North America · 40 Days · 30 Moments · June 2018

CHAPTER 14 - Mexiko


5 August 2018

Heute ging es in Richtung Isla Mujeres, unserem letzten Ziel in Mexiko. Die Insel liegt direkt vor Cancun und ist nur wenige KM groß. Die Strände Isla Mujeres’ gelten als Weltklasse. Und so war es auch weitestgehend! Die windgeschützte Seite war glücklicherweise komplett Seegras-frei und türkis-blau. Herrlich! Hier holten wir also für einige Tage unseren Strandmangel nach und bescherten Paddy in seinem Sommerurlaub zum Glück noch ein paar richtig fette Strandtage. Nach rund 6 Wochen und über 3.000 km per Bus geht unsere Zeit in Mexiko hier nun endgültig zu Ende. Wir haben das Land, die Leute und das Essen wirklich lieben gelernt und sind sehr glücklich die Zeit in diesem so wahnsinnig vielfältigen Land verbracht zu haben.

30 July 2018

Tulum wurde in erster Linie durch eines weltbekannt: Die Strände. Leider gab es in dieser Hinsicht eine endlos riesige Enttäuschung. Wir hatten bereits auf Cozumel und in Cancun mitbekommen, dass die gesamte Karibik mittlerweile von Februar - Oktober von einer Seegrasplage heimgesucht wird, welche aus dem brasilianischen Amazon stammt (Überdünnung durch zu viel Landwirtschaft, wärmere Strömungen, ..). Das Ergebnis in Tulum war schockierend: Endlos viele Tonnen Seegras türmten sich nicht nur an den (ansonsten perfekten) karibischen Stränden auf, das Wasser war die ersten 20 Meter auch tiefrot gefärbt und undurchdringlich. Ziemlich scheiße. Wir machten das Beste draus: Ganz Yucatan ist durchzogen von sogenannten Cenotes, glasklare Süßwasserbecken die durch Regenwasser, welches das Land Jahrtausende unterspült hat und durch Einbrüche zahllose „Schwimmbecken“ formte. Fertig ist die Strandalternative!
Wie im letzten Beitrag erwähnt haben wir die letzte Woche in Tulum verbracht. Urlaub vom Urlaub, mal wieder. Aber dieses Mal endlich wieder mit Begleitung! Juhu! Tulum gilt in jungen und hippen Kreisen als das Bali Südamerikas. Aus erster Hand können wir das nur bedingt bestätigen. Zwar gibt es am Strand ähnlich hippie-mäßige (und völlig überteuerte) Modeboutiquen und fancy Hotels mit Schaukeln für das beste Instagram-Bild, an die Entspanntheit und das Flair Balis kommt Tulum aber bei weitem nicht heran. Wir wohnen nicht am überteuerten Tulum Beach, sondern in der Stadt selbst in einem „Neubaugebiet“ mit zahllosen, wahnsinnig modernen Häusern und Anlagen. Das Problem: Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Neubaugebiet, heißt: Rund um uns herum liegen über 10 Großbaustellen in Sichtweite. Immerhin sind die Arbeiter nur von 8-18:30h aktiv, aber enttäuschend ist es trotzdem. Weiter im nächsten Post.

29 July 2018

Nach einer entspannten Woche auf Cozumel ging es heute in Richtung Tulum. Auf dem Weg dorthin überraschten wir Ben’s Kumpel Paddy an einem Busstop, den wir nämlich in Tulum treffen wollten. Tulum gilt als „Bali Südamerikas“ und hat viele traumhaft schöne Strände und weiteres zu bieten. Hier verweilen wir zu dritt ebenfalls eine Woche bevor es dann noch weiter zu einer weiteren Location geht. Weiteres folgt!

