Germany, New Zealand · 205 Days · 35 Moments · August 2017

9 March 2018

Whitianga. Der ‚Ausflug‘ auf die Coromandel Halbinsel war ebenfalls sehr schön. Gleich am ersten Tag habe ich spontan Bekanntschaft mit Larissa gemacht und kurzerhand beschlossen wir, gemeinsam zur Cathedral Cove & dem Hot Water Beach zu trampen. Es fing etwas zäh an und wir mussten recht lange warten, bis jemand anhielt, doch schließlich nahm uns ein britisches Pärchen mit. Von der Cathedral Cove waren wir beide ein wenig enttäuscht; wahrscheinlich weil es einfach so touristisch& voll war. Ein Restaurantbesitzer nahm uns von der Cove zum Hot Water Beach mit. Er erzählte uns von seinem Restaurant und seinem eigens gebrautem Bier, beides trug den Namen: Hotties. Am Beach begannen wir dann mit den Händen unser Loch zu graben, fragten irgendwann nach einer Schaufel und suchen uns letztendlich ein fremdes Loch, das wir nur noch perfektionierten. Der Moment, als wir endlich im warmen Wasser lagen, schnatterten oder einfach nur die langsam untergehende Sonne beobachten, war magisch.

7 March 2018

Man nehme eine Halbinsel, setzte einen Berg ans Ende, füge einen kilometerlangen Sandstrand mit wunderbaren Wellen zum surfen hinzu, sowie eine belebte Hauptstraße, gespickt mit Surfershops, Restaurants & Bars und zu guter letzt noch ein cooles Hostel mit lieben Menschen. Et voilà: Mount Maunganui. Dieser kleine Ort ist mir sofort ans Herz gewachsen. Und hat mich meine Pläne noch einmal komplett ändern lassen. Zunächst habe ich nur um eine Nacht verlängert, habe dann einen Wochenendausflug nach Whitianga gemacht, weil alles ausgebucht war und kam wieder zurück, um meine letzten Tage in Mt Maunganui zu verbringen. Kleine Wanderungen, am Strand sitzen, surfen, spa-Pools im strömenden Regen, Picknick bei Sonnenuntergang, Partyabende, ein ungeplanter Besuch beim Arzt, Nichtstun.

4 March 2018

Rotorua. Bereits wenn man in die Stadt kommt, kann man am Geruch, der in der Luft schwebt erahnen, dass es hier unter der Erdkruste brodelt. Es riecht nach Schwefel und Sulfiden. Man läuft an dampfenden Seen vorbei, sieht blubbernde Schlammlöcher, sprühende Geysire und passiert heiße Rinnsale entlang der Bordsteinkanten. Gepaart wird dieser Eindruck mit einer noch recht lebendigen Maori-Kultur. Bei einer Rundtour durch das Whakarewarewa-Dorf wurde ich in diese neue Welt mitgenommen. Ich gönnte mir einen SPA-Aufenthalt, schlenderte durch die Redwoods und begab mich in einem Schlauchboot mit 7 anderen lebenslustigen Menschen in reißende Strömungen.

27 February 2018

Vom Fox Glacier nahm ich den Bus nach Greymouth und stieg im Anschluss in den Zug nach Christchurch. Am Folgetag ging mein Flug nach Napier. Im Flieger saß ich neben Hayden, einem gebürtigen Neuseeländer. Ein netter Gesprächspartner, der mir spontan anbot, mich vom Flughafen zum Hostel zu fahren. Großteile Napier’s wurden damals von Erdbeben zerstört und im Art Deco Stil wiederaufgebaut, weshalb die Stadt einen ganz eigenen Flair hatte, doch mehr als einen Tag musste ich hier nicht verbringen. Mein nächster Stopp war Taupo. Ich badete in einer heißen Quelle und bestaunte die Hukafalls, die so viel Wasser transportieren, dass sie innerhalb von einer Minute 5 Olympiabecken füllen könnten. Dann zog es mich auch schon weiter nach Rotorua.

