Spain · 12 Days · 17 Moments · March 2019

Brigittes und Tinas Urlaub auf Lanzarote


18 March 2019

Letzter Lanzerotetag: im Luftfahrtmuseum, im Kakteengarten, im Koschenillenmuseum Das kostenfreie Museum ist klasse: es erzählt die ganze Fluggeschichte Lanzerotes seit den 20er Jahren, zeigt alte Mess- und Bordinstrumente und lässt den Blick vom alten Tower aufs alte Flugfeld zu. Alle Flugzeuge geschichtlich sortiert als Modelle. Kunst fehlt ebensowenig wie historische Inselluftaufnahmen. Maria, die Museumsleiterin erklärt mir enthusiastisch in 1 1/2 Std. alles und noch viel mehr. Der Jardin de Cactus ist von Manrique gestaltet und schon deshalb sehenswert. Obwohl der Garten überschaubar ist, reicht eine Std. für einen Rundgang nicht aus. Die meisten Kakteen stammen aus Südamerika. Selbst die Toiletteneingänge sind ein Hingucker. Mit dem Koschenillenmuseum wird versucht, die Wirtschaft und das Interesse am roten Farbstoff der Läuse wiederzubeleben. Abschließend wollte ich mir ein Bad im Naturschwimmbecken am Blauen Haus in Arrieta gönnen: Schwupp! Da war das Wasser weg! Ebbe eben!

17 March 2019

10 km Wanderung im Nationalpark quer durch die Vulkanlandschaft zur Caldera Blanca (458 m) Es fing harmlos an: man verfolgt den unbefestigten Weg auf Lavageröll, vorbei und mit Blick in die kl. grüne Montana Caldereta. Dreisprachige Anschauungstafeln machen den anstrengenden Weg zum Lehrpfad für Vulkanismus. Vor böigen Winden auf dem Kraterrand wird gewarnt, unterwegs erklärt man mir, dass man geschützt etwas unterhalb des Randes gehen könne. Oben angekommen bildete ich mir ein, den Pfad im Kraterrand 10 m unter dem Top zu erkennen und folgte ihm. Es wurde schmaler und schmaler, steiler, gerölliger und dann kam die Stelle, wo ich glaubte, es gäbe kein Vor und Zurück mehr. Eine Frau schrie, Leute versammelten sich am Rand, um mir ggf. beim ~300 m Fall in die Caldera zuzuschauen. Mir schlotterten die Knie. Mit einem lächelnden Reinhold Messner im Kopf nahm ich allen Mut zusammen und bewältigte steil hoch kletternd die letzten Meter. Wunderbare Aussicht! Letzte Nacht schlecht geschlafen.

16 March 2019

Ein Tag auf Lanzerotes Dach und seinen grünen Seitentälern! Ich fahre nach Haria im Tal der 1.000 Palmen und besuche den samstäglichen Bauernmarkt. Er hat sich wohl mehr zu einem Touristenmarkt entwickelt, Gemüse und Obst gibt es nur wenig. Im Vergleich zum Teguiser Markt überschaubar, hochwertiger (ohne Chinaquatsch), künstlerischer und gemütlicher. In Haria lässt es sich gut leben. Der Blauregen blüht, Zitronenbäume tragen Früchte. Es grünt, hier fällt der meiste Regen. Ich besuche endlich einen Friedhof, hier ist das Grab vom bekanntesten Lanzerote Manrique. Ich fahre noch höher zum Risco de Famara, dem Dach der Insel mit wunderbaren Miradors zum Meer und in die weite Landschaft und herrlichen Picknick- und Grillplätzen. Bauernarbeit ist hier Handarbeit: er zieht Reihen für die Kartoffelaufzucht. Das prächtige Gebäude wurde zur Anbetung der Hl. Schneejungfrau (Eremitage de las Nieves) gebaut - Dank und Fürbitte für viel Winterregen. Auf Schnee wird man wohl vergeblich hoffen.

