Europe · 63 Days · 141 Moments · May 2017

Mit dem Fahrrad zum Nordkap


24 July 2017

Jetzt bin ich also wieder zuhause. Eine Woche habe ich noch bis die Arbeit wieder anfängt. Es hat mir Spaß gemacht, jeden Abend am Blog weiterzuschreiben und ich habe mich über Euer Feedback mit Likes, Kommentaren und E-Mails sehr gefreut! Zum Abschluss noch etwas Statistik: 53 Reisetage, davon 41 Radeltage (bis zum Nordkap 39 Radeltage) An nur 8 Radeltagen hatte ich Regen! Km gesamt: 2.965 Hm gesamt: 18.039 Platten, sonstige Pannen: 0

23 July 2017

Nachtrag zu gestern: Die Seereise verläuft sehr ruhig. Gegen 21:30 deutscher Zeit erreichen wir Travemünde, wo mir Monika sowie überraschenderweise auch Brudern und Schwägerin einen tollen Empfang bereitet haben inklusive "Herzlich willkommen " Girlande und Stehtisch mit Begrüßungsrede-Bierchen. Herrlich!

22 July 2017

Rückreise 3. Teil: bin auf der "Finnmaid", die mich in 29,5 Stunden von Helsinki nach Travemünde bringt. Zum Fährterminal bin ich bei herrlichem Wetter hingeradelt, das waren wohl die letzten 24 km der Tour. Morgen gegen 21:30 komme ich in Travemünde an und da will Monika mich dann abholen.

21 July 2017

Heute in Helsinki noch ein bisschen Stadtbesichtigung und ein bisschen Mitbringsel-Shopping. Interessant und bekannt sind die Felsenkirche und die Festungsanlage Suomenlinna (Weltkulturerbe), und alles bei Sonnenschein und 22 Grad. Helsinki liegt sehr schön am Wasser mit sehr vielen kleineren Inseln davor.

20 July 2017

Rückreise 2. Teil: mit dem Zug um 06:10 ab Rovaniemi bin ich 8,5 Stunden später in Helsinki angekommen. Die Unterkunft im zentral gelegenen Hotel Anna erweist sich als gute Entscheidung: keine 50m entfernt ist der erste Craft Beer Pub, von denen es in der Nähe noch mehr gibt. Die Bierpreise entsprechen allerdings mehr den norwegischen, ich muss mich also etwas zurückhalten. Ich freue mich schon auf mein eigenes Bier zuhause! Dafür ist das Wetter schön: die Sonne scheint, ca 18 Grad. Im Zentrum gibts erstaunlich viel grün in Form kleiner Parks, das macht das Bummeln ganz angenehm. Zwei große Fährlinien haben ihr Terminal sozusagen mitten in der Stadt, nur der Hafen für meine Fähre ist 18km entfernt! Die Schifffahrt nach Travemünde ist auch bereits gebucht, Abfährt am Samstag, Ankunft Sonntag Abend.

19 July 2017

Jetzt bin ich also wieder in "meinem " Hotel in Rovaniemi. Das ist so praktisch: der Craft Beer-Pub ist direkt im Haus und das Restaurant ist bekannt für seine Lappländische Küche. Hier will ich heute Kulinarisch Abschied vom Norden feiern, und das nicht mit Pizza und Burger. Also Tisch im Restaurant mit Kerze, dann zuerst eine King Crab Soup aus dem Eismeer und danach Reindeer Cooked Two Ways - die Spezialität des Hauses. Dazu ein finnisches Porter, das sehr lecker schmeckt - die Finnen können brauen, wenn man sie lässt!
Meine bevorzugte Rückreisevariante wäre gewesen mit dem Hurtigruten-Schiff bis Trondheim zu fahren, dann mit dem Zug bis Oslo und von dort das Schiff nach Kiel zu nehmen. Das klappte leider nicht da die günstigeren Kabinen alle ausgebucht waren und bei der noch freien Klasse hätten die drei Tage bis Trondheim schon über 2000€ gekostet (mit der günstigeren Kabine wäre es ein Viertel davon gewesen!). Dafür hätte mich der Kapitän wahrscheinlich persönlich begrüßt, aber das war es mir dann doch nicht wert. Also die Variante über Finnland: heute morgen um 05:10 ging der Bus und um 17:30 bin ich in Rovaniemi angekommen. Diese durchgehende direkte Verbindung ist klasse und recht entspannt mit ausreichend Pausen um einen Kaffee zu trinken oder etwas zu essen. Mit dem Rad hatte ich für die Strecke 10 Tage gebraucht. Morgen gehts weiter mit dem Zug nach Helsinki.

18 July 2017

Die Rückfahrt nach Honningsvag führte größtenteils durch Wolken / Nebelfelder, viel zu sehen war also nicht. Unterkunft habe ich im Vandrehjem (Jugendherberge) bekommen. Morgen früh beginnt dann die Rückreise.

17 July 2017

Die Stimmung war zu schön um gleich wieder zurück zu fahren und entschloss mich hier auf dem Plateau zu übernachten. Es gibt aber nur wenige Stellen, wo man ein Zelt abspannen kann. Um Mitternacht ist es nicht etwa ruhig und beschaulich, ein Reisebus nach dem anderen erreicht das Plateau und es wird richtig voll auf dem Parkplatz. Um kurz nach Mitternacht rauschen die alle wieder ab und es wird ruhig. Dann begann der Regen, es regnete 5 Stunden durch. An Schlaf war nicht zu denken, außerdem war mein Zelt abschüssig aufgebaut und ich rutschte immer wieder von der Matte. Das erwies sich aber als Segen, andere Zelte sind regelrecht abgesoffen. Jetzt ist alles, nass wie es ist, zusammengepackt und ich genieße das Frühstück im Restaurant. Danach geht es gleich zurück Richtung Honnigsvag.
Um 16:40 bin ich dann angekommen. Die älteren Engländer, die das Foto von mir aufgenommen haben, fragten erstaunt was ich geraucht habe, dass ich auf so eine verrückte Idee komme. Ich habe gemischte Gefühle: zum einen glücklich und stolz dass ich das geschafft habe, zum anderen traurig, dass die Reise jetzt zu Ende geht.
Dann ging es los. Es sind nur 34 km. Aber ca 800 Höhenmeter. Zweimal gehts mit 8-10% hoch und dann wieder runter bevor nach dem dritten Anstieg das Plateau erreicht ist. Der Eintritt von 40€ wird den Radlern aber erspart. Die Strecke ist bei aller Anstrengung aber auch sehr schön.
Ankunft in Honningsvag um 11:15. Das Wetter ist super, die Vorhersage für morgen eher schlechter. Also doch heute noch versuchen zum Nordkap zu kommen? Ich lasse erst mal die Busse für die Schiffstouristen abfahren, kaufe Lebensmittel und trinke noch einen Kaffee.
Um 8:45 kam das Hutigruten-Schiff in Harvoysund an, um 9:15 war Abfahrt. Fahrrad aufs Autodeck, dann zur Rezeption an Bord und Fahrkarte besorgen. Auch ohne Vorbuchung kein Problem. Die zweistündige Überfahrt nach Honningsvag kostet inklusive Fahrrad ca 36€. Das Schiff ist die Midnadsol, eines der größeren und moderneren Schiffe.

16 July 2017

Havoysund ist erreicht. Viel gibt es hier nicht, aber das Hurtigruten-Schiff hält hier und bringt mich dann morgen hoffentlich in zwei Stunden rüber nach Honningsvag auf der Nordkapinsel. Damit habe ich mir dann vor allem den Nordkaptunnel erspart, den man sich mit allen Wohnmobilen und Reisebussen teilen muss. Nach übereinstimmender Meinung in Internetforen ist die Tunnelfahrt mit dem Fahrrad das schlimmste Erlebnis jeder Nordkap-Tour. Muss ja nicht sein.
Die Strecke war traumhaft schön aber nich unanstrengend. Dreimal ging es über mehrere km mit z.T. 8-10% bergauf. Bei dem geringen Verkehr konnte ich das aber ruhig angehen. Und die folgenden Abfahrten habe ich natürlich auch genossen.
Um 7 Uhr werde ich wach, die Sonne blendet mich vom blauen Himmel (1. Bild, Blick aus dem Zelt). Ich nehme das Frühstücksbüffet im Restaurant damit ich das iPhone inzwischen dort aufladen kann. Bei dem Wetter kommt heute noch einmal die kurze Radelhose zur Geltung, hätte nicht gedacht, dass ich die so kurz vorm Nordkap noch rausholen würde. Nach ein paar Kilometern biege ich ab auf die "Scenic Road" nach Harvoysund. Die Strecke ist atemberaubend. So viel habe ich noch an keinem Tag fotografiert wie heute.

