Colombia · 40 Days · 28 Moments · June 2017

Aventura de Nicolas en Colombia


29 July 2017

So kommen wir mit etwas Verzögerung schliesslich doch noch in San Cipriano an. Da die meisten Touristen eben bereits wieder abgereist sind, ist im Dorf mit seinen knapp 800 Einwohner nicht viel los. Jedoch ist klar zu sehen, dass San Cipriano längst kein Geheimtipp mehr ist. Es gibt im Dorf im Prinzip eine Strasse. Diese ist gesäumt von einfachen Unterkünften. Zahlreiche Familien bieten etwas zu Essen an oder vermieten Lastwagenpneus um sich damit im Fluss treiben zu lassen. Da nicht mehr viel los ist, gehen wir nach Nachtessen und Bier früh schlafen. Am nächsten Tag stehen wir früh auf unternehmen mit dem Guide unserer Unterkunft eine kleine 30-minütige Tour durch den Dschungel. Wir landen schliesslich bei einem wirklich sehr sehenswerten ca. 12m hohen Wasserfall. Da wir früh losgegangen sind, sind wir auch die einzigen dort. Später testen wir auch noch die andere Attraktion San Ciprianos aus und lassen uns auf den Lastwagenpneus den Fluss hinuntertreiben.

27 July 2017

Dass die Kommunikation zwischen dem Start- und "Endbahnhof" nicht so sonderlich gut geklappt hatte, merkten wir dann als uns auf einer langen Gerade eine andere Motobruja, vollbeladen mit Touristen entgegenkam. Der Crash konnte verhindert werden. Dennoch waren wir instinktiv noch während der Fahrt von dem Gefährt gesprungen. Da würden noch viele weitere Brujas kommen liess einer der Touristen etwas besorgt verlauten. Die Fahrer nahmens einigermassen gelassen. Wir "entgleisten" unsere "Hexe", damit die andere, viel beladenere, auf dem einen Gleis passieren konnte. Danach setzten wir die Fahrt tatsächlich fort, was aber nicht lange gut ging. Nach maximal 150 Metern kam uns wieder ein Gefährt entgegen. Es sollte nicht das letzte sein. Nachdem wir unsere Hexe abermals ausgehebelt hatten setzten wir uns in einen kleinen Unterstand, der uns vom tropischen Regen schützte und warteten...und warteten...und schauten zu wie die Touristenladungen auf den Brujas vorbeituckerten!

25 July 2017

Weil wir an einem Sonntag anreisen, also einem beliebten Ausflugstag, müssen wir uns zuerst noch ein bisschen gedulden, bis wir die Reise auf der Brujita (übersetzt: Hexe) antreten können. Immer wieder kommen die Motorräder aus San Cipriano an und laden die mehrheitlich kolumbianischen Touristen ab. Sogleich scharen sich die einheimischen Jungs um die Touristen und setzen ihren Kindheitsbonus ein um Süssigkeiten oder ein paar Pesos zu ergattern. Mittlerweile regnet es auch. Viele der Touristen haben ihre Badkleider in weiser Voraussicht gleich angelassen. Nachdem es schon ein, zweimal hiess wir würden gleich losfahren und wir uns schon auf das Motorrad gesetzt hatten, wurde der Motor dann tatsächlich gestartet. Aus einem gemütlichen Lostuckern wurde dann schnell ein rasanteres Tempo erreicht. Dass die Schienen an manchen Stellen ein bisschen krumm sind, hörte und spürte man durch die sanften aber stetigen Schläge. Unser Fahrer wusste genau wo er das Tempo drosseln muss.
Nachdem wir in Calí unser Salsakönnen gezeigt haben, schlug es uns nach San Cipriano, einem kleinen afrokolumbianischen Dorf in der Nähe der berüchtigten kolumbianischen Hafenstadt Buenaventura. Berüchtigt wegen ihres schlechten Rufes als Stadt der Armut und Kriminalität und vor allem wegen dem schlechten Ruf des Hafens als wichtiger Ausgangspunkt für den internationalen Drogenschmuggel. Nun, im Hostel in Calí wird uns denn auch davon abgeraten uns in Buenaventura aufzuhalten. Dadurch, dass der Fahrer des Minibuses vergisst, dass er uns anweisen muss, wann wir aussteigen müssen, landen wir trotzdem fast in Buenaventura und sehen bereits das Meer. Ein Sammeltaxi fährt uns dann zurück zum Eingang nach San Cipriano. Dort lösen wir unser Tickets für die "Brujitas", die Hauptattraktion des Dorfes. Brujitas ist der Name der auf Schienen fahrenden Kombination von Motorrad und Holzbrett. Doch seht euch dazu die Bilder an.
Hier gibts Guarapo! Dazu wird das Zuckerrohr in dieser Maschine zermalmt. Enorm süss!

