Europe · 6 Days · 35 Moments · October 2017

Wandern in Schweden


13 October 2017

Die 6 km waren sehr anstrengend, wir hatten einige Höhenmeter zu überwinden und irgendwie war jeder Strauch der in den Weg reinwuchs und jede Pfütze die wir umgehen mussten nervig. Daher waren wir auf dieser Strecke deutlich wortkarger als sonst. Einfach immer weitergehen, irgendwann kommt das Ziel... Die Mittagspause machten wir an einem kleinen Rastplatz mit Toilette, Müllablagestelle und einem Trinkwasserbrunnen. Es war zwar relativ kalt, aber eine Stunde Pause musste einfach sein. Dann blieben uns nur noch 2,4 km bis zum Shelter, in dem wir die Nacht verbringen wollten. Dies motivierte uns wieder, wir quatschten den ganzen Weg über und so ging er wie im Flug vorbei. Am Shelter angekommen machten wir gleich ein schönes Feuer an dem wir uns den Abend wärmten. Jetzt liegen wir in unseren Schlafsäcken und hören dem Regen zu wie er aufs Dach prasselt.
Kurz nach der Pause kamen wir zu einem unserer Höhepunkte unseres Aufenthaltes: eine Überfahrt über einen See! Dazu lag an jeder Seite ein Ruderboot am Ufer. Natürlich legten wir ordnungsgemäß die vorhandenen Schwimmwesten an und dann äh ja, erstmal Boot leerschippen. Denn natürlich fährt zu dieser Jahreszeit kaum einer über den See, weshalb die Boote voll mit Regenwasser waren. Tabea ärgerte sich noch über den nicht fachgemäßen Knoten, mit dem das Boot befestigt war, während ich mit einer halben Plastikflasche bewaffnet drinstand. Als das Boot leer war, luden wir noch die Rucksäcke ein und ab gings. Allerdings musste natürlich das Boot wieder zurück auf seine Seite, weshalb wir dann das andere Boot geholt haben und beide in unseren eigenen Booten zurück über den See sind. Da hat sich unser Training auf dem Ruderergometer schon ausgezahlt. 😁 Das mit der Steuerung ist dann allerdings nochmal eine andere Geschichte... Das gab uns nochmal Schwung für die übrigen 6km bis zur Pause! :)
Heute morgen haben wir unseren Aufbruch ganz entspannt gestaltet, da wir ja ‚nur‘ etwas mehr als 14km vor uns hatten. Nach dieser Nacht war ausschlafen auch bitter nötig, da uns diesmal nicht die Kälte - nein die Wärme zu schaffen machte. So kam es, dass wir dann erst um halb 11 loskamen. Allerdings merkten wir die Anstrengung von gestern schon sehr. So waren wir froh, als wir nach ca. 4km an unserem ersten Ziel, einem Shelter, für unsere 2. Frühstück-Pause ankamen.