24 July 2018

Für eins ist Cozumel besonders bekannt: Fürs Tauchen und Schnorcheln! Für ersteres hat das Budget zwar nicht gereicht, aber da wir auf Hawaii kluger Weise in einem Wallmart 2 Schnorchel-Sets gekauft haben, konnten wir die horrenden Mietgebühren umgehen. Unter Wasser wurden wir nicht enttäuscht: Super schöne Stein/Korallenformationen, viele, bunte Fische: Mondfische, Kugelfische, Rochen, Garnelen, Kalmare, (hochgiftige) Feuerfische, und und und. Entsprechend ging es mindestens 3x am Tag ab ins Wasser um die Wasserwelten zu erkunden. Wir fanden einige abgelegene Badestellen an den man in’s türkis-blaue, tiefe Wasser springen konnte. Ben’s Hai- und Tiefwasser-Phobien werden weiter erfolgreich bekämpft! :) Leider waren viele Strände durch die Algensaison nicht wirklich zu genießen - die Algensaison ist zur Zeit in voller Blüte, es werden Tonnen an Algen aus dem Amazonas in die gesamte Karibik gespült. Hauptsächlich Schuld daran ist die zunehmende Verschmutzung des Amazonas - sehr schade.

23 July 2018

Endlich wieder auf eine Insel! Von Merida aus ging es nach Playa del Carmen (grausamer Touri-Ort voller Amerikaner und Fastfood Ketten) von wo wir die 30 Min Fähre nach Cozumel nahmen. Cozumel gilt als DAS Sommer-Urlaubsziel für viele Mexikaner, aber auch für fast alle Karibik-Kreuzfahrten. Pro Tag sahen wir etwa 2-5 riesige Kreuzfahrtschiffe an- und ablegen. Die Insel selbst umfährt man in etwa 2 Stunden (70km), also garnicht SO klein. Die Stadt Cozumel ist allerdings (auch durch das Kreuzfahrtpublikum) wahnsinnig touristisch. Wir mieteten uns für 3 Tage einen Roller für wahnwitzige 20 Dollar (16 EUR) am Tag - da blieb uns kurz der Atmen weg. Leider gibt es wenig andere Möglichkeiten - Taxis sind zu teuer, Autos sind ebenfalls nicht billig und öffentlicher Nahverkehr existiert nicht. Die nächsten Tage genießen wir also das Inselleben und verbringen wir unsere Zeit mit Rollerfahren, schwimmen und Schnorcheln.

20 July 2018

Bevor es an die Karibik-Küste im Osten Yucatans geht stoppen wir noch in zwei Städten, unter anderem weil die Busverbindungen es anders nicht wirklich möglich machen. in Campeche stoppten wir zwei Nächte - eine Stadt die damals von den Spaniern vor Angriffen von Piraten mittels einer riesigen Mauer geschützt werden musste. Viele tolle Farben, sehr wenig Tourismus und absolut authentisches mexikanisches Leben. Danach ging’s in die Hauptstadt Yucatans, Merida. Hier verbrachten wir nur 24 Stunden. Es geht hier deutlich touristischer zu, es gibt viele tolle Bars, Cafés und Plätze zu entdecken. Am Abend nahmen wir unseren Mut zusammen und wagten uns in eine der Cantinas, so eine Art lokale Trinkhalle die von außen völlig gegen Blicke abgeschirmt ist. In dieser Cantina erwartete uns entspannt offenes Publikum und eine Salsa Night (Sonntags…?!) die von den Locals heftigst zelebriert wurde. Caliente!

16 July 2018

Die nächsten zwei Tage verbringen wir in Palenque. Die Stadt an sich hat herzlich wenig zu bieten, allerdings gibt es hier eine der größten Maya Ruinen Städte des Landes zu entdecken. Die Ruinen sind in Mitten des Dschungels und teilweise völlig eingewachsen. Trotz der Größe des bisher frei gelegten Areals: Bisher sind erst ca. 2% der Gesamtfläche erforscht, tausende Gebäude verstecken sich im tiefen Urwald. Super cool. Ab hier ändert sich das Klima auch drastisch: Bisher war es Nachts unter 10 Grad kalt, ab sofort fällt das Thermometer nicht mehr unter 25 Grad. Die drei Nächte verbringen wir in einer Anlage inmitten des Dschungels, nur 1km entfernt von den Ruinen. Das Highlight an dieser Lage: Die Brüllaffen. Diese Affenspezies ist in den Wäldern dieser Region weit verbreitet und gibt wahnsinnig gruselige Brüllgeräusche von sich, am liebsten zwischen 3-5 Uhr Nachts. Hier ein Video von den Ruinen mit den Affen im Hintergrund: https://www.youtube.com/watch?v=z95by96_rCo&frags=pl%2Cwn