23 July 2017

22 July 2017

Viele bunte und exotische Früchte auf Calís Markt.
Neben dem Salsakurs und deren Anwendung im Nachtleben von Calí, bleibt mir Calí auch ansonsten in guter Erinnerung. Irgendwie gefällt mir die Athmosphäre ziemlich gut. Vor allem am Markt fühle ich mich sehr wohl. Die Stimmung ist dort locker und man findet allerlei Leckereien, vor allem in Form von Säften und Früchten. (Neben unangenehmen Gerüchen natürlich - doch ohne diese wäre es ja kein richtiger Markt.) Unbedingte Musts in Calí ist das Trinken eines Guarapos, eines (zu süssen) Zuckerrohrsaft, sowie das Probieren von den Säften aus den exotischen Früchten mit Namen wie Lulo, Guanabana, Zapote, Mamoncillo, Uchuva, Borojo, Curuba etc. In (akustischer) Erinnerung bleibt mir auch die übergewichtige Marktfrau, die gleich neben meine Ohr ihre Stimme erhebt, um ihre Ware lauthals anzupreisen. Klar, wäre ja auch keine richtige (sprich stereotypische) Marktfrau, wenn sie erstens nicht dick und zweitens nicht so eine kräftige, schier das Trommelfell zerberstende Stimme hätte. 😂
Salsa, Salsa, Salsa! Calí, die kolumbianische Hauptstadt lässt una das Tanzbein schwingen. Doch von vorne: Nach der ca. 11-stündigen Busfahrt von Bogotá, beziehen wir im Hostel Iguana unsere Zimmer. Blöd nur: Bogotás Kälte hat mir offensichtlich nicht gut getan. Dazu noch die Fahrt im Bus alias "Kühlschrank". (Die Klimaanlagen in lateinamerikanischen Bussen lassen, als wäre es der Stolz des Busfahrers, die Temperatur stets auf gefühlte 10 Grad herunterkühlen. Profitipp: Gleich bei der Hinreise die Decke aus dem Hinflug mitgehen lassen) In der Summe führt dies dazu, dass ich mich erst am übernächsten Tag wieder fit fühle. Nun gut, der Hosteleigene Tanzkurs wird schliesslich nur von uns genutzt. Meinen kleinen spanischvorteil nutze ich natürlich eiskalt aus, damit ich mit Alejandra tanzen kann. Dies stellt sich aber als gar nicht so einfach heraus, da Alejandra ziemlich klein ist. Hat wahrscheinlich ziemlich komisch ausgesehen. 😂 Am nächsten Tag gibts gleich nochmals einen Tanzkurs!
In der Quinta angekommen, werde ich sogleich gefragt ob ich eine Führung möchte. Ich stimme schliesslich zu und hoffe einiges Interessantea über Bolívar zu erfahren. So ist es denn auch: Unser Führer erzählt uns einige sehr spannende Anekdoten aus Simón Bolívars Leben. Bei seinem Tod, sah er sein Werk keineswegs als vollendet an. Ein berühmtes Zitat von ihm lautet denn auch: "Die drei grössten Narren der Welt waren Jesus, Don Quijote und ich selbst." Sein Wirken prägte die kolumbianische Geschichte. Doch Bolívars Politik hatte auch seine Widersprüchlichkeiten. Seine Ideale beruften sich auf dem Liberalismus Jean-Jaques Rousseaus, er selbst positionierte sich aber nach der erfolgreichen Unabhängigkeit als Diktator des grosskolumbischen Reiches. Zugleich wollte er die Sklaverei abschaffen, was ihm aber bis zu seinem Tod nicht gelang. Simón José Antonio de la Santísima Trinidad Bolívar Palacios y Blanco wie er mit vollem Namen hiess, bietet definitiv Anlass zur Diskussion.

