Europe · 147 Days · 160 Moments · January 2019

Europa entdecken: jeden Monat eine Stadt


Yesterday

Ein letzter Augenblick und dann geht’s zurück nach Frankfurt.
Den verbringen wir ganz entspannt badend an der Donau.
Doch noch ein bisschen Schubert direkt bei uns um die Ecke... und schon ist der letzte Tag angebrochen!

2 days ago

Der Abend klingt beim Heurigen aus. Uns geht’s gut...
Der ehemalige Wiener Vorort, in dem wir wohnen, ist wirklich sehr schön.
Bei einem Aperitif in der Nähe unserer Unterkunft treffen wir Giuseppe, der uns zu diesem kleinen „Altar“ führt. Hier lebte vor seiner Flucht vor den Nazis der spätere Nobelpreisträger und Gehirnforscher Eric Kandel. Nach seinem Besuch dort haben die heutigen Bewohner dieses Fenster eingerichtet.
Schneider und Essen, immer eine gute Verbindung.
Der Garten des Hauses ist hübsch und ein bisschen erfrischend, die Temperaturen in Wien sind aber einfach gnadenlos und wir beschließen den Rückzug nach Hause.
Die Originalpartitur zu sehen hat den Besuch unter anderem lohnenswert gemacht. Ich bin bei meinen Chorprojekten ja häufig ein musikalischer Caspar Hauser, aber diesmal weiß ich Bescheid, wer der Schöpfer der Musik ist.
Das war Haydns Köchin, die genau soviel erbte, wie sein enger musikalischer Mitarbeiter. Entweder war er sozial und großzügig oder ihn verband mehr als gutes Essen mit der Dame!
Das heutige museale Ziel ist das Wohnhaus Haydns. Warum ausgerechnet Haydn, wo doch alle großen von Mozart über Beethoven, Schubert, Strauß und Stockhausen und von Freud bis Bettelheim hier lebten und wirkten? Aus ganz egoistischen Gründen, weil ich im Herbst Haydns Schöpfung singe. Das Leben trifft oft sehr willkürliche Entscheidungen.
... gelangen wir zum Spittelberg, einer kleinen, pittoresken und nicht zuletzt grünen Oase im doch oft sehr steinernen Wien. Temperatur: mindestens 35 Grad!
Über die Burggasse im 7. Bezirk, der - im Gegensatz zu gestern - eine wohltuende städtische Normalität ausstrahlt mit Boutiquen, Plattenläden und Kneipen...
Der heutige Start in den Tag auf dem wunderbaren Balkon unserer Gastgeber ruft uns zu: es wird heiß, heiß, heiß ...

3 days ago

Und dann sind unsere Kulturressourcen erschöpft. Wir trinken Radler im Stadtpark, machen eine kurze Siesta und beschließen den Abend auf der Grillfeier der Kunstakademie.
Noch einen Blick auf die Karlskirche...
Es gibt hier immer auch zeitgenössische Künstler, die in den oberen Räumen ausstellen dürfen: hier eine amerikanische Performancekünstlerin, Martine Syms, und eine brasilianische Künstlerin, Fernanda Gomes.
Die Außentemperaturen bewegen sich um die 35 Grad, im Keller, wo sich Klimts Beethovenfries befindet, ist es dagegen gefrierschrankfrisch. Großer Wiedererkennungseffekt und doch ganz anders im Gesamteindruck.
Weiter geht’s, an der Oper vorbei, zur Wiener Sezession.
... und gönnen uns satt dessen eine klassische wiener Kaffeepause.
Weiter geht’s zur Hofburg, der Heim- und Wirkungsstätte der Habsburger die wiederum Namensgeber meiner Haltestelle in Frankfurt sind. Wie doch wieder alles immer irgendwie zusammenpasst... Sissi und das dazugehörige Museum wie auch die Spanische Hofreitschule sparen wir uns...
Wir ziehen uns aus dem Prachtbaugetöse in den Volksgarten zurück. Hier steht der Theseustempel, der Theseus steht aber nicht mehr drinnen, sondern im Museum. Die Tauben sind Teil der momentanen Ausstellung von Maurizio Cattelan, der damit die Touristenflut während der Bienale in Venedig thematisiert. Schöne Idee, auch wenn man ohne Flyer und Infowand nicht gleich drauf kommt.
Das Parlament ist gerade eine riesige Baustelle und daher kaum sichtbar - auch recht symbolträchtig...
Gegenüber liegt das Burgtheater mit seiner wechselhaften Geschichte. Während des Nationalsozialismus hat sich die Künstlerische Leitung inhaltlich wie menschlich wohl nicht mit Ruhm bekleckert. Um so interessanter, dass einige Jahrzehnte später kritische Köpfe wie Claus Peymann und Thomas Bernhard hier wirkten.
Auch das Rathaus ist Teil der Party-area.
Der Rundgang beginnt an der alten Universität. Die gesamte Innenstadt leuchtet immer wieder bunt im Zeichen der stattfindenden Europride 2019. Das ist doch mal ein erfreulich anderes Gesicht Österreichs.
Herr Schneider und ich starten heute in Waehring die Ringstraßentour - sozusagen imperialistisches Pflichtprogramm.

