Israel · 15 Days · 40 Moments · January 2019

Israel mit Schaaatz


13 February 2019

Als wir dann unsere kleinen Codes zum scannen bekamen, mussten wir das Gepäck anderswo abgeben. Also nochmals quer durch den Flughafen. Dort angekommen passierte folgendes: die Codes waren nicht gültig... offenbar waren wir nicht die einzigen, denn es gab mehrere verärgerte Israelis, die mit ihren Snowboards nach Österreich wollten. Also noch einmal alles kontrollieren, was etwas weniger Zeit brauchte als zuvor und dann konnten wir unsere Rücksäcke abgeben. Übrigens der Grund wieso wir überhaupt ins „Oversized“ mussten, war weil wir Rucksäcke mit vielen Bänder dran hatte, die sich verheddern könnten. Ich bin mit dem Rucksack schon nach Australien, Südafrika, Sardinien und zuvor meine Eltern noch an ganz andere Orte. Nie zuvor war dies ein Problem... aber es gibt für alles ein erstes Mal. Danach gab es nur noch kleinere Vorkommnisse, die uns aufgehalten haben, jedoch nichts nennenswertes. Wir kamen schlussendlich dann doch knapp gegen 16:05 beim Gate an. „Flight delayed“
...danach ging so alles schief, was schief gehen kann, außer dass wir unseren Flieger rechtzeitig (aber knapp) erwischt haben. Und wir waren zwei Stunden vor Abflug am Flughafen. Ich muss vielleicht sagen, dass nicht alles schief ging aber alles sehr langsam und verzögert. Angefangen bei dem „Security-Check“. Es ist um einiges schwieriger aus dem Land raus zu kommen, als dass es ist, reinzukommen. Erst standen wir gut 20 Minuten an und als wir dann endlich an der Reihe waren, wurden wir für weitere knapp 20 Minuten verhört. Zugegeben, ich fand es recht amüsant. Danach mussten wir unser Gepäck abgeben und wir konnten es aber nicht einfach abgeben, wir mussten es beim „Oversized“ abgeben. Und da standen gerade sehr viele Leute an. Als wir dann dran waren, musste Hannah ihren Rucksack ausräumen, wie mein Schuh darin offenbar „verdächtig“ aussah. Und wir haben uns so viel Mühe beim Packen gegeben. Wir führten überraschenderweise jedoch keine Waffen mit.
Heute standen wir auf und hatten noch einiges vor bevor wir um 16:00 dann nach Hause fliegen. Wir mussten Geschenke kaufen. Und es gibt nicht viele bessere Worte die unsere kommende Aktion besser beschreiben könnte: „Zu viel (C)Hummus gibt es nicht!“ Wir haben insgesamt 3.5 Kilo Hummus gekauft. Dazu kommen noch 3 Kilo Datteln und etwas Israelisches Süssgebäck für Mila. Wir waren so weit und mussten nur noch das ganze Material in unser Gepäck bringen. (Man muss vielleicht noch sagen, dass wir uns beide noch ein neues Paar Schuhe gekauft haben, welche auch nicht gerade wenig Platz einnehmen. #newkicks Es hat aber trotzdem geklappt. Bis dahin...

12 February 2019

Wir verbrachten jedoch einen schönen Abend zusammen. Mir ging es besser und wir gingen zusammen in einem nahen Restaurant schön Abend essen. Wir haben während den Ferien viel Durag (ein russisches Kartenspiel, dass mit einem 52er-Deck gespielt werden kann) gespielt, aber an dem Abend war es speziell intensive. Wir haben über 3 Stunden und 19 Partien gespielt. Am Ende stand 9-10 und ich werde hier extra nicht den nennen wer gewonnen hat, damit wir vielleicht in 20 Jahren darüber diskutieren können wer gewonnen hat weil wir es nicht mehr wissen. Um es dann herauszufinden, spielen wir hoffentlich eine Runde. Wir genossen den letzten Abend sehr und wahren bereit um nach Hause zu fliegen.
Heute ist der erste Tag an dem Hannah und ich mehr als 500 Meter oder 5 Minuten von einander getrennt sind. Der Plan war es heute, dem zweit letzten Tag unserer Ferien, in den Norden zu gehen um Haifa zu sehen. Der Plan... Ich wurde krank und bekam eine Art Grippe. Toll! So stur wie ich bin, bestand ich darauf mit nach Haifa zu gehen. Zum einen weil ich Hannah nicht alleine lassen wollte (obwohl ich selbstverständlich weiss, dass sie sehr gut auf sich selber aufpassen kann) und zum anderen weil ich selber Haifa auch wirklich gerne gesehen hätte. Hannah hat gesagt, dass sie nicht möchte, dass ich das Haus verlasse und ich wollte nicht, dass sie alleine ist. Wir hatten so unsere Argumente. Nach gut 30 Minuten Diskussion liess ich dann doch von meinem Ego ab (ich nenne es Beschützerinstinkt für mein Selbstwertgefühl) und wir einigten uns darauf, dass sie alleine nach Haifa geht und ich mich hier erhole. Wir stehen uns zwar seit 2 Wochen auf den Füssen rum, aber Gott ich vermisse sie!!

