United Kingdom, South Africa · 13 Days · 29 Moments · December 2016

Inga&Thomas South Africa Journey (2016/17)


8 January 2017

Von unseren Freunden Oli und Theresa auf ein Sommerkonzert im botanischen Garten aufmerksam gemacht, hatten wir uns Karten besorgt und uns vor Ort verabredet. Bei Giovannis, unserem Lieblingsitaliener/Delikatessenhandel versorgten wir uns mit Leckereien und Wein und fuhren mit einem Uber nachmittags los. Vor Ort erwartete uns eine entspannte, überwiegend von Schwarzen besuchte Picknickszenerie. Kaum das wir unsere Freunde gefunden hatten, begann auch schon das Konzert. Die Stimmgewaltige Soulsängerin 'Zonke Dikana' legte ein eindrucksvolles Konzert hin. Die Stimmung stieg an und das gut gelaunte Publikum sorgte für die richtige Atmosphäre. Ein richtig schöner und entspannter Tag, bei guter Musik, Essen und Freunden. Perfekt zum regenerieren der vorangegangenen Partynacht.

7 January 2017

Kaum in Kapstadt angekommen und noch im Auto per Smartphone gebuchten Apartment eingerichtet, schmiedeten wir neue Pläne. Das jährliche 'Queens Plate Pferderennen' stand auf dem Programm und unsere Freunde würden auch vor Ort sein. Also machten wir uns auf, die angemessene Bekleidung zu shoppen. Dies ging erfreulich flott und so stand einem tollen Nachmittag nichts mehr im Wege. Das Motto war blau/weiß und wir hatten große Freude daran, die zahlreichen meist stilvoll, manchmal 'interessant' gekleideten Gäste zu beobachten und über die Anlage zu schlendern. Immer gut versorgt mit prickelnden Rosé Schaumwein. Das Hauptrennen schauten wir uns aus nächster Nähe an. Die Pferde sind wahrlich drahtige Rennmaschinen und der Schlussspurt war auch sehr eindrucksvoll. Gegen Abend begann dann eine ausgelassene und stimmungsvolle After Party. Hier sprechen die Bilder für sich. Erst gegen frühen Morgen erreichten wir unsere Bleibe und versanken Müde in den Federn.

6 January 2017

Neuer Tag und noch immer graues Wetter. Hm, so hatten wir uns das nicht vorgestellt. In Kapstadt sind wir sehr von der Sonne verwöhnt, bzw. gegrillt worden. Und nun sollten wir auf der Garden Route mit grauem Nieselwetter leben? Noch dazu kam uns die Garden Route doch relativ langweilig vor. Wir entschlossen uns noch bis nach Knysna zu fahren. Die Stadt gilt als eines der Highlights der Route. Gesagt, getan und um es kurz zu machen: Knysna ist eine sehr schöne, kleine Stadt. Aber doch ruhig und eher gesetzt. Dazu wurde das Wetter nicht besser und die Vorhersage für die kommenden Tage versprach ebenfalls kaum Besserung. Kurz entschlossen machten wir Nägel mit Köpfen und kontaktierten unser Reisebüro mit dem Wunsch, die weiteren Hotels zu stornieren. Außerdem ließen wir Inga als zweite Fahrerin bei der Autovermietung eintragen. Dabei viel uns auf, dass ein Reifen beschädigt war. Dies wurde schnell behoben und wir machten uns auf den Rückweg nach Kapstadt.

5 January 2017

Unsere Station für die Nacht war in Swellendam eingeplant. In einer lauschigen Pension, mit verträumten Garten und Pool angekommen, machten wir uns rasch frisch. Wir hatten einen Tisch reserviert im 'Koornlands'. Hier genossen wir exzellenten Service, romantisch auf der Veranda des Hauses. Das Essen war hervorragend und ein absoluter Gaumenschmaus, was uns über das etwas trübe Wetter hinweg tröstete. Auch der Wein half dabei vermutlich. Das abschließende Dessert, eine Chocolate Mousse, war eins der absoluten Highlights unserer kulinarischen Reise.
Schweren Herzens stand heute der Abschied von Cape Town an. Entlang der Autobahn und am Flughafen vorbei bot sich uns zum ersten Mal ein Einblick in die Dimension des größten Townships der Stadt an. Neben den neueren Steinhäusern. Besteht die Siedlung aus unzähligen mieserabel zusammengeklöppelten Wellblechhütten. Man kann diesen Eindruck schlecht beschreiben, die Dimensionen sind schon gigantisch. Bei strahlend blauem Himmel hieß unser erstes Ziel gegen Mittag dann Hermanus. Hier lassen sich im Spätsommer bis Herbst zahlreiche Wale beobachten. Uns bot sich dieses Schauspiel leider nicht, weswegen wir uns mit einem guten Mittagessen trösteten und nach Cape Agulas, dem südlichsten Punkt Südafrikas weiterfuhren.