26 February 2018

Vor einem halben Jahr habe ich Lebewohl gesagt und mich in den Flieger auf die andere Seite der Erde gesetzt. Seit einem halben Jahr kämpfe ich hier, auf mich allein gestellt, ums überleben. Tja, was soll ich sagen. Die Hosen sitzen strammer, als zuvor; die Sonne hat das Melanin meiner Haut aktiviert; ich habe tolle Menschen kennengelernt und wunderschöne Landschaften durchreist. Ich denke, ich kann mich nicht beschweren. (Mit Ausnahme der zu engen Hosen) Im Moment sitze ich im Zug von Greymouth nach Christchurch. Berge, Flüsse, Seen, Wiesen & Wälder ziehen an mir vorbei. Auch heute war ein Tag des Lebewohl-sagens. Jenna und ich haben zwei Letzte gemeinsame Tage beim Fox Glacier verbracht. Haben mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe eine abenteuerliche Wanderung gemacht, die wunderschöne Spiegelung im Lake Matherson bewundert und uns im Spa-Pool amüsiert. Für Jenna geht es nun wieder zurück nach Wanaka, während es mich in den Norden zieht.

18 February 2018

Die letzte Woche bricht an. Ein letzter Arbeitstag geht vorüber. Der letzte Paycheck trudelt ein. Ein letztes Mal wird mit meiner kleinen Wanaka-Familie gemeinsam geschlemmt und zusammengesessen. Ein erstes und letztes Mal Salsa tanzen. Ein letzter Kinobesuch. Ein letzter Ausflug mit Jeffrey zu den Blue Pools. Ein letzter Blick auf die schneebedeckten Berggipfel. Es heißt adieu Wanaka und hallo Neueunbekannteorte.

2 February 2018

30 km unbefestigte Straße und kleine, mit dem Auto zu überquerende Flüsse haben uns zunächst davon abgehalten, im Mt Aspiring Nationalpark zu wandern. Mit vereinter Überzeugungskraft brachten wir Joel, unseren Vermieter und Besitzer eines SUV‘s dazu, uns zu fahren. Er, zudem begnadeter Jäger, beschloss sein Glück im Dickicht des Nationalparks zu versuchen. Jenna wurde in der Nacht leider krank und so traten nur Katja und ich die Challenge an. Am Nachmittag ging es los. Bereits die Fahrt war atemberaubend .. Berge umzingelten uns, gespickt mit Wasserfällen. Nach drei Stunden Wanderung erreichten wir eine Hütte. Unser Schlafplatz für die Nacht. 5 von 36 Betten waren belegt. 3 davon nahmen wir ein. Am nächsten morgen ging es wieder zurück zum Auto. Joel’s Huntingtrip war zu seiner Enttäuschung nicht erfolgreich. Es sollte also keinen Hirsch zum Abendessen geben. Am Nachmittag traf ich mich erneut & spontan mit Elfi&Sven. Gemeinsam sprangen wir in reißende Strömungen. 🌊

30 January 2018

aufregung. ich sitze im Flugzeug und wir heben ab. vorfreude. der erste springt. nun bin ich dran. sekunden der Angst. fallen. fallen. 200km/h. schmetterlinge im Bauch. nur ein paar Sekunden. danach beginnt man einfach zu genießen. zu realisieren. wir fallen jetzt nicht mehr. wir fliegen. ich fliege. ich fliege. der Fallschirm geht auf. wir gleiten. fliegen noch immer. nur langsamer. was für eine gigantische Aussicht. der Boden kommt langsam näher. näher. näher. wir landen. der Fallschirmsprung ist vorbei. doch das Glück elektrisiert meinen Körper noch immer.

15 January 2018

Ich kam von einem entspannten Strandausflug nach Hause. Aufgeregt kam mir Katja entgegen. „Das Wetter ist perfekt, mit der Arbeit würde das super passen, ich habe ein Zelt, wollen wir heute Roy’s Peak hochkraxeln, dort oben übernachten und morgen den Sonnenaufgang bewundern?“ Eine Stunde später standen wir mit Sack und pack bereit und begaben uns zum Fuße des Berges. Der Weg dort hin dauerte durchaus länger als erwartet. Die Sonne war bereits dabei, die andere Seite der Erde zu wecken und wir begaben uns auf eine dreistündige Wanderung zum Gipfel des Berges. 00:30. pechschwarz. Wir beschlossen unser Nachtlager aufzurichten. In unsere Schlafsäcke gekuschelt beobachteten wir die abermillionen Sterne am Himmel und schickten wünsche mit vorbeifliegenden Sternschnuppen mit, bevor wir uns schlafen legten. 5:00. der Wecker klingelte. Frühstück geschnappt und ab ging es auf die Spitze des Berges. Die Sonne ging auf. Schwarz. Grau. Rot. Rosa. Gold. Eine wunderschöne Nachtwanderung.

