Japan · 28 Days · 17 Moments · April 2018

CHAPTER 9 - Japan


1 May 2018

Unser letzter Tag in Japan verbrachten wir in Kobe. Mir wurde ein neuer Haarschnitt verpasst, wir schlenderten durch die Einkaufsstraßen und Chinatown und genossen das gute Wetter an der Waterfront. Abends gab es dann unsere letzte japanische Ramen, wobei wir schon fast sentimental wurden ;) Japan war ein extrem angenehmes Land mit viel Komfort und Struktur. Für Ben eines der Top-Länder! Sicherlich werden wir einiges hier vermissen: Ramen, Pünktlichkeit, Organisation und die Hygiene. Für meinen Geschmack langt es nun aber auch mit dem Luxus und ich vermisse das Chaos etwas :) Trotzdem freuen wir uns auf unseres nächstes Ziel, denn morgen geht es nach Seoul!

29 April 2018

In allen Reiseführern das Reiseziel Nummer 1: Nara, 50min von Osaka entfernt. Vor Jahrhunderten die Hauptstadt Japans hat die Stadt mal wieder einiges an Tempeln und Schreinen zu bieten. In Summe umfasst das Areal 7 Bauwerke mit UNESCO Weltkulturerbe-Status, es gab also eine Menge zu sehen. Unter anderem ist einer der Tempel das größte Holzgebäude der Welt, im Inneren ist eine 15m hohe Budda Statue zu finden. Impressive! Nara hat neben den Tempeln einen riesigen Park in dem seit Jahrhunderten zahmen Rehe leben. Die Tiere leben tatsächlich frei und können sich nach Lust und Laune bewegen, trotzdem erinnert das Ganze an einen riesigen Streichelzoo. An kleinen Ständen kann man etwas Futter kaufen und schon kommen die Tiere in Scharen auf einen zu. Hunderte Rehe verteilen sich über den Ganzen Park. Auch wir konnten es uns nicht nehmen lassen einmal in unserem Leben ein Reh zu streicheln. Mit einem Bierchen am See ließen wir den Tag ausklingen und genossen die letzten Sonnenstrahlen :)

28 April 2018

Es geht weiter nach Osaka. Einige Leute hatten uns dazu geraten Osaka zu überspringen sollte die Zeit knapp werden. Doch nach unserem ersten Abend in Osaka sind wir vom Gegenteil überzeugt: Die Leute sind deutlich entspannter als in Tokyo, die Stadt „dreckiger“ und das erste Mal sehen wir ein Japan wie wir es uns vorgestellt hatten. Riesige Shoppingmeilen, haushohe Displays an jeder Ecke, eine Bar nach dem nächsten entlang des Flusses wo abends getrunken und gegessen wird. Wie groß das Angebot an Bars und Restaurants ist wurde uns erst bewusst als wir durch die Straßen schlenderten und immer wieder erstaunt waren, dass es nach Seitenstraße nach Seitenstraße immer noch weiter ging. Osaka ist definitiv eine Stadt zum Feiern und Ausgehen. Wir beschränkten uns aber auf ein paar Bierchen und Highballs und natürlich mal wieder eine unglaublich gute Ramen :)

27 April 2018

Kyoto! Seit 5 Tagen sind wir nun an diesem wundervollen Ort. In den letzten Tagen haben wir so einiges gesehen und erlebt. Hauptsächlich haben wir uns Tempel angeschaut, den ältesten, den höchsten, einen goldenen, einen mit Rock Garden, einer umringt von 10.000 Toren und und und. Dabei ging es entweder zu Fuß oder mit dem Rad los um zum jeweiligen Ziel zu gelangen. Wir haben es uns aber auch nicht nehmen lassen das Frühlingswetter zu genießen und am Fluss das ein oder andere Bier zu genießen. Auch die japanische Küche kosteten wir nochmal vollends aus: Ob Supermarkt-Schnäppchen am Abend, Sushi für zwischendurch oder Ramen am Abend. Ansonsten nutzten wir unsere erste eigene Unterkunft in Japan ohne soziale Verpflichtungen zum entspannen und planen der nächsten Reiseziele.

