Iceland · 11 Days · 54 Moments · May 2012

Thomas Straubinger

Entdecke Islands Naturwunder


27 May 2012

Persönliches Fazit Nach meiner nun ersten Island-Reise bin ich zum Fan geworden! Für Fotografen das reinste Paradies, für Urlauber und Naturliebhaber ein Land mit beeindruckend schöner Naturvielfalt, die so anders ist als das, was wir von Mitteleuropa und den meisten anderen Plätzen dieser Welt kennen. Nicht nur für die Natur habe ich lobende Worte übrig, auch die Menschen sind in Island sehr sehr freundlich und aufrichtig hilfsbereit. Keiner erwartet für Hilfe automatisch eine Gegenleistung, so wie es in südostasiatischen Ländern meistens der Fall ist. Zudem spricht hier so gut wie jeder perfekt Englisch, was so manche Dinge während einer Reise in einem fremden Land erheblich erleichtert. Eines steht für mich jedenfalls fest: Island wird mich bald wiedersehen! Bietet es doch gerade für Fotografen eine Unmenge und vielfältige Zahl an Motiven und Eindrücken. In wettertechnischer Hinsicht ist eine Islandreise vielleicht immer ein kleines Glücksspiel, aber eines, bei dem man immer gewinnt.
A. Bernhards Bed & Breakfast in Keflavik Mein letzter Tag in Island brach an. Dieser sollte nicht mehr besonders ereignisreich sein. Das Auto musste vom angefallenen Müll befreit werden und wieder rückgabefertig gemacht werden. Anschließend habe ich im A. Bernhards Bed & Breakfast in Keflavik eingecheckt, ca. 50,- Euro kostet hier die Nacht. In sehr familiärer und netter Atmosphäre habe ich hier meine letzte Nacht in Island verbracht, bevor mein Flug am nächsten frühen Morgen wieder zurück nach München ging.

26 May 2012

Solfar Skulptur Ebenfalls erstrahlte Solfar, eine Skulptur eines Wikingerschiffes innerhalb Reyjkaviks, im besten Licht.
Straumur - Fotospot Da das Licht gegen 21:00 Uhr (Ende der Öffnungszeit der Blauen Lagune) perfekt war, rückte ich noch aus um Straumur einen Besuch abzustatten, ein sehr beliebtes Ziel bei Fotografen.
Bar im Wasser Zudem gibt es auch noch eine kleine Bar, die man direkt vom Wasser aus besuchen kann. Übrigens, mehr als drei alkoholische Getränke für den ganzen Tag bekommt man nicht!
Badetag in der Blauen Lagune Nach dieser anstrengenden Tour hatte ich mir einen Tag Entspannung verdient. Der Eintritt kostet für den ganzen Tag 35,- Euro. Möchte man einen Bademantel und/oder ein Handtuch dazu mieten, kostet das jeweils 5,- Euro extra. Die Blaue Lagune ist einer DER Touristenattraktionen Islands und dementsprechend viele Touristen findet man hier auch vor. Das Wasser hat eine wunderbar angenehme Wärme und wechselt sich dabei - je nach Lokation im Becken - ab zwischen warm und heiß. Das ganze Becken befindet sich mitten in einem ehemaligen Lavafeld, dementsprechend markante Lavasteine befinden sich ringsum. Diese sind – dort wo das Wasser hinkommt - überzogen mit einer weißen Glasur, welche die ansonsten scharfkantigen Steine entschärft. In der Mitte des großen, blauen Pools, befindet sich ein kleiner Geysir, wo das heiße Wasser laufend heraus strömt. Sie schließt um 21:00 Uhr.

