Germany · 13 Days · 22 Moments · September 2017

Hagen's Reise nach Aßmanshausen am Rhein


29 September 2017

Für unseren letzten Ausflug wählen wir uns Rüdesheim aus, wir wollen den Wochenmarkt besuchen. Leider findet der nicht statt, also gibt's auch keine Weinreben für zu Hause. Schade. Wir entscheiden uns, zum Kloster Eberbach zu fahren. Im Getränke laden unseres Vertrauens geben wir eben das Leergut ab und holen noch zwei Flaschen "Roten vom Höllenberg", für Angela. Das Kloster Eberbach umrunden wir auf dem Kloster Pfad, ein sehr schöner Wald umgibt es. wir kommen noch an einer Lama-Farm vorbei. Mit denen kann man begleitete Touren durch die Weinberge machen. Dann schauen wir uns das Kloster von außen an. Es findet wohl demnächst eine Veranstaltung statt, Beleuchtet sind bei der Arbeit. Schnell schlüpfen wir mal durch eine offene Tür in die Basilica, nur der Eindruck ist schon überwältigend. Dann geht es zurück, vorbei an der European Shool for Busyness, viele junge Anzugträger sind unterwegs, da ist wohl auch was los. Abends essen wir im "Zwei Mohren", wieder sehr lecker! Ende der Reise

28 September 2017

Gestern war es nicht so schön, somit haben wir keine Schiffahrt auf dem Rhein gemacht. Nachmittags sind wir in den Ort gegangen und haben uns auf eine Bank am Rhein gesetzt,danach habe ich mir das "Alte Haus von Angela" noch mal angeguckt. Nun neigen sich die Tage dem Ende entgegen. Wir wollten in der Vinothek vom Gasthaus Berg noch Weingläser kaufen, die war aber zu. So sind wir direkt in das Wirtshaus gegangen, dort haben wir die Gläser mit dem gravieren Aßmannshäuser Teufelchen bekommen. Den passenden Wein dafür besorgen wir auch noch. Beim Schlachter kaufen wir noch zwei Bratwürste und die superleckere Krakauer. Dann geht es noch mal zum Winzer, wo wir einen zweiten lustigen Feierabend verbringen. Fast hätten wir uns noch zur Weinlese verdingt, aber morgen ist unser letzter Tag.
Wir gehen zum Hobby-Winzer Hans König, hier in Aßmannshausen, hier in Aßmannshausen. Auf dem Hinweg sind wir einem Radfahrer begegnet, der gerade eine Tour startet, gleich gegenüber arbeitet jemand an den Bremsen seines Autos, auf dem T-Shirt steht was von Racing-Team! Ein paar Meter weiter werden wir schon erwartet. Ich habe ein St. Pauli Shirt an, der Winzer outet sich als HSVer. Das mag ja lustig werden! Durch eine Garage, hier steht die handbediente Weinpresse, geht es in's urige Verkostungseck. Zwei Mann, wohl Helfer und Freunde sitzen schon da und empfangen uns mit großem Hallo. Sofort wird ein Weißer eingeschenkt. Der Winzer geht zwischendurch immer mal wieder zur Weinpresse. Wir sprechen über Fußball, Flugzeuge und Nachbarn, die auch dort sitzen würden, aber heute an Autos Schrauben oder Rad fahren... der Radfahrer steht wenig später auf der Matte, urig. Als eine Salami mit dem türkischen Wort Eschek benannt wird, sage ich zum großen Erstaunen gleich Esel. Sehr sehr lustig.
Heute geht es nach Kiedrich. Auf dem Weg halten wir am Jagdflieger-Denkmal an. Das wollte ich unbedingt sehen. In Kiedrich entdecken wir sofort einige Straußwirtschaften, die öffnen aber erst ab 17 Uhr, und einige Weinverkaufsstellen, die schon auf haben. Da unsere Vermieterin uns eine private Weinverkostung bei einem Hobby-Winzer vermittelthat, heute um 17 Uhr, nehmen wir diese Angebote nicht wahr, obwohl wir so lange danach gesucht haben. Die Straußwirtschaften öffnen wohl so spät, weil vorher Alle in den Weinbergen beschäftigt sind? Der Ort wirkt fast verlassen. Die kleine Kirche wird gerade neu eingedeckt, mit Schiefer, direkt daneben, die große, wurde 2010 von dem (auf Kosten Anderer auf großem Fuß lebenden) Limburger Bischof Tebartz-van Elst auf Papst Benedikts Dekret zur Basilica Minor erhoben. Wir spazieren noch durch diesen sehr schönen Ort und fahren weiter, zum Kloster Eberbach. Dieses schauen wir uns nur von draußen an, die Zeit wird knapp und kaufen im Kloster Shop ein.