4 January 2017

Aber auch für Thomas hatte der Shppingausflug seinen Reiz (außer dem offensichtlichen Vergnügen, seine Frau mit neuen Schmuckstücken zu versorgen), denn es stand ein Braai bei den Nortis auf der Abendagenda, für den es noch das passende Grillgut zu besorgen galt. So genossen wir dann mit unseren Freunden einen ersten kulinarischen Abend, zwar noch ohne Sitzgelegenheiten, aber dafür mit einem einwandfrei funktionierenden Grill. Wohlgenährt erlebten wir eine wunderbare Abendstimmung mit Blick auf die Bucht von Hout Bay. Da darf dann schon ein wenig Neid aufkommen, im Angesicht der Tatsache, dass die Nortis dies nun quasi alltäglich zu ertragen haben würden. Leider stand zum Abschluss der Abschied auf unbekannte Zeit an. Als nächstes, so war unsere Planung, würden wir CPT verlassen und die Garden Route erkunden. Der Abschied viel uns allen schwer und niemand konnte so recht gegen seine Tränen ankämpfen. Dass es alles nochmal anders kommen würde, ahnte da noch niemand.
Nachdem nun schon der vierte Tag im neuen Jahr anbrach, war es an der Zeit das viele gute Essen und noch mehr den Wein etwas entgegen zu setzen. Während Inga es mit einer extra Portion Schlaf probierte, wählte Thomas den etwas aktiveren Weg und drehte eine schöne Laufrunde mit anschließendem Workout im dafür aufgestellte. Open Air Bereich im nahegelegenen Park. So gestärkt folgte dann Frühstück und Shoppingausflug in der Innenstadt, den Inga sichtlich zufrieden abschloss.

3 January 2017

Den dritten Tag des neuen Jahres begannen wir mit einem Ausflug nach Blouberg, von wo aus nicht nur die Kitesurfer starten, sondern man einen tollen Blick auf den Tafelberg hat. Danach fuhren wir zu den Nortis und haben den Pool mit den Mädels unsicher gemacht. Abends stand wieder ein kulinarisches Highlight auf der Agenda. Zusammen mit unsere Hamburger Truppe steuerten wir das 'Café Paradiso' an. Neben vorzüglichem Essen (Inga schwärmte besonders von den Gnocchi mit Parmesan) erprobten wir selbstverständlich auch wieder einige südafrikanische Weine, diesmal aus dem Rosé Bereich.

2 January 2017

Der heutige Tag war gleichzeitig auch die Ankunft der "Nortis". Nachdem wir wieder sehr gut gegessen hatten, inklusive tollem Blick auf den Lions Head, fuhren wir zum neuen Domizil der Familie Northmann. Gezeichnet von einer anstrengenden Reise war die Freude trotzdem ungebrochen und so konnten wir auf den neuen Lebensabschnitt noch gemeinsam anstoßen.
Der botanische Garten in Kirstenbosch war unser nächstes Ausflugsziel. Die sehr schön angelegte Grünanlage bietet viel Platz zum spazieren und picknicken. Auch finden hier Sommerkonzerte statt, doch dazu in einigen Tagen mehr. Wir genossen es durch die zahlreichen Wege zu spazieren und miteinander rumzualbern. Im Frühling, wenn alles blüht, muss diese Anlage besonders eindrucksvoll sein.