11 February 2019

Zudem haben sie noch alles auf Sprengstoffspuren untersucht. Jeder der weiss was ich im Militär gemacht habe, weiss, dass ich hauptsächlich mit Sprengstoff gearbeitet habe und ich zudem meine Hände nicht all zu gerne und oft wasche. In meinem Kopf ging also ein echtes Kino ab. Denn es hätte sehr gut sein können, dass ich mal nach der Ausbildung mit Sprengstoff mein Handy oder mein Rucksack (welchen ich mal im Militär dabei hatte) benutzt und angefasst habe. Aber entweder ist der Sprengstoff der Schweizer Armee nicht erkennbar (was gut sein kann, denn er ist auch nicht von Hunden „erschnüffelbar“), oder ich habe tatsächlich meine Hände gewaschen. Was die Wahrscheinlichkeiten angeht, tippe ich auf erstes. Nach dem Security-Check geschah etwas sonderbares. Die beiden Damen, die uns geprüft haben, nahmen uns an der ganzen Schlange vorbei und checkten unser Gepäck ein. Anschliessend brachten sie uns über Abkürzungen zu unserem Gate. Ihre Begründung: Sie wollten uns nicht weiter aufhalten.
Heute gehen wir zurück nach Tel Aviv und wir hatten endlich unser Security-Interview von dem ich schon so viel gehört hatte. Wir wurden getrennt und dann befragt. : / Bei Hannah stellte sich heraus, dass wenn man mit 15 Jahren in Malaysia war, dass das ein Risiko darstellt, denn sie wurde ausgiebig über ihren Aufenthalt befragt. Bei mir stellte vor allem mein Buch von Chris Kyle ein Problem dar, dass sich auf seinen Einsatz im Irak bezieht und gross die Aufschrift „Sniper“ auf dem Cover hatte und ein eben solches Gewehr. Ich musste anschliessend erklären um was es dem Buch geht. In Gedanken spielte ich mit dem Gedanken, ihr zu sagen, dass es eine Anleitung ist, wie man eine Bombe baut. Ich musste mich dann jedoch wieder mal erinnern, dass dies hier ernst ist und man hier lieber keine Scherze macht.

10 February 2019

Und nochmals ein Tag voller Meer und Unterwasserwelt. Wir gingen heute ins „Eilat Aquarium“, was sich ziemlich gut mit dem „Seaworld“ in Konstanz vergleichen lässt. Wir sahen Haie, Schildkröten, Rochen und noch viel mehr. Zudem habe ich mein Traum-Ferienjob gefunden. „Hai-Aquarium-Putzer-und-zwischendurch-auch-Hai-Feeder-Taucher“ Der Wahnsinn. Ich war noch nie so fasziniert von einem Arbeiter, wie ich von dem Typen im Hai-Aquarium. Er hat das Futter im Pool versteckt und mit gewissen Fischen, Rochen und Haien sogar gespielt. Jeden Tag tauchen können und dann noch mit so faszinierenden Tieren... Ja gut, wir konnten dann auch noch die Berge und Küste von Jordanien geniessen und einige (un)gezwungene Fotos machen. #love #coralworldeilat #Eilat #Fun #Kiss An diesem Abend gingen wir dann noch ein letztes Mal schön essen und verabschiedeten uns gebührend von Eilat.
Heute Abend trafen wir noch eine alte Bekannte aus Australien. -Ruby Sie lebt momentan in Eilat und studiert hier „Electrical Engineering“ und hat momentan Prüfungen. Trotz dem Prüfungsstress hat sie sich die Zeit genommen und uns gefragt, ob wir Lust hätten mit ihr und ein paar Studienkollegen bei ihr ein paar Bier zu trinken. Sie wohnt in einem Wohnblock für Studenten und auch ihre Kollegen waren alle sehr offen und freundlich und wir hatten eine herrliche Zeit. Ich habe Ruby und ihre offene Art vermisst. „Viel Erfolg bei deinen Prüfungen Ruby!“

9 February 2019

Das Unterwassererlebnis ging weiter. Heute Morgen gingen wir an den „Dolphin Beach“. Wir entschieden uns die Strecke (ca 5km) zu laufen und sahen einige tolle Dinge auf dem Weg dahin, unter anderem diesen blühenden Baum. Der Dolphin Beach ist ein Strand, an dem eine Delfinfamilie lebt und immer wieder vorbei kommt um „Hallo“ zu sagen. Irgend jemand kam auf die Idee ein Business daraus zu machen und Eintritt zu verlangen und Schnorchel und Tauchgänge anzubieten. Die Delfine werden aber relativ gut geschützt. Die Tauchgänge und das Schnorcheln sind ein Witz, sie lassen einen nicht näher an die Tiere heran als man sie vom Strand her sehen kann. Zudem haben sie einen grossen Ring im Meer, der den Strand umgibt und so die Schiffe und Jetskis daran hindert, die Delfine zu stören. Die Delfine können jedoch jederzeit unten durch schwimmen.

