China · 5 Days · 5 Moments · September 2016

22 September 2016

t nichts, denke ich mir, und schwinge mich wie jeden Morgen aufs Rad. Alles ist gleich – der hupende Verkehr, die Radkolonen, die blinkenden Restaurants – nur eben alles ein bisschen grauer als gestern. Das stört mich heute nicht weiter, denn auf dem Plan steht ein Kochkurs bei Chao, in der Beijing Cooking School. Nahe der Deng Cao Hutong stelle ich mein Rad ab und suche die versteckte Nummer 35. Ich läute an der roten, unscheinbaren Tür. Keine zwei Minuten später öffnet mir Chao und strahlt mich an. „Hello, come in!“ Ich habe den „Noodles“-Kurs gebucht, genauso wie ein Paar aus Neuseeland, welches sich nur mit Fahrer durch Peking chauffieren lässt, ein Australier, der früher in Indien gelebt hat und drei Japanerinnen, die aussehen als würden sie sowieso nie etwas essen, geschweige denn kochen.
t nichts, denke ich mir, und schwinge mich wie jeden Morgen aufs Rad. Alles ist gleich – der hupende Verkehr, die Radkolonen, die blinkenden Restaurants – nur eben alles ein bisschen grauer als gestern. Das stört mich heute nicht weiter, denn auf dem Plan steht ein Kochkurs bei Chao, in der Beijing Cooking School. Nahe der Deng Cao Hutong stelle ich mein Rad ab und suche die versteckte Nummer 35. Ich läute an der roten, unscheinbaren Tür. Keine zwei Minuten später öffnet mir Chao und strahlt mich an. „Hello, come in!“ Ich habe den „Noodles“-Kurs gebucht, genauso wie ein Paar aus Neuseeland, welches sich nur mit Fahrer durch Peking chauffieren lässt, ein Australier, der früher in Indien gelebt hat und drei Japanerinnen, die aussehen als würden sie sowieso nie etwas essen, geschweige denn kochen.

20 September 2016

Auch beim Eingang der Verbotenen fühle ich das schnelle Tempo: Ein Horde chinesischer Touristen schiebt mich Richtung Eingang. Von allen Seite höre ich lautes Gejammere. Die alte Chinesin, die mehr wie ein japanischer Faltenhund aussieht, trägt einen orangenen Hut und wie auch ihre Begleiter folgt sie wie ein Lemming einer orang-fähnchen-tragenden Fremdenführerin. Während ich noch verwirrt in die Menschenmasse blicke, die sich vor mir ausbreitet, reihen sich die 40 Chinesen in die Schlange zum Security Check ein – direkt hinter ihrer Fähnchenfrau. Alle anderen Schlangen sind fast leer – nur die Orange-Kappen stehen in Reih‘ und Glied. In der verbotenen Stadt, einer weitläufigen Palastanlage, sind sie dann weniger gesittet: Vor den Eingängen zu den prunkvollen Hallen fasse ich den ein oder anderen Ellbogenhieb aus, werde fast mit einem Sonnenschirm erstochen und werde, mit einem Selfie Stick natürlich, gar nicht so heimlich fotographiert. (Ja, so schaut eine blonde Europäerin aus!)

19 September 2016

Ich denke an den Himmelstempelpark: Die Tempelanlage des Parks ist faszinierend, noch viel faszinierender ist aber ist, wie sie Chinesen nutzen. Gedanklich spaziere ich noch einmal durch den mehrere Hektar großen Park, höre die Trompetenklänge des alten Mannes, der mit geschlossenen Augen sein Musikinstrument spielt. Ich beobachte die alten Frauen, die ihre innere Ruhe bei Qi Gong Übungen suchen und ihre Hände in den Himmel strecken. Ich schlendere an einer Gruppe Menschen vorbei, die einen kleinen befederten Ball mit den Füßen durch die Luft kicken und „Jianzi“ spielen und während daneben ein 5-Jähriger auf einem riesen Smartphone herumtippt. Auch das ist die Vielfalt Pekings.

18 September 2016

Und plötzlich steht man im Lamakloster, umgeben vom Duft der Räucherstäbchen, die als Opfergabe dienen, von Gelbmützen-Mönchen und wunderschön verzierten Tempelanlagen. Auch das ist Peking, denke ich mir, während ich mich auf den Steinboden setze und den Duft der Ruhe hier einatme.