12 October 2017

Die gesammelten Werke der Toilettenerlebnisse Unsere Toilettenerlebnisse wechseln sich fröhlich zwischen Wald und Plumpsklo ab. Wald heißt dabei aber in manchen Fällen auch - nun ja - Loch buddeln. Profis wie wir sind bereiteten wir unsere Löcher bei Ankunft am Übernachtungs- oder Rastplatz schon mal vor oder markierten bereits besuchte Stellen. Andererseits bietet ein Plumpsklo mitten in der Natur auch schonmal einen nie dagewesenen Ausblick von der Toilette aus auf den See... Im Folgenden ein paar Eindrücke.
Zum Abendessen gab es dann die Pilze, die wir heute morgen gefunden haben. Sie gaben ein stattliches Ragout als Vorspeise ab. Der Bulgur mit Linsen wollte aber auf dem Ofen nicht so recht kochen, weshalb wir den Gaskocher dazu nutzten. Durch die zweite Wärmequelle ist aber die Hütte mittlerweile so warm geworden, dass wir immer wieder lüften mussten. Mit Schokolade als Nachtisch, hatten wir dann heute - passend zu unserer komfortablen Hütte - ein 3 Gänge Menü. 😛
Wir waren wirklich froh die Hütte erreicht zu haben, da sich im Laufe des letzten Tages sowie der letzten Nacht doch Einiges angesammelt hatte, das zu trocknen war. Außerdem war es dann langsam doch mal Zeit für etwas Körperhygiene, die sich wesentlich angenehmer durchführen lässt, wenn man danach ins Warme kann. Das gingen wir nachdem die Hütte ordentlich geheizt war und die Trinkblasen wieder mir gefiltertem Wasser gefüllt waren auch bald an. Körperhygiene draußen heißt: „See!“ Auch bei deutlich einstelligen Temperaturen, bewölktem Himmel und anbrechendem Abend. So ganz konnten wir während unserem Bad im See den Sonnenuntergang über selbigem aber nicht genießen. ;) Danach holten wir noch Wasser rein um unsere Skiunterwäsche zu waschen und spülten sie danach im See aus. Wie sich das eben gehört wenn man in der Natur unterwegs ist. Nun läuft der Ofen ohne Unterbrechung, damit wir das Zeug bis morgen trocken bekommen.
Die letzte Etappe lief ich leichter als erwartet. Wir hatten mit müden Beinen und schmerzenden Füßen gerechnet. Dies war auch so, aber es wurde nicht schlimmer und das Weitergehen fiel erstaunlich leicht. Am Meisten hatten wir zu kämpfen mit den Pfützen die sich immer wieder auf den Wegen befanden und die wir umgehen mussten. Außerdem nutzten immer wieder kleine Bäche unseren Weg als Bachbett. Aber um 17:15 kamen wir dann endlich an einer kleinen sehr schnuckeligen Hütte an. Dort haben wir erstmal den Kamin angemacht.
Da wir das Ziel hatten eine Hütte in 19 km Entfernung zu erreichen, wollten wir bis zum Mittag noch ein paar Kilometer hinter uns bringen. Nach insgesamt 13,3 km kamen wir an der geplanten Stelle an. Dort gab es sogar einen Tisch mit Bänken. Auf der Karte haben wir gesehen, dass es dort eine Trinkwasserstelle gibt. Diese war ein Schacht der mit Brettern abgedeckt war und eine Luke hatte. Allerdings befand sich das Wasser ca. einen Meter unter der Oberfläche. Aber ein Eimer an einem langen Stock, der im Baum aufgehängt war, diente zum Wasserschöpfen. Die Mittagspause war sehr erholsam, es kam sogar die Sonne raus und der Nieselregen war so nett erst kurz nach der Pause einzusetzen.
Die Nacht war dann doch nicht so schlimm wie erwartet. Es war sehr schön warm im Zelt und wir konnten trotz Wurzeln unter dem Rücken gut schlafen. Das Anziehen im Zweimannzelt zu zweit ist dann auch nochmal eine Nummer für sich... Unser Frühstück konnten wir wieder im Freien zu uns nehmen, da es nicht mehr regnete. Allerdings tyrannisierten uns dort die Mücken. Die erste Strecke des Weges war sehr anstrengend, die Beine waren schwer und es war sehr bergig. Die Natur war sehr von Menschen geprägt... wir liefen auf Feldwegen und durch abgeholzte Gebiete. Belohnt wurden wir dann aber durch den Fund einer Fichtenrotkappe. Dies pushte uns für den weiteren Weg. Später fanden wir eine weitere Fichtenrotkappe. In Lenungshammar, dem größten Ort hier mir 15 Einwohnern machten wir unsere Pause zum zweiten Frühstück.