15 July 2018

Eigentlich war der Plan heute San Cristobal zu erkunden und dann am nächsten Morgen weiterzureisen. Aus dem Plan wurde leider nichts - wie schon so oft. Die Limonade in einem Restaurant auf der gestrigen Tour, so vermuten wir, hat Ben eine Lebensmittelvergiftung eigehandelt. Auch nach einem Erholungstag war wenig Besserung erkennbar, auch das Fieber stieg. Wir mussten also unseren gebuchten Bus und Unterkunft sausen lassen und 2 Tage abwarten. Mit Hilfe mexikanischer Medikamente („Eskapar“ sei Dank!) ging es dann mit verhältnismäßig humaner Verspätung weiter: 10 Stunden Busfahrt nach Palenque. Und Ben’s Körper hat trotz Serpentinen durch die Berge nicht aufgegeben. Juhu!

14 July 2018

Der nächste Tagesausflug! Der erste Stop führte uns zum Wasserfall El Chiflon. Wir haben sehr (!) viele Wasserfälle gesehen, aber dieser war definitiv der größte. Insgesamt 120m hoch mit 3 riesigen Becken. Super cool, besonders weil man ganz nach oben hiken kann (wenn man fit genug ist!). Einer der Gründe weshalb Rockina unbedingt hierher wollte: auf halbem Weg gibt es eine 400m lange Zipline Anlage! Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Zum Abschluss sprangen wir dann noch ins eiskalte, aber herrlich blaue Wasser. Der zweite Stop führte und an eine Art Seenplatte an der Grenze nach Guatemala. Auch hier ist das Wasser kristallklar und tiefblau. Wir mussten beide an den Lake Tahoe in Kalifornien denken. Nachdem wir „ausversehen“ von der mexikanischen Reisegruppe nicht bei der Kanu-Tour berücksichtigt worden waren und 2 Stunden am Bus warten durften ging es dann mit 3 Stunden Fahrzeit zurück nach San Cristobal.

13 July 2018

Random facts: San Cristobal liegt auf über 2.100 Höhenmetern in den Bergen, was das Klima entsprechend beeinflusst. Abends fällt das Thermometer im Sommer auf etwa 8 Grad, tagsüber ist es aber angenehm, in der Sonne kann man im Shirt und kurzer Hose herumlaufen. Im Winter friert es. Heute ging es per Tagesausflug in den Canon de Sumidero, ein 35 Mio. Jahre alter Canyon mit 1.000m hohen Felswänden. Per Bootstour fuhren wir 2 Stunden durch die Schluchten und sahen Krokodile, hunderte Pelikane und Spinnenaffen in den Bäumen. Danach ging es noch zu einigen Aussichtspunkten. Wahnsinnig imposant an einer 1.000m tiefen Klippe zu stehen, wirklich cool!

12 July 2018

Mexiko’s komfortable Reisebusse schön und gut - aber wenn die Strecke (nachts) auf 12 Stunden schätzungsweise 100.000 180 Grad-Kurven beinhaltet komme ich an meine Grenzen (Ben). Obwohl ich vor unserer Reise nie Probleme mit Übelkeit hatte wird meine Reisekrankeit monatlich schlimmer. Sehr ominös. Naja - nach hartem Kampf gegen meinen eigenen Körper (und Triumph) haben wir es nach San Cristobal de las Casas geschafft. Die relativ kleine Stadt liegt im Staat Chiapas, welcher als ärmster Staat Mexikos gilt - und das merkt man. In Mexiko gibt es leider seit die Kolonialzeit eine Art soziales Kastensystem welches auch heute noch spürbar ist: Umso reicher du bist, umso weißer bist du. Umso ärmer, umso dunkler bist du. Die Einwohner Chiapas sind fast alle Nachkommen der Maya und haben dunklere Haut. Die Frauen laufen hier auch noch in traditionellen Kleidern umher, auch wenn sie alle Smartphones in der Hand halten. Wir lieben das Flair der Stadt!

