Brazil · 25 Days · 115 Moments · October 2017

Wir waren in Brasilien


13 November 2017

...zum Schluss noch ein rießiges Dankeschön an meinen Thom. Ohne sein Engagement, seinen Mut, seine unglaubliche Entschlossenheit, sein niemals Aufgeben und seine Liebe zu mir, hätte ich dies alles nicht erleben können. Etwas Demut schwingt auch mit. Vor etwas mehr als drei Jahren wusste ich nicht wie und ob ich meine Krankheit überstehen werde. Um so glücklicher bin ich darüber, dass ich diese tolle Reise, in guter Gesundheit erleben konnte. In diesem Sinne, nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Träume leben - JETZT! 👍 Danke Thom!
Meine liebe Familie, meine lieben Freunde, meine lieben Kollegen, wir sitzen auf dem Flughafen, unser Gepäck ist aufgegeben und es heißt Abschied nehmen von diesem rießigen und wunderbaren Land Brasilien. Per Flugzeug, per Schiff, per Bus, ja sogar per Rad und zu Fuß haben wir es bereist. Eine beeindruckende, vielseitige und fröhliche Zeit liegt hinter uns und ich habe versucht Euch alle ein wenig daran teilhaben zu lassen. Dies hat mir viel Spass und Freude bereitet. Außerdem musste ich ich ja auch irgendwie meine 20000 Wörter, welche Frau täglich so zur Verfügung hat, unterbringen. ☺ Thom wäre damit eindeutig überfordert gewesen und meine portugiesischen Sprachkenntnisse sind zu schlecht, so dass ich die Brasilianer auch nicht sprachlich erheitern konnte. Vielleicht habe ich bei dem einem oder anderen von Euch das Fernweh geweckt. Vielleicht hat der eine oder andere Seiten von uns erfahren, welche ihm bis dato unbekannt waren....
....der Taxifahrer wollte nach einer logistischen Unterstützung Ausschau halten, wir wollten aber nur noch "nach Hause". Also wieder zum Busterminaleingang. Dieser blieb aber verschlossen und egal ob Du vor drei Minuten erst Tickets erworben hast, der Verkäufer sich auch an Dich erinnert, ohne den Kauf neuer Fahrscheine drehte sich hier kein Drehkreuz für uns. Jetzt erspähte uns unsere Taxifahrer, im Schlepptau ein hilfsbereites brasilianisches Sprachgenie. Mit seiner Unterstützung sollte es nun klappen. Tat es aber nicht, der Bus fuhr mittlerweile auch ab, Sprachgenie stieg kurzer Hand mit in den Wagen und erklärte uns sowie dem Fahrer ausführlichst sämtliche Straßennamen und Verkehrsrichtlinien, in einer Mischung aus Portugisisch, Englisch und Deutsch. Wir waren fix und fertig aber hilfsbereit sind sie, die Brasilianer!
....nicht nur das Essen war ein voller Erfolg unsere Mägen waren auch gefüllt. Jetzt noch zum Busterminal und dann zurück zu Christiane in die Pousada. Ich habe ja schon mal beschrieben, dass es in den verschiedensten Ländern die verschiedensten Methoden gibt, um mit einem Bus zu starten. Hier nun diese: Man kauft am Eingang des Busbahnhofs die Tickets und kann nun mit diesen durch die ganze Stadt fahren, Umsteigen inklusive. Thom kauft die Tickets, mittlerweile im perfekten Portugiesisch, wir durchs Drehkreuz durch und warten auf den Bus. Dieser sollte allerdings erst in 30 min. kommen. Wir wollten nicht solange ausharren, entschieden uns alternativ für ein Taxi und fanden auch eines, allerdings machte der Fahrer nicht den Eindruck, als ob er unsere Adresse jemals finden würde. Handy-Apps wurden bedient, Thom versuchte zu erklären, alles aussichtslos. Außerdem war mittlerweile auch die Zeit verstrichen, so dass unser Bus auch bald kommen musste.....
....sehr gut ist, dass wir uns nach diesem Urlaub keine Sorgen um den zu erwartenden Weihnachtsspeck machen müssen. Den haben wir nämlich schon 😃. Und heute genießen wir nocheinmal so richtig. Wir gehen ins "Gauchó", ein "all you can eat" Restaurant. Unglaublich was uns da an Speisen am Buffet erwartete. Noch unglaublicher, dass jede Menge von Kellnern mit großen Fleischspießen unterschiedlichster Art, von Tisch zu Tisch gingen und auf ein Kopfnicken unsererseits warteten, damit das Fleisch auf unserem Teller und somit auch leider irgendwann auf unseren Rippen landet. Aber egal, heute wollen wir nochmal brasilianische Lebensart erleben. Einwas steht fest, wir Deutschen lieben es ja auch zu Grillen und mit unserer Roster und dem Rostbrätl sind wir da sicherlich auch nicht ganz schlecht. Brasilien ist, was das Fleisch, insbesondere das Rindfleisch angeht eine Delikatesse! Also alles in allem war unser Abendessen ein voller Erfolg ....(und nein, ich denke nicht an die süssen Babykühe 😞)

12 November 2017

...danach besichtigten wir die brasilianische Seite der Wasserfälle von Iguaçu. Ich wunderte mich, dass im Bus Regencapes zum Verkauf angeboten wurden. Schließlich schien die Sonne und der Himmel war blau. Es war ein gigantisches Naturschauspiel und für was die Regencapes notwendig waren wurde mir dann auch klar! Ich erwähnte ja bereits, dass wir uns hier im Dreiländereck Brasilien-Paraguay-Argentinien befinden. Also noch ein kleiner Abstecher mit dem Bus nach Paraguay. Ein irrer Markt voller Fake-Produkte. Alle renomierten Marken waren vorhanden und die Händler voller Tatendrang. Wir blieben aber standhaft und fuhren ohne Adidas, Gucci und co. zurück nach Brasilien. Christiane hatte uns ein Restaurant empfohlen, welches wir schon am Tag zu vor vergeblich gesucht hatten, heute aber unbedingt besuchen wollten, denn die Empfehlung klang äußerst vielversprechend....
Alle Vögel sind schon da ich kann mich erinnern, dass meine Tochter in der Grundschule einen Vortrag über Vögel halten sollte. Sie hatte gut gelernt und gab ihr Wissen meiner Mutter im Vorfeld preis. Ich stellte währenddessen eine kleine thematisch passende Zwischenfrage. Darauf Madeleine sehr überzeugend zu meiner Mutter: "Weißt Du Großmutti, vom Vögeln versteht meine Mama so rein garnichts." Gestern gab es diesbezügliche Nachhilfe für mich. Wir waren im Parque das Aves, einem großen Vogelpark. 1000 Vögel konnten wir in großräumigen begehbaren Fluggehegen erleben. Es machte uns viel Spaß, Tukane, Papageien, Aras in einer unglaublichen Buntheit zu fotografieren. Und ich persönlich ziehe dies dem Fotografieren von Turbinen eindeutig vor 😃.
...mit dem Bus ging es dann über das Gelände. Begeisterte Männer, welche alles fotografisch festhielten und versuchten bei ihren etwas gelangweilt schauenden Frauen ein Funken an Leidenschaft zu entflammen. So richtig ist der Funke bei mir nicht übergesprungen.... Wer von den männlichen Interessierten unter Euch detallierte Infos wünscht, dann bitte an Thom wenden. Es gibt auch mindestens 150 Fotos gratis dazu....
....der Staudamm von Itaipur. Okay, es ist das leistungsstärkste Wasserkraftwerk seiner Art weltweit und wenn man es schon quasi vor der Nase hat, sollte auch die technisch weniger interessierte Frau, sich dieses mal betrachten. Es liefert Brasilien mehr als ein Viertel seines Strombedarts und deckt 80 % des Bedarfs von Paraguay. Mit verschiedenen Bussen sind wir dort angekommen und bekamen als erstes die Ansage, dass meine Schuhe für diese Unternehmung ein No-Go wären. Alternativ wurden mir verschiedene gut abgetragene Modelle, welche zwar alle Arbeitsschutzrichtlinien erfüllten aber für meine zarten Füsse nicht in Frage kamen angeboten. Außerdem waren wir für diese Unternehmung viel zu dünn angezogen. Auch in Brasilien kann es kalt sein und dies war es, außerdem regnete es. Also wieder rein ins Taxi und zurück zur Pousada, klamottentechnisch aufgepeppt wieder zurück....
.....in Brasilien ist es heiß! Von daher sucht der Brasilianer die Kühle. In Geschäften, Gaststätten, Fliegern und Bussen läuft die Klimaanlage bis zum Anschlag. Die Kühlschränke sind rießig, die Gefrierschränke produzieren Eis ohne Ende. Das Bier wird fast gefroren serviert und auch ich verlange zum Caipirinha eine extra Portion Eis. Dies hat aber eher etwas damit zu tun, dass ich das Mischungsverhältnis damit etwas relativieren kann. Brasilien braucht also sehr, sehr viel Energie. Nicht zu vergessen die ganzen Glätteisen, welche täglich von den Brasilianerinnen benutzt werden, um die für uns so wunderschön exotisch aussehende lockige Haarbracht in Form, sprich glatt zu bekommen. Selbst auf dem Schiff, standen am Morgen zwischen den ganzen Hägematten Frauen und frisierten sich entspannt. Schon verrückt was wir so in voluminöse Haarpracht investieren. Hier passiert das ganze Gegenteil. So, jetzt aber zum Eigentlichen.....