4 days ago

Und natürlich darf am Ende des ersten Tages ein Wiener Schnitzel nicht fehlen ;-)
Interessant auch, wie das Religiöse und das Profane hier eng beieinander liegen - ist halt durch und durch katholisch, das gute alte Wien.
Die Installation im Inneren erinnert mich irgendwie ans Frankfurter Schauspielhaus.
Natürlich darf auch der Stephansdom beim ersten Rundgang nicht fehlen.
Die Knubbel in der Pestsäule setzen sich heute bis in den Himmel fort.
Auf keinen Fall sollte der Weltgurkentag vergessen werden!
In der Demel K&K HofZuckerbäckerei kann man sich seine Hochzeitstorte anfertigen lassen. Um Gerüchten vorzubeugen, ich bin nur wegen eines Geburtstags hier, aber wenn ich eine Hochzeitstorte bestellen würde, dann mit dem beeindruckenden Hirn obendrauf!
...den Eingang zur Hofburg und die Schottenkirche.
In einem ersten Rundgang zeigt uns Giuseppe schon mal die turistisch relevanten Eckpunkte Wiens im 1. Bezirk, eine Galerie und das Café Zentral...
Und reden tun Sie auch anders, die Österreicher...
Die Zugfahrt war ereignisreich, wenn ich im Leben immer so viel Glück hätte, wäre ich Lottomillionärin... unsere reservierten Sitzplätze waren im gesamten Zug die einzigen, die wegen Auswurfs eines Vorgängers gesperrt waren. Das Zugpersonal hat uns aber immer wieder neue nette Plätze zugeteilt. Das Bild zeigt die erste Wiener Kuriosität: ein Regenmantelhaken vor der Wohnungstür unserer Gastgeber.
Die Stadt im Monat Juni: WIEN

14 April 2019

Es gibt frisch gepressten Granatapfelsaft. Was kann das Paradies da noch drauflegen?
Palmsonntag mit Palmen, ein Dom, der aussieht wie aus Spanien importiert und die übliche Lokalheiligenreliquie.
Aber ich kehre zurück - am 13. April, um meine beiden Reisefreundinnen zu empfangen, und schaue mich schon mal ein bisschen um.

13 April 2019

Das verrückte ist, dass ich vor 17 Jahren hier schonmal war und genau hier gegessen habe. Da war Palermo die chaotischste Stadt, die ich bis dahin erlebt hatte: laut, voller Autos und Mofas und überall bröckelnd aber auch irgendwie faszinierend.

6 April 2019

Hier komme ich am 6. April mit der Fähre aus Neapel an, um dann erst mal gleich wieder wegzufahren.
Im April habe ich ja unzähligenStädte zur Auswahl, aber meine europäische Stadt des Monats ist unzweifelhaft Palermo!