15 July 2017

In Olderfjord treffen sich alle Nordkap-Fahrer, hier zweigt die Straße zum Nordkap von der E6 ab. Es gibt hier ein Hotel, ein Hostel, einen Campingplatz. Alles war komplett durch große Reisegruppen belegt, es blieb nur noch ein Platz fürs Zelt. Ich habe einen direkt am Wasser mit sehr schöner Aussicht gefunden. Ich muss hier übernachten, denn auf der morgigen Strecke nach Harvoysund (90km) gibt es nichts dazwischen.
Weitere Eindrücke von der Strecke.
Wow, was für ein Tag! Sonne und Wolken geben herrliche Lichtstimmungen und dazu eine Landschaft die einen in den Bann zieht. Vor lauter Fotos schießen kommt man kaum voran!

14 July 2017

Ein kleiner Campingplatz am Meer mit günstigen Zimmern im Haus und tollem Service: ich kann Waschmaschine und Trockner nutzen und mal alles durchwaschen! Gefroren habe ich heute nicht. Das letzte Bild zeigt die 4 Lagen Kleidung, die zwar Wind, Kälte und Regen zuverlässig abhalten - aber die unteren Lagen sind am Tagesende auch klitschnass.
Das Wetter von gestern Nachmittag hat sich leider nicht bis heute gehalten. Nach einem sehr leckeren Frühstück ging es rauf aufs Fjäll. Dort sah es dann so aus wie auf den Fotos: Höhe 300-350m, Temperatur 7 Grad, Luftfeuchtigkeit ca 100%, dh. es hat zwar nicht geregnet aber die Brille war dauerbeschlagen. Dunkle tief hängende Wolken. Der Campingplatz nach 48km, an dem ich mir einen Kaffee versprochen hatte, war noch geschlossen. Nach knapp über 70km war dann Lakselv erreicht. Ich bin jetzt wieder am Meer! Und kurz vor Lakselv habe ich den 70. Breitengrad überschritten.

13 July 2017

Kleiner Rückblick auf Finnland: Das Highlight war für mich eindeutig Lappland rund um Inari. Hier möchte ich noch einmal im Winter für eine Woche hin, wenn man die Nordlichter sehen kann und der See zugefroren ist. Sehr faszinierend! Ansonsten werden die Städte Oulu und Kokkola in Erinnerung bleiben sowie die Sanddünen von Ytteri. Vom "drumherum", d.h. den Leuten, der Atmosphäre etc. hat mir Schweden aber glaube ich noch etwas besser gefallen. Auch sind die Leute dort etwas zugänglicher. Und es gibt mehr gutes Bier!
Erstaunlich war der Wetterumschwung, den man auch auf den Fotos sieht: mit dem Verlassen Finnlands riss die Wolkendecke auf und die Sonne kam raus. Die Temperatur kletterte auf bis zu 17 Grad. Da wirkte die Landschaft gleich wieder ganz anders. Knapp 20 km hinter der Grenze liegt dann der Ort Karasjok, meine Unterkunft steht direkt beim Sami-Museum. Erst mal die Uhr wieder um 1 Stunde zurückdrehen (jetzt also wieder Hamburger Zeit) und Geld abheben. Die norwegischen Kronen lassen sich ähnlich wie die Schweden-Kronen recht leicht umrechnen (100 NOK sind ungefähr 10 EUR). Ein erster Rundgang durch den Supermarkt um zu sehen, was es hier für mich als Unterwegs-Verpflegung so gibt. Alles ist auf jeden Fall noch einmal um einiges teurer als in Finnland.
In der Nacht hatte es stark geregnet. Das Frühstück war sehr gut und als ich endlich loskam hatte der Regen auch aufgehört. Auf den knapp 40 km bis zum Grenzort Karigasniemi blieb es aber bedeckt und kühl (12 Grad). Hier die letzten Bilder aus Finnland.

12 July 2017

Musste ich doch auch mal probieren, und hier im tiefsten Lappland bin ich dafür ganz richtig: Sauted reindeer, also Rentier. War ganz lecker, aber das wirklich gute Bier dazu fehlt hier noch...
Die Unterkunft sah auf der Internetseite schon so gemütlich aus. Jetzt unterhalte ich mich gerade mit einem Pärchen aus Nienburg a.d. Weser, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind und die Webseite gerade auf Deutsch übersetzt haben. Dafür dürfen sie hier umsonst stehen.
Endlich weiter! Der angekündigte Regen blieb bisher aus, und so radelte es sich "fröhlich pfeifend" (Insider für Axel) eine 10%-Steigung nach der anderen hoch. Das Nordkap ist mittlerweile auch ausgeschildert und die Souvenir-Stände an der Straße nehmen zu.Je dichter das Nordkap rückt desto mehr Wohnmobile aus D tauchen auf. Ich lasse mir aber Zeit, heute eine Nacht in Giellajohka nach nur 62 km, die letzte Nacht in Finnland!

11 July 2017

Den Tag in Inari vervollständigt ein 3-stündiger Ausflug auf den See zu einer besonderen Insel von wo aus man einen herrlichen Ausblick hat. Hat sich auch gelohnt. Diese Weite, nur Natur, das kann echt süchtig machen! Und zurück in der Unterkunft verwöhnt mich mein französischer Koch mit Fisch auf Gemüsebett aus dem Ofen. Und seinen typisch finnischen Kuchen musste ich natürlich auch noch probieren. Gehts mir gut?
Dann den Juutua-Trail gewandert, eine 6,3 km-Runde am Fluss entlang zu beeindruckenden Stromschnellen die auf einer Hängebrücke überquert werden können. Mückentechnisch ging das noch. Apropos: der Koch meiner Unterkunft hat gesagt, die Stechmücken sind noch nicht das Schlimmste. Schlimmer können die Kriebelmücken sein, die sind mit bloßem Auge gerade noch zu erkennen und kommen somit auch durch die Moskitonetze hindurch. Sie treten in ganzen Schwärmen auf wenn bestimmte Wetterbedingungen zutreffen. Meistens eher gegen Ende des Sommers - na denn...
SIIDA - das Sami-Museum ist ein must-see in Inari und auch wirklich super gemacht. Im Freiluft-Bereich sieht man die unterschiedlichen Bauarten der Fischer-Samen, Rentier-Samen, Skolt-Samen und der sesshaften Samen. In der Ausstellung gibt es neben den Samen auch noch einen Teil der sich mit Flora und Fauna der nördlichen Gegenden befasst und wie sie sich an die Lebensbedingungen angepasst haben.

10 July 2017

Inari. Unterkunft in der "Villa Lanca". Es gibt Fisch aus dem See, von einem französischen Koch zubereitet, der hier für ein Jahr arbeitet. War sehr lecker. Der Ort selber (450 Einwohner) hat neben dem abgebildeten Zentrum noch eine Tankstelle und ein weiteres Hotel. Interessant ist das Sami-Kulturzentrum und das Sami-Museum, die ich mir beide morgen ansehen werde. Der Inari-See hat über 3000 Inseln und ist der sechstgrösste See Europas. Morgen also Pausentag hier bevor es auf den letzten Abschnitt geht.
Herrliche Fahrt nach Inari. Die Straße ist ab Pokka komplett asphaltiert und ein bisschen Rückenwind schob auch noch. So fegte ich mit Rekordgeschwindigkeit über die Tundra. Ein Problem war mein zu knapper Wasservorrat, und ich erreichte Inari etwas ausgetrocknet. Landschaftlich waren der heutige und der gestrige Tag sicherlich mit ein Höhepunkt der bisherigen Reise. Leute habe ich sonst keine getroffen aber etliche Rentiere. Und heute auch Wohnmobile aus D, das gab es bisher so gut wie gar nicht.