11 November 2017

...sehr gut ist, dass wir uns nach diesem Urlaub keine Sorgen um den zu erwartenden Weihnachtsspeck machen müssen. Den haben wir nämlich schon 😃. Und heute genießen wir nocheinmal so richtig. Wir gehen ins "Gauchó", ein all you can eat-Restaurant. Unglaublich was uns da an Speisen am Buffet erwartete. Noch unglaublicher, dass jede Menge von Kellnern mit großen Fleischspießen unterschiedlichster Art, von Tisch zu Tisch gingen und auf ein Kopfnicken unsererseits warteten, damit das Fleisch auf unserem Teller und somit auch leider irgendwann auf unseren Rippen landet. Aber egal, heute wollen wir nochmal brasilianische Lebensart erleben. Einwas steht fest, wir Deutschen lieben es ja auch zu Grillen und mit unseren Rostern und dem Rostbrätl sind wir da sicherlich auch nicht ganz schlecht. Brasilien ist, was das Fleisch, insbesondere das Rindfleisch angeht eine Delikatesse! Also alles in allem war unser Abendessen ein voller Erfolg (und nein, ich denke nicht an die süssen Babykühe 😞)
Dreiländereck am Morgen kommen wir an in Foz do Iguaçu. Mit dem Taxi geht es zur Pousada. Hier wartet schon Christiane, die Besitzerin auf uns. Das Haus ist sehr individuell, es gibt nur vier Zimmer, wir haben sofort ein Gefühl von sich wohlfühlen. Eines der Zimmer können wir auch gleich beziehen und nach ein wenig Schlaf gibt es ein tolles Frühstück. Christiane spricht sehr gut englisch und ist eine wunderbare Gastgeberin. Von ihr erfahren wir die notwendige Logistig, um unsere Ziele zu erreichen. Foz do Iguaçu liegt im Dreiländereck Brasilien-Paraguay-Argentinien. Die Hauptattraktion sind die Wasserfälle von Iguaçu, eines der gigantischsten Naturwunder der Welt. Das Gebiet der Wasserfälle teilt sich Brasilien mit Argentinien. Mit einer Höhe von 80m sind sie höher als die Niagarafälle und im puncto Breite müssen selbst die Viktoriafälle in Afrika kapitulieren. Wir sind gespannt......🌊🌊🌊🌊

9 November 2017

....unsere Abfahrt aus Presidente Prudente gestaltete sich etwas spektakulär. Der Bus, auf welchen wir warteten, kam nicht. Wieso und warum und ob er überhaupt noch kommt, davon hatten wir beide keine Ahnung. Aber wir hatten ja unsere brasilianische Familie, welche den Busbahnhof erst verlassen wollte, wenn wir sicher im Bus sitzen. Augusto klärte das Problem mit viel Pathos. Er erzählte allen die irgendwas mit dem Busbahnhof zu tun hatten, dass wir aus Deutschland sind und jetzt unbedingt einen Bus zur Weiterfahrt benötigen. Dieser kam dann auch und nach vielen "Muito obrigado" und dem gegenseitigen Versprechen eines Wiedersehens in Dresden nahmen wir Abschied. Und meine liebe Madi, lieber Pedro, natürlich haben wir alle sehr viel über Euch erzählt. Schließlich haben wir Euch diese wunderbare Erfahrung ja zu verdanken 😘😘😘
...jetzt aber erst nocheinmal zum Shopping. Auch wenn es hier keinen Winter gibt, so gibt es aber Weihnachten und dieses wird mit viel Dekoration angekündigt. Besonders der Schnee, welcher ja hier niemals fällt wird in Szene gesetzt. Ansonsten verläuft Einkaufen, auch das im Supermarkt sehr entspannt. Den Stress, welchen die deutsche Supermarktkassiererin im Kaufland erlebt, kennt hier keine Verkäuferin. Egal wie lang die Warteschlange auch ist, hier wird nichts überstürzt. Und auch die Wartenden sind so etwas von geduldig, dass dies für uns kaum auszuhalten war. (Cristin, Du wärst wahrscheinlich abgereist 😃)
....nach zwei ereignisreichen Tagen nahmen wir heute Abschied von Ana, Augusto und Lu. Wir haben durch sie sehr viel Gastfreundschaft erfahren. Gefühlte 50 Mahlzeiten erhalten, welche alle "very delicious" waren. Bevor uns aber Pedros Familie zum Bus gebracht hat, haben Ana, Lu und ich uns noch zum Shopping verabredet. Thom war auch mit dabei. So richtig glücklich schien er nicht über dieses Urlaubserlebnis zu sein aber er schlug sich tapfer. Und ich habe versprochen, dass ich ihn morgen in ein großes, sehr interessantes, technisch umwerfendes und was weiß ich noch für ein Wasserkraftwerk begleiten werde. Ausgleich muss sein....
.....gewohnt haben wir bei Augusto. Er hat ein sehr schönes neues Haus, welches wir nutzen konnten. Augusto feierte uns zu Ehren eine Party und diese war wirklich sehr lustig und vom Ablauf her anders als wir dies kennen. Mit Kochen und allen weiteren Vorbereitungen wurde erst begonnen als die Gäste schon da waren. Jeder fühlte sich auch gleich heimisch in Augustos Küche und machte mit. Dabei wurde Wein getrunken, wir erzählten über Deutschland, die Brasilianer über ihr Land. Gegessen wurde erst sehr spät. Es war super lecker, was die vielen Hände gezaubert hatten. Und das "Zaubern" ging weiter. Hier scheute sich keiner vor Spülhänden. In Brasilien sind Geschirrspüler nicht üblich. Die Party endete mit dem gemeinsamen Abspülen und dem Wegräumen des Geschirrs. Am Ende wieder viele Umarmungen, Küsse und jede Menge an guten Wünschen...
.....um allen Verwandten vorgestellt zu werden sind wir 300 km gefahren. Dies ist in Brasilien keine lange Strecke. Wir lernten Oma's, Tanten, Onkel, Cousinen kennen. Alle sehr herzlich, viele Umarmungen und viele portugiesische Worte, wovon wir allerdings immer nur "Madeleine" und "Pedro" verstanden. Machte aber nichts, die Atmosphäre gefiel uns sehr und Ihr wisst ja, wir sind gern dabei in einem fremden Land. Dies waren wir hier auf jeden Fall und so richtig fremd fühlten wir uns auch nicht. In Brasilien ist es Üblich, dass dem Besucher das komplette Haus gezeigt wird. Jedes Haus besitzt mehrere Badezimmer, welche direkt an das jeweilige Schlafzimmer gekoppelt sind. Witzig ist, dass der Zugang durch eine Schranktür getarnt ist. Du denkst, Du landest im Pulloverfach und plötzlich stehst Du in einem Badezimmer 🛀😃 . Viele Fotos wurden uns gezeigt und selbstverständlich wurde für uns gekocht. Und wir haben wiedermal gegessen.....
Brasilianische Herzlichkeit 🇧🇷❤ nach einer sehr guten Fahrt im Nachtbus (die brasilianischen Reisebusse sind sehr komfortabel) sind wir pünktlich 7:30 Uhr auf dem Busbahnhof von Presidente Prudente angekommen. Pedros Papa, Augusto hat uns abgeholt. Alles sehr herzlich, unkompliziert und fröhlich. Bei Ana, Pedros Mama, gab es ein super Frühstück und damit nahm der Essens-Marathon seinen Lauf. Lu, Pedros Schwester kam auch zur Begrüßung. Was uns sehr freute, da wir uns ja schon kannten. Wir haben zwei tolle Tage miteinander verbracht. Wir haben gemeinsam gefeiert, viel gelacht, waren auf dem Landgut der Familie in Assis und haben Omas, Tanten, Onkels etc. besucht und jede Menge an exotischen Früchten betrachten können. Selbst meinen so heiß geliebten Kaffee habe ich am Strauch bewundern können. Pedros Familie baut diesen an und verarbeitet ihn auch, so dass wir selbstangebauten Kaffee getrunken haben. Dieser hat phantastisch geschmeckt und für mich war es ein tolles Erlebnis.....