30 March 2019

Vor der letzten Zugreise hab ich mir noch einen lecker Cappuccino gegönnt und dann ging’s weiter nach Rom. Und somit endet hier mein europäisches speeddating im März und meine Reise geht im Goetheblog weiter 😉
Es gab aber auch stille Ecken.
Dass es da friedlich sei, war aber eine trügerische Annahme. Es wurden anscheinend schon einige Autobusse ausgekippt und alle wollten ein Foto machen, auf dem sie den Turm abstützen. Wie originell...
Und dann stand er einfach so da, der schiefe Turm. Ganz friedlich, wie es schien, und sogar der Baum und der Kran waren schief.
Und für den erwarteten Touristenstrom wird schonmal der Gehweg gekärchert!
Hier ging’s lang.
Und am nächsten Morgen dann ein high Speed Date, wobei ich feststellte, dass die Stadt sehr schön ist wie sie da so morgens erwacht.

29 March 2019

Pisa war dann wirklich nur ein sehr kurzes Zwischenspiel... um 22 Uhr war ich schließlich im Hostel an und bekam dort sogar noch ein Abendessen am all you can eat Buffet + ein Bier für 8 Euro. Glück ist manchmal so einfach.
... neigt sich auch dieses Date dem Ende zu und ich mache mich auf dem Weg nach Pisa.
Nach einem kurzen Abstecher nach China 🇨🇳...
Das wäre dann der Ort der letzten Ruhe, auch nicht schlecht.
Das dahinter liegende Viertel „Isola“ hat mir gut gefallen. Kandidat Nummer zwei überzeugt und macht eine gemeinsame Zukunft vorstellbar ;-)
Hammer, oder?!
Das war dann auch genug Vergangenheit. Frau will ja auch wissen, welches Verhältnis ein potenzieller Partner zur Zukunft hat.
Da wird endlich auch mal die Geschichte von Noahs Arche mit all ihren Auswirkungen auf die, die nicht mitdurften, gezeigt.
... dieChiesa di San Maurizio, die mit wunderschönen Fresken ausgemalt ist.
Ausgestellt werden hier Skulpturen von Francesco Messina, der auch irgendetwas mit Taormina auf Sizilien zu tun hat, wie doch immer wieder alles zusammenpasst!Was ihn mit Taormina verbindet, hab ich allerdings nicht verstanden. Die nette Museumsdame hat mich aber auf die nächste Perle hingewiesen.
Heute habe ich dann ganz ausgeschlafen Kandidat Nummer zwei unter die Lupe genommen. Diese von der Natur ergriffene Kapelle war mir gestern schon aufgefallen. Drinnen findet sich ein Ausstellungsraum, ich also hinein.

28 March 2019

Die Stadt wird gerade erst richtig wach - hier eine Art Friedberg Markt ohne Markt aber mit viel Geräusch und Getränken - aber ich bin KO und gehe jetzt erst mal ne Runde schlafen.
Die Beiden inclusive Fußgängerzone waren mir allerdings neu.
Speed dating mit alten Bekannten ist ein wenig seltsam, ist eher so eine Art Freundschaftsbesuch. Hier war ich vor 4 Monaten schonmal und da hat genau an der selben Stelle auch einer Musik gemacht, allerdings mit einem Schlagzeug.
Und schon bin ich in der nächsten Stadt: Mailand. Mein Lieblingshostel gibt es hier zweimal und weil ich das nicht wusste und nicht genau gelesen habe, müsste ich mich mit dem Rad erst mal durch die gesamte Mailänder Innenstadt kämpfen, da muss man echt hellwach sein!
Noch ein letzter Cappuccino am sonnigen Ufer des Limmat und dann gehts weiter zum nächsten Datingtermin. Wie war Kandidat Nummer eins? Attraktiv, kultiviert und sehr gepflegt, dabei aber für meinen Geschmack etwas zu sehr auf Äußerlichkeiten fixiert. Geld und Erfolg scheinen mir für eine ernsthafte Beziehung etwas zu sehr im Vordergrund zu stehen - da kann ich auf Dauer nicht mithalten. Freue mich auf Kandidat Nummer zwei, wir haben uns vor Kurzem schon mal kennengelernt...
Das passende Plakat zum Turm
Blick von oben nach unten und von unten nach oben.
Beim Erkunden fremder Städte liebe ich es, auf Türme zu steigen. Heute war es der/das(?) Großmünster. Im Treppenhaus dachte ich schon, ich müsste mich aufregen, aber dann war es doch Kunst von Naegeli...
Ordentliche Schweizer...
Noch ein paar Impressionen vom ersten Datingpartner. Die Fahne passt zum gestrigen Film, in dem die „Menschen mit Behinderung“alibimäßig zur Kameltherapie in die Schweiz aufbrechen...