25 May 2012

Keflavik erkunden Den Rest des Tages verbrachte ich in Keflavik, wo ich nach etwaigen Foto-Spots Ausschau hielt, aber nicht wirklich etwas Geeignetes fand.
Die blaue Lagune Meine Reise durch Island neigte sich langsam dem Ende zu und trotz all der schönen Dinge, die ich währenddessen gesehen und erlebt hatte, ist es auch anstrengend. Deshalb stand für morgen ein Relax-Tag in der Blauen Lagune an. Vorher wollte ich aber noch Fotos der umliegenden Umgebung machen und so kam ich nach knapp 100 km bei der Blauen Lagune an. Bei der Blauen Lagune handelt es sich um ein eher zufällig geschaffenes Thermal-Bad. Das nahe liegende Geo-Thermalkraftwerk pumpt aus ca. 2 km Tiefe Thermalwasser an die Oberfläche um es nach Gebrauch ins umliegende Lavafeld zu pumpen. Ein paar Isländer kamen auf die Idee, dass sich das noch immer warme Wasser gut zum Baden eigenen würde; die Geburtsstunde der Blauen Lagune (engl. Blue Lagoon). Wenn man sich mit dem Auto der Lagune nähert, eröffnet sich kurz vor dem Ziel eine wirklich außerordentliche Landschaft. Das wunderschöne türkis-blaue Wasser sorgt in Verbindung mit dem Moos bedeckten Lavagestein, für eine einzigartige Szenerie.

24 May 2012

Öxarárfoss Nicht versäumen sollte man den in unmittelbarer Nähe liegenden Öxarárfoss.
Thingvellir - Vulkangebiet Für heute letzter Spot: Thingvellir. Ebenfalls Bestandteil des Golden Circle, handelt es sich bei Thingvellir um einen Nationalpark, welcher sich inmitten einer Grabenbruchzone, umgeben von vier aktiven Vulkansystemen, befindet. Hier trennt sich die nordamerikanische von der eurasischen Platte, welche sich nach wie vor auseinander bewegen und u.a. auch dadurch für die vulkanische Aktivität in diesem Gebiet sorgen. Wie man sich wohl gut vorstellen kann, finden hier auch regelmäßig Erdbeben statt. In den letzten 10.000 Jahren ist das Land beidseits der Schlucht um 70 Meter auseinander gedriftet. Der Talboden hat sich dabei um ca. 40 Meter abgesenkt.
Eine teure Suppe Eine Suppe für umgerechnet 8,- Euro habe ich mir schließlich noch im gleich anbei liegendem Buffet gegönnt. Was mir hier positiv aufgefallen ist: Obwohl es sich rund um den Gullfoss um einen touristischen Dreh- und Angelpunkt handelt, waren die Preise hier nicht nenneswert höher als sonstwo. Die typische Touristenabzocke, die man auch bei uns oft vorfindet, scheint in Island sehr lobenswerter Weise nicht Teil der isländischen Mentalität zu sein.
Gullfoss - Wasserfall Next Stop: Gullfoss. Nur ein paar Minuten Autofahrt liegt dieser Wasserfall vom Strokkur entfernt und ist ebenfalls Bestandteil des Golden Circle (ein Tagesausflug von Reykjavík für Touristen, der 3 wichtige Sehenswürdigkeiten abfährt). Dort angekommen war klar, hier befindet sich ein Touristenknotenpunkt. Busseweise werden die Touristen angekarrt. Trotzdem hatte man (noch) nicht das Gefühl, dass es hier überlaufen sei. Da das Wetter noch immer schlecht war, habe ich den Gullfoss eher lustlos fotografiert, weshalb auch dessen Fotos eigentlich nichts geworden sind.
Strokkur Geysir - ein Touristenmagnet Der Strokkur Geysir war mein nächstes Ziel. In seiner unmittelbaren Umgebung befindet sich auch der "Große Geysir". Er ist der Namensgeber für alle anderen Geysire, d.h. das Wort "Geysir" wurde von seinem Namen entnommen. Leider war das Wetter schlecht als ich ankam. Es regnete sehr stark, womit ich leider nur einen Versuch hatte, den Ausbruch des Strokkur als Foto festzuhalten, er bricht jedoch alle 10 Minuten aus! Trotzdem denke ich, dass auf dem Bild sichtbar wird, um welch' beeindruckendes Naturschauspiel es sich hier handelt. Der Strokkur-Geysir weist eine Tiefe von 25-35 Metern auf. Das darin befindliche Wasser wird in dieser Tiefe solange von der Erdwärme erhitzt, bis es schließlich mit einem großen Ausbruch an die Oberfläche befördert wird. Der Strokkur hat noch eine relativ bescheidene Größe. Der "Große Geysir", welcher gleich nebenan liegt, weist eine Tiefe von 70 - 80 Metern aus. Dieser bricht aber in der Regel nur bei einem Erdbeben aus, zuletzt im Jahr 2000.
Die Kirche von Budir Nächstes Ziel: Die Kirche von Budir (Isländisch Búðir). Die Kirche von Budir befindet sich so wie der Kirkjufelsfoss auf der Halbinsel Snæfellsnes und ist bei Fotografen ein beliebtes Ziel. Der Grund ist wohl, dass diese Kirche wie kaum eine andere das typische Klischee bedient, wie man sich eine Kirche in Island vorstellt. Ein Abstecher lohnt sich, denn diese Kirche ist wirklich sehr schön. Wer dort vorbeikommt, sollte sich nicht den nahe gelegenen Strand entgehen lassen. Leider bin ich selbst erst danach auf diesen Strand aufmerksam geworden, der mit seinen Sanddünen gespickt mit Lavafelsen ein sehr interessantes Motiv abgibt. Vor allem lässt sich auch vom Strand aus die Kirche fotografieren. Die Kirche von Budir ist nicht unbedingt eine typisch isländische Kirche. In Island gibt es nämlich eigentlich keine typischen Kirchen. Anders als bei uns, gleichen sich diese oft nicht und sind dabei sogar noch sehr stylisch, wie das zweite Bild beweist.
Kirkjufellsfoss Die Nacht war sehr unruhig. Der Wind peitschte so heftig und die ganze Nacht lang gegen das Auto, sodass ich wirklich manchmal befürchtete, er könnte das Auto umstoßen oder eine Scheibe eindrücken. Welle für Welle schaukelte der Wind die ganze Nacht hindurch das Auto hin und her. Sehr viel Schlaf bekam ich nicht, dafür war das Wetter am nächsten Morgen halbwegs fototauglich.