6 November 2017

Wir sind gespannt und in unseren Rucksäcken einige Gastgeschenke. Unter anderem ein Backmischung "Sächsische Eierschecke". In Brasilien gibt es auch viel Kuchen und Gebäck. So auch den Möhrenkuchen, sehr lecker, haben wir schon probiert. Wir freuen uns jedenfalls sehr, ich werde Euch berichten und wir wünschen eine "Gute Nacht" nach Deutschland oder "Guten Morgen" ?😘😘😘
Brasilianischer Möhrenkuchen trifft sächsische Eierschecke 🇧🇷🇩🇪 zur Zeit sitzen wir wiedermal im Nachtbus und sind auf dem Weg nach Presidente Prudente um Pedros Eltern und seine Schwester zu besuchen. Wir freuen uns sehr darauf, sind aber auch ein wenig aufgeregt. Lu, Pedros Schwester haben wir schon im verangenen Jahr kennengelernt als sie in Deutschland gewesen ist und wir gemeinsam das Weihnachtsfest verbracht haben. Noch acht Stunden Fahrt liegen vor uns und dann wird uns Pedros Papa abholen. Viele Whatsapp-Nachrichten gingen in den letzten Tagen hin und her. Heute nochmal die Frage aller Fragen, ob wir denn auch Fleisch essen. Madeleine war im vergangenen Jahr mit Pedro bei dessen Eltern. Sie, eigentlich Vegetarierin hat es nicht fertig gebracht Pedros Eltern zu enttäuschen und hat sich am Grill bedient....
Anstrengend war das Ganze nicht. Wir machten ja auch ausgiebige Pausen. Diese Art zu Wandern kennen wir wirklich nicht aber wenn es nach mir gehen würde könnten wir diesen Wanderstil gern übernehmen. Viele verschiedene Tiere haben wir gesehen. Aber da sind wohl die Fotos aussagekräftiger. Nach einer sehr lustigen Heimfahrt gemeinsam mit Katrin und Rudi wurden noch gegenseitig Rufnummern ausgetausch. Dann noch: "Wenn ihr mal in Deutschland seid......" "Wenn ihr mal in Belgien seid....". Im Ernst, wir fanden uns gegenseitig wirklich sehr sympathisch und wer weiß, vielleicht führt uns eine unserer nächsten Reisen nach Belgien. Dann schreib ich einen Reiseblog..... 😃😃😃
Wir haben dann auch alle sehr gelacht, besonders über die Deutschen. Deutsche Worte wie: "Sauerkraut", "Schweinebraten" fielen und der Satz der Sätze: "Isch libbe Disch" sorgte für allgemeine Erheiterung. Besondere Freude kam bei unserem Guid auf, als wir ihm erzählten, dass wir aus Dresden kommen. Den meißten Brasilianern sagt diese Stadt nichts, anders bei unserem Führer. Er hat sogar einen Freund in Dresden, welchen wir natürlich per Handyfoto sofort präsentiert bekamen und welcher den Namen Ulrich Braun trägt. Falls also jemand von Euch Ulrich Braun aus Dresden kennt, dann viele Grüße von seinem brasilianischen Freund. 😃
Rio de Boca oder Natur ohne Ende🐒 der Wecker klingelt 6:30 Uhr, die Auswirkungen des Caipirinha's harmlos. Wir haben uns mit Rudi und dessen Frau Katrin zum Frühstück verabredet. Gemeinsam wollen wir zum Rio de Boca fahren, um innerhalb einer gebuchten Tour dieses Tal zu bewandern, Wasserfälle zu sehen und zu Schwimmen. Wie am Tag zuvor findet der Beginn der Unternehmung in einer Fazenta statt. Viele Brasilianer und ein englisch sprechender Guid sind vor Ort. Wir erleben eine schöne Wanderung, mit beeindruckenden Wasserfällen und wunderbaren Möglichkeiten zum Schwimmen. Nach geraumer Zeit des Wanderns verabschiedet sich Europa von Südamerika. Dieses Schlendern fällt uns wirklich schwer. Die Brasilianer erledigen alles mit Ruhe. Auch wenn die gesamte Wandergruppe startklar ist und man selbst noch im Wasser, keinen Grund zur Eile. Noch ein Selfi hier, noch ein Selfi da.....
Noch ein kurzer Nachsatz. Die gegenseitige Verständigung klappt manchmal nur mit ganzen Körpereinsatz. Wir zeigen, gestikulieren, benutzen Hände und Füße. Von Außen betrachtet sieht das Ganze bestimmt etwas seltsam aus. Egal, Hauptsache man versteht uns. Die Brasilianer sind natürlich auch bemüht und wollen von uns verstanden werden. Lustig ist, dass unsere Methode die Zahl Eins mit dem Daumen zu zeigen, hier nicht angewendet wird. Hier beginnt das Zählen mit den Fingern mit dem Zeigefinger. Daumen hoch ist schon besetzt 👍.
....mittlerweile hat es angefangen zu regnen und wir nehmen die erste Eckkneipe. Ich weiß nicht wieviel verschiedene Farben von Plastikstühlen es gibt. Ihr wisst schon, die für 4,99 €. Diese Modelle hatten die Farbe rotbraun, die Kneipe allerdings keinen Caipirinha🍹🍹🍹. Machte aber garnichts. Im Kios gegenüber wurde gemixt und nach der ersten Bestellung wurde uns dann das leckere Getränk auch über die Straße serviert. Der Grill brannte schon, im rießigen Flachbildschirm lief lautstark ein Musik- Quiz und ich spürte nach und nach die herrliche Wirkung des Caipirinha's. Und nein Annett, ich habe nicht angefangen zu singen 😃.
Danach noch gemeinsames Essen und ein jeder tritt die Heimreise an. Nach etwas Erholung fiel mir ein, dass ich schon seit drei Tagen "weg von der Droge", von der Droge Caipirinha war. Also zogen wir nochmal los in Richtung Stadt. Wir lieben diese Spaziergänge durch die Pampa. Die Menschen sitzen vor ihren oft sehr einfachen Häuser, Kinder spielen auf der Straße, irgendwo wird musiziert, Hunde rennen umher. Alle lachen die "Ausländer" an, also bis auf die Hunde. Der Daumen geht hoch, es wird gefragt woher man kommt. Deutschland steht hoch im Kurs bei den Brasilianern. Ich fotografiere die Szenerie und wir sind einfach nur glücklich diesen Moment gemeinsam zu erleben. Ein Auto hält an, eine Frau steigt aus und lässt uns von ihrer Ernte kosten. Ein noch schnell aufgenommenes gemeinsames Foto, ein geduldig im Wagen wartender Ehemann, welcher seine Frau bestimmt gerade garnicht versteht. Soll ja bekanntlich vorkommen ☺.
Die Raumschiffs-Crew setzte sich also in Bewegung. Diese fand in Form eines Jeeptransportes statt. Danach allgemeines zu Wasserlassen und los ging der Spass. Eine Stunde wurden wir von der Strömung den Fluss entlang getragen. Unter Wasser sehr schöne Fische und Pfanzen, über Wasser viel Spaß. Besonders bei aufkommenden von der Crew verursachten Blockaden. Wir haben viel gemeinsam gelacht. Und Lachen steckt immer an, egal welche Sprache man spricht....
...wir kommen an, an einer Fazenda. Diese sind große im Privatbesitz befindliche Landgüter. Der hier ansässige Fazendabesitzer hatte Glück, da hier der glasklare Fluss "Sucuri" vorbeiplätschert und damit gut Geld zuverdienen ist. Das Geschäftsmodell war durchdacht. Kleine Gruppen bekommen einen Guid, jeder einen Neoprenanzug inklusive Taucherbrille. Nach kurzer Umkleideaktion trafen wir uns, optisch leicht verändert wieder. Irgendwie sah die Mannschaft der Enterprise, in ihren schicken Anzügen schnittiger aus. Aber wir wollten ja auch nicht in einer Vorabendserie starten, sondern uns treiben lassen.
....spätestens beim Anblick der süßen Babykühe kamen mir die oft servierten Fleischspieße in den Sinn. Naja, wenigstens haben die Tiere bis zum Fleischspieß ein wunderbares Leben. Das Taxi holperte sich die dunkelrote Sandstraße entlang. Ohne Ankündigung und wortlos verließ der Fahreren den Wagen und verschwand in Richtung Gebüsch. Wieder kam er, mit frisch gepflückten Beeren für uns. Er sehr stolz, die Beeren sehr lecker und die Aktion in Deutschland nicht umsetzbar, obwohl?
....alles in Allem hat uns der ganze Spaß 65 Euro gekostet. Aber egal, wir waren dabei! Auf so einer Reise bleibt einem Nichts anderes übrig, als ab und an seine eigenen Vorstellungen und Gewohnheiten über Bord zu werfen und sich den Gegebenheiten anzupassen. Sich sozusagen einfach mal treiben lassen..... ...dies taten wir ausgiebig am nächsten Tag. Wir hatten eine Tour gebucht zum Sucuri-Fluss. Dedier, der Pousadabesitzer hüpfte am Morgen schon fröhlich und gestikulierend auf dem Rasen umher. Freute sich uns zusehen und versorgte uns mit einem leckerem Frühstück. Besonders seine selbst hergestellten Fruchtsäfte waren ein Traum. Ein Traum aus Früchten, von deren Existenz wir bis dato nichts wussten. Über uns flog ein Tukanpärchen und auf der Wiese spazierte ein Ameisenbär. Schöner kann Urlaub nicht sein. Das Taxi kam pünktlich. Wir fuhren durch eine wunderbare Landschaft. Weite, saftige Wiesen gut gespickt mit jeder Menge an Rindern....

5 November 2017

...bedauernde Blicke des Personals trafen uns, denn irgendwie waren wir mittlerweile die einzigen Gäste. Endlich das Taxi. Die Räder noch raus aus dem bald schließenden Bad und vor dem Eingang abgeparkt. Viele Dinge welche ich schreibe, klingen eigentlich sehr simpel. Allerdings sind hier wenig Menschen der englischen Sprache mächtig und erkläre mal einem brasilianischen Taxifahrer, dass Du mit Rädern gekommen bist, diese hier stehen lassen willst, er bitte warten soll, bis diese gut untergebracht sind und dich dann nach Hause fahren soll, wobei die später Räder abgeholt werden sollen. Dies versteht so schon kaum jemand, geschweige denn bei wenig sprachlichen Verständigungsmöglichkeiten. Aber wie gesagt, irgendwie geht es immer weiter, der Taxifahrer war geduldig, sein Großvater aus Deutschland, alles "tudo bem" 👍.
....sieht es immer bunt aus und ansonsten wird erstmal gegessen, getrunken, geredet und alles per Selfi festgehalten. Thom meinte irgendwann, dass es in einer Stunde dunkel sein würde. Na Klasse, im Starkregen die Strecke zurück und dies im Dunkeln. Sofort fielen mir alle Hinweise des Auswärtigen Amtes ein. Nicht im Dunkeln allein unterwegs sein! So richtig daran gehalten hatten wir uns ja nie aber völlig durchgeweicht und durchgefroren und dann noch Opfer eines Überfalls, nein dies wollte ich nicht werden. Thom plädierte zwar für Warten, dennoch hier war die Entscheidung einer Frau gefragt. Und da gab es nur eine richtige, diese lautete "Taxi".💁🚖
....26 km inklusive Rückreise hätte ich nicht überlebt oder wir hätten uns getrennt oder irgendwas anderes Schlimmes wäre passiert! Dies war mir nach dem ersten Kilometer klar. Okay, das letzte Stück der Strecke nochmal schön übers Pflaster und dann Ankunft am Schwimmbad. Viele Besucher, unmengen an rießige Fische und wir mittendrin. Die Sonne brannte aber es zog Wind auf und nach kurzer Zeit ein Gewitter. Wir fanden Schutz unter der Überdachung der Freiluftkneipe, lecker Essen usw.....Allerdings hörte der Regen einfach nicht auf und gegen den brasilianischen Regen ist ein heimischer Wolkenbruch ein Nieselschauer. Also warten. Das Warten fällt einem in einem so fernen Land nicht schwer. Es gibt soviel an Alltäglichem zu entdecken und zu erleben, welches wir völlig anders gewöhnt sind. Außerdem merkt man es auch den Brasilianern nicht an, dass sie eventuell durch den Regen frustriert sind. Erstensmal sind sie es wohl auch nicht und auch wenn die Sonne nicht scheint.....
Kleine Radtour oder der teuerste Schwimmbadbesuch unseres Lebens ☀🐟 🏊🚴 ...mittlerweile wahr es schon gegen Mittag und wir wollten noch was erleben. Nun ist es so, dass die Vorstellung hinsichtlich "was erleben" bei uns ab und an etwas auseinander gehen. Dann liegt die Lösung wohl im Kompromiss. So auch diesmal. Thom wollte mit dem Rad zu einem 13 km entfernten Eco-Park fahren. Erwähnte ich schon, dass Xavier von der Touri-Info sehr kompetent war? Er meinte, dass er diese Radtour schon gemacht hätte und sie bei dieser Hitze und einer sehr unwegsamen Strecke zu anstrengend wäre. Wunderbar, manche Dinge erledigen sich eben von allein ☺☺☺. Ich war erleichtert und wir entschieden uns für den Besuch eines Naturbades, Schwimmen im klaren Wasser mit vielen Fischen und nur 6 km entfernt. Irgendwie war dann auch gleich der Typ vom Radverleih da, mit zwei rückengerechten Mountainbikes und wir umgerechnet 17 Euro los. Also radelten wir los.....

