - zack wir verlängern mal wieder. Eine Tag Roller Pause tat Hintern und Rücken gut und so konnten wir in aller Ruhe die Kong Long Cave genießen. 7 km lang ging's mit dem Boot durch unvorstellbar riesige dunkle Kammern. Mit unseren Stirnlampen konnten wir quasi nur erahnen wie riesig das alles ist. Unseren Ruhetag ließen wir mit einer kleinen Paddel Tour vom Guesthouse zu einer kleinen Lagune ausklingen. Die Kameras laufen die Tage auf Hochtouren.

27 November 2017

Seit heute sind wir nun auf dem Thakhek Loop unterwegs. Für Laos-Backpacker ein Standard, ist es für uns doch auch irgendwie abenteuerlich. Roller gemietet, große Rucksäcke untergestellt, kleines Gepäck verstaut und los gings auf die 430 km Tour. Tag 1 bot uns eine wunderbare Höhle, sie erinnerte mit ihren Treppchen ein wenig an Harry Potters Hogwarts und entsprechend verzaubert waren wir. Nachdem wir uns sogar noch für die Bootfahrt hinreißen ließen, waren wir nachhaltig beeindruckt. Schnell weiter zur ersten Übernachtung, ein herrlicher Bungalow Komplex in idyllischer Seenlandschaft. Knapp vor der Dunkelheit erreichten wir das Ziel und konnten so einen Blick auf die schönsten Sonnenuntergangsfarben über der fast schon sureal wirkenden Landschaft erhaschen.

26 November 2017

Einmal von Nord- nach Südlaos bitte! 648 km von Luang Prabang nach Thakhek, kann ja nicht so schwer sein. In der Tat nicht! Nur lang dauerts. Etappe 1 von Luang Prabang nach Vientiane, knapp 12 h waren wir unterwegs. Enge Serpentinen, auf und ab, der lokale Minibus kämpfte, alle 1.5 h wurde angehalten, um mit Wasser erstmal die Bremsen zu kühlen. Wir kämpften unterdessen mit dem begrenzten Platz. Ben hatte nur eine Sitzplatzwahl, der Platz hinten am Gang, aufgrund fehlender Federung gab's Trampolingefühl inklusive. Die Sonne ging auf und wieder unter....im Hostel angekommen, waren wir uns einig: spontan zwei statt einer Nacht in unserer Lieblingsstadt Vientiane. Lecker essen, flanieren, shoppen, zum Friseur gehen, das Paket endlich abschicken....Etwas erholt starteten wir zu Etappe 2. Größerer Bus, kaum eine Pause, fliegende Verkäufer alle paar Kilometer...und wieder acht Stunden im Bus verbracht. Schön ist es nicht, aber es muss wohl!

23 November 2017

Seit drei Tagen verweilen wir in Luang Prapang. Ein kleines, hübsches Städtchen etwas weiter nördlich. Die Guesthouse Dichte ist hier so hoch wie noch nirgends, daher mussten wir ein paar Enttäuschungen verarbeiten: Essen vom Nachtmarkt ist das langweiligste der letzten zwei Monate, Restaurants außerhalb unseres Budgets, chinesische Buskonvois fahren die Touristen jeden Meter durch die Stadt, am wohl schönsten Wasserfall, den wir je gesehen haben, konnten wir aufgrund der Massen nicht baden. Highlights gab es natürlich trotzdem: der Mekong verzauberte uns mal wieder zum Sonnenuntergang, der älteste Tempel der Stadt glitzerte in allen Farben. Die Abende verbrachten wir in einer kleinen gemütlichen Bar, die drei junge Laoten vor kurzem eröffnet haben - sie freuten sich von Herzen über jede unserer Bestellung und wir uns über unser neues Lieblingsgetränk: Lao Lao Sour - Whisky lecker gemixt!
Die Gegend ringsum unser Paradies wollte erkundet werden, also ab in den Dschungel. Michele mit der Machete vor raus und unsere französischen Guesthouse Kollegen und wir hinterher. Hier waren wohl wirklich noch nicht so viele Menschen umhergewandert. Kurzes baden am Wasserfall und wieder zurück. Hatten wir es in Malaysia geschafft uns Blutegel vom Leib zu halten, erwischten uns die Biester nun doch! Kein Problem, Michele hatte ja die Machete dabei: Blutegel ab, Fuß noch dran. Zurück in den Reisfeldern wurden wir von einer Bekannten von Michele spitzenmäßig bekocht. Während unserer Wanderung hatte sie am Waldrand eingesammelt was es so zu finden gab: Papayasalat, frische Farnblätter und weiteres Grünzeug. Lecker!