23 May 2012

Autofahrt und Zeitvertreib Die Autofahrt zum Kirkjufellsfoss war begleitet von sehr schlechtem Wetter. Es regnete und stürmte. Als ich ankam war nicht einmal ans Fotografieren zu denken. Nur kurz bin ich aus dem Auto ausgestiegen, um mir die Location anzusehen, dann habe ich mich sofort wieder ins Auto verkrochen und mir erst einmal auf dem mitgebrachten Laptop einen Film angesehen. Vor meinem Abflug habe ich einige Filme auf den Laptop kopiert. Das war sehr praktisch. Denn, wenn das Wetter und/oder das Licht nicht stimmte und man nur eines tun konnte, nämlich warten, war das ein angenehmer Zeitvertreib. Bei meiner Ankunft war es 19:00 Uhr. Da das Wetter sich nicht besserte, war es nach der kleinen Kinoeinlage Zeit zum Schlafen.
Hvitserkur - Felsen Nächste Ziele auf meiner Island Tour waren der Hvitserkur und der Kirkjufelsfoss. Ersteres Ziel liegt im Nordwesten Islands, zweiteres im äußersten Westen, auf der Halbinsel Snaefellsnes. Eine lange Autofahrt lag also heute vor mir. Beim Hvitserkur handelt es sich um einen 15 Meter hohen, freistehenden Basaltfelsen, der an zwei Stellen ausgehöhlt ist. Eine ganz markante Erscheinung in der umliegenden Landschaft. Hier entstand auch das Foto eines mit Steinen besetzten Strandes.