9 July 2017

Jetzt bin ich in Pokka in einer kleinen einfachen Hütte. Weiterfahren wäre etwas viel, denn bis zum nächsten Campingplatz sind es über 70 km. Pokka rühmt sich der Kältepol Finnlands zu sein, kommende Nacht erwarte ich aber keine Probleme. Morgen sind es dann noch knapp über 100 km bis Inari. Die Landschaft verändert sich langsam: die Bäume sind weniger hoch, die Wälder deutlich Lichter, Tundra-artige Flächen dazwischen, die auch immer größer werden. Es bringt richtig Spaß hier durchzuradeln und das zu beobachten.
Jaaa! Das ist Lappland wie ich es mir vorgestellt habe! Einen Reiseradler habe ich heue getroffen: Hut ab! Ein 86-jähriger Schwede auf dem Weg von Malmö nach Kirkenes! Auch ein Wild-Zelter. Ansonsten noch 5 Rentiere und ca 20 Autos am ganzen Tag, sonst nichts.
Die Straße von Sirkka nach Inari ist so klein dass man meist noch etwas weiter hereinzoomen muss damit sie angezeigt wird. In Rovaniemi wurde ich vorgewarnt dass die Straße sehr schlecht sei. 57 km nicht asphaltiert, stellenweise viele Schlaglöcher, aber sonst war sie doch ganz gut zu fahren.

8 July 2017

Hier sammeln sich jetzt die Reiseradler. Heute zwei aus FR und zwei aus CH getroffen. Alle fahren Sie längere Tagesetappen, deutlich schneller, haben insgesamt mehr Zeit und eine größere Gesamtreise als ich - das war nicht so aufbauend! Erstaunlicherweise treffe ich sehr viele Franzosen, die hier oben mit Rädern unterwegs sind. Die haben alle 6 Monate Zeit und wollen nach dem Nordkap auch noch bis nach GR runter! Franzosen außerhalb von FR! Und sie sprechen englisch! Die beiden aus CH fahren Tagesetappen bis 170km und haben für die 4500km von Zürich einen Monat gebraucht. Die waren auch schnell wieder außer Sichtweite. Außerdem bin ich anscheinend ein Weichei. Alle anderen zelten, in der Regel wild, auch bei extremeren Temperaturen und Dauerregen. Ich bin ehrlich gesagt ganz froh wenn ich nach einem Tag im Sattel ein richtiges Bett und eine Dusche bekomme. Vielleicht liegts am Alter... Ich brauche noch ein Bier um mich wieder aufzubauen!
Ziel des heutigen Tages nach ca 83km ist Sirkka / Levi. Das ist das größte und bekannteste Wintersportzentrum Finnlands. Jetzt ist es dort aber sehr ruhig und die Hotels sind sehr günstig.
Die Schattenseite der Unterkunft: es war ziemlich siffig, mir etwas zu viel, und so war ich froh weiterzukommen. Erst noch 2,5km zurück zum Supermarkt, denn bis Kittilä (60km) gibts nichts mehr. Dann ging es weiter, wieder bei bestem Wetter aber heute wieder mit vielen Mücken und Bremsen.

7 July 2017

So hell ist es hier um Mitternacht. Ich versuche mal die Armosphäre hier zu beschreiben: ein Holzhaus aus den 50ern in the middle of nowhere. Unaufgeräumt wäre sehr stark untertrieben. 5 Hunde, Katze, Ziegen, Hühner und Kaninchen. Gastgeber Jukka versucht hier selbstbestimmt und weitgehend autark sein Leben zu leben. Ein junges Pärchen aus Spanien, Miguel und Sara, ist noch hier, auch mit Fahrrädern zum Nordkap unterwegs. Außerdem heute auch noch angekommen Nick aus der Schweiz. Dann kamen noch Jukkas Vater, seine Schwester mit zwei Kindern sowie noch ein Nachbar (?) vorbei. Und ein jüngerer Cousin von ihm ist auch da und spielt seid 36 Stunden Computerspiele. Laute finnische Black Metal Rockmusik dazu (Jukka schreibt Texte für verschiedene Bands). Tiefgehende philosophische Gespräche auf Englisch. War ein fordernder Abend - aber irgendwie spannend.
Immer wieder laufen Rentiere auf der Fahrbahn rum, im Gegensatz zu Elchen! Zum Übernachten habe ich über Airbnb ein Zimmer in Lohiniva gefunden. Ist noch um einiges chaotischer als das erste von Axel gebuchte Zimmer in Linköping, aber die einzige Möglichkeit zwischen Rovaniemi und Kitilä.
Heute hatte ich auch keine Probleme mit den Mücken. Habe bei den Stromschnellen einen schönen Picknickplatz gefunden und konnte dort ganz unbehelligt essen. Die Fahrt war herrlich heute!
So gehört sich das: zum Weiterradeln wieder blauer Himmel und Sonnenschein und zum Start schon 14 Grad. Ich hatte ja jetzt mit einem schönen Polarkreis-Foto gerechnet, aber an der Straße die ich rausfuhr war nichts, kein Schild, kein Globus, keine über die Straße gemalte Linie oder so. Das gibt es alles anscheinend nur an der Europastraße beim Weihnachtsmanndorf. Aber ich habe den Polarkreis trotzdem überquert!

6 July 2017

Heute hat es noch weiter abgekühlt: 6 Grad und ein eisiger Wind. Ich konnte gut ausprobieren ob ich klamottenmässig dafür gerüstet bin. Das geht ok, aber ich war doch ganz froh über einen weiteren Ausruhtag. Morgen soll es wieder bis zu 16 Grad werden und trocken bleiben, also viel besser geeignet um weiterzuradeln. Heute noch viel ausgeruht und die Vorräte aufgestockt. War zwar kein Fotowetter, aber ein paar Bilder füge ich bei damit es nicht zu Bilder-los wird hier... Ach ja, im Kino war ich auch noch: Superman, Spiderman oder Wonder-Woman - da fällt die Auswahl doch wirklich schwer. Von der Uhrzeit her passte Spiderman am Besten, vom Niveau her ungefähr mir Pirates of the Caribean vergleichbar. Freue mich schon auf morgen!

5 July 2017

Sauna in Finnland ist auch etwas anders. Zunächst einmal nach Geschlechtern getrennt, dh. entweder gibt es getrennte Saunen oder separate Uhrzeiten. Man geht nicht mit Handtuch in die Sauna und legt sich lang hin sondern sitzt auf einer Einweg-Sitzunterlage. Wasser (ohne Zusätze) wird in grosser Menge aus 1-1,5m Abstand auf den Ofen geschmissen. Wenn es einem reicht geht man raus. Außerdem wird sich in der Sauna auch unterhalten sofern das bei der Hitze noch möglich ist. So habe ich es bisher jedenfalls hier erlebt. Für echte Finnen kommen natürlich nur holzbefeuerte Saunen in Frage, mit selbst gehacktem Holz. Und anschließend gibts gegrilltes...
Der Burger machte seinem Namen alle Ehre, da brauche ich noch ein weiteres Bier. Um Mal eine Vorstellung vom Preisniveau zu geben: Finnland ist noch etwas teurer als Schweden. Ein Bier kostet eher zwischen 7 und 9 EUR, in Schweden zwischen 6 und 8 EUR. Extrem teuer aber trotzdem sehr beliebt ist Eis: eine Kugel 3 - 4,50€, zwei Kugeln 5 - 6€. Während in Schweden die Kugeln für den Preis auch riesig sind haben sie hier eher normale Größe. Da freue ich mich schon auf die Eisdiele in Winsen! Günstig und auch von mir gerne genommen ist "lounas", sozusagen Mittagstisch. Kostet 10-12€ und dafür bedient man sich am Buffet. Es gibt meistens Suppe, ein Salatbuffet, ein warmes Gericht, sowie Getränke und zum Nachtisch Kaffee. Good Deal!
Rovaniemi ist anders. Hier gibts Touristen, Reisebusse, auch aus D - das habe ich in Finnland bisher noch nicht gehabt. In der Fußgängerzone gibts sogar Läden mit Souvenirs! Aber Rovaniemi zieht Touristen aus aller Welt an, da es der offizielle Sitz des Weihnachtsmannes auf Erden ist. Das ist natürlich Blödsinn, jeder Finne weiß, dass der Weihnachtsmann in Wirklichkeit im Berg Korvatunturi wohnt, weiter nördlich abseits an der russischen Grenze gelegen. Da das aber zu abgelegen ist und man nur schwer die ganzen Touristen dort hinbekommt, hat man der Einfachheit halber Rovaniemi zu seinem zweiten Wohnsitz erklärt. Das Weihnachtsmanndorf habe ich mir nicht angesehen, wohl aber das Arktikum, das als eines der besten Museen Finnlands gilt. Über die Menschen die hier oben leben und deren Lebensraum - sehr interessant, ich glaube, ich war 4 Stunden darin. Ansonsten Karten geschrieben, die Hotelsauna ausprobiert und jetzt in der Bulls Bar einen "ICANTFEELMYFACEBURGER (HOTHOTHOT)" .

