United States of America · 6 Days · 12 Moments · June 2018

CHAPTER 13 - Hawaii


26 June 2018

Für uns heißt es nach einer Woche bereits wieder: Goodbye Hawaii! Viel länger hätte unser Budget es hier auch ehrlich gesagt nicht zugelassen. In Summe müssen wir sagen, dass wir nachhaltig schockiert sind, wie amerikanisch diese winzige Inselformation in der Mitte des Pazifiks wirklich ist. Zwar scheinen die Hawaiianer die US-Kultur in den letzten 120 Jahren bereitwillig angenommen zu haben, und sich damit wohl zu fühlen, pervers ist es trotzdem. Auf der anderen Seite hatte dies den Vorteil für uns, dass wir auf unserer Reise doch noch ein wenig US-Kultur erleben konnten, da unsere ursprünglichen Träumereien, mehrere Wochen nach Kalifornien zu reisen, budgetbedingt leider Träumereien bleiben werden. Die Natur Oahus ist wirklich absolut atemberaubend, seien es die Gebirgsketten die wie mit grünem Teppich bezogen über allem thronen, oder die absolut ausgezeichneten Strände mit türkisem Wasser - die Reise war es wert. Mahalo!

25 June 2018

Dieses Mal stand die Nordküste auf dem Programm. Hier finden im Winter die weltberühmten Surf-Cups statt, im Sommer ist das Meer allerdings wesentlich ruhiger. Wir erkundeten verschlafene Surfer-Städtchen und einige tolle Strände. Am Laniakea Beach wartete dann etwas besonderes: Diverse Wasserschildkröten suchten direkt in der Brandung nach Fressen und kamen dafür sogar kurz an Land. Diese Tiere verlieren für uns einfach nicht an Magie, auch wenn wir sie bereits einige Tage vorher in Waikiki und in Taiwan ausgiebig erleben durften. Dann ging es in der Sharks Cove Schnorcheln. Das große, halb geschlossene Riff bietet sehr ruhiges und extrem klares Wasser - perfekt für Tauchen und Schnorcheln. Kleinere Haie soll es hier geben, gesichtet haben wir aber keine. Zum Glück. Dafür zahllose, bunte Fische, Schwärme und vereinzelt durchaus sehr große Fische. Die Ausrüstung hatten wir vorher billig bei Walmart gekauft. Danach gab’s BBQ Brisket mit Reis, Krautsalat und Bohnen. Das können die Amis!
Einen kurzen Nachtrag hat ein Verbindungsstück zwischen dem Osten und dem Zentrum der Insel verdient - diesen Highway sind wir mehrfach abgefahren weil er einfach so wahnsinnig schön ist. Unbeschreiblich grüne, riesige Bergketten erstreckten sich soweit das Auge reicht, schmale Bäume sprießen wie kleine Pilze aus dem Boden. Irre! Seht selbst.

24 June 2018

Roadtrip-Time! Heute ging’s an die Ostküste, die für ihre Küstenstraße und endlos viele Strände bekannt ist. Leider ärgert uns das Wetter heute ein wenig, in 30-minütigen Abständen schüttet es für wenige Minuten wie aus Kübeln. Da es aber trotzdem angenehm warm bleibt und alles schnell trocknet ist es nicht allzu tragisch. Auf dem Weg gen Osten spotten wir an einem tollen Aussichtspunkt, dann ging’s an die Küste. Der Weg entlang der Küste erinnert uns phasenweise sehr an den Pacific Coast Highway in Kalifornien, wirklich traumhaft. Strände, weite Buchten, grüne Bergketten aus Lavastein und Klippenformationen reihen sich aneinander. Der Verkehr war leider, besonders weil es Wochenende ist, sehr dicht und viele Parkplätze waren wegen Überfüllung geschlossen. Zum Glück gibt’s hier so viel zu sehen, dass man sich einfach das nächste Highlight aussucht.

23 June 2018

Direkt nachdem wir unseren Jeep in Empfang nahmen ging es zum ersten Ziel des Tages: Pearl Harbor. Kennen tut es jeder, auch weiß jeder grob was sich dort vor rund 75 Jahren für eine Tragödie abgespielt hat. Wir wurden allerdings ein Stück weit überrascht als wir vor Ort feststellten, dass dieser Ort und dessen Geschehnisse eine absolut zentrale Rolle in der US-amerikanischen Geschichte, Kultur und ihrem Selbstbild spielen. Wir hielten uns hier nicht allzu lange auf, sparten uns die Tour auf die Halbinsel an der die Schiffe, die die Japaner damals angriffen, dockten und sunken. Das Museum war jedoch kostenlos und beschrieb überraschend neutral was sich innerhalb der 2 Stunden des Angriffs der Japaner abgespielt hatte. Danach ging es kurz weiter die Südwest-Küste entdecken, um dann im Zentrum der Insel unser neues Airbnb anzusteuern.
Wir hatten uns bereits Wochen zuvor den Kopf zerbrochen wie wir unsere relativ kurze Zeit auf Hawaii am besten nutzen - wir checkten das öffentliche Busnetzwerk, wir prüften diverse Unterkünfte und Campingplätze. Vor Ort kam uns dann ein Gedanke, den wir bisher völlig aussen vor gelassen hatten: Hawaii ist (typisch USA) VOLL mit Autos! Die Highways sind oft16-spurig. Eine Konsequenz daraus ist, dass Autovermietungen ziemlich günstig sind. 6 Stunden nachdem uns dieser Gedanke kam hatten wir ein Auto reserviert - natürlich in amerikanischer Manier: Ein fetter Jeep (die Mustangs gab’s leider nur mit Vierzylinder.…)! Mit knapp über 30 EUR fanden wir das einen ziemlich fairen Deal, besonders weil der Wagen nagelneu war. Wir hatten nun also 3 Tage Zeit die Insel mit dem Auto zu erkunden. Geil!
Bevor wir das Auto abholen konnten, holten wir noch etwas sehr geiles nach: Surfen auf Hawaii! Wir liehen uns im Hostel für 3 Stunden ein Board und versuchten uns an den doch sehr kontrollierbaren Wellen mit hunderten von anderen Surfern am Waikiki Beach. Im Sommer ist Hawaii nämlich eher etwas für Anfänger da der Wellengang sehr schwach ist.