15 March 2019

Ein Radltag in die Hauptstadt Arricife an der Küste entlang! Etwa 30 km. Ich miete mir für 3 Euro ein Rad und hinterlege 10 Euro Pfand - mehr ist das 21Gänge Rad auch nicht wert. Kette und Ritzel sind so verrostet, dass Schalten bei mir die Befürchtung auslöst, die Kette könnte reißen. Ich komme am Flughafen vorbei. Der starke Wind wirbelt die Sandkörner auf und bläst sie mir ins Gesicht, in die Ohren, in den Mund. Ich habe das Gefühl gesandstrahlt zu werden. Der asphaltierte Weg ist sandig, das Radeln zusätzlich erschwert. An der Stadthalle demonstrieren etwa 150 Schüler/Studenten für den Klimawandel. Heute ist Freitag. Ein Besuch des Castillo de San José (Museum für moderne Kunst in altem Gemäuer), natürlich von Manrique gestaltet. Ein hübscher kl. Binnenhafen, nette Plazas und parkähnliche Promenade. Vom 17. Stock des Grand Hotels hat man einen guten Blick über die insgesamt doch eher Café lastige als Sehenswürdigkeiten reiche Stadt. Auf der Rückfahrt hat sich der Wind gelegt.

14 March 2019

Am Donnerstag fahre ich mit dem kl. Panda an die Nordostspitze der Insel, um die Gegensätze von Höhe und Tiefe zu erleben. Am Mirador el Rio ist man 479m hoch und blickt an einer Steilküste wunderbar auf die kl. Insel La Graciosa. Das Mirador verrät von außen nicht, dass sich im Innern hübsch gestaltete Räume vom Großmeister Manrique befinden. Auf meinem weiteren Weg komm ich an aufgelassene Feigenkakteenfelder vorbei, die mit der roten Farbstoff liefernden Koschenillenlaus infiziert wurden - das Geschäft mit dem Farbstoff läuft nicht mehr gut! Die Bauern gehen mehr dem Weinanbau nach. In Küstennähe wird Gemüse angebaut. Unverhofft komme ich an einer wunderbaren Lagune vorbei, während draußen die Wellen tosen. In der Cueva de los Verdes begibt man sich in ein über 7km langes Höhlensystem voller Farben, Überraschungen und mit tollem Raum-Klang-Erlebnis. Ein "Monster" wacht über den Eingang. Das blaue Haus in Arrieta liegt hübsch am Meer mit einladendem Naturschwimmbecken nebendran.

13 March 2019

Den gestrigen Tag hab ich an der Südwestspitze der Insel, Playa Blanca, verbracht. Auf der Hinfahrt hatte ich den besten Blick auf die Salinas de Janubio. Um zu den im Reiseführer gepriesenen Naturbadebecken zu kommen, bin ich etwa 2 km durch teils wüstenähnliches, teils sehr bunt bewachsenes Gelände gelaufen. Dass bei den starken Winden doch keiner baden will und vor Ort davor gewarnt wird, kann ich angesichts unberechenbarer Wellen gut verstehen. Das Foto von den schrecklichen Bausünden der 70er Jahre erspare ich euch. Trotz neu angelegter Straßen ist nicht klar, ob hier im Nichts noch gebaut werden soll angesichts vieler nicht fertig gestellter Wohnanlagen. Playa Blanca ist der Ort der Residenzen, Clubs und Resorts, alles schick. Größter Yachthafen der Insel. Der Papageienstrand gilt als der Inselbeste, durchaus verständlich: tolle, windgeschützte Bucht, feinster Sand, klares Wasser, wellenarm, kleine Riffe von Tauchern begehrt. Und ein Superort für den schönsten Sonnenuntergang!