8 February 2019

Als wir dann alle Übungen durchgemacht haben und jeder diese konnte ging es los. Ich möchte hier gar nicht gross etwas erzählen und die Bilder hier sprechen lassen. Eines sei jedoch gesagt. Das „ausbalancieren“ und schwerelos sein mithilfe des BCD (Buoyancy Control Device) ist am Anfang sehr schwierig und es braucht viel Übung. Nicht für die Dame mit den gelben Flossen. Hannah ist in Rekordzeit durch das Wasser geflogen als hätte sie nie etwas anderes gemacht. So, genug gelobt. Nun die Bilder.
Heute morgen sind wir früh los und haben uns nach unserem Wrap-Frühstück mit Ei, Avocado, Gurken, Peperoni, Tomate, Käse und Hummus auch schon ziemlich gestärkt gefühlt. Wir liefen runter zum Hafen und fanden da „Shulamit Divecenter“, mit denen ich inn der Schweiz noch kommuniziert habe, damit wir auch sicher einen Platz haben in einem sogenannten „Discovery-Dive“. Man kriegt eine 2-stündige Theorie und geht anschliessend ans Meer wo man noch einige Übungen abschliessen muss. Danach geht man mit einem Instructor und einer kleinen Gruppe bis auf 6 Meter tauchen. Als aller erstes muss man jedoch, wie vor jedem Tauchgang, eine Verzichtserklärung und eine medizinische Abklärung unterschreiben. Hannah´s Gesicht sagt einiges aus. Anschliessend muss man noch 12 Testfragen lösen und dann darf man auch schon ans Meer. Hannah hat mit Bravour bestanden. Wetsuit an, rein ins Auto und ab an den Strand. Dass die Taucherausrüstung auch ihr Gewicht hat, sieht man an Hannahs zweiten Gesichtsausdruck.

7 February 2019

In Eilat angekommen haben wir so gegen 18:30 Uhr unser Haus gefunden mit unserer kleinen Wohnung. Die Grösste bis jetzt und wir haben unsere eigene Küche mit Esstisch und Kochherd. Wir könnten also rein theoretisch etwas Geld sparen und unser Essen selber kochen. Die Israelis kochen jedoch zu gut als dass das wahr werden könnte. Am gleichen Abend gingen wir jedoch noch in den lokalen Supermarkt und haben uns tatsächlich noch etwas Food gekauft, damit wir morgen etwas bereit haben. Nämlich geht Hannah morgen zum ersten Mal in ihrem Leben tauchen. Mit allem drum und dran und das dann erst noch im Roten Meer. Das Rote Meer hat den zweitgrössten Salzgehalt auf der Erde und steht gleich hinter dem Toten Meer. Mir ist gerade aufgefallen, dass wir in knapp einer Woche, in drei verschiedenen Meeren waren. Wir haben doch schon einiges erlebt.
Adé Jerusalem. Wir befinden uns auf dem Weg nach Eilat und kamen so gegen 11:50 bei der Central Station an und gingen wie so oft schon zum Infoschalter. Es war 11:55, uns wurde gesagt, dass in 3 Minuten ein Bus nach Eilat fahren würde und dass es noch wenige Plätze frei hat, danach ist erst um 18:00 wieder etwas frei. Ich war schon lange nicht mehr so gestresst. Wir hetzten rüber zum Ticketschalter und standen an. 11:57, wir kaufen unsere Tickets und rennen zur Platform 8, schmeißen unser Gepäck unten in die Gepäckablage des Reisecars und steigen ein. Vier Plätze sind noch frei und wir können zum Glück nebeneinander sitzen, denn der Car ist mehrheitlich von Militär und Polizei besetzt, alle mit vollautomatischen Feuerwaffen auf ihrem Schoss mit dem vollen Magazin daneben. Durch all den Stress und die vielen Feuerwaffen kam in mir ein entferntes Gefühl auf. Leicht melancholisch aber auch mit einem leicht bitteren Nachgeschmack. Ein Gefühl, dass nur jemand kennt, der im Militär war.

