Germany, Portugal, Spain · 30 Days · 16 Moments · June 2017

Camino Portugues 12.07. - 27.07.2017


23 July 2017

Geschafft!!! Nach 250 km sind wir gegen 10 Uhr in Santiago de Compostela angekommen. Nach dem wir einige Zeit auf der Praza de Obradoiro verbracht hatten gingen wir zunächst zu unserer Pilgerunterkunft im ehemaligen Kloster San Martin Pinario. Das Zimmer war schon frei und so konnten wir unsere Rucksäcke schon auf das Zimmer bringen. Anschließend liessen wir uns im Pilgerbüro unsere Compostelas ausstellen. Nach einem Kaffee und Tortilla in der Bar Botafumeiro besuchten wir die Pilgermesse um 12 Uhr. Danach lagen wir bei einer Flasche Wein und ner Packung Marlboro auf der Praza de Obradoiro und haben die ankommenden Pilger beobachtet und das Nichtstun genossen. Nun werden wir das Nachtleben in Santiago geniessen.

22 July 2017

Es hatte über Nacht geregnet und so begrüsste uns der Tag mit milden Temperaturen und sehr klarer Luft in den schönen galizischen Eukalyptuswâldern. Wir sind früh aufgebrochen um die Stille der Wälder zu geniessen bevor die Tagespilger in Scharen über den Weg strömen und leider auch überall ihren Müll hinterlassen. So sind wir heute gegen 13 Uhr nach 25 km in Teo angekommen und übernachten in einer kleinen Pilgerherberge. Der Gedanke lag sehr nahe, einfach bis Santiago durchzulaufen, dann wären es 38 km gewesen. Entsprechend erschöpft wären wir dann auch gewesen so dass vom Abend nicht mehr viel übrig wäre. So werden wir die letzten 13 km morgen entspannt laufen und ca. gegen 10 Uhr Santiago erreichen. Nach dem Empfang der Compostela können wir dann die Pilgermesse um 12 Uhr besuchen.

21 July 2017

Bei ziemlich frischen 8°C sind wir heute gegen 6 Uhr in Pontevedra gestartet. Als Ziel war heute das 30 km entfernte O Pino geplant. Nach 26 km erreichten wir allerdings die sehr günstige und sehr gepflegte Pension Sevi in O Cruzeiro, einem Ortsteil von Carracedo und beschlossen dort zu übernachten. So waren wir kurz von 13 Uhr am Ziel und die Wäsche hat ausreichend Zeit zum trocknen. (eine der wenigen Pilgersorgen) Der Weg war sehr abwechslungsreich und führte überwiegend durch Wälder, Weinlauben und Maisfelder aber auch stellenweise auf einer stark befahrenen Nationalstrasse entlang. Sehenswert war das verträumte Städchen Caldas de Reis mit einer malerischen Römerbrücke. Wir befinden uns nun 37 km vor Santiago. Der Körper und die Füsse haben sich längst an das Pilgerleben gewöhnt. Kilometer um Kilometer geht es voran, es könnte noch wochenlang so weitergehen.

20 July 2017

Nach einer recht erholsamen Nacht trotz Herbergstrubel sind wir gegen 7 Uhr in der Morgendämmerung aufgebrochen. Die 7. Etappe führte uns heute 28 km weit von Mos nach Pontevedra. Dabei mussten wir drei recht steile Aufstiege auf jeweils etwa 120 m bewältigen und auch die entsprechenden Abstiege. Dafür wurden wir mit schönen Ausblicken und wunderschönen Höhenwegen durch die Wälder belohnt. So wir die Kilometer nach Santiogo abnehmen steigt umgekehrt proportional die Anzahl der Pilger und auch der fliegenden Händler am Camino, die Getränke, Obst, Schmuck und kleine Snacks anbieten.Nicht alle reagieren freundlich wenn man einfach so vorbei läuft. Aber alle 10 Minuten eine Cola, einen Kaffee oder eine Jakobsmuschel kaufen geht nun wirklich nicht. Ein junges Mädchen allerdings hatte Jakobsmuscheln handbemalt und auch einen sehr kreativen Stempel für den Pilgerpass. Da sie auch sehr nett und unaufdringlich war, habe ich ihr gern eine Muschel abgekauft.

19 July 2017

Spanien empfing uns heute Morgen im Regen. Die 6. Etappe führte uns von Valença über 26 km in das winzig kleine Örtchen Mos. Vorher mussten wir aber die etwas grössere Stadt O Purriño durchqueren. Endlos zog sich der Weg schnurgerade durch ein 4 km grosses Gewerbegebiet im Dauerregen und vorbei rauschenden Lkw's. Das Stadtzentrum war schnell hinter uns und wir erreichten das kleine Dörfchen Mos in dem es zwei Herbergen mit je 16 Betten, vier Cafes, zwei Restaurants, ein Pilgergeschäft, eine Kirche und ein Museum gibt. Nach dem wir angekommen waren klarte der Himmel etwas auf. So kann die Wäsche noch gut trocknen.