10 January 2018

Momentan sind wir in Wanaka hängen geblieben, in kleines Örtchen, gelegen zwischen riesigen Bergen und einem idyllischen See. Spontan haben wir beschlossen, hier auf Jobsuche zu gehen. Für mich kam der Erfolg schnell. Das zweite Restaurant versprach mir, sich am Abend zurück zu melden und schwups hatte ich den Job so gut wie in der Tasche. Ich arbeite nun erneut abwechselnd in der Küche und als Kellnerin. So leicht es auch ist, hier in Wanaka einen Job zu ergattern, so schwer ist es, eine Langzeit-Unterkunft zu finden. Zwei Wochen und zwei Hostels später kam der Erfolg. Jenna fand über Facebook einen Neuseeländer, der drei seiner Zimmer im Haus vermietet. Nach einer kurzen Besichtigung hatten wir also ein neues Zuhause. Es ist schön, den 8-Bettzimmern wieder für eine Weile auszuweichen, seine Klamotten in einen Schrank räumen zu können, ohne Münzen seine Wäsche zu waschen und einfach mal herunterzukommen.

8 January 2018

Eine duftende Lavendelfarm. Lavendelhonig. Sonnige Strandtage. Bootshüter sein. Stand up paddling. Spontaner Bootsausflug mit einem fremden Papa und seinen Kindern. Regelmäßige Besuche bei ‚Rippons‘ zum winetasting. Familiendinner. Pizzaabende. Bananenbrot backen. Kirschpflaumen-Nektarinen-Pie. amüsante Kartenspiele. Komischerweise alle benannt nach bösen Wörtern. Asshole and president. Shithead. Scheiße. Lange und kurze Wanderungen. Diamond lake. Mt Aspiring National Park. Roy’s peak. In Zelten und Hütten nächtigen. Discgolf spielen. Ausflüge nach Queenstown. Kinoabende mit frisch gebackenen Cookies. Gilmore Girls. Eine Flaschenpost verschicken. Lachen. Neben zahlreichen Stunden, die ich damit verbringe, ein paar Moneten für die Weiterreise zu verdienen, habe ich doch eine sehr schöne Zeit mit herzlichen Menschen.

5 January 2018

Da sich das Hostel in Christchurch nicht mehr stornieren ließ und wir zu geizig waren,für zwei Hostels zeitgleich zu zahlen, verbrachten wir die Nacht mit unseren Schlafsäcken im Auto. Nach einer semi-guten Nacht ging es erneut zur Werkstatt. Die Diagnose: das Getriebeöl leckt. Die Werkstatt füllte das Öl nach und riet uns den Schaden in Christchurch zu beheben, da das Ersatzteil hätte bestellt werden müssen. Die Werkstatt in Christchurch hat ihr bestes gegeben, konnte jedoch nicht versprechen, dass das Problem vollends behoben ist. Hoffnungsvoll ging es nach Lake Tekapo und Mt Cook. Auch wenn wir uns nicht sicher sind, ob Jeffrey (habe ich euch das Auto schon namentlich vorgestellt?) vollends gesund ist, hat er sich soweit wacker geschlagen ... weiter so.

1 January 2018

Heute ging es surfen! Voller Vorfreude schnallten wir die Surfbretter auf’s Auto. Als wir am Strand ankamen, war der Respekt vor den doch wilden Wellen recht groß. Doch wir meisterten es und es war ein sehr tolles Gefühl auf die eigene Faust zu surfen. Den Abend verbrachten wir mit David, einem deutschen Mädchen, sowie einem türkischen Mann am Strand. Spontan entschieden wir, ein Bonfire zu entzünden. Das Ziel unserer nächsten Etappe war Christchurch, doch wir machten es bis zur nächsten Kreuzung, bis wir beschlossen, dass etwas mit dem Auto ganz und gar nicht stimmte. Ein aufheulender Motor, bei 20km/h Höchstgeschwindigkeit. Das Problem: auch der 2. Januar ist Feiertag und alles war geschlossen. Wir mussten also bis zum nächsten Tage warten. Den extra Tag nutzten wir für einen Ausflug zu den Pancake-Rocks. Da das Auto vorerst außer Gefecht war, beschlossen wir zu hitchhiken .. nun ja es war nicht die beste erste Hitchhikeerfahrung, doch wir überlebten es. ;)