3 July 2017

Nach der Rückkehr aus Santa Marta wollte ich eigentlich noch einem der Strände des Tayrona Nationalparks einen Besuch abstatten. Jedoch spielte das Wetter nicht wirklich mit. So entschloss ich mich schliessluch für einen Besuch der "Quinta de San Pedro Alejandrino". Hierbei handelt es sich um die herrachaftliche Anlage, in der Simón Bolívar sein letzten Tage verbrachte, bevor er an Tuberkulose verstarb. Bolí var, war DER lateinamerikanische Unabhängigkeitskämpfer. Er befreite neben Kolumbien auch sein Heimatland Venezuela, sowie Panamá, Perú, Ecuador und Bolivien von den Spaniern.

2 July 2017

Beim Hinweg haben wir hier den Fluss noch überquert, jetzt nehmen wir dieses "Seilbähnli".

1 July 2017

Oben, auf dem Hauptplatz der Kogí-Indianer angekommen steht der Mamo, das Oberhaupt der Kogí-Indianer in stoischer Ruhe. Unschwer zu erkennen ist er an seinem seltsam geformten Hut. In seiner rechten Hand trägt er den Poporro. Den Kürbis, welcher mit der Mischung aus Muschelkalk und Kokablättern gefüllt ist. Wie wir später noch erfahren werden erhält jeder männliche Kogí im Alter von 18 Jahren den Poporro. Die Mischung wird durch einen Holzstab aus dem Flaschenkürbis herausgenommen und dann in den Mund eingeführt. Durch Kauen des Gemisches setzt sich das Alkaloid frei und es wird ein leichter Rausch erlangt. Die Kogí glauben, dass es ihnen Weissheit verleiht. Der Anbau und Konsum von Koka hat in ganz Kolumbien eine grosse Tradition. Besonders als Heilmittel gegen Höhenkrankheit. Kein Wunder also gab es viel Unmut als die Regierung Kolumbiens in den 90er Jahre im Kampf gegen die Drogenmafia mithilfe der USA Jahren flächendeckend in ganz Kolumbien Kokaplantagen mit Pestiziden zerstörte.
Nach zwei Übernachtungen, kommen wir am dritten Tag gegen 8 Uhr morgens in der Ciudad Perdida an. Der Schlussaufstieg ist spektakulär, hats aber definitiv in sich. Die unzähligen (warens 300?) Stufen, die spektakulär in den Dschungel hineingebaut sind müssen überwunden sein. Kaum will man sich oben, nassgeschwitzt und schwer schnaufend, kurz erholen, machen die Mücken wie wild Jagd auf dein Blut. Es gibt ja Leute, die nicht so oft gestochen werden. Ich gehöre definitiv nicht dazu. Die sympathische kolumbianische Begleitung leiht mir ihren Repelent, den ich naiverweise im Camp zurückgelassen habe. Doch auch danach lassen sich die Mücken noch nicht restlos von der Plagerei abhalten. Nun, gross stören tun sie mich eigentlich schon lange nicht mehr. Zu gross ist die Schönheit dieses wunderbaren, traditionsreichen Ortes. Der Blick geht hinauf zu den terassenartigen Bebauungen der Tayrona, des indigenen Volkes, welches hier um ca. 1000 n.Chr. mit den Bebauungen begonnen hat.
Nachdem am ersten Tag die beiden Grossmütter den Weg nicht ganz ohne Hilfe eines Motorrads schafften, teilte sich die Gruppe ein erstes Mal auf. Von nun an begleiteten uns der kolumbianische Guide Juan Carlos und der Venezolaner Bryan alias "Maduro". Bryan arbeitet seit zwei Jahren als Guide für die Agentur. Zuvor war er auf der Isla Margarita, welche zu Venezuela gehört, im Luxustourismus tätig. Er ist einer der vielen Venezolaner, die ihrem Land aufgrund der desaströsen Situation den Rücken zugewandt haben. Ende Jahr will er denn auch seine Familie nachziehen. Bis dahin schickt er laut eigener Aussage die Mehrheit seines Lohnes in die Heimat. Juancarlos hingegen ist seit über 15 Jahren Tourguide und weiss darum auch sehr viel zu berichten. Von färbenden Pflanzen über die Geschichte des Koka- und Marihuanaanbaus bis zu einer Geisselnahme von Touristen durch die kolumbianische Guerilla. So lausche ich an den Abenden gebannt seinen Erzählungen.

