India · 12 Days · 6 Moments · March 2018

CHAPTER 7.1 - Indien


13 March 2018

Und schon war es so weit - Mein letzter Tag in der Schule stand an. Ein letztes Mal machte ich mich auf den Weg, mit zwei anderen volunteers aus England, die meine Klasse auch gleich übernehmen. In der letzten Stunde hatte ich mir das Ziel gesetzt, dass jedes Kind die Uhr lesen kann - und tatsächlich ist mir das sogar gelungen, obwohl ich die meiste Zeit niemanden zum übersetzen hatte. Da kam schon etwas stolz in mir auf :) Zum Abschied gab es wieder einmal eine kleine Abschiedszeremonie mit Blumenkette, indischen Punkt und Glücksarmband, sowie ein Foto mit jedem einzelnen Schüler und Klassenfoto. Der Rektor hielt noch eine kleine Ansprache und ich musste den Kindern etwas mit auf den Weg geben. Ich bin froh, dass ich das Programm mitgemacht habe und konnte dadurch nochmal einen ganz anderen Einblick in die indische Kultur bekommen. Auch von der Familie wurde ich wirklich extrem herzlich verabschiedet inkl. Abschied Souvenirs und sehr vielen herzlichen Worten.

9 March 2018

Jeden Abend nimmt sich Surendra, der Leiter des Mandore Projekts sich eine halbe Stunde Zeit um mit mir zu plaudern. Mal erklärt er mir aus welchem Grund und wie genau welches Fest gefeiert wird. Mal sprechen wir über die Schulen in Indien und ihre Entwicklung usw. Und heute über den traditionellen Opium Konsum in Indien. Angefangen hat es wohl um die Tiere im Kampf zu stärken. Danach wurde der Reiter gestärkt, daraufhin Feldarbeiter die in der Hochsaison noch mehr Arbeit leisten müssen. Und schließlich fand sich Opium in der indischen Tradition wieder. So ist es in Dörfern heute noch Gang und Gebe jemand mit einem "warm welcome" zu begrüßen, wobei der Gast vom Gastgeber Opium angeboten bekommt und zu sich nimmt. Bei Festen gab es Zeremonien in denen das Opium 3 Mal gefiltert wurde und dann aus der Hand des Gastgebers gesogen wurde. Verrückt - wie Opium in Indien, das Bier in Deutschland ist. Die Suchtprobleme kommen damit auch einher und auch hier engagiert sich Surendra.

8 March 2018

Heute brachte mich mein Fahrer zum schmunzeln. Auf dem Weg zur Schule kam uns ein eingespanntes Kamel entgegen. Das ist schon üblich hier auf dem Dorf. Er meinte darauf ganz stolz :" In Deutschland haben die Kamele zwei Höcker, richtig?". Entsprechend kam er kaum aus dem staunen als ich ihm erzählt habe welche Tiere es bei uns nur in Zoos gibt. "Nein, auch keine Elefanten. Und auch keine Papageien ... " In der Schule angekommen ging ich in meine Klasse und unterrichtete für die nächsten zwei Stunden. Heute standen Klamotten und Gegensätze auf dem Lehrplan. Die Kinder hatten Spaß dabei und das schöne bei so einer kleinen Klasse ist, dass man es mit jedem einzelnen nochmal durchgehen kann. Und sogar vom Fahrer gab es ein Lob, dass heute sehr gut war. Gestern war auch gut aber heute war noch besser. Irgendwas scheine ich also richtig zu machen :) Da morgen ein lokaler Feiertag ist geht es erst am Samstag wieder in die Schule. Mal schauen was hängen geblieben ist.

7 March 2018

Eigentlich sollte mein Schulprogramm am Montag starten. Da mir eine schwere Lebensmittelvergiftung einen Strich durch die Rechnung gemacht hat starteten wir erst am Mittwoch. Und so ging es um 9.30 auf den Weg zur Schule. Ca. 30 Minuten Fahrt durch die kleinsten Dörfer rund um Jodhpur und man findest sich an einer kleinen Primary School wieder. Hier wurde ich auch gleich von einem Begrüßungskommite empfangen inklusive Blumenkette und rotem Punkt. Kurz darauf war ich mit meinem Fahrer, der mir auch beim Übersetzten hilft und 15 Kindern zwischen 8 und 13 Jahren alleine in einem Klassenraum, der eher schlicht ist. Zwar durchaus bunt , da ehemalige Volunteers den Raum schon aufgepeppt haben, aber gesessen wird auf dem Boden und für die Hefte gibt es kleine Bänkchen. Und selbst das wurde nur durch das Projekt ermöglicht. Die Kinder sind unheimlich süß und unglaublich motiviert von der Frau mit dem Lippenpiercing zu lernen :)

2 March 2018

Endlich war es so weit - heute war das Holi Festival! Holi feiern die Inder um verschiedene Ereignisse zu würdigen. Den Wetterwechsel, den Wechsel der Agrarwirtschaft, sowie den Triumph von dem Guten über das Böse. Das Fest selbst läuft tatsächlich ab wie man sich es vorstellt, die Familien treffen sich, stellen rießige Schüsseln voll Puderfarbe auf und beschmieren und beschmeißen sich gegenseitig mit Farbe. Wir durften im Guesthouse an dem Fest Teilnehmen. Danach sind wir nach Jodhpur gegangen. Auch hier wird das Fest gefeiert und jeder ist bunt wie ein Papagei. Die jungen männlichen Inder nutzen das Fest aber leider aus um junge touristische Mädchen zu begrabschen, wofür sich selbst die Locals schämen und entschuldigen. So sind wir nach einer halben Stunde, gefühlten 600 gefärbten Begrüßungen und 300 Selfies und 20 vermeintlich Grabscher wieder zurück ins Hotel. Wo wir das Fest bei familiärer Atmosphäre wieder genießen konnten. Dank den Farbattacken bin ich jetzt vorerst pink;)

1 March 2018

Es ist so weit - nach 5 Monaten gingen wir alle das erste Mal getrennte Wege. Franzi nach Deutschland und Ben machte sich auf den Weg nach Bali, um die Zeit zu überbrücken in der ich mich entschieden hatte einem Hilfprogramm beizuwohnen, dass sich engagiert Kindern aus einem Dorf nahe Jodhpur dabei zu helfen Englisch zu lernen. Wobei es weniger um die tatsächliche Lehrerqualität geht, als darum mit den Kindern Zeit zu verbringen, den Kontakt zu schaffen und eine Art Vorbild zu werden. Was auch bedeutet ich verändere damit nicht die Welt sondern gebe etwas und bekomme dafür etwas :) Als Volunteer erwartet man nicht viel... Dementsprechend war ich überwältigt als ich die Anlage in der sich meine Unterkunft befindet betrat. Das ganze gleicht eher einem Resort mit Garten, Pool und eigenem Zimmer. Definitiv eine der besten Unterkünfte in den bisherigen 5 Monaten! Wegen des Holi Festivals beginnt die Schule erst am Montag, bis dahin genieße ich mein ruhiges Fleckchen in Indien.