4 November 2017

.....was für den einen ein Schokoriegel ist, ist für den anderen die längste Praline der Welt. Und diese fünf Minuten waren lang! Brasilianer sind entspannt, da wird am Ende der Beratung noch ein gemeinsames Selfi gemacht usw....Brasilianer sind aber auch sehr gastfreundlich, Kaffee gab es ohne Ende aus dem schicken Kaffeeautomaten und eine Klimaanlage gab es auch. Für mich war die Welt in Ordnung! Endlich waren wir an der Reihe. Thom und Xavier, so hieß der Berater beratschlagten, welche Möglichkeiten es gäbe. Hier ist gerade Hochsaison und vieles wahr demzufolge schon ausgebucht. Wir enschieden uns für zwei Touren, für die nächsten beiden Tage, zu stattlichen Preisen...
...am nächsten Morgen treffen wir uns mit verschiedenen Gästen beim Frühstück. Außer Brasilianern waren noch ein holländisches Pärchen und eines aus Belgien da. Wir kamen ins Gespräch. Besonders mit Rudi und seiner Frau. Von Ihnen erfahren wir von der Touristeninfo im Ort. Es war wieder unwahrscheinlich heiß, der Weg dorthin, zumindest zu Fuß weit. Rudi ist ein cooler Typ (liegt offensichtlich am Name, mein lieber Bruder) und fuhr uns mit seinem Mietwagen hin. Er hat viele Jahre in Brasilien gearbeitet. Bei Carglass, Ihr wisst schon "carglass repariert, carglass tausch aus....". Rudi kannte sich aus und hatte es sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht uns zu unterstützen. Dies ist das tolle auf solchen Reisen, man begegnet immer Menschen, welche unwahrscheinlich hilfsbereit sind. Jedenfalls ordnete Rudi uns den einzigen englisch sprechenden Mitarbeiter der Touri-Info zu. Dieser war zwar noch beschäftig, allerdings sollte es in 5 min. losgehen mit der Beratung....
...lange Rede, kurzer Sinn - wir verließen ohne Buchung und auch etwas frustriert das Büro und fanden Platz in einer Straßenkneipe. Die hier herrschende Atmosphäre gefiel uns, der Grill brannte, Livemusik spielte. Am Freitagabend gehen die Brasilianer aus. Es war wunderbar zwischen den ganzen Menschen zu sein. Alles erinnerte an eine fröhliche Party eines Geflügelzüchtervereins. Der Chef, im Westernoutfit sah aus wie J.R. Ewing. Er lief durch die Stuhlreihen und machte Ansagen durch ein Mikro. Dazwischen wieder Musik. Die Menschen freuten sich einander zu sehen, sie sangen zur Musik, Umarmungen ohne Ende. Obwohl ich kaum Portugiesisch verstehe, hier spürte man das Sprühen der Emotionen. Und jeder der mich kennt weiß, dieser Ort gefällt mir. 🎼🎸💃
Bonito 🐠🐟🐡 ....im Reiseführer wird diese Region des Landes mit herrlicher Natur, Wasserfällen und bunten Fischen im glasklarem Wasser beworben. Und von daher freuten wir uns auf wunderbare Naturereignisse. Das Areal unsere Pousada gleicht einem Park am beeindruckensten sind die rießigen Mangobäume. Sie wird von einem Ehepaar aus Belgien betrieben. Dedier, der Besitzer nahm uns in Empfang. Er war sehr freundlich, allerdings ohne Englischkenntnisse. Dennoch erfuhren wir das Wichtigste und außerdem kam dann auch Anna, seine Frau. Mit ihr schwanden alle Kommunikationsprobleme. (Frauen haben es eben drauf, besonders wenn es ums Sprechen geht😂). Sie sprach Englisch und davon sehr viel. Die Pousada liegt abseits der Stadt und nach etwas Erholung und einer Runde im Pool, machten wir uns auf diese zu besuchen. Ausflüge kann man hier nur innerhalb gebuchter Touren unternehmen. Von daher rein ins nächste Reisebüro. Die Dame hinter dem Tresen war eher wenig motiviert.....
...gegen 8 Uhr waren wir dann in Cambo Grande mit einem etwas mulmigen Gefühl. Wir hatten zwar ein Busunternehmen per mail kontaktiert, hinsichtlich Weiterfahrt aber auf Grund von einer schlechten Internetverbindung noch keine Bestätigung erhalten. Bis zu unserem Ziel Bonito waren es schließlich noch 350 km und die wollten wir möglichst fahrend absolvieren. Aber irgendwie geht es immer weiter, so auch diesmal, denn auf dem Flughafen sprach jemand Thom mit seinen Namen an und wir wussten, alles geklappt, alles "tudo bem!" 👍 Nochmal zwei Stunden warten bis zur Abfahrt und nach fünf Stunden kamen wir dann geschafft aber glücklich an, in unserer Pousada. In Deutschland ist es ja üblich, dass der Reisebus vor dem Hotelgelände parkt. Anders hier, wir wurden durch das Eingangstor bis vor die Tür chauffiert. Das nenne ich Service! 🍀
....so, dies wäre geschafft!! Da wir noch viel Zeit bis zum Abflug hatten, sagte Christian uns, dass wir noch ins Shopping Center gehen könnten. Machten wir auch, hatten aber beide, also ich AUCH keinen Nerv mehr hierfür. Daher war unsere Ausbeute überschaubar, fünf Bananen und eine Gurke 😂. Danach ins Taxi und zum Airport. Dieser erinnerte, außer das zweimal in der Nacht zwei Flugzeuge starten sollte, so garnicht an einen Flughafen, eher an einen Bahnhof im Erzgebirge. Irgendwie brachten wir die Zeit 'rum und stiegen 2 Uhr in den Flieger nach Brasilia. Danach wieder Aufenthalt und in den nächsten Flieger nach Cambo Grande. Ja, wer so ein großes Land bereist braucht Zeit, Gelassenheit, jede Menge an Humor und eine dicke Daunenjacke, denn im Flugzeug ist es winterlich ❄❄❄❄....

3 November 2017

....zum Glück hatten offensichtlich andere Frauen die beeindruckenderen Argumente, hinsichtlich Fahrtverweigerung und enschieden sich mit ihren Familien für einen späteren Bus. Es war also erträglich, junge Menschen sangen die ganze Zeit lang fröhlich, laut und sehr schön. Ach und von Panikattacke keine Spur ☺.
...obwohl die Sonne mittlerweile untergegangen war, von Abkühlung keine Spur. Am Busplatz massig Menschen, welche sich als Wartegemeinschaft formiert hatten. Sprich in einer Reihe standen. Wenig davon beeindruckt, ließen wir unsere schweren Rucksäcke auf einer Bank fallen und warteten auf den Linienbus, mit Drehkreuz und so. Dieser kam dann auch und uns wurde ganz schnell klar, dass sich hier hinten angestellt wird. Um so mehr Menschen im Bus verschwanden, um so mulmiger wurde es mir. Es würde sehr, sehr eng werden in der nächsten Stunde, viel Körperkontakt mit Menschen, die die gleichen Temperaturen wie wir heute erlebt hatten und das alles ohne Klimaanlage. Verzweifelt erklärte ich Thom, dass ich mit Sicherheit eine Panikattacke bekommen werde. "Na dann müssen wir mal sehen, was wir da machen" lautete die einfühlsame Antwort und rein in den Bus....
Die lange Nacht des Reisens 🚌🚕🛩✈🚌, wer kennt sie nicht, die lange Nacht der Wissenschaft, Museumsnacht, Nacht der Technik. So richtig erschlossen hat es sich für mich bis heute nicht, warum diese Events in der Nacht stattfinden müssen. Ebenso unerklärlich war, dass unser Flieger von Santarem nach Campo Grande zwei Uhr Nachts starten muss. Auf Grund neuer Gäste konnten wir das Zimmer bei Christian nur bis 14 Uhr nutzen unser Bus fuhr aber erst 19 Uhr. Aber in solch einer verträumten Gegend ist dies gut auszuhalten und frieren mussten wir ja nicht ❄☺. Damit wir auch keinen Hunger leiden, gingen wir erstmal etwas Essen. Sehr schöne Gaststätte, mittlerer Grillspieß für ein Portion bestellt und beide pappensatt aber sehr lecker! So, meine Hängematte war noch frei also rein in diese, kleines Verdauungsschläfchen. Danach noch einen wunderbaren Spaziergang um die Sonne untergehen zu sehen. Jetzt aber zurück zu Christian, das Gepäck holen und zur Bushaltestelle.....

