Austria · 2 Days · 16 Moments · July 2010

Irmgard Busetti

3 Tage Bergtour in Prägraten


9 July 2010

Gasthof Neuwirt in Virgen Zum Abschluss unserer Tour kehren wir noch bei der Heimfahrt in Virgen beim Gasthof Neuwirt ein, der uns mit seiner herrlichen Optik besonders beeindruckt hat. Wir lassen nochmals unsere Tour und Höhepunkte Revue passieren und danken für das herrliche Wetter, dass uns die 3 Tage begleitet hat. Tipp: bei Planung unbedingt die Wetterlage mit einbeziehen und die Tour nur bei schöner stabiler Großwetterlage gehen.
Abstieg zum Parkplatz Nach ca. 5 Stunden durch Waldstücke und wunderschöne Blumenwiesen erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt der Tour: den Parkplatz in Bichl. Es ist 13:30h und die Füße tun weh, da hilft dann nur ein Fußbad im Fluss - da fühlst du dich dann wieder wie neu. Diese Berge sind unersetzbare Schatzkammern und glänzende Juwelen - diese 3 Tage waren etwas ganz Besonderes! Ich hoffe Ihr macht es uns nach.
Frische Preiselbeerkrapfen und Hausschnaps Was soll ich euch sagen - ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Die Bauernkrapfen mit Preiselbeerfüllung sind typisch für dieses Gebiet. Und da diese Krapfen ja besonders sättigen, mussten wir natürlich auch reichlich von dem herrlichen selbstgebrannten Schnaps kosten! Ja ja die Welt kann so schön sein... Diese private Hütte mit ihren lieben Menschen wird mir besonders in Erinnerung bleiben - und Leute wenn ihr die Tour geht, bitte hier ja nicht vorbeigehen ohne zu rasten.
Abstieg in Richtung Almen Nach guter Nacht und ausreichendem Frühstück geht es dann ziemlich zeitig in der Früh wieder los. Von der Bonn Matreier Hütte Richtung Tal schauend können wir nur erahnen, wie lange der Fußmarsch talwärts dauern wird,... Der Abstieg ist schön mit tollen Wegen und immer in der Nähe eines Baches. Wir kommen schließlich an zwei Almen vorbei bis wir dann die kleine Alm erreichen die im nächsten Tipp beschrieben ist!