11 July 2018

Bevor es am späten Abend per Nachtbus weitergeht, haben wir eine Tour gebucht welche uns im Schnelldurchlauf die Highlights der Oaxaca Region innerhalb weniger Stunden näher bringen sollte. Wir stoppten an einem heute ausgetrocknetem Wasserfall, dessen mineralreiches Wasser über Jahrtausende eine Art „gefrorenen“ Wasserfall hat entstehen lassen. Danach ging’s weiter nach Mitla eine Maya Ruinenstadt welche zwar sehr klein ist, dafür aber zu 90% original erhalten und nicht neu aufgebaut ist. Selbst die Jahrtausende alten, unterirdischen Grabkammern kann man hineinkriechen. Nicht sehr angenehm für Menschen über 100cm! Danach ging es zu einer Mezcal Verkostung. Mezcal ist im Grunde genommen identisch zu Tequila, wird aber nicht in Fässern gereift und wird teilweise aus anderen Arten der Agave gewonnen. Unser Fazit: Mega bäh! Aber hey - free Alcohol! Stop #4: El Tule, der angeblich umfangreichste Baum der Welt. Auch nett.

9 July 2018

Heute wanderten wir entspannt durch die Stadt und erkundeten die zahllosen Straßen, Plätze und schönen Ecken der Stadt. In Oaxaca gibt es kulturell einiges zu entdecken, die Dichte an wahnsinnig schicken und modernen (aber gleichzeitig verträumten) Cafés, Restaurants und Hotels ist sehr hoch. Die lokale Regierung hat sich in den letzten Jahrzehnten bemüht die zahllosen Kolonialbauten der Altstadt zu renovieren, was, berechtigter Wiese, zu einem enormen Besucherzuwachs geführt hat. Die Stadt ist sogar seit über 35 Jahren UNESCO Weltkulturerbe. Diverse Reiseblogs und Reiseführer berichten davon mehrere Wochen in Oaxaca verbracht zu haben - das wundert uns nicht. SO viel Zeit haben wir dann aber doch nicht. Morgen Abend geht es per Nachtbus schon weiter in den nächsten Staat.

8 July 2018

Weiter weiter, immer weiter! Heute ging es mal wieder per Bus zu unserem nächsten Ziel: Oaxaca City (gesprochen Oawagha, falls ihr es genau wissen wollt!). Die Fahrt dauerte 11 Stunden, die Straßen schlängelten sich durch riesige Bergketten und Täler. Mega schön! Der gesamte Staat Oaxaca leidet im Winter wohl sehr unter Trockenzeiten, davon ist zur Zeit aber nichts zu spüren: Die Natur ist saftig grün - nur die zahllosen, teilweise riesigen Kakteen lassen auch andere Bedingungen erahnen. In Oaxaca merkten wir zum ersten Mal etwas, was uns zuvor schon angekündigt wurde: Die Ferienzeit in Mexiko hat begonnen. Ein wenig anstrengend, da überall 70% mehr Touristen rumlaufen als normalerweise, aber kein Weltuntergang. Gleichzeitig schießen die Preise leider auch in die Höhe, aber auch das ist alles im Rahmen.

7 July 2018

Einschub #2: Das Essen! Ach das Essen. Wir haben in den letzten 9 Monaten wirklich viel tolles Essen erleben dürfen - aber Mexiko hat es uns besonders angetan. Jeden Tag entdecken wir entweder etwas Neues oder gönnen uns etwas was wir in den letzten 10 Tagen bereits lieben gelernt haben. Die Sprache hilft dabei sehr: Mit ein wenig spanisch und Kreativität lässt sich so ziemlich jedes Gericht und jede Zutat schnell erkennen - das war z.B. in Japan, Taiwan oder Myanmar ganz anders und oft ein wenig frustrierend. Ähnliches gilt für die zwischenmenschliche Kommunikation: Es ist angenehm mit den Menschen ohne Hand und Füße (wenn auch mit simplem Schul-Spanisch) zu kommunizieren. Eine angenehme Abwechslung zu den Herausforderungen die uns in vielen Ländern jeden Tag begleitet haben.
Um mal ein wenig von Sightseeing-Stories wegzukommen ein kleiner Einschub zu Dingen die uns in Mexiko bisher begleiten: Die Gewalt. Über Mexiko’s Probleme mit Drogenkartellen und sonstigen mordenden Gruppierungen ist ja vieles bekannt - das spüren wir logischer Weise auch: Die Präsenz der Polizei (egal wo, egal wann) ist massiv, die Ausrüstung gleicht oft eher deutschen GSG-9 Standards. Sprich: Vollautomatik-Sturmgewehre, Helme und kugelsichere Westen. Selbst Verkehrspolizisten tragen Waffen. Die Polizei fährt mit Pickups herum, die auf den offenen Ladeflächen Vorrichtungen haben, um etwa 10 Personen zu befördern und diese schnellstmöglich „entladen“ zu können. Erinnert mich alles ziemlich an SWAT-Einheiten aus Amerika. Und das überall!! Um Kontext zu schaffen: In Deutschland gab es 2017 etwa 400 Morde - In Mexiko über 25.000 - und das bei nur 30% mehr Einwohnern. Grausam.