18 July 2017

Keine Ahnung was einen antreibt im Urlaub um 5 Uhr mit einer Taschenlampe einen Rucksack durch Portugals Wälder zu schleppen. Aber die heutige Etappe hatte es in sich. Sie war nicht nur mit 33 km ziemlich lang sondern es waren auch recht steile und steinige Aufstiege auf 400 Höhenmeter und wieder hinab zu bewältigen. Nach einigen Pausen und der Begegnung mit einer Amerikanerin die um 9 Uhr schon das zweite Bier zum Frühstück trank, kamen wir ziemlich erschöpft um 14.30 Uhr in Valença an. Die Stadt liegt unmittelbar an der Grenze zu Spanien. Von der Innenstadt die komplett von einer mittelalterlichen Festung umgeben ist kann man schon nach Spanien schauen.

17 July 2017

Heute standen nur knapp 25 km auf dem Plan, die wir Dank des kühleren Wetters und der schönen abwechslungsreichen Wege spielend leicht zurücklegen konnten. Wir wären gern noch weiter gelaufen, aber die nächste Herberge ist noch 18 km entfernt. So waren wir gegen Mittag am Ziel und haben ausgiebig Zeit und Elan die Stadt zu erkunden. Unterwegs treffen wir mittlerweile immer die gleichen Leute, darunter die Mädchen aus Polen und 3 ältere Italienerinnen Es gibt jedesmal ein grosses Hallo wenn man sich unterwegs in den Bars oder Cafes trifft. Unterwegs lernten wir eine deutsche Frau kennen, die mit ihrem Mann, dessen Bruder und ihrem ca. 3 bis 4 Jahre alten Mädchen unterwegs ist. Für das Kind haben sie einen Wagen dabei.

16 July 2017

Willkommen im Land der Frühaufsteher. Die polnischen Mädels hatten sich zu 4:45 Uhr den Wecker gestellt und in Windeseile das Zimmer sehr leise verlassen. An Schlaf war trotzdem nicht mehr zu denken so dass wir um 5:45 zu unserer 3. Etappe über 26 km von Rates nach Portela de Tamel aufbrachen. Meistens über Strassen nur gelegentllich von Schotterpisten und Wäldern unterbrochen ging es zügig voran. Gestern abend trafen wir mehrere Deutsche in der Herberge, unter anderen jemanden der in Pasewalk geboren wurde, Sohn eines alten Lokführers ist, den ich kannte und wir dadurch sogar gemeinsame Bekannte hatten. Wie klein die Welt doch ist. Heute übernachten wir in der öffentlichen Herberge, die für 5 Euro pro Person sogar klimatisierte Zimmer mit 10 Betten und WLAN bietet. Es ist sehr sauber und gepflegt hier.

15 July 2017

Die zweite Etappe führte uns heute 23,2 km weit von Lavra nach Rates. Nach 10 km auf den bekannten Holzbohlenpfaden verliessen wir dann in Vila do Conde den Küstenweg um zum traditionellen Weg im Landesinneren zu gelangen. Wir liefen zum.grössten Teil auf recht stark befahrenen engen Strassen ohme Randweg, die die volle Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen. Wir übernachten heute in der öffentlichen Herberge in Rates und teilen uns das 11 Bett Zimmer mit 7 polnischen jungen Mädchen denen wir schon auf dem Weg begegnet sind. Es hätte schlimmer kommen können.

14 July 2017

Pünklich um 8 Uhr sind wir heute zur ersten Etappe von Porto nach Lavra / Angeiras gestartet. Vor uns lagen 22 km die uns zunächst aus Porto heraus bis Matosinhos auf gepflasterten Wegen führte. Danach liefen wir die restlichen 12 km des Weges auf endlosen Holzbohlenwegen immer an der Strandlinie entlang, nur unterbrochen von Parkplätzen und Bars. Zunächst gab der Nebel den Blick auf den Atlantik nicht frei, erst am Mittag klarte es auf. Gegen 13.30 Uhr erreichten wir dann den Campingplatz Orbigo Angeiras wo wir nun in einem kleinen Bungalow, die der Campingplatz für Pilger für 13 Euro zur Verfügung stellt, unser Nachtlager gefunden haben. Zum Abend gab es ein Francesinha, ein portugiesisches Sandwich mit Schinken, Wurst und Beef in einer scharfen Tomaten, Bier, Senf Sosse.