31 December 2017

Von Takaka ging die Reise weiter nach Westport, mit dem Ziel noch einmal zu surfen. 2017 kamen wir hier an und verließen das Örtchen 2018 wieder. Silvester war tatsächlich amüsanter als erwartet. Zunächst sind Jenna&Ich es ganz entspannt angegangen... haben uns eine Flasche Prosecco gekauft und Backgammon gespielt. Es gesellte sich ein anderer Amerikaner, David, zu uns. Ein interessantes Gespräch über die Antarktis, wo er arbeitete, kam auf. Als uns mitgeteilt wurde, das Alkohol nach 9:00 im Hostel verboten ist, flüchteten wir in die nächste Bar, wo wir ein Pärchen aus einem ehemaligen Hostel wieder trafen. Gemeinsam ließen wir die Zeit bis Mitternacht bei Billard, Tanz, Gesang & einer schottischen live-Band vergehen und rannten pünktlich zum Mitternachtsgong zum Kirchturm. Prosit Neujahr!

28 December 2017

Die folgende Nacht verbrachten wir in Motueka, mit dem Plan, den nächsten Tag für eine ausgiebige Wanderung durch den “Abel Tasman Nationalpark” zu nutzen. Gesagt getan ... 8:30 fanden wir uns bei den “Aqua-Taxis” ein, die uns bis Bark Bay fuhren. Von dort aus stand uns eine etwa 25 km lange Wanderung, zurück zu unserem Ausgangspunkt, bevor. Das Wetter war perfekt, der Ausblick unglaublich, die Füße haben zum Ende hin jedoch ziemlich weh getan. Erschöpft fielen wir abends in den Schlaf. Mit Muskelkater in den Beinen, machten wir uns am nächsten Morgen auf nach Takaka. Auch wenn es nur drei Tage waren, habe ich die Zeit in Takaka sehr genossen. Alles war ein bisschen hippiemäßig, unglaublich freundliche & entspannte Leute, eine schöne Zeit mit Elfi&Sven, zwei vertraute Gesichter von zu Hause, eine handsignierte CD von Reinis Young(wer weiß, vielleicht wird er irgendwann mal berühmt), ein Familiendinner im Hostel, mit kribbeln im Bauch von Felsen springen, Flachsblumen flechten ...

24 December 2017

Willkommen auf der Südinsel! Ein kleines Schlüsseldilemma und eine lange Wartezeit später ging es mit der Fähre rüber auf die Südinsel. Der Ausblick während der Fahrt war großartig. Für die Weihnachtsstage haben wir uns in einem kleinen, familiären Hostel in Nelson eingemietet. Am 24. machten wir eine kleine Wanderung zum „Center of New Zealand“. Nun ja, hörte sich weitaus spektakulär an, als es war. Ein kleiner Spaziergang durch den Park, eine Kaffeepause und ein Kinobesuch schlossen sich dem an. Am Abend gingen wir spontan zu einem Weihnachtssingen im „Stadtzentrum“ und waren überrascht, dass so viele Menschen in und um Nelson herum existieren. Das erste mal kam ein bisschen Weihnachtsstimmung auf. Am 25. dec, dem neuseeländischen Weihnachtstag, haben wir Josh&Martine, mit denen wir gemeinsam in „Brickbay“ gearbeitet haben, in Kaiteriteri besucht und einen schönen Tag auf deren Campingplatz & am Strand verbracht.

16 December 2017

Wellington. Die Hauptstadt Neuseelands und unser nächstes Ziel. Es ist jedoch ein ganzes Stück von Raglan entfernt, weshalb wir einen Zwischenstopp in Ohakune bei Bekannten von Lou, mit der wir gemeinsam im Glashaus gearbeitet haben, einlegten. Ein ziemlich abgelegenes Farmhaus mit Hirschen, Kühen & Schafen. Wir bekamen eine kleine Führung über das riesige große Gehöft und ein leckeres Abendessen. Am nächsten morgen ging es weiter. In Wellington angekommen hatten wir ein Airbnb-Zimmer bei einer älteren Dame. Auch wenn viele sagen, dass Wellington eine tolle Stadt ist, war ich nicht traurig, dass wir nur 5 Tage bleiben. Wellington ist die windigste Stadt Neuseelands, was man durchaus gespürt hat. Nichtsdestotrotz. Wir haben guten Fisch gegessen, waren im Te Papa Museum, sind die Cuba Street entlang geschlendert, hatten Filmabende in flauschigen Bademänteln, sind mit dem Cable Car zum Botanischen Garten gefahren und haben nach einem Strandspaziergang Pancakes genossen.

