Canada · 51 Days · 8 Moments · October 2017

Jenny's Journi nach Canada


6 December 2017

Es sind jetzt schon 2 Monate in denen ich Lake Louise mein Zuhause und Arbeitsplatz nennen darf. So viele neue Freundschaften, wie ich hier bisher geschlossen habe, werde ich wohl nirgends mehr finden. Nach dieser langen Zeit an einem Ort hat sich natürlich schon ein kleiner Trott eingeschlichen. Man bekommt seinen 14 tägigen Arbeitsplan, weiß wann man bezahlt wird, was man an seinen freien Tagen macht (bisher nur snowboarden und Banff besuchen ups), an welchen Abenden die Bars gefüllt sind und wann die Film-Abende in den einzelnen Units in meinem Wohnhaus sind. Man könnte natürlich sagen, wenn man nur ein Jahr Zeit hat, um so ein großes Land zu bereisen, sollte man nicht zu lange an einem Ort bleiben, aber ich genieße diesen Alltag in vollen Zügen, denn ich weiß jetzt schon, dass mir der Abschied in ein paar Monaten unglaublich schwer fallen wird! Im Endeffekt geht es darum die beste Zeit seines Lebens zu haben - und das gestaltet sich hier ziemlich gut! #justlakeit

24 November 2017

Die Tage werden kürzer und die Arbeitstage immer länger. In meinem Skiresort ist vor allem am Wochenende die Höhle los. Ganz besonders im Thanksgiving-Urlaub (Achtung: Thanksgiving in Kanada findet an einem anderen Datum statt!) und wenn ein Ski-Worldcup stattfindet, wollen viele Mäuler gestopft werden. Da kann es passieren, dass ich bis zu 10 h am Tag arbeiten muss - was gibt es dann besseres als sich mit einer geschmuggelten Flasche Rotwein in den Whirlpool zu setzen, der 10 min Fußmarsch entfernt ist und nur 5 Dollar Eintritt kostet? Genau, gar nichts! Das wird definitiv zu einer Tradition während der stressigen Vorweihnachtszeit.

16 November 2017

Diesen Anblick durfte ich heute morgen genießen, als ich auf den Bus, der mich zum Resort bringt in dem ich arbeite, gewartet habe. Ich kann mich immer noch nicht an dem ganzen Schnee satt sehen - die Landschaft mit den berieselten Bergen ist einfach wunderschön! Ich bin so dankbar hier sein zu dürfen.

8 November 2017

'My bum hurts so bad' das war der Satz des Tages an dem ich das erste mal auf einem Snowboard stand. Mein kanadischer Mitbewohner und meine australische Nachbarin erklärten sich bereit meine Lehrer zu sein. Ohne große Umschweife oder Trockenübungen ging es sofort auf den Lift und ab auf die Piste - ganz getreu dem Motto 'learning by doing'. Die erste Dreiviertelstunde war ziemlich frustrierend, aber von der einen auf die andere Sekunde hat es einfach Klick gemacht und plötzlich stand und schlitterte ich selbstständig einige Meter die Bahn hinab. Und jetzt meine lieben Leute hat mich das Fieber gepackt! Sobald ich mich wieder wie ein normaler Mensch bewegen kann (Ohja sogar vom ständigen hinfallen bekommt man einen mördermäßigen Muskelkater) und ich meinen nächsten freien Tag habe, werde ich auf meinem rosa Board in pinken snow pants stehen!

