Germany, Italy · 8 Days · 60 Moments · August 2017

Unser Abenteuer in Sizilien, Italien


12 August 2017

Ab nach Hause mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Abschiede sind scheiße, egal wie oft man sie bereits hinter sich gebracht hat im Laufe der Jahre. Man weiß schließlich nie, ob sie für immer sind.

11 August 2017

Nach dem Essen machten wir noch eine kleine Runde Familienfotos und es war wirklich wunderbar, dass bis auf die Mietwagenmisere alles gut geklappt hat und wir eine tolle Zeit hier verbringen durften.
Der Tag bestand eigentlich nur aus Essen, aber dagegen verwehren wir uns natürlich auch nicht. Mittags gab es Lasagne, Fleisch und Salat und am Abend bestellten wir Pizza. Eigentlich wollte Christoph die gesamte Familie zum Essen einladen als kleines Dankeschön für die herzliche Aufnahme in die Familie und die Gastfreundschaft. Da Nonno und Nonna sonst aber nicht hätten mitkommen können, haben wir uns kurzerhand für ein Essen mit allen zusammen entschieden. Es war ein schöner Abend mit allen gemeinsam.
65 Jahre zusammen, davon fast 63 verheiratet und immer noch ziehen Nonna und Nonno heimlich ihre Eheringe an, die inzwischen etwas zu klein geworden sind. Zia Pina muss sie dann regelmäßig mit Hilfe von Spülmittel wieder von den Fingern bekommen. 65 Jahre Liebe.
Heute gab es nach dem Besuch auf dem Markt ein traditionell sizilianisches Frühstück mit Brioche und Mandelgranita für Christoph. Matteo hat direkt die Segel gestrichen und ich habe mir eines mit Zitrone gegönnt. Seinem Gesicht nach zu urteilen fand er es zunächst etwas befremdlich, "Brötchen mit Eis" zu essen. Dafür hat er sich heute ganz alleine auf Italienisch einen Espresso und ein Mineralwasser mit Sprudel bestellt.
Pünktlich um 8.45 Uhr sind wir heute früh nach dem Frühstück zum Mercato aufgebrochen. Bereits zu dieser Uhrzeit ist dort alles rappelvoll, ein Hauch von Schweiß und billigem Parfüm liegt in der Luft. Gefunden haben wir auch nicht wirklich etwas. Aber Christoph hat ein paar Eindrücke sammeln können: Fisch ungekühlt in der prallen Sonne, gebrannte Musik und Filme mit selbst gedruckten Covern und Polizisten, die gemütlich an gefälschten Markenartikeln vorbei schlendern.

10 August 2017

Nach unserem Ausflug mit Zia Graziella haben wir noch kurz beim Schutzpatron der Stadt, Padre Pio, angehalten.
Die alte Brücke ist vor allem bei Wanderungen am 1. Mai sehr beliebt. Ich habe sie erst vor zwei Jahren gezeigt bekommen und mag sie als Ausflugspunkt sehr gerne.
Die Ponte sei Saraceni waren heute leider fast gänzlich ohne Wasser, so dass wir uns den kompletten Wanderweg gespart haben. Matteo und Christoph waren sogar ganz unten im Flussbett.
Heute Morgen haben wir vor dem Check-Out noch im Hotel gefrühstückt und sind dann nochmal kurz nach Taormina hoch gefahren, weil wir ein paar Souvenirs vergessen hatten. Für den Rückweg haben wir die andere Seite des Etna gewählt, so dass wir ihn einmal umrundet haben. In Linguaglossa haben wir um die Mittagszeit einen kleinen Stop eingelegt, um eine Kleinigkeit zu futtern und etwas zu trinken. Danach ging es über eine ziemlich kurvenreiche Strecke zurück.