6 February 2019

Nach all dem schweren kulturellen ging’s am Mittag zum Toten Meer (was ja eigentlich ein See ist). Ich hatte nicht viele Erwartungen an das Tote Meer aber mein Gott macht das einen Spass. Hier einige Fakten zum Toten Meer: Das Tote Meer heisst deshalb so, weil kein Lebewesen grösser als kleine Organismen darin überleben kann. Es besteht aus 30% Salz. Der Auftrieb ist zu stark, als das man darin ohne Blei, nicht tauchen könnte und man sollte nicht mehr als 30 Minuten am Tag darin verbringen. Am Boden und alles was das Wasser sonst noch so berührt, lagert sich Salz ab. Der Boden ist übersät mit kleinen Salzkörnern und wenn man den Schmerz an der Fusssohle aushält, kann man so weit rauslaufen bis man den Boden unter den Füssen verliert und so dahinschwebt. Man kann sich selbstverständlich auch einfach hinlegen und mit dem Handy durch Instagram scrollen. Jeder der mal in Israel oder Jordanien ist, sollte die Gelegenheit nutzen um einen Schwum im Toten Meer zu wagen.
Heute nochmals volles Programm. Am Morgen gingen wir nochmals in die Altstadt weil wir gestern nicht mehr in den „Temple Mount“ wie ihn die Juden nennen und „Al-Aqsa-Mosche“ wie sie die Muslime nennen gehen. In das Fettnäpfchen bin ich schon getreten. Muslime mögen es nicht wenn man „Tempel Mount“ sagt. Auch das war sehr eindrücklich und ich konnte das Erlebnis auch schon fast geniessen, bis dann der Alarm losging. Ich hab mich schon nach dem bersten Schutz umgeschaut um Hannah zu packen und uns zu verschanzen aber alles schien unverändert. Niemand geriet in Panik als ob ich der einzige war, der den ohrenbetäubenden Alarm hören würde. Ich ging zu einem Aufpasser (sie waren hauptsächlich dafür da, die knapp bekleideten Europäerinnen zu ermahnen wenn sie ihren Pullover auszogen um ein Foto für Instagram zu machen) und fragte ihn ob alles in Ordnung sei. Seine knappe Antwort: „Yes the war beginns“. Offenbar hat er keine Zeit für dumme Touristen. Es geschah nichts.

5 February 2019

Als wir dann so gegen Mittag in der Altstadt waren, gingen wir auf den „Wall-Walk“. Man kann Teile der Stadt von der Mauer aus betrachten und hat einen tollen Ausblick auf die äusseren Teile Jerusalems. Wir hatten unseren kleinen Reiseführer, in dem wir jeweils sahen, in welchem Teil (was die Religion angeht) wir uns befinden. Und die ganze Zeit, geht mir ein Gedanke durch den Kopf: Es ist erstaunlich, wie überall auf der Welt es Kriege wegen Religion und Glaubensunterschiede herrscht und Leute sich auf den Tod hassen und hier diese verschiedenen Religionen miteinander auskommen. Ich sage nicht, dass sie sich sonderlich mögen denn ich habe z.B. keine Muslime im jüdischen Viertel gesehen, aber sie leben miteinander und können sich aus dem Weg gehen. Der Tag war für mich sehr eindrücklich und ich wusste nicht ganz wie mit alles verarbeiten. Der strenge Glaube, die vielen bewaffneten Soldaten, die vor Terrorattacken schützen sollen und weitere Eindrücke. Aber es war eine gute Erfahrung
Heute sind wir ohne grosse Pläne in die Altstadt von Jerusalem, diejenige, die mit der Mauer umgeben ist und im Film mit Brat Pitt von Zombies geflutet wird (World War Z). Für mich eine der spannendsten Gedanken, war der Teil der Mauer zu finden, die im Film vorkommen. Bevor wir jedoch in die Altstadt gingen, hatten wir Frühstück in einer Bäckerei. Sogenanntes Shakshuka ist eines der Gerichte, die man hier bekommt. Ich sag es mal ganz einfach, wir hätten uns eine Portion teilen können. Jedoch hatte jeder von uns eine ganze Portion wie auf dem Bild abgebildet und wir hatten zu kämpfen. Als die nette Servicedame uns dann noch zusätzlich mehr frisches Brot brachte fing ich wortwörtlich an zu schwitzen. Wir hatten danach beide etwas Bauchschmerzen. Würden wir nochmals das Selbe tun? Wahrscheinlich schon.