27 March 2019

Und dann kommt das Geschehen unverhofft nochmal auf die vorhin bereits erwähnte Bahnhofstraße zurück. Gerne lasse ich Abende in fremden Städten mal mit einem Kinobesuch ausklingen, heute mit „Goldfische“. Und plötzlich marschiert die muntere Behindertencrew doch glatt über eben diese Straße beim Versuch, das Schwarzgeld des frisch gebackenen Rollstuhlfahrers zu retten. Wer es genauer wissen will, muss den Film schauen. Verrückt finde ich, dass auf meinen kleinen Städtereisen immer wieder alles so unglaublich zusammen passt, wie man es gar nicht planen könnte. Auch verrückt, aber im negativen Sinn, dass im Schweizer Kino der Film IN DER MITTE für Werbung unterbrochen wird. UNMÖGLICH!!!
Und nochmal zurück zum schnellen Urteil beim speed dating: Die hiesige Pho Boh kann sich höchstens im Preis mit der frankfurter messen. Geschmacklich ist sie eher seltsam.
Meine Namensvettern machen hier groß in Abbruch und Müll!
Und gerade als ich das denke, komme ich an diesem Grabstein und der dazugehörigen Gedenktafel vorbei...
Vorbei geht’s am angeblich größten Turmziffernblatt Europas und irgendwie strahlt jede Ecke und jedes Schaufenster aus, dass hier das Geld zu Hause ist - viel Geld...
Ein bisschen Schweizidyll.
Das ist das Finanzzentrum Zürichs. Hab leider keinen berühmten Steuerhinterzieher gesehen, dafür aber alle Hochpreisläden, wo man seine transferierten Penuntzen wieder ausgeben kann. Die Straße wird mir später nochmal begegnen...
Dann kommt geballte Frauenpower: erst der Jungfraubus, da bin ich raus. Dann das Frauenbad, zu kalt und deshalb noch geschlossen. Schließlich der Fraumünster mit Fenstern von Chagall und Giacometti, die man allerdings trotz 5 Franken Eintritt nicht fotografieren darf. Mist
Die Stadt heißt mich allerdings herzlich willkommen, bei bestem Wetter.
Beim speed dating muss man schnell zu einem Urteil kommen, ich mache also den von der Touristen Info vorgeschlagenen Stadtrundgang, nachdem ich im Hostel eingecheckt habe. Diesmal geruchsfreundliches Frauenzimmer... erster Eindruck am Zürichsee ist schon mal gut, ein bisschen zu aufgeräumt vielleicht.
Auf dem Weg zu neuen Abenteuern gibt es im Monat März eine Art „jeden Monat eine europäische Stadt“ - speed dating. Heute: Zürich!

27 February 2019

... gönne ich mir ein Abschiedsbier und dann Flix nach Hause. Mal sehen, welche europäische Stadt als nächstes kommt ...
Während die Menschen, wie bereits die vergangenen Tage, den Sonnenuntergang zelebrieren, was ich sehr schön finde...
Für alle, die glauben, Fastnacht werde nur bei uns gefeiert, hier der Gegenbeweis. Maastricht bereitet sich auf die 5. Jahreszeit vor. Zeit zu gehen...
Dir Bilder verstören allerdings noch mehr als die WC-Keramik, was bei den Filmen des Künstlers aber wohl auch zu erwarten war.
Ausgestellt wird da gerade das Werk von David Lynch, der zunächst Maler war und außer zu filmen und eine Frau nach der anderen zu heiraten und jeweils ein Kind zu machen bis heute als Maler Und Fotograf tätig ist.
Das Gebäude stammt von dem italienischen Architekten Aldo Rossi und ist sehr schön.
Ein bisschen Museum muss natürlich auch sein. Die Toilette im Bonnefantenmuseum ist allerdings zunächst etwas verstörend.
Gelegentlich taucht auch mal ein Schloss auf wie hier bei Eijsden.
Die Gegend um Maastricht ist recht ländlich.
Der Anblick dieser Brücke aus der Ferne treibt mir zunächst den Angstschweiß auf die Stirn: ich habe eine Art Flashback italienischer Brückenüberquerungen, die äußerst lebensgefährlich waren. Ganz anders in Holland, da gibt es eine extra Fahrbahn für Radfahrer.😇
Hier gratuliere ich Gregor zum Geburtstag und erinnere mich daran, dass ich in der 4. Klasse bei der Arbeit über die Funktion einer Schleuse jämmerlich versagt habe.
Damit ich da hinkomme, hab ich mir heute ein Rad, hier Fietze genannt, geliehen. Fühlt sich gut an, mal wieder am Wasser entlangzuradeln!
So, nach meinen gestrigen Eroberungsfantasien war ich heute eher im europäischen Geist unterwegs. Ich habe mich aufgemacht zum Château Neercanne. Es hat zunächst mal den einzigen UNESCO-geschützten Terassengarten der Niederlande. Wichtiger hinsichtlich Europas ist allerdings, dass hier die Eröffnungsverhandlungen für die Maastricher Verträge stattfanden. Darin wurde vor allem der Euro beschlossen. Und die „Geburtsakte“ mit der Unterschrift der niederländischen Königin und der Staatsoberhäupter liegt in den Grotten von Neercanne!