21 June 2018

Heute fuhren wir per Bus etwa eine Stunde östlich an den Waimanalo Beach. Wir hatten mehrfach gelesen, dass der Strand nicht allzu touristisch, aber sehr schön sein soll. Diese Beschreibung passte ziemlich gut: Wir fanden einen (fast) menschenverlassenen, wunderschönen Strand vor. Das Wasser türkis-blau, der sehr feine Sand perfekt weiß. Auf jeden Fall in den Top3 unserer Lieblingsstrände. Von dieser Art von Stränden erwarten uns wohl noch so einige auf der Insel. Wunderschön!
Der zweite Tag beginnt nach dem (amerikanische, sehr schweren) Frühstück mit einem Hike zum Diamond Head: Ein riesiger Krater dessen Außenring man hochwandern kann. Die Aussicht war wahnsinnig toll! Dass die Insel durch Vulkanerruptionen entstand und „gestaltet wurde“ zeigt sich sehr deutlich. Danach ging’s wieder an den Waikiki Beach. Als wir (ca. zum zwanzigsten Mal) in’s Wasser sprangen schrie neben uns ein Mädchen auf: Direkt vor uns schwammen mehrere kleine Meeresschildkröten! Weniger als 20m vom Strand entfernt schwammen die Jungtiere (ca. 40cm lang) ganz unbehelligt herum. Wie passend, dass wir eine Stunde zuvor Taucherbrille und Schnorchel gekauft hatten! Wir schwammen rund 20 Minuten mit den Tieren herum. Super cool! Am frühen Abend sahen wir am Strand dann noch eine tolle Hula-Show. Danach erfüllten wir dann einen Monate langen Wunsch von Rockina: Burrito essen. Sehr lecker, pro Stück aber auch fast so schwer wie ein Neugeborenes. Brutal.

20 June 2018

Trotz sehr präsenter US-Kultur ist der hawaiianische Vibe wie man ihn sich vorstellt zu spüren: Jeder Dritte auf der Straße trägt Hawaii Hemd, viele haben Blumen im Haar und die Stimmung ist schlichtweg extrem entspannt. Am ersten Tag blieben wir einfach am Waikiki Beach (500m von Hostel entfernt) und genossen das absolut glasklare und warme Wasser. Toll! Die ersten 3 Tage bleiben wir hier in Honolulu, die letzten 3 Tage haben wir uns ein Auto gemietet (sehr preiswert!) und werden die Insel erkunden
Eines wird sofort deutlich sobald man den Airport Honolulu verlässt: Wir sind in den USA. Zwar sind wir beide mit der US-Kultur recht vertraut, aber nach so langer Zeit im asiatischen Raum haut uns das trotzdem ganz schön um. So heftig hatten wir es auf dieser Insel im absoluten Nichts nicht erwartet: Riesige SUV auf der Straße, Hochhäuser, überall Fastfood- und Starbucks-Stores und die Essens- und Getränkeportionen könnten ganze Kleinfamilien versorgen. Unweit von unserem Hostel sind die edelsten Boutiquen, die man auf der Welt so kennt, vertreten: Rolex, Burberry, Louis Vuitton, Prada und co. Allerdings mäßigen sich die Verhältnisse recht schnell sobald man Honolulu verlässt. Trotzdem: Wir hatten etwas kleineres, verträumteres erwartet.
Aloha! Nach brutalen 25 Stunden Reisezeit sind wir am neuen Ziel angekommen: Honolulu! AirAsia fliegt die Strecke nach Hawaii seit etwa einem Jahr glücklicher Weise wahnsinnig billig an, was perfekt für uns war. So nutzen wir den Stopp als Pause auf dem Weg weiter Richtung Osten. Auch spannend: Unsere Reise führte uns über die Datumsgrenze, sprich plötzlich wurden die Uhren wieder zurückgestellt. Das Ergebnis: Wir flogen um 09h morgens auf Bali ab, kamen am selben Tag um 12h Mittags auf Hawaii an - Trotz 3 Stunden Flug nach Kuala Lumpur, 6 Stunden Flug nach Japan und 8 Stunden Flug nach Honolulu. Plus Layovers. Verrückt!