11 October 2017

Nach der Pause kamen wir bald in ein Gebiet, in dem großflächig Wald abgeholzt wurde. Hier war nicht mehr viel vom ursprünglichen Weg übrig, sodass wir uns über Zweige kraxelnd unseren Weg suchten. Auf dem weiteren Weg begegneten uns mehrere Flächen, die von kleineren Bäumen geprägt waren. Das ließ uns vermuten, dass dort in den letzten Jahren abgeholzt wurde. Trotzdem war es auch dort dich bewachsen. Später kamen wir wieder an einen Sumpf, den wir auf Holzplanken durchquerten, bevor es an einem See vorbei zu einem ‚Dorf‘ ging. Dieses bestand aus ca. 3 Häusern. Es folgte noch eins dieser Art. Da weder Shelter noch Hütte in erreichbarer Entfernung waren, beendeten wir unsere Tour nach 17km an einem See und suchten uns einen Platz für unser Nachtlager im nahegelegenen Wald, das wir dort mildere Temperaturen und einen besseren Regenschutz für kochen etc. erwarteten. Der war auch gegeben, allerdings für den hohen Preis einer sehr unebenen Liegefläche (mit Loch). Gute Nacht!
Nach der Pause am Shelter ging es zügig weiter, da wir noch ein paar Kilometer bis zur Mittagspause zurücklegen wollten. Diese machten wir dann auf einem Berg in der Nähe eines kleinen Baches. Wir setzten uns auf den Boden und kochten mit dem Gaskocher unsere Nudeln. Beim Essen wurden wir dann vom Regen überrascht und mussten schnell alles zusammenpacken, die Regenüberzüge über die Rucksäcke machen und unsere Regenhosen anziehen. Als wir beide die Regenhosen an hatten merkte Janina, dass bei ihr der Aufhänger vorne an der Hose ist und fragte, ob das bei mir auch so sei. War bei mir auch so. Wir dachten „seltsam diese Kinderhosen“, (haben Kinderhosen in 164 gekauft). Am Hintern waren sie ziemlich eng aber, unserer Meinung lag das auch an der Kindergröße. „Schließlich sind an Popo und Knien so abnäher.“ Als sich die Hose dann aber vorne höher ziehen ließ als hinten und sich vor dem Bauch eine leichte Auswölbung bildete, wurde uns klar, dass wir die Hosen verkehrt herum an hatten.
Heute morgen hat unser Wecker schon um halb 7 geklingelt und wir haben uns gemütlich in der warmen Hütte fertig gemacht und gefrühstückt. Gegen 8:15 Uhr war alles fertig gepackt und wir brachen durch die erholsame Nacht top motiviert auf. Leider blieb es die ganze Zeit bewölkt. Die erste Zeit suchten wir ziemlich viel nach Pilzen, da diese überall am Wegesrand wuchsen. Wir fanden auch einen Steinpilz (Beilage zum Abendessen). Vielleicht finden wir die nächsten Tage mehr Pilze, denn die schießen jetzt überall aus dem Boden. Da wir so früh los gingen hatten wir bei unserer ersten Pause um 11:00 Uhr schon 6,8 km hinter uns gebracht. Wir kamen an einen Shelter und nahmen dort Trockenfrüchte und Knäckebrot mit Würstchen zu uns. Ziemlich erschraken wir als plötzlich ein großer grauer Hund ohne Herrchen um die Ecke kam. Da denkt man schon irgendwie an einen Wolf, aber das Verhalten und sein Halsband waren eindeutig.

10 October 2017