6 July 2018

Nachdem wir aus Teotihuacan zurückgekehrt waren hatten wir uns für den Abend etwas besonderes vorgenommen: Luncha - Mexican Wresting! Wir hatten Glück, am heutigen Abend war in der Arena Mexico Fightnight. Der Eintritt kostete 2 EUR, der halbe Liter Corona 2,8 EUR. Wunderbar. Dann ging das Spektakel auch schon los - jedes Match dauerte etwa 30 Min. und beinhaltete 2-6 Kämpfer oder Kämpferinnen die bei jedem Einmarsch ziemlich euphorisch von den Fans willkommen gehießen wurden. Einige Teams brachten ihre Kinder mit in den Ring - andere hatten Kleinwüchsige im Aufgebot, und allesamt immer mit Masken und Outfits. Alles ziemlich freaky aber irgendwie doch unterhaltsam. Nach 2 Stunden reichte uns das Spektakel dann aber auch.
Um den großen Touri-Massen möglichst zu entkommen machten wir uns um kurz nach 7 auf den Weg nach Teotihuacan. Nach etwa 2,5 Stunden waren wir endlich da. Die gesamte Anlage ist mit etwa 20qkm absolut riesig, auch wenn bisher nur ein relativ geringer Teil ausgegraben wurde. Wir verbrachten etwa 4 Stunden damit die zwei Pyramiden zu erklimmen und diverse kleinere Tempel und Bauten zu erkunden. Ziemlich cool: Man konnte sich mehr oder weniger komplett frei bewegen und Bauwerke hochklettern. Bis heute weiß man nicht so wirklich welches Volk die Stadt damals errichtete - bekannt ist allerdings, dass diverse Kulturen sie nach ihrer Zerstörung (man vermutet, dass das eigene Volk die Stadt in Brand setzte) bevölkerten, darunter Azteken, Maya-Gruppierungen und sonstige. Ein Großteil der Bauten ist seit dem 16. Jhrd. wieder aufgebaut worden, nur vereinzelt erahnt man den wahren Zerfall. Weiter im nächsten Post.

5 July 2018

Eine unserer ersten Erfahrungen in Mexico City war die Metro. Puh! Die Wagen fahren hier zwar (wie typisch) im Untergrund, allerdings nicht auf Schienen sondern auf kleinen Reifen - wie Busse sozusagen. Das lässt den Komfort schonmal schwinden. Außerdem ist das System chronisch überlastet - egal wann, egal wo: die Wagons sind alle voll, voll, voll! Kombiniert man diese Umstände mit mindestens 30 Grad und herzlich wenig Sauerstoff in den Abteilen ergibt sich ein… spannendes Erlebnis! Aber hey, immer das Positive sehen: Eine Fahrt kostet, egal wohin, egal wie lange, 5 Pesos (20ct EUR)! Unser erster Trip führte uns nach Teotihuacan, eine etwa 1800 Jahre alte, prähistorische Ruinenstadt mit Pyramiden. Dazu mehr im nächsten Post.