20 April 2018

Unser Ziel für heute: Kamikochi! Der Nationalpark hatte erst 5 Tage zuvor wieder eröffnet und so fuhren wir gemeinsam mit Kathleen über die Berge und einige Staudämme bis nach Kamikochi. Kaum angekommen wurden wir mit perfektem Wetter und einer überwältigenden Aussicht empfangen: Das Wasser türkis und glasklar, die Berge noch weiß und die meisten Bäume schon grün. So wanderten wir für einige Kilometer durch den Park. Unser wohl größtes Highlight dabei war eine Affenfamilie auf die wir plötzlich stießen! Vermutlich 50 an der Zahl, die ganz brav an uns vorbeiliefen und sich durch wirklich nichts aus der Ruhe haben bringen ließen. Affen haben wir auf unserer Reise zwar schon viele gesehen, aber japanische Affen scheinen tatsächlich Manieren zu besitzen und sich an die Kultur angepasst zu haben ;) Es ging weiter über Holzstege, Brücken, Bäche, durch Schlamm und Schnee bis wir nach 7 km wieder an unserem Startpunkt ankamen und die Heimfahrt antraten.

16 April 2018

Kathleen hat heute frei und ist unsere erste Couchsurferin voller Tatendrang! Schon am Vortag hatte sie uns vorgeschlagen uns heute die Umgebung zu zeigen, am besten Orte die wir nur mit dem Auto erreichen können. Gesagt, getan - Schon saßen wir samt Hund im Auto und fuhren durch die atemberaubende Berglandschaft. Da wir deutlich höher liegen als noch in Tokyo hatten wir sogar noch mit der Kirschblüte Glück und konnten ein blühendes Feld nach dem nächsten bestaunen. Dank Kathleen bekamen wir gleichzeitig eine Kultur- und Geschichtslehrstunde über Japan da sie schon so lange hier lebt und sogar dieses Feld studiert hat. So ging es von Kirschblütenfeldern zur Sake Brauerei, zu einem Tempel, nach Nagano wo 1998 die olympischen Winterspiele ausgetragen wurden, in ein traditionelles Onsen - eine natürliche heiße Quelle, in den Waschsalon bis in Kathleens Lieblingskneipe um die Ecke, wo der Besitzer uns mit seinen Yakitori Spießen verwöhnte.

15 April 2018

So pünktlich, komfortabel und organisiert wie noch nie ging es nach einer kurzen Verabschiedung vom noch schlafenden Jack mit dem Bus für 4 Stunden Richtung Matsumoto um unsere neue Gastgeberin Kathleen zu treffen. Kathleen kommt aus Hotaka, ein kleines Örtchen nordwestlich von Tokyo, das am Fuße der japanischen Alpen liegt. Sie selbst ist Deutsche, lebt aber bereits seit über 10 Jahren in Japan. Auch Kathleen hat uns sehr herzlich aufgenommen, auch ihr Hund Happy und ihr Kater Socke begrüßten uns euphorisch. Beim Schlemmen von Ramen und Bierchen beim Chinesen nebenan wurde die ein oder andere Geschichte ausgetauscht und viele Fragen beantwortet.

14 April 2018

Heute ging es nach Kamakura, ein weiteres Ziel das auf allen Touri Listen steht. Da Kamakura vor sehr langer Zeit Regierungssitz war, gibt es hier einen Tempel und einen Schrein nach dem anderen. Ein paar davon konnten wir uns anschauen. An einem Tempel hatten wir sogar das Glück eine traditionelle Hochzeit zu verfolgen. Wir sahen die Braut im Kimono sowie diverse aufgeregte Fotografen die versuchten die Touristen zu vertreiben um Hochzeitsfotos für das Brautpaar schießen zu können. Danach gingen wir zu dem ältesten Tempel in Kamakura der bereits im Jahre 734 errichtet wurde. Die Anlage war sehr klein, die Treppen voller Moos und der Anblick einfach wunderschön. Durch den Bamboo Garten in einer der Tempelanlagen liefen wir gleich zweimal - was auch nicht so schwer war, da er leider doch recht klein war. Nachdem wir einen Berg "erklommen" hatten sind wir über einen Schleichweg auf einen der größten Tempel der Region gestoßen was uns praktischer Weise die 5€ Eintritt erspart hat.

13 April 2018

Auch Yokohama wollten wir uns nicht entgehen lassen, war unsere Couchsurfing Unterkunft doch nur eine halbe Bahn Stunde entfernt. So spazierten wir einen halben Tag bei strahlendem Sonnenschein durch Downtown Yokohama. Yokohama war eine der ersten Städte in Japan die sich dem Handel mit dem Westen geöffnet hat, was auch an dem riesigen Hafen spürbar ist. An der Waterfront bei Frühlingstemperaturen zu sitzen hat das Heimatgefühl in uns geweckt. Das rote Backsteingebäude und die moderne Konstruktion wie in der Hafencity haben das Ganze nur noch gefördert. Zum Abschluss ging es noch durch Chinatown, wobei wir erschrocken waren, dass es tatsächlich möglich ist, dass Chinatown nicht die günstigste Alternative der Stadt ist.