26 February 2019

Und weil Essen Leib und Seele zusammenhält, gönne ich mir am Ende des Tages in einem süßen,kleinen, französisch inspirierten Restaurant ein 3-Gang-Menü - lecker!!!
Nach so viel Lauferei genieße ich den Sonnenuntergang im Liegestuhl- bin ganz schön KO!
In der zweiten Tageshälfte schlendere ich durch das Sphinxkwartier, ein altes Industrieviertel das sich zum hippen Neumaastricht entwickelt.
Und anscheinend haben die Bewohner hier einen Faible für die Zweckentfremdung alter Kirchen.
Das ist doch mal ne amtliche Buchhandlung!
Aber es gibt auch einen Teil der Schädeldecke der Maria Magdalena, ein Knöchelchen der hl. Elisabeth von Thüringen und einiges mehr...
Und dann hab ich sie wieder aufgespürt- die unverzichtbaren Reliquien!!! In der Schatzkammer der St. Servaasbasiliek befindet sich der Reliquienschrein des Heiligen Servatius, der auch Notkiste genannt wird, weil er in großer Not durch die Stadt getragen wird. Das letzte Mal übrigens 1991 beim Ausbruch des Irakkriegs.
Das ist der Vrijthof, ein schöner Platz mit vielen Cafés, wo ich gestern schonmal gesessen habe.
Das ist ein Eingang zur Universität, Maastricht besteht aus ziemlich viel Universitätsgelände und den dazugehörigen Studenten.
Weiter geht es zum ältesten Stadttor der Niederlande, dem Helpoort, und dann immer entlang der alten Stadtmauer.
Die Onze Lieve Vrouwebasiliek erinnert mich von außen an den Satz „ eine feste Burg ist unser Gott“ und von innen ist sie heimelig düster, inklusive Ecke zur Marienverehrung und zum Kerzenanzünden.
Das ehemalige Arbeiterviertel beherbergt heute Edelboutiquen. Da gibt es auch die kleine Schwester der italienischen Handtasche aus Venedig...
Es gibt hier so eine Art Käseboutique mit Käse, der unter anderem nach Kokos schmeckt - sehr lecker finde ich. Geruchstechnisch kommt die Boutique aber nicht an mein Zimmer heran.
Zunächst hab ich mich in der Touristeninfo mit Kartenmaterial für den historischen Stadtrundgang ausgerüstet und dann ging’s los.
So,heute bin ich die Eroberung Maastrichts wie angekündigt etwas strategischer angegangen.