17 November 2017

Wir haben ein wundervolles Fleckchen Natur gefunden. Auf unserer Mopedfahrt entdeckten wir ein Hinweis Schild zu einem nahe gelegenen Guesthouse. Kurz gegoogelt und eine Fahrt organisiert und zwei Tage später sitzen wir in absoluter Ruhe am Fluss. Zwei einfache kleine Bungalows beherbergen uns die nächsten Tage. Der Italiener Michele und seine laotische Freundin Tao umsorgen uns als würden wir zur Familie gehören. Beim ersten Hungergefühl sollen wir einfach Bescheid geben, dann schaut Tao was es in ihrem Gemüse Garten gerade so gibt und zaubert unglaublich leckere Gerichte. Ansonsten genießen wir wunderbare Ausblicke auf die weite wunderschöne Landschaft ❤

15 November 2017

Um die Gegend noch besser zu erkunden, wählten wir heute den Roller als Fortbewegungsmittel. Einfach der einzigen Straße nach Norden nach und schon fühlte sich das sehr schnell so an: oh wow welch tolle Landschaft, oh im Rückspiegel sieht es auch traumhaft aus, vielleicht sollte ich doch lieber wieder auf die Straße achten, da sind ein paar Schlaglöcher, huch wo kommt denn die Herde Wasserbüffel her, oh Ben hält an - Fotostopp! Wir hätten ewig so weiter fahren können, nach jeder Kurve schien es noch schöner zu werden. Auf der Straße tummelte sich alles, was die Dörfer zu bieten haben: winkende Schulkinder auf Rädern oder zu Fuß, Kühe, Hühner, opiumrauchende Opas... Irgendwann fanden wir ein kleines Restaurant. Dass wir nicht dieselbe Sprache sprechen war kein Problem, es gab sowieso nur Nudelsuppe und die wurde uns ungefragt serviert. Zur Abkühlung ging's noch baden zum Wasserfall. Die Holperpiste war beschwerlich, Franzi ist vom Moped Anfänger zum Fortgeschrittenen aufgestiegen!

14 November 2017

Könnt ihr euch was besseres vorstellen, als auf einem großen LKW-Reifen (bzw. dessen Schlauch) einen kleinen idyllischen Fluss entlang zu gleiten? Rechterhand hohe bewaldete Karstfelsen, linkerhand grün, ab und an ein kleines süßes Häuschen? Wir auch nicht! Tuben nennt sich das Ganze und hat hier eigentlich ein ziemlich schlechtes Image. Denn anstatt gemütlich den Fluss hinunter zu schippern, gibt es hier alle drei Meter am Fluss eine Bar mit Discobeschallung, teurem Alkohol, Lachgas in Luftballons und völlig durchgedrehten westlichen Menschen. Wir tranken unser Bier und fuhren genüsslich weiter. Wir bleiben hier wohl ein wenig länger als geplant - zu viel Natur wartet darauf von uns entdeckt zu werden.

12 November 2017

Willkommen in Vang Vieng! Wir sind in der Backpacker Metropole Laos und sind uns noch nicht ganz sicher wie wir das finden sollen. Das Hostel ist wunderbar gelegen, direkt am Fluss, gegenüber eröffnet sich ein wunderbares Panorama an Karstbergen - wie aus dem Bilderbuch. Der Schlag Mensch ist jedoch ein wenig gewöhnungsbedürftig: das Lieblingslokal ist die Aussie-Bar, weil dies für die Mehrzahl der Reisenden wie Heimat klingt, Alkohol ist günstig und fließt in Massen und im ganzen Ort gibt’s einfach nichts, was ein anderes Ziel hat, als Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Aber dann machten wir uns auf den Weg, ein paar Minuten zu Fuß aus dem Ort raus und siehe da: einer der schönsten Sonnenuntergänge, den wir bisher genossen haben!

11 November 2017

Es sind 35 Grad - wir brauchen ein Pooltag! Zum Glück gibt es hier ein öffentliches Freibad, für Hauptstadtverhältnisse relativ klein, aber für eine Erfrischung reicht es allemal. Danach noch eine ausgiebige Massage - letzter gechillter Tag in Vientiane.

10 November 2017

Oh Vientiane - du Perle asiatischer Hauptstädte. Sie sagten, wir könnten dich gut und gern auslassen, nichts besonderes wärst du! Was hätten wir da verpasst - gemütliches Bier bei Sonnenuntergang an deinem idyllischen Mekong Ufer, deine Streetkitchen Viertel, so lauschig und gemütlich mit Holzbänkchen, deine fahrradfreundliche Innenstadt mit Tempel jeder Art alle fünf Minuten, deine Cafés, eine Wohltat für die Kaffeehochkultur, deine kleine Prise französischen Charmes, der unverhofft hier und da aufblitzt und uns Brot und Patisserie vom Feinsten serviert, deine Aerobic Begeisterung, die uns so viele Lacher bescherte. Bleib so wie du bist, große Hotels und all dieser Tourikram stehen dir einfach nicht! Bisous!