2 November 2017

......der Sand ist so heiß, dass man kaum darauf laufen kann, das Wasser hat Badewannentemperatur und ich liege unter Bäumen in der Hängematte, während Thom wiedermal einen Berg besteigt. Unglaublich bei dieser Hitze. Heute Abend geht es mit dem Bus zum Flughafen und um 2 Uhr heute Nacht fliegen wir nach Campo Grande. Von da aus wollen wir dann, wie auch immer, unser nächtes Ziel Bonito erreichen. "Wie auch immer" deshalb, weil es hier kein Internet gibt und wir noch keine Bestätigung hinsichtlich Weiterfahrt haben. Es bleibt also abenteuerlich 💑 🇧🇷👍
...aber erst über Europa gelang der Kaffee dann nach Brasilien. Genauer gesagt über Östreich und in Wien entstanden am Anfang des 18 Jhd. schon die ersten Kaffeehäuser. Die Kaffeepflanzen wurde von den Östreichern streng bewacht, doch durch eine heiße Affäre zwischen einer Wienerin und einem Portugiesen gelangen sie dann doch nach Brasilien und brachte wirtschaftlichen Reichtum. So, dies war jetzt aber ausführlich. Ich mag Kaffee eben - leidenschaftlich! Ansonsten geht es uns gerade prächtig, hier am wunderschönen Strand von Alter do Chao. Heute ist in Brasilien Feiertag. Viele Brasilianer nutzen diesen für einen kleinen Ausflug. Die Simmung ist toll und entspannt. Am Strand stehen Reihen mit Tischen und Stühlen im Wasser, daran sitzende Brasilianer, welche genüsslich ihre Kokosnuss trinken, dazwischen Aussteiger, die ihre selbstgefertigte Ware an den Mann und an die Frau bringen wollen....
Leidenschaft "Kaffee" ☕☕☕, jeder der mich näher kennt weiß, dass ich leidenschaftlich gern Kaffee trinke und immer meinen Schlüssel suche 😉. Letzteres ist jetzt aber nicht mein Thema, zumal auf Reisen Thom immer die Schlüsselverantwortung trägt und dies ist auch sehr gut so. Kaffee hingegen ist in Brasilien schon ein Thema und Kaffee ist wie viele andere hier in diesem Land, ein Immigrant. Seine eigentliche Heimat ist Arabien und die Legende erzählt, dass Hirten beobachteten, dass ihre Ziegen, welche von einem bestimmten Strau knabberten, danach viel lebendiger herumtollten. Sie versuchten selbst die Bohnen und spürten wie ihre sonst vorhandene Müdigkeit schwand. Deshalb fertigten sie daraus ein Gebräu und wenn sie nicht doch irgendwann eingeschlafen sind, dann sind sie heute noch wach, oder so? 😂
....am Abend essen wir meistens Fisch, welcher auf verschiedenste Art zubereitet wird. Aber das Hauptgericht ist hier Fleisch (herzliche Grüße an meinen Lieblingsbruder ❤). Hauptsächlich Rindfleisch aber auch Huhn wird angeboten und die Portionen sind rießig! Das Nationalgericht ist Feijoada - ein dicker rote Bohneneintopf, in den einst die Sklaven alles Fleisch mischten, welches bei den Herren übrig geblieben ist. Aber so wie die Deutschen nicht nur Schweinebraten und Rouladen essen, gibt es auch hier Einfacheres. Der gemeinsame Nenner der vielfältigen Speisekarte dieses Riesenlandes ist wahrscheinlich "arroz e feijao" (Reis mit roten Bohnen). Haben wir in unserer Bordküche serviert bekommen. Sehr lecker!
41 Grad im Schatten 🌞🌞🌞 aber ich habe gelesen, dass es in Deutschland frostig werden soll. Von daher tanken wir lieber mal die Sonne und gehen frühstücken. Wir unterhalten uns angeregt mit Christian. Er ist ein Biochemiker aus Wien, hatte beruflich in Brasilien zu tun und ist seit nun mehr 18 Jahre hier in diesem Land. Seit einem Jahr betreibt er die Pousada und offensichtlich sehr erfolgreich, denn viele Gäste bedienten sich am Frühstücksbuffet. In Brasilien gibt es am Morgen viel frisches Obst (schmeckt phantastisch), verschiedene frisch gepresste Säfte und Kaffee, der immer schmeckt. Es gibt verschiedenen Kuchen, indianische Maniokpfannkuchen " Tapioca", machmal deftigen Fleischeintopf und Omlett. Wenn man das Speisen in Brasilien kurz zusammenfassend schildern will, dann: viel und kalorienhaltig. Also genau das Richtige für mich ☺!

1 November 2017

....unsere Unterkunft hatten wir bei Christian, dem Besitzer im Vorfeld gebucht. Während der Busfahrt stieg ein sehr eloquenter Typ, sehr selbstbewusst ein. Ich stellte fest, dass dies sicherlich der ansässige Unternehmensberater des Ortes ist. War er nicht, es war Christian, welcher die Deutschen auch sofort erkannte und hoffentlich meine Aussage nicht gehört hat. Wenn doch, dann bewahrte er Haltung und erklärte uns freundlich den Weg zur Pousada. Diese ist sehr schön, landestypisch und vielleicht hatte ich ja garnicht so Unrecht mit dem Unternehmergeist. ☺ Jetzt Sonnenuntergang am Strand, leckeres Abendessen und liebe Grüße nach Hause 😘
....denn der Bus füllt sich mit weiteren Passagieren und deren Einkäufen. Unglaublich was da so transportiert wurde, mehrere Bananenstauden, Säcke mit Reis, rießige Plastikbeutel mit Kosmetika (im Vergleich dazu ist meine Waschtasche ein Nichts!). Uns macht ja diese Art zu reisen soviel Spass, weil wir so einfach viel, viel mehr vom jeweiligen Land und dessen Menschen mitbekommen. Auf dieser Busfahrt war es wieder da, dieses Gefühl des Dabeiseins, denn wir hatten viel Spaß gemeinsam mit den brasilianischen Reisenden. Namen wurden ausgetauscht und sich herzlich beim Ausstieg voneinander verabschiedet.
Raus auf's Land 🌻🌳🚌 mit dem Linienbus ging es dann am Nachmittag nach Alter do Chao, ein kleiner Ort, 32km entfernt von Santarem, flussaufwärts am Rio Tapajos. Glasklares Wasser des Flusses sowie wunderbare Strände werden im Reiseführer versprochen. Aber jetzt erstmal warten auf den Bus. Nach 30 min. kam dieser. Es ist schon erstaunlich wieviel verschiedene Varianten des Buseinstiegs, inklusive Ticketkauf es auf dieser Welt gibt. Diesmal war der Einstieg hinten, der Ausstieg logischer Weise vorn. Aber soweit sind wir noch nicht. Rein in den Bus, Platz für die Rucksäcke gibt es auch, dafür keine Klimaanlage aber Sitzplätze. Vorn der Fahrer und im hinteren Bereich des Busses saß ein weiterer Herr und bewachte das im Gang befindliche Drehkreuz. Das System funktionierte so, hinten Einsteigen, wer vorn sitzen möchte sofort, die anderen später Ticket beim Drehkreuzbewacher kaufen, Drehkreuz passieren, vorn Aussteigen. Wir saßen aber erstmal, zum Glück.....
....also Thom enthusiastisch vorweg ich genervt hinterher. Ich kam mir vor wie auf einem Spaziergang in Richtung Industriegebiet. Leichtes Rumzicken meinerseits, kleiner Schlagabtausch zwischen uns und dann zum Glück die Kathedrale. In diesem Sinne: "Tudo bem?" "Tudo bem!" ☺🍀
In Santarem hatten wir ein sehr schickes Hotel gebucht. Voll clean aber dies brauchte ich auch. Duschen und wunderbar schlafen in weißer Bettwäsche. Wir sind schon ganz schön verwöhnte Menschen, wir mit unseren Standarts. Am Morgen dann Stadtbummel mit ausgiebigen Shoppingerlebnis. Ich gleich in das erste Geschäft, Thom ergab sich. Erstmal zwei bunte Teilchen gekauft, mit meinen langweiligen Outdoor- Tshirts falle ich hier völlig aus dem Rahmen. Hier trägt Frau bunt, hier zeigt Frau Haut. Angesagt sind Hotpans und die für alle Altersklassen. Und Einwas tragen wirklich Alle. Egal ob "ich lerne gerade laufen" oder "ich kann fast nicht mehr laufen"- Havanianas (Flip Flops) sind ein Muss. Es war unglaublich heiß aber mit ausreichend Geschäften im Umkreis ist dies für mich überhaupt kein Problem. Dies änderte sich allerdings. Thom wollte noch eine Kathedrale am Stadtrand besichtigen. Okay, hilft ja alles nichts. Schließlich soll ja jeder auf seine Kosten kommen. Wir maschierten also los..
20:30 Uhr, Ankunft in Santarem⛵🚤🛳, nach 34 Stunden und ca. 750 zurückgelegten Kilometern erreichen wir Santarem. Auf weißen Plastikstühlen möchte ich zwar in der nächsten Zeit erstmal nicht mehr sitzen, ansonsten war es schon ein tolles Gefühl den Amazonas entlang zu fahren. Besonder schön fanden wir es, dass dieser Trip weit weg vom Touri Programm gewesen ist. Mir gefällt es ja immer sehr mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Brasilianer machen es einem da leicht. Sehr entspannte Menschen, neugierig den "Fremden" gegenüber, respektvoll und lebensfroh. Irgendwie tragen sie die Sonne im Herzen und leben die Leichtigkeit des Seins. "Tudo bem?" wird gefragt. "Wie geht's? Den Daumen nach oben und "Tudo bem" ist die Antwort. Im Sinne von "Alles gut". Und mal ehrlich, bei dieser Hitze ist einfach nicht mehr drin. Im Reiseführer habe ich gelesen "Tudo bem" ist ein Seufzer der brasilianischen Seele oder ihr Jubelschrei. 👍👍🏻👍🏼👍🏽👍🏾👍🏿

31 October 2017

Bom dia 🇧🇷 nach Deutschland, das Drama war wiedermal in meinem Kopf 😃. Wir haben sehr gut geschlafen und wurden heute morgen 6 Uhr mit Lautsprecherdurchsage und einer Musik, welche an Beethoven's "Ode an die Freude" erinnerte geweckt. Kaffee, Melone und Brötchen gab es auch, also alles gut. Das Schiff legte an, damit verschiedene Passagiere dies verlassen konnten und das andere die Möglichkeit des Zustiegs hatten. Außerdem wurde transportierte Fracht entladen. Witzig war, dass auch während der Fahrt, Menschen mit Booten zur "Anna Karoline II" (so heißt unser Luxusliner) gebracht wurden und der Umstieg mitten auf dem Amazonas vonstatten ging. Im Hafen herrschte eine wunderbare Stimmung. Delfine, welche kleine Fische jagten, um uns. Kleine Stände mit lecker riechenden Gebäck, schwatzende Hafenarbeiter und frischen Kaffee. Ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit!