15 December 2017

Am nächsten morgen versuchten wir möglichst unentdeckt wieder zu unserem Auto zu huschen, denn Brian, der Farm Manager, hat es nicht gern, wenn Leute ohne sein Wissen auf der Farm nächtigen. Weiter ging unser Roadtrip, bei strahlendem Sonnenschein, mit einem neuen Ziel: Raglan. Ein besagter Surfingspot in Neuseeland. Die Vorfreude war groß. Wir standen beiden noch nie zuvor auf einem Surfbrett. Drei Tage hatten wir also Zeit, die Kunst des Surfens zu erlernen. Oder zumindest die Basics. Es waren drei sehr schöne Tage, das Feuer ist entfacht und ich freue mich darauf hoffentlich bald die nächste Welle zu reiten!

13 December 2017

Zurück ging es gen Süden. Wir beschlossen nochmal einen Zwischenstopp at Brick Bay einzulegen und sagten ein letztes Mal hallo&tschüss im Glashaus. Den Nachmittag verbrachten wir mit Marta und Ben am Strand. Für die Nacht bot uns Ange, wenn man es genau nimmt unsere ehemalige Chefin, eine Bleibe an. Zu dem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass der Abend eine unerwartete Wendung annehmen wird. Wir bezogen also unser Zimmer für die Nacht, ein kleines Gartenhäuschen, und entdeckten nach einer Weile die Abermillionen Insekten an der Decke. Jenna war klar, dass sie hier nicht schlafen kann. Nach einer Stunde Kopf zerbrechen & beratschlagen, beschlossen wir, uns davonzuschleichen und die Nacht ein letztes Mal at Brick Bay zu verbringen. Auf dem Boden in Marta’s Zimmer, denn alle anderen Betten waren belegt. Abenteuer pur.

8 December 2017

Punkt 1: Ich hatte die große Ehre ein Schaf zu scheren! Yeah! Punkt 2: Wir haben ‚Brick Bay‘ nun hinter uns gelassen und uns zwei Tage gegeben, die Nordspitze zu erkunden. Unser erstes Ziel war Russell, eine wunderschöne, kleine Stadt am Meer. So schön, dass wir unseren ursprünglichen Plan, bis Cape Reinga zu fahren, über Bord geworfen haben und eine Nacht länger hier geblieben sind. Die extra Tag haben wir für eine ausgiebige 7 Stunden Wanderung genutzt. Russell-Paiha-Opua-Okiato. Ab Paiha überraschte uns wider Erwarten ein Weltuntergang-Regenschauer. Zunächst habe ich einen freudigen Regentanz gehalten, doch als es einfach nicht aufhören wollte und wir unsere Wanderung im Regen fortsetzten, war ich nach einer Weile nicht mehr so ... sagen wir: joyful. Ein anstrengender, aber nichtsdestotrotz schöner Tag.

20 November 2017

Die Zeit hat noch einmal einen Endspurt eingelegt. In einer Woche werde ich Brickbay verlassen und mit Jenna Neuseeland ein bisschen erkunden. In der Zwischenzeit ist der Sommer so ziemlich angekommen. Wir erkunden Strand für Strand und ich genieße das Gefühl von Salz, Sand & Sonne auf meiner Haut und das Wellenrauschen in den Ohren. Ich genieße die Zeit mit den Leuten um mich herum, die verrückten Ideen, in Bade-und Morgenmänteln Billard zu spielen, die kleinen Veranstaltungen, die wilden Entdeckungstouren kreuz und quer über das gefühlt unendlich große Gehöft mit Schaukeln, Holzhütten, Skulpturen und Skeletten irgendwo im nirgendwo und ich genieße die Atemnot nach dem Lachen. Wusstet ihr, dass man in Schweden auf ein höfliches ‚Gesundheit‘ nach dem Niesen kein Danke erwidert, andernfalls stirbt ein Wichtel des Weihnachtsmannes? Man ignoriert es einfach. Aber indem man ‚Gesundheit’ sagt, gibt man dem Niesenden das Stück seiner beim Niesen verlorenen Seele zurück.