30 June 2017

In Santa Marta drehen sich die meisten der Outdoor-Aktivitäten rund um die Ciudad Perdida, die verlorene Stadt, welche erst 1975 durch Grabräuber wiederentdeckt wurde. Bis vor kurzem konnte man als Tourist noch mit dem Helikopter direkt in der heiligen Stadt der dort ansässigen Kogi landen, mittlerweile ist dies (zum Glück) nur noch dem Militär erlaubt und als Tourist muss man einen 4-6 tägigen Trek bei einer der zahlreichen Agenturen buchen. Der Preis ist stolz, umgerechnet sind es beinahe 300 CHF. Der Weg dorthin ist schön, manchmal auch etwas schwierig und anstrengend, aber gut machbar für den durchschnittlichen Touristen. Ich habe meine Tour bei Magictours, einem der zahlreichen Anbieter in Santa Marta gebucht. Unsere Gruppe bestand aus zwei kolumbianischen Grossmüttern (!) und ihren zwei Enkeln, vier weiteren Kolumbianern, drei Holländern, drei Franzosen, einem britischen Päärchen und mir.

27 June 2017

Nach einer etwa 6-stündigen Busfahrt von Cartagena, kam ich um Mitternacht in Santa Marta an. Santa Marta ist berühmt für seine weisse Kathedrale, die älteste Lateinamerikas. Ausserdem starb hier Simon Bolivar, der berühmte Unabhängigkeitskämpfer, der unter anderem auch Kolumbien von den Spaniern befreite an Tuberkulose. Neben Carlos Vives, einem der berühmtesten kolumbianischen Musiker, ist hier auch der schweizer Fussballer Johann Vonlanthen geboren und in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. In einer Bar in Santa Marta werde ich, als ich sage dass ich Schweizer bin, auf ihn angesprochen.

25 June 2017

Die Isla de Barú ist an diesem Sonntag völlig üerlaufen. Wir nehmen hier das Mittagessen ein, welches im Preis von 80.000 COP für die Bootstour dabei ist. Die Stimmung am Strand ist gut. Unter den diversen fix eingerichteten Sonnenschirmen wird fleissig Bier getrunken oder einfach nur relaxt. Es gibt hier diverse Vergnügungsangebote, so kann man Jetskis mieten oder sich auf einem etwa 7 Meter langen Plastikding von einem Schnellbot ziehen lassen. Das endet dann immer damit, dass der Fahrer des Bootes eine aprupte scharfe Kurve einlegt und, die Passagiere seines "Anhänger" vergnügt und unter lautem Gelächter ins Wasser fallen.
Ausflug zur Isla de Barú und den Islas de Rosario: Von Cartagena aus starten diverse Ausflugsboote zu den umliegenden Inseln. Der wohl beliebteste Ausflug ist der zu der Playa Blanca auf der Isla de Barú. Der Name ist irreführend, es handelt sich bei der Isla de Berú nämlich lediglich um eine Halbinsel. Ich starte am morgen mit dem Boot von der Muelle turistica de Cartagena. Begleitet ausschliesslich von kolumbianischen Touristen. Wir besuchen zuerst die Islas de Rosario (diesmal richtige Inseln), die etwas weiter entfernt als die Isla de Barú liegen. Unser Guide erklärt uns, dass eine der Inseln Pablo Escobar gehört hat, andere gehören heute noch einflussreichen Kolumbianern. Ich habe die Wahl zwischen dem Besuch eines Aquariums oder dem Besuch des natürlichen Aquariums, sprich einem Schnorchelgang. Ich brauche nicht lang zu überlegen und entscheide mich fürs Schnorcheln. Da viele Kolumbianer Nichtschwimmer sind weist uns unser Guide explizit darauf hin, die Schwimmwesten anzulassen.

24 June 2017

Cartagena hat einen beträchtlichen Anteil an afrokolumbianischen Einwohnern. Wie in vielen anderen Gegenden haben die spanischen Kolonialherren auch in Cartagena, die als körperlich fit geltenden Westafrikaner, als Sklaven rekrutiert. Zum Glück sind diese Zeiten längst überwunden. In Cartagena erinnert heute beispielsweise noch die Puerta de Reloj, der Eingang ins Stadtzentrum, mit einem Mahnmal an die düsteren Zeiten. Das schöne ist, dass die afrokolumbianische Bevölkerung einen Grossteil ihrer Kultur konserviert hat und ihn vor allem in den grossartigen musikalischen und vor allem tänzerischen Darbietung stolz zur Schau trägt. Im Parque Bolivar von Cartagena treffen praktisch täglich gegen 17.00 die ersten Tanz- und Trommelgruppen ein. Stets dienen Trommeln, das Grundelement der westafrikanischen Musik, als Basis. Einige Tänze sind "kolumbianischer" und sind meist etwas ruhiger. Bei anderen ist ganz klar das westafrikanische Element dominierend.