26 September 2017

In Bingen sind wir dann durch die Fußgängerzone spaziert. Sie ist 1974 umgestaltet worden, mit der typischen 70-er Architektur. Die paar schönen alten Gebäude verschwinden geradezu neben den hässlichen Betonklötzen. Ganz anders die Burg Klopp, Sitz der Stadtverwaltung. Wir steigen auf den Turm und haben eine herrlichen Rundumsicht nach Rheinhessen und auf die andere Rheinsteig in das Rheingau. Mit einem Blick erfassen wir die erwandern Wege in den Weinbergen, vom Ortsende Aßmannshausens, über das Niederwald-Denkmal bis zum Kloster St. Hildegardis. Da wird einem die Länge der Wege erst bewußt, die man gewandert ist. Einzig den Höllenberg sieht man nicht, der liegt hinter der Rheinschleife.
Heute waren wir in Bingen, mit der Fähre haben wir von Rüdesheim übergesetzt. Wir haben das Museum am Strom besichtigt. Hier erfährt man viel über das Leben von Hildegard von Bingen. Es gibt noch ein paar Exponate zur Binger Stadtgeschichte. In einer Sonderausstellung über Hugo Gernsbacker kann man sich über sein Leben, die Forschung und die Arbeit informieren. Er war der erste Autor des Science Fiction Romans! Hugo Gernsbacker ist Luxemburger und hat schon als Kind, mittels eines Experimentierkastens, die Elektrizität erforscht. Er hat in Bingen studiert und ist später in die USA ausgewandert. Alles sehr interessant. Am Ende schaue ich mir noch das römische Arztbesteck an. Es ist komplett, was einzigartig ist. Der römische Arzt ist wohl während seines Dienstes in der Legion gestorben, und es gab keinen Erben. Nach seiner Zeit in der Legion hätte das Besteck sein Nachfolger bekommen! So wurde das komplette Besteck zur Grabbeigabe, als Hinweis auf Wirken und Schaffen des Begraben​en.
Während unserer Weinverkostung in der Laube hatten wir dann noch Besuch aus Cochem, von der Mosel. Der Tornado hat alles gegeben... ... das war schon extremer Tiefflug durch das Rheintal, fast auf Augenhöhe mit uns!

25 September 2017

Heute endlich wollen wir das mit den Straußwirtschaften angehen. Winzer mit Probeausschank hängen Blumengebinde o. Ä. An die Tür, um anzuzeigen, daß sie Wein ausscheiden, oftmals mit einer kleinen Mahlzeit. In Aßmannshausen gibt es sogar einen Schriftzug, der darauf hinweist, fest in den Putz gearbeitet. Aber wir wollen das ja während der Wanderung, abseits des Massentourismus. Der Weg soll von Aulhausen, über den Höllenberg zurück gehen. In Aulhausen erhoffen wir eine Straußwirtschaft, alles ist dicht. Auf dem Höllenberg finden wir ein Weingut mit Verkauf, ein Schild weist darauf hin, daß geöffnet ist. Man soll an der Haustür klingeln, keiner macht auf. Frustriert gehen wir weiter. Auf dem Höllenberg gibt es einen Pavillon, der mal als Filmkulisse gebaut wurde. Dort kann man Wein kaufen, dort gehen wir hin. Helen zieht, als Altersnachweis, ihren Personen durch einen Scanner, das Schloß öffnet, und wir können eine Flasche Wein nach Wahl entnehmen. Dazu zwei Gläser, Prösterchen!

