Germany, Canada · 6 Days · 5 Moments · September 2017

Eine Reise zu meiner zweiten Familie


3 October 2017

Von der Sonne geweckt konnten wir nun endlich erkennen, wo wir am Abend zuvor gelandet waren. Ein wunderschöner Campground ganz für uns allein. Unser heutiger Tag führte uns nach Frank Slide, bekannt als Kanadas tödlichste Rockies. Hier kam es 1903 zu einem Erdrutsch bei dem eine ganze Stadt unter Millionen Tonnen Gestein begraben wurde. In dem Museum vor Ort kann man die Geschichte hautnah nacherleben. Für wenig Geld wird ein bleibender Eindruck hinterlassen durch Geschichten, die so besonders sind, dass sie unglaublich wirken. Nachdem wir gute drei Stunden in Frank Slides Museum verbracht haben, fuhren wir nach Blairmore. Hier wollten wir für die heutige Nacht bleiben. Da es nach wie vor sehr kalt und verschneit ist, waren wir wieder auf Wasser und Strom von außerhalb angewiesen und Wildcampen kam leider nicht in Frage. Und dennoch war es ein sehr gelungener und eindrucksvoller Tag.

2 October 2017

Als wir am Morgen in Banff aufwachten, trauten wir unseren Augen nicht als wir vor dem Fenster Schneeflocken sahen. Im Laufe des Tages sollten wir noch sehr viele davon sehen und unsere Euphorie sollte sich schnell legen. Denn nachdem wir Banff National Park Richtung Süden verlassen hatten,verwandelten sich die vereinzelten Schneeflocken schnell in einen Schneesturm. In der Hoffnung, dass das Wetter bald besser werden würde fuhren wir immer weiter südlich. Wir passierten etliche geschlossene Campgrounds. Langsam machten wir uns sorgen, denn in diesem Wetter waren wir auf Strom für die Nacht angewiesen. Nachdem wir den ganzen Tag gefahren sind fanden wir in der Nähe von Pincher Creek einen Campground. Hier waren wir zwar ganz allein, aber Strom gab es trotzdem. Um unsere Laune zu bessern beschlossen wir kurzfristig einen Schneemann zu bauen. Das erregte sofort Aufsehen. Die Einheimischen, kamen sofort und machten ein Bild mit den Worten: „We don‘t see that often here. Awesom!“

1 October 2017

Nach unserer ersten Nacht im Wohnmobil, welche zwischenzeitlich vom Heulen der Coyoten neben unserem Auto unterbrochen wurde, ging es weiter Richtung Westen. Das Ziel war das Touristenstädtchen Banff in den Rocky Mountains. Eine schöne kleine Stadt mit einer Vielzahl von Touriläden umgeben von traumhafter Natur erwartete uns. Unseren Stellplatz für die Nacht fanden wir mit dem Tunnel Mountain Campground. (Sehr zu empfehlen) Der Campingplatz auf dem Berg bietet eine Traumhafte Aussicht und ist nicht zu weit vom Zentrum entfernt. Hier hatten wir eine etwas kalte, aber dennoch erholsame Nacht.

30 September 2017

Nachdem wir heil in Calgary gelandet sind und eine Nacht in einem Hotel verbracht haben, ging das Abenteuer richtig los. Wir haben unser Wohnmobil bei Fraserway in Calgary abgeholt und sind direkt Richtung Westen gestartet. Unsere erste Nacht im fahrbaren Eigenheim haben wir sehr gut überstanden. Wir haben uns zum Wildcampen entschieden und sind durch Zufall an einer sehr historischen Stelle Albertas angekommen. Hier siedelte sich im 19. Jahrhundert ein Missionar an, welcher eine Ortschaft gründete und friedlich im Einklang mit Natur und Natives lebte. Dieser Ort war ein wunderschönes Fleckchen Erde und man konnte die Geschichte des Ortes fast schon fühlen.

28 September 2017

Vor zwei Jahren ging mein absoluter Traum in Erfüllung. Dank einem Programm des Kultusministeriums Sachsen in Zusammenarbeit mit Experiment e.V. hatte ich die Möglichkeit nach Kanada zu reisen. Um genau zu sein, war ich in Lethbridge, Alberta, im westlichen Teil Kanadas. Dort lebte ich für knapp 5 Wochen mit einer einheimischen Familie zusammen und ging zur HighSchool. In dieser Zeit schloss ich Unmengen an Freundschaften, fand eine zweite, unglaublich herzliche und liebevolle Familie und verlor mein Herz in einem der schönsten Länder der Welt. Jetzt, zwei Jahre später, bin ich wieder auf dem Weg nach Alberta um meine Familie und Freunde noch einmal wieder zu treffen. Ich kann es garnicht erwarten wieder in diesem wunderschönen Land zu sein!!!