4 February 2019

In Jerusalem angekommen gingen wir zu unserem AirBnB. Wir wurden von unserem Gastgeber Akiva und seinen beiden Söhnen mit leckerer Pizza empfangen. Wir haben unser eigenes Zimmer neben ihrer Wohnung mit Bett, Tisch und einem Badezimmer. Die Gegend ist sehr ruhig und man ist jedoch schnell im Stadtzentrum. Wir wollen die nächsten paar Tage hier in vollen Zügen geniessen und weil wir nur 3 Tage hier sind auch möglichst viel sehen. Am Abend gingen wir noch aus essen und haben in einem französisch angehauchten Restaurant sehr lecker gegessen. So lecker, dass wieder einmal das Foto zu kurz kam. Janu das nächste Mal dann vielleicht.
Heute verlassen wir Tel Aviv und fahren mit dem Bus nach Jerusalem. Der Busbahnhof in Tel Aviv war vor ein paar Jahren der grösste Busbahnhof der Welt. Er war sehr beeindrucken aber wir haben unser Bus so schnell gefunden, dass wir nicht ansatzweise den kompletten Bahnhof gesehen haben. Das Wetter hier in Tel Aviv wird immer wärmer und ich glaube wir müssen uns in Jerusalem etwas wärmer anziehen. Aber wir sind ja gut ausgerüstet und wärmer als in Zürich ist es alle Mal. Wir freuen uns aber auch wenn wir wieder nach Tel Aviv zurückkommen und noch einmal den Strand geniessen können.
Heute ist aber noch etwas ganz spezielles passiert. Die Patriots haben ihren sechsten Super Bowl gewonnen!!! Go Pats!! Und der MVP (Most Valued Player) des Abends ist ganz klar die Dame unten auf dem Foto. Man stelle sich vor man schaut ein Spiel in einer Bar, dass man nicht versteht und in welchem es nur 13 Punkte insgesamt gab (für ein NFL spiel eher unspektakulär), von lauter Kerlen umgeben die ab und zu herumbrüllen und man keine Ahnung hat wieso. Und dann hält man bis 05:00 Uhr durch und fragt sein Gegenüber (mich) in den Pausen nach den Regeln um sein Interesse durchblicken zu lassen. Wir sassen mit vier Israelis am Tisch und sie waren sichtlich beeindruckt. Am Ende des dritten Viertel beugt sich einer der Einheimischen zu mir herüber und sagt mir Folgendes: „Make sure you treat her right, you won‘t find another one like her!“ Und zum Teufel er hat recht!!! Mein persönlicher MVP.

3 February 2019

Ich möchte noch kurz die Gelegenheit nutzen um ein Spiel zu erklären, welches Hannah und ich die letzten paar Tage hier in Tel Aviv gespielt haben. In Tel Aviv hat es Unmengen an streunenden Katzen. Und wir haben uns ein Spiel daraus gemacht welches uns immer schön auf Trab hielt. Und es war relativ schnell nicht mehr gemütlich Händchen halten und durch die Straßen schlendern sondern purer Wettkampf. Das Spiel selber ist recht simpel. Jedes mal wenn man eine Katze sieht, ruft man „Chatz“ und derjenige/diejenige, die die Katze zuerst gesehen hat, bekommt einen Punkt. Wir mussten dann noch die Extraregel von „Timeouts“ einführen, weil es einfach zu hektisch wurde. Zusammen haben wir ca. über 100 Katzen gesehen.
Heute kann man sagen, war unser Erholtag. Geschlafen bis 11 Uhr, dann noch ca. 2 Stunden im Bett verbracht. Anschließend „Frühstück“ und dann Netflix. Darauf folgte nochmals ein gutes 5 Stunden „Nickerchen“ wie es Hannah nennt. Wir haben uns kurz aus der Wohnung getraut um Lebensmittel zu kaufen. Es sei jedoch gesagt, dass der Muskelkater heute die ganze Aktivität für uns übernommen hat. Wir konnten uns kaum bewegen. Das ist die offizielle Ausrede.
Jeder der schon mal surfen war, der weiss wie ungläubig dass es sich anhört, wenn man sagt, dass man beim aller ersten Mal auf dem Brett gestanden ist... Und jeder der mal surfen war weiss auch, wie man sich nach zwei Stunden im Wasser fühlt. Wir waren am Ende. Wir waren so vorausschauend und haben uns am Morgen noch Sandwiches (Pitas) gemacht die wir dann gleich danach essen konnten. Danach jedoch, waren wir zu nicht viel mehr im Stande als erst einmal am Strand zu liegen und ein kleines Schläfchen zu machen. Irgend wann konnten wir uns dann doch zu einem Kartenspiel durchringen. Wir leisten uns eine ewige Partie von „Durag“ und es ist meisst sehr knapp.
Wir gingen also Surfen. Für Hannah war das ihre erste Surflektion überhaupt. Ich hatte meine bescheidene Erfahrung aus Australien und konnte nicht mehr behaupten, dass ich ein blutiger Anfänger bin, auch wenn ich mich so fühlte. Unsere Surflehrerin war frisch und munter drauf und hat mit uns erst mal aufgewärmt. Ich habe mich für einen kurzen moment zurück ins Militär versetzt gefühlt als sie einfach nur „come“ sagte und in voller Wetsuit-Montur losrannte und wir hinter her. Sie hat das Aufwärmen sehr ernst genommen und danach die Trockenübungen auch. Und wenn man mich ein wenig kennt, dann weiss man, dass ich der Typ Mensch bin, der lieber praktisch ausprobiert als ewig lang Trockenübungen zu machen. Aber sie wusste was sie tat, denn zumindest bei Hannah zeigte es Wirkung. Denn als wir dann ins Wasser gingen und unsere Instruktorin Hannah auf die erste Welle vorbereitete, stand sie. Beim ersten Mal. Sie stand. Ich konnte meinen Augen nicht glauben. Nochmals: Beim ERSTEN Mal!!