24 September 2017

Gegen 12 Uhr machen wir uns zu einer Wanderung auf, die über 7 Stunden dauern wird und mehr als 15 km lang! Wir gehen in die Weinberge in Richtung Niederwald-Denkmal und wandern alle Fernblicke ab. Bei der Germania verweilen wir, dann geht es weiter zur Abtei St. Hildegardis. Hier angekommen bestelle ich mir, im integrative betriebenen Klostercafe, erst mal einen Kloster Teller und einen Pilgerschluck, beides sehr lecker. Der Wein und viele andere Produkte sowie Bücher und religiöse Dinge werden im Kloster Laden verkauft. In der Kirche sind gregoriranische Klänge zu hören, ein Konzert. Alle in Allem herrscht hier ein reges Leben, Helen kommt voll auf ihre Kosten. Ich hätte mich für den Kräuter Garten interessiert, für die Kräuter- und Natürliche Heilungen steht Hildegard von Bingen ja. Der ist aber nicht zugänglich. Ein Kräuterbeet, welcher Art auch immer, vor der Kirche wäre sehr schön gewesen! Darüber hätte ich mich gefreut.

23 September 2017

Heute sind wir nach Hattersheim am Main gefahren, das liegt kurz hinter Wiesbaden, bei Frankfurt. Dort haben wir einen alten Freund aus Achim besucht, den es nach dem Studium hierher geführt hat. Wir hatten sehr schönes Wetter und uns erst mal bei Kaffee und Kuchen einiges zu erzählen. Dann haben wir einen kurzen Spaziergang durch Hattersheim gemacht. Die Stadt erinnert mich ein bisschen an die Randbezirke von Bremen. Abends haben wir dann gegrillt und sind gegen 21:45 zurück gefahren. Es war ein sehr schöner Tag mit Freunden.

22 September 2017

Heute waren wir in Eltville, für Bingen war es wieder zu spät. Wir parken neben dem Kongreßzentrum der Deutschen Bundesbank. Vorbei am Kundenparkplatz vom M&M und der Villa Mumm erreichen wir die Rheinpromenade. Sie ist gesäumt von Platinen, sehr schön. Auch schön ist der Aston Martin DB5 Convertible, ein Rechtslenker, der um die Ecke kommt. So einen als Cabrio sieht man selten, es wurden nur 123 Stück gebaut, davon 19 Linkslenker. Ein sehr schönes Auto. Sean Connery hat so einen schon als James Bond gefahren, allerdings als Coupe! Zuerst besichtigen wir die Kurfürstliche Burg mit Rosengarten, dann schlendern wir durch den Ort. Es gibt eine kleine Fußgängerzone am Rhein, mit kleinen Geschäften. Wir trinken Kaffee und essen Kuchen. Auf der anderen Seite der Durchgangsstraße ist eine etwas größere Geschäftsmeile, hier kaufe ich mir eine Flasche Rheingau Gin, mit Riesling verfeinert. Eltville ist eine sehr schöner Ort, den man unbedingt besuchen sollte, wenn man in der Nähe ist.

