Africa · 22 Days · 11 Moments · March 2018

Jenseits von Eden - die Wiege der Menschheit


10 April 2018

Der Gesundheitszustand von Rita hat sich gebessert, aber wir verzichten auf die Weiterreise durch die Kalahari, weil wir dort weitab von ärztlicher Versorgung wären und in diesem Gebiet derzeit große Hitze herrscht, die ja der Auslöser für die Probleme war. Malawi, Zambia, Namibia und Botswana - diese Länder bieten eine spektakuläre Kulisse für eine Tier- und Pflanzenvielfalt, wie wir sie bisher noch nicht erlebt haben - intensive Erlebnisse mit den dort lebenden Menschen und das Kennenlernen ihrer Lebensweise, das macht diese Reise ganz besonders. Wir bedanken uns bei allen, die uns auf diesem Abenteuer begleitet haben - jenseits von Eden ... Rita und Otto

8 April 2018

Wir sind froh, diese Unterkunft verlassen zu können. Früh morgens begeben wir uns zum „Busbahnhof“ von Shakawe. Ein altersschwacher verrosteter Scania, soll die über 400 km nach Maun unser fahrbarer Untersatz sein. Der Fahrer, ein glatzköpfiger Haudegen, der sein Handwerk versteht, steuert den Bus auf den ersten 200 km gekonnt durch eine Unzahl von Schlaglöchern. Der Straßenbelag wird besser und wir fliegen mit über 120 km/h unserem Ziel entgegen - bis - ja bis sich die gesprungene Windschutzscheibe mit einem lauten Knall in viele Teile aufspaltet, die ins Wageninnere zu fliegen drohen. Ab jetzt kriechen wir mit 50 km/dahin. Rita wird von der großen Hitze schlecht, und kann in der Nacht kaum schlafen. Am Morgen darauf ist ein Großteil ihrer Haut von feuerroten Stellen überzogen - wir müssen zum Arzt - schnell. Gut dass es in dieser Stadt einige private Kliniken gibt. Nach zwei Spritzen und einer Infusion scheint sich die Lage zu entspannen - es geht ihr wieder besser! Schöne Grüße R+O

6 April 2018

Wir folgen dem Westufer des Okavango und sind nun im sogenannten Panhandle - Pfannenstiel, das ist jener Teil des Flusses, der oberhalb des Deltas liegt. Wieder haben wir die Grenze nach Botswana überschritten und abermals ist es auch ein bisschen Glück weiterzukommen, da dieser Grenzübergang wenig benutzt wird und hier kaum Autos durchkommen. Shakawe, ein kleines, staubiges Provinznest, bietet außer einem Bankomaten und einer Busstation nicht viel und schon gar nicht - gute Unterkünfte. So landen wir in einem Camp - von den 5 kleinen Hütten nur eine benutzbar, wenn man davon absieht, dass es kein Wasser gibt. Also kein WC, keine Dusche. Essen kann Khabe erst kochen, als sie von uns einen Vorschuss bekommt, um einkaufen zu gehen. Aber in der Nähe sind die Tsodilo Hills mit ihren bis zu 20.000 Jahre alten Felsenmalereien der San, den Buschmännern der Kalahari, und die möchten wir sehen. Danach wollen wir weiter nach Maun, dem Eingangstor ins Delta. Verschwitzte Grüße Rita + Otto

4 April 2018

Der „Busbahnhof“ von Katima ist ein staubiger Sandplatz auf dem die kleinen und großen Busse in einem heillosen Chaos auf ihre Passagiere warten. Die versuchen im Schatten der wenigen Bäume der Hitze zu entgehen. Viele neugierige Augenpaare sind auf uns gerichtet. Rita wartet an einer schattigen Stelle und ich versuche an den Verkaufsständen etwas Essbares für die Fahrt aufzutreiben - vergeblich. Endlich fährt unser Bus vor und pünktlich um 16 Uhr fahren wir los - die Straße führt westwärts durch den Caprivistreifen direkt in die untergehende Sonne, die gerade im Asphaltstreifen zu versinken scheint. Es ist stockdunkel, als wir 4 Stunden später den Okavango erreichen - der Fahrer setzt uns an der Brücke ab und braust davon, kein Haus weit und breit. Etwas ratlos wissen wir nun nicht, wie wir von hier die Unterkunft erreichen können. Ein klappriges Auto, das zufällig vorbeikommt nimmt uns schließlich mit und setzt uns in einer Lodge direkt am Okavango ab. Schöne Grüße R+O