30 October 2017

Einwas muss ich noch loswerden. In Brasilien bekommt man an jedem Straßenstand, zu jeder Tages- und Nachtzeit und in einem unglaublichen Mischungsverhältnis Caipirinha. Heute, hier auf diesem Schiff, wo dieser mir Einiges erleichtert hätte, keine Chance. Zum erstenmal lässt mich dieses Land im Stich ☺! Gut, dann muss es wohl ohne Drogen gehen und nein, ich mache mir keine Gedanken darüber welcher Kopf schon auf diesem Kissen geruht hat und nein, ich bewerte nicht! Ich hole alle mir zur Verfügung stehenden Skills aus dem mentalen Oberstübchen und träume mich zu wunderschönen Stränden und so durch die Nacht...
...wir verbrachten also den Nachmittag und den Abend auf dem Oberdeck. Zum Glück war der Himmel bedeckt. Hätte die Sonne geschienen, dann wäre dies nicht auszuhalten gewesen. Aber gut, irgendwann mussten wir schlafen gehen und unsere Suite wartete ja auch auf uns ☺. Wenn ich etwas auf Reisen gelernt habe, dann, dass es wenig Sinn macht die Bedingungen eines Landes mit den heimigen zu vergleichen. Wer dazu neigt, der sollte keine Fernreisen, zu mindest keine individuellen unternehmen. Der sollte im Spreewald, an der Ostsee oder in den Alpen seine Urlaubszeit verbringen und glücklich sein. Dies meine ich keinesfalls sarkastisch. Denn wie gesagt, ich musste auch lernen und heute Nacht steht mir eine erneute Lektion bevor....
....Stefan Zweig lebte ab 1941 in Brasilien. Ein prophetisches Buch und eine Liebeserklärung an Brasilien gleichermaßen soll es sein. Ich bin gespannt! Hier auf dem Schiff gibt es viele Menschen, welche ein Porträtfoto wert sind. Schön, ich fotografiere ein wenig. Die Brasilianer sind dem gegenüber sehr aufgeschlossen und freuen sich über die gemachten Bilder. Ich versuche ihnen zu erklären, dass ich die Bilder in Germany meiner Familie und meinen Freunden zeigen möchte. Darüber freuen sie sich gleich noch viel, viel mehr. Von dem was da gerade in Deutschland politisch passiert scheinen sie offensichtlich nichts zu wissen....
An Bord ⚓🚤 wir fahren gemächlich diesen großen, breiten Fluss entlang. Ich denke nicht an die mir bevorstehende Nacht in der stickigen Kabine sondern genieße und entschleunige😌. Andere Mitreisende sind schon gut im Tiefschlaf, am unteren Deck dröhnt die Bassbox. Musik ist hier in diesem Land sowieso ein großes Thema und wenn, dann laut. Ich freue mich auf mein Buch, welches ich im Gepäck habe. Madi und Pedro haben mir es im Vorfeld auf diese Reise geschenkt. Stefan Zweig "Brasilien - Ein Land der Zukunft". Erstmalig 1941 erschienen. Ich liebe es sehr auf Reisen Bücher welche über das entsprechende Land berichten zu lesen.
....unsere Suite war ein winziges kleines dunkles Loch. Ausgestattet mit einem Doppelstockbett ohne Decke und einem Kühlschrank. Immerhin mit separiertem Bad oder soetwas in der Art. Meine Reaktionen auf Bedingungen dieser Art sind Thom aus vorherigen Reisen bekannt. Also nimmt er erstmal Abstand zu mir und erkundet bis zur Abfahrt allein das Gewimmel am Hafen. Ich hingegen bade mich ausgiebig im Selbstmitleid. Weil dies aber nun mal so garnichts bringt, raus aus den nassen Klamotten, rein ins maritime Outfit und rauf auf's Oberdeck. Die Sonne zeigt sich dort wieder und mit ihr mein Thom mit Beuteln voller Leckereien. Das Schiff legt ab und es geht uns sehr gut miteinander.
Das Taxi kommt und mit ihm auch der Regen. Unglaubliche Wassermassen trommeln an die Scheibe des Wagens. Wir sitzen noch im Trocknen, doch irgendwann ist Schluss mit netter Spazierfahrt. Also raus aus dem Auto und binnen einiger Sekunden sind wir tropfnass. Egal, auf uns wartete die Suite an Bord. Was diese allerdings beinhaltete davon hatten wir keinerlei Vorstellungen. Um uns waren viele Menschen, welche mit Sack und Pack, genauso klitschnass wie wir auf das Schiff wollten. Dennoch gestaltete sich das Einchecken sehr unproblematisch. Die Spreu trennte sich vom Weizen, sprich Schlafplatz Hängematte von Schafplatz Suite. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch der Meinung, dass "Weizen" die eindeutige bessere Wahl wäre.....
Guten Morgen nach Hause, wir warten auf unser Taxi um an den Hafen zu gelangen. Heute beginnt unsere Amazonasflussfahrt, welche uns nach Santarem bringen soll. Wir hoffen es geht Euch allen gut und Ihr seid gesund. Ach und Pedro, wir wissen jetzt was "51" bedeutet ☺. Was wir auf unserer Flussfahrt erlebt haben, schreibe ich sobald wieder Internet vorhanden. 😘😘
....als Erstes ging eine Leinwand nach unten und mit einem Beamer wurden uns die entsprechnden Verhaltensweisen im Comikstil vermittelt. Also nichts da mit einer angenehmen Stimme, welche den deutschen Opernbesucher darauf hinweist, dass er sein Handy bitte auf lautlos zu stellen hat. Hier wurden wir auf sehr witzige Art darauf aufmerksam gemacht, dass Essen, Rauchen, Sprechen mit dem Nachbarn und telefonieren die Aufführung stören würde und dies zu unterlassen sei. Nun ging es los. Eine Jazz-Band betrat die Bühne sowie deren Dirigent, ein brasilianische James Last. Vor jedem Musikstück machte James eine Ansage und dann spielte die Band, James dirigierte mit zackigen Bewegungen und schwang seine Hüften, deren Hinteransicht wir gut betrachten konnten, beschwingt im Rhythmus. Die Musik war toll und mitreisend. Nach einer Stunde gab es noch einen furiosen Trommelwirbel und dann war Schluss. Allerdings nicht für uns. Wir genossen noch das herrliche Treiben auf dem Opernplatz.....
Ich sehe gerade, dass die Bilder nicht geordnet zum Text erscheinen, obwohl ich dies versucht habe. Schaut einfach bei den letzten Bildern, dort sind auch die "neuen" zu finden. So, jetzt aber zur Oper. lch ich bin ja immer diejenige welche sich gut über die Touris aufregt, die gerade noch in der sächsischen Schweiz gewandert sind und danach in voller Outdoormontur in der Semperoper erscheinen. In unseren kurzen Hosen und TShirts sahen wir nun auch eher aus wie "sächsische Schweiz" und dennoch wollten wir gern das Konzert besuchen. Da in Brasilien generell viel Haut gezeigt wird und ein ehre legere Kleidungsstil herrscht, versuchten wir unser Glück und reihten uns in die Schlange der Wartenden ein. Und siehe da, die Türen öffneten sich, auch für uns. Im Inneren finden wir sehr Schönes und Spezielles. Beispielsweise sitzt jeder Besucher auf einen separierten Stuhl, im barocken Stil, sauhart. Wie man vier Stunden Wagner da übersteht ist uns ein Rätsel. So, jetzt Licht aus und Spot an..
....vor der Oper saßen einige Menschen welche sich im Schatten erholen wollten. Zum Glück reichten Thoms Sprachkenntnisse aus, um deren Portugiesisch zu verstehen. Denn heute sollte ein Abend kostenfreies Konzert stattfinden. Wir freuten uns sehr darüber und waren motiviert uns trotz unsagbarer Hitze Weiteres anzusehen. Wir gingen zum Hafen. Dort lies uns ein freundlicher Herr, obwohl wir keine Tickets hatten in das Areal wo die großen Schiffee zur Amazonasflussfahrt starten durch. So konnten wir uns schon mal einen Eindruck verschaffen, was uns am morgigen Tag erwarten würde. Denn wir hatten eine Zweitagestour gebucht. Danach auf menschenleeren Straßen zurück in die Stadt. Wenn man doch mal jemanden sah, dann waren es Leute, welche inmitten der gut verpackten Marktstände auf ihren Plastestühlen saßen und Fernsehen schauten. So jetzt aber eine Kneipe finden, möglichst eine klimatisierte. Wir wurden fündig und verbrachten die Zeit bis zum Konzertbeginn in dieser...
Manaus, oder ein Besuch im Opernhaus mit kurzen Hosen... wir laufen bei unglaublicher Hitze los um in das Zentrum der Stadt zu gelangen. Da es Sonntag war, sind wenig Menschen auf den Straßen, Geschäfte und Gaststätten geschlossen. Die Hitze war schon speziell aber wir hatten ja ein Ziel, den Opernplatz. Im Reiseführer wird dieser als einer der schönsten Brasiliens bezeichnet. Vorbei an vielen maroden Häusern, welche einen den Charme der früheren Zeiten spüren liesen. Wunderbare, bunte Graffiti konnten wir bestaunen und dann die Oper. Sehr schön der Bau. Davor ein toller Brunnen, welcher alle weiteren Erteile bedachte. Auf dem Platz war viel Getümmel, Fotoshootings von jungen hübschen Mädchen in weißen Kleidern und alten nicht mehr ganz so hübschen Frauen in einer Kutsche wurden getätigt....