11 October 2017

Die Hennen gackern noch immer, der Hahn kräht, die Schweine grunzen, immer mehr Sonnenstrahlen tun sich zusammen, um uns morgens aus dem Bett zu kitzeln, mein Job bereitet mir noch immer Freude & ich erlebe schöne Dinge. Und zwischen all dem verfliegt die Zeit. Es ist tatsächlich eine ganze Weile her, seit ich das letzte mal von mir hören lassen habe. Eine kleine Ewigkeit mit kleinen schönen Momenten. Wir waren in den "Waipu Caves" und haben unendlich viele, kleine 'Arachnocampa luminosas' im Dunkel der Höhle beobachtet. Es war, als säße man unter einem klaren Sternenhimmel. Ich war das erste mal baden, wir hatten einen Betriebsausflug zum bowlen...oder mehr eine Mischung aus boccia & bowlen, haben unzählige gemeinsame Nächte mit Bier, Wein, Gesprächen und Kartenspielen hinter uns, haben die Umgebung erkundet, waren Blues tanzen und haben Halloween, Guy Fawkes Night & Abschiede gefeiert. Auch wenn zwischendurch das Heimweh um die Ecke luschert, fühle ich mich hier sehr wohl.

5 October 2017

Nachdem sich also der erste Schock gelegt hat begann der erste Arbeitstag. 4 Minuten Fußmarsch bergab zum Restaurant hin, 14 Minuten und ein paar Schweißperlen dauert es dann zurück. Ich bin an einigen Tagen in der Küche eingeteilt. Es fing mit sturem Geschirr spülen an. Von Zeit zu Zeit steigt der Anspruch ein bisschen und ich helfe dabei, Essen vorzubereiten und anzurichten. Bin ich nicht in der Küche eingeteilt, lautet meine Aufgabe: kellnern. Die überwiegende Freundlichkeit und Geduld der Gäste macht die Anfänge sehr angenehm. Neben dem Restaurant ist 'Brickbay' für seinen 'sculpture trail' bekannt. Es gibt einen nahegelegenen Strand mit Kajaks, die wir nutzen können und kleine Lämmer, die täglich gefüttert werden müssen. Die kann man dann später im Restaurant käuflich erwerben 😬 Ich bin gespannt, was in den kommenden Wochen noch darauf wartet, erkundet zu werden. Bis Ende des Jahres habe ich voraussichtlich dafür Zeit.
Ein neuer Abschnitt meiner Reise hat vor gut zwei Wochen begonnen. Ich habe einen Job in Snells Beach gefunden und arbeite von nun an im 'BrickBay Glass House', einem Restaurant, das sich auf einer Weinfarm befindet. Für täglich zwei Stunden unbezahlte Arbeit, steht mir eine Unterkunft zur Verfügung. Die Arbeit darüber hinaus wird nach Stundenlohn bezahlt. Zwei Tage in der Woche habe ich frei. Nachdem ich die Bilder dieses Anwesens im Internet gesehen habe, waren meine Erwartungen dementsprechend hoch. Das Restaurant erfüllte alle Erwartungen, die Unterkunft, genannt 'woolshed', hat mich zunächst sehr erschrocken: alles ein bisschen schmuddelig, alt, spartanisch eingerichtet & ein Zimmer Tür an Tür mit den Schweinen. Mittlerweile habe ich mich recht gut damit arrangiert. Immerhin sind die Küche und das Bad sauber und die Leute sehr nett. Die meiste Zeit benutze ich unsere Outdoordusche. Noch ist es etwas kalt, letztendlich ist es drinnen jedoch nicht wärmer, nur windstiller.