21 September 2017

Eigentlich wollen wir nach Lorch, aber laut Reiseführer gibt es dort wenige Sehenswürdigkeiten. Wir wandern wieder durch die Weinberge, Ziel ist das Niederwald-Denkmal. Zur Burgruine Ehrenfels machen wir einen Abstecher, hier photographiert Helen mich, wo ich Ende der 70er schon auf einem Klassenphoto verewigt wurde. Auf gleicher Höhe, auf einer Insel im Rhein, steht der Binger Mäuseturm. Es geht ein Stück zurück, zum eigentlichen Wanderweg, und irgendwann kürzen wir einen Wanderweg über einen steilen Wirtschaftsweg ab. Wir ganz schön aus der Puste. Die Weinlese muß schon eine anstrengende Arbeit sein! Dann geht es durch den Niederwald zur Germania, hier tummeln sich einige Touristen, aber es ist noch sehr übersichtlich, Nebensaison! Wir besichtigen das imposante Denkmal, dann geht es zurück, durch den Wald, an der Eremitage vorbei, die wir links liegen lassen. Vom Aussichtsturm Rossel, tolles Rheinpanorama, geht es durch die dunkle Zauberhöhle, dann via Seilbahn nach Aßmanshausen.

20 September 2017

Abends entscheiden wir uns, Essen zu gehen. Wir schlendern erst mal durch Aßmannshausen, um die ausgehängt Speisekarte zu studieren. Nur in den "Anker" wollen wir nicht, davon würde uns abgeraten. Letztlich landen wir wieder in dem "Zwei Mohren". Die Wirte gehören zu den vier Hotels bzw. Restaurants, die hinter dem Kräuterwind-Weg stehen. Entsprechend sind Kräuter auch Zutaten bei den Speisen. Als Starter gab es Brot mit je einem Schüsselchen Kräuterquark und Griebenschmalz. Helen isst toskanische Hähnchenbrust, ich entscheide mich für den geschmorter Kalbstafelspitz mit Kartoffelrösti. Dazu trinken wir den roten Aßmannshäuser Höllenberg, passt hervorragend dazu. So lecker habe ich lange nicht gegessen, der Küchenchef bekommt beim Verlassen noch ein dickes Lob.
Am 20. September wollen wir nach Bingen, auf die andere Rheinsteig. Weder das Internet, noch die Flyer der Reedereien sagen uns die Abfahrtsyeiten. Die Lösung ist, da- es in Rüdesheim eine Personenfähre gibt. Die verkehrt wohl mehrmals am Tag. Bingen heben wir uns für später auf, wir gehen den Kräuterwind-Weg, der südlich von Aßmannshausen, in Richtung Niederwald, fortgesetzt wird. Auch auf dem zweiten Teil finden wir viele Schilder mit den jeweiligen Erklärungen zu den Kräutern und Pflanzen. Endlich finden wir den Wilden Fenchel, ich nehme erst mal einige Samenkörner mit. Später finden wir auch trockene Blüten bzw. Samen vom Dost oder auch Oregano genannt sowie Samenschoten von der Rauke. Mal schauen, ob die genau so wachsen, wie der italienische Lavendel vom letzten Jahr. Im Jagdschloss esse ich einen Kirschstreuselkuchen, dazu einen Rüdesheimer Kaffee. Lecker. Der Asbach Uralt hat einwandfrei die erste Geige gespielt. ann geht es durch den Wald nach Hause.

19 September 2017

Nach dem Frühstück sind wir auf den Höllenberg gewandert. Hier wächst nicht nur ein hervorragender Rotwein, auch Kräuter gibt es hier. Vier Gastwirt aus Aßmannshausen haben sich zusammengetan und den Wind-Kräuterweg ins Leben gerufen. Der ist etwa 8 km lang. Wir haben die erste Hälfte geschafft. Allerdings sind wir an den Tafeln, die entlang des Weges hängen, auch immer auf die Suche nach den entsprechenden Kräutern gegangen. Das hat seine Zeit gedauert. Meistens haben wir Erfolg gehabt, aber nicht immer. Es gibt auch eine geführte Tour, aber die war Samstag das letzte Mal für dieses Jahr, Schade. Die Wirte servieren, wohl unterwegs, ein kräuterbetontes Vier-Gänge-Menü. In Aßmannshausen zurück, nach fünf Stunden, gab es erst mal einen Tee und eine Blaubeertorte, sehr lecker, im Hotel "Unter den Linden". Heute Abend wird Pizza gebacken, mit dem Dost, auch Wilder Majoran oder Oregano genannt, den wir gepflückt haben.