25 February 2019

Und nach einem letzten Bummel lasse ich den Abend jetzt hier in der Bar des Hostels ausklingen, die um einiges angenehmer als das Käsfußzimmer ist... mal sehen, wie die Nacht wird, heute hätte ich gegen einen ordentlichen Schnupfen nichts einzuwenden.
Zu Abend esse ich im Freien (!) in einem kleinen Café an diesem hübschen Platz.
Morgen werde ich die Erkundung strategischer angehen. Ich plane diverse Rundgänge - die Stadt ist recht überschaubar - einen Museumsbesuch und abends Kino. Vielleicht leihe ich auch ein Rad und fahre durch die Gegend...
Der erste Eindruck ist überaus positiv.
Etwas schlichter ist die Jugendherberge, die ist ja aber auch nur zum Schlafen da. Was allerdings wirklich verstört, ist der Geruch im Zimmer, ganz eindeutig Käsesocken😖... Da treibt es mich gleich zu einer kleinen Erkundungstour ins Freie, wo es dann wenigstens nur nach Gras riecht.
Der erste Eindruck von Maastricht, der Bahnhof, beeindruckt: Jugendstil und Buntglasfenster!
Nachdem mir der fiese Virus vor zwei Wochen einen Strich durch die Maastricht- Rechnung gemacht hatte, bin ich heute doch endlich aufgebrochen. Diesmal mit dem FlixBus! Zum Glück haben die jungen Menschen mit der lauten Musik eine andere Destination gewählt ...

24 January 2019

Einen etwas skurrilen Zwischenstopp habe ich noch am Kölner Bahnhof. Ich sitze zwar seit Brüssel im Sprinter nach Frankfurt. Da ich aber ein Supersparticket habe, muss ich den in Köln verlassen, 40 Minuten warten und dann mit einem IC nach Frankfurt weiterfahren... ich hab mich mit Pommes und einer Dose Kölsch getröstet.
Auf dem Weg zum Bahnhof fällt mir dieses Schild auf. Ob das verwandte deutsche Wort sich am Ende vom Mietcharakter der sexuellen Leistungen herleitet!?
Und da geht meine erste kleine Europastädtereise auch schon langsam zu Ende! Mal sehen wo es mich als nächstes hinzieht!
Und er ist ganz im Hier und Jetzt!
So sieht der in Natura aus.
... und auch das winterlichen Brügge mit demBeginenhof, den ich gleich noch besuchen werde.
Aber auch Venedig findet sich hier...
Bei den frischen Temperaturen zieht es mich nochmal ins Museum, diesmal ins Arentshuis, wo es eine große Ausstellung des aus Brügge stammenden Künstler Brangwyn gibt. Die Zeichnung „die Flüchtlinge“ ist beklemmend aktuell.
Das ist der Platz zum großen Brügger Maler Jan van Eyck - der Jan van Eyckplain. Der ist es allein schon wert, im Sommer nochmal hierher zu kommen.
Ich schaue sie mit etwas genauer an und erfahre einiges über ihren Stifter, Herrn Adornes. Der im Brügge im 15. Jahrhundert ein ganz großes Tier war. Ein „Abfallprodukt“ meines Besuchs ist zudem, dass ich entdecke, dass in „Brügge sehen und sterben“ der Drehort für die Heilig-Blut-Basilika einfach hierher verlegt wurde. Ist wohl mit dem Altar eindrucksvoller als das Original.
Eher zufällig komme ich an der Jerusalemkirche vorbei, die mir wegen ihres außergewöhnlichen Turms auffällt.
In einem der kleinen Gässchen treffe ich dann auf eine weitere Spezialität Brügges: die Klöppelei (Spitze heißt auf flämisch übrigens Kant)
Das Schöne an Kurzreisen ist, dass jeder Tag zählt. Heute ist zwar schon mein Rückreisetag, aber ich habe noch den ganzen Tag Zeit, die Stadt weiter zu erkunden. Mein Morgenspaziergang führt mich erst einmal zu den 4 Windmühlen von Brügge. Sind wohl auch beliebte Rodelhänge.