29 October 2017

Den wahrscheinlich letzten warmen Tag in Lake Louise (etwa 4 Grad Celsius) nutze ich für eine Wanderung zum namensgebenden See inmitten der Rocky Mountains. Das ist mein erster Tag in meinem neuen Zuhause für das nächste halbe Jahr - natürlich scheint dann die Sonne pour moi! In einer Tourist Info im Ort habe ich mir den Wanderweg zu meinem besagten Ziel beschreiben lassen. Der Aufstieg - ja es ging bergauf, war ziemlich anstrengend, da schon der halbe Weg vereist war und ich natürlich meine Spikeschuhe vergessen habe - dauerte über eine Stunde, aber führte mich durch einen wunderschönen verwunschenen Wald in dem ich ganz alleine war. Am See selbst habe ich mich nur kurz für Fotos aufgehalten, die Sonne ging schon langsam unter und der Wind frischte ziemlich auf. Der Abstieg war eine reine Rutschpartie, weshalb ich dafür natürlich weniger als eine Stunde gebraucht habe. Entkräftet, verschwitzt aber mit kalten Händen und Füßen kam ich glückselig in meiner Unterkunft an.

26 October 2017

Der erste Road Trip durch Kanada! Wir starteten Donnerstag morgen in Vancouver mit der wunderschönen Ruby. Nach einigen Maps-Schwierigkeiten (hat natürlich nichts mit mir als Navigator zu tun) konnten wir Vancouver nach 3 Ansätzen verlassen. Unser Weg führt uns durch den Skagit Valley Provincial Park, vorbei am riesigen Okanagan Lake und schließlich halten wir für eine Nacht in Kelowna - tolle Weingegend, evtl. im Sommer einen Trip wert. Gut ausgeruht soll es gleich morgens weiter gehen: das Ziel ist das allseits beliebte Banff in den Rocky Mountains. Also ich bin ja eher das Flachland-Küstenkind, meine Brüder und Schwestern sind das vielleicht ein paar Felsformationen, Halleluja! Ich ertappe mich dabei alle 5 min ein Foto zu schießen, weil ich so baff bin (bei einer 5 stündigen Fahrt kommt da echt einiges zusammen). Wünscht mir eine schöne erste Nacht in Alberta, nun sind es 'nur' 8 Stunden Zeitverschiebung nach Deutschland.

25 October 2017

Vancouver - oder wie wir korallen Hipster Backpacker zu sagen pflegen: VanCity 🤙🏼 Leider mit durchwachsenem Wetter, aber durchaus sehenswert! Ich habe mir jetzt noch nicht die brutale Touristenkeule gegönnt, weil ich voraussichtlich im Sommer wieder kommen möchte. Dennoch konnte ich mich nicht den Straßen Downtowns entziehen - fast jeden Abend verbrachte ich mit meiner Aussie/Franzosen/Niederländer/Deutschen Clique in der Beaver Bar im SameSun Hostel. Tagsüber standen sämtliche erwachsenen Erledigungen, wie Bankkonto Eröffnung, neuer Handy Vertrag, Beantragung der Sozialversicherungsnummer und die Zusammenstellung eines adäquaten Halloween Kostüms auf dem Plan. An jeder Ecke der Stadt gibt es etwas zum Verweilen: einen 'originalen' Döner aus Berlin (sorry Bro you got the wrong Brot), gute asiatische Küche, die mit unzähligen Regenbögen verzierte Davie Street und nicht zu vergessen der beständige Geruch von Marijuana in der Luft. Oh Cääänada!

16 October 2017

Ich heiße euch recht herzlich Willkommen zu meinem ersten Bericht über mein Kanada Abenteuer! Und wie das nunmal so ist - der Flug ist bestimmt schon ein Erlebnis für sich. Am Frankfurter Flughafen hatte ich einen der schwersten Abschiede - überströmt von Tränen lag ich das letzte mal für lange Zeit in den Armen meines Vaters. Das Handling am Flughafen und der Flug waren relativ unkompliziert und unspektakulär (Thailand-Generalprobe sei dank). Eisblumen an den Fenstern, 3 Flugzeug Mahlzeiten und seltsame Hinweiskarten für den Umgang mit dem Handgepäck charakterisierten meine 24 stündige Reise ins ferne Vancouver(BC), Kanada. Ich stelle fest, dass es schwer realisierbar ist 7800 km von zu Hause entfernt zu sein. Fühlt sich eigentlich nicht anders an.