9 August 2017

Matteo wollte später unbedingt noch eine Runde schwimmen, danach ging es ins Hotel, wo wir den Abend bei einem Gläschen Wein haben ausklingen lassen.
Adesso Tu nato ai bordi di periferia dove i tram non vanno avanti più dove l'aria è popolare è più facile sognare che guardare in faccia la realtà... quanta gente giovane va via a cercare più di quel che ha forse perché i pugni presi a nessuno li ha mai resi e dentro fanno male ancor di più ed ho imparato che nella vita nessuno mai ci da di più ma quanto fiato quanta salita andare avanti senza voltarsi mai... e ci sei adesso tu a dare un senso ai giorni miei va tutto bene dal momento che ci sei adesso tu ma non dimentico tutti gli amici miei che sono ancora là... e ci si trova sempre più soli a questa età non sai... non sai ma quante corse ma quanti voli andare avanti senz'arrivare mai... e ci sei adesso tu al centro dei pensieri miei...
Was hätte ich Bammel, dort runter zu schauen. Die beiden Männer hatten immerhin Spaß.
In Castelmola war der Aufstieg ab einem bestimmten Punkt nur noch über Treppen möglich. Unsere Miniatur-Sporteinheit des Tages. Dafür wurden wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt.
In der Bar Turrisi mussten wir einfach Halt machen. Phallussymbole sind hier DAS Thema und das bereits seit 70 Jahren. Sollte man rein aus Spaß mal besucht haben. Christoph hat aufgrund der etwas kleinen Portionen gleich zwei Mal gegessen.
Nach einem kleinen Zwischenstopp im Hotel haben wir uns auf den Weg ins 700 Meter über dem Meeresspiegel liegende Castelmola gemacht.
Der Ausblick von Giardini Naxos (auch das Nizza und Monaco von Sizilien genannt) ist einfach fantastisch.
Matteo hat noch kurz Kapitän spielen dürfen, dann waren wir auch schon fast da. Als wir wieder wohlbehalten an Land waren, sind wir noch etwas an der Küste entlang spaziert.
Bei unserer kleinen Pause gab es Obst und Erfrischungsgetränke, danach ging es ganz entspannt zurück nach Giardini Naxos.
Auf der Tour zurück legten wir kurz vor der anderen Seite vor Isola Bella an, um uns erfrischen zu können. Matteo und Christoph, die beiden Wasserratten, waren sofort im Wasser. Ich hingegen hatte etwas Schiss und bin somit an Board geblieben. Dafür konnte ich dann Fotos machen (damit wir auch ja genügend haben).
Als nächstes kamen wir am Elefantenfelsen vorbei, der in der Nähe der Bucht des Hotels "Atlantis Bay" liegt (und mit knapp 600 € pro Nacht zu Buche schlägt). In diesem Hotel ist jedes Zimmer ganz individuell gestaltet, so dass keines dem anderen gleicht.
Ich kann mich kaum entscheiden, einige wenige Bilder auszuwählen, die es wert wären zu zeigen, denn eigentlich sind sie alle toll. Vorbei kam wir auf unserer Tour auch am Schildkrötenfelsen, der ein bisschen an die alte Morla aus "Die unendliche Geschichte" erinnert.
Als nächstes ging es zur Korallengrotte "Grotta Azzurra", die so überwältigend schön aussah, dass es einem fast die Sprache verschlagen hat. Man konnte im türkisblauen Wasser richtig gut die roten Korallen erkennen.
Die nächste Station war Isola Bella, einer der schönsten Punkte auf ganz Sizilien und seit einigen Jahren nicht mehr komplett in Privatbesitz sondern etwa zur Hälfte Naturschutzgebiet des WWF. Hier leben zahlreiche seltene Tierarten (unter anderem brüten hier bedrohte Vogelarten). Aussteigen war allerdings nicht vorgesehen. Das steht also auf dem Plan für einen unserer nächsten Besuche hier. Allein der Anblick vom Meer aus war allerdings schon wunderschön.
Auf unserer Bootstour mit dem Capitano Pippo führte unsere Route von der Landzunge bei Giardini Naxos zur Grotta dell'Amore (in diese Grotte der Liebe fällt nur an einem einzigen Tag Jahr im November Tageslicht), die versprechen soll, dass Verliebte immer verliebt ineinander bleiben. Weiter kamen wir am Hotel "Campo Taormina" vorbei, was einen traumhaften Blick auf die kleinen Badebuchten freigibt und einen privaten Strandabschnitt besitzt.
Nachdem wir heute Morgen zunächst den Bus nach Capo Schisò verpasst haben (Italiener sind chronisch zu spät. Außer wenn wir auf einen Bus warten, denn dann sind sie 10 Minuten zu früh und warten nichtmal bis zur regulären Abfahrtszeit.), sind wir mit dem Auto an der Küste entlang zum Abfahrtpunkt gefahren. Dort haben wir noch etwas getrunken und uns das bunte Treiben am Hafen angeschaut, bevor es los ging.
Um 7.45 Uhr aufstehen ist keine wirkliche Freude, aber wer Boot fahren will, muss leiden (oder so).