29 October 2017

....ganz einfach. Er reibt seinen Körper mit Ameisen ein. Und dann kann er fröhlich und frei durch den Dschungel maschieren... 11:30 Uhr wurden wir dann abgeholt und unser Ziel war Manaus. Manaus war auf Grund des Kautschuks eine Metropole. Heute ist es immernoch eine über zwei Millionenstadt. Vom Reichtum vergangener Zeiten wäre ab und an noch etwas spürbar. Besonders freuten wir uns auf die Oper von Manaus. Diese soll architektonisch interessant sein. Außerdem wurde 2007 Wagners "Fliegender Holländer" hier aufgeführt. Doch zuvor einchecken im gebuchten Hostel und abkühlen, abkühlen, abkühlen.....
....denn wir wurden sehr herzlich willkommen geheißen, mit Tanz und Gesang. Danach schauten wir uns den kleinen Ort an und konnten verschiedene Speisen verkosten. Unter anderm auch getrocknete Ameisen. Thom probierte und war der Meinung sie würden wir Popcorn schmecken. Am Ende noch ein paar Souvenirs schoppen und dann ging es wieder in die Zivilisation. Heute sollte es dann zurück nach Manaus gehen. Doch zuvor noch eine kleine Tour mit Marco durch den Dschungel. Marco sah sehr zünftig aus, in seinem Tshirt in Tarnfarben und mit Machete in der Hand. Also zogen wir los. Die Schwüle war extrem, wir maschierten den kleinen schmalen Pfad entlang und unsere Kleider waren durchgeweicht. Machte aber nichts. Marco zeigte uns vieles. Sehr speziell fanden wir die Methode, welche dazu verhelfen soll, dass andere Tiere einen nicht am Geruch orten können. Na was macht der westlich geprägte Mensch da am Besten.....
....Thom schob daraufhin dann noch fachkundig hinterher, dass die kurze Bindung zum Muttertier ja auch logisch sei, schließlich würden Krokodile ja auch nicht gestillt. Ahaaa!!! Am nächsten Morgen begaben wir uns auf die Suche nach Flussdelfinen und wir wollten ein Indiodorf besuchen. Also wieder rauf auf's Boot und über den Amazonas schippern. Ich persönlich ziehe momentan Bootsfahren allen anderen Fortbewegungsmöglichkeiten vor, da ausreichend Fahrtwind für Abkühlung sorgt. Und tatsächlich nach geraumer Zeit sahen wir die Delfine. Naja was soll ich sagen, Flipper sah anders aus. Toll war es dennoch! Und schon wartet das nächste Abenteuer. Wir besuchten ein Indiodorf und waren sehr gespannt. 55 Menschen leben dort in einer Gemeinschaft und hießen uns gemeinschaftlich willkommen. Marco, unser Guide erzählte uns, das dieses Dorf, das einzige wäre, welches Besuche von Touristen zulässt. Zulassen traft aber es überhaupt nicht.....
....und buchten die Nighttour. Wir und einige andere wurden wieder gut ins Kanu gepackt und los ging es. Mit Scheinwerfer, einem Guide und noch zwei jungen Männern, welche sich offensichtlich mit der Thematik auskannten. Die Thematik das war in diesem Fall die Suche nach Caimaren, einer Krokodilsart. Im Dunkeln fuhren wir den Amazonas entlang. Am Ufer im Unterholz wurden die Jungs fündig und präsentierten uns einen Babycaimar. Dieser wurde von allen Seiten begutachtet, beleuchtet und angefasst. Irgendwie tat er mir leid, der kleine Kerl. Na gut, er wird diesen Rummel verkraftet haben. Viel mehr Gedanken machte ich mir, wo sich denn eigentlich Mama- und Papakrokodil momentan aufhalten. Ob sie sich eventuell schon auf Kindessuche begeben haben? Auf unsere diesbezügliche Frage, bekamen wir zur Antwort, die Tiere würden nur zwei Monate bei der Mutter sein und unser Exemplar wäre angeblich schon ca. 4 Monate....
.....überrascht war auch besagter Brasilianer am Empfang. Ich denke er ist es gewöhnt, dass die Gäste geschafft von Anreise und Hitze, sich in der Lobby fallenlassen und ihn in Ruhe. Nicht so mit Thom. Da waren gleich in den ersten Minuten Fakten, Fakten, Fakten gefragt. Wann welche Touren, mit welchen Inhalten, zu welchen Preisen??? Er bemühte sich uns alles zu beantworten und war sichtlich erleichtert als wir erstmal unseren Bungalow in Beschlag nahmen. Die Anlage erinnerte an ein rießiges Tropenhaus welches wir aus dem Zoo so kennen. Schwüle, tolle Pflanzen und ein unglaublicher Background bedingt durch die Tiere. In Mitten des Ganzen überdachte Inseln mit Hängematten, Naturpool sowie Bar und Restaurant im Kolonialstil. Ein klein wenig hat man das Gefühle man sei der Großwildjäger aber wir sind ja tierlieb und gingen von daher auf Tierbeobachtungen....
Dschungelcamp - und ich bin kein Star... wir landen in Manaus, zwei Grad südlich vom Äquator entfernt. Gerade noch schockgefrostet im Flieger und jetzt extrem schwülwarme Temperaturen. Ein smarter Typ sogarnicht nach Dschungel aussehen nimmt uns am Airport in Empfang und hast du nicht gesehen saßen wir auch schon in einer schicken Limousine, hinter getönten Scheiben. Mit Natur pur hatte dies erstmal nichts zu tun. Der Fahrer brachte uns zum Hafen. Dort wartete ein Kanu und der Amazonas auf uns. Mit dem Boot ging es dann zum Dschungelhotel, welches wir im Vorfeld für einen stattlichen Preis gebucht hatten. Die Unterhaltungen dieser Lodges sind eine logistische Herausforderung, daher wundert es einen nicht, dass die Preise hierfür gesalzen sind. Vor der großen Anlage ein breiter Sandstrand, hinter dem Rezeption ein dicker Brasilianer mit zwei Empfangscocktails. Ich hatte mir das alles viel dürftiger vorgestellt. Dem war nicht so und wir waren angenehm überrascht....

28 October 2017

27 October 2017

Der Dschungel ruft 🐍🐒🐉🐊 und wir sind gespannt. Gleich kommt unser Taxi und fährt uns zum Flughafen und wir fliegen nach Manaus. Pedro meint, ich solle mir mal keine Sorgen machen im Dschungel sei es sicherer als in Rio. Auf die Unterkunft sind wir gespannt. Es ist die teuerste unserer Reise. Dafür gibt es keinen Strom. Es wird also abenteuerlich! So bald uns die Zivilisation zurück hat, melden wir uns. Bis dahin liebe Grüße 😘

26 October 2017

.....dort wurde ich samt Gepäck in einer Bushaltestelle abgeparkt und Thom ging auf die Suche nach Tickets für den Fernbus nach Rio. Eigentlich wollten wir ja viel später fahren und benötigten von daher erneut welche. Keine Ahnung wie mein lieber Thom es immer hinbekommt. Jedenfalls kam er nach 15 min. lachend und mit zwei Bustickets in der Hand zurück. Der Bus kam 10 min. später und wir waren voller Vorfreude auf die Copacabana. Dort hatten wir nämlich im Vorfeld ein Hotel gebucht. Sehr schick, mit Pool und allem Schnicki-Schnacki. Ich glaube dies war auch gut so, denn morgen geht der Flieger nach Manaus in den Dschungel und dort ist dann wahrscheinlich Schluss mit jeglichem Komfort. Egal, heute spazierten wir entlang der Copacabana, genossen das bunte Treiben, Livemusik in jeder Kneipe und überall am Strand fußballspielende Menschen von Junioren bis alte Herren. Zum Abschluss des Tages nochmal Schwimmen im Pool und gute Nacht nach Hause 😘😘😘
.....er fragte nach wo denn nun unsere Bestellung bliebe. Der Latino lächte zuckersüß zurück, sprach etwas auf Portugiesisch und schnippelte weiter seine Limetten. Irgendwann wurde serviert, wir schafften auch noch unser Boot und lernten wie sich Entschleunigung anfühlt. Soll ja gut sein für die Seele. Mir dem Boot ging es dann zum Traumstrand Lopes Mendes. Eine Stunde fuhren wir durch traumhafte Landschaften, kleine Inselchen rings um uns sowie ein mitreisendes Musikprogramm und tanzende Bootsführer. Der Strand wurde im Reiseführer als einer der Schönsten der Welt angepriesen. Keine Ahnung wer solche Vergleiche anstellt, wunderschön war er und wir waren glücklich so ein schönes Stück der Erde zu erleben. Am Abend dann zurück, noch eine Nacht bei Carla und dann wieder dicke Regenwolken am Morgen. Kein Problem, wir wollten sowieso zurück nach Rio und wenn das Wetter nicht mitspielt, dann eben etwas früher. Mit dem Schnellboot zurück zum Festland....
Nun doch, ein Tag am Meer 🌴🌞🌊, bevor ich von diesem berichten werde, möchte ich noch erwähnen, dass der gestrige Beitrag ganz besonders meinen Wanderfreundinnen Plischke, Gruhn und Mehlgarten gewidmet war. Vögelchen klopft wieder an die Scheibe, der Tag ruft. Und es war ein guter Tag, für einen guten Tag. Die Sonne lachte und wir zogen los um Ausschau nach einem passenden Frühstück zu halten. Super Location fanden wir sofort, direkt am Strand, sehr entspannte Musik und sehr entspannte Bedienung. Zwei Kaffee, zweimal Obstsalat, Zeit läuft, denn wir hatten noch Einiges vor. Unser Boot welches uns an einen Traumstrand bringen sollte wartete sicherlich nicht ewig. Ich kann ja in solchen Situationen, Zeit völlig vergessen, bei Thom sieht dies schon anders aus. Wir waren die einzigen Gäste, drei Mann sehr gechillt und sich in den Hüften wiegend hinter dem Tresen und von unserem Kaffee weit und breit keine Spur. Nach 30 min. war es für Thom mit der Entspannung vorbei....

25 October 2017

.....wir stapften also den Berg nach oben, den Berg nach unten. Zwischendurch das ehemalige Zuchthaus und ein kleiner Strand. Dann das ganze wieder zurück. In Summe 700 Höhenmeter, da retten einen auch keine Birkenstock. Meine Füße schmerzten und Thom scherzte. Irgendwie sind wir dann doch wieder angekommen und dann gab es Abendessen am Strand. Dies entschädigte für alles, traumhafte Kulisse und eine klare Ansage meinerseits für den morgigen Tag. Wasser, Wellen, Sand......
.....so schnell noch ins entsprechende Outfit. Frau will ja auch Sonne auf der Haut genießen, also hübsches Kleidchen und nicht die ganz einfachen Flipflops, sondern Birkenstock, 5 Stunden hin und zurück, da sollen sich auch meine Füße wohlfühlen. Wir starteten also am besagten Sandweg und los gings. Na ca. 15 min. befanden wir uns im Wald, welcher immer dichter wurde und es ging gut bergauf. Nun ist es nicht so, dass ich wandern komplett ablehne, allerdings waren meine Vorstellung hier am Meer doch andere. Ich wollte doch in der Sonne schlendern, das Meeresrauschen hören und den Sand zwischen meinen Fußzehen spüren. Was da aber gerade geschah, entsprach in keinster Weise dessen. Es ging steil bergauf im dichten Urwald und meine Laune ging steil bergab. Thom versuchte mich zu trösten, erklärte mir, dass dies hier immerhin der Primärurwald wäre und es doch sehr abenteuerlich wäre. Ich wollte aber keinen Wald, egal welchen ich war doch hier wegen des Meeres....
Ein Tag am Meer oder wie verlebe ich einen Strandtag wandernd in den Bergen. Wir habe wunderbar, mit dem Rauschen des Meeres im Hintergrund, in unserer schönen Untekunft geschlafen. Morgens wurden wir von einem leichten Klopfen geweckt. Es war ein kleiner Vogel, welcher sich an unserer Fensterscheibe bemerkbar machte. Carla meinte, dass dies jeden Morgen an allen Fenstern des Hauses geschehen würde. Wir waren also wach, das Wetter sah auch besser aus und wir starteten in den Tag. Zum Strand sind es zwei Minuten, traumhafte Landschaft, viel Grün und überall Menschen in fröhlicher Urlaubsstimmung. Wir suchten uns ein Cafe um zu frühstücken und besprachen den Tag. Im Reiseführer wurde eine Wanderung auf Sandwegen zu einem weiteren Strand beschrieben. Dort gäbe es ein ehemaliges Zuchthaus zu besichtigen. Gut, Letzteres weckte bei mir nicht so das Interesse aber Frau muss ja auch an ihren Mitreisenden denken......