22 May 2012

Übernachten direkt beim Wasserfall Die Nacht verbrachte ich schließlich direkt am Wasserfall. Auf meiner Reise war er meiner Meinung nach der zweitschönste Wasserfall, dem ich begegnet bin, diesen sollte man sich keinesfalls entgehen lassen!
Godafoss (Wasserfall der Götter) Bei schönstem Wetter brach ich schließlich auf zu meinem nächsten und letzten Spot für diesen Tag, dem Godafoss. Der Godafoss (Isländische Schreibweise Goðafoss), ist einer der bekanntesten Wasserfälle Islands, sein Name bedeutet übersetzt soviel wie "Wasserfall der Götter". Die Geschichte besagt, dass Þorgeir, Häuptling des Ljósavatn-Gebietes und Gesetzessprecher des Aitings, im Jahr 1000 mit der schweren Aufgabe beauftragt wurde, zu entscheiden, ob die Isländer zum Christentum übertreten sollten. Nachdem seine Entscheidung angenommen wurde, soll er seine heidnischen Götterbilder in den Wasserfall geworfen haben. Der Godafoss (Wasserfall der Götter) erinnert an dieses wichtige Ereignis. Der Wasserfall wird gespeist vom Fluss Skjálfandafljót, er ist der viert-längste Fluss Islands und etwa 180km lang. Die Höhe des Wasserfalls beträgt 12 Meter.
Grjótagjá - natürlichen Badegrotte Weiter ging's zur Grjótagjá, einer natürlichen Badegrotte, welche ebenfalls mitten im Mývatn Gebiet liegt. Das Wasser hat hier aktuell 44,6° (gemessen mit Cobalt® Digitalthermometer / Mai 2012), was sich wohl noch aushalten ließe. Vor dem Höhleneingang warnt ein Schild mit folgendem Text: "WARNING! Rocks have recently fallen from the roof of the cave, not for the last time!" Das erhöht beim Betreten der Höhle zwar nicht gerade den Wohlfühlfaktor, aber so ein schönes Motiv kann man sich einfach nicht entgehen lassen.
Schöner türkisblauer See In unmittelbarer Nähe liegt auch das Geo-Kraftwerk Bjarnarflag. Kann man vorbeischauen, muss man aber nicht. Wenn man von Hverarönd weiterfährt Richtung Mývatn, trifft man auf dem Weg, auf einen kleinen aber sehr schönen türkisblauen See. Hierbei handelt es sich, wie so oft in Island, um einen künstlichen See, der von Geo-Thermalwasser gespeist wird. Auch wenn die Farbe und die Wärme des Wassers dazu einlädt, hier hineinzuspringen, sollte man das wohl lieber unterlassen. Das Wasser schießt hier mit ohrenbetäubendem Lärm in den See (links unten), vermutlich gespeist von nahe liegenden Kraftwerksgebäuden.
Haverarönd - ein spektakuläres Hochtemperaturgebiet Heute sollte mich ein wunderschöner Sonnentag erwarten. Perfektes Islandwetter bei ca. 16° im Schatten! Zuerst ging es Richtung Namafjall, ein Berg im Mývatn Gebiet, bei dem es sich um einen aktiven Vulkan handelt. An dessen Ostseite liegt Hverarönd (vor Ort gekennzeichnet mit Hvervir) beim Pass Námaskarð. Bei Haverarönd handelt es sich um ein spektakuläres Hochtemperaturgebiet, hier ist die Erdkruste so dünn wie kaum sonst wo. Überall dampft und brodelt es aus der Erde, ein wirklich aufregender und einzigartiger Ort.