1 January 2017

Abends hatten wir eine Verabredung mit Sonja und Allan, die den Tag zuvor angereist sind. So langsam trudelte halb Hamburg in Kapstadt ein. Wir verabredeten uns zum Sundowner auf dem Signal Hill. Von hier aus sollte sich ein sehr schöner Blick auf den Sonnenuntergang, den Lions Head, als auch auf den Tafelberg und rückseitig auf das erleuchtete Cape Town bieten. Im Anschluss beschlossen wir nach Camps Bay zum Essen zu fahren. Hier bot sich ein unerwartetes Schauspiel. Wie wir später erfuhren, ist es Tradition unter der schwarzen Bevölkerung am 1.1. an den Strand zu fahren. Mit der ganzen Familie. Und jeder Menge Proviant. Als wir nach 21 Uhr den Strandweg erreichten, tummelten sich Menschen überall, zahllose Minibusse standen auf jedem freien Fleck und wurden unter Ausnutzung jedes Quadratzentimeters beladen und die Promenade - nun die war kaum wieder zu erkennen. Mit Lust auf Fleisch steuerten wir - ja ein weiteres Mal - "The Butcher" an. Und wieder wurden wir nicht enttäuscht.
Der erste Tag im neuen Jahr. Ohne nennenswerten Kater starteten wir in unsere erste Aktivität. Der Chapmans-Drive stand auf dem Programm. Diese traumhaft in den Fels geschlagene Küstenstraße ist ein absolutes Highlight. Zahlreiche Gelegenheiten laden zum anhalten ein und bieten traumhafte Blicke auf das Meer, die Brandung und die Felsformationen die vor und hinter einem liegen. Eine unheimlich schöne Fahrstrecke, deren einziger Makel ist, dass sie gerne noch einige Kilometer länger ausfallen dürfte.

31 December 2016

Den Silvester Abend selber feierten wir zusammen mit Jochen und seinen Freunden und deren Freunden in einem toll gelegenem Appartement mit Blick auf das Meer - Sonnenuntergang inklusive. Es war eine bunte Mischung von Menschen und so waren die Gespräche abwechslungsreich und interessant. Begleitet wurde diese von gutem Essen und Wein. So schön wie das Jahr ausgeklungen ist, wünschen wir uns natürlich auch das 2017 werden wird. Prost Neujahr!
Nachdem für Körper und Geist ausreichend gesorgt worden war, machten wir uns auf den Weg. Unser heutiges Ziel sollte der Markt auf dem Gelände der "Old Bisquit Mill" sein. Hier bietet sich dem erstaunten Besucher ein buntes Treiben an zahllosen Ständen und Räumen. Das abwechslungsreiche Schauspiel kann dabei mit allerlei Eindrücken den ungeübten Besucher anfangs leicht überfordern. So ringen neben Künstlern, Einrichtungsateliers und Modeständen auch Gastronomen aller Art um Aufmerksamkeit. Wir verbrachten hier den ganzen Vormittag und genossen das bunte Treiben bei Wein und israelischem (Inga), bzw. indischen (Thomas) Essen. Für Thomas gab es eine neue Lederbörse und Inga konnte sich über eine Handtasche und eine Hose freuen.
Silvester! Das Jahr zählte seine letzten Stunden herunter. Thomas nutze die Gelegenheit und begann den Tag mit einer Laufrunde und einem Workout. Nach so viel gutem Essen und Wein das mindeste. Inga meditierte derweil im Tiefschlaf mit dem Ohr am Kopfkissen. Auch eine Art des Workouts, wenn auch mehr für Seele und Geist, als für den Körper. Allerdings sehr erholsam.