In Anbetracht der doch sehr kalten letzten Nacht, waren wir glücklich darüber nach knapp 14km unser Ziel, eine kleine Hütte, zu erreichen. Diese ist zusätzlich zur obligatorischen Feuerstelle mit Holz und einem Plumpsklo vornedran, mit zwei Stockbetten, einem Tisch mit drei Stühlen und einem Ofen ♥️ für unsere Verhältnisse luxuriös ausgestattet. So kochten wir unser Risotto überm Feuer, filterten unser Wasser für morgen schonmal vor und setzten uns dann Teewasser auf. Aber trotzdem ist es jetzt um 8 schon stockdunkel und dementsprechend kalt. Deswegen werden wir den Rest des Abends drinnen in der ofengeheizten Hütte verbringen.
Auch die zweite Hälfte der Wanderung war die Natur wieder traumhaft. Wir wollten natürlich wissen was hier im Wald so abgeht und haben uns im Spurenlesen geübt. Zuerst fiel uns fladenartiger Kot am Wegesrand auf und wir überlegten schon von welchem Tier dieser stammen könne. Er tauchte immer wieder auf... dann betrachteten wir ihn aber näher und merkten, dass dies ganz eigentümliche Pilze sind die einfach aussehen wie Kuhfladen. An echten Spuren entdeckten wir dann einen abgeknabberten Zapfen wodurch wir auf ein Eichhörnchen schlossen. Ein paar Hundepfoten 😅 Den Kot eines Tieres, das rote Beeren frisst und Kot wie ein Hund hat. (vielleicht ein Dachs?) Und natürlich Elchspuren im Schlamm, sogar zweimal. Den dazugehörigen Elch sahen wir leider nochbnicht...
Zu Mittag gab es Muschelnudeln mit Frühlingsgemüse mit Liebe gekocht von Knorr. Wir machten vor einem Shelter ein kleines Feuer und füllten unsere Wasservorräte auf. Nach 1 1/2 ging es weiter.
Die Wanderwege entsprachen genau dem, was für uns perfekte Wanderwege ausmacht: schmal, verwurzelt, zugewachsen, durch Moor, über Stege, durch kleine Bachläufe und immer hoch und runter... Auch die Natur ist toll. Es ist ein Wechsel aus Birkenwäldern und Tannenwäldern. Die Bäume stehen nicht so dicht und das Unterholz ist auch nicht so hoch und dich wie in unseren Wäldern. Oft waren am Boden hüfthohe Sträucher, deren Blätter an den Spitzen schon rot wurden und aussahen wie Blüten. Außerdem gibt es viele Moosartige Gewächse. Manche weiß und grober, andere ganz weich und grün oder rot wie Minitannen. Immer wieder läuft man auch über Fels. Besonders schön sind die Seen, klares Wasser das still liegt und in dem sich die Bäume spiegeln. An solch einem See machten wir auch Mittag. Auf meinem Komoot Account könnt ihr die Tour sehen ;)
Zum Frühstück versuchten wir wieder Feuer zu machen, was uns aber aufgrund der eisigen Temperaturen, sowie dem nassen Holz, nicht gelang. Darum kochten wir unser Wasser für Kaffee,Tee und Milch fürs Müsli auf dem Gaskocher ab. Das ganze Prozedere aus Frühstück, Wasser für den Tag filtern und zusammenpacken zog sich aber sehr in die Länge, sodass wir erst um 10 aufbrachen.
Dass Oktober in Schweden etwas anderes ist als Oktober in Mitteleuropa durften wir diese Nacht erfahren. Außerdem bereuten wir es sehr, nicht in Schlafsäcke investiert zu haben, die auch Minustemperaturen stand halten. Ja Minusgrade.. Die Nacht war sehr kalt und wir konnten darum nicht viel schlafen. So beschlossen wir in Zukunft unsere Schlafsäcke aneinander zu machen um einander zu wärmen.