12 April 2018

Daytrip nach Hakone! Das Örtchen östlich von Yokohama ist eines der japanischen Reiseziele überhaupt. Gleich morgens machten wir uns auf den Weg. Schon in der Bahn merkten wir, dass wir den perfekten Tag gewählt hatten - Mount Fuji war klar zu sehen! Etwas ernüchternd war die Ankunft in Hakone: Touristen soweit das Auge reicht, ein exakter Plan von wo man nach wo gehen muss inkl. Abfahrtszeiten wird einem in die Hand gedrückt. So bahnt man sich einen Weg durch all die Touris in die nächste Bahn oder Gondel, in den nächsten Zug oder in das nächste Schiff - das alles nimmt einfach etwas den Charme der eigentlich überragend schönen Umgebung. Man fährt über die Berge, hat einen klaren Blick auf Mount Fuji und Lake Ashi, sieht Schwefelfelder und den gelben Rauch aus den Bergen aufsteigen und ist umgeben von Bergketten. Unsere Gefühle bleiben gemischt - landschaftlich kann Hakone auf jeden Fall überzeugen aber uns war es dann doch einfach etwas zu touristisch.

10 April 2018

Nächster Stopp: Yokohama. So machten wir uns auf den Weg um unseren neuen Host, der uns für die nächsten Tage aufnimmt, zu treffen. Jack arbeitet bei der Navy und kommt ursprünglich aus Buffalo, NY. Wirklich eingelebt hat er sich in Japan nicht, das merkt man vor allem an dem lieblos "eingerichteten" Haus. Das Haus hat er nur weil die Navy es ihm zur Verfügung stellt, Glück für uns, denn so haben wir die nächsten Nächte wieder ein eigenes Zimmer. Jack war anfangs eher schüchtern aber nach ein paar gemeinsamen Bierchen taute er auf, sodass wir letztendlich noch einen schönen ersten Abend gemeinsam verbrachten. Unser Highlight des Tages gab es zum Abendessen: wir gingen in einen kleinen Ramenstore um die Ecke wo wir den bisher besten Ramen unserer Japanreise verspeisten.

9 April 2018

Als Krönung war unser Host auch noch ein Fahrrad Nerd. Da er 3 Fahrräder besaß wollten wir uns die Chance nicht entgehen lassen Tokyo auch noch mit dem Fahrrad zu erkunden. So organisiert und strukturiert hier auch alles ist, beim Fahrrad fahren machen die Japaner eine Ausnahme. Mal soll man auf der Straße fahren, mal auf dem Gehweg. Mal fahren sie links, mal rechts. Ein ziemliches Durcheinander in dem man als Tourist schnell auffällt. Allerdings beschwert sich hier auch keiner, also alles halb so wild. Und so fuhren wir 20km zu unserem Zielort, einem Park am Wasser mit Blick auf die Skyline Tokios. Das Viertel durch das wir zum Park fuhren erinnerte mit seinen Kanälen und modernen Gebäuden hat stark an die Hafencity in Hamburg. Nach insgesamt 40km Radfahren war vorallem ich kaputt, aber beide glücklich, dass wir die Tour gemacht haben.

8 April 2018

Heute ist es soweit, auch der letzte in unserer Runde hat Geburtstag - Ben. Nachdem es Pfannkuchen zum Frühstück gab sind wir losgezogen und in den Zoo gegangen - und das war nicht meine Idee ;) Der Zoo hat wirklich alle Tiere die man sich so vorstellen kann: Elefanten, Lemuren, Pandas, Tiger, Gorillas und und und. Leider haben die Tiere auch hier viel zu kleine Gehege, was uns für Japan doch sehr überrascht hat. Danach erkundeten wir noch diverse Viertel, ein sehr altmodisches mit unglaublich vielen Schreinen und das komplette Gegenteil in einem Viertel das für seine Manga und Cosplay Shops bekannt ist. Abends wurden wir von unserem Host wieder überrascht! Seine Frau hatte einen Torte zu Bens Geburtstag organisiert, inklusive japanischen Glückwünschen. Ben war auf jeden Fall happy über seinen Geburtstag in Japan und das ist ja auch die Hauptsache :)