3 July 2018

Unsere Zeit in Guanajuato ist bereits wieder vorbei, heute ging es für uns rund 90km weiter nach San Miguel de Allende, ein ähnlich schöner Ort wie Guanajuato. Hier haben sich allerdings insbesondere die Schönen und Reichen Mexikos niedergelassen - das spürt man sehr deutlich. Wir kamen am frühen Nachmittag per Bus an und machten uns gleich auf Entdeckungstour. Dieses italienische Kleinstadt-Flair war in San Miguel ebenfalls zu spüren: Schöne Kirchen, tolle Plätze mit kleinen Parkanlagen. Die hohe Dichte an sehr schicken Hotels, Restaurants, Cafés und Einrichtungsläden war jedoch ein krasser Kontrast zu allem was wir bisher in Mexiko gesehen hatten. Wir verbringen hier ebenfalls 1,5 Tage und genießen das entspannte Umfeld.
Next Stop: Mexico City! Nach 5 Stunden Busfahrt und 90 Minuten U-Bahn waren wir in unserem Airbnb angekommen. Hier verbringen wir 3 Nächte. Auch wenn die Stadt riesig ist, so wahnsinnig viele Gründe zum Verweilen soll es hier nicht geben. Wir werden es herausfinden. Eine Sache die ich erwähnen wollte: In Mexiko bewegt man sich in der Regel per Bus fort (ausser man fliegt!), da es kein ernstzunehmendes Schienennetz gibt. Das hat zur Folge, dass das Angebot an Busverbindungen endlos ist und die Qualität super ist. Das sind entsprechend tolle Voraussetzungen für uns. Die Mittelklasse-Busse entsprechen ungefähr Lufthansa Business-Class Standard, kein Scheiß! Getränke und Snacks, riesige Sessel die man fast komplett nach hinten lehnen kann und sehr (!) saubere Toiletten im Bus. Selbst die „Holzklasse“ Busse sind besser als alles was wir bisher erleben durften (mussten).

2 July 2018

Heute hieß es: Guanajuato erkunden! Allerdings war diese Mission nicht die schwierigste, hatten wir doch am Vorabend im Grunde genommen schon die gesamte Altstadt durchlaufen. Doch die Kleinstraßen im Herzen des Städtchens sind so herrlich verschlafen und pittoresk, dass man sie auch gerne 5 mal durch läuft. Unser Airbnb lag ein Stückchen außerhalb des Zentrums an einem Berg, was jeden Heimweg (besonders für die angeschlagene Rockina) zur Herausforderung machte. Wir besuchten die Basilica am Hauptplatz, die Universität (sieht aus als wäre Da Vinci persönlich Schüler gewesen) und viele kleine schattige Plätze an denen die Dorf-Rentner ihren Plausch abhielten. Gen Abend ging es dann noch per Kettenbahn auf einen Hügel von dem man die gesamte Stadt überblicken konnte. Wirklich fantastisch!

1 July 2018

Die gute Nachricht vorab: Rockina geht es deutlich besser. Das Antibiotika hat sofort angeschlagen, die Schmerzen nehmen langsam aber sicher ab. Darüber sind wir besonders deswegen glücklich weil heute ein Reisetag anstand. Es ging rund 4 Stunden gen Osten ins Landesinnere wo die Stadt Guanajuato auf uns wartete. Die Beschreibungen ließen ein malerisches Örtchen umringt von Bergketten erwarten - diese Beschreibungen passten ziemlich genau! Als wir per Taxi via einem der zahllosen Tunnel in die Innenstadt fuhren waren wir wirklich baff: Guanajuato ist ein traumhaft schönes Örtchen mit (erwähnten dort viele) italienischem Kleinstadt Flair. Verrückt. Kaum waren wir in unserem AirBnB angekommen, erkundeten wir die Innenstadt und genossen die letzten Stunden des Tages. Schön!
Das Ergebnis war erleichternd: Der Blinddarm war weder entzündet, noch gereizt. Die Urin- und Blutproben ergaben kurz darauf, dass sich Rockina irgendwie mit Salmonellen angesteckt hatte, welche zu einer Entzündung in der Magenregion geführt hatten. Eigenartig, besonders weil a) beide das Gleiche gegessen hatten und b) keine typischen Lebensmittel für so etwas gegessen hatten. Wie dem auch sei: Rockina bekam deftige Antibiotika- und Schmerzmittelinfusionen plus Rezepte für danach. Auf dem Rückweg hielten wir kurz an einer Apotheke und fuhren heim. Nach einer Nacht Schlaf geht’s Rockina schon deutlich besser, die Schmerzen nehmen Stück für Stück ab. Auch unseren Reisetag konnten wir trotz Beschwerden wahrnehmen. PS, der halbe Tag in der Notaufnahme (nach dem CT durften wir ewig warten) hat uns in Summe „nur“ 350 EUR gekostet, was wir als ziemlich günstig empfanden. Zum Glück haben wir eine Krankenversicherung abgeschlossen.
In der Nacht zuvor wachte Rockina mit sehr starken Bauchschmerzen auf, welche sich weder mit Buscopan, noch mit Ibuprofen lindern ließen. Nach etwa 2 Stunden ging es dann irgendwie, wir schliefen ein. Am Morgen war der Schmerz dann in den rechten Unterbauch gewandert. Gepaart anderen Symptomen (Klopftest, Bein anwinkeln, ..) schrillten bei mir (Ben) die Alarmglocken, es deutete viel auf Blinddarm hin. Ich habe das Drama bereits hinter mir, deshalb bin ich auch ein wenig vertraut mit dem Thema. Nach einer Stunde hin und her fuhren wir per Uber ins Krankenhaus. Mein Schul-Spanisch und ein wenig Englisch reichte irgendwie aus. Zu unserer Überraschung war die Versorgung der Hammer: Nach 10 Min. wurde Rockina vom Oberarzt abgetastet, nach 20 Min. war sie im Ultraschall und nach 40 Minuten war sie im CT-Scan (!!!!). Das Abtasten und 3 (!) Ultraschall-Checks deuteten ebenfalls auf Blinddarm hin. Deshalb ging’s ins CT (worauf man in D ca. 4 Wochen warten darf!). Weiter im nächsten Post.
Den heutigen Plan hatten wir am Tag zuvor ziemlich genau ausgetüftelt: Es sollte ein Tagesausflug nach Tequila werden! Genau, aus dem Ort kommt die (wie ich finde widerliche) Spirituose die ihr alle sicherlich kennt! Der Ort ist nur eine Stunde per Bus entfernt und ist dicht besiedelt von Tequila-Destillen und Agavenfeldern (woraus Tequila gemacht wird). Auch eine Führung hatten wir uns schon rausgesucht, den Bus hatten wir auch gebucht. Ich würde euch gern viele Bilder von Agavenfeldern und beschwipste Selfies zeigen, aber leider verlief der Tag anders als gedacht, nämlich in der Notaufnahme eines mexikanischen Krankenhauses. Den Grund findet ihr im nächsten Post.