20 September 2017

Ein riesiges Gehöft. Irgendwo im nirgendwo. Natur. Viele Tiere. Ein bayrisches Ehepaar. Anstrengende Gartenarbeit. Gutes Essen. Routinierter Alltag. Seit nun etwas mehr als einer Woche sammle ich Eindrücke als WWOOFer (World Wide Opportunities on Organic Farms). Ich bekomme also eine kostenlose Unterkunft & Verpflegung gestellt und helfe im Gegenzug bei allen möglichen Arbeiten. Mich hat es mit der Gartenarbeit getroffen. 5 Stunden darf ich täglich von Busch zu Busch kriechen, um irgendwelche Pflanzen zurückzuschneiden oder auszuputzen. Ziemlich erschöpfend. Ich bin nicht zimperlich, aber habe meine ganze Zukunftsplanung überdacht. Das Resultat: Ich möchte nur einen großen Garten, wenn ich genug Geld verdiene, um einen Gärtner anzuheuern. Er: Pessimist durch und durch. Sie: wenn du denkst es geht nicht sauberer, hast du dich geirrt. Nichtsdestotrotz werde ich gut umsorgt und erlebe schöne Sachen. Wochenmarkt. Kauriwald. Strand. Mopped fahren. Sonntags habe ich frei. Enjoy enjoy.

9 September 2017

Morgen kommt leider der Tag, an dem ich Waiheke Island wieder verlassen werde. Aber ich habe versprochen, dass ich wieder komme. Alle Menschen hier sind so freundlich und hilfsbereit. Man könnte bei offener Tür schlafen, ohne dass am Morgen etwas fehlt. Das Hostel war toll und die Menschen, mit denen ich die Zeit hier teilen durfte, waren unglaublich nett. Am ersten Tag bin ich spontan mit zum "wine tasting" mitgekommen. Wir haben uns unterschiedliche Weingüter angeschaut. Tatsächlich eine sehr interessante Erfahrung. Am Abend wurden wir mit riesigen Blechen hausgemachter Pizza empfangen. Der Abend endete in einem Tanzclub. Am darauffolgenden Tag erkundeten wir die Insel ein bisschen näher. Strände, Städtchen, Natur. Heute gingen wir es eher entspannter an. Draußen war es kalt&nass, weshalb wir es uns drinnen gemütlich gemacht haben. Abends gemeinsames kochen und ein paar Kartenspiele. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, geht die Reise also morgen weiter in Richtung Norden

8 September 2017

Nachdem sich meine Pläne von gestern auf heute um 180 Grad gedreht haben, befinde ich mich seit einem Tag und einer Nacht auf Waiheke Island. Ich habe mich für 4 Tage in ein Hostel eingemietet. Es herrscht hier ein schon fast familiäres Klima. Nach meiner Ankunft musste ich erstmal ein paar Lebensmittel einkaufen. Nach rund einer Stunde Fußmarsch stand ich vor einem Einrichtungshaus. Wie ich erfahren habe, war meine Karte nicht mehr allzu aktuell und der Supermarkt ist umgezogen. Die Frau, die mir das erzählte war allerdings gerade auf dem Weg zu ihrem Auto & zu genau dem Supermarkt und hat mir prompt angeboten mich mitzunehmen. Zurück im Hostel landete ich wenige Minuten später mit 4 anderen Mitbewohnern im Whirlpool. Ritual ist, zuerst in den kalten, großen Pool zu springen und danach schnell in den gut 40 Grad warmen Whirlpool. Am Abend saßen wir bei Gitarrenklängen, einem Bierchen .. oder auch zwei und einem bunten Kulturmix zusammen und haben den Abend ausklingen lassen.

1 September 2017

Ein weiterer Ausflug mit Cruden (oder so ähnlich, jedes Mal vergesse ich den Namen aufs neue). Meinen tue ich jedenfalls den älteren Herren. Heute sind wir zum höchsten Punkt Aucklands gefahren, durchs Viertel der Reichen und Schönen und erneut durch Auckland central, waren im 'sealife' & ich stand das erste mal mit meinen Füßen im kalten Wasser.

31 August 2017

auckland city center

30 August 2017

Ich habe bereits von dem Mann erzählt, mit dem ich gestern spontan einen kleinen Plausch gehalten habe. Am Ende unseres Gespräches hat er vorgeschlagen, mir morgen ein bisschen von der Stadt zu zeigen. Zu 10 Uhr sollte ich also wieder bei ihm sein. Als ich morgens aufwachte, regnete es in Strömen. Da hatte ich tatsächlich nicht mehr ganz so viel Lust, bin aber letztendlich doch mit einer halben Stunde Verspätung und in wetterfester Montur dort angetreten. Zu meiner Überraschung führen wir mit dem Auto. Zunächst hielten wir an einem Aussichtspunkt. Bei dem Wetter beschränkte sich die Aussicht jedoch auf rund 2m. Mit jedem weiteren Kilometer, den wir fuhren, wurde das Wetter jedoch besser. Das Highlight war der Muriwai Beach. Ich denke die Bilder sprechen für sich. Danach sind wir weiter herumgefahren, über eine überflutete Brücke und mit ein paar netten Geschichten zu Land und Leuten und zwischendurch ein leckeres Eis .. verstanden habe ich zwar nicht alles, aber stets nett genickt;)