4 July 2017

Angekommen in Rovaniemi, Hauptstadt der Provinz Lappland. Nur ca 8 km nördlich verläuft der Polarkreis. Die Stadt wurde 1944 im Zuge der "verbrannten Erde" von den Deutschen zu über 90% zerstört und nach dem Krieg nach Plänen des finnischen Architekten Alvar Aalto wieder aufgebaut. Seit der Wiedereingliederung der Landgemeinde Rovaniemi ist dies die flächengrösste Stadt Europas. Hier werde ich ein oder zwei Tage Pause machen, je nach Wetter, denn für morgen und übermorgen ist ziemlich viel Regen angekündigt.
So sah es heute während des Tages aus. Das große Wasser ist auch der Kemijoki, nur dass er hier zum See aufgestaut ist. Das war ein Vorgeschmack auf die kommenden Tage: 70 km nichts, kein Supermarkt, keine Tankstelle, nichts. Vereinzelte Häuser links und rechts im Wald, sonst nichts. Anhalten um eigenes Essen zu essen ging nicht, da kamen sofort die Mücken und Bremsen. Tagsüber also kein Essen, nur trinken - ich war ziemlich hungrig, als ich in Rovaniemi ankam. Während der Fahrt ging es aber mit den Mücken und Bremsen. Man darf nur nicht den Mund aufmachen (um die Musik mitzusingen).

3 July 2017

In Tervola habe ich Glück, die einzige Unterkunft zwischen Kemi und Rovaniemi hat heute zwar eigentlich geschlossen, ich treffe aber den Chef noch an und bekomme doch mein Zimmer. An den Wochenenden scheint es hier hoch herzugehen. 3 große Saunahütten, die größte für bis zu 60 Leute, sowie 4 Jacuzzi-Pools auf der schönen Terrasse.
Landeinwärts geht es immer am Kemijoki entlang, Finnlands längster Fluss.
Kemi. Abschied nehmen von der Ostsee. Mittagspicknick im letzten Park bevor ich landeinwärts abbiege.
Morgenstinmung auf dem Campingplatz. Es verspricht wieder ein heißer Tag zu werden.

2 July 2017

Bis Simo bin ich heute gekommen, das ist ca 20 km vor Kemi. Ein schöner kleiner Zeltplatz mit toll ausgestatteten Hütten. Da muss ich doch mal wieder selber kochen. Und das schöne ist: es gibt noch mehr!
Herrliche Strecke unterwegs. Einige Abschnitte direkt auf der Europastraße, aber dann auch wieder ganz remote...
Heute ging es wieder weiter. Die Rausfahrt aus Oulu war herrlich: breite Radwege, herrliche Beschilderung. Dazu von Anfang an wolkenloser blauer Himmel, Sonnenschein und 21 Grad. Heute noch einmal im Kurzarm-Radshirt -das wird wegen der Mücken bald nicht mehr gehen. Habe ich schon erwähnt dass Oulu mit zu den fahrradfreundlichsten Städten Europas gehört?

1 July 2017

Gerade zurück aus dem Kino (der neueste Alien-Film, hat alle Erwartungen an einen Alien-Film erfüllt). Die Abendstimmung rund um das Hotel (das rote Backstein-Industriegebäude) will ich Euch nicht vorenthalten.
lonely Planet sagt "Oulu is one of Finnlands most enjoyable cities" - und das könnte hinkommen! Herrliche Parks die viel genutzt werden, viel Wasser dazwischen. Es wird sehr viel Fahrrad gefahren denn es gibt super Radwege. Viele schöne Kneipen und viel Leben auf dem Kautapelli, dem Hauptplatz der auch direkt am Wasser liegt. Sehr schöne Atmosphäre, alle Leute sind gut drauf, was sicherlich auch noch mit am Wetter liegt. Und dann bekomme ich in einem Pub auch noch mein Hoegaarden, ein herrliches Witbier ideal für die Sommerterrasse!

30 June 2017

Einen Monat bin ich jetzt unterwegs, 1900 km und knapp 10 Breitengrade geschafft. Kleines Fazit: mir geht es sehr gut. Auch das Rad läuft einwandfrei, bisher bei "uns beiden " keine Probleme, toi toi toi dass das so bleibt. Ich merke, dass ich nicht zurückschaue auf das was ich schon geschafft habe, sondern immer nur nach vorne auf das was noch kommt. Das Endziel steht im Vordergrund, wichtigste Kennzahl jeden Tag ist der erreichte Breitengrad. Das mag befremdlich erscheinen. Wenn es um verschiedene Landschaften und Kulturen gegangen wäre hätte ich die 1900 km nach Süden fahren müssen: so viele unterschiedliche Landschaften und Kulturen kann der Norden nicht bieten. Hier habe ich Weite, Eintönigkeit, wenig Menschen. Aber das ist es nicht. Ich erfülle mir einen Traum (auch wenn den nicht jeder nachvollziehen kann) und wenn ich merke, wie ich jeden Tag meinem Ziel näher komme, erwächst daraus eine große Kraft. Trotz der Anstrengungen fühle ich mich stärker und zufriedener als je zuvor.
Oulu ist also erreicht. Einen Tag früher als geplant! Knapp unter 200.000 Einwohner und damit lt. Wikipedia die nördlichste Großstadt der EU. Zweitgrößte Uni und zweitgrößter Flughafen von FI. Und Austragungsort der jährlichen Luftgitarren-Weltmeisterschaft! (Ist leider erst im August) Ach ja: und Partnerstadt von Halle (Saale). Bilder gibts morgen, wenn ich mir die Stadt in Ruhe ansehe.
Langer Radeltag bei wieder bestem Wetter und ich schaffe es tatsächlich bis Oulu. Highlight des Tages, leider ohne Foto, ist die erste Elch-Sichtung! Ca 30m neben der Straße stand er, verschwand dann aber schnell im Gebüsch. 1900 km bin ich jetzt durch Skandinavien geradelt, auch auf kleinen und einsamsten Waldwegen, überall Elch-Warnschilder aber bisher kein Elch. Ich war schon drauf und dran, die Existenz von Elchen als Fake-News abzutun - aber es gibt sie also doch!

29 June 2017

Die Übernachtungsmöglichkeiten sind hier oben im 70km-Abstand und dazwischen gibt es eigentlich nichts. Der anvisierte Platz in Kalajoki gefiel mir aber überhaupt nicht, so dass ich in einer ruhigen Ecke noch mal weiter recherchierte und doch noch einen Platz nur 40 km weiter fand. So wurden es wieder knapp 110 km aber ich war ja recht früh losgekommen. Pyhäjoki heißt der Ort mit sehr schönen Campingplatz auf einer kleinen Insel im Fluss. Dafür gibts hier einiges mehr an Mücken und ich kann mich schon mal eingewöhnen.
Wieder super Wetter mit blauem Himmel und Sonnenschein. Heute aber fast den ganzen Tag auf oder neben der Europastraße E8 verbracht. Auf der Karte ist gut zu erkennen dass es kaum vernünftige Alternativen gibt. Das geht aber noch einigermaßen solange zumindest der asphaltierte Seitenstreifen von 1 - 1,5m da ist. Der Verkehr ist hier oben auch schon um einiges dünner.

28 June 2017

Im übrigen habe ich breitengradmässig jetzt Island erreicht.
Bilder aus der Altstadt. Außerdem war noch Flohmarkt und überhaupt eine sehr nette Atmosphäre im Ort.
In Kokkola habe ich mich nach nur 73 km entschieden auf den Campingplatz zu gehen. Das war ein guter Entschluss, denn der Platz liegt sehr schön am kleinen Bootshafen und der Ort hat mir auch sehr gut gefallen.
Ansonsten war es ein herrlicher Radeltag bei super Wetter.
Solche Anlagen sehe ich in den letzten Tagen häufiger, oft verbunden mit ziemlich starkem Gestank. Das sind wohl Pelztierfarnen, Finnland ist der größte Anbieter von Fuchspelzen für den amerikanischen Markt. Hören tut man nichts, den Tieren werden die Stimmbänder durchtrennt damit sie nicht so rumheulen.