8 July 2010

Bonn-Matreier Hütte (2750m) Von der Eisseehütte waren es dann noch gute 4 1/2 Std. bis zur Bonn-Matreier Hütte; über Serpentinen und Steinplatten und mit überragender Aussicht. Sehr müde, um 17:30h, erreichen wir endlich erschöpft aber glücklich die Hütte. Geöffnet ist diese von Anfang Juni bis Ende Oktober ( wetterbedingt ) bietet Zimmerlager (13 Betten) und Matratzenlager (40 Betten). Urgemütlich mit guter Küche und moderaten Preisen. Das besondere sind jedoch die schnuckligen Bettnischen die man in dieser Form nur hier findet. Eine kleine Kapelle ladet zum besinnlichen verweilen ein. Die Hütte ist auch Ausgangspunkt zu 8 Dreitausendern und gemeinsam von DAV und ÖAV geführt.
Timmeltaler Höhenweg Abschnitt2 Was wir da in der zweiten Hälfte des Tages erlebt haben werden wir so schnell nicht wieder vergessen. Im steilen Gelände 300hm über dem Weg sehen wir eine Gamsgruppe mit ca 28 Tieren, die sich majestätisch im steilen Fels bewegt. Wir beobachten dieses tolle Schauspiel einige Zeit mit unseren Ferngläsern. Keine 20min später sichten wir mehrere Hirsche, die nach unten orientierend unseren Weg kreuzen. Und schließlich Murmeltiere die uns ständig mit ihren warnenden Pfeiftönen begleiteten - also bitte Fernglas unbedingt auf dieser Tour mitnehmen.
kurzer Abstecher zum schönen Eissee Für alle die sich nicht auf der Eisseehütte aurasten wollen gibt es einen kurzen Abstecher! Knapp eine Stunde nördlich der Hütte liegt hinter einem Wall der Eissee auf 2664m, den man unbedingt in der Tour mit einplanen sollte - es lohnt sich. Ein herrlicher Bergsee eingebettet von zahlreichen Dreitausendern. Wir lassen es uns nicht nehmen und gönnen unseren strapazierten Füßen ein kühles Bad. Du fühlst dich dann wie neu geboren. Kristallklares Wasser und eine grünliche Farbe wie ich sie bisher nur in der Sóca/Slowenien gesehen haben.
Eisseehütte 2521m In 2 1/2 Std Gehzeit bei herrlichem Panorama erreichen wir die Eisseehütte, eingebettet im Talschluss und Ausgangspunkt variantenreicher Anstiege auf den Großvenediger (10 Dreitausender in Hüttennähe: Hoher Eicharn, Weißspitze, Seeköpfe etc.). Bewirtschaftet von Anfang Juni bis Mitte Oktober ( wetterabhängig ) mit Übernachtungsmöglichkeit bis zu 45 Personen. Unsere Reise geht jedoch weiter zur Bonn-Matreier Hütte.
Venediger Höhenweg Der Venediger-Höhenweg bietet eine unglaubliche Aussicht auf viele vergletscherte Dreitausender in der Umgebung und ist aufgrund dieses Panoramas, einer der schönsten Wanderwege in den Alpen. Er führt einem immer auf ca. 2500m Höhe von Hütte zu Hütte. Man könnte acht Tage am Venediger Höhenweg wandern. Wir haben uns für den Abschnitt Sajathütte (2600m) - Eisseehütte (2520m) - Bonn-Matreier Hütte (2750m) entschieden. Da es aber viele Möglichkeiten und Hütten gibt den Ausflug auch zu erweitern, sind einem keine Grenzen gesetzt!
Flora und Fauna Am Timmeltaller Höhenweg begegnen uns zahlreiche wundervolle Blumen! Von Edelweiß über Enzian, roten Steinbrech, Silberwurz, Alpenrose, um nur einige zu nennen. Was auffällt ist die hohe Intensität der Farben, so als hätte jemand mit Farbe und Pinsel nachgeholfen. An den kargsten Stellen entstehen noch Moose und Flechten mit kräftigen Farben und Formen.
Wunderbares Frühstück Leute was soll ich euch sagen - geschlafen wie ein Bär in der Winterzeit und ein Frühstück, dass keinerlei Wünsche offen lässt. Sogar eine warme Dusche kann man sich auf 2600m gegen kleinen Aufpreis gönnen. Und dann gibt es da noch was besonderes zu berichten - 1 Doppelzimmer das alle Stückerln spielt mit Warmwasserdusche im Zimmer und gigantischem Ausblick; allerdings etwas kostspielig € 120.- NF. Auf der Kletterwand in der Sajathütte kann man sich ebenfalls versuchen. Nach ausgiebigen Frühstück brechen wir dann so gegen 09:30h auf.
Gipfelbesteigung - Rote Säule 2874m Nach ausgiebiger Stärkung mit Kaiserschmarrn und Schiwasser haben 2 Mitglieder der 6 köpfigen Tourengruppe noch immer nicht genug und begeben sich gleich hinter der Hütte über den Grad zur Gipfelbesteigung Rote Säule. Von vorne furchteinflößend impossant und gerade abfallend. Von der hinteren Seite ist es dann für uns Otto Normalverbraucher gut machbar diese Hürde zu nehmen. Nach 90 min erreichen wir den Gipfel. Es hat sich gelohnt denn die Aussicht hier heroben ist einfach grandios. Für besonders sportliche Kletterer gibt es auch die Möglichkeit über den Klettersteig auf die Spitze zu gelangen. Schwierigkeit: D-E
Neue Sajathütte - das Schloss in den Bergen (2600m) Der Aufstieg hat ca. 5 Stunden bei strahlend schönem Wetter in Anspruch genommen. Was hat man nicht schon alles gehört über dieses Juwel. Umringt von tausenden Edelweiß und eingebettet in eine schützende Mulde hat Friedl Kratzer als einer der Pioniere im Virgental diese Hütte aus privater Hand in die Landschaft gestellt. Umso bewundernswerter ist dies wenn man weiß was sich im Frühjahr 2001 hier am Berg ereignet hat. Die alte Sajathütte ( Bild 2 ) viel einer gewaltigen Staublawine zum Opfer, die alles mit sich gerissen hat. Die heimische Bevölkerung hat es nach Spendenaufruf ermöglicht, dass wir heute in der gemütlichen Stube sitzen dürfen.
Aufstieg zur Sajathütte Aufstieg über den Blumenweg von Bichl mit herrlichem Blick ins Virgental und zur Lasörlinggruppe sowie den Dolomiten am gegenüberliegenden Bergkamm. Die Stabanthütte sollte man auf jeden Fall am Weg zur Sajathütte mit einplanen. In 1 Std. Gehzeit erwartet uns auf 1800m eine gemütliche Gaststube mit alten Bauernofen sowie eine Sonnenterrasse mit herrlichen Talblick. Wer spät anreist kann hier günstig übernachten. Nach Kaffee und Bauernkrapfen queren wir die Wiese und erreichen so wieder den Hauptweg. Im letzten Drittel des Aufstieges ein Wiesenbergrücken mit vielen Serpentinen und 100m vor der Hütte plötzlich ein Meer von Edelweiß.
AUSRÜSTUNG - WAS MUSS ALLES MIT? Das wichtigste ist der Schutz vor Kälte und Regen - somit gehören bei mir warme Handschuhe, Kappe, Fleecejacke sowie Regenschutz und Silberdecke zu meiner Grundausrüstung die ich immer im Rucksack mitführe. Eine Erste Hilfe Grundausstattung sollte ebenfalls nicht fehlen Ausreichend Flüssigkeit sowie stärkende Riegel und Schokolade gehören einfach mit dazu. Der Rucksack sollte so aufgebaut sein,dass man auch seitlich Dinge herausnehmen kann. So verhindert man ein Durchwühlen des Rucksackes. Immer beachten, dass gute Materialien mit wenig Gewicht verwendet werden. Jeder Kilo mehr nimmt uns ein bisschen Spaß weg.
Ankunft - Parken in Bichl Nach Anfahrt über Lienz weiter nach Matrei links weg ins Virgental bis nach Prägraten auf 1310m Seehöhe. Der Ort begrüßt uns mit vielen Strohpuppen und Strohtieren in Lebensgröße und versetzt uns erstmal in Staunen. Von hier mitten im Ort geht eine kleine Seitenstraße rechts weg nach Bichl. Hier folgt man immer dem Weg Richtung Berg und erreicht so nach ca. 10min unseren Ausgangspunkt der 3 Tageswanderung den extra angelegten Parkplatz am Bach direkt vor dem Einstieg zur Stabanthütte.