28 August 2017

Die letzten Tage habe ich damit verbracht, ein Bankkonto zu eröffnen, eine neuseeländische Steuernummer zu beantragen, eine neue SIM Karte zu besorgen und darüber nachzudenken, wie es weiter geht. All diese Prozesse waren ein wenig nervenaufreibend. Es ist unglaublich, wie strickt die Banken mit Unterlagen, Vorschriften und Nachweisen sind. Dazu kamen ein paar Probleme mit meinem deutschen Bankkonto. Kurz gesagt ... in der Entspannung bin ich noch nicht ganz angekommen, aber jetzt, wo das meiste geklärt ist, geht es hoffentlich Berg auf. Da ich mehr oder weniger Zeit hatte und das System an öffentlichen Verkehrsmitteln zwar vorhanden, aber dennoch verwirrend ist & Zeit in Anspruch nimmt, waren meine Füße mein Transportmittel. Weitaus aufregender, als zu fahren. Auf dem Rückweg kam ich an einem Filmset vorbei. Mit einem Einheimischen habe ich noch einen kleinen Plausch gehalten. Allerdings sprach er sehr leise und sehr einheimisch. Jaja, jeden Tag neue Herausforderungen ;)

27 August 2017

In Neuseeland gibt es die teuren Tante-Emma-Läden, in denen es alles gibt. Und die Verhältnismäßig günstigen Riesensupermärkte, in denen es auch alles gibt. Nur alles in 20-facher Ausführung. Diese Supermärkte erinnern eher an Lagerhallen. Es wird eben an allem gespart, wo man nur sparen kann. Ich glaube ich habe noch nie so viel Toastbrot an einem Ort gesehen ... das ist allerdings auch das einzige Brot, was es hier gibt. Natürlich in 100-facher Ausführung :D In völliger Überforderung und glücklich, dass ich nicht unter Zeitdruck stehe, bin ich von Regal zu Regal geschlichen und habe meine Liste abgehakt. Auf dem Rückweg kam ich an einem kleinen "Free books" Stand vorbei, bei dem ich mir spaßeshalber ein Büchlein mitgenommen habe. Mal schauen, ob ich jemals reinschauen werde. ;)

25 August 2017

Ein paar erste Eindrücke von Auckland, meinem Zuhause für die ersten zwei Wochen 🚏

23 August 2017

Endlich ist es geschafft!! Ich bin in Auckland angekommen. Von Frankfurt aus ging mein Flug am Morgen nach Abu Dhabi. Nach dem ersten Drittel des Fluges setzte sich ein Mann zu mir und erzählte mir von Gott und der Welt und war sehr daran interessiert meine Sicht auf die Welt zu erfahren. Auf englisch. 7 Stunden Gesamtflugzeit. Nun denn, meinen gerade begonnenen Film konnte ich beenden. Trotz allem eine lustige Erfahrung. In Abu Dhabi angekommen musste ich mich ein wenig beeilen, um meinen Anschlussflug nach Hongkong zu bekommen. In Hongkong fuhren Züge von einem Terminal zum anderen. Es fühlte sich kurzzeitig nicht mehr an wie ein Flughafen. Nachdem ich hier einen etwas längeren Aufenthalt genießen durfte, konnte ich endlich in den finalen Flieger nach Auckland steigen. Ich saß neben einer Neuseeländerin, die jetzt in Deutschland lebt und gerade ihre Eltern besuchen kommt. Spontan hat sie angeboten, mich vom Flughafen mit zu meiner Unterkunft zu nehmen. Da habe ich nicht nein gesagt.

22 August 2017

Auf, auf ins große Abenteuer! Der erste Schritt ist getan und es gibt kein zurück mehr. Zunächst fangen wir klein an, mit dem Flug nach Frankfurt und einer Zwischenübernachtung. Vorfreude und Wehmut streiten gerade um den ersten Rang.