28 June 2018

Die ersten Tage in Mexiko verbringen wir in Guadalajara, der zweitgrößten Stadt Mexikos. Der Stadt wird ein sehr authentisches, angenehmes Flair nachgesagt. Das können wir bereits nach 2 Tagen bestätigen: Die bröckeligen Hausfassaden erstrahlen in vielen Farben, überall finden sich coole Bars und Restaurants. In der Altstadt reihen sich Jahrhunderte alte Kathedralen und Bauwerke aneinander. Toll! Eine weitere Facette in die wir schwer verliebt sind: Das Essen!!!! Seien es Tacos, Quesadillas, Lonches, Molletes, Tortas… es nimmt kein Ende! Alles was wir essen ist wahnsinnig lecker und extrem preiswert. Ein Taco kostet rund 0,5 EUR. Mal sehen mit wieviel Übergewicht wir das Land verlassen!

27 June 2018

Touchdown Mexiko! Der wahre Grund für unseren Stop auf Hawaii war nämlich die lange Reise von Bali nach Zentralamerika. Nach „nur“ 19 Stunden kamen wir um 5:30 morgens in Guadalajara an. Rockina kennt Mexiko bereits ein wenig, vor etwa 1,5 Jahren verbrachte sie bereits einige Tage in Guadalajara. Unsere Reise wird uns in den nächsten 6 Wochen quer durch das Land führen. Von Guadalajara geht es (sehr vereinfacht gesagt) auf dem Landweg nach Mexiko Stadt, darauf folgend in die Staaten Puebla, Oaxaca, Chiapas bis nach Yucatan. Schauen wir mal!

26 June 2018

Organisationsbedingt führte uns der erste Weiterflug von Honolulu nach LA. Hier hatten wir 4 Stunden Layover, welche wir (aus unserer Sicht) exzellent nutzten: Ein Besuch bei In-N-Out Burger. Die Fastfood-Kette gibt’s nur an der US-Westküste und erlebt seit einigen Jahren einen fast fanatischen Hype rund um den Globus. Das hat gute Gründe. Die Zutaten sind alle lokal und extrem frisch - das schmeckt man! Nach verhältnismäßig kurzer Wartezeit von rund 30 Minuten gab’s dann für jeden einen Double-Double Animal Style mit French Fries Animal Style. Was das genau bedeutet seht ihr auf dem Foto. Der 15 minütige, komatöse Fußweg zurück zum Airport fiel uns danach sehr, sehr schwer.