18 September 2017

Nach einem ausgiebigen Frühstück schreiben wir unseren Einkaufszettel, es ist ja Selbstversorgung angesagt. Einkaufen wollen wir in Rüdesheim, dort gibt es die nächsten Supermärkte. Das verbinden wir mit einer ersten Sightseeing-Tour durch die Stadt. In der Drosselgasse wimmelt es nur so von Nationalitäten, hauptsächlich Asiaten, wohnhaft Chinesen in der Mehrzahl und viele US-Amerikaner. Die Ladenschilder sind oft mehrsprachig ausgeführt. Enno der Deutsche an dem Kitsch gemessen wird, der hier verkauft wird, geben wir ein kläglich Bild ab. Allerdings hat man auch den Eindruck, daß in Deutschland sowieso alles bayerisch ist, oder liegt es daran, daß in München gerade das Oktoberfest stattfindet? Ich glaube nicht! Wir besuchen dann noch das Mittelalterliche Foltermuseum, sehr interessant aber auch langatmig, man muß viel lesen. Nach einem Latte Macchiato geht es zum Einkaufen, und dann nach Hause. Abends gibt's dann Spaghetti Rigate nach Bologneser Art.

17 September 2017

Sonntag, am 17. September 2017, haben wir erst mal gefrühstückt. Unsere Freunde haben Schweizer Spezialitäten mitgebracht. Es gab Brötchenkränze, Bündner Fleisch, Gruyere, Appenzeller, Schweizer Tilsitter und zwei Tafeln Schokolade von Cailler! Alles sehr lecker. Dazu gab's natürlich die "Runde" und die "Stracke" sowie das hessische Landbrot. Wir haben noch viel erzählt und gelacht, bis die Beiden gegen 13 Uhr losgefahren sind. Helen und ich sind dann etwas später runter nach Aßmannshausen gegangen um die Gegend etwas zu erkunden. Auf dem Rückweg haben wir beim Italiener Pizza Brot (sehr gut), Bruscetta und Pasta gegessen. Mein Hefeweizen vonder Aktienbrauerei Kaufbeuren war auch sehr lecker.