8 August 2017

Selbst am Abend war es noch sehr warm, der Ausblick dafür aber immer noch traumhaft.
Zu Abend gegessen haben wir im "Tropicana" bei leckeren Wein, Fisch, Fleisch und Pizza (für Matteo) und dabei einen tollen Mondaufgang am Strand erlebt.
Von der Aussichtsplattform ziemlich genau in der Stadtmitte von Taormina hat man einen wunderschönen Ausblick über die gesamte Küste. Eindeutig einer der schönsten Flecken der Insel.
Es gab Straßen, in die ich mit meinem Hintern und Christoph mit seinen Schultern nicht hätten passieren können. Einzig Matteo passt wunderbar überall durch.
Danach war weiterhin Stadt erkunden und etwas Sightseeing angesagt. Die kleinen Lädchen sind wirklich niedlich und alle direkt nebeneinander. Matteo hat dabei ein hübsches Poloshirt gefunden, was er sich als Andenken gekauft hat.
Gegenüber der Aussichtsplattform haben wir zu Mittag gegessen. Von den Preisen her war es verschmerzbar und geschmeckt hat es zum Glück auch.
Zeitweise dachte ich, ich fotografiere im Lauf des Tages nur noch Treppenaufgänge und enge Gässchen. Aber sie haben auch einfach die ganze Zeit gerufen: "Fotografier mich!"
In Taormina angekommen sind wir ausgestattet mit Tickets für den "Oppe onne-oppe offe Busse" (italienisch für Hop-on Hop-off Bus) bis zur Seilbahn Station gefahren. Von dort aus ging es direkt weiter 700 Meter in die Höhe bis rauf in die Stadt.
Nach knapp einer Stunde Fahrt sind wir in Taormina angekommen und konnten sogar schon direkt in unserem Hotel (Calipso in Mazzeo, nein, kein Schreibfehler) einchecken. Das Hotel ist wirklich süß, typisch sizilianisch und schön eingerichtet. Matteo hat zum ersten Mal sein eigenes Zimmer mit kleiner Terasse.
Zum Frühstück waren wir bei Zia Graziella. Es gab typisch sizilianisch Süßes, heute mit italienischer Creme gefüllt.

7 August 2017

Nach dem Essen saßen wir noch gemütlich beisammen und haben viel gelacht. Quintessenz des Abends von Nonna: "Zuerst kommt in Sizilien Amore, an zweiter Stelle Fußball." Da Nonno und Nonna inzwischen 62 Jahre verheiratet sind, scheint da was dran zu sein.
Unser Abendessen gestern bestand aus Salsiccia (bei dem Metzger gab es unter anderem auch Gehirn in der Auslage) und Crispelle Siciliane mit Sardellen oder Ricotta. Christoph probiert weiterhin alles tapfer durch.
Am Abend besuchten wir den neu eröffneten Einkaufsladen meiner besten Freundin aus Kindheitstagen. Wir verstehen uns auch nach der langen Zeit schon beim ersten Blick und wir haben uns beide so riesig gefreut uns wiederzusehen. Natürlich wollte ich auch von ihr wissen, was sie zu Christoph sagt (bisher hatte sie jedenfalls recht mit ihren Einschätzungen, egal ob von Angesicht zu Angesicht oder über Fotos). Als sie mich schließlich ernst anschaute und sich dieser Dialog ergab: "Respektiert er dich?" "Ja." "Ist er anständig und freundlich?" "Ja." "Macht er dich glücklich?" "Ja.", sah ich, dass ihr Tränen in den Augen standen und wir fielen uns in die Arme und sie flüsterte mir ins Ohr "Das ist der Richtige für dich." Dann haben wir erstmal zusammen eine Runde geheult und mir ist mal wieder bewusst geworden, wie sehr einen der eigene Alltag einfach Tag für Tag funktionieren lässt und wie die Zeit verrinnt.
Am Strand war es heute toll und wunderbar entspannend. Das Wasser hatte Badewassertemperatur, wir hatten bloß das Schaumbad vergessen. Trotz Lichtschutzfaktor 50+ haben wir allesamt Farbe abbekommen und zwar rote. Vielleicht lache ich Christoph beim nächsten Mal doch lieber erst dann aus, wenn ich verschont bleibe von einem Sonnenbrand. Matteo ist zwischendurch sogar eingeschlafen und war ganz tiefenentspannt.
Heute ist Entspannung pur angesagt am Strand von Catania, bezeichnenderweise am "La Cucaracha" Abschnitt, nur ohne singende Combo um uns herum.

