1 Days · 6 Moments · February 2018

Auf nach Christchurch


20 February 2018

Am Abend nachdem wir die Delfine gesehen hatten fuhren wir auf unseren Campground. Dort erfuhren wir, dass ein Zyklon auf uns zukommen sollte. Er sollte die nächsten Tage über Neuseeland wüten. Besonders schlimm war es für den Norden der Südinsel und den Süden der Nordinsel angekündigt. Doch auch wir in Kaikoura bekamen Wetteralarme. Vor allem gab es Warnungen für Überflutungen in Neuseeland. Es sollte viel regnen und stürmen, sodass die Straße nach Christchurch wohl im Laufe des nächsten Tages gut gesperrt werden könnte. Unser Problem war, dass Kassi aus Christchurch in den nächsten Tagen weiter nach Australien fliegen sollte. Wir mussten also nach Christchurch. Und eine gesperrte Straße nach Flooding konnten wir nicht gebrauchen...
Am nächsten Tag schüttete es wie aus Eimern. Mimmis und Zoeys Zelt war voll mit Wasser und einige Sachen waren komplett durchnässt. Die beiden versuchten einiges trocken zu föhnen und es wurde schnell zusammengepackt und gefrühstückt. Danach ging es zügig auf nach Christchurch und zum Glück kamen wir relativ gut durch. Später erfuhren wir, dass am Nachmittag des gleichen Tages die Straße gesperrt wurde. Glück gehabt. Ihr denkt jetzt vileleicht: "Gut dann hättet ihr halt eine andere genommen" Pustekuchen! 😂 So viele Straßen gibt's hier nicht und ein anderer Weg hätte ewig länger gedauert.
Unser Campingplatz in Kaiapoi hatte zum Glück eine Küche, in die man vor dem Regen flüchten konnte. Wir gingen am ersten Tag (21.02.) in eine Mall in der Stadt, um uns die Zeit trocken zu vertreiben. Am Abend spielten wir ewig Karten und genossen eine Pizza! Vom Zyklon 'Gita' bekam man zunächst gar nicht so viel mit. Ja es regnete und es war windig und ja einige Straßen standen voll mit Wasser.. Aber das war es ersteinmal. Da wir dann aber nach und nach mitbekamen, dass der Sturm es in die deutschen Nachrichten schaffte, rief ich doch sicherheitshalber mal zuhause an und gab Entwarnung. Tatsächlich wurde in Christchurch der 'State of Emergency' ausgerufen. Manche Vororte wurden evakuiert, doch bei uns blieb soweit alles ruhig. Am schlimmsten traf es den Tasman District im Norden der Insel. Es war ein wenig gruselig zu wissen, dass wir vor einer Woche da waren, aber ich hatte Kontakt zu Leuten, die während des Zyklons dort waren und evakuiert wurden. Alles war soweit in Ordnung.
Die Nacht war für einen angekündigten Zyklon wirklich ruhig. Am nächsten Tag als es für uns wieder nach Christchurch ging, stellten wir fest, weshalb unser kleiner Ort über Christchurch wohl so gut davon gekommen war. Es gab einen ausgetrockneten Fluss, wo nur ein einziges Rinnsal floss. Das Flussbett war ca. 30-40m lang und einen Meter tief. Als wir diesmal daran vorbei fuhren fehlte zum Überlaufen dieses plötzlich sehr gut gefüllten Flusses nur noch ungefähr 15 cm bis 20cm. Mit anderen Worten, dieser Fluss hat es für uns ziemlich gut abgefangen. Schon wieder Glück gehabt. 😉
In der Stadt schauten wir uns dann einiges an. Unter anderem seht ihr auf den Bildern die Carboard Church in Christchurch. Diese Kirche besteht weitestgehend aus Pappe. Nicht das Dach, aber alles Innere. Das hat einen ganz bestimmten Hintergrund. Sehr, sehr viele Gebäude wurden in Christchurch vom Erdbeben zerstört. Unter anderem auch die Christchurch selbst. Diese Kirche aus Pappe soll bewusst vergänglich sein. Damit wird symbolisiert, dass die alte Kirche wieder aufgebaut und restauriert werden soll. Ich fand das Gebäude wirklich sehr beeindruckend und dabei trotzdem schlicht. Teilweise standen darin aber auch Elemente aus der zerstörten Kirche. Außerdem waren wir bei einem Denkmal für die 185 verstorbenen Menschen aufgrund des Erdbebens. Es sind 185 leere weiße Stühle. Keiner ist gleich und jeder steht für einen der Verstorbenen. Es waren auch Babystühlchen dabei und zB ein Rollstuhl. Es ist ein trauriger Ort. Ich fand die Art des Denkmals zwar traurig, aber traurig schön.
Auch am nächsten Tag sind wir nach Christchurch gefahren. Dieses Mal sahen wir noch mehr von den zerstörten Gebäuden. Die Christchurch und eine weitere Kirche wurden restauriert. Wir hatten einen schönen Bummeltag, besorgten ein paar Souvenirs und genossen den Tag. Wir sahen die Bridge of Remembrance (Brücke der Erinnerung/ des Gedenkens) vom Krieg und sind zum 'Canterbury Earthquake National Memorial' gegangen. Überall lagen Blumenkränze unter den Namen der Verstorbenen. Ebenfalls Briefe, Bilder und hier und dort auch Kuscheltiere. Es war der 22.02. Der Jahrestag vom Erdbeben. Danach ging es für uns zurück zum Auto. Tja und was da passierte war leider ganz und gar nicht toll. Aber das erzähle ich in einer eigenen nächsten Journi. :/