27 June 2017

Kantlax hab ich noch vergessen.
Die Orte, die ich heute passiert habe, könnten einem Asterix-Heft entsprungen sein: Kvevlax, Kärklax, Lotlax, Hvirvlax. Wie würde Obelix jetzt sagen: die spinnen, die Finnen!
Unterkunft in Nykarleby, einem verschlafenen aber schön gelegenen kleinen Ort. Beim Ortsrundgang habe ich mir im Supermarkt noch mein Abendessen geholt (Mikrowelle). Das Anerican Pale Ale kommt. In einer finnischen Brauerei aus Iisalmi. Kann man trinken...
Dramatische Wolken, aber bis auf ein paar Schauer am Vormittag blieb es trocken und wurde sogar noch schön. Für morgen und übermorgen ist Sonne pur angekündigt mit bis zu 22 Grad!
Ich habe den neuen Rückspiegel montiert, den ich für 5€ im Supermarkt gekauft habe. Hat sich schon bewährt: wenn von vorne etwas entgegen kommt, kann ich kurz gucken ob von hinten auch einer kommt. Es gibt genügend Vollpfosten, die auch auf schmalen Straßen auch bei Gegenverkehr mit unverminderter Geschwindigkeit überholen wollen...
Bei der Rausfahrt aus Vaasa komme ich an der Brauerei vorbei. Selbstbewusst sind sie ja...

26 June 2017

Heute war ich shoppen: ein langärmeliges Shirt um mich den Temperaturen anzupassen, das kurzärmelige kommt in die Tonne. Außerdem "Dog Stop", eine kleine Sprayflasche die ein Geräusch von 115db macht, was Hunde wohl nicht mögen. Gestern lief mir auf einsamer Strecke eine Bulldogge oder ähnliches hinterher. Der wollte nicht spielen - und hat mir einen gehörigen Schrecken eingejagt. Weit und breit war niemand zu sehen. Eben war ich noch im Kino. Mangels guter Filme habe ich mir Pirates of the Caribbean angesehen- was für ein Schwachsinn! Jetzt noch ein Dunkles von Bocks Corner Brewery aus Vaasa, das recht gut schmeckt. Die nächsten paar Tage bin ich ja wieder in der Einsamkeit, da gibt es sowas nicht. Wird auch Zeit dass ich weiter komme bevor ich noch einroste!
Frühstück im Bahnhofscafe, denn auch das spart sich das Hotel. Ist schon komisch: das Hotel ist nur eine Aneinanderreihung von Zimmer"Zellen", sonst nichts: keine Lobby, keine Gemeinschaftsräume, nichts. Gefällt mir nicht unbedingt, ist aber die billigste Unterkunft in Vaasa und ich habe super gut geschlafen. An diesem Wochenende war anscheinend Leichtathletik Mannschafts-EM hier in Vaasa. Habe gestern im Pub schon Teams aus der Schweiz und Belgien gesehen. Jetzt reisen die wieder ab und ich mache mich auf den Weg "in die Stadt".

25 June 2017

Das Angebot an Fertiggerichten ohne zentimeterdicke Mayonnaise ist hier größer als in Schweden. Eine erschlagende Vielfalt an Mikrowelle-Gerichten, TK-Packungen und Grillsachen. Auf Campingplätzen, in Hostels und auch in meinem Hotelzimmer gibt es eine Mikrowelle. Es gibt keine Frische- oder Bedienthresen mehr, alles ist fertig abgepackt. Ich nehme mir also mittags einen abgepackten Salat und versuche mit Banane, Apfel und O-Saft ein paar Vitamine zu bekommen. Abends gibts entweder Mikrowelle oder Pizza oder Pasta oder einfach Brot. So siehts aus.
Bezüglich der Versorgung alleinreisender Reiseradler gibt es einige Unterschiede zwischen Schweden und Finnland festzustellen. Kaffee: obwohl die Finnen angeblich noch mehr Kaffee trinken als die Schweden ist die Versorgung deutlich schlechter. In Schweden gibt es immer und überall frischen Kaffee, auch im Supermarkt. Und immer mit kostenlosem Refill! In Finnland gibt es keinen Kaffee in Supermärkten, Cafés gibt es so gut wie gar nicht und einen Refill i.d.R. auch nicht. Bier: das es kaum noch Bierfotos gibt liegt nicht nur daran, dass Axel weg ist. Das Angebot interessanter Craft-Biere ist deutlich dünner. In größeren Orten wie Vaasa findet man schon was, aber sonst eher nur die Massenware. In Ermangelung von Cafés und echten Restaurants bleibt unterwegs also nur der Supermarkt.
Zum letzten Bild: das ist die offizielle Beschilderung des Ostseeküstenradwegs in Finnland. Die Ausschilderung erfolgt dezent zurückhaltend und nur an Stellen wo man es nicht braucht. Dies war ungefähr das 10. Schild auf den vergangenen 500 km. Aber ich bin auf dem richtigen Weg!
Ein paar Bilder mit blauem Himmel habe ich noch von der Abendrunde. Sie geben einen guten Eindruck von der Innenstadt wieder, nicht besonders schön in meinen Augen. Das alte Vaasa ist bei einem Feuer im 19. Jh komplett zerstört worden und die Stadt wurde dann komplett neu wieder aufgebaut.
Vaasa ist erreicht! Damit habe ich breitengradmässig Bergfest, denn ich hab jetzt den 63. Breitengrad überschritten, d.h. 8 von den 16 Breitengraden geschafft! In den überhitzten Hotelzimmer werde ich die Klamotten und das Überzelt wieder trocken bekommen. Das Hotel (letztes Bild) ist komplett Personal-los. Man bucht übers Internet und erhält einen Code per Mail zugeschickt mit dem man die Türen zu Hotel und Zimmer öffnen kann. Es gibt ein kostenloses Telefon falls man Fragen hat, aber da ging keiner ran. Das Zimmer selber ist aber ok und um die Ecke gibt es einen Pub! Ansonsten ist es recht tot in der Stadt, hat alles noch wegen Midsommer geschlossen und wird morgen hoffentlich besser! Ich freue mich auf einen Ausruhtag, denn viel zu gucken gibt es hier morgen nicht.
Es ist kalt (12 Grad). Alles ist feucht oder irgendwie klamm. Immer wieder regnet es, die nicht asphaltierten Wege werden weicher und schwerer zu fahren. Diese langen, geraden, nicht asphaltierten Wege hatte ich erst weiter nördlich erwartet.
Nach 15 Stunden Dauerregen ist er endlich vorbei, das Zelt hat gehalten ist aber natürlich klitschnass. Das Frühstück bringt mich wieder in Gänge. Auf nach Vaasa!

24 June 2017

Es schüttet richtig. Ich war eben noch in der Zeltplatzsauna um mich aufzuwärmen (das ist auf dem letzten Bild links die einzelne Hütte. Hinten auf der Spitze ist die Grillhütte). Da ich keine Grillsachen dabei habe bin ich jetzt wieder im Zelt, mal sehen, ob es dicht hält. Morgen sind es noch ca 60 km bis Vaasa, wo ich dann mal wieder einen Ruhetag einlegen will.
Unterwegs treffe ich ein Reiseradler-Pärchen, natürlich aus D. Wie alle anderen bisher getroffenen Reiseradler auch, sind die allerdings in die falsche Richtung unterwegs, d.h. nicht in meine. Sie empfehlen mir den kleinen Campinglatz in Harrström, wo ich jetzt bin. Die ganze Strecke bis Vaasa ist mir zu weit und unterwegs gibt es keine weitere Möglichkeit. Außerdem regnet es jetzt, wenn auch nicht stark, und so verkrieche ich mich ins Zelt.
Mittagspause auf dem Sportplatz in Töjby.
Für heute sind 0 Sonnenstunden und 80% Regenwahrscheinlichkeit vorhergesagt, der Regen soll aber erst am Nachmittag losgehen. Bis dahin will ich noch ein paar km schaffen, denn am Sonntag will ich in Vaasa ankommen. Nach ca 20km ist Kristiinankaupunki (Kristinestad) erreicht, Soll eine ganz nette Stadt sein, ist aber heute tot - alles hat geschlossen!