30 December 2016

Den Tag beschlossen wir ein weiteres Mal in Camps Bay im Restaurant "The Butcher". Das Filletsteak ist einfach ein Traum und der Chardonnay "Warwick First Lady" unser aktueller Weißwein Favorit.
Nachdem wir die Pinguine besucht hatten, sind wir weiter gen Süden gefahren. Unser Ziel war das Kap der guten Hoffnung. Doch weit kamen wir dabei zunächst einmal nicht: es galt Geduld zu bewahren, eine lange Autoschlange quälte sich langsam zur Einfahrt in den Nationalpark. Es werden nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern hinein gelassen und so galt es abzuwarten bis andere genug gesehen hatten und den Park wieder verließen. So bleibt das Gebiet frei von Überfüllung und die Paviane am Kap der guten Hoffnung erhalten nicht übertrieben viel Besuch. Füttern sollte (und darf) man diese interessanten Tiere unter gar keinen Umständen. Sie verlieren sonst den Respekt vor Menschen, da sie dies als Unterwerfung interpretieren. Sie werden dann noch dreister als sie es von Natur aus schon sind, brechen in Häuser und Autos ein und müssten letztendlich erschlossen werden. Ohnehin sollte man einen Sicherheitsabstand einhalten. Die Tiere reißen sonst gerne alles an sich, was sich ihnen bietet.
Pinguine mögen es nicht nur kalt, sondern durchaus auch warm. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass Jahr für Jahr eine ganze Pinguinkolonie an den Boulders Beach im schönen Städtchen Simonstown kommt und hier den Nachwuchs ausbrütet. Davon wollten wir uns selbst ein Bild machen und fuhren von Kapstadt aus in Richtung Süden. Und tatsächlich, wir fanden die Pinguine die entspannt in der Sonne faulenzten. Einige sind sogar die Felsen bis ganz hinauf geklettert um ungestört die Wärme (Gluthitze) der Sonne zu tanken. Man fragt sich schon, wie die kleinen, putzigen Wesen die Mittagshitze unbekümmert aushalten können. Nur wenige sprangen ab und zu ins Wasser und legten dabei ihre Tolpatschigkeit ab, um wie geölte Blitze durch das kristallklare Nass zu schießen.

29 December 2016

Was uns erst beim erreichen des Mietwagens so richtig bewusst wurde, war das Knurren aus der Magengegend. Da es nun schon kurz vor 22 Uhr war, musste ein Lokal gefunden werden dessen Küche noch nicht so bald zu schließen plante. Wir entschieden uns für die Kloof Street. Die Auswahl an Restaurants dort ist groß und wir hatten uns schon zuvor einige vielversprechende Burgerbars gemerkt. Und so landeten wir im "Hudsons" und konnten einen Platz auf der Veranda ergattern. Mit Bier und Magarita stießen wir auf die schönen Tageserlebnisse an, bevor unsere schmackhaften Burger (Thomas hatte einen Burger mit acht Stunden sanft gegartem Pulled Pork!) serviert worden sind.
Als die Sonne vollständig untergegangen war, wanderten wir auf die andere Seite. Hier bot sich uns ein beeindruckender Blick auf das inzwischen hell erleuchtete Kapstadt. Auch hier montierte Thomas wieder Kamera und Stativ und nahm einige Langzeitaufnahmen auf. (Diese Aufnahmen reichen wir nach der Entwicklung am Rechner hier noch nach). So zügig wie die Fahrt hinauf auch vonstatten ging, so viel Geduld braucht es herunter. Eine lange Schlange hatte sich gebildet. Eigentlich sollte die letzte Abfahrt um 21:30 Uhr stattfinden, aber vermutlich brauchte es noch bis halb elf, bis alle Fahrgäste wieder an der Talstation angekommen waren. Das schien die Südafrikaner nicht weiter zu stören. Gut gelaunt trieben sie die Menschen voran um möglichst effektiv die Gondeln zu füllen. Unterbrochen wurde das Treiben nur gelegentlich, nämlich dann, wenn per Lautsprecherdurchsage eine weitere Verlobung verkündet wurde.
Der Wetterbericht für den Tafelberg war heute wieder besser und einer Seilbahnfahrt auf das Plateau in etwa 1.100m über N.N. stand nichts mehr im Weg. Nach einer kurzen Warteschlange waren wir auch schon in der Gondel und fuhren, während sich die Gondel um 360 Grad drehte, flugs hinauf. Oben angekommen versorgten wir uns schnell mit Wasser und Knabberkram und verließen dann den Bereich, der von Touristen bevölkert war. Nach wenigen hundert Metern bereits, waren nur noch vereinzelt anderen Menschen in Sichtweite. Mit Blick auf das Meer suchten wir uns einen schönen Platz aus. Die Sonne näherte sich bereits dem Meer und so baute Thomas flugs das Stativ auf und justierte die Spiegelreflex. Nach wenigen Handgriffen war die Apparatur einsatzfähig und nahm auch sogleich ihren Dienst auf. Die Szenerie war wirklich wunderschön und es lohnt ohne Zweifel wieder zu kommen und von einem anderen Standpunkt aus den Sonnenuntergang erneut zu genießen.
Nachdem die letzte Nacht einen feuchtfröhlichen Verlauf genommen hatte, haben wir den Tag heute ruhiger angehen lassen. Erst gegen Mittag verlassen wir unser Appartement, um einen kleinen Bummel durch Downtown zu machen. Zunächst einmal galt es sich zu stärken. Wir wählten das stylish eingerichtete Café, welches direkt an unserem Parkplatz lag und konnten ein wunderbares Frühstück genießen und dabei dem Treiben auf der Long Street folgen. Auf der gegenüber liegenden Seite betrieben einheimische Kaufleute auf aller kleinstem Raum ein Café, eine Reinigung und einen Lederhandwerksbetrieb. Die Räumlichkeiten waren so winzig, dass nicht einmal die Kaffeemaschine vollständig hinein passte. Zum Abschluss unseres kleinen Shoppingtrips gab es noch selbst gemachtes Eis.
Kurz vor dem Dessert meldete sich unser Freund Jochen, der mit seiner neuen Freundin aus London angereist war. Wir verabredeten uns in der Kloof Street in einer Bar. Die Bar hieß passender weise "Kloof Street House". Im Aussenbereich erstreckt sich ein dicht bewachsener und von zahlreichen Lichtern und Kerzen erhellter Vorgarten, bevor man das eigentliche Haus erreicht und wir anschließend von einer gemütlichen, von dunklem Holz und Leder geprägten Inneneinrichtung empfangen genommen wurden. Der Barkeeper mixte den Damen einen "Martini Pornstar" nach dem anderen, während die Herren mit Gin Tonic und Rum Cola klassischer unterwegs waren. Ein sehr schöner Abend in einer wunderbaren Bar neigte sich erst um drei Uhr morgens dem Ende zu. Sicherlich nicht zum letzten Mal.