23 June 2017

Cartagena de Indias ist eine ziemlich grosse Stadt an der Karibikküste Kolumbiens. Von touristischem Interesse ist jedoch lediglich die Altstadt, welche definitiv wunderschön ist. Die Häuser sind meist zweistöckig, oft mit kleinen Balkonen ausgestattet und angemalt in den verschiedensten Farben. Die schicken Häuser, wie auch die zahlreichen Kathedralen, zeugen vom ehemals grossen Reichtum der Stadt. Heutzutage zieht die Stadt, wen wunderts, Scharen von, mehrheitlich einheimischen, aber auch ausländischen Touristen an. So hat man, wenn man durch die Strassen der Stadt schlendert, das Gefühl jeder will hier sein Geschäft mit den Touristen machen. Selfiesticks, Armbänder, Bilder, Halsketten, Süssigkeiten, Hüte, T-Shirts, Sonnenbrillen - Die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Werden einem tagsüber Selfiesticks angeboten, so sind es am Abend dann vor allem Bier und Essen. Selbst ausländische Extrem-Backpacker haben das Geschäft für sich entdeckt und verkaufen Falafel oder Shots.

21 June 2017

Wie mir mein Gastgeber in Medellin erzählt, werden die meisten Stadtteile nach wie vor von den Drogenkartellen kontrolliert, was aber paradoxerweise die Sicherheit erhöht. So agieren die "Narcos" und ihre zahlreichen Rekruten auch als "Sicherheitskräfte" und schützen ihre Bewohner vor gewalttätigen Überfällen. Zudem ist die Polizei in Medellin, wie in ganz Kolumbien, auffallend und in einer angenehme Weise präsent. Viele Poizisten sind nur leicht oder gar unbewaffnet, markieren aber Präsenz und dienen der Bevölkerung genau so wie dem Tourist als Ansprechpartner. Nichtsdestotrotz kann die Gewalt in den armen Quartieren natürlich jederzeit neu aufflammen. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit sind die Narcos immer noch ein wichtiger "Arbeitgeber". Ihre "Arbeit" geht dank dem steigenden Kokainkonsum der westlichen Länder nicht aus.

20 June 2017

Die Metrocables, wie die Seilbahnen in Medellin genannt werden, haben viel zur Aufwertung des Stadtbildes und auch insgesamt zur Verbesserung der Verhältnisse beigetragen. In Medellin gibt es momentan vier Seilbahnlinien. Eine davon führt zum Parque Arvi, einem gigantischen Nationalpark und Naherholungsgebiet. Die anderen drei erschliessen die ansonsten eher schwer zugänglichen und hauptsächlich ärmlicheren Siedlungen. Ein vorzügliches Beispiel für gelungene Stadtentwicklung sind beispielsweise auch die "Escaleras" die Rolltreppen, die die steilen Hügel der Comuna 13, einem ehemals von Gewalt übersäten Quartier zugänglicher machen. Bessere Zugänglichkeit = Erhöhung der Sicherheit lautet also die banale Formel. Und sie macht durchaus Sinn. Ich hätte ohne Seilbahn wahrscheinlich kaum das hoch oben in den Hügel gelegene Quartier "la Sierra" besucht. Die Investitionen in die armen Gegenden haben viel dazu beigetragen, dass Medellín mittlerweile viele anderen Städten als Vorild dient.
Die übergewichtigen, wenn nicht gar adipösen Skulpturen des berühmten Kolumbianischen Malers und Bildhauer Fernando Botero, sind im Stadtzentrum von Medellin unüberschaubar.

19 June 2017

Die Aussicht vom Lomo de Nutibara über praktisch ganz Medellin ist nicht schlecht und dementsprechend auch gut besucht. Vor allem kolumbianische Touristen schiessen hier ihre Selfies. Ebenfalls auf dem Hügel liegt das "Pueblito Paisa", eine Nachahmung eines typisch kolumbianischen Dorfes aus der Antioquia-Region.