Austria · 2 Days · 21 Moments · August 2008

Günther Busetti

Bergtour im Innergschlöß


14 August 2008

Ferienhaus Ruggenthaler Am Talboden in Gruben durften wir dann die Gastfreundschaft der Familie Ruggenthaler in Anspruch nehmen. Die Bescheidenheit und Offenheit dieser Menschen hat uns tief bewegt und wir haben Freundschaft geschlossen. Jedes Jahr zu Weihnachten bekommen wir eine Postkarte und können uns immer an die tolle Tour erinnern. Tipp: UNBEDINGT den Kaiserschmarren hier probieren! DANK an alle Teilnehmer zu dieser gelungenen Tour und viel Spaß mit meiner Travel Box bzw. auf deiner/eurer Reise!
Abstieg nach Gruben durchs Frosnitztal Einer unserer Tourmitglieder hatte am morgen ein extrem geschwollenes Knie - da hieß es schnell handeln. Die Wirtin verständigte die Bergrettung und ein Geländewagen machte sich von Gruben über das Frosnitztal auf den Weg nach oben. Es blieb uns aber trotzdem nicht erspart 300m abzusteigen. DANK nochmals an die Bergrettung die dieses Geländefahrzeug über scheinbar unmögliche Stellen bewegten und so unseren verletzten Kameraden sicher ins Tal brachten. Wehmut kam auf als wir durchs Frosnitztal hinab wanderten mit der Gewissheit, dass unsere Tour den letzten Tag erlebte. Hier hat sich nochmals die Schönheit dieses Landstriches vor uns ausgebreitet. Der Abstieg hat dann doch 5,30 Std. in Anspruch genommen. Tiere und Pflanzen wohin das Auge reicht! Wunderbar!
Sonnenaufgang nicht verpassen Gegen 4'00 oder 5'00 Uhr früh sollte man unbedingt einen Blick aus dem Fenster werfen! Meine Tochter hat die schönste Stimmung überhaupt eingefangen. Das Tal noch bedeckt vom Nebel und dahinter der unglaubliche Farbverlauf! So etwas kitschig schönes habe ich bei meinen vielen Touren nur noch am hohen Sonnblick erleben dürfen! Das nimmt man mit!! Dieser Sonnenaufgang war grandios!!