1 April 2018

Wir reisen nun weiter nach Namibia - ein Taxi bringt uns bis zur Grenze und setzt uns ab. Mit Reisenden, die ohne eigenes Fahrzeug unterwegs sind, rechnet man hier offensichtlich nicht. Der Grenzposten für die Einreise nach Namibia liegt etwa einen Kilometer entfernt auf der anderen Flussseite. In dieser Affenhitze unsere Koffer soweit zu schleppen ist kein Spass - da findet sich doch noch ein Einheimischer, der uns mit seinem Auto auf die andere Flussseite bringt. Nach dem namibischen Zoll haben wir das gleiche Problem wieder - es gibt keine Möglichkeit (Bus oder Taxi) von hier wegzukommen - die nächste Stadt liegt 60 Kilometer entfernt. Etwas später kommt ein Fahrer mit zwei Geschäftsleuten aus Simbabwe im Schlepptau - nach kurzer Diskussion erklärt er sich bereit, uns mitzunehmen. Das Wichtigste sind nun Bustickets für die morgige Weiterfahrt nach Divundu, das direkt am Okavango liegt. Abfahrt ist um 15:00 Uhr - kein Spass bei der Hitze, die gerade herrscht. Schöne Grüße R + O

31 March 2018

Nur eine kurze Etappe haben wir diesmal vor uns. Von Livingstone nach Westen bis an den Sambesi und von dort mit der Fähre über den Fluss. Noch ist das die einzige Möglichkeit den Sambesi zu überqueren. Auf der Fähre findet nur ein großer und ein kleiner LKW Platz, weshalb sich der enorme Rückstau erklärt, der sich beidseits des Sambesi bildet. Bis zu zwei Wochen warten die LKW-Fahrer, bis sie übersetzen können. Die Aus- und Einreiseformalitäten sind unkompliziert und rasch erledigt. Wir sind nun direkt an der Chobe-River-Front, ein für seinen Tierreichtum bekanntes Gebiet - die größte Elefantenpopulation überhaupt. Bei einem Spaziergang in der Umgebung komme ich zufällig an der Müllhalde vorbei, auf der es von Marabus nur so wimmelt. Im Moment geht ein schweres Gewitter auf die Stadt nieder - es ist ja noch Regenzeit - meistens herrscht aber schönes Wetter - und eine Abkühlung zwischendurch tut auch mal ganz gut. Frohe Ostern Rita und Otto

29 March 2018

Wir haben den Moloch Lusaka mit dem Bus verlassen - der Busterminal ist eine Erfahrung für sich - besonders die Suche nach einem Klo. Die Fahrt ins über 400 km entfernte Livingstone verläuft recht abwechslungsreich, die Fahrweise des Busfahrers lässt uns nicht an Schlaf denken. Nur eine Handvoll PKW‘s schaffen es, uns auf dieser Strecke zu überholen. Als wir in Livingstone ankommen, stürzen sich die Taxisfahrer auf die beiden Weißen, die aus dem Bus steigen. Der Grossteil der Besucher Livingstones kommt nämlich am Flughafen an. So ist die erste Frage beim Eintreffen in der Unterkunft: „How was your flight?“ Gestern ging es dann erstmal zu den Viktoriafällen - schon von weitem kündigen sie sich durch eine weisse Rauchsäule an. Es ist einfach ein unglaubliches Erlebnis, die Wucht dieser Wassermassen so hautnah zu erleben. Der Sambesi stürzt an dieser Stelle über 100 m in eine enge, spektakuläre Schlucht. Heute dann nochmals dasselbe aus der Luft, mit dem Helikopter. Nasse Grüße R+O