23 January 2019

Und zur Abrundung des Tages ging’s ins Kino. „Double vies“. Das Schöne hier ist, dass alle Filme im Original gezeigt werden, in meinem Fall französisch. Ich dachte erst, ich wäre mal wieder die Einzige, es kamen aber noch circa fünf andere.
Gutes Essen spielt auf meinen Reisen auf jeden Fall eine große Rolle. Heute hab ich das in einem Restaurant namens Republiek gefunden.
Nach so viel Kultur musste ich dann ein wenig mit Shopping gegensteuern. Hat mir aber alles nicht gepasst, es blieb daher beim anprobieren und schauen.
Und auch die stillenden Madonnen haben sich wieder eingefunden.
Und da taucht auch wieder der in Seligenstadt geborene Memling auf, der mir bereits in Vicenza über den Weg gelaufen ist!
Hier überfällt die unbedarfte Besucherin gleich mal das „Urteil des Cambyses“, das selbst die beiden Killer im bereits mehrfach erwähnten Film nich kalt lässt. Und auch ein Bosch präsentiert seine Vision vom jüngsten Gericht, die irgendwie drogeninduziert erscheint.
Nach der kurzen Stärkung geht’s ins Groeningemuseum.
Das hebe ich mir lieber für abends auf. Das Bier ist hier aber auch unverschämt lecker und vielseitig!
Nach so viel laufen und schauen brauche ich eine kleine Stärkung. Sehr lecker: Chai Latte mit echter Schokolade drin - Brügge halt...
Der Fischmarkt ist heute wohl geschlossen. Genauso das angrenzende Restaurant und eigentlich gefühlt 50 Prozent aller Restaurants. Die Brügger machen wohl gerade Urlaub von ihren Touristen.
Die Kanäle, die hier Reien heißen, sind wirklich maximal romantisch.
Etwas weniger dramatisch findet man angrenzend das gotische Stadhuis, das noch heute als Rathaus und Standesamt genutzt wird.
Reliquien scheinen meine Reisen zu begleiten. Nach diversen Einzelteilen des Heiligen Antonius könnte ich heute in der Heiligblutbasilika original Blutstropfen von Jesus höchstpersönlich bestaunen...
Hier findet auch de Showdown in „Brügge sehen und sterben“ statt: Der gute alte Böse wird vom hyperaktiven bösen Auftraggeber schwer verletzt und lässt sich von diesem Turm fallen, um den jungen guten Bösen zu warnen und zu retten. Unbedingt ansehen, wer ihn noch nicht gesehen hat!
Die Treppe ist allerdings nichts für Feiglinge oder Menschen mit Höhenangst.
Von oben hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und bei guter Sicht angeblich bis zur Nordsee.
Vom Glockenturm, der früher durch sein Läuten alles mögliche angekündigt hat, klingen heute zu jeder vollen Stunde ganz gar wunderbare Glockenspielmelodien.
Heute bin ich die Erkundung der Stadt strategisch, man könnte auch sagen touristisch angegangen. Als erstes bestieg ich den Belfort, einen der von weitem sichtbaren Türme der Stadt. Hier wurde damals, als Brügge ein europäisches Handelszentrum war, als Ort, das hier hergestellte Tuch gehandelt.

22 January 2019

Im Hostel klingt der erste Abend mit einer amtlichen Jazz Session aus. Das erklärt auch die plötzliche Anwesenheit vieler grauhaariger, alter Männer, die mich unverhofft in die Liga „junge Frau“ katapultieren. Ich liebe Hostels!
Und gönne mir dazu ein belgisches Bier mit einem Standesgemäßen Namen 😉.
Abends belohne ich mich - mit verstörend roten Frostnäschen - mit einer leckeren Tagine in einem wunderhübschen Restaurant.
Ist aber egal. Ich wandere Kreuz und quer durch Brügge und sammle Eindrücke.
Bei der Kälte hier fühlt man sich ein bisschen so...
Und dann tauchen auch die ersten Kanäle auf, schließlich nennt sich die Stadt ja „Venedig des Nordens“, da will ich schon ein bisschen Wasser sehen!
Das wird dann aber Schritt für Schritt besser.
So sieht Brügge also aus - auf den ersten Blick zumindest, wenn man den Bahnhof verlässt.
Und so sitze ich nun im Zug irgendwo zwischen Köln und Brüssel und bin gespannt auf die kleine mittelalterliche Stadt, in der es heute angeblich schneien soll...

19 January 2019

Ein Sabatjahr geht schnell vorbei und die Zeit zwischen Goethes Reisen will da gut genutzt sein. Deshalb habe ich mir ein neues Projekt erdacht: Ich besuche jeden Monat eine europäische Stadt. Den Anfang macht Brügge und zur Vorbereitung habe ich mir schonmal den mehr oder weniger namensgleichen Film angeschaut.