16 September 2017

Gegen 15:40 erreichen wir die Waldstrasse 12. Es geht steil den Berg hinauf, nitrilhandschuhe zwei Spitz kehren, in eine Sackgasse. Das Wenden funktioniert nicht, so fahre ich rückwärts zu einer etwas breiterem Straßenabschnitt. Jetzt noch nahe am Bordstein, mit eingeschlagene Lenkung, hangabwärts parken und, wir sind angekommen. Wir freuen uns über die schöne saubere geräumige Wohnung und richten uns erst mal ein. Nun warten wir auf unsere Freunde Marie-Luise und Michael aus Rheine. Die kommen aus ihrem Urlaub zurück. Sie sind mit ihrem Z3 die "Grand Tour des Alpes" gefahren, waren in Ligurien und haben ihre Söhne in der Schweiz besucht. Da gab es natürlich einiges zu erzählen, als sie gegen 17:40 Uhr angekommen sind. Abends gehen wir zum Restaurant "Die zwei Mohren", bei Trip Advisor rangiert es ganz oben, und es ist uns empfohlen worden. Wir haben uns Wildschwein mit Pfifferlingen, Spießbraten bzw. Rumpsteak in Pfefferrahmsauce bestellt. Sehr lecker und ein angemessener Preis.
Wir fahren durch Marburg, die Ortsdurchfahrt ist mittlerweile eine gut ausgebaute Bundesstraße. Dann verfahren wir uns etwas, ich möchte gerne die alte Strasse fahren, früher gab es den Bundesstrassenausbau bis Gießen noch nicht. Die Brücke über die Lahn haben wir gefunden, allerdings haben wir uns so verfrachtet, daß wir zu spät bemerkt haben, endlich doch auf dem richtigen Weg zu sein. Als wir wieder Richtung Bundesstrasse fahren ist mir das aufgefallen. Helen wollte noch umdrehen, aber für die paar Kilometer lohnt sich das nicht. Dann kommen wir in Lollar an, hier war ich in den 90ern das letzte Mal. Ich habe damals mit meinem Vater Möbel aus dem Haus geholt, als er es verkaufen wollte. Die neuen Besitzer haben es sehr schön gestaltet, ich schließe hier mit einem großen Teil meiner Kindheit und Jugend ab. Noch einen Blick bergauf, in Richtung Treppe, die zum Wald führt, hier sind wir gewandert und haben Maikraut gepflückt, schöne Zeiten waren das. Nächstes Ziel: Aßmannshausen!
Jetzt brauchen wir nur noch etwas Brot. Ein paar 100 Meter hinter dem Holden haben wir eine Bäckerei gefunden. Ich höre, wie die Verkäuferin einem Kunden sagt, daß er das Glas von seinem Latte Macchiato stehen lassen solle, dann geht sie in die Bäckerei und... Schließt die Tür vor meiner Nase ab. Auf meinem fragenden Blick reagiert sie nur mit einem Schulterzucken. Das ganze um ca. 12:40 Uhr, an einem Samstag!? Egal, in der nächsten Ortschaft klappt es dann. Nun suchen wir uns einen schönen Rastplatz. Am ersten jagen wir vorbei, der zweite sieht nicht so schön aus. Als wir an der Ausfahrt vorbeifahren sehe ich, daß es der Rastplatz mit der Wurstbude ist, von dem ich Helen noch vor fünf Minuten erzählt habe. Hier haben wir vor fast 50 Jahren das eine oder andere Mal angehalten. Etwas später finden wir einen Parkplatz und machen Pause. Dann geht es weiter Richtung Lollar.
Dann geht es weiter nach Lollar bei Gießen. Dort ist mein Vater aufgewachsen, ich möchte das Haus meiner Oma besuchen. Wir fahren auf die Autobahn Richtung Baunatal. Leider verpasse ich den kupfernen Braukessel der Brauerei, die sich auf der anderen Seite der Autobahn befindet, Kindheitserinnerungen, schade. In Fritzlar verlassen wir die Autobahn und fahren über Land. Wir bekommen Hunger und suchen nach einer Bäckerei und nach einem Schlachter. Wir sausen an einem Hofladen vorbei, Helen bremst und fährt zurück. In dem Holzhaus stehen zwei Automaten mit "Fudderlucke". Es gibt Eier, Marmelade, Honig aber auch hessische Wurstspezialitäten, auf die ich es abgesehen habe. Die "Runde" für 6, 50 € bleibt hängen und klemmt fest im Automaten. Ich überlege, eine Straße für 9, 95 € nachzuholen, Das ist mir dann doch zu heikel. Ich habe dann an der Haustür geklingelt und die Wurst wurde aus der Klemmen befreit. Ich habe eine neue bekommen und auch die "Stracke" gekauft.
Am 16. September 2017 um 8:05 Uhr geht es los, wir starten in den Urlaub nach Aßmannshausen am Rhein. Über die A27 geht es auf die A7 und dann bis Kassel. Hier verlassen wir die Autobahn und fahren erstmal in die Breslauer Strasse 7 in Kassel- Waldau. Hier habe ich Ende der 60-ger Jahre gewohnt und bin hier auch eingeschult worden. Heute würde ich hier nicht mehr wohnen wollen. Ich gehe etwas zwischen den alten Hochhäusern spazieren und erinnere mich an so manche Abenteuer, welche ich beim Spielen erlebt habe. Dann fahren wir noch etwas durch die Gegend, ich suche meine alte Schule. Wir finden einen auch schon etwas in die Tage gekommenen Neubau, der hat die alte Schule sicherlich ersetzt. Ob Da aber am gleichen Ort passiert ist, und die alte Schule abgerissen wurde, habe ich nicht erfahren.