6 August 2017

Zum Abschluss des Tages gab es noch richtig leckere Pizza. Gleich werden wir todmüde ins Bett fallen und sollte unser Auto uns morgen nicht wieder einen Strich durch die Rechnung machen wollen, werden wir nach Catania an den Strand fahren.
Wir und der Rest der Familie hatte eine Menge Spaß und haben gemeinsam alles erkundet.
Die wirken auch ohne große Worte.
Ich bin einfach nur glücklich, hier sein zu dürfen. Umgeben von meiner kleinen (und großen) Familie da, wo ich unter anderem die schönsten Kindheitserinnerungen gesammelt habe.
Die einzig logische Konsequenz aus dem angebrochenen Kacktag war es, in die Weinberge von Nonno zu fahren und pure Natur zu erleben. Christoph war begeistert, zumal er seinem eigenen Opa früher auch immer im Garten geholfen hat. Es war wunderschön, auf der linken Seite den Mond auf- und auf der rechten Seite die Sonne untergehen zu sehen.
6 Stunden und ein hässlicher Cactus Mietwagen später sind wir völlig entnervt zurück in Adrano. Das Wort Service kennt man hier offenbar maximal aus dem Wörterbuch. Außer Autobahnen und Steinen haben wir bisher leider nichts gesehen. Toller Start für einen ersten Urlaubstag.
Monte San Leo auf 1.195 Metern Höhe bei 43 Grad im Schatten im Nirgendwo Richtung Etna ist ein extrem toller Ort, um mit dem Auto liegen zu bleiben. Nicht. Wenigstens blüht der Ginster.
Typisch sizilianisches Frühstück. Christoph bekam trotzdem seine Brötchen mit herzhaftem Belag (Mortadella, Salami, Provolone). Um 9 Uhr wollten wir zum Etna starten. Gleich müsste es dann sogar nach italienischer Zeit losgehen. Was freue ich mich auf die Autofahrt mit Klimaanlage. Juhu!
In Biancavilla waren wir im Anschluss noch in der Bar Tuccio, um Arancini (Christoph's erster!) zu essen.

5 August 2017

Nach unserer Zwangspause durch die hohen Temperaturen bedingt, sind wir um 22.30 Uhr los, um nochmal einen Spaziergang durch die Innenstadt von Adrano zu machen und über die Piazza zu laufen.
Mein allererstes Auto hat Bekanntschaft mit Christoph gemacht. In Deutschland nach einer Strandung auf einer Verkehrsinsel nicht mehr fahrbereit, auf Sizilien noch weitere 18 Jahre gefahren bis jetzt.
La Famiglia (leider nicht ganz komplett) ❤️
Nachdem Christoph während der Fahrt vom Flughafen nach Adrano gefühlte 5 Herzattacken hatte, weil wir die einzigen waren, die sich an Verkehrsregeln gehalten haben, gab es erst einmal Essen und das nicht zu knapp. Erst Pasta mit Tomatensoße, dann Schweinefleisch in Butter, Weißwein-Zitronen-Olivenöl Sud, Früchte und zu guter Letzt Dolci und Caffè. Zwischen jedem Gang wurde ihm standesgemäß Vino angeboten und dann haben wir zumindest einen kleinen Probierschluck genommen. Ich habe mich so riesig über das Wiedersehen mit meiner Familie gefreut, dass ich mir die Freudentränen nicht verkneifen konnte und alle haben Christoph herzlich aufgenommen.
Gut gelandet, nun bei 41 Grad im Schatten die Mietwagenübernahme abwarten, dann geht es endlich weiter. Bitte bitte Auto, hab eine Klimaanlage!
Und ab geht's erstmal nach München.
Kaum am Flughafen eingetroffen ist Christoph ganz in seinem Element und macht uns den Erklär-Bär, was sehr interessant ist. Wenigstens sind keine Motorräder hier.
Endlich ist der lang ersehnte Urlaub in Reichweite! Bis jetzt soll unser Flug von Frankfurt nach München planmäßig losgehen. Zum Glück fliegen wir nicht mit Air Berlin.