2 February 2019

Die Sonnenuntergänge in Tel Aviv haben auch ein eigenes Foto verdient. Am Abend noch romantisch dem Strand entlang laufen und die letzten Sonnenstrahlen geniessen muss man schliesslich auch noch gemacht haben. Am Abend dann haben wir noch einen leckeren Veganen Burger in einer Bar mit zwei Barkeeper, die zusammen als Comedians hätten auftreten könnten. Am Abend haben wir uns noch einer Pub-Tour angeschlossen und eine sehr tolle Rooftop-Bar gefunden. Wer also einen Clubtip braucht, soll sich melden.
Wir entwickeln uns weiter, wir haben gestern einen Supermarkt gefunden, in dem wir alles finden und einigermaßen bezahlen können und haben unsere „Pitas“ nicht nur mit Humus gegessen sondern fügten auch noch etwas Grünzeugs dazu (meine Mutter wäre stolz auch ... Hannah, sie wüsste, dass das Grünzeugs nicht meine Idee war). War aber dennoch sehr lecker. Wir brauchten aber auch die Energie, denn Heute hatten wir einiges vor. Wir haben um 12:00 Uhr zwei Stunden Surflektion. Aber mehr dazu später...

1 February 2019

Heute waren wir das erste mal so richtig am Strand. Es ist erstaunlich wie viele Sportangebote Tel Aviv an der Promenade anbietet. Alle paar hundert Meter hat es ein Beach-Gym mit Stangen und Körpergewicht-Trainingseinheiten, überall kommen einem Leute joggend oder auf dem Fahrrad entgegen, wir haben Leute gesehen die zur lauten Musik getanzt haben und sogar ein „Schlangenmensch“ der Übungen gemacht hat, für die ich mindestens acht Rippen zu viel hätte. Es gab für jeden was, für Hannah gab es all die Surferboys und für mich die vielen Damen auf dem Volleyballfeld. Danach machten wir noch einen Abstecher in den Hafen und bewunderten die vielen Segelboote von reicheren und wahrscheinlich besser aussehenden Leuten (unser Ego war nach dem Strandbesuch etwas angeknackst). Es sei noch erwähnt, dass Hannah einen „dezenten“ Crush auf Aquaman (Jason Mamoa) hat und ich liess mir nicht entgehen zu sagen, dass ich auch Aquaman sein könnte und die Gischt im Hintergrund mein Verdienst wäre.
1. Februar 2019 Wir hatten dann doch noch unser lokales und eher bezahlbares Essen. Etwas der wenigen Dinge, die billiger sind in Tel Aviv als in Zürich: Humus Und wir nutzen dies stark zu unserem Vorteil aus.