7 April 2018

Nach einer Nacht im 27 Bed Dorm für rund 30€ pro Person waren wir froh heute unseren nächsten Host zu treffen. Ryuichi ist in den 50ern und hat uns herzlich am Bahnhof empfangen. Seine Frau spricht leider nur sehr wenig Englisch aber ist genau so herzlich. Kaum angekommen wurden wir auf ein Bier eingeladen, dann ging es in ein Restaurant in dem uns einige Köstlichkeiten des Landes serviert wurden. Über Sashimi, Austern, Hähnchen Yakitori bis zu einem sehr seltenen Fisch. Immer dabei: Sake und Weißwein. Wir schätzen die Kosten auf rund 500€ was vollständig von unserem Host gesponsert wurde. So etwas haben wir von einem Couchsurfer weder erwartet noch jemals gehört - Unglaublich! Das Verwöhnprogramm hatte damit aber noch kein Ende. Zusätzlich gab es während des Aufenthalts ein Pocket Wifi, eine Bahnkarte für jeden von uns mit 20€, Frühstück und diverse weitere Drinks und Snacks. So viel hatten wir sicher erwartet und sind selber immernoch verwundert womit wir dies verdient haben!

5 April 2018

Lange im Vorraus hatten wir unsere Reise genau so geplant, dass wir während der berühmten Cherry Blossom in Japan sind. Der Klimawandel hat uns leider einen großen Strich durch die Rechnung gemacht: Das zweite Mal seit 25 Jahren war die Blüte bereits Ende März und nicht wie sonst erst Mitte April. Wir ließen uns aber nicht entmutigen und nach langem Suchen haben wir glücklicher Weise noch einen Park gefunden in dem die meisten Kirschbäume noch in voller Blüte standen. Abends hatten wir uns mit unserem ehemaligen Arbeitskollegen Jan verabredet, der bereits seit 2 Jahren in Japan lebt. Die Freude war groß sich nach so langer Zeit wiederzusehen - und das in Japan! Jan brachte uns in ein nettes Restaurant in dem wir ohne Japanisch wieder einmal nicht zurecht gekommen wären. Bei ein paar Drinks, Sashimi und Chicken plauderten wir über alles Mögliche und das tatsächlich so lange bis die letzte Bahn kam :)

4 April 2018

Japan ist, wie erwartet, leider viel zu teuer für unser Jahresbudget. Daher haben wir uns gut vorbereitet und einige Couchsurfer gefunden die bereit waren uns für ein paar Nächte aufzunehmen. Am ersten Abend trafen wir Jio, unseren ersten Host - Ein Diplomat aus Südkorea der uns herzlich bei sich aufgenommen hat. Heute starteten wir unseren ersten Versuch Japan einzukaufen, komplett ohne Englische und Verständigungsmöglichkeiten. Letztendlich haben wir es gemeistert, wenn auch mit Anlaufschwierigkeiten. Den Abend ließen wir mit Bierchen, etwas Rum und überraschenderweise sehr leckeren Instantnudeln gemeinsam mit Jio ausklingen. Er scheute sich nicht vor unseren hunderten von Fragen und tat sein Bestes die japanische und koreanische Kultur näher zu bringen.
In Manila in den Flieger gestiegen, 4 Stunden später Touchdown in Japan! Direkt vom Airport suchten wir uns gleich den meistbesuchten Bahnhof der Welt als Startpunkt aus: Shibuya! Unser erster Eindruck: Es ist extrem leise, egal wie viele Menschen einen umgeben. Der Flüsterasphalt und die modernen Bahnen tun ihren Teil dazu bei. Alles ist extrem strukturiert, sei es auch nur auf welcher Seite man die Treppen heruntergehen muss. In jeder Ecke findet man Shoppingmalls und schicke Modeboutiquen. Die Japaner legen viel Wert auf ihr Äußeres: Nahezu jeder ist hier extrem gut und bedacht bekleidet, so haben wir das in noch keinem Land erlebt. Das Essen ist immer hochwertig und sehr lecker, wir sind unglaublich happy uns ausnahmsweise keine Gedanken machen zu müssen was wir essen. Trotz allem ist es eine wahre Herausforderung hier ohne Japanisch auszukommen. Englisch spricht so gut wie keiner, auch viele Schilder, Menüs usw. sind ausschließlich auf Japanisch.