9 October 2017

Schließlich kamen wir an einem See an, an dem man gut zelten kann, es eine Feuerstelle und Feuerholz gibt. Unser Zelt haben wir direkt am Seeufer mit Blick nach Osten aufgestellt, damit wir aus dem Zelt heraus den Sonnenaufgang überm See sehen können. Danach haben wir Feuer gemacht und dann im Feuer Wasser für die Nudeln gekocht. Währenddessen haben wir Rommé gespielt und unser erstes Tier, einen Specht direkt im Baum neben uns, gesehen. Nach dem Essen ging recht schnell die Sonne unter und es wurde kalt (um halb 8 jetzt noch 6 Grad) weshalb wir das Feuer wieder größer werden ließen. Jetzt sitzen wir am Feuer und planen unsere Route für die nächsten Tage. Wirklich schön so am Feuer mit sternenklarem Himmel. Wir werden aber bald ins Zelt gehen, da es doch ziemlich kalt ist.
Als wir weiter wanderten hielt plötzlich ein Wagen an der Straße und eine nette Frau fragte uns wo wir hin wollten und ob sie uns ein Stück mitnehmen könne. Wir nahmen dankend an. Zunächst wollte sie uns nur bis in den Wald bringen, da es da ja schöner zu wandern ist. Im Auto saß noch eine andere Frau, die auch deutsch konnte, da sie eine Zeit lang in Basel gelebt hat. Wir redeten ein bisschen und erfuhren, dass morgen die Elchjagd beginnt. (Also werden wir wohl die Regencapes über unsere Rucksäcke machen, dass wir rechtzeitig erkannt werden und uns von Jagdgebieten fernhalten.) Als wir im Wald waren wollte sie uns dann doch bis zu dem Platz unseres Nachlagers bringen und als wir dort waren sagte sie, dass sie uns an einen noch schöneren Platz zum Übernachten bringt. Wir stimmten zu.
In der Touristeninformation haben wir uns die Eintrittskarte für das Glaskogen Naturreservat gekauft und sind dann endlich losgewandert. Laut Navi waren es noch ca. 3 Stunden bis zu unserem geplanten Nachtlager. Leider ging es erstmal nur an Hauptstraßen lang, trotzdem hat es gleich sehr viel Spaß gemacht. Rechts und links an der Straße waren kleine hübsche Häuser oder Wald und besonders lustig fanden wir es, dass alle Häuser ihre Briefkästen an der Straße angebracht hatten, obwohl es manchmal noch locker 600 m bis zum Haus waren. Richtige Dörfer gab es auf der Strecke keine. Nach einer Stunde Marsch erreichten wir dann endlich einen Ort, der auf unserer Karte eingezeichnet war und merkten, dass wir fast schon die Hälfte geschafft hatten.
Auch der Busfahrer hat einfach so eine freundliche offene Art, dass man sich direkt wohl fühlt. Die Busfahrt war interessant. Bei der Fahr aus Oslo hat man gesehen, dass die Stadt einfach deutlich größer und moderner als Kopenhagen ist. Sonst haben wir seeehr viel Wald gesehen immer wieder mal einen See und weite Wiesen. Natürlich auch die typischen Häuser. Nach 1h 45 min waren wir dann in Årjäng, haben uns noch kurz mit dem Busfahrer unterhalten was wir vor haben und sind dann los zur Touristeninformation.
Heute um 9:45 sind wir mit der Fähre in Oslo angekommen. Nachdem wir dort schon gefrühstückt haben (Mamas Verpflegung reicht immer noch 😅) konnten wir direkt vom Anleger Richtung Busbahnhof laufen. Wir haben wieder super Wetter! Unser (kurzer) Eindruck von Oslo ist der einer sehr großen und viel moderneren Stadt, die dadurch weniger Charme hat als Kopenhagen. Im nächstgelegenen Einkaufszentrum haben wir noch einen Kaffee getrunken, letzte Besorgungen gemacht und sind dann aufgebrochen um das letzte Stück zum Busbahnhof zu gehen. Vor den Einkaufszentrum wollten wir uns kurz mit dem Handy orientieren, da wurden wir schon von einem netten Mann mit altherrengrün karriertem Anzug angesprochen: „I think you get lost“ Dieser hat uns dann den Weg zum Busterminal beschrieben, den wir wohl sonst deutlich schwerer gefunden hätten. Das macht einen einfach glücklich, wenn man so netten und aufmerksamen Leuten begegnet :)