28 December 2016

Nachdem der Sonnenbrand soweit wie möglich durch Einsatz großzügiger Mengen an Hautpflegelotion behandelt wurde, wollten wir den Sonnenuntergang auf dem Tafelberg genießen. Also packten wir die Canon samt Stativ in den Kofferaum und fuhren die kleine Serpentinenstraße zur Seilbahnstation hoch. Hier wurden wir nun abermals Opfer der Natur. Diesmal nicht der Kraft der Sonne, sondern der des Windes. Die Auffahrt war wegen der starken Winde nicht mehr möglich und so mussten wir für's erste mit einem Blick vom Fuße des Tafelbergs vorlieb nehmen. Auch schön. Da Camps Bay gleich um die Ecke war, beschlossen wir dort noch einmal runter zu fahren und den Sonnenuntergang zu genießen. Der Strand flog uns förmlich entgegen, da die Fallwinde vom Tafelberg hier ganze Arbeit leisteten. Nach einem unfreiwilligem Beinpeeling steuerten wir das Restaurant "The Butcher" an, um uns erneut ein - noch schmackhafteres - Filetsteak und eine Flasche Wein zu gönnen.
So nimmt die Rundfahrt ihren Verlauf. Der eindrucksvoll bebaute Berghang von Camps Bay erinnert uns stark an Wollerau, bzw an den Zürichsee, so dicht besiedelt ist er mit teilweise ausgefallener Architektur. Bloß Palmen sind uns in Wollerau noch keine aufgefallen. Zunächst war der Plan, eine der verschiedenen Routen zu nehmen, die etwa eineinhalb Stunden angedauert hätte. Doch die Möglichkeit, einmal um den gesamten Tafelberg zu fahren, schien uns doch zu günstig zu sein. Also wechselten wir flugs den Bus und weiter ging es. Der stete Wind lies uns die Kraft des hellsten Himmelskörpers vergessen. Erst als wir zum stehen kommen, spürt vor allem Thomas - mit einem schulterfreien Sportshirt bekleidet - die Folgen dieser Bestrahlung. Leider wurde vor Reiseantritt nicht ausgiebig genug Gebrauch von Sonnenmilch mit hohen Lichtschutzfaktor gemacht. Als wir nach fünf Stunden in der prallen Sonne dann die - sehr schöne - Bustour beendeten, war der Sonnebrand nicht mehr zu verleugnen. Autsch!
So, gut ausgeschlafen kann das Abenteuer Südafrika nun richtig losgehen. Wir beschließen nach Camps Bay zu fahren, was nur wenige Minuten mit dem Auto entfernt liegt. Wow, was für ein schöner Strand. Unfassbar das wir eben noch im nasskalten Deutschland Weihnachten zelebriert haben und im nächsten Augenblick bei 28 Grad am Strand spazieren gehen. Wir genießen ein leckeres Frühstück im Café Caprize und lassen die vor uns vorbeiziehenden Menschen auf uns einwirken. Eigentlich mögen wir die touristischen roten Doppeldeckerbusse nicht, die auch im Schneckentempo durch Hamburg ziehen. Aber sie sind doch ein guter erster Anlaufpunkt, um schnell und ohne großen Aufwand einen Eindruck einer unbekannten Stadt zu gewinnen. Also lösen wir zwei Tickets und setzen uns auf dem Freideck auf zwei Plätze an der Sonne. Eine Entscheidung, die noch seine Folgen haben würde... Doch zunächst geht es im Uhrzeigersinn um Kapstadt herum los. Von hier oben hat man einen guten Blick über die Szenerie.