23 June 2017

Heute ist Midsommer-Abend, eigentlich der wichtigste Tag in diesem Land. Meine "Gasteltern" erklärten mir, wie das üblicherweise abläuft: jeder Finne hat ja so sein Ferienhäuschen irgendwo im Wald. Dort trifft man sich dann mit Freunden zum grillen (klar) und dem ein oder anderen Glas Alkohol. Sie sind auch gerade weg zu den Nachbarn. Es wird also eher Inhouse gefeiert und keine großen öffentlichen Veranstaltungen. Die Vorbereitungen konnte ich heute unterwegs sehen: bei vielen Häusern im Wald wurde Rasen gemäht, Tisch eingedeckt usw. Morgen, so befürchte ich, werden allerdings alle Geschäfte zu haben.
Nach 96 km sehe ich ein Schild "Nordmans Bed & Breakfast" und übernachte jetzt in der alten Grosselternwohbung (Fotos und Hochzeitsurkunde hängen noch an den Wänden). Herrlich, ich kann Klamotten waschen und kochen!
Super geschlafen in meinem Cottage. Der Nachbar sitzt splitterfasernackt vor seiner Hütte und raucht erst mal (nein, die Hütte hat auch keine Sauna). Frühstück im Platzrestaurant, dann ein herrlicher Start über Inseln. Auch Finnland hat ein bisschen Schären... Es folgt ein kleiner Wildnisabschnitt auf einsamen Waldwegen am Fluss entlang und ein sehr schöner Picknickplatz.
PUBSI (Pothis Ungefilterte Beobachtungen in SuomI - auf so etwas kommt man nur, wenn man den ganzen Tag radelt): Der Finne an sich ist tagsüber so gut drauf wie ich vor dem ersten Frühstückskaffee. Meine freundlichen Begrüßungen vorbeikommender Einheimischer habe ich mangels Erwiederung bereits eingestellt. ABER abends, wenn das Grillfeuer angezündet ist und die ersten Würstchen ihren Duft verströmen, dann kommt der Finne aus sich raus, dann wird er Kumpel, dann grüßt er sogar! Grillen ist DAS Ding der Finnen. Auf dem letzten Campingplatz gab es alle 50-100 m einen Grillplatz und abends brannten überall die Feuer. Die Supermärkte sind voll mit Grillgut. Die Aländer waren etwas anders: sie stehen tiefenentspannt auf, grüßen freundlich, und gehen abends genauso entspannt ins Bett. Eigentlich müsste ich von den Aländerinnen sprechen, denn die schmeißen den Laden, die Männer sind auf See.

22 June 2017

Es gibt auch einige einfach verständliche Worte im finnischen: Hotelli, Posti, Kioski und Grilli. Damit kommt man schon recht weit...
Jetzt bin ich in Yyteri NW von Pori. Das ist der Badestrand von Pori: Sanddünen und herrlicher Sandstrand. Die Hauptsaison hat hier sozusehen noch nicht begonnen, es ist noch zu kühl. Ich bin auf dem Campingplatz direkt hinter den Dünen, habe mir aber heute eine Hütte gegönnt. Und lecker gegessen habe ich auch - keine Pizza!
Hier mal ein paar Bilder von unterwegs. Wie man sieht bin ich nicht nur auf Schnellstraßen unterwegs.
Raumas Altstadt ist der größte zusammenhängende Holzhauskomplex der Nordischen Länder. Nach dem Zeltabbau und Frühstück musste ich mir das noch ansehen. Danach habe ich ca 1 Stunde verloren bei der Suche nach einem Fahrradläden. Trotz ausgiebiger Befragung der Einheimischen gab ich schließlich auf und fuhr weiter.

21 June 2017

Rauma ist erreicht. Weltkulturerbe, d.h. die Unterkünfte sind teuer. Ich gehe auf den Zeltplatz, muss aber morgen früh gleich wieder runter, denn ab morgen findet direkt nebenan ein 4tägiges Musikfestival statt und 2500 Leute wollen dann hier ihr Zelt aufbauen. Heute ist noch ruhig bis auf den Soundcheck. Den Ort werde ich mir dann morgen früh ansehen. Die Fahrt heute war schwierig. Der Gegenwind zwang mich stellenweise bis in den 5. Gang runter und ich Schlich dann mit unter 10 km/h gegenan. Die Straße war auch recht stark befahren (100 Autos pro Stunde haben mich überholt. Hab ich gezählt, hab ja während der Fahrt sonst nichts zu tun. Wenn man von Aland kommt ist das sehr viel!). Erst nach 50 km würde es ruhiger. Und ich muss jetzt wieder alleine klarkommen: keine Sprüche mehr, Bier alleine trinken... Es war eine schöne Zeit mit seiner Begleitung!
Zwei Bilder aus Uusikaupunki. Hier hält es mich nicht, ist auch noch zu früh. Aber die nächste Übernachtungsmöglichkeit gibt es erst in Rauma.
Der Tag fängt schlecht an: der erste Supermarkt in Finnland hat keinen frischen Kaffee. Losradeln ohne Koffeinschub... Nach 6 km bekomme ich aber an einer Tankstelle mein Morgendoping. Um Punkt 10 Uhr trennen sich unsere Wege: Axel fährt nach Turku und ich nach Norden. Dichte Wolken, Wind von vorne, frische 12 Grad und noch einen weiten Weg vor mir. Aber es gibt auch positives: die Richtung stimmt jetzt wieder, es soll heute trocken bleiben und wenn man will kann man blauen Himmel zwischen den Wolken erkennen. Auf gehts!

20 June 2017

Nach dem langen Schwenk in östlicher Richtung geht es für mich ab morgen endlich wieder schwerpunktmäßig nach Norden. Ich habe aber immerhin schon den 60. Breitengrad überschritten und bin damit bereits nördlicher als die Südspitze Grönlands. 5 Breitengrade habe ich schon geschafft!
Und, wie waren jetzt die Alandinseln? Die Leute sind sehr entspannt. Man radelt auf breiten Straßen mit relativ wenig Verkehr. Besonders schön ist es am Wasser über die kleinen Inseln. Aber hat man eine Insel gesehen, kennt man alle - es gibt noch weniger landschaftliche Abwechslung als in Schweden. Am schönsten war unsere Übernachtung auf dem Campingplatz auf Värdö (Abendstimmung-Bild). Hier eine Woche bleiben und mit Seekajaks zwischen den Inseln rumpaddeln, das ist die eigentliche Art Urlaub auf Aland.
Kartenmarkierung Kustavi
Kartenmarkierung Ava
Kartenmarkierung Torsholma
In der Nacht hatte es geregnet und am Vormittag war es noch sehr bedeckt und windig. Unsere Fähre ging erst um 14 Uhr und bis dahin hatte ich ca 200 Seiten gelesen. Kurze Fährfahrt, dann 23 km über Brändö zur nächste Fähre. Das geht über 12 kleinere Inseln die durch Brücken und Dämme miteinander verbunden sind und ist sehr schön,da auch die Sonne rauskommt. Der Wind kommt aber stark von vorne so dass wir gut durchgepustet werden. Mit der nächsten Fähre verlassen wir dann Aland und kommen im eigentlichen Finnland an. Nochmal 10 km radeln und wieder eine Fähre dann erreichen wir Kustavi, wo Axel eine Unterkunft über AirBnB gebucht hat. Der dazugehörige Pub hat eigentlich schon geschlossen aber wir bekommen noch ein sehr leckeres Fisch-Kartoffel-Gericht gezaubert! Ein kurzer Gang durch das Dorf führt zur Erkenntnis dass es im Zimmer spannender und wärmer ist.

19 June 2017

Heute mit Fähre nach Lappo gefahren. Dauert 2 Stunden mit zwei Zwischenhalten auf Enklinge und Kumlinge. Hier noch mal richtig ausruhen, bevor es übermorgen für mich wieder ernst wird. Das einzige Restaurant bietet nicht so sehr überzeugendes, also kaufen wir im einzigen Laden ein und bereiten in der großzügigen Küche unserer Wohnung ein leckeres Essen. Ich komme endlich mal in meinem Buch weiter. Das Wetter ist wieder super, fast schon zu warm.