13 August 2008

Badener Hütte auf 2608m Die Badener Hütte wird bewirtschaftet von einer sehr netten Wirtin - werden gleich mit Begrüßungsschnaps empfangen ( kommt bei uns immer gut an ). Es gibt 15er Zimmerlager ( aber sowas von schnuckelig ) und wir haben in einem Bett für 8 Personen geschlafen: ein Witz nach dem anderen machte die Runde - an Einschlafen war nicht zu denken! Die Hütte ist geöffnet von 29. Jun. - 15. Sep. und es ist auch möglich im Matratzenlager für 45 Personen zu schlafen.Zum Glück waren an diesem Tag sehr wenig Gäste dort - daher beste Versorgung und Top Essen für uns. Auch das Frühstück war herrlich.
Querung zu Badener Hütte Es fällt auf das die Intensität der Färbung von Flora und Fauna ein vielfaches dessen beträgt was im Tal so zu bewundern ist. Es scheint so als habe man mit Pinsel und Farbe etwas nachgeholfen. Auch in dieser Höhenlage kannst du eine Vielzahl verschiedener Pflanzen Flechten und Grässer bewundern. Ein kurzes steiles Seilstück gegen Ende der Tour bewirkt, dass unser Junior Mario zum Held aufsteigt - Rucksack um Rucksack stemmt es mit viel Muskelkraft nach oben - die Dankbarkeit der Tourteilnehmer war grenzenlos. Schließlich zum Ende des 2. Tages ein Quersteig sanft und Einladend bis zur Badener Hütte.
Der höchste Punkt: das Löbbentörl 2770m Das Löbentörl - wieder so ein magischer Punkt der bei uns allen fest verankert bleiben wird ( auch die Anstrengung es hierher zu schaffen ). Es gibt ein wunderschönes Kreuz, wo man sich fragen muss wer sich das wohl angetan hat es hier herauf zu schleppen. Am Übergang auf die andere Seite pfeift es gewaltig, sodass es einem fast den Atem nimmt. Die Gruppe vereint sich wieder und wir genießen alle nochmals die schier unglaubliche Weite.
harter Aufstieg am Gletschergrat Nun war es vorbei mit nur hinunter was da folgte war knackig und steil Bergauf. Immer am Gletschergrad entlang und sowas von steil, dass unsere Gruppe richtigehend zerbröselte. Die Aussicht entschädigte aber so manches zumal der Gletscher sich in seiner ganzen Pracht vor uns ausbreitete und im Hintergrund alte und neue Pragerhütte mit jeder Minute kleiner wurden. Da hat sich auch vor uns die Topografie und weite der Wegstrecken aufgetan, die wir tags zuvor bewältigen mussten. Wir konnten sogar weit entferne Schneebrüche beobachten, die mit voller Wucht hinunterbrachen.
Ein paar Schafe am Weg Die Schafe am Weg verfolgen uns beharrlich als wollten sie uns sagen : ein bisschen Salz hättest aber schon mitbringen können. Schließlich habe ich dann noch dicke Freundschaft mit dem Chef der Truppe geschlossen die darin mündete, dass er mir nicht mehr von der Seite wich und erst am Gletschergrad zu meiner Enttäuschung wieder umkehrte.
Zurück zum Auge Gottes Der 2. Tag beginnt sehr zeitig ( 06.00h ) mit einem guten Frühstück das unsere Damen nicht gerade in Begeisterungsstürme versetzt hat. Der Sonnenaufgang begrüßt uns beim Aufbruch und zur Abwechslung geht es anfangs denselben Weg bis zum Auge Gottes retour und schließlich erreichen wir den Gletschergrat. In der Früh waren wir alle froh, dass wir Kappen und warme Jacken hatten.
Ziel erreicht: Neue Prager Hütte 2796m Nach ca. 1280 Höhenmeter aufwärts erreichen wir endlich die Neue Prager Hütte. Sie gehört zum DAV und hat im Jahr 2013 von 20.Juni - 20.Sept geöffnet. Reservierung sollte man tunlichst vor Antritt der Tour vornehmen, damit man nachher keine böse Überraschung erlebt. Es gibt 38 Zimmerlager und 62 Lager die auch zu unserer Überraschung gut ausgelastet sind. Preise für Erwachsene über 25 Jahre: Zimmer: € 13.- / Lager: € 10.- ist OK für Alpenvereinsmitglieder. Es sind weniger die Höhenmeter als die lange Wegstrecke, die einige in unserer Gruppe nachdenklich stimmen lässt. Das Essen - gute Bergsteiger Hausmannskost Tiroler Gröstl und ein Bierchen entschädigen uns heute aber für alles. Danach ist nur noch schlafen angesagt - wir sind Hundemüde !!
Alte Prager Hütte auf 2489m Wir erreichen glücklich die Alte Prager Hütte und freuen uns ein wenig aufwärmen und essen zu dürfen. 2013 ist laut DAV aber leider ein Öffnungspause: "Wegen des geplanten Umbaues und Renovierungsarbeiten ist die Hütte geschlossen, es gibt derzeit keine Bewirtung und keine Nächtigungsmöglichkeit!" Wir haben damals auch nichts gegessen sondern einfach unsere eigene Jause ausgepackt damit wir uns stärken für die letzten 300 Höhenmeter zur Neuen Prager Hütte.