21 May 2012

Selfoss - der letzte Wasserfall für heute Nur 5 Gehminuten nördlich des Dettifoss befindet sich der Selfoss. Man merkt: Was Island am wenigsten fehlt, sind Wasserfälle. Obwohl der Selfoss in unmittelbarer Nähe des Dettifoss liegt, zeigt sich dieser in einem völlig anderem Bild. Die Steinformationen sind hier viel markanter ausgebildet, die Landschaft wirkt surreal, man hat das Gefühl sich in der Zeit zurück bewegt zu haben. Für den Rest des Tages machte ich es mir im Auto gemütlich, wo ich schließlich direkt am Parkplatz die Nacht verbrachte.
Besuch beim Dettifoss Wieder stand eine lange Autofahrt vor mir, 190km waren es zum Dettifoss. Falls die Straße 864 (Ostseite) gesperrt sein sollte (wie bei mir) kommt man über die Westseite zum Dettifoss! Diese Straße gab es jedoch auf Google Maps und meinem Navi noch nicht. Der Dettifoss ist der größte Wasserfall und durch die Kombination aus Volumenfluss und Fallhöhe ist er, knapp vor dem Rheinfall, der leistungsstärkste Wasserfall Europas. Vom Parkplatz aus wandert man noch 5 Minuten zum Wasserfall, der einen mit tosendem Rauschen begrüßt. Die bis zu 100m tiefe Schlucht ist erstaunlich!
Zusatzwissen Einlagerungen Wer sich fragt, wie die roten Zwischenlagen beim Hengifoss zustande kamen: Zwischen den Basaltschichten liegen an vielen Stellen rötliche, körnige Lehmschichten, die als Vulkanasche und Oberflächenentephra auf die Lavaschichten fielen. Mit der Zeit verwandelten sich die Schichten in Erdboden. Während des warmen und feuchten Tertiärklimas bildeten sich Lehm- und Eisenverbindungen im Boden. Als die nächste Lavaschicht über den sauren Boden floss, verband sich das Eisen mit dem Sauerstoff, wodurch die Schichten ihre rötliche Farbe erhielten. Gleichzeitig versengte die heißglühende Lava die oberste Schicht ihrer Unterlage und färbte sie rot.
Der Hengifoss Der Hengifoss mit seinen ca. 118 Metern Fallhöhe ist ein beeindruckender Wasserfall. Nach dem Hengifoss kommt übrigens Mordor, wo der böse König Sauron sein Dasein fristet. Ich denke, Island dürfte wohl mit ziemlicher Sicherheit auch auf Peter Jacksons Liste der möglichen Drehorte für "Herr der Ringe" gestanden haben.
Der Litlanesfoss Auch hier sind wieder die markanten, sechskantigen Gesteinssäulen zu sehen. Am Wasserfall Litlanesfoss dürfte die Lava das Bachbett ausgefüllt haben. Die längsten Säulen sind oben ein wenig gewölbt, was darauf hinweist, dass die Lava sich immer noch in einer gewissen Bewegung befand als die Säulenbildung einsetzte.
Parken & Wanderung Noch immer war das Wetter schlecht. Der gestrige Tag brachte fotografisch gesehen null Ausbeute, also hoffte ich sehr, dass der Hengifoss (Islands dritthöchster Wasserfall) heute mehr zu bieten hatte. Nur 35km waren es dorthin. Vom Parkplatz aus wandert man, wenn man sich auch fürs Fotografieren Zeit nimmt, ca. 1 1/2 Stunden zum Hengifoss hinauf. Auf dem Weg begegnet man seinem kleinen Bruder, dem Litlanesfoss. Wer möchte kann sich oben angekommen auch im "Gästebuch" des Hengifoss eintragen, dazu sollte man die kleine Röhre - welche sich hinter einem Stein versteckt (siehe Bild) - nicht übersehen.

20 May 2012

Endlich im Hotel relaxen Da keine Besserung mehr in Sicht war, nahm ich mir im Hotel Egilsstaðir (in Egilsstaðir) für ca. 55,- Euro ein Hotelzimmer. Für isländische Verhältnisse ist Egilsstaðir ein recht großer Ort. Endlich wieder duschen - bei aller Liebe zu meinem Jeep - auch über das Bett freute ich mich sehr. Fotografisch hatte der Tag nichts mehr zu bieten, also wurde heute relaxed.
Wasserfall Gufufoss Ungefähr 2.200 Kilometer legte ich in 12 Tagen Island zurück. Diese musste ich natürlich irgendwann bewältigen - heute war demnach Autofahrtag. Vom Jökulsárlón sind es ungefähr 320km bis zum Gufufoss - ein eher unbekannter Wasserfall Islands. Am Ziel angekommen, erwartete mich aber nur eines: Schlechtes Wetter. Wind, Regen, Kälte; An Fotografieren war gar nicht zu denken, also blieb mir nichts anderes übrig, als ein Beweisfoto aus dem Auto zu schießen und meine weiterfahrt anzutreten.
Spontanshooting um 05:00 Uhr Schon gegen 05:00 Uhr morgens küsste mich die gerade aufgehende Sonne wach. Also raus aus dem Auto und ein paar Shots von der aufgehenden Sonne über den Eisbergen gemacht. Das ist eben einer der vielen großen Vorteile, wenn man im Auto schläft: 1. Man ist immer an Ort und Stelle 2. Man braucht keine Zeit (und Geld) auf das Organisieren von Unterkünften verschwenden 3. Man ist schnell wieder weg (Keine Zeit nötig für Zeltauf- oder -abbau) 4. Man ist perfekt vor Wind und Wetter geschützt 5. Es ist billig, den Mietwagen braucht man schließlich sowieso 6. Man kommt auch ohne Campingplätze aus!