13 July 2017

Heute haben wir Porto erkundet. Unser Weg führte uns zunächst in die Kathedrale wo wir unsere Pilgerausweise in Empfang nahmen. Anschließend genossen wir einen atemberaubenden Ausblick über die historische Altstadt von der Brücke "Ponte Luiz I". Natürlich durften eine Fahrt mit der historischen Strassenbahn sowie mit einer Standseilbahn nicht fehlen. Zur Fahrt mit einer frei schwebenden Seilbahn die die Oberstadt mit der Unterstadt verbindet bin ich weit über meinen Schatten gesprungen. Die Aussicht war wirklich herrlich aber ich war nur damit beschäftigt mich festzuhalten und bewegungslos dazusitzen damit es ja nicht schaukelt. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des "Torre dos Clerigos", eines 87 m hohen Glockenturmes der einen weiten Aublick über den Grossraum Porto bietet. Die Temperatur liegt bei ca. 28 Grad und es ist keine Wolke am Himmel.
Nun beginnt also heute unser Jakobsweg. Er beginnt zu Hause, direkt vor der Haustür um 10 Uhr und führt uns nach Santiago de Compostela. Dies alles zu Fuss zu schaffen erscheint zeitlich unmöglich. Deshalb legen wir die ersten 220 km mit dem Auto, weitere 15 km mit der S-Bahn und 2100 km mit dem Flugzeug zurück. Im komplett verregneten Berlin habe ich noch in Sabrinas Wohnung Bohrlöcher verspachtelt und mich mit dem Hausmeister getroffen um die Modalitäten der Wohnungsübergabe abzusprechen. Nun sind wir am Flughafen Berlin Schönefeld und warten dass es endlich losgeht. ... Der Flug war ruhig, ausser dass er einer Verkaufsveranstaltung glich, 3 Stunden Parfum, Kameras, Lose und und und. Der Taxifahrer hatte uns vor dem falschen Hotel abgesetzt, aber das richtige Hotel war nur 300m weiter. Es war auch zu später Stunde noch jemand da der uns empfangen hat. Nun sind wir also in Porto. Mal sehen was die Stadt uns morgen bzw heute so bietet.

10 July 2017

Es ist völlig übertrieben und unnötiger Kitsch... aber irgendwie doch schön😁

9 July 2017

Nachdem ich am Freitag meinen letzten Arbeitstag hatte, wir dann auch noch Sabrinas Umzug gemeistert haben können wir nun der Freude auf unseren Camino freien Lauf lassen. Die Rucksäcke sind nun endgültig fertig gepackt. Jedes Teil wurde nochmal in Frage gestellt, braucht man es wirklich oder nicht? Ich habe kurzentschlossen noch einen Transfer-Service vom Flughafen Porto zum Hotel gebucht. So werden wir direkt vom Fahrer am Gate abgeholt und sind nach der Ankunft um 23.45 Uhr recht zügig im Hotel.

25 June 2017

Der Rucksack ist schon mal gepackt, ich komme auf 8 kg. Packliste: 2 x lange Wanderhosen (Zipp) 2 x T-Shirt kurz 2 x Unterhose 1 x Wanderhemd kurz 1 x Fleecepullover lang 1 x Regen / Windjacke 1 x Regenponcho 1 x Wandersocken doppellagig 1 x Freizeitsocken dünn 1 x Schlafsack 1 x Treckingsandalen 1 x Treckingschuhe halb 1 x Hut 1 x Buff 1 x Wasch- und Pflegeutensilien ( Duschgel, Rasierzeug, Hirschtalgcreme, Zahnputzzeug, Sonnencreme, Deo, Nagelknipser, Tageslinsen) 1 x Rucksack 1 x Packsack 1 x Gürteltasche 1 x Brustbeutel 1 x Reiseführer 1 x Jakobsmuschel Blasenpflaster, Pflaster, Bandagerolle, Schmerzmittel, Kabelbinder, Schnur, Karabinerhaken, Schere, Wäscheklammern, Sicherheitsnadeln, Handy, Kamera, Ladekabel Ausweis, EC Karte, Kreditkarte, Krankenkassenkarte, Bargeld, Flugtickets

23 June 2017

Langsam steigt die Vorfreude. In weniger als 3 Wochen pilgern wir portugiesischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Uta will ihre ersten Pilgererfahrungen sammeln und läuft dieses Mal mit. Die Reiseführer liegen bereit, ich muss mich nur noch für einen entscheiden. Die Ausrüstung ist soweit vollständig, die Flüge gebucht und eingecheckt. In den nächsten Tagen stehen dann das Probepacken und das Wiegen der Rucksäcke an. Am 12.07.2017 geht's dann um 21.15 Uhr von Berlin Schönefeld nach Porto. Am 13.07.2017 bleiben wir noch in Porto um die Stadt zu besichtigen und unsere Pilgerpässe ausstellen zu lassen. Die erste Etappe steht dann am 14.07.2017 auf dem Plan.