Gigantische Felsformationen und eine tolle Aussicht Der Gletscherschliff hat hier ganze Arbeit geleistet und unzählige eigenartige Felsformationen gebildet. Es ist fasst so als wäre jeder Fels von Menschenhand abgeschliffen und geformt worden. Hier kann man erst erahnen, wie sehr der Zahn der Zeit und Umwelteinflüsse diesen großartigen Gletscher zugesetzt und diese seltsamen Gebilde ermöglicht haben.
Das Gletschertor Du schaust über die Kuppe glaubst den imposanten Gletscher vor dir greifen zu können und musst doch einsehen, wie unendlich lange es braucht um die Gletscherzunge erreichen zu können. Sehr beeindruckend die Dimensionen dieses Gletschers. Wer es wagt, kann auch einen Abstecher direkt zum Bruch machen und dort das türkis leuchtende Eis fotografieren.
Das "Auge Gottes" Das „Auge Gottes“ ein winziger Almteich am Fuß des Großvenediger-Gletschers. Im Matreier Tauernhaus hatte ich bereits von vielen Urlaubern von diesem magischen Ort vernommen. Und was soll ich euch sagen - wenn du davor stehst weißt du auch warum. Es wirkt wie am Reißbrett gezeichnet, hat genau eine dreieckige Form und eine Insel aus Wollgrass mitten drin. Damit ähnelt das „Auge Gottes“ diesen starken kirchlichen Symbol, man möchte fasst meinen Gott selbst hätte hier Hand angelegt. Auch die stille dieses Platzes hat uns alle in den Bann gezogen.
Rast am Salzbodensee Der Salzbodensee ein besonderes Fleckchen in der Landschaft mit weichen hohen Graspölstern. Rasten ist angesagt und die Füße werden zur Entspannung ins kühle Nass getaucht, bis sie fasst blau anlaufen. Danach fühlst du dich wie ein Ballett Tänzer und vergisst die bisherigen Strapazen des ersten Tages.
Schlattenbach - ein steiler Aufstieg Der Schlattenbach ist ein stark geschiebeführender Wildbach und mündet nahe der Gemeinde Pruggern. Man kann hier nur erahnen wie der Bach bei Schneeschmelze alles Material mit sich ins Tal schafft. Nach oben sehen, beim Schlattenbach Wasserfall verweilen und staunen ist hier angesagt- leider wird hier auch klar, dass es ein wenig anstrengend wird. Da werden bei allen in der Gruppe "die Wadln aufgepumpt", um die nun folgenden Steilstufen besser bewältigen zu können. Riegel und klares Quellwasser gibt uns den richtigen Schub.
Innergschlöß - eine Schnitzerei Die Innergschlöß-Alm ist ein abgelegenes, ruhiges Almdorf mit ca. 15 Hütten und einem Gasthof. Die Schnitzkunst war hier immer schon Bestandteil der Dorfkultur und wird auch nach wie vor gepflegt. Man sollte unbedingt etwas mitnehmen um diese Tradition aufrecht zu halten. Ein schönes Eulenpaar oder ein Schaf, es gibt alles was das Herz begehrt in einem kleinen Laden am Wegrand.
Tauerntal-Weitwanderweg entlang dem Gschlössbach Wie schon auf den Bildern zu sehen, einfach nur staunen und Landschaft genießen. Der Gschlössbach begleitet uns den ganzen Weg. Wir kommen auch an einer alten Kirche vorbei die in den Stein geschlagen wurde.
Matreier Tauernhaus Gut essen und trinken ist im Matreier Tauernhaus selbstverständlich. So gehört das Essen - neben der herrlichen Berglandschaft im Nationalpark Hohe Tauern - zu den interessanten Entdeckungen, die du im Matreier Tauerntal in Osttirol unbedingt machen musst. Die heimischen Schmankerln bleiben mir unvergessen. Übernachten ist auch möglich wenn man recht spät nach langer Anfahrt hier eintrifft.
Ausrüstung - Was muss alles mit? Das wichtigste ist der Schutz vor Kälte und Regen - somit gehören bei mir warme Handschuhe, Kappe, Fleecejacke sowie Regenschutz und Silberdecke zu meiner Grundausrüstung die ich immer im Rucksack mitführe. Eine Erste Hilfe Grundausstattung sollte ebenfalls nicht fehlen Ausreichend Flüssigkeit sowie stärkende Riegel und Schokolade gehören einfach mit dazu. Der Rucksack sollte so aufgebaut sein,dass man auch seitlich Dinge herausnehmen kann. So verhindert man ein Durchwühlen des Rucksackes. Immer beachten, dass gute Materialien mit wenig Gewicht verwendet werden. Jeder Kilo mehr nimmt uns ein bisschen Spaß weg.
Die Tour Anfahrt: Lienz - Matrei - Kreuzung Felbertauernportal links zum Matreier Tauernhaus. Ausgangspunkt: Parkplatz beim Matreier Tauernhaus 1511m. Vom Parkplatz über den Fahrweg an der Wohlgemuthalm vorbei. Nun steil weiterhin dem Fahrweg folgen, bis man die Almen von Außergschlöss (1680m) erreicht. Hier fühlt man sich in eine andere Zeit zurückversetzt und geniest Ruhe, Landschaft sowie den überragenden Blick zum Großvenediger. Nun wird der Weg sehr flach und bald erreicht man die Felsenkapelle (1683m). Weiter angenehm flach bis Innergschlöss zum Alm-Talboden (1691m ) der den Talschluß bildet. Von hier in 4 Std. zur neuen Prager Hütte ( 2796m )