24 October 2017

23 October 2017

....aber nicht nur trocken sollte es sein, sondern auch schön und zum Wohlfühlen. Wir wollen die nächsten drei Tage hier auf dieser verwunschenen Insel verweile und dies auch in einer entsprechende Herberge. Na cirka 10 Anläufen, von richtig, richtig teuer bis naja zur Not, entschieden wir uns für richtig, richtig teuer und marschierten dort hin. Auf dem Weg sahen wir allerdings noch ein sehr einladendes Haus und auch sofort eine sehr einladende Frau mit Name Carla. Und Carla hatte, welch ein Glück auch ein wunderbares, bezahlbares Zimmer mit Meerblick. Wir sind glücklich, beziehen dieses und hoffen darauf, dass morgen die Sonne wieder scheinen wird. Liebe Grüße nach Hause von uns an Euch alle.
....um es kurz zu machen wir mussten um unser Ziel zu erreichen 1,5 km steil mitten durch den Dschungel nach oben. Das Übergewicht meines Rucksacks machte sich bemerkbar und ich stellte mir die Frage inwieweit ich hier eigentlich meine ganzen Anti-Aging Produkte benötige. 1,5 km klingt ja ersteinmal nach nicht so großer Anstrengung. Wenn allerdings selbst Thom am Ende unseres Aufstiegs kaputt war, dann will das was heißen. Was uns erwartete war gelinde ausgedrückt eine Katastrophe. Ich neige ja gern mal zu leichten emotionalen Ausbrüchen, hier alledings völlig begründet. Zum Glück gab es aber Gandi, den Hund des Besitzers. Und Hunde lösen bei mir auch in schlimmsten Situationen Glückseligkeit aus. Also gab es eine sachliche Absage an den Besitzer und noch einen Kaffee von diesem. Danach im strömenden Regen wieder bergab. Naja das Ganze heißt ja auch nicht ohne Grund Regenwald. Dennoch wollten wir im Trocknen schlafen und brauchten eine Unterkunft...
.....im Vergleich zur erwähnten Begrüßungszeremonie waren die Sicherheitshinweise der Lufthansa ein Nichts. Nach cirka 5 min. Fahrtzeit verlies der Fahrer den Bus und ein nicht sprechender Fahrer brachte uns zügig und wortlos ans Ziel. Das war gut so. Nicht so gut war und ist das Wetter. Fette Regenwolken begleiteten uns und der Wind wehte am Hafen von welchen wir nun per Boot die Insel erreichen wollten. Irgendwie saßen wir dann alle auf dem Schnellboot. Nicht nur unter uns Wasser, sondern von allen Seiten wurde es nass. Das ganze verstärkte sich als das Boot Fahrt aufnahm. (Rudi, ich sage nur Zitronellas Wasserspiele 😉) Aber wir kamen an und begaben uns auf die Suche nach unserer gebuchten Jungle Lodges. Das diese nicht an der Haupstraße liegen würde war uns schon klar. Was dann passierte allerdings nicht. Ein junger Mann sprach uns an und fragte ob wir aus Deutschland kämen. Es war Noah. Mit ihm hatten wir gemailt und sein Vater ist der Besitzer der Lodge...
.....das Ganze ist ein unglaubliches Spektakel. Der Ausblick auf die Stadt ist allerdings auch unglaublich. Wir genossen diesen sehr und waren einfach nur glücklich darüber, dies alles erleben zu können. Danach Rückfahrt und Spaziergang durch das Strandviertel Arpoador. Arpoador ist übrigens auch der Strand, an dem 1951 zum ersten Mal eine Dame im Bikini gesehen wurde. In der Innenstadt fanden wir eine coole Kneipe. Dort gab es wieder reichlich Caipirinha. Heute morgen diagnostizierte Thom bei mir eine Caipirinha-Unverträglichkeit. Und dies nicht ohne Grund 😉. Dennoch erreichten wir rechtzeitig den Fernbus, welcher uns nach Angra dos Reis bringen sollte. Der Bus kam ca. 30 min. später als angekündigt an. Der Fahrer lies es sich dennoch nicht nehmen ganz enspannt, jeden Fahrgast einzeln mit freundlichen Worten zu begrüßen. Im Bus gab es eine nochmalige ausführliche Begrüßung mit Sicherheitshinweisen jeder Art. Geht gleich weiter.....
Ilha Grande ...ist die größte und am besten erschlossene der vielen Inseln in der Bucht von Angra dos Reis. Eine grüne Insel mit einsamen Stränden, dichtem Regenwald und seid heute mit uns. Doch zuerst noch ein kleiner Rückblick zu unserem letzten Tag in Rio. Jeder der Rio besucht, besucht natürlich auch die Christus-Statue auf dem 709 m hohen Corcovado. Wir natürlich auch! Nach einem sehr leckeren und landestypischen Frühstück starteten wir mit der Metro zum Beginn der Sepentinenstraße. Von dort aus fahren Vans der Nationalparsverwaltung praktisch nonstop zum Christus hoch. Oben angekommen kämpft man sich durch Besucherströme durch. Ich habe noch nie in meinem Leben soviele Menschen mit Selfisticks bewaffnet auf einem Haufen gesehen. Es herrschte ein unglaubliches Gewimmel. Ein Teil der Menschenmenge bemühte sich die Christuspose nachzustellen, der andere verbrachte in Hockstellung oder liegend die Zeit damit, seine Lieben inklusive Christus auf's Bild zu bekommen.....
.....vor lauter Caipirinha habe ich ganz vergessen das Theatro Municipal zu erwähnen. Dem Stil der Pariser Oper nachempfundene Bau, ist prachtvoll. Hier sangen schon Caruso und die Callas. Außerdem prangen rechts oben auf der Fassade die Namen Goethes und Wagners. Irgendwie ist es toll, in der Ferne etwas aus seiner Heimat zu erleben. Ich denke da auch an Pedro. Wie es ihm wohl so geht, weit weg von zu Hause? Apropos Pedro. Wir werden ja seine Eltern und seine Schwester besuchen. Dies wird mit Sicherheit ein Highlight unserer Reise werden. Auch wenn wir mit unserer Art zu reisen sicherlich schon nah am echten Leben dran sind, so ist es doch nochmal etwas anderes direkt zu einer Familie zu fahren und mit dieser Zeit zu verbringen. Wir sind gespannt! Und nicht nur wir, auch Pedros Eltern und Lu. Die Whatsapp-Nachrichten in englisch und portugiesisch gehen bereits hin und her. In diesem Sinne viele liebe Grüße in die Heimat 😘

22 October 2017

.....also schlendern wir los. Zu erst durch "unser" Viertel. Sehr cool, sehr alternativ, überall Graffiti, als genau nach unserem Geschmack. Das erste Highlight ist die Fliesentreppe von Selaron. Erschaffen von einem chilen. Maler, welcher diese seid 1989 mit 2000 auserlesenen Fliesen aus 60 Ländern geschmückt hat. Danach die Cadetral Metropolitana de Sao Sebastian, im Volksmund auch auf Grund ihrer Architektur "Bienenarsch" genannt. Ein ehe nüchtern wirkendes Bauwerk, im Inneren phantastisch. Ausgestattet mit vier rießigen bunten Mosaikfenstern, welche sehr spirituell wirken. Nach soviel Kultur wird es Zeit, das Land auch geschmacklich zu erkunden. Wir steigen ab am ersten Haus am Platz und ich genehmige mir den ersten Caipirinha. Olala, die Menge des Rums hätte in Deutschland für drei gereicht! Beschwingt kehren wir in unsere Unterkunft zurück. Hier spielt auf der Straße lauthals Musik. Egal wir schlafen phantastisch und im Hintergrund schlägt der musikalische Rhythmus Brasiliens.
....los ging erst mal garnichts, denn zu so früher Morgenstunde konnten wir nicht einchecken. Dennoch wenigstens einen Kaffee und die Gewissheit an 11 Uhr das Zimmer in Beschlag nehmen zu können. Todmüde und viel Zeit in Rio. Na Klasse! Was macht man da? Ganz einfach: Touriprogramm! Der Zuckerhut war unser Ziel. Mit der Seilbahn, sehr unbeschwerlich ging es nach oben. Der Zuckerhut hing in den Wolken und wirkte genauso verschlafen und müde wie ich mich fühlte. So früh waren auch eher weniger Menschen unterwegs, sodass wir die tolle Aussicht sehr entspannt genießen konnten. Danach endlich Hotelzimmer. Nach Einigem hin und her hatten wir dann unser Zimmer. Das Hotel liegt in einer ziemlich coolen Gegend. Viel Graffiti und überall Musik. So, jetzt erstmal duschen dann schlafen. Aber irgendwie kann man dies nicht so richtig, wenn man weiß da draußen wartet Rio auf dich....
ola brasil! oder besser "boa dia, dies heiß "guten morgen" und der Morgen ist gut. Vor unserem Abflug gab es noch einige kleine Aufregungen. Der Dresdner Flughafens war ab Mittag gesperrt, mein Rucksack natürlich wie immer viel zu schwer. 4 Kg schwerer als der von Thom. Logisch, ich bin eine Frau und meine Waschtasche ist gefüllt. Nu ja, alle Strategien Thom eventuell zu überzeugen einen Teil meiner diversen Utensilien zu transportieren schlugen fehl. Dies hätte keinen Lerneffekt, meinte er. "Geht ja schon gut los, die Reise!" dachte ich. Verzichten wollte ich nicht, diesbezüglich lernen schon garnicht also Schleppen! Aber alles halb so schlimm. Wir sind ja nicht nach Brasilien gelaufen sondern geflogen. Das klappte alles super, so dass wir Gestern 5:30 Uhr in Rio gelandet sind. Kleine emotionale Herausforderung: "Ist das Gepäck auch gelandet?" Ich weiß nicht ob dies jemand von Euch kennt aber ich freue mich immer meinen Rucksack wiederzusehen. Also rein ins Taxi und los gings....

19 October 2017

Liebe Familie, liebe Freunde, liebe Kollegen, morgen gehen wir wiedermal auf große Reise. Brasilien, das fünfgrößte Land der Welt. Das Land der Copacabana, des Zuckerhuts, des Amazonas. Tropische Temperaturen werden uns erwarten, wir freuen uns auf lateinamerikanische Lebensfreude, Samba und ganz besonders auf den Besuch bei Pedros Familie. Unsere Rucksäcke sind gepackt und morgen 17:40 Uhr startet unser Flieger nach Frankfurt. Von dort aus geht es dann direkt nach Rio de Janeiro. Wer Lust und Zeit hat kann gern unseren Reiseblog lesen und so ein wenig an unseren Erlebnissen teilhaben. Wir melden uns, versprochen!