27 December 2016

Kapstadt empfängt uns mit 27 Grad und Sonnenschein. Schnell holen wir unser Gepäck und unseren Mietwagen. Ach ja, da war ja was: Linksverkehr. Schaltung links, Blinker rechts - das will erstmal koordiniert werden. Aber mit vereinten Kräften klappt es und unser Navi navigiert uns zielsicher nach Green Point. Hier nimmt uns Allan, der Houseguard in Empfang. Wir haben ein Appartment in einem Neubau gemietet. Es entpuppt sich erwartungsgemäß als modern eingerichtet und bietet sogar einen Platz in der Tiefgarage für unseren Mietwagen. Als erstes springen wir unter die Dusche und packen unsere Sachen aus. Inzwischen beginnen die Mägen auch schon wieder zu Knurren. Wir entschließen uns zur nahegelegenen Waterfront zu fahren und dort ein erstes südafrikanisches Filetsteak zu genießen. Dazu natürlich eine Flasche Wein aus der Region. Ein Spaziergang rundet den Abend bei untergehender Sonne stilecht ab, bevor wir müde, aber glücklich in die Federn fallen.
Nach dem gutes Essen haben wir noch einen Film genossen, ehe wir der Müdigkeit Tribut gezollt und uns zum schlafen hingelegt haben. Die Nacht war angenehm, ab und zu hat es mal ein wenig geschunkelt. Beim aufwachen konnte man noch ein entferntes Gewitter in den Wolken beobachten. Die zahllosen Blitze erhellten die Wolken für Sekundenbruchteile taghell. Ein sehr eindrucksvolles Lichterspiel. Während wir mit 900km/h der aufgehenden Sonne entgegen flogen, wurde uns ein leckeres Frühstück serviert. Inga entschied sich für frische Früchte, während Thomas sich mit dem herzhaften englischen Frühstück befasste. Wenig später landeten wir dann sanft in Johannesburg. Johannesburg wählten wir, da wir auf dem Rückweg nach der Safari nur eine Flugstunde entfernt sein würden. Mit dem A340 von South African setzten wir schnell in den letzten 90 Minuten Flugzeit nach Kapstadt über.

26 December 2016

Endlich geht es los. Nachdem sich der deutsche Winter an den Weihnachtstagen noch einmal von seiner ungemütlichsten (schmuddeligsten) Seite präsentiert hat, wird es auch Zeit. Pünktlich um viertel vor Vier geht unser Flieger. Der erste von dreien. Zunächst geht es nach London. Dort steigen wir aus dem kleinen Airbus A319 um in den größten aller Jets, den A380. Auf dem "Upper Deck" müssen wir nicht lange nach unseren Plätzen suchen. Nur die Frage, wer am Fenster sitzt, wird noch kurz beraten. Da wir über Nacht fliegen, gibt es außer beim Abflug erstmal ohnehin nicht viel zu sehen. Und so freuen wir uns, dass wir beide noch einen Blick auf das hell erleuchtete, nächtliche London werfen können. Angestoßen wird stilecht mit Champagner. Nun macht sich langsam wirklich das Gefühl breit, endlich im Urlaub zu sein. Zum Dinner gibt es ein Rinderfilet, gefolgt von einem Schokoladendessert für Inga und Käse für Thomas. Dazu haben wir einen guten Weißwein - stilecht aus Stellenbosch - genossen.