19 May 2012

Sandstrand mit Eisbergen Den nahe gelegenen Sandstrand sollte man nicht verpassen. Der Jökulsárlón mündet direkt ins Meer, dabei werden immer wieder kleinere und größere Eisberge mitgerissen, welche zum Teil wiederrum am Strand angespült werden. Dort geben sie ein hervorragendes Fotomotiv ab, Island ist einfach ein Paradies für Natur- und Landschaftsfotografen. Der Wind, ein ständiger Begleiter, schaukelte auch hier wieder mich und das Auto, mehr oder weniger sanft, in den Schlaf. Zu meiner Verwunderung war dies eine der wärmsten Nächte während der ganzen Reise.
Schlafen neben Eisbergen? Ja, bitte! Langsam wurde es schon zu einem kleinen Ritual, denn auch hier habe ich es mir nicht nehmen lassen, eine ganz besondere Parkposition, mit hervorragender Sicht auf den Gletscher, einzunehmen. Sogar eine Robbe ließ sich hier blicken, während ich gerade in meinem Bett lag und einen kurzen Blick auf den See warf, tauchte sie direkt vor meinem Fenster auf! Meine Parkposition war eingenommen und ich hoffte auf einen schönen Sonnenuntergang. Das isländische Wetter sollte mich nicht enttäuschten und tatsächlich brachen gegen 22:00 Uhr die Wolken auf.
Jökulsárlón - „Gletscherflusslagune“ Mein nächstes Ziel war der Jökulsárlón Gletschersee - der bekannteste Gletschersee Islands. Er liegt am Südrand des Vatnajökull (der größte Gletscher Islands) und ist mit 248 Metern der tiefste isländische See. Auf dem See treiben Eisberge ( bis zu 15m hoch) und verleihen diesem seine charakteristische Kulisse. Ein Traum für Naturfotografen. Rund um den See gibt es auch viele Wanderwege und auch Robben sind hier anzutreffen.
Mittagessen mit wunderbare Aussicht Zeit für ein Mittagessen. Mein Campinggrill bzw. Kocher war wirklich Gold wert und so standen heute Bratwürste auf dem Menü. Ich gebe zu, bei meiner Island Tour trat die gesunde Ernährung etwas in den Hintergrund, aber die wunderbare Aussicht, die ich dabei genießen konnte, entschädigte für einiges.
Wasserfall unterhalb des Svartifoss Nachdem ich noch dem Wasserfall unterhalb des Svartifoss einen Besuch abstattete, war es Zeit für ein Mittagessen.
Der Svartifoss und sechskantige Steinsäulen Der Svartifoss ein sehr interessanter Wasserfall, dessen auffälligstes Merkmal die für Island typischen sechkantigen Steinsäulen sind. Nach dem Erstarren der Lava kühlt das Gestein weiterhin ab und formiert sich allmählich zu Säulen, die in der Regel sechskantig sind. Diese Säulen stehen im rechten Winkel zur Abkühlungsfläche. Daher sind sie in Lavaschichten senkrecht, in Intrusionen jedoch waagerecht. Bei langsamer Abkühlung kristallieren die Säulen besonders schön.
Auf nach Svartifoss Nachts lies der Wind stark nach. Von der Sonne wachgeküsst, machte ich mich fertig für mein nächstes Ziel, dem Svartifoss. Mit Anbruch des Tages begann der Wind vom Vorabend wieder zuzulegen, doch jetzt war es ohnehin erst einmal Zeit, die ca. 140 km von Vík zum Svartifoss zurückzulegen.