26 March 2018

Ein nächtlicher Besucher, eine Eule, sitzt im WC fest und wird von einem Mitarbeiter der Lodge aus seiner misslichen Lage befreit. Danach holt uns Joseph mit seinem Toyota ab. Zu unserer Überraschung ist die Straße nach Lusaka in einem Top-Zustand, weil neu. Wir erreichen eine riesige Brücke, die den Luangwa überspannt, ab hier ist die Straße älter und die Schlaglöcher nehmen zu. Joseph fährt zügig und sicher - eine haarige Situation passiert aber trotz aller Vorsicht. Wir fahren auf ein langsameres Fahrzeug auf, das deutet, wir sollen überholen. Weit, ganz weit vorne kommt uns ein LKW entgegen - Joseph wechselt die Spur, steigt aufs Gas - der andere beschleunigt auch - schließlich bremst Joseph - der andere auch - der LKW ist schon ganz nahe, hupt und verreist im letzten Moment, sonst hätte es gekracht. Am späteren Nachmittag erreichen wir schließlich Lusaka. Das Verwaltungszentrum bietet nicht viel und so spannen wir aus, bevor es dann nach Livingstone weitergeht. Rita und Otto

24 March 2018

Wir sind nun den zweiten Tag in einer Lodge, die traumhaft schön und direkt am Luangwa, einem Zufluss des Sambesi liegt, sind hier voll versorgt und werden während den Mahlzeiten bewacht, damit uns die Affen, die umherstreunen, nicht das Essen vom Teller klauen. Für jeweils 4 Stunden in der Früh und am Abend begeben wir uns in den Nationalpark, um Tiere zu beobachten. Die gestrige Safari von 16 bis 20 Uhr hat uns den enormen Artenreichtum vor Augen geführt. Es ist das einer der ganz wenigen Parks in Afrika, wo (noch) Fahrten in der Dunkelheit möglich sind. Die „Big Five“ innerhalb kurzer Zeit vor die Linse zu bekommen, das ist schon etwas Besonderes - und hier möglich - nur das Nashorn haben wir bisher nicht entdeckt. Dazu haben wir heute Abend noch einmal die Möglichkeit. Morgen früh geht unsere Reise weiter - nach Lusaka, in die Hauptstadt des Landes. Wir sind wieder mit Josef unterwegs, der uns bereits hierher gebracht hat. Schöne Grüße Rita und Otto

22 March 2018

Wir wurden aus dem Paradies am Lake Malawi vertrieben - vom Schlechtwetter, das aber schon bald wieder von Sonnenschein abgelöst wird. Wir reisen nun weiter nach Sambia und sind in Chipata, der Provinzstadt im Nordosten gegen Abend eingetroffen. Wohl kaum ein Grenzübertritt war so problemlos, wie der in Michinji. Die anwesende Ärztin wollte lediglich den Impfnachweis für Gelbfieber sehen, hat aber darauf verzichtet, als wir sagten, der sei in unserem Reisegepäck. Wir sind im ersten Haus der Stadt abgestiegen, was anderes war im Voraus nicht buchbar. Heute ist Markttag - wir besuchen den „lokal Market“, auf dem sich die Bewohner mit Dingen des täglichen Bedarfs eindecken. Und angeboten wird alles, auch die Fische vom Lake Malawi und getrocknete Maden, die herrlich schmecken sollen, so versichert man uns. In den nächsten beiden Tagen reisen wir weiter in den South Luangwa National Park, von dem gesagt wird, er sei einer der besten Sambias - wenn nicht Afrikas. Siphelile Rita und Otto

19 March 2018

Wir sind nun am Lake Malawi, dem drittgrößten See Afrikas angekommen. Auf dem Cape Mac Lear hat man wirklich des Gefühl im Paradies angekommen zu sein - ein Garten Eden. Das Dorf Chembe, das mitten in einem Naturschutzgebiet und unmittelbar am Strand liegt, vermittelt den Charme eines ursprünglichen malawischen Dorfes - nur die Sendemasten zwischen den Strohhütten erinnern an die Gegenwart. Die lokale Bevölkerung versucht mit allerlei Handwerkskunst von den Touristen zu profitieren. Der Rest des Dorfes lebt hauptsächlich vom Fischfang. Der früh morgendliche Spaziergang ist ein Erlebnis, wenn die Fischer von ihrer nächtlichen Ausfahrt an den Strand zurückkehren. Am Vormittag besuchen wir eine Schule, die durch die Initiative eines Dorfbewohners versucht, Kinder von mittellosen Eltern zu unterrichten. Hier übergeben wir jenen Geldbetrag, den uns Freunde bei unserem letzten Vortrag für diesen Zweck überlassen haben. Schöne Grüße aus dem Paradies Rita und Otto