31 January 2019

Hannah kam so langsam aber sicher in Partylaune und dachte es sei eine gute Idee Tequila-shots zu bestellen. (Wenn man ja schon in einem mexikanischen Restaurant ist...) Und sie schien nach dem Motto zu leben, dass auf einer Tafel an der Wand hing: 1 Tequila-Shot —> I‘m happy 2 Tequila-Shots —> I‘m rich 3 Tequila-Shots —> I‘m handsome 4 Tequila-Shots —> i‘m invincible Ich glaube ihr Plan war es, mich abzufüllen. Sie schien zu vergessen, dass sie knapp 30 Kilo leichter ist und asiatischer Abstammung. Naja für mich hat es funktioniert. Als wir die Rechnung bekamen waren all die Tequila-Shots nicht drauf. Als aufrichtige Bürger die wir ja sind, sprachen wir den Barkeeper darauf an. Und die Gastfreundschaft, die wir schon bei der Bäckerei mit dem Kaffee erlebt haben erstaunte uns aufs neue. Wir waren überwältigt und wollten uns in dem eben gelernten Wort „Danke“ auf hebräisch bedanken. Tja die Shots zeigten ihre Wirkung. Wir wollten es googeln: hat nicht wirklich was gebracht...
Wir gingen auch in den Supermarkt und kauften uns alles was wir brauchten, auf dem Nachhauseweg jedoch liefen wir an einer mexikanischen Bar/Restaurant vorbei. Naja und zu unserer Verteidigung, es hat sehr gut gerochen und die Atmosphäre sah etwas spannender aus als unsere vier Wände zu Hause. Wir gingen also von unserem Vorhaben, die einheimische Küche zu geniessen und dabei möglichst viel Geld sparen zu mexikanisch essen in einem Restaurant, dass zudem noch in einer wohlhabenderen Gegen liegt. Wir kamen, wie ich es nenne, in die sogenannte „Fuck-it mentality“. Immer wenn man vor einer (meist finanziellen) Entscheidung steht, kommt irgendwann der Punkt wo man sagt: „Fuck-it, mir gönned eus ja susch nüt...“ Wir landeten also in dem mexikanischen Restaurant und ich kann sagen, das Essen war herrlich, aber auch schweineteuer. Der Barkeeper war sehr freundlich und hat uns sogar einige Wörter hebräisch gelernt. Unter anderem Danke, Bitte und auf Wiedersehen.
Wenn wir in den letzten 1.5 Tagen etwas herausgefunden haben, dann ist es, dass Tel Aviv nicht billig ist. Jeder der denkt er könne hier mit seinem starken Schweizer Franken her kommen und ein wenig auf den Putz hauen, der täuscht sich. Die Preise hier sind ziemlich ähnlich wie in Zürich. Außer der Kaffee. Anstelle 6 Franken für einen Kaffee zu zahlen bekommt man hier einen aufs Haus offeriert während man darauf wartet, dass sein Frühstück vorbereitet wird. Ich wollte ja ein schönes Foto von unserem Frühstück machen, der Hunger und die Lust waren jedoch grösser als meine Hingabe für diesen Blog deshalb nur ein halbes Frühstück. Eier, Zwiebeln und Pilze in einer Art Kuchen. Mhhhh... Ich schweife ab: Auf jeden Fall dachten wir uns heute Abend, dass wir etwas sparsamer umgehen wollen und wollten in einen lokalen Supermarkt gehen, um Taschenbrot, Humus und noch etwas Grünzeugs zu kaufen, damit wir diese Zuhause in unseren kleinen Elektroofen zubereiten können.
Heute waren wir am „Carmel-Markt“. Er lässt sich so ziemlich gut vergleichen mit jedem anderen Markt in der Welt. Es hat viel „Rimschramsch“, Früchte und Gemüse, viele Kleider, unter anderem viele Kleidung mit der Aufschrift: Israel Military Forces und wie auf jedem Markt wird viel gefeilscht, rumgeschrieen und Musik aus billigen Lautsprechern gespielt. Noch zum Feilschen. Ich muss noch erwähnen, dass viele zwar feilschen, jedoch nicht die höflichen Schweizer. Hannah hat sich unter anderem einen Fruchtsaft für 10 INS andrehen lassen, der bei jedem anderen Stand mit 5 INS angeschrieben wurde. (10 INS sind umgerechnet ca. 3.50 Fr.) Die Erfahrung war aber toll. Die Füße tuen weh und ich liege gerade im Bett und zwinge mich dies zu schreiben bevor ich ein „verdientes“ Nachmittagsschläfchen mache.
1. Nacht hier in Tel Aviv. Wir haben hervorragen geschlafen. Mit unserer selbstgebauten Alarmanlage fühlten wir uns halbwegs sicher (man konnte die Türe aufdrücken hätte man gewollt, auch wenn sie doppelt abgeschlossen war). Für alle die mal in dieser Situation sind, eignet sich ein Teller der an einen Besen angetaped ist hervorragen. Heute morgen weckten uns die Sonnenstrahlen früher als gewohnt jedoch hatten wir etwas Mühe aus den Federn zu kommen. Heutige Wetterlage: 20 Grad, Sonnig mit leichtem Wind.