18 May 2012

Reynisdrangar - eine Landschaft mit Sage Bei diesen Felsnadeln handelt es sich der isländischen Sage nach um ein versteinertes Segelschiff, ein Trollweib, das sich Skessudrangur nannte, und einen lüsternen Riesen mit dem Namen Landdrangur. Die beiden sollen von der Sonne überrascht worden sein und mussten erleben, was alle Trolle erleben, die mit der Sonne in Berührung kommen, sie versteinerten. So stehen sie nun da und geben diesem Strand einen einzigartigen Touch.
Stellplatz für diese Nacht In Vik parkte ich schließlich das Auto für die Nacht am hiesigen schwarzen Sandstrand. Ein wunderschöner Strand, dessen auffälligstes Merkmal die Reynisdrangar sind. Von meiner VIP-Aussicht aus, habe ich den Blick auf die Reynisdrangar genossen.
Kap Dyrhólaey Angekommen beim Kap Dyrhólaey eröffnet sich eine beeindruckende Felslandschaft. Dyrhólaey bedeutet zu deutsch „Türlochinsel“. Die Halbinsel fällt zum Meer hin 115m schroff ab und enstand vor unglaublichen 80.000 Jahren bei einem submarinen Vulkanausbruch. Man bemerkt heute noch leichten Schwefelgeruch der am Gipfel aufsteigt. Hier gibt es auch sehr viele Vögel: Seeschwalben und Papageitaucher! Die Spitze des Kap bildet ein Felsentor. Man kommt über die Strasse 218 zur Halbinsel. Die Auffahrt auf das Plateau ist über eine unbefestigte und teils steile Piste möglich.
Plane DC 3 Sólheimasandur Iceland Das Flugzeugwrack liegt auf der Westseite eines kleinen Flusses. Da ich natürlich auf der falschen Seite war, habe ich diesen kurzerhand gefurtet, was völlig problemlos möglich war. Auch andere interessante Dinge findet man in dieser Steinwüste, wie ein vor sich hin rostender Bagger beweist. Ich muss zugeben, es hat einfach irre Spaß gemacht hier herum zu fahren. Der Ordnung halber möchte ich aber darauf hinweisen, dass das Offroad-fahren fernab von ausgewiesenen Straßen in Island verboten ist. Im Extremfall erwarten einen mehrere tausend Euro Strafe, wenn man erwischt wird. Ich selbst wusste das vorab leider nicht!
Mondlandschaft Kurz nach dem Skógafoss beginnt auf der Südseite der Straße eine wahre Mondlandschaft. Ein kilometerlanges und breites Feld aus Gestein und Geröll breitet sich hier vor einem aus.