18 June 2017

Abendstimmung.
Herrliche Radtour von Mariehamn bis auf die Insel Vardö. Sind bei Sandosunds Camping (www.sandosund.com) und genießen die Ruhe. Aland ist sehr entspannt aber auch nicht unbedingt brettflach. Sehr schönes Wetter heute, man gewöhnt sich langsam daran. Abendessen in netten kleinen Café mit geräuchertem Lachs, Kartoffeln und selbstgebackenem Malzbrot mit Käse. Das alles im Garten umgeben von Hühnern, Enten, Katzen, Hunden und Schafen. Morgen gehts mit der Fähre auf die 8km2 große und mit 34 Einwohnern dicht besiedelte Insel Lappo.

17 June 2017

Kurze Tour zur Südspitze der Halbinsel, auf der Mariehamn liegt Aländische Pfanbkuchen mit Marmelade und Sahneklecks. Sehr lecker!
Überfahrt zu den Alandinseln, bestes Wetter. Herrliche Fahrt durch die Schären. Überqueren einer Zeitzone, hier gilt jetzt osteuropäische Zeit.

16 June 2017

Kleiner Rückblick auf Schweden nach 900 km und 6500 Höhenmetern, ganz subjektiv. Radeln: anstrengend, zumindest diese Strecke. Essen: Pizza, Burger, Pommes, sehr viel Mayonnaise. Käse ist langweilig oder in der Tube. Viel Kuchen und süßes. Fisch muss man selber angeln oder aus der Tiefkühltruhe kaufen. Kaffee immer und überall, und fast immer mit kostenlosem Refill. Bier-Angebot besser als erwartet, leckere Craft-Biere. Viele english-style Pubs Leute: freundlich, viele junge Leute, englisch kein Problem, noch mehr tätowierte als in D. Autos: mehr kleinere Wagen als in D, aber auch viel alte amerikanische Schlitten. Landschaft: Seen, Wälder, ab und an ein Haus. Viele große Findlinge überall auf den Wiesen oder gleich Felslandschaft. Noch kein Elch gesehen!
Die letzte Etappe in Schweden, noch mal schön mit auf und ab, aber diesmal mit gutem Wetter. Kapellskär ist erreicht, der große Fährhafen für drei Fährlinien nach Finnland und Estland. Wir sind in einem kleinen "Cottage" auf dem Zeltplatz untergekommen, waren vorhin noch am Fährterminal und haben die Überfahrt gebucht und jetzt gerade lecker gekocht (Nudeln mit Pesto). Morgen früh um 9 Uhr geht die Fähre nach Mariehamn auf den Alandinseln.

15 June 2017

Kurz nachdem wir Vaxholmen verlassen hatten fing es wieder an zu regnen und hörte auch erst kurz vorm Ziel wieder auf. In Akersberga haben wir ein Zimmer in einem B&B bekommen. Im Ort genossen wir dann das leckerste Essen, was wir in Schweden bekommen hatten. Axel macht nach unseren Pub-Ausflügen in Stockholm heute einen Leber-Schontag, ich muss diesen auf später verschieben denn das lokal gebraute Pale Ale muss probiert werden!
Vaxholmen, Zentrum des Schären-Fährverkehrs und sehenswerter Ort.
Endlich wieder Radeln! Bei strahlender Sonne finden wir dank vorgeplanter GPS-Strecke ohne Problem den Weg ins Zentrum. Um 12 Uhr gehts dann mit dem Fährschiff nach Vaxholmen um zumindest ein bisschen von den Schären mitzubekommen.

14 June 2017

Stockholm, 2. "Pausen"tag. Die Füße sind platt, wir sind so viel herumgelaufen. Aber es war auch super Wetter heute. Zwischendurch wieder zurück und ausruhen, dann abends noch einmal in die Innenstadt zur "blauen Stunde" und dem Abschlussbierchen. Morgen gehts weiter.

13 June 2017

Stockholm. Die Sonne ist etwas unterrepräsentiert und lässt sich erst am Nachmittag sehen. Der Regen und die Kälte nerven, also erst mal ins Vasa-Museum. Wow! Ein super spannendes Museum zum 1628 auf der Jungfernfahrt nach 1320 Metern gesunkenen Stolz der schwedischen Kriegsmarine, das nach 300 Jahren als Ganzes geborgen und konserviert wurde. Sehr beeindruckend! Und als ich aus dem Museum wieder rauskam schien die Sonne. Das letzte Bild zeigt die Fassbierkarte vom Pub.

12 June 2017

Der erste Meilenstein ist erreicht! Nach knapp 800 km und über 5600 Höhenmetern sind wir in Stockholm angekommen. Wir kommen bei einem Freund von Axel in Huddinge unter, dem Axel zur Einstimmung schon deutsches Bier (auch Luhebräu) mitgebracht hatte. Wir waren heute zu viert unterwegs: mit Kristine und Hans aus dem Saarland, die wir gestern Abend in Trosa im Pub kennengelernt haben. Das war sehr nett. Nach dem Regenguss heute morgen konnten wir um 9 los und bis kurz vor Stockholm blieb es auch trocken. Jetzt stehen erst mal zwei Ruhetage auf dem Programm um Stockholm zu entdecken.

11 June 2017

Angekommen in Trosa, ein süßes Städtchen. Das Vandrarhem liegt direkt am Hafen und heute gibts mal selbstgekochtes: Fettucine mit Pesto und Rucola-Salat mit Tomaten & Feta. Lecker. Jetzt schaun mer mal, was die Pubs noch für flüssigen Nachtisch bieten...
Ein kleiner Umweg zu Nynäs Slot mit Kaffee und Kuchen in der Orangerie und anschließender Fährt über die zugehörigen Latifundien am Wasser entlang. Herrliches Radelwetter, trocken und bis zu 22 Grad!
Schweden, sonntags, 8:30 Uhr: ganz Schweden ist geschlossen! Ganz Schweden? Nein! Eine kleine Schar unbeugsamer Supermärkte trotzt tapfer dem Trend um auch einsamen Reiseradlern einen Kalorienreichen Tagesstart zu ermöglichen!

10 June 2017

Heute endlich mal wieder ohne Regen geradelt, am Vormittag war es mit 21 Grad sogar angenehm warm! Nach ca 7 km war das Ende des Götakanals in Mem erreicht und es ging wieder los mit kräftigem auf und ab. Eine kurze Fährfahrt bringt uns über den Norrköping-Fjord und in Nävekvärn gibts eine schöne Mittagspause am Hafen. Jetzt sind wir in Nyköping im "Vandrarhem", einem alten Haus von 1764. Hier war vorhin "Cruising", d.h. sehr schräge Typen fahren mit noch schrägeren amerikanischen Karossen unter großem Lärm und Gestank mehrmals durch die Innenstadt im Kreis. Die Fotos dazu sind leider alle auf der anderen Kamera. Es kommt nicht auf gepflegt und gut erhalten an, sondern auf schräg und laut. Und noch spannender als die Wagen selbst waren oft auch die Insassen. Wir sind jetzt zurück in der JH und müssen das noch verarbeiten.

9 June 2017

Und jetzt auch mit dem richtigen GPS-Punkt auf der Karte.
Morgens um halb 9 als wir losfahren regnet es und das hält auch bis zum Mittag an. Nach ca 20 km erreichen wir den Göta-Kanal mit seinen vielen Schleuse, an dem es dann entlang geht. Das Ziel nach schon 50 km ist Söderköping mit seiner Jugendherberge (das rote Haus auf dem Foto). Der Ort ist der bislang schönste auf dieser Tour, sehr gemütlich. Und den einzigen Brewing-Pub im Ort haben wir auch gleich gefunden und uns zu Stammgästen entwickelt. So findet der entspannte Tag mit einem 8,5%-Chimay Triple Trappistenbier seinen würdigen Ausklang.

8 June 2017

Skal!
Die ersten 20 km hatte ich noch geschafft bevor der Regen anfing. Aber es ist geschafft: zuerst Linköping erreicht und dann ca 5 km dahinter Axel in der von ihm gebuchten Unterkunft getroffen. Jetzt ruhen wir uns erstmal aus und lassen die Sachen etwas trocknen. Später noch zu "Europizza" was essen, ist das einzige was es hier gibt. Die nächsten ca 12 Tage werden wir dann zu zweit unterwegs sein. Ein Nachtrag noch zu gestern: beim Radeln durch den Wald habe ich einen Dachs gesehen, der ca 5m vor mir in aller Ruhe die Straße überquerte.