30 January 2019

Ja gut. Erst mal bei unserer Strasse angekommen mussten wir zu Hausnummer 14 (immerhin benutzen wir das gleiche Zahlensystem). Das erste Gebäude der Strasse war die Nummer 14 und wir waren begeistert. Es schien neu renoviert zu sein war frisch gestrichen und sah viel besser aus als auf den Fotos. Naja wie es sich dann herausstellte, gibt es zwei Gebäude in dieser Strasse mit der Nummer 14. Und es lag bloss ein Haus dazwischen. Als wir das richtige gefunden haben, gingen wir in die zweite Etage hoch (es war stockdunkel und mir kamen schon wieder Gedanken) und fanden unser neues Zuhause für die nächsten 5 Tage. Ein Einfaches Zimmer mit integrierter Küche, jedoch ohne Herd, dafür einem Kühlschrank und einem Elektroofen. An das Zimmer grenzt ein einfaches Badezimmer und es hätte sogar noch platz für 2-4 weitere Personen, die über uns in einer Art niedrigen Lofts schlafen könnten. Das Zimmer ist sauber jedoch renovierungsbedürftig. Für uns reicht es jedoch alle Mal.
Wir fahren also mit dem #304 durch die Stadt und erst da wird einem wieder mal bewusst, wie kontrolliert und gesittet wir Schweizer auf den Strassen sind. Und die gelegentlichen „Huper“ die wir von einem geliehenen AMG am Bellevue hören zur Ausnahme gehören. Hier hingegen könnte man meinen die Schweizer hätten es in das Viertelfinale an der WM geschafft und jeder will seinen Patriotismus für eine Sekunde mit einem „Huper“ ausleben. 30 Minuten später kommen wir also an unserer Zielhaltestelle an (wir waren die letzten 4 Stopps alleine im Bus, was einen auch nicht gerade beruhigt). Wir steigen also aus und laufen in die Richtung unseres AirBNB (Hannah war zum Glück so vorausschauend und hat sich eine Offline-Map heruntergeladen und den Standort markiert - ich alleine wäre verloren gewesen). Wir laufen schon gut zehn Minuten als wir an einer Busstation 200 Meter neben unserer Zieldestination einen Bus sehen, ... mit der Nummer #204. Man hätte unsere Gesichter sehen sollen.
Gelandet in Tel Aviv... Man stelle sich vor, man landet in einem Land, dessen Sprache man nicht versteht und nicht einmal das Alphabet kennt. Wenn einer einem auf Englisch den Weg mit Strassennamen und Busstationen erklärt, ist das ja schön und gut, die Ortschaft zu finden ist aber nicht so einfach denn das sieht etwa so aus: חידגכמךד ךדגשטכםשימקר (ich habe keine Ahnung was das heisst, wahrscheinlich gar nichts...) Und erst in diesem Moment wird einem bewusst wie viel wir „unbewusst“ lesen und wie sehr wir davon abhängig sind. Aber gut, ich habe ja eine kluge Freundin, die sich gut vorbereitet hat und etwas im Köpfchen hat. Sie wusste wir mussten auf den Bus #304 und die Busstation haben wir auch relativ schnell gefunden. Da angekommen haben wir knapp 40 Minuten auf den #304 gewartet und wie um uns noch etwas zu provozieren fuhr sage und schreibe acht mal ein Bus mit der Nummer #204 vorbei. (Und ja ich habe gezählt!)
Als ich nun „ganz beiläufig“ Hannah darauf angesprochen habe und fragte, wo die beiden wohl hin sind,... nun ja, Hannah hat mich natürlich mit meinen Gedanken ertappt und mich leicht scheltend darauf hingewiesen, dass sie sich auf die leeren Plätze zwei Reihen weiter zu ihrer Familie gesessen haben. „shame on me“
Nun haben wir uns doch vor lauter Aufregung tatsächlich auch noch in die falsche Reihe gesetzt. Und wir wechselten von zwei charmanten Damen links und rechts von uns zu zwei bärtigen und nicht gerade schmal gebauten Herren, die schon halbwegs am schlafen waren. Als wir es uns nun zwischen den zwei gemütlich machen verlässt der Herr zu unserer Rechten uns und kurz vor dem Abflug stand auch der zweite auf Hannahs Seite auf und verliess seinen Platz. Nun kommen einem so Gedanken wenn man nach Israel fliegt und zwei Passagiere mit ihrem Äusseren ihren Platz last minute verlassen. Und diese Gedanken versucht man natürlich zu unterdrücken und seinen Vorurteilen keinen Spielraum zu lassen. Wären es die zwei vorherig erwähnten Damen gewesen, die ihre Plätze verlassen haben, so würde man sich fragen, ob man heute morgen das Deo vergessen hat und man kann nicht mal was daran ändern, da einem ja eben solches Deo bei der Kontrolle abgenommen wurde.
Endlich am Flughafen nachdem wir 6 Uhr früh aufgestanden sind. (Für uns beide ungewohnt) Alles hat geklappt, nur dass mir meine neue Zahnpasta, mein neues Haarwachs und mein kaum gebrauchtes Deo bei der Kontrolle weggenommen wurde. (Es waren alle 125ml). Und ich hab mich etwas zum Affen gemacht, da ich bei Hannah 10 Minuten vorher mich noch damit gebrüstet habe, ein erfahrener Reisender zu sein. Sie und die nette Kontrolle haben mich eines besseren belehrt.