8 October 2017

Nach der Erholungspause haben wir kurz das Schiff besichtigt unsere letzten Dänischen Kronen in Chips investiert und uns dann gemütlich an ein Fester gesetzt und gegessen und Romée gespielt. Dann ging es aber auch wieder in die Kajüte, den Abend gemütlich im Bett ausklingen lassen und früh schlafen gehen.
Vom Anleger der Hafenrundfahrt zur Fähre sind wir zu Fuß gelaufen und dabei auch an einigen der Sehenswürdigkeiten der Hafenrundfahrt vorbeigekommen. Auf das Bording mussten wir dann wieder warten und stellten in der Zeit fest, dass uns der Tag und der wenige Schlaf ganz schön müde gemacht hatte. Die freudige Überraschung kam dann aber sofort. Unser Rucksack wurde nicht kontrolliert (wir hatten uns Gedanken gemacht wegen Gas und Taschenmesser) und unsere Kajüte lag direkt in der Etage in der wir die Fähre betraten, die erste des Ganges. Also kein Schlange stehen oder rumsuchen... Wir sind direkt ins Bett gefallen und haben erstmal ne Runde geschlafen.
... um dort festzustellen, dass dies nur die normale Tour der Fähre ist und sich hier kein Anleger befindet. Etwas enttäuscht, da wir nicht mehr davon ausgingen den Anleger noch zu finden, machten wir uns auf den Rückweg und zur Fähre. Da haben wir an einer Stelle an der wir schonmal waren ein Schiff anlegen sehen, das wir nehmen konnten und doch noch unsere Rundfahrt bekommen. So können wir jetzt über die Hetzjagd lachen ;) Die Rundfahrt hat einen schönen Einblick in die Stadt verschafft. Kopenhagen hat echt sehr viele sehenswerte Stellen und eine Führer hat einiges dazu erzählt.
Also haben wir uns Tickets für die Hafenrundfahrt gekauft und uns gewundert warum so wenig los ist, denn eigentlich war um 11:05 Abfahrt. Der Mann am Ticketverkaut hat uns dann aber gesagt, dass das Boot nicht hier hält, weil dafür der Wasserstand zu hoch ist (Ebbe und Flut). Daher mussten wir an das ende des Kanals. Ungefähr auf der Mitte haben wir dann ein Rundfahrtschiff gefunden und nach einigem suchen auch die Einstiegsstelle, aber es wurde uns gesagt, dass wir nicht die richtigen Tickets haben, also sind wir weiter gehetzt (dachten das Schiff kommt bald) und haben eine zweite Anlegestelle gesehen, dort war aber auch nur ein Schiff einer anderen Gesellschaft. Also sind wir zurück zum Ticketstand, wo es die gleiche Anweisung wie vorher gab. Und wieder an das Ende des Kanals. Dort haben wir dann ENDLICH ein Schiff unserer Gesellschaft auf dem Wasser gesehen und wohin es fährt. Also sind wir mit Tempo hinterher (immernoch mit Rucksack!), über eine Brücke, in den nächsten Kanal...
Unser Frühstück haben wir dann an diesem wunderschönen Kanal voller alter Segelboote zu uns genommen. Dazu haben wir uns Tee gekocht und mit unserem kleinen Lager andere Touristen verwirrt. Besonders beeindruckt hat uns das Abfallsystem, bei dem der Müll einfach aus dem Mülleimer abgesaugt wurde. 😳 Während des Essens, fiel unser Blick auf ein Werbeschild auf der anderen Seite des Kanals, wo für gut 5€ eine 60 minütige Hafen -und Kanalrundfahrt angeboten wurde.
Vom Bahnhof aus sollte die Wanderung zum Fährterminal 1 Stunde dauern, aber wir beschlossen uns einen schönen, freien Weg zu suchen, sodass wir viel von der Stadt mitbekommen und etwas am Wasser entlanggehen konnten. Kopenhagen ist wirklich eine super schöne Stadt und genau so, wie man sie sich von den Fotos vorstellt. Erst waren wir begeistern, dass so wenig Autos und Menschen unterwegs sind und die Stadt so leise ist, bis uns auffiel, dass wir Sonntagmorgen - halb 10 haben. 😄 Wir sind dann an einem Park vorbei, durch eine Straße voller Geschäfte, am Kanal gelandet und konnten auf diesem Weg schon super Eindrücke von der Stadt sammeln.
In Kopenhagen angekommen, sind wir als erstes ins Bahnhofsgebäude um einen Kaffee zu finden, den man mit Kreditkarte bezahlen kann, da wir noch keine Dänischen Kronen hatten. Also haben wir dort erstmal einen Kaffee getrunken und unseren Tag geplant. Danach wollten wir eigentlich nur zur Toilette und als wir sahen, dass dort ein Drehkreuz war, wollten wir mit meinen Worten „och nee, ich glaube da kann man nicht..., also ich hab keine...“ schon wieder umdrehen, als die nette Toilettenfrau uns antwortete: „doch, doch da kann man mit Karte bezahlen“ und es uns zeigte. Wir waren positiv von der Sauberkeit und dem vorhandenen Trinkwasser überrascht, sodass wir uns dort die Zähne putzten und unsere Trinkblasen mit Wasser befüllen konnten. So waren wir bestens vorbereitet für unsere Tour durch Kopenhagen!
Der Bus war sehr leer und der Busfahrer sehr freundlich. Nach ca. zwei Stunden Schlaf musste unser Bus auf die Fähre fahren und wir für 45 min aussteigen. Nach der Fähre gab es dann nochmal 2 Stunden Schlaf und um halb 8 waren wir in Kopenhagen. Wahnsinn, wie schnell und einfach man heute in ein paar Stunden an einem so anderen Ort sein kann.

7 October 2017

Nachdem uns Jan von einem hervorragenden Fußballspiel gegen Wörrstadt (4:1) abgeholt hat und nach Mainz gebracht hat, haben wir erstmal im Rossmann Stifte und Papier für Roméeabende gekauft. Von Mainz ging es zuerst nach Frankfurt. In der S-Bahn gab es dann endlich leckere Brötchen, Rohkost und Kekse (Danke Mama!). In Frankfurt sind wir in den ICE nach Hamburg gestiegen, erstmal geb es ganz schön Hektik, weil alle ihre Koffer unterbringen mussten und viele Leute einstiegen, aber wir haben Plätze vor einem sehr lustigen und entspannten Ehepaar bekommen. Aus dem Rucksack der über unseren Köpfen in der Gepäckablage lag, hing Janinas Trinkschlauch und so konnten wir ab und zu unseren Durst stillen. („Oder auch duschen“) Die Zugfahrt ruhig und wir schliefen schonmal ein bisschen. In Hamburg haben wir den Busbahnhof sofort gefunden und dann eine Stunde auf den IC Bus gewartet.