17 May 2012

kleine Wandertour zum Wasserfall hinauf Wer Lust auf eine kleine Wandertour hat, benutzt die Treppe zum Wasserfall hinauf. Oben angekommen hat man die Möglichkeit, auf dem Hochplateau herum zu streifen. Die Gelegenheit habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen und habe in völliger Einsamkeit dort oben die Natur Islands genossen. Beim Skógafoss gibt es übrigens eine Dusche - für 300 Isländische Kronen (á 100 ISK Münzen) kann man dort 5 Minuten duschen. Das Wasser ist zwar brennheiss und stinkt nach Schwefel, trotzdem war sie mir sehr willkommen.
Skógafoss - der schönste Wasserfall Islands Nun war der Skógafoss an der Reihe, endlich! Ich war wirklich schon ungeduldig wie ein kleines Kind, war dieser Wasserfall doch einer der Hauptgründe, warum ich nach Island wollte. Nur 30km später kam ich dort an und die vielen Fotos, die ich mir vorab von diesem Wasserfall angesehen hatte, waren wirklich nicht zu viel versprochen. Von diesem Wasserfall könnte ich Tag und Nacht schwärmen. Würde sich ein Designer-Team zusammen setzen um einen tollen Wasserfall zu entwerfen, er könnte aussehen wie der Skógafoss. Meiner Meinung nach ist er der schönste Wasserfall Islands.
Unglaubliche Naturschönheit: Seljalandsfoss Nachdem ich mich noch mit den nötigsten Dingen eindeckte, gings los zum ca. 120km entfernten Wasserfall im Süden Islands. Angekommen am Parkplatz tummelten sich dort schon einige Leute, wobei es nicht überlaufen war. Leider war das Wetter nicht unbedingt das beste, Regen schien bald heraufzuziehen. Also habe ich versucht, aus der vorhandenen Lichtstimmung das Beste zu machen. Aber ich denke auf dem Bild wird klar, dass es sich beim Seljalandsfoss um eine wahre Naturschönheit handelt.
Steinformationen nahe Hafnarfjördur Schließlich widmete ich mich noch einer Aufnahme der Steinformationen nahe Hafnarfjördur, bis es Zeit war schlafen zu gehen. Die Kälte hatte ich dabei doch etwas unterschätzt, ohne dünne Fleecejacke und Haube, war an schlafen bei um die 0° nicht zu denken.
Halgrimskirche in Reykjavik Mein erstes Ziel war die Halgrimskirche (Hallgrímskirkja) im knapp 50km entfernten Reykjavík. Mit 74,5 Metern Höhe, ist sie die größte Kirche Islands und die 6. höchste architektonische Struktur in Island. Es dauerte 38 Jahre um die evangelische Kirche zu bauen. Die Arbeiten begannen bereits 1945. Mit ihrer Position, mitten im Herzen von Reykjavík, ist die Halgrimskirche eine der stadtbekannten Sehenswürdigkeiten und von der ganzen Stadt aus sichtbar!
Essen in Island Die Preise in Island sind nicht so schlimm wie allgemein behauptet, meinem Empfinden nach. Wer aber darauf Wert legt, frisch gekochte Dinge zu bekommen, oder gar einen Besuch im Restaurant wagt, der muss sich in Island auf wirklich gesalzene Preise einstellen. Wer sich selbst versorgt, kommt auch mit kleinerem Budget aus.
Das fahrende Hotel Hier sieht man mein künftiges Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche für die nächsten 11 Nächte. Anfangs ist es natürlich etwas gewöhnungsbedürftig und gerade in der ersten Nacht habe ich alles andere als gut geschlafen. Doch mit der Zeit ist es für mich ein vollwertiges Bett geworden. Gerade gegen Ende meiner Island Tour, habe ich hier mühelos 8 Stunden durchgeschlafen und trotz meiner Körpergröße von 185cm hatte ich ausreichend Platz. Wobei man allerdings nicht besonders empfindlich sein sollte, was die Lichtsituation betrifft, denn bereits ab Mai wird es in Island nicht mehr richtig dunkel. Aktuelle Benzin- und Dieselpreise in Island findet man hier: www.gsmbensin.is/gsmbensin_web.php
Auto mieten Am Flughafen Keflavik übernahm ich meinen, zuvor über das Internet für ca. 1.100,- Euro gebuchten, Jeep Grand Cherokee. Ich gebe zu, auch die fotografischen Aspekte spielten bei der Auswahl meines Fahrzeuges eine Rolle. Der Grand Cherokee passt perfekt in die Landschaften Islands und stand während meiner Island Tour nicht nur einmal Modell. Außerdem wollte ich auch nicht auf einen gewissen Komfort verzichten, er musste 100% schlaftauglich sein und auch sonst genug Platz bieten. All diese Anforderungen erfüllte er voll und ganz - ein tolles Auto. Mietwagenpreisvergleich findet man hier: www.mietwagen-auskunft.de/island
Was ist der richtige fahrbare Untersatz in Island? In Island, so denken manche, kommt man ohne Allradfahrzeug nicht aus. Nun, das stimmt nicht. Die Ringstraße, die auch ich zum größten Teil befuhr, ist problemlos mit einem normalen PKW befahrbar. Nur abseits der asphaltierten Wege und vorallem auf den sogenannten "F" Straßen, die man vorallem im Hochland vorfindet, ist ein Allradantrieb teilweise zwingend erforderlich. Mit den Hochlandstraßen ist das so eine Sache, denn diese sind meist erst zwischen Juni und August befahrbar bzw. freigegeben. Nicht ganz ohne Grund findet man deshalb in Island auch ganz besondere Geländewagen vor, diese haben den Namen "Geländewagen 4x4" wirklich verdient! Die aktuelle Straßensituation in Island (Klick auf "Road Conditions" rechts oben) findest du unter dem angegebenen Link.
Die Vorgeschichte Was verbindest du mit Island? Fisch- bzw. Walfang? Kälte? Schlechtes Wetter? Alles richtig, aber auch irgendwie falsch, denn Island ist so viel mehr! Kürzlich wusste ich selbst nicht sehr viel über dieses Land, bis ich von verschiedenen Fotografen Bilder von Island sah - sofort war ich Feuer und Flamme! Während meiner Island Tour sollte sich zu meiner großen Freude zudem herausstellen, dass diese Bilder nicht zu viel versprachen, dieses Land ist eine Naturschönheit, die ihresgleichen sucht. Ein Paradies für Fotografen und Naturliebhaber.
Was sollte man bei einer Islandreise mitnehmen? Wohl einer der wichtigsten Fragen und individuell von vielen Faktoren abhängig. Ich hatte folgende Dinge auf meiner Reise dabei und kann diese uneingeschränkt empfehlen. Wer so wie ich eine Fototour im Sinn hat, für den ist ein KFZ-Spannungswandler zum Laden von Akkus und evt. Betreiben eines Laptops absolut notwendig. Zusätzlich unverzichtbar: Campinggrill / Kocher, guter Schlafsack, Campinggeschirr, Campingkissen, Island-Landkarte, Wasserkanister.