7 June 2017

Apropos: Essen in Schweden: In den kleineren Orten gibt es wenn überhaupt etwas, dann eine "Pizzeria". Dort gibt es dann Pizza, Pasta und Kebap. Also die Sorte "ich kann alles (aber nichts richtig)" - halte ich nicht viel von. Die Pizza dort hat mit einer von einem echten Italiener auch nichts zu tun. Echte Restaurants muss man suchen und echte schwedische Küche gibts wohl nur in besseren Hotel. Cafés bieten manchmal Sandwiches. Die sind aber oft mit so dermaßen viel Mayonnaise-Sauce belegt, dass es selbst mir zu viel ist. Supermärkte bieten zwar auch Gemüse, das ist aber sehr teuer und spielt im käuflich zu erwerbendem Essen dann auch eine eher untergeordnete Rolle.
Der Tag fängt mit Dauerregen an, der auch zur vom Regenradar vorhergesagten Zeit noch nicht aufhören will. Ok, also heute Test der Regenausstattung. So ganz komme ich mit den modernen Kunstfasern noch nicht klar. Die hochmoderne (und teure) Regenjacke lässt zwar kein Wasser und Wind durch, aber als ich nach 23 km in Vimmerby ankomme, bin ich darunter auch nassgeschwitzt. Nach langem Suchen finde ich etwas warmes zu essen: ein Thai-Restaurant mit Mittagsbuffet auch mit "Husmanskost"! Und wirklich: echte Kartoffeln und eine Art Hackbraten sowie ein kleines Salatbuffet. Das ist schon mal was! Gestärkt gehts dann weiter bei vielen Wolken aber überwiegend trocken. In Rimforsa wollte ich dann in die JH, die war aber zu. Bleibt das Luxus-Hotel in dem es immerhin auch ein schottisches Bier gibt. Mein Hintern sagt mir, es reicht für heute und ich soll das nehmen. Es waren wieder 93 km und 890 Höhenmeter.

6 June 2017

So, das war mal der Härtetest für längere Etappen: über 8 Stunden im Sattel, 121 km und 1122 Höhenmeter. Das schöne Wetter heute wollte ich ausnutzen, die folgenden Tage sollen wohl wieder etwas schlechter werden. Die Strecke war herrlich aber das auf- und ab auch recht anstrengend. 50 Höhenmeter bergab sind schnell vorbei, das wieder hochzustrampeln zieht sich. Da hilft nur der MP3-Player mit der richtigen Musik auf den Ohren. Die Strecke war aber wunderschön, nur Wald und Seen. Zwei Orte dazwischen, aber wegen Nationalfeiertag alles geschlossen. Ich bin jetzt in Lönneberga angekommen und habe ein Zimmer in der Jugendherberge bekommen. Zu Essen gibts nichts mehr, ein Bier muss reichen.

5 June 2017

So, jetzt sitzt der Ortsmarker auch richtig. Das erste Bild zeigte übrigens meine letzte Unterkunft.
Angekommen in Växjö nach herrlicher Fahrt durch die Seenlandschaft. Växjö selber ist auch eingerahmt von Wäldern und Seen. Das Wetter hat heute auch wieder mitgespielt mit Sonnenschein und 16-18 Grad. Morgen ist schwedischer Nationalfeiertag.

4 June 2017

Heute war es bedeckt, nur 15 Grad und ab Mittag Regen. Außerdem gabs fast doppelt so viele Höhenmeter zu erklimmen wie gestern. Die Strecke führte durch Wald und an Seen entlang, sehr schön aber auch einsam. Ein Kranich-Pärchen futterte nur ca 30 m von der Straße entfernt und ließ sich auch von mir nicht stören (die Fotos sind aber auf der anderen Kamera). In Ryd treffe ich vier andere Reiseradler, alle aus D, und wir gehen gemeinsam Pizza essen. Eigentlich wollte ich in Ryd auf den Zeltplatz aber bei dem Regen gönne ich mir dann doch das B&B. Es ist recht teuer, aber ich habe ein ganzes Häuschen nur für mich! Morgen soll es schon wieder trocken sein und etwas wärmer. Schaun mer mal.

3 June 2017

Kristianstad ist erreicht, von den 68 km waren 21 km auf einer stillgelegten Eisenbahntrasse. Viel weite Natur, kaum Ortschaften, immer wieder Einzelgehöfte. Kristianstad gefällt mir sehr gut, gemütliche Innenstadt, schöner Park und viel Wasser und richtig breite Radwege. Ich sitze in einem Biergarten auf einem kleinen Platz, genieße die letzten Sonnenstrahlen und kann Leute gucken.Das Radeln bringt sehr viel Spaß. Das Rad schnurrt wie ne eins, die 26 kg Gepäck merke ich kaum. Mit dem GPS-Gerät klappt alles bestens, Karte + Tracks sind da und ich kann dem ganz entspannt folgen. Die Temperaturen ändern sich tagsüber um bis zu 5-8 Grad und man wechselt zwischen Kurzärmlig und Langärmelig hin und her. Habe mein Gepäck jetzt umgepackt so dass ich schneller an die wichtigen Sachen rankomme. Untergekommen bin ich wieder in einem B&B im Zentrum, unten ist ein Pub im Haus...
Satte 10 Stunden geschlafen, sehr leckeres Frühstück. Die Sonne scheint, 21 Grad, und nach 23 km dieses hübsche Café mitten im Grünen. Geht doch gut los!

2 June 2017

Die Fahrt bis Ystad war hervorragend auf schönen Nebenwegen immer in Sichtweite der Ostsee und bei strahlendem Sonnenschein. Temperatur bis zu 28 Grad. Ystad selber ist ganz nett, bin aber nach Mittagessen und Bunmel durch die Innenstadt (was soll das? Ich kann sowieso nichts mitnehmen!) noch weiter gefahren. Es hatte sich wieder deutlich abgekühlt, Wolken zogen auf und das erste Stück aus der Stadt raus führte entlang einer vielbefahrenen Straße. Dann bog ich ab ins Inland, es wurde ruhiger, dafür gehts mehr auf und ab (mit zum Teil ziemlich kräftigem auf). Jetzt bin ich der einzige Gast in einem B&B bei Tomelilla. Das angeschlossene Café hat noch nicht auf, gut dass ich mir unterwegs noch etwas zu essen eingekauft hatte. Ein Bier konnte man mir aber geben: ein Bier aus der Region mit für schwedische Verhältnisse sagenhaften 5%. Kann man trinken.
Smygehuk. Der südlichste Punkt von Schweden: 55:20,310 nördlicher Breite. Das Nordkap liegt auf 71:10,210 nördlicher Breite. Sind also nur knapp 16 Breitengrade, halb so wild...
Trelleborg. Morgens. Sonne. Die Frisur sitzt. Es kann losgehen.

1 June 2017

PROLOG Bei einer Gulaschsuppe und einem Bier sitze ich in der Panoramabar an Bord der Peter Pan, die gerade in Travemünde ablegt. Die ca 20 km vom Lübeck HBF bis zum Fähranleger hab ich genutzt um mich etwas einzuradeln. Das tat auch ganz gut um von der Aufregung etwas runterzukommen. Hier noch das offizielle Startfoto, das Monika zum Abschied gemacht hat (schnief)!

27 May 2017

Sachen sind gepackt und passt auch alles gut aufs Rad. Sind inklusive der Fahrradschlösser ca 26 kg, die mitbewegt werden müssen. Eigentlich könnte es jetzt losgehen...

22 May 2017

Bald ist es soweit: am 1.6. abends um 22 Uhr gehts mit der Fähre ab Travemünde nach Trelleborg. Von dort sind es dann nur noch bummelig 3000 km bis zum Nordkap. Die geplanten Stationen mit ungefährem Datum: Stockholm (SE, 13./14.6.,ca. 770 km) Mariehamn auf Aland (18.6., ca. 190 km) Vaasa (FI, 26.6., ca. 540 km ) Oulu (FI, 2.7., ca. 440 km ) Rovaniemi (FI, 6.7., ca. 250 km) Inari (FI, 11.7., ca. 350 km) Nordkap (NO, 18.7., ca. 380 km)