12 March 2019

Dienstag = Tinas Abreisetag. Ein letzter kurzer Strandpromenadenspaziergang, ein paar Besorgungen und letztes gemeinsames Foto. Ich bringe sie mit dem Auto zum Flieger. Hier werden nicht nur Handtücher auf die Liegen gelegt, auch überdimensionierte Wäscheklammern halten sie wirksam gegen Wind und Neider fest. Ich fahre zur nahen Playa Honda: auf der einen Seite Zaun zum Fluggelände, auf der anderen Seite Strand und Meer. Grade finden hier die Paralympics für die Inselkinder statt - ein großes Spektakel. Auch soll man den auf landenden Flugzeugen hier so nah kommen wie nirgendwo sonst auf der Welt. Am Nachmittag beziehe ich die neue etwa 50 m2 große und sehr spanische Privatwohnung. Mit Händen und Füßen und über 3 Sprachen kriegen die Seňora und ich alles geregelt. Es ist ganz nett und alles vorhanden, wenn manches auch halbfertig wirkt oder nur eingeschränkt nutzbar ist, weil schon wieder kaputt (wie die aufwändig-komplizierte Duschwannenkabine). Der Garten soll erst einer werden...

11 March 2019

Noch nie ist es so schwer gefallen, aus den vielen tollen Fotos vom Naturpark mit der einzigartigen Vulkanlandschaft sowie den Salinas (Entsalzungsanlage) am Meer, El Golfo mit der Lagune und dem halb im Meer verschwundenden Vulkan und Los Hervideros (Vulkanhohlräume, die dank der Gezeiten- und Wellenkraft stetig vergrößert werden). Ein voller Tag, mit dem man mehrere Tage hätte füllen können. Der Nationalpark darf fast nur per Bus befahren werden. Das ist im Eintrittsgeld inklusiv. Man wird also 40 Min. durch die imposante Vulkanlandschaft gefahren, die so lebensfeindlich aussieht und doch 800 Tier- und Pflanzenarten beherbergen, darunter Falken und Geier. Demonstriert wird, dass es in 2 m Tiefe noch 300 Grad heiß ist und über einem Erdloch wird für das Restaurant Fleisch gegrillt. Der letzte Ausbruch war im 18. Jhdt, es muss gigantisch gewesen sein. Den Abschiedsabend feiern wir mit einem leckeren Wein aus La Palma. Spielerisch konnte Tina in diesem Urlaub leider nur Silber holen.

10 March 2019

Am Sonntag sind wir mit dem Bus zum Flughafen und haben uns ein kleines Auto gemietet. Damit sind wir nach Teguise gefahren zum allseits bekannten und inselgrößten Wochenmarkt, auf dem es alles gibt. Der Markt verteilt sich über das ganze Stadtzentrum und mehrere Felder stehen als Parkplätze bereit. Daneben liegen gemütliche Restaurants, die bei Livemusik vorzügliches Essen servieren. Unweit davon liegt das Lagomar in Nazaret, bekannt als das Haus von Omar Sharif, das er bald beim Brigdespiel wieder verlor. Cesar Manrique hat den Entwurf zur Gesamtanlage geliefert: direkt an einen Vulkan gebaut mit Höhlen, Pools, Tunnel und versteckten, blumenreichen Plätzen. Absolut phantastisch, aber nicht grade barrierefrei. Einen Steinwurf entfernt liegt das Arbeitsgebäude des verstorbenen Künstlers und Umweltaktivisten Manrique. Er hat sein Haus in eine Vulkanblase vor allen unterirdisch gesetzt und viel Gestein zur Gestaltung gelassen. Beeindruckend. Am Abend fahren wir noch durch die Weinberge.
Der Samstag stand im Zeichen des Chillens, des starken Windes mit entsprechenden Wellen und vor allem im Zeichen des Karnevals, der hier wohl noch die ganze Woche läuft. Es hat was vom brasilianischen Karneval, es gibt auch keine Kamelle und keine Helaurufe. Die Szenerie ist bunt mit meist aufwändig hergestellten Kostümen. Alkohol scheint hier keine große Rolle zu spielen und die Straßen sind trotz fehlender Kehrwagen recht sauber. Selbst Kinderwagen der Zuschauer waren als kleine Boote verkleidet. Es macht auf jeden Fall Spaß, sich das Spektakel mal anzuschauen.

9 March 2019

8 March 2019

7 March 2019

Am Freitag gab es schon unseren 2. inkludierten Ausflug: mit dem Bus nach Orzola, also ans andere Inselende, Überfahrt mit dem Schiff zur Insel Graciosa, die jüngst als 8. Kanarische Insel anerkannt wurde. 600 Leute in 9 Familien wohnen hier. Kein Asphalt auf den Straßen, kleine weiße Häuser, viel Vulkanlandschaft. Am Wochenende findet hier ein Triathlonwettbewerb statt, daher reges Treiben und erste Teilnehmer kommen an. Ein ganz schnuckeliges Museum zeigt die besondere Pflanzen- und Tierwelt. Den Wiedehopf können wir auf unserem Rundgang sogar fotografieren. Hier lebt man vom Tourismus und vom Fischfang, letzteres landet sehr lecker zubereitet auf die Teller der Touristen. Hervorzuheben ist noch die kleine geschmackvolle Kirche, deren Inventar konsequent das Fischfangmotto aufgreift: Taufbecken in Muschelform, darunter eine Fischreuse, die Oberfläche der Kanzel als Steuerrad usw. Herrlich. Schnell ist der Tag rum und wir schaukeln auf hohen Wellen Lanzarote entgegen.
In unserem All-in-Reisepaket sind zwei Tagesausflüge inkludiert sind. So geht es schon um 8 mit dem Bus gen Westen zur Playa Blanca. Mit einem Katamaran mit Glasfenstern zur Unterwasserbeobachtung an den Tragflächen sind wir in 45 Min. - vorbei an der kl. Insel islote de Lobos - nach Corralejo, der großen Hafenstadt am Nordostende von Fuerteventura. Der Naturpark von Corralejo: seines Zeichens weiße Wanderdünen aus Muschelkalk und der Vulkan El Jable mit großer und weithin sichtbarer Caldera. Nach einem Rundgang lassen wir uns am wellenumtosenden Strand zum Picknick und Genießen der vielen Kite- und Windsurfer in einer von Vulkansteinen ungebenen, geschützten Mulde nieder. Hier wurde mal die WM der Kitesurfer ausgetragen wegen der besonders starken Winde. Hier sind nur Könner - tolles Schauspiel mit Luftsprüngen. Nach einem Stadtrundgang geht es zurück. Dank Tinas Weitblick nehmen wir einen trockenen Platz auf dem stark schaukelnden Schiff ein und haben Spaß am Gejohl Nassgespritzer.

6 March 2019

Nach dem reichlichen Frühstücksbuffet mit mäßigem Kaffeegenuss haben wir unsere Gegend erkundet: Wir sind an der 8 km langen Promenade der Playa del Carmen in herrlichem Sonnenschein bei etwa 22 Grad und leichtem Wind entlang gelaufen: weißer Strand, viele Hotels, Restaurants, touristische Einkaufsstätten und suchten am östlichen Ende der Promenade eine geeignete Busstation, die uns zurück ans westliche Ende bringt. Als der Bus in Matagador - unserem Viertel - hält, bleibt Tina sitzen und meint, die nächste Haltestelle sei die Richtige. Falsch gedacht. Der Bus fährt auf die Autobahn. So fahren wir weiter bis zur Hauptstadt Arricife. Nach einer Stärkung genießen wir das bunte Karnevalstreiben und die vielseitige parkähnlich und hübsch gestaltete Hafengegend mit altem Kastell. Paddler tragen ein Rennen aus und ein Kreuzfahrtschiff ankert grade. Abends fahren wir zurück per Bus und nehmen am reichhaltigen Abendbuffet teil. Die Füße